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Für die Leser, die sich bereits in das Örtchen Melfort und seine Bewohner verliebt haben und jene, die das noch vor sich haben. Im Jahr 1962 eröffnen Betty und Lewis Franklin ihr Bed & Breakfast. Die beiden sind überglücklich und lieben sich sehr. Doch zum vollständigen Glück fehlt noch ein Kind. Begleitet Betty und Lewis durch die Jahre, in denen sie Höhen und Tiefen erleben. „Schlüssel ins Glück“ ist eine Bonusstory der Melfort Reihe, kann unabhängig von den anderen Teilen gelesen werden. Eignet sich auch als Einstieg in die Serie.
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Veröffentlichungsjahr: 2023
Inhaltsverzeichnis
Impressum
Wie alles begann ...
Bettys Bed & Breakfast ...
Und dann warst du da ...
Unser zweites Glück ...
Zehn Jahre Bettys B&B ...
Es geht immer weiter ...
Es war kein Scherz ...
Und plötzlich bist du weg ...
Wenn Eltern ihr Kind abgeben ...
Wenn Kinder Freunde verlieren ...
Happy Birthday Betty ...
Über die Autorin
Schlüssel ins Glück
Liebesroman
von
Ella Green
Daniela Krenn
Siedlerstraße 5
83714 Miesbach
http://www.ella-green.com
https://www.facebook.com/EllaGreenAutorin
Korrektorat: Trüffelschwein – Der Fehler Gabi Rögner
Coverdesign: Nadine Kapp / Booklover Coverdesign unter der Verwendung der Shutterstock Bildnr. 110765348 / CandyBox Images / 587188127 / 3d factory
Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin. Personen und Handlung sind frei erfunden, etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Menschen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Markennamen sowie Warenzeichen, die in diesem Buch verwendet werden, sind Eigentum ihrer rechtmäßigen Eigentümer.
Den passenden Schlüssel gibt es nicht nur für Türen, sondern auch für Herzen.
Melfort 1962
„Oh mein Gott, Lewis. Es ist perfekt“, schwärmte ich und umarmte meinen Ehemann. Wir standen vor einem hellgelben Haus mit grünen Fensterläden. Über dem Eingang hing ein Schild mit der Aufschrift Bettys B&B. Wir erfüllten uns einen Traum von einer eigenen Pension in Melfort. Nach einer langen Odyssee an Renovierungen standen wir jetzt vor unserem Bed & Breakfast. Ich konnte es noch immer nicht glauben. In den letzten sechs Monaten hatten wir das Gebäude, das Lewis von seinen Großeltern geerbt hatte, umgebaut und neu gestrichen. Unser kleines Gästehaus hatte fünf Doppelzimmer und war bereits ausgebucht. Morgen würden die ersten Gäste kommen, die in Melfort eine ruhige Zeit genießen wollten. Melfort war ein kleines Dorf ungefähr 600 Meilen nördlich von Vancouver in Kanada. Jeder kannte jeden, wie es typisch war auf dem Land. Einmal in der Woche war Bauernmarkt, auf dem die umliegenden Farmer ihre Produkte verkauften. Hoch im Rennen waren die Waren der Bensons. Sue und Paul Benson waren ein nettes Paar, das vor zehn Jahren eine Apfelbaumplantage am Dorfrand eröffnet hatte. Mit den beiden hatte Lewis bereits gesprochen, da wir von ihnen Äpfel, Apfelsaft und Cidre für unser B&B kaufen wollten. Laut Lewis machte ich den besten Apfelkuchen in ganz Kanada und er wollte, dass ich damit unsere Gäste verwöhnte.
„Es freut mich, dass es dir gefällt“, flüsterte er mir ins Ohr und drückte mich an sich.
Lewis und ich waren seit der Highschool, die wir in Collings besucht hatten, zusammen. Da wir beide unserem Heimatort nie den Rücken kehren wollten, gingen wir nicht in die Großstadt zum Studieren. Lewis arbeitete als Restaurantleiter in Collings und ich war als Verkäuferin in einer Bäckerei in Melfort beschäftigt. Als uns die Bank vor über einem halben Jahr die Zusage für einen Kredit gab, damit wir das Haus umbauen konnten, hatten wir nur noch Teilzeit in unseren Jobs gearbeitet. Letzte Woche waren unsere letzten Arbeitstage. Ab jetzt waren wir selbstständig und unabhängig.
Vor drei Jahren hatten wir im kleinen Kreise geheiratet. Anfangs wohnten wir in einem kleinen Apartment, aber als die Arbeiten an der Pension abgeschlossen waren, sind wir umgezogen. Wir bewohnten die untere Etage. Sie war groß genug für uns und wir hatten sogar genug Platz für Kinder. Nur hatte sich unser Kinderwunsch noch nicht erfüllt, was mich traurig stimmte. Sue Benson, die für mich eine gute Freundin war, versuchte immer wieder, mich aufzumuntern. Sie war erst mit 35 schwanger geworden. Es war eine Risikoschwangerschaft, aber sie hatte einen gesunden Jungen namens Alan auf die Welt gebracht. Obwohl ich 10 Jahre jünger als Sue war, verstanden wir uns prima und unternahmen hin und wieder etwas gemeinsam.
„Komm, lass uns reingehen“, sagte Lewis und griff nach meiner Hand.
Hand in Hand gingen wir die Stufen nach oben zum Eingang. Die Holztür war pompös und schwer. Sie war eines der Dinge, die wir nur restaurierten, denn wir wollten soweit wie möglich den alten Charme des Gebäudes behalten. Vor der Türe blieb Lewis stehen, wandte sich zu mir und strahlte übers ganze Gesicht. Seine braunen Augen begannen zu leuchten.
„Betty, als ich dich zum ersten Mal sah, wusste ich, dass ich mit dir alt werden möchte und dass wir uns jeden Traum erfüllen können. Mit dir zusammen die Pension zu eröffnen ist das Schönste, was wir gemeinsam geschafft haben.“ Er streichelte zärtlich über meine Wange und ich schmiegte mich an seine weiche Hand.
Mein Herz begann schneller zu schlagen. Diesen Mann liebte ich über alles auf der Welt. Er griff in seine Hosentasche und hielt mir einen goldenen Schlüssel entgegen.
„Das, meine liebste Betty, ist unser Schlüssel ins Glück.“ Lewis wollte sich zur Tür wenden, um sie aufzuschließen, aber ich hielt ihn fest und zog ihn zu mir. Sanft legte ich meine Lippen auf seine. Dieser Kuss sagte mehr als tausend Worte. Wir liebten uns so sehr und ich könnte mir niemals vorstellen, mit einem anderen Mann mein Leben zu verbringen. Auch wenn uns Kinder noch verwehrt blieben, so war ich mir dennoch sicher, dass wir irgendwann Nachwuchs haben würden.
„Ich liebe dich, Lewis“, wisperte ich gegen seinen Mund.
„Betty, du bist meine Traumfrau.“
Ich umschlang seinen Hals, presste mich enger an ihn und blendete alles um uns herum aus. Mir war es egal, dass uns die Nachbarn und Einwohner von Melfort in diesem intimen Moment beobachten konnten und sich wahrscheinlich das Maul über uns zerreißen würden. Sollen die doch reden. In einem kleinen Dörfchen wie Melfort, war es an der Tagesordnung, dass jeder über jeden irgendetwas wusste. Dabei war es egal, ob es die Wahrheit oder ein Gerücht war. Hauptsache, die alten Tratschtanten hatten etwas zu erzählen.
„Lass uns reingehen, sonst sind wir heute das Gesprächsthema Nummer eins“, erwähnte Lewis und unterbrach unseren leidenschaftlichen Kuss.
„Du weißt, mir ist egal, was die anderen sagen.“
Ich war schon immer ein kleiner Rebell. An sich passte ich gar nicht ins Landleben. Wenn man mich genauer betrachtete, dann würde ich wohl besser nach Vancouver passen. Was eindeutig daran lag, dass ich mich nicht so konservativ anzog, wie meine gleichaltrigen Freundinnen. Mein Vorbild war Sophia Loren. Wie sie hatte ich lange braune Haare. Ich schminkte mich wie sie und trug kurze Kleider, die bis zum Knie reichten und das war für das Dorfleben sehr gewagt.
Lewis zog mich ins Innere unserer Pension und schloss die Tür hinter uns. Wir standen im Flur, an dessen Wänden wir ein paar Fotos von uns und dem Haus aufgehängt hatten. Unser Hochzeitsfoto begeisterte mich immer wieder.
