Poison In Our Veins - Mia Kingsley - E-Book
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Poison In Our Veins E-Book

Mia Kingsley

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Beschreibung

Manchmal frage ich mich, ob ich mich schlecht fühlen sollte, weil ich Lilah ganz für mich allein will. Doch dann fällt mir wieder ein, dass ich sie gerettet habe. Ohne mich wäre sie nichts. Deshalb kommt es nicht infrage, sie jemals wieder gehen zu lassen. Ich gebe ihr alles, was sie sich wünscht – wie kann sie es also wagen, mich verlassen zu wollen? Meine kleine Prinzessin wird schon bald lernen, dass »Freiheit« für sie bloß ein Wort ist … Very Dark Romance. Lesen auf eigene Gefahr! Düstere Themen. Eindeutige Szenen. Deutliche Sprache. In sich abgeschlossen.

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POISON IN OUR VEINS

MIA KINGSLEY

VERY DARK ROMANCE

INHALT

Poison In Our Veins

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Pick Your Poison

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 13

Kapitel 14

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Über Mia Kingsley

Copyright: Mia Kingsley, 2020, Deutschland.

Coverfoto: © golubovy – stock.adobe.com

Alle Rechte vorbehalten. Ein Nachdruck oder eine andere Verwertung ist nachdrücklich nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin gestattet.

Sämtliche Personen in diesem Text sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind zufällig.

Black Umbrella Publishing

www.blackumbrellapublishing.com

POISON IN OUR VEINS

Manchmal frage ich mich, ob ich mich schlecht fühlen sollte, weil ich Lilah ganz für mich allein will. Doch dann fällt mir wieder ein, dass ich sie gerettet habe. Ohne mich wäre sie nichts.

Deshalb kommt es nicht infrage, sie jemals wieder gehen zu lassen. Ich gebe ihr alles, was sie sich wünscht – wie kann sie es also wagen, mich verlassen zu wollen?

Meine kleine Prinzessin wird schon bald lernen, dass »Freiheit« für sie bloß ein Wort ist …

Very Dark Romance. Lesen auf eigene Gefahr!

Düstere Themen. Eindeutige Szenen. Deutliche Sprache. In sich abgeschlossen.

KAPITEL1

BERKELEY

»Wo steckt deine kleine Hure denn jetzt schon wieder, wenn sie nicht an deiner Seite ist?«

Das Glas in meiner Hand verursachte ein lautes Geräusch, als ich es zu schnell auf dem Tisch abstellte. Ich zwang mich, den Blick nur langsam zu heben, um dem Mann mir gegenüber nicht zu zeigen, wie sehr seine Worte mich aufgewühlt hatten. Es reichte schon, dass ich für einen kurzen Moment die Kontrolle verloren und das Glas ruckartig abgestellt hatte. Die erste Regel lautete: Zeige niemals – unter gar keinen Umständen – Schwäche.

Irgendeiner meiner Handlanger hatte mir erzählt, dass der Kerl neuerdings für unsere Bücher zuständig war, aber die gebrochene Nase, die schlechten Tätowierungen und das listige Grinsen machten klar, dass er durch und durch ein Krimineller war – wie alle hier in dieser schäbigen Bar, die den eleganten Namen Purple Pearl gar nicht verdient hatte.

»Ich wüsste nicht, was dich das angeht«, sagte ich ruhig und lehnte mich in meinem Stuhl zurück.

Mit einem Augenrollen schnaubte der Typ, dessen Namen mir beim besten Willen nicht einfallen wollte, und hob seine Bierflasche. Während er den letzten Schluck trank, spielte ich mit dem Gedanken, die Flasche in seine Kehle zu rammen, bis er erstickte. Vorher würde wahrscheinlich sein Kiefer brechen, weil der untere Teil der Bierflasche sonst nicht in den Mund passte. Ein Teil von mir brannte darauf, herauszufinden, ob ich recht hatte.

Er zuckte mit den Achseln, als er die Flasche wieder sinken ließ. »Ich meine ja nur.«

»Wenn ich deine Meinung hören will, frage ich danach. Und solltest du Lilah jemals wieder als Hure bezeichnen, schneide ich dir die Zunge heraus und püriere sie, damit du sie danach trinken kannst. Habe ich mich klar ausgedrückt?«

Da er ein wenig die Schultern hochzog, wusste ich, dass meine Warnung angekommen war, auch wenn er versuchte, es sich nicht anmerken zu lassen.

»Sorry, Boss. Alle wissen, dass du dein kleines Spielzeug besser als jeden anderen Menschen behandelst.«

Ich fragte mich, ob das ein Kompliment sein sollte, und bedeutete dem Barkeeper, mir einen weiteren Drink zu bringen. Wenn wir nicht bald zum geschäftlichen Teil der Unterhaltung kamen, würde ich hier heute noch Blut vergießen.

»Das könnte daran liegen, dass Lilah etwas Besonderes ist.« Ich hatte kein Problem damit, diese Tatsache so laut zu verkünden, dass jeder in dieser heruntergekommenen Bruchbude es hörte.

Der Barkeeper schickte eine der Stripperinnen mit meinem Drink und sie warf mir ein einladendes Lächeln zu, weil sie scharf auf Lilahs Position an meiner Seite war. Als sie sich viel zu nah neben mich stellte, sodass ihre nackten Brüste vor mein Gesicht schwangen, während sie sich vorbeugte und meinen Drink servierte, legte ich die Hand auf ihre Hüfte.

Es war mir zuwider sie überhaupt anzufassen, doch da ich sie loswerden wollte, blieb mir nichts anderes übrig. Ich stieß sie in Richtung meines vermeintlichen Buchhalters, der die Reste, die ich übrig ließ, nur zu gern nahm.

Gierig streckte er die Arme aus und zog die junge Blondine auf seinen Schoß, um seine Hände gleich darauf auf Wanderschaft gehen zu lassen. Er grinste, während die Frau eher enttäuscht wirkte. Sie wagte es aber nicht, sich gegen seine aufdringlichen Berührungen zu wehren, sondern kuschelte sich an ihn.

Einen meiner Angestellten als Sugardaddy zu haben war in unserer Welt immer noch besser, als ganz ohne Schutz herumzulaufen. Das konnte sich nur Lilah erlauben, weil jeder wusste, dass sie mir gehörte.

Dabei machte ich mir sonst nicht viel aus Frauen und hatte für sie ursprünglich ganz andere Pläne gehabt. Doch abgesehen davon, dass Lilah bildhübsch und ein exzellenter Fick war, hatte sie etwas an sich, was mich absolut in ihren Bann zog. Ob es das mysteriöse »gewisse Etwas« oder einfach nur ihre magische Pussy war, konnte ich beim besten Willen nicht sagen.

»Ich habe gehört, dass Dominic untergetaucht ist.« Der Mann drückte die Titten der Blondine und leckte sich über die Unterlippe.

So wie es aussah, würde es noch etwas dauern, bis wir zum geschäftlichen Teil kamen.

»Ich kümmere mich darum, sollten die Gerüchte sich bewahrheiten.« Mein Gesicht verriet nicht, was ich dachte.

Dominic war längst tot, weil ich eigenhändig dafür gesorgt hatte. Allerdings wollte ich nicht damit hausieren gehen, dass ich ihn trotz des Friedensabkommens zwischen uns getötet hatte.

Dominic hatte Drogen und Nutten verkauft, ich handelte mit Waffen. Damit war die Stadt eigentlich groß genug für uns beide gewesen und wir hatten uns darauf geeinigt, uns aus den Geschäften des anderen herauszuhalten.

Eigentlich hatte das ganz gut geklappt, bis Dominic zu weit gegangen war. Die vierte Regel lautete: Lilah gehört mir.

Wir waren auf einer Party eines einflussreichen Kunden von uns beiden gewesen und Dominic musste zu viel getrunken haben, anders konnte ich mir sein Verhalten nicht erklären. Er hatte es gewagt, meine Lilah im Flur abzufangen und sie in den abgelegenen Südflügel des Hauses zu zerren, der zu dem Zeitpunkt renoviert worden war.

Als ich die beiden fand, hatte er seinen harten Schwanz schon in der Hand gehabt. Ich konnte es ihm nicht einmal verübeln – Lilah hatte einfach etwas an sich, was Männer reihenweise um den Verstand brachte. Das änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass sie mir gehörte. Sie kannte die Regeln und ich war misstrauisch geworden, weil sie wusste, dass sie sich bei solchen Anlässen nicht mehr als ein paar Minuten von meiner Seite entfernen durfte.

Dominic war im Grunde nicht mehr wieder zu erkennen gewesen, nachdem ich mit ihm fertig war. Ich hatte meiner Frustration Ausdruck verliehen – für ihn sehr deutlich und qualvoll. Danach hatte ich die Reste durch einen Fleischwolf gedreht. Nur um ganz sicher zu gehen, dass keinerlei Spuren übrig blieben.

Bald würde sich herumsprechen, dass Dominic verschwunden war und ein anderer Mann würde sich seine Position unter den Nagel reißen – vermutlich erst nach ein paar Rangkämpfen und dem obligatorischen Blutvergießen, doch die Welt drehte sich weiter und vermissen würde ihn keiner.

Vielleicht sollte ich seine Geschäfte übernehmen. Dann würde die ganze Stadt mir gehören.

Ich verwarf den Gedanken ebenso schnell, wie er gekommen war, weil ich mit Prostitution nichts am Hut haben wollte. Das war das Schöne an Waffen – sie beklagten sich nicht, wurden nicht krank und starben nicht. Und Metall zu schmelzen war wesentlich einfacher, als Leichen zu entsorgen.

Dann und wann nickte ich abwesend, während mein Buchhalter – ich musste wirklich jemanden nach seinem Namen fragen – über Dominics Geschäfte spekulierte. Dabei hörte ich kaum zu, weil ich damit beschäftigt war, mein Handy im Auge zu behalten.

Die Tracking-App hatte mir gerade gemeldet, dass Lilah sich erneut von meinem Haus entfernte. Wie oft musste ich meiner Prinzessin noch die Regeln erläutern? Sie hatte mit ihrem entzückenden Arsch gefälligst zu Hause zu bleiben, wenn ich nicht da war, um sie zu begleiten.

Ich überlegte, welcher meiner Sicherheitsleute heute würde dran glauben müssen, weil Lilah schon wieder entwischt war. Sechs Männer bewachten rund um die Uhr mein Anwesen und trotzdem schaffte Lilah es in regelmäßig Abständen, sich einfach in Luft aufzulösen. Es war mir ein Rätsel, wie sie das hinbekam, und was ich noch tun konnte, um sie davon abzuhalten.

Wenn sie so weitermachte, war ich bald gezwungen, ihr ein hübsches Halsband aus Metall und die passende Kette zu besorgen, die ich in meine Schlafzimmerwand dübeln würde. Die Vorstellung gefiel meinem Schwanz ausgesprochen gut. Lilah – nackt, angekettet und wehrlos in meinem Schlafzimmer? Es kribbelte in meinen Hoden und ich musste mich zwingen, an etwas anderes zu denken.

Zum Beispiel daran, dass Lilah sich schon wieder in Richtung der heruntergekommenen Stadtteile bewegte. Dorthin, wo ich sie vor knapp zwei Jahren von der Straße aufgelesen hatte. Auf der Suche nach einem Geschenk für einen asiatischen Geschäftspartner war ich über sie gestolpert. Ich hatte ihm eine Sexsklavin schenken wollen, doch Lilah war so unterhaltsam gewesen, dass ich mich nicht von ihr hatte trennen können. Letztlich hatte ich meinem Geschäftspartner die jüngere Schwester eines Mannes gegeben, der mir Geld geschuldet hatte. Lilah wusste von alldem natürlich nichts. Es ging sie aber auch nichts an. Sie hatte bloß eine Aufgabe: Mich zufriedenzustellen.

Und jetzt gerade war ich alles andere als zufrieden.

Denn obwohl jeder in meinem Territorium Lilah kannte, gab es immer wieder ein paar Typen, die dachten, sie könnten sich an dem vergreifen, was mir gehörte und damit ihre vermeintliche Macht zu demonstrieren, um mir meine Position an der Spitze der Nahrungskette streitig zu machen.

Die Vorstellung, wie ein anderer Mann sich aus dem Schatten an Lilah heranschlich, ihr dickes braunes Haar um seine Hand wickelte und sie vor sich auf die Knie zwang, bis Tränen in ihren grünen Augen standen, war zu viel für mich. In mir wuchs das Verlangen, einfach aufzustehen und sie zu suchen.

Allerdings war mir klar, dass mindestens drei meiner Männer ihr auf den Fersen waren, weil sie ebenso wie ich durch die App über Lilahs Verschwinden informiert waren worden.

Böse Lilah. So ein verdammt böses Mädchen.

»Alle sind unruhig, seit Dominic verschwunden ist. Viele haben Angst, dass er im Zeugenschutzprogramm ist oder so. Stimmt’s, Hench?«, rief der Kerl, dessen Hand bereits zwischen den Schenkeln der Stripperin steckte. Sie schnurrte zwar, aber es klang in meinen Ohren nicht überzeugend und war überhaupt nicht mit den Geräuschen vergleichbar, die ich Lilah entlocken konnte. Manchmal war ich mir selbst nicht sicher, ob ich Lilah lieber Schmerzen oder Vergnügen bereitete.

»Ja, Theo«, bestätigte Hench und gab mir damit endlich einen Namen für mein Gegenüber.

»Seit wann kümmern wir uns um das Gerede der anderen Leute?« Ich hob eine Augenbraue.

»Machst du dir keine Sorgen, Boss?« Theo starrte mich an, als würde er sich spirituelle Erleuchtung von mir erhoffen.

»Nein. Ich weiß, dass ich mich auf meine Leute verlassen kann und allen anderen zahle ich genug Geld, damit sie machen, was ich will.« Ich nickte dem Barkeeper zu. »Eine Runde für alle. Auf mich.«

Das obligatorische Jubeln erhob sich, doch ich ignorierte es, weil ich zu abgelenkt war. Lilah war ruckartig stehengeblieben, hatte umgedreht und befand sich jetzt wieder auf dem Weg nach Hause. Zu mir.

Ich musste ein Grinsen unterdrücken, weil sie zur Vernunft gekommen war. Vermutlich hoffte sie, dass ich ihr Verschwinden nicht bemerkt hatte, damit sie ungeschoren davon kam.

Wenn sie das wirklich glaubte, kannte sie mich zu schlecht. Zur Strafe würde ich sie zum Weinen bringen. Sie war mitunter am hübschesten, wenn sie für mich weinte – vor allem, wenn mein Schwanz dabei in einer ihrer überaus verlockenden Öffnungen steckte.

Ich war geradezu süchtig danach, ihr beim Weinen zuzusehen. Wenn ihre Tränen hervor perlten und über die blassen Wangen liefen, hatte ich mich kaum noch unter Kontrolle.

Lilah hatte Angst vor mir, weil sie wusste, wie unberechenbar ich war und dass ich beim nächsten Mal vielleicht zu weit ging. Ein Fingerschnippen von mir und ihre Existenz auf diesem Planeten wäre ausgelöscht.

Und trotzdem brach sie immer wieder aus und versuchte, mich zu hintergehen. Wollte sie damit meine Aufmerksamkeit erregen? Wollte Lilah mit mir spielen? Denn das konnte sie haben.

Theo leerte seine Bierflasche. »Na, Hauptsache, deine Lilah ist nicht bei Dominic.«

Die Stripperin auf seinem Arm erstarrte, weil selbst ihr im Bruchteil einer Sekunde klar geworden war, welchen kapitalen Fehler Theo begangen hatte. Er war noch damit beschäftigt, über seinen eigenen Witz zu lachen und bekam nicht mit, dass sich eine gespenstische Stille über den Raum legte.

»Was hast du gerade gesagt?«, fragte ich mit einer geradezu gefährlichen Ruhe.

Er ließ die Frau eher widerstrebend los, als sie von seinem Schoß sprang, um sich in Sicherheit zu bringen.

»D-d-das war nicht so gemeint.«

In mir stritten das Verlangen, eine große Show aufzuziehen, um zu demonstrieren, wie eiskalt ich war, mit dem Wunsch, möglichst schnell nach Hause zu kommen, um Lilah zu bestrafen.

Ich stand auf, nahm mir die Zeit, mein Jackett zu schließen und umrundete den Tisch. Inzwischen hatte ich die Bewegungen so oft vollführt, dass sie mir so vertraut waren wie Zähneputzen oder meine Unterschrift auf ein Dokument setzen. Bevor Theo die Chance hatte, sich zu wehren, vergrub ich die Finger in seinem fettigen Haar und hielt ihn fest.

In seiner Panik trat er von unten gegen den Tisch und schickte ein paar halb volle Gläser und Flaschen zu Boden, als ich das Messer hervorholte und die Klinge ausklappte. Das Blut spritzte aus der großen Wunde in seinem Hals. Ich hörte entfernt jemanden würgen.

Die Klinge wischte ich an meinem Hosenbein ab, bevor ich zur Bar ging. »Für die Umstände«, sagte ich und reichte dem Barkeeper ein Bündel Bargeld.

»Kein Problem, Boss.« Er rang sich ein Lächeln ab, doch ich merkte, wie mitgenommen er war.

Die Blondine stand in einer Ecke, ließ sich von ihren Kolleginnen trösten. Hench, meine rechte Hand, kam zu mir. »Ich besorge noch heute Ersatz.«

»Gut.«

Mehr sagte ich nicht, als ich die Bar verließ. Viele Leute dachten, man müsste laut sein und ständig herumschreien, um sich Respekt zu verschaffen. Dabei stimmte genau das Gegenteil. Ruhe und Gelassenheit wirkten oftmals viel bedrohlicher. Der Vorteil daran, dass ich mich immer zurückhielt, war vor allem, dass es sehr viel mehr Nachdruck hatte, wenn ich mich äußerte oder – wie in diesem Fall – handelte.

Ich ließ Bar hinter mir und spürte, wie die kalte Winterluft direkt wie die Finger einer geisterhaften Liebhaberin über meine Haut strich. Hinter mir flackerte eine Straßenlaterne. Obwohl mein Fahrer sich in der Nähe aufhielt, wusste ich, in welche Richtung ich gehen musste, um Lilah abzufangen. Ich stellte mir bereits vor, wie sich die Panik auf ihrem Gesicht ausbreiten würde, wenn ihr klar wurde, dass ich sie erwischt hatte.

Absätze stöckelten auf dem Asphalt. Lilah konnte es nicht sein, sie trug keine hohen Schuhe, wenn ich sie nicht dazu zwang. Eine Hand berührte meine Schulter und eine Stimme hauchte: »Berkeley.«

Regel Nummer 3: Sag niemals meinen Namen.

Ich packte ihren Arm, drehte mich um und musterte die blonde Stripperin aus der Bar. Offenbar war sie nicht halb so clever wie ich gedacht hatte, weil sie mir tatsächlich hinterher gelaufen war. Es gab Frauen, die konnten sich einfach nicht helfen – sobald raue, brutale Gewalt zur Schau gestellt wurde, fühlten sie sich angezogen wie die Motte vom Licht.

Sie hatte einen Mantel über ihren nackten Körper geworfen und leckte sich einladend über die Lippen. »Also wenn Lilah wirklich verschwunden ist, kann ich dir vielleicht meine Nummer geben.«

Es war offensichtlich, dass sie viel mehr wollte als mir nur ihre Nummer zu geben. Sie wollte in mein Haus, mein Bett und an meine Seite. Und zweifellos den Luxus genießen, der damit einherging.

»Nein.« Ich ließ sie los und wandte mich ab, um weiterzugehen.

Nicht einmal einen Block kam ich, bevor sie mich erneut eingeholt hatte.

»Ich kann sein, was immer du willst, Berkeley.« Sie stellte sich mir in den Weg und öffnete den Mantel, um mir einen Blick auf ihren nackten Körper zu gewähren. Möglicherweise sollte die Geste verführerisch wirken, aber sie zeigte mir nichts, was ich ohnehin nicht schon gesehen hatte, wodurch es reizlos wurde, und ich war nicht interessiert. Ich wollte bloß Lilah, mein kleines, perfektes Spielzeug.

Außerdem hatte sie es schon wieder getan. Niemand sagte meinen verdammten Namen. Niemand!

»Du solltest gehen.« Ich meinte es ernst, weil ich heute bereits genug Blut vergossen hatte. Sie war nichts weiter als eine dumme Goldgräberin, die es nicht besser wusste. Wäre sie ein Mann, hätte ich sie längst getötet. Aber seit Lilah war ich anderen Frauen gegenüber unnötig weich geworden. Es widerte mich selbst an.

»Bitte«, hauchte sie, ließ die künstlichen Wimpern flattern, bevor sie die Hand auf meinen Schritt legte.

Ich reagierte instinktiv und ohne nachzudenken. Das Knacken, als ich ihr den Arm brach, hallte über die Straße, dicht gefolgt von ihrem Schrei.

Sie wich entsetzt vor mir zurück, den verletzten Arm mit dem anderen gegen die Brust gepresst. Tränen standen in ihren Augen, doch sie bewirkten nichts in mir.

»Du Monster«, flüsterte sie.