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Um mit Marisol auf der Anderson Ranch zu arbeiten, hat George seinen Job gekündigt und Melfort verlassen. Das Glück scheint perfekt, bis Jamie, ein früherer Konkurrent von George, der neue Kollege von den beiden wird. Keine Gelegenheit lässt er aus, um sich an Marisol ranzumachen, bis George der Kragen platzt. Der Ausraster bleibt nicht ungestraft, denn George wird der Ranch verwiesen und Marisol muss Jamie auf ein Rodeoturnier begleiten. Dort kommt es zu einem Vorfall, der das Leben der jungen Mexikanerin ins Schwanken bringt. Die neue Liebesromanreihe von Ella Green. Die Forrester Ranch Reihe ist ein Spin-Off der Melfort Reihe. Jeder Teil ist in sich geschlossen. Es sind keine Vorkenntnisse notwendig. Band 1: Eternity – Sara & Liam Band 2: Infinity - Carol & Jake Band 3: Serendipity - Darya & Rick Band 4: Tangency - Marisol & George
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Veröffentlichungsjahr: 2023
Tangency
Marisol & George
Liebesroman von Ella Green
Daniela Krenn
Siedlerstraße 5
83714 Miesbach
http://www.ella-green.com
© Ella Green Juni 2023
Coverdesign: Art for your book
Korrektorat: Sandra Paczulla
Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin.
Personen und Handlung sind frei erfunden, etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Menschen
Sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.
Markennamen sowie Warenzeichen, die in diesem Buch verwendet werden, sind Eigentum ihrer rechtmäßigen Eigentümer.
Inhaltsverzeichnis
Impressum2
Prolog5
George11
Marisol15
George27
Marisol32
George36
Marisol43
George53
Marisol61
George67
Marisol75
George84
Marisol92
George102
Marisol112
George120
Marisol124
George129
Marisol135
George141
Marisol146
George152
Epilog159
»Kommt bitte wieder nach Melfort zurück«, flehte Betty Franklin, das Urgestein aus dem kleinen Dorf, förmlich. Ich konnte verstehen, dass sie Marisol und mich vermisste, aber wir wollten nicht zurück. »Sorry, aber das geht nicht.«
»John würde dich unter Garantie wieder einstellen.« John war mein Ex-Chef, bei dem ich erst vor wenigen Wochen gekündigt hatte, weil er meine Freundin Marisol nicht als Reitlehrerin einstellen wollte. Wir beide bildeten Westernpferde aus und hatten uns nichts sehnlicher gewünscht, als gemeinsam auf der Forrester Ranch zu arbeiten. John aber war der Meinung, dass ein Pärchen im Team nicht funktionieren würde. Dass ich anderer Meinung war und ihm versicherte, dass wir Privates und Geschäftliches trennen könnten, das interessierte ihn nicht. Daraufhin hatte ich die Nase gestrichen voll, kündigte und ging mit Marisol auf die Anderson Ranch, auf der ich früher gearbeitet hatte und sie angestellt war. Mr. Anderson hatte mich mit Kusshand zurückgenommen.
»Ich würde mein Gesicht verlieren, wenn ich angekrochen käme, nachdem ich gekündigt habe. Außerdem würde John niemals seine Meinung ändern, was ein Paar im Team betrifft.«
»Ach, John, der hat doch sowieso nicht mehr lange das Sagen und dann wäre Jason dein Chef und ich bin mir sicher, dass er einen seiner besten Arbeiter wieder einstellen würde.«
Jason war nicht nur der Sohn von John, sondern ein guter Freund von mir, dennoch würde ich ohne Marisol niemals zurück auf die Forrester Ranch gehen.
»Ich weiß aus sicherer Quelle, dass die Ranch dringend Hilfe braucht«, führte Betty fort.
Sie war die gute Seele von Melfort und wir verstanden uns sehr gut. Natürlich konnte ich sie verstehen, dass sie sich wünschte, dass ich zurückkäme, schließlich wollte sie ihre Schäfchen beisammenhaben.
»Mich würde er vielleicht einstellen, Marisol nicht.«
»Woher willst du das wissen?«, fragte Betty bohrend nach.
Sicher war ich mir nicht, aber ich konnte mir gut vorstellen, dass Jason nicht so begeistert von einem Paar im Team wäre.
»Keine Ahnung, ist nur eine Vermutung.«
Betty seufzte auf. »Ihr fehlt mir.«
»Du fehlst uns auch, aber wir werden zu Besuch kommen«, versicherte ich ihr, doch innerlich wusste ich, dass ich ein paar Wochen brauchen würde, ehe ich einen Fuß nach Melfort setzte.
»Betty, ich würge dich nur ungern ab, aber meine Pause ist bald vorbei und wir bekommen heute einen neuen Kollegen, bei dem ich mich vorstellen möchte.«
»Okay, dann lass dir das alles durch den Kopf gehen und überdenke deine Entscheidung, noch ist es nicht zu spät, um nach Hause zu kommen.«
Nach Hause zu kommen, hallte es in meinem Kopf nach. Ja, Melfort und die Forrester Ranch waren mein Zuhause, meine Heimat. Aber nun war die Anderson Ranch in Gibbson mein neues Zuhause. So wie es früher einmal gewesen war, als ich Profi-Rodeoreiter auf dieser Ranch war. Doch diese Karriere hatte ich an den Nagel gehängt und konzentrierte mich auf die klassische Westernausbildung der Pferde.
»Bye, Betty«, verabschiedete ich mich.
»Mach´s gut und liebe Grüße an Marisol«, entgegnete sie und legte auf.
Einen kurzen Moment starrte ich auf das schwarze Display und ließ die Worte von Betty in meinem Kopf widerhallen. Ich wusste, sie würde mich am liebsten selbst abholen und nach Melfort zerren, würde sie ein Auto besitzen.
Mit einem leisen Seufzen stand ich auf, durchquerte den Gemeinschaftsraum des Angestelltenhauses und ging nach draußen. Heute kam ein neuer Kollege, hatte mir Mr. Anderson vor ein paar Tagen mitgeteilt. Da es in letzter Zeit stressig war, hatte ich mich gar nicht genauer über den neuen Kollegen erkundigt. Er würde schon ins Team passen, sonst hätte mein Chef ihn nicht eingestellt.
»Ah, George, da bist du ja«, rief Marisol und winkte mich zu sich. Sie stand vor den Stallungen und ich joggte auf sie zu. »Na, mein Babe«, sagte ich und gab ihr einen Kuss. »Liebe Grüße von Betty.«
»Hast du mit ihr telefoniert?« Ihre braunen Augen begannen glücklich zu funkeln, denn sie mochte Betty genauso gerne wie ich.
Ich nickte. »Jap. Du kannst dir ja vorstellen, warum sie mich angerufen hat.«
»Mh, sie möchte, dass du zurückkommst.«
»Nicht nur das. Sie will, dass wir beide zurückkommen.«
»Melfort ist ein tolles Dorf, dort habe ich Freundinnen gefunden, die mir sehr fehlen.«
»Ich weiß«, entgegnete ich. Es tat mir leid, dass sie seit Wochen keine ihrer Freundinnen gesehen hatte, aber mir ging es nicht anders. Seit wir auf der Anderson Ranch waren, hatte ich nur telefonischen Kontakt zu meinen Kumpels.
»Ist der Neue schon da?«, wechselte ich das Thema, denn ich sah, dass Marisol traurig wurde.
»Ja, er ist mit Mr. Anderson bei den Pferden.« Sie nickte in Richtung Stallungen und ich blickte kurz hinein. Am Ende der Gasse standen mein Chef und der Neue, der mit dem Rücken zu mir stand.
»Hast du dich vorgestellt?«, wollte ich von Marisol wissen.
Sie schüttelte den Kopf. »Noch nicht.«
»Warum?«
»Ich wollte dir nicht zuvorkommen, schließlich wird er dir bei der Ausbildung der Pferde helfen.« Sie lächelte schüchtern. Marisol war ausgebildete Westernreitlehrerin und kümmerte sich um die Reitschüler der Ranch.
»Du hättest dich ruhig vorstellen können«, meinte ich.
»Passt schon, ich lerne ihn später kennen.«
»Okay, dann heiße ich ihn mal willkommen.«
»Mach das, ich hab jetzt gleich eine Schülerin zum Unterricht da.« Marisol blickte auf die Uhr und ehe sie zur Reithalle ging, gab sie mir einen Kuss. »Bis später, mein Liebling.«
Kurz blickte ich ihr hinterher, grinste und machte mich auf den Weg zu meinem neuen Kollegen.
»George, gut dass du kommst«, sagte Mr. Anderson. »So kann ich dir unseren neuen Mitarbeiter vorstellen.«
Der Neue drehte sich um und mir verschlug es die Sprache.
Das musste ein Traum sein.
Ein Albtraum.
»So sieht man sich wieder«, meinte er und streckte mir seine Hand entgegen.
Am liebsten hätte ich diese zur Seite geschlagen, aber ich riss mich zusammen.
»Hallo, Jamie«, begrüßte ich ihn.
Jamie Tremblay.
Mein größter Konkurrent im Rodeo.
Mein Erzfeind.
Und mit ihm musste ich zusammenarbeiten?
1 Monat später
»Du bist sehr talentiert«, sagte Marisol zu ihrer Reitschülerin Samantha.
»Danke, du bist die beste Reitlehrerin, die man sich vorstellen kann«, erwiderte das Mädchen.
»Oh ja, dem kann ich nur zustimmen«, vernahm ich die Stimme von Jamie hinter mir. Kurz drehte ich mich um und sah, dass er zu mir auf die Tribüne kam, auf der Marisol und ich saßen. Samantha stand mit dem Pferd Cody Rock vor uns in der Reitbahn.
Es war nicht das erste Mal, dass Jamie einen Kommentar zu Marisol in Bezug auf ihr Talent als Lehrerin gab. Wann immer er die Möglichkeit hatte, war er in ihrer Nähe und versuchte, mit ihr zu flirten.
»Na, Mrs. Star-Ausbilderin«, sagte er, setzte sich neben sie und tat so, als wäre ich nicht anwesend.
»Samantha, jetzt galoppierst du an, wendest auf die Mittellinie ab und zeigst uns einen Sliding Stop«, forderte sie das junge Mädchen auf.
Mein Blick war auf das Duo in der Bahn gerichtet, die uns einen einwandfreien Sliding Stop zeigte.
»Bravo«, rief Marisol und applaudierte.
»Sie wird bestimmt mal so gut wie du«, erwähnte Jamie und strich Marisol über den Arm.
Jetzt reichte es mir. Mal wieder. Wir waren öfter aneinandergeraten, wenn er es mit seinen Avancen gegenüber meiner Freundin übertrieb.
»Alter, es reicht«, knurrte ich und schlug seine Hand von Marisol weg.
»Warum denn so aggressiv?«, fragte er lachend.
»Das weißt du ganz genau.«
»Ach, hast du etwa Angst, dass ich ein Konkurrent für dich werde, so wie einst im Rodeo?«
In mir kochte es. Der Vulkan war kurz davor, auszubrechen. Marisol erhob sich wortlos und ging die Stufen der Tribüne hinab, um in die Reitbahn zu gelangen.
»Du bist, was Marisol betrifft, keine Konkurrenz für mich.«
»Ach, bist du dir sicher? Ich denke, so eine Granate wie diese Mexikanerin, würde viel besser zu mir passen. Schließlich hab ich meine Karriere nicht wie ein Loser an den Nagel gehängt.«
Jamie war im Profisport unterwegs. Er bildete auf der Ranch unter anderem die Rodeopferde aus und nahm an Turnieren teil.
»Wenn du meine Freundin nicht in Ruhe lässt, knallt es bald gewaltig.«
»Ich denke, Marisol ist alt genug, um sich zu verteidigten und so wie sie sich mir gegenüber verhält, gefällt es ihr, wenn ich mit ihr flirte.«
Marisol war ein gutmütiger Mensch, sie ging jedem Streit aus dem Weg. Ehe sie zu Jamie sagen würde, er solle aufgeben, würde sie sich umdrehen und gehen, so wie vor ein paar Minuten.
»Ob Mr. Anderson so begeistert wäre, wenn es knallt?« Jamie grinste und allein dafür hätte ich ihm in die Fresse hauen können.
Er wusste, dass Mr. Anderson Streit zwischen dem Personal hasste und er Konsequenzen ziehen würde. Im schlimmsten Fall würde er einen von uns beiden rauswerfen. Gerne könnte er Jamie einen Arschtritt verpassen, doch das würde nicht passieren, denn dann hätte er niemanden mehr, der seine Rodeopferde auf Turnieren vorstellt. Ich gewiss nicht. Jamie war der Beste in ganz Kanada. Mr. Anderson war stolz, ihn im Team zu haben. Ich nicht.
»Zum Glück bist du ab morgen für ein paar Tage auf einem Turnier, dann hab ich endlich meine Ruhe«, sagte ich, erhob mich und ließ ihn alleine.
Marisol und Samantha waren mit ihrem Training mittlerweile fertig und brachten Cody Rock zurück in die Stallungen.
»Lass dich von ihm nicht immer provozieren«, meinte Marisol, als ich bei ihr ankam.
»Der Kerl übertreibt es und du weist ihn nicht in seine Schranken.«
Marisol schnaubte. »Du kennst mich. Ich hasse Streit und gehe lieber, ehe ich mit so einem Idioten diskutieren muss und das solltest du auch tun.«
Ich versprach ihr, dass ich ihm in Zukunft aus dem Weg gehen würde, aber ich konnte trotzdem für nichts garantieren. »Gut, dass er für ein paar Tage weg ist, so haben wir Zeit für uns und müssen uns wegen ihm keine Sorgen machen.«
Sie nickte und umarmte mich. »Ich liebe dich.«
»Ich dich auch, mein Babe.«
»Gleich kommt die nächste Schülerin«, meinte sie, löste sich von mir und blickte mir in die Augen.
»Okay. Ich muss jetzt mit Coolness Brave trainieren«, sagte ich, gab ihr einen Kuss und machte mich auf den Weg.
»Marisol, hast du mal eine Minute?«, rief mir Mr. Anderson entgegen, als ich zur Reithalle gehen wollte, um dort meine nächste Reitschülerin zu unterrichten.
»Ja, natürlich. Was ist los?« Kurz hatte ich Angst, dass er mitbekommen hatte, wie Jamie und George ein wenig aneinandergeraten waren.
»Es geht um das bevorstehende Turnier in der Nähe von Vancouver«, begann er.
»Das Rodeoturnier, bei dem Jamie teilnimmt?«, fragte ich nach.
»Richtig.« Er seufzte leise. »Meine Frau, die eigentlich Jamies Turnierbegleitung wäre, musste aus familiären Gründen zu ihren Eltern.«
»Und das heißt?«
Mr. Anderson fuhr sich durch seine kurzen, grau melierten Haare. »Kannst du ihn begleiten?«
»Ich?«
Mein Chef nickte. »Ich habe gesehen, dass du in den nächsten Tagen keine Reitschüler hast und die Pferde, um die du dich kümmerst, kann Mason machen.«
»Mason könnte Jamie doch begleiten.«
»Ich brauche Mason auf der Ranch.«
Oh nein, das war nicht gut und eine total beschissene Idee von meinem Chef. »Mr. Anderson, Sie wissen, ich helfe, wo immer Hilfe benötigt wird. Aber vier Tage mit Jamie, das macht George nicht mit, er wird sich aufregen. Sie wissen doch, dass die beiden sich nicht mögen.«
Mr. Anderson zuckte belanglos mit den Schultern. »Kann sein, aber manches kann man sich nicht aussuchen. Außerdem stelle ich dich nicht vor eine Wahl, sondern ordne es an.«
Ich schluckte, denn so hatte Mr. Anderson noch nie mit mir gesprochen. Eine Anordnung? Seit ich auf der Anderson Ranch tätig war, war ich immer glücklich und mit meinem Chef sehr zufrieden, aber jetzt im Moment war ich todunglücklich.
»Bitte, Mr. Anderson, schicken Sie Mason mit Jamie auf das Turnier. Ich packe das nicht.«
Sanft legte er seine Hand auf meine rechte Schulter. »Du bist eine starke Frau und ich bin mir sicher, dass du mit Jamie auskommen wirst.«
»Es geht mir nicht um Jamie, mit dem würde ich klarkommen. Es geht mir um George. Wissen Sie eigentlich, was Sie von mir verlangen?« Nun war ich nicht nur unglücklich, sondern maßlos enttäuscht von meinem Chef.
»Soll ich mit George reden?«
Kopfschüttelnd antwortete ich: »Nein, das mache ich.«
»Gut, dann kann ich also fest mit dir rechnen?«
»Sie haben doch selbst gesagt, dass ich keine Wahl habe, weil es eine Anordnung ist.«
»Okay.« Er hob den Daumen, grinste und ließ mich alleine auf dem Hof stehen.
Großartig, wie soll ich das nur George beibringen? Er wird ausflippen.
Während des Reitunterrichtes konnte ich mich nicht auf die Schülerin konzentrieren, was mir für sie leidtat. Die Gedanken kreisten in meinem Kopf und ich hatte keinen Plan, wann, und vor allem, wie ich George sagen sollte, dass ich mit Jamie für ein paar Tage in Vancouver auf einem Rodeoturnier wäre. Sechs Pferde würden an dem Turnier teilnehmen und ich müsste mich darum kümmern, dass die Pferde für die Prüfung bereit sind. Ich wäre quasi den ganzen Tag mit Jamie zusammen und müsste ihm helfen. Es wäre nicht das erste Mal, dass ich auf einem Turnier dem Profi helfen müsste, aber es wäre das erste Mal, dass es sich nicht um einen Kollegen handelte, den ich mochte, sondern der mich nervte.
