Silent Soul - Ella Green - E-Book

Silent Soul E-Book

Ella Green

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Beschreibung

Maggies Leben scheint sich zum Guten zu wenden, seit sie mit Mason Hedges zusammen ist. Doch nach einem tragischen Autounfall, bei dem Mason ins Koma fällt, zerbricht ihre Welt. Ist ihre Karriere als Model zum Scheitern verurteilt, weil sie Rückfälle erleidet und sich wieder selbst verletzt? Als sie einen sehr guten Job verliert, fällt sie in ein tiefes Loch. Alles scheint verloren zu sein. Wer kann ihr helfen, sie in dieser schweren Zeit unterstützen und ihr Halt geben? Und wer trägt die Hauptschuld an Masons Unfall?

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Inhaltsverzeichnis

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Epilog

Silent Soul

Drama

von

Ella Green

Band 2

Silent Reihe

Impressum

Ella Green

Siedlerstraße 5

83714 Miesbach

www.ella-green.com

https://www.facebook.com/EllaGreenAutorin/

Copyright: Ella Green November 2016

Korrektorat:

Vanessa Ostiadal, Sissy Kaiser, Stefanie Pirker

Coverdesign: Lena Spehling

Titelbild: Coka / Shutterstock Bildnr. 265250888

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin. Personen und Handlung sind frei erfunden, etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Menschen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Markennamen sowie Warenzeichen, die in diesem Buch verwendet werden, sind Eigentum ihrer rechtmäßigen Eigentümer.

Über die Autorin

Ella Green wurde 1983 in Oberbayern geboren.

New York - der "Big Apple" - ist ihr absoluter Traum, denn die pulsierende, riesige und atemberaubende Stadt bedeutet für Sie "Lebe deinen Traum und glaube an Dich selbst!"

Zusammen mit ihrem Hund lebt sie in Bayern und backt für ihr Leben gerne, besonders bunte Cupcakes - inspiriert wurde sie bei ihrer New York Traumreise durch die berühmte Magnolia Bakery mit den allerbesten Schoko-Cupcakes der Welt!

Es ist der stille Schrei nach Hilfe …

Prolog

San Francisco / July 11th 2015 / 11:00 a.m. (morning)

“Dad, ich fahre jetzt zum Juwelier, das Geschenk für Maggie holen”, sagte ich zu meinem Vater, der seinen Koffer packte.

Heute Abend würde unser Flug zurück nach Boston gehen und ich wollte für Maggie noch ein Geschenk besorgen.

Auf der gestrigen Spendengala, hatte ich einen Juwelier kennengelernt, dessen Geschäft ich mir heute anschauen wollte. Maggie liebte Schmuck und ich wollte sie mit einem schönen Armband überraschen.

„Okay, dann fahr vorsichtig. Wir sehen uns später“, antwortete mein Dad.

Mit meinem Handy und dem Schlüssel für den Mietwagen in den Händen verließ ich unsere Suite und machte mich auf den Weg zu den Aufzügen. Die Spendengala war wieder ein voller Erfolg und wir konnten das Hilfsprojekt, für das wir gesammelt hatten, mit 300.000 US-Dollar unterstützen.

Maggie hatte ein Interview bei einem Modemagazin und konnte nicht mit nach San Francisco, was ich sehr schade fand. Zum nächsten Charityevent würde sie mich auch nicht begleiten können, denn sie müsste für das Modelabel YIRU nach Tokio fliegen, um dort das Shooting für deren Herbstkollektion zu machen.

Ich war stolz auf sie, denn sie war das neue Gesicht von diesen Designern. Worauf ich aber am meisten stolz war, dass sie sich seit sie keinen direkten Kontakt mehr zu ihrer Mutter hatte, nicht mehr ritzte. Maggies Mutter, Celeste Smith, eine eiskalte Inhaberin einer Modelagentur, setzte sie sehr unter Druck, den Maggie irgendwann nicht mehr aushielt und begann, sich die Oberschenkel zu ritzen. Sie hatte ständig Angst zu versagen und ihre Mutter zu enttäuschen.

Sie ist Borderliner und braucht Hilfe. Nur könnte ich ihr alleine nicht helfen. Für eine Therapie war sie noch nicht bereit. Ich hatte ihr von einer sehr guten Klinik in Cleveland erzählt, aber dort wollte sie noch nicht hin. Sie wollte erst ihre Jobs, die sie im Juli und August hatte, über die Bühne bringen. Dass sie professionelle Hilfe brauchte, war mir bewusst. Aber sie stellte sich noch quer. Sie dazu drängen, wäre ein Fehler. Sie müsste von selbst für diesen Schritt bereit sein und wenn es soweit war, dann würde ich ihr beistehen.

Als ich das Hotel verließ und zum Parkplatz ging, begann es zu regnen. Ich hasste es, bei Regen Auto zu fahren.

Von weitem öffnete ich mit der elektrischen Fernbedienung den Mercedes CLK und lief darauf zu, um nicht klatschnass beim Juwelier anzukommen.

Da mein Dad gestern mit diesem Wagen gefahren war, musste ich erst noch den Sitz und die Spiegel auf mich einstellen, bevor ich losfahren konnte. Dad, du bist einfach zu klein, dachte ich und lächelte. Mein Vater war gut zehn Zentimeter kleiner als ich.

Nachdem ich fertig war, startete ich den Motor und fuhr los. Mein Ziel lag im Süden von San Francisco und das Navi sagte mir, dass die Fahrt dorthin ungefähr zwanzig Minuten dauern würde.

Ich bog auf den Bayshore Boulevard ein und es begann immer stärker zu regnen. Die Scheibenwischer kamen kaum hinterher und bewegten sich schnell.

Viel Verkehr war nicht, aber als ich in den Rückspiegel blickte, bemerkte ich, dass ein großer schwarzer Jeep Cherokee sehr dicht auffuhr.

„Du Idiot!“, schnauzte ich vor mich hin.

Warum drängelte dieser Fahrer so? Wenn ich ihm zu langsam fuhr, dann könnte er doch überholen.

Damit der Abstand zwischen uns etwas größer wurde, beschleunigte ich. Doch das reichte ihm anscheinend nicht, denn er trat ebenfalls aufs Gaspedal und verringerte so wieder den Abstand zwischen uns.

Wenn der so weitermacht, dann sitzt der gleich bei mir im Kofferraum.

„Überhol doch einfach, du Schwachkopf!“, murmelte ich.

Aus der Ruhe ließ ich mich von ihm nicht bringen. Noch einmal würde ich nicht beschleunigen, denn die Straße war nass und mir war mein Leben heilig.

Meine Konzentration war wieder komplett auf die Fahrbahn gerichtet. Plötzlich spürte ich einen Ruck. Dieser Idiot hat mich doch eben tatsächlich von hinten gerammt. Ist der total bescheuert? Was soll das bitte?

Ich blickte in den Rückspiegel und sah, dass er ganz dicht hinter mir war. Und dann passierte es wieder. Er fuhr auf meinen Wagen auf und ich verlor die Kontrolle über den Mercedes. Alles ging so rasend schnell.

Das Auto prallte gegen die Leitplanke, überschlug sich, mein Kopf schleuderte nach vorne und dann ging der Airbag auf. Es kam mir vor, als würde mein Leben vor meinem inneren Auge noch einmal im Zeitraffer an mir vorbeigehen. Das letzte was ich sah, war Maggies Gesicht und dann wurde es dunkel.

Kapitel 1

Boston / July 11th 2015 / 09:00 p.m. (evening)

Mir war kalt. Eiskalt. Zitternd saß ich auf dem Fliesenboden, auf dem ich vor einigen Stunden bewusstlos zusammengebrochen war. Ich hatte mir meinen Unterarm geritzt. Es war ein Rückfall.

Das Blut, das sich mit dem Rotwein auf dem Boden vermischt hatte, saugte sich an meinem langen Pullover fest. John, der Vater von Mason hatte mich angerufen und mir gesagt, dass mein Freund einen Autounfall hatte. Mason lag im Koma und der Schmerz, ihn zu verlieren war so stark, dass ich diesen mit Schmerzen lindern wollte. Und deshalb hatte ich mich mit einer Glasscherbe, der zerbrochenen Weinflasche, geritzt.

Tränen stiegen mir in die Augen und ich begann bitterlich zu weinen. Mein Fels in der Brandung schwebte in Lebensgefahr und noch wusste ich nicht, ob er jemals wieder zu sich kommen würde.

Das Klingeln meines Handys, das am Boden neben mir lag, riss mich aus meinen Gedanken, aber ich war nicht fähig den Anruf entgegen zu nehmen. Als es verstummte blickte ich auf das Display. John hatte schon fünf Mal versucht mich zu erreichen. Er hatte mir vorhin gesagt, dass er sich wieder melden würde. Mein Körper war schwach und dennoch rappelte ich mich auf und ging zur Abstellkammer, um einen Besen, Schaufel und einen Wischmob zu holen. Diese Sauerei musste ich wegmachen. Das Blut an meinen Unterarmen war bereits getrocknet. Später würde ich mich verarzten.

Als ich Wasser in einen Eimer laufen ließ, kullerten mir die Tränen über die Wangen. So einsam und hilflos kam ich mir noch nie vor.

Mason du darfst mich nicht alleine lassen.

Wie ein Roboter sammelte ich die Scherben vom Boden auf, tauchte den Wischmob in das Wasser und säubert den Fliesenboden. Mein iPhone, das mittlerweile zwei weitere Anrufe von John anzeigte, hatte ich auf die Kommode gelegt. Ich konnte noch nicht mit ihm telefonieren, denn ich hatte Angst davor, was er mir zu sagen hatte. Was, wenn John mir sagte, dass Mason es nicht schaffte und schon tot war?

Gedankenlos und erschöpft reinigte ich den Boden. Jeder Handgriff war wie einstudiert und es fühlte sich so an, als wäre ich nur körperlich anwesend. Mein Kopf war leer. Im Moment konnte ich an nichts denken. Nicht an Mason, nicht an mich oder an sonst jemanden. Nachdem ich alles saubergemacht hatte, schleppte ich mich nach oben ins Badezimmer, um mich zu verarzten.

Meine Augen waren rot geädert und geschwollen vom Weinen.

Mit dem Verbandskasten auf dem Schoss, setzte ich mich auf den Badewannenrand und säuberte mit einem Desinfektionsmittel die Schnitte, die ich mir zugefügt hatte und legte mir einen Verband an. Gerade als ich damit fertig war, hörte ich die Türklingel. Ich zuckte zusammen, schob die Ärmel meines Pullovers nach unten und ging die Stufen runter. Wieder klingelte es. Langsam öffnete ich die Tür und blickte in das sorgenvolle Gesicht von Any, Masons Mom.

„Maggie“, sagte sie, zog mich in ihre Arme und begann zu schluchzen. „Wir haben uns Sorgen gemacht. John hat versucht, dich zu erreichen.“

„Sorry, ich war nicht fähig ans Telefon zu gehen“, antwortete ich ihr und ließ die Tränen, die sich in meinen Augen gesammelt hatten, über meine Wangen laufen.

„Es ist so schrecklich“, schniefte Any und vergrub ihr Gesicht an meiner Schulter.

„Weißt du schon mehr?“, diese Frage wollte ich eigentlich nicht stellen, denn ich hatte Angst, vor der Antwort, aber sie kam wie automatisch über meine Lippen.

„Ja, ein bisschen. Kann ich rein?“, fragte sie und blickte mir die Augen.

„Selbstverständlich“, gab ich ihr als Antwort und sie folgte mir ins Wohnzimmer.

Gut, dass ich die Sauerei, bereits weggemacht hatte. Sonst hätte ich ihr das auch noch erklären müssen. Sie hätte gesehen, dass es sich nicht nur um Rotwein auf dem Boden handelte.

Wir nahmen auf dem Sofa Platz, starrten gegen die Wand und schwiegen. Diese Stille löste Unbehagen in mir aus. Wollte ich wirklich wissen, was mit Mason war?

„Also, die Ärzte sind nicht sicher, wann und ob Mason aus dem Koma aufwacht und wenn, dann kann es sein, dass er bleibende Schäden davon trägt“, begann Any plötzlich und brach somit die Stille.

In meinem Kopf hallten zwei Worte: bleibende Schäden.

„Es kann sein, dass er geistig behindert und ein Leben lang ein Pflegefall ist.“

„Kann ich zu ihm?“, fragte ich, denn ich wollte Mason sehen.

Wollte ihm beistehen. Auch wenn er mich nicht wahrnehmen könnte. Er war in den letzten Wochen für mich da, jetzt wollte ich für ihn da sein.

„Natürlich. Ich werde morgen früh nach San Francisco fliegen.“

„Dann werde ich später nach einem Flug schauen“, sagte ich und wischte mir die Tränen mit dem Pulloverärmel von den Wangen.

Masons Mom griff nach meiner Hand, drückte sie und schaute mir in die Augen.

„Ich habe Angst, ihn zu verlieren“, sagte ich mit zittriger Stimme.

„Wir werden ihn nicht verlieren, daran dürfen wir gar nicht denken. Wir müssen hoffen, dass alles gut wird.“

Es muss alles gut werden, denn ohne Mason schaffe ich es nicht mein Leben, als Borderliner in den Griff zu bekommen.

Kapitel 2

San Francisco / July 12th 2015 / 10:00 a.m. (morning)

Zufällig hatte ich einen Platz in der gleichen Maschine, wie Any bekommen. John hatte ihr gesagt, dass er für mich ein Zimmer im Hotel, indem er war, gebucht hatte und uns abholen kommen würde. Ein Rückflugticket hatte ich noch nicht, denn ich wollte so lange bei Mason bleiben, wie ich konnte. Da ich für meinen nächsten Auftrag erst am 20. Juli nach Tokio, zum Shooting von YIRU, fliegen müsste, konnte ich einige Tage in San Francisco verbringen.

Any und ich gingen schweigend mit unseren Koffern zum Ausgang. Den ganzen Flug über hatten wir kein Wort gewechselt. Wir konnten nicht darüber sprechen, was uns im Krankenhaus erwarten würde. In mir keimte die Angst auf, dass Mason nie wieder zu sich kommen würde und wenn, dass er ohne Hilfe nicht leben könnte. Was, wenn er mich nicht mehr kannte, sollte er jemals aus dem Koma aufwachen?

Ich sah John in der Ankunftshalle stehen, er sah aus, als wäre er über Nacht um zehn Jahre gealtert. Unter seinen Augen hatten sich dunkle Ringe gebildet, sein graues Haar stand ihm unordentlich zu Berge und sein Anzug, den er trug, hatte Knitterfalten. Als er Any erblickte, brach er in Tränen aus, lief auf seine Frau zu und zog sie in seine Arme. Die beiden schluchzten und ließen ihren Tränen freien Lauf. Regungslos stand ich neben ihnen und versuchte, nicht zu weinen, doch ich schaffte es nicht.

„Maggie, schön, dass du mitgekommen bist“, schniefte John, ließ Any los und drückte mich an sich.

„Können wir gleich zu Mason, bitte“, sagte ich.

Ich konnte nicht länger warten. Vorher ins Hotel zum Einchecken stand nicht an erster Stelle. Mason stand ganz oben und hatte für mich Prio Eins.

„Natürlich. Kommt, unser Fahrer wartet schon.“

Die Straßen von San Francisco zogen an uns vorbei. Die Gegend genießen konnte ich nicht, denn meine Gedanken kreisten um eine Frage: Wie kam es zu dem Autounfall? Darüber hatte ich mit Any gestern Abend nicht gesprochen. Diese Frage stand noch unbeantwortet im Raum.

„John, kannst du mir sagen, wie der Unfall passiert ist?“, fragte ich und blickte zu ihm nach vorne.

Er drehte sich zu mir um, seufzte und wischte sich mit dem Handrücken eine Träne von der Wange.

„Laut Zeugenaussage, wurde der Mercedes CLK, mit dem Mason unterwegs war, von einem Jeep Cherokee gerammt. Das Auto kam durch die nasse Fahrbahn ins Schleudern, überschlug sich und landete auf dem Dach.“

Vor Schock riss ich meine Augen weit auf.

„Konnte der Fahrer von dem Jeep schon befragt werden oder ist dieser auch schwer verletzt?“

John schloss seine Augen, seufzte tief und sagte: „Der Fahrer flüchtete.“

Wie bitte? Das konnte nicht wahr sein. Wie dreist musste man sein, um Fahrerflucht zu begehen?

„Aber die Polizei versucht mit Hilfe der Zeugen den Fahrer des Wagens ausfindig zu machen“, fuhr er fort.

Meine Angst um Mason schlug in Wut um. Ich war wütend auf den Menschen, der meinem Freund schwer verletzt in einem Auto, das auf dem Dach lag, zurückließ. Wie herzlos kann man nur sein?

Der Weg durch das St. Patrick Medical, zum Zimmer in dem Mason lag, kam mir unendlich lang vor. Jeder meiner Schritte fühlte sich an, als würde ich nur in Zeitlupe vorwärtskommen. Any und John gingen Händchen haltend vor mir her.

Mein Körper begann zu zittern, wie Espenlaub, als John vor einer Tür stehen blieb.

„Bitte erschreckt nicht, wenn ihr Mason gleich seht“, sagte er und senkte seinen Blick.

John öffnete die Tür und ließ zuerst seine Ehefrau und dann mich eintreten. Any schlug ihre Hand vor den Mund und begann zu weinen, als sie ihren Sohn sah. Mit wackligen Beinen, machte ich einen Schritt nach vorne an das Bett heran und blickte auf Mason. Sein Gesicht war übersäht mit Schnittwunden, die mich an meine erinnerten, die ich an meinen Unterarmen und meinen Oberschenkeln hatte. Seine Nase war blau und angeschwollen. Er sah schrecklich aus. Viel schlimmer, als ich es mir vorgestellt hatte und dennoch wirkte es so, als würde er nur schlafen und im nächsten Moment lächelnd die Augen öffnen. Aber er tat es nicht. Mein Freund lag im Koma.

„Mason“, flüsterte ich, griff nach seiner Hand und streichelte sanft darüber.

Neben dem Bett stand ein Monitor, von dem Kabel abgingen und an Masons Körper befestigt waren.

„Die Ärzte sagten, dass er Stimmen im Unterbewusstsein wahrnehmen kann“, erklärte John und trat neben mich.

„Können die Ärzte schon abschätzen, wann er wieder zu sich kommen wird?“, wollte ich wissen.

John presste seine Lippen aufeinander und schüttelte den Kopf.

---ENDE DER LESEPROBE---