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Das Leben eines amerikanischen Präsidenten ist durchaus interessant. Dieser Präsident allerdings, Oswald, verhält sich eher konspiratir, ist kriminell, sehr reich und korrupt. Einige Tausende von Gerichtsverfahren hat Präsident Oswald mehr oder weniger unbeschadet überstanden. Die letzten Prozesse allerdings haben ihn seine Freiheit gekostet. Der Präsident sitzt jetzt im Knast, also genau da, wo er schon lange hingehört, hat so manch einer nach der Verurteilung gesagt, denn ihm musste mal klar gemacht werden, dass die Gesetze auch für ihn gelten, nicht nur für die anderen, für das Volk. Ähnlichkeiten zu amtierenden, früheren oder künftigen US-Präsidenten sind nicht beabsichtigt und rein zufällig!
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Seitenzahl: 191
Veröffentlichungsjahr: 2024
Helga Geerkens
Präsident auf Abwegen
Roman
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Inhalt
1. Kapitel: Der junge Präsident
2. Kapitel: Der wirtschaftliche Aufstieg des Präsidenten
3. Kapitel: Der wirtschaftliche Auf- und Abstieg durch die Spielcasinos
4. Kapitel: Es wird finanziell eng für Oswald
5. Kapitel: Oswald geht an die Börse
6. Kapitel: Oswald gründete eine Universität
7. Kapitel: Oswald im Fernsehen
8. Kapitel: Die strafrechtliche Seite seines Geschäftsgebarens
9. Kapitel: Oswalds Abstecher in die Politik
10. Kapitel: Oswald wird Präsident und benimmt sich völlig daneben
11. Kapitel: Oswald probiert den Staatsstreich
12. Kapitel: Die strafrechtliche „Aufarbeitung“ der Ära Oswald
13. Kapitel: Die Begnadigungen
14. Kapitel: Der zweite Anlauf: Oswald for Präsident!
15. Kapitel: Oswalds Geisteszustand ist nicht (mehr) der Beste
16. Kapitel: Die Strafverfahren gegen Oswald
17. Kapitel: Die erste Verurteilung
18. Kapitel: Die zweite Verurteilung
19. Kapitel: Die dritte Verurteilung
20. Kapitel: Die vierte Verurteilung
21. Kapitel: Oswald endlich im Knast, also dort, wo er schon lange hingehört!
Impressum neobooks
Präsident auf Abwegen
Helga Geerkens
Roman 2024
Das Leben eines amerikanischen Präsidenten ist durchaus interessant. Dieser Präsident allerdings, Oswald, verhält sich konspirativ, ist kriminell, reich und korrupt. Einige Tausende von Gerichtsverfahren hat Präsident Oswald mehr oder weniger unbeschadet überstanden. Die letzten Prozesse allerdings haben ihn die Freiheit gekostet. Der Präsident sitzt jetzt im Knast, also genau da, wo er schon lange hingehört, hat so manch einer nach der Verurteilung gesagt, denn ihm musste mal klar gemacht werden, dass die Gesetze auch für ihn gelten, nicht nur für die anderen, für das Volk.
Anmerkung: Ähnlichkeiten zu amtierenden, früheren oder künftigen US-Präsidenten sind nicht beabsichtigt und rein zufällig.
Der Präsident wurde kurz nach dem 2. Weltkrieg geboren. Sein Vater hatte es in der Zeit nach dem Krieg zu einigem Reichtum gebracht. Ob das Vermögen auf ehrliche Art und Weise verdient wurde, weiß keiner so genau. Vorwürfe hinsichtlich betrügerischer Handlungen gab es häufig. Das hat aber offenbar niemanden gestört. Jedenfalls vermachte sein Vater dem Präsidenten ein Immobilienimperium und gut gefüllte Bankkonten.
Damit ließ sich eigentlich recht gut wirtschaften. Sogar eine Familie hätte der Präsident damit gut ernähren können. Aber Oswald liebte das Risiko. Oswalds Geschwister bekamen nicht so viel wie er. Sie sind auch nie an den Immobiliengeschäften des Vaters beteiligt worden. Dafür hatte Oswald schon gesorgt und sich alles unter den Nagel gerissen.
Aber Oswald reichte es nicht, einfach nur das Vermögen seines Vaters zu verwalten und die Gewinne des Unternehmens zu steigern. Er hatte größere Ambitionen. Allerdings stieg Oswald zunächst einmal in die Geschäftsführung des Firmenimperiums seines Vaters ein. Dieses Imperium bestand damals im Wesentlichen aus 14.000 Mietwohnungen in New York. Das war damals schon ein bedeutendes Vermögen, denn die Immobilien befanden sich ja in New York, einer der bedeutendsten Städte der USA.
Oswald wollte natürlich viel mehr als nur die Verwaltung von Mietwohnungen. Solche Immobilien waren ihm viel zu unbedeutend. Mit diesen Mietwohnungen konnte man keinesfalls so reich werden, dass man zu den extrem Reichen des Landes gehörte, zur Upper Class also. Deshalb sah sich Oswald nach größeren Objekten um. Nur leider fehlte ihm dazu das notwendige Kapital. Das wollte ihm offenbar auch sein Vater anfangs nicht geben.
Oswald wollte aber unbedingt in die oberste Klasse von Finanzmogulen vordringen. Das konnte er natürlich nicht, solange er sich mit der Verwaltung von Mietwohnungen herumschlagen musste. Mit den Mietwohnungen seines Vaters konnte er keinesfalls in die oberste Klasse der Immobilienhaie vordringen.
In die Upper Class aufsteigen konnte Oswald, das hatte er längst begriffen, nur, wenn er notfalls mit Hilfe von Beziehungen in die Finanzwelt und in die Politik einstieg. Dort ganz oben wurden natürlich keine Mietwohnungen verwaltet, sondern riesige Luxusimmobilien und Geschäftsimmobilien. Damit ließ sich richtig Geld verdienen. Der junge Präsident war sehr geldgierig. Er war geizig und gleichzeitig verschwendungssüchtig. Er protzte und war extrem egoistisch, ohne jede Rücksicht auf die Interessen anderer, außerdem boshaft, verlogen und skrupellos. Damit hatte er alle notwendigen Eigenschaften, um in der obersten Liga der Milliardäre und Großkotze mitzuspielen.
Die Welt der Großprojekte stand natürlich nicht jedem offen. Dazu musste Oswald Immobilien im Werte von vielen Millionen Dollar errichten oder kaufen. Geschäftsimmobilien hatten naturgemäß einen viel höheren Wert als Wohnungen. Oswald musste sich also große Geschäftsimmobilien zulegen und Luxusimmobilien für die Upper Class oder eben für die reichsten Politiker.
Dazu brauchte Oswald Geld, viel Geld. Ohne sehr viel Kapital war sein Vorhaben nicht realisierbar. Das notwendige Kapital hatte Oswald selbstverständlich nicht. Noch nicht. Aber wozu gab es die Banken? Die hatten doch so viel Geld, dass sie es unbedingt verleihen wollten. Seinen Vater wollte Oswald in dem Moment noch nicht mit solchen Kleinigkeiten wie Geld behelligen.
Sicher, Banken verleihen viel Geld. Aber nicht unbedingt an jeden. Hätten die Banken Oswald vorher näher gekannt oder seine Geschäftspolitik durchschaut, hätten sie ihr Geld sicher an andere Leute verliehen statt an ihn. Aber sie dachten, der Oswald ist der Sohn eines reichen Immobilienunternehmers, dem können wir ohne weiteres viel Geld leihen. Der wird uns das schon irgendwann zurückzahlen. Ja, das war zu optimistisch gedacht!
Für Oswald war es keineswegs selbstverständlich, ausgeliehenes Geld irgendwann einmal zurückzuzahlen. Im Gegenteil betrachtete Oswald die Kredite der Banken wie ein Geschenk. Manchmal zahlte er etwas von den Krediten zurück. Meistens aber behielt er das Geld, zahlte also nichts zurück. Auf diese Art und Weise kann man natürlich auch reich werden. Aber beliebter wird man dadurch sicher nicht.
Gerade weil Oswald Kredite nicht einfach zurückzahlte, bezeichnete man ihn oft als kriminell. Schließlich hatte er in den Kreditverträgen schriftlich die Rückzahlung der Kredite zugesagt. In Wirklichkeit hatte er nie vor, das Geld zurückzuzahlen. Die Folge war, dass man ihm von Seiten der Banken mitunter Betrug vorwarf. Das war natürlich kriminell. Und Oswald hatte von Hause aus eine gewisse Affinität zur Kriminalität, nämlich zur organisierten Kriminalität. Er profitierte auch von der organisierten Kriminalität. Er arbeitete mit der Mafia zusammen.
Die Affinität zur Kriminalität hing mit seinen Immobiliengeschäften zusammen. Die Immobilienwelt ist seit jeher ein bevorzugtes Anlageobjekt auch für die Mafia. Ob nun größere Wohnimmobilien, Geschäftsimmobilien oder Luxusimmobilien, sie alle eigneten sich hervorragend, um Geldwäsche zu betreiben. Die Immobilienwelt hing außerdem schon immer mit einem anderen uralten Geschäftsfeld der Mafia, dem Bauwesen, zusammen und war daher erst recht für deren Geschäfte geeignet.
Ob bereits Oswalds Vater Beziehungen zur Mafia unterhalten hatte, war nicht bekannt. Verdachtsmomente waren immer mal wieder aufgetaucht und dann auch geäußert worden. Dann hatte es auch Gerede gegeben, und der Vater war zeitweise von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen worden. Ob aber Oswald damals, als er in die Geschäftsführung aufgestiegen ist, bereits Beziehungen zur organisierten Kriminalität hatte, das weiß man nicht.
Die Vorbereitung zu den guten Beziehungen zur Mafia hat Oswald allerdings schon früh getroffen und zwar in dem Augenblick, als er sich entschloss, sich einige Spielcasinos zuzulegen. Oswald hat sich gedacht, dort wird immer viel Bargeld umgesetzt. Das ist ideal für die Mafia. In den Spielcasinos kann man wunderbar Geldwäsche betreiben, denn dort lässt sich ganz bequem Schwarzgeld waschen, auch eigenes Schwarzgeld.
Ob Donald tatsächlich auch eigenes Schwarzgeld und nicht nur das der Casino-Besucher gewaschen hat, ist natürlich nicht bekannt. Vielleicht wollte er aber auch nur immer viel Bargeld in der Tasche haben. Damit konnte er sich so richtig reich fühlen, immer die Taschen voller Geld!
Und nur das war ihm immer wichtig, dem Oswald: Er brauchte immer wieder viel Geld. Was ihm sein Vater mit der Trump Organization zur Verfügung gestellt hatte, reichte ihm bei weitem nicht. Oswald wollte noch viel mehr! Sein Vater rückte auch immer mal wieder etwas raus. Er gab dem Oswald hier mal ein paar Millionen Dollar und da mal etwa mehr. Aber auf Dauer reichte das dem Oswald nicht. Er wollte immer höher hinaus.
Da Oswald schon nach wenigen Jahren nicht mehr zufrieden mit der Geschäftsführung für die Immobilien seines Vaters war, hat er begonnen, eigene Geschäfte aufzubauen. Er wollte mit Geschäfts- und Luxusimmobilien ganz groß in die Finanzwelt aufsteigen. Zum Milliardär wollte er werden. Das nämlich hatte sein Vater nie so ganz geschafft.
Nachdem sein Vater bereits eine Organization in Form eines Immobilienimperiums geschaffen hatte, begann Oswald damit, auch andere Geschäftsfelder zu erschließen. Die Spielcasinos, die Oswald auch innerhalb dieser Organization betrieb, waren ein Teil des Firmenimperiums, aber nur ein ganz kleiner. Die Spielcasinos fielen zwar unter die Rubrik Geschäftsimmobilien. Aber sie waren nicht geeignet, Oswald in die Welt der Großunternehmer hineinzumanövrieren, auch wenn Oswald immer mehr Spielcasinos hinzukaufte.
Es mussten noch weitere Geschäftsimmobilien hinzukommen und zwar nicht nur in der Art dieser mickrigen Spielcasinos. Um aufzusteigen, mussten schon bedeutendere Geschäftsimmobilien hinzugekauft werden. Und zwar so groß und bedeutend, dass Oswald mit diesen Objekten so richtig angeben konnte. Er wollte ja nur „Großartiges“ und „Einzigartiges“ schaffen und managen, etwas, was noch keiner vor ihm geschafft hatte, auch sein Vater nicht.
Um etwas wirklich „Großartiges“ zu schaffen, wurde Oswald zunächst Teilhaber an einem riesigen First-Class-Hotel in New York. Das sollte später mal sein Prestigeobjekt werden. Bezahlen konnte er diese Immobilie natürlich nicht, denn Oswald drohte die Insolvenz, weil er zuvor mit einigen Geschäften nur Verluste gemacht hatte, vorzugsweise mit den Spielcasinos, die er sich gekauft hatte. Auch sein Teilhaber konnte den Kaufpreis nicht bezahlen.
Gekauft hatte Oswald den Anteil am Hotel trotzdem. Er war sich schon im Klaren darüber, dass er den Kaufpreis nicht zahlen konnte, hoffte allerdings darauf, dass ihm wieder mal die Banken die für den Kaufpreis erforderlichen Kredite auslegen würden. Aber die Banken hatten ihm ja schon für die Spielcasinos viele Kredite gegeben. Sie witterten ein Risiko!
Die Spielkasinos hatte sich Oswald ja schon vorher zugelegt, vielleicht, weil sie im Vergleich zu den großen Gewerbeimmobilien so billig zu haben waren, vielleicht auch, weil man da viel Schwarzgeld kassieren konnte. Oder Oswald wollte eben nur immer das viele Bargeld in der Tasche klimpern lassen.
Jedenfalls in dem Moment haben die Banken auf „stur“ geschaltet und Oswald weitere Kredite verweigert. Offensichtlich wollten sie erst einmal sehen, ob Oswald die bisher erhaltenen Kredite zurückzahlen würde. Da die Banken von den Verlusten bei den Spielcasinos wussten, rechneten sie nicht unbedingt mit einer pünktlichen Rückzahlung der Kredite. Oswald hatte nämlich immer wieder die Verlängerung der ihm für die Rückzahlung gewährten Fristen verlangt.
Oswald kam an dieser Stelle plötzlich nicht mehr weiter. Dann ist endlich sein Vater eingesprungen und hat den größten Teil von Oswalds Verbindlichkeiten bei den Banken beglichen und zusätzlich beim Kauf des First-Class-Hotels für Oswald gebürgt. Auf diese Weise hatte Oswald zur Finanzierung des Hotels dann wieder Kredite bekommen. Diese Kredite bekam Oswald, obwohl ihm schon beim Kauf seines „großartigen“ Hotels die Insolvenz gedroht hatte. Eigentlich hätte Oswald Insolvenzantrag stellen müssen, weil die Spielcasinos und einige andere „gute“ Geschäftsideen ihm nur Verluste beschert hatten. So großartig war Oswald dann doch wieder nicht. Aber er hatte endlich sein Hotel bekommen, auch wenn er sich damit noch weiter verschuldet hatte. Nun ja, die Aktionen seines Vaters hatten ihm im entscheidenden Moment aus der Patsche geholfen. Oswald war nun wieder wer, jedenfalls war er wieder kreditwürdig.
Immer wenn es bei Oswald finanziell äußerst eng wurde, und das war verdammt oft der Fall, hat ihm sein Vater aus der Bredouille helfen müssen. Insgesamt hat sein Vater dem Oswald im Laufe der Jahre mehr als 420 Millionen Dollar gegeben. Oswald war eben ein sehr teures Kind. In Oswald musste sein Vater deswegen ganz schön viel investieren. Selbst das hat letztlich nicht ganz ausgereicht. Oswald musste immer wieder Steuern hinterziehen und Schwarzgelder in Offshore-Unternehmen deponieren, um wieder flüssig zu werden und überleben zu können.
Zum Einstieg in die große Finanzwelt mit vielen Luxusimmobilien und lukrativen Geschäftsimmobilien hatte es bei Oswald damit immer noch nicht ganz gereicht. Das First-Class-Hotel gehörte in dieser Hinsicht dann wohl doch nicht so richtig zu dem Luxussegment, das sich Oswald vorgestellt hatte. Es brachte ihm auch nicht so viel ein wie er anfangs gedacht hatte. Oswald brauchte, um als großes Genie der Finanzwelt in die höchste Klasse der Finanzmogule aufzusteigen, ganz besondere Geschäfts- und Luxusimmobilien, also Immobilien, um die ihn jeder Multimilliardär beneiden würde.
Aber Oswalds Geschäfte liefen mit der Zeit immer schlechter. Nicht nur die Spielcasinos brachten ihm Verluste ein. Auch aus andere Geschäftsideen war nicht ganz das geworden, was Oswald sich so vorgestellt hatte. Die Banken wollten immer wieder Zinsen und Tilgungszahlungen von ihm haben, und Oswald musste sich wegen der ganzen Verluste immer wieder die Zahlungsziele verlängern lassen, was natürlich weitere Zinsen verursachte.
Sicher konnte Oswald mit seinen Geschäftsmodellen sehr viel Steuern sparen. Sämtliche Einnahmen, die er aus Immobilien erzielte, wurden von den Verlusten der anderen Geschäfte mehr als aufgefressen. Oswald konnte im Laufe der Jahre viele Steuern sparen, und das tat er auch. Er zahlte fast nie Steuern und wenn, dann meistens nur dreistellige Beträge. Das war schon raffiniert, was er da gemacht hat. Allerdings brachte es ihn letztlich seinem Ziel, in die ganz große Finanzwelt aufzusteigen, noch nicht näher.
Schließlich wollten ihm die Banken nach einiger Zeit die Kredite nicht mehr verlängern. Stattdessen verlangten sie von ihm das Geld, das Oswald mit dem First-Class-Hotel einnahm. Das wollten die Banken als Zins und Tilgung von ihm. Und es hatte sich was angesammelt. Das war nicht gerade wenig. Die Banken wollten auf einmal einige Hunderte von Millionen Dollar von Oswald haben.
Oswald allerdings hatte gar nicht vor, die Kredite zurückzuzahlen. Mit dem Geld, wenn denn mal etwas übrig war, hatte er Sinnvolleres vor. Er hatte viel größere Pläne. Ein schlechtes Gewissen hatte Oswald deswegen nicht, wenn er sich weigerte, den Banken die Kredite, die sie ihm gewährt hatten, zurückzuzahlen. Er wusste ja, die Banken arbeiteten für die Mafia, für die organisierte Kriminalität und verdienten daran so viele Milliarden Dollar, dass es ihren Geschäftsbetrieb überhaupt nicht beeinträchtigte, wenn sie mal einen offenen Kredit von einigen wenigen Milliarden Dollar abschreiben mussten. Das jedenfalls glaubte Oswald.
Also schaffte sich Oswald, statt seine Kredite zu bedienen, weitere Immobilien an, diesmal allerdings wieder reine Geschäftsimmobilien, die nur Gelder umsetzten. Er kaufte sich weitere Spielcasinos. Mit denen machte er zwar auch nur Verluste wie bei den Spielcasinos, die er schon besaß. Aber das störte ihn nicht weiter, denn seine Kundschaft betrieb in diesen Spielcasinos Geldwäsche, so dass Oswald reichlich Schwarzgelder einnahm. Davon konnte er wunderbar leben. Er konnte sich davon sogar ein teures Luxusleben leisten. In diesen Spielcasinos verkehrten auch die Drogenbosse, die mit den Banken Geldwäsche in großem Stil betrieben. So einiges davon konnten sie auch in Oswalds Spielcasino waschen.
Nur Oswalds Verbindlichkeiten, die meisten bei den Banken, die wuchsen immer weiter an. Schließlich konnte er mit den Schwarzgeldern, die er einnahm, keine Kreditverbindlichkeiten zurückzahlen. Das nahmen die Banken einfach nicht an. Aber Oswald wurstelte immer weiter. Irgendwie hatte er stets Glück, und der Zufall oder wer auch immer, eventuell die Mafia, half ihm dabei, immer neue wirtschaftliche Werte zu erschaffen. Natürlich weiß heute niemand mehr so genau, ob diese Vermögenswerte jemals alle existiert haben oder Oswald sie nur als FakeNews erfunden hatte. Auch im Erfinden alternativer Fakten war Oswald schließlich sehr geschickt und überaus fleißig. Aber klar ist, viele Immobilien existieren tatsächlich. Dann kommt es bei der Vielzahl der Immobilien schließlich nicht darauf an, ob die eine oder andere nur erfunden ist.
Oswald war angeblich überaus geschäftstüchtig. Im Grunde genommen war er aber nur besonders tüchtig darin, die Steuerbehörden und seine Gläubiger zu täuschen. Darüber hinaus war er dreist genug, auch seine Geschäftspartner zu täuschen, insbesondere die Banken, die ihm das Geld für seine Geschäftsideen zur Verfügung stellten. Im Täuschen war Oswald in der Tat ein Meister.
So gab Oswald im Jahre 1976 gegenüber der New York Times an, er besitze ein Vermögen von 200 Millionen Dollar, während er in dem Jahr gegenüber den Steuerbehörden sein Einkommen auf knapp 25.000 Dollar bezifferte und in den Jahren 1978 und 1979 Verluste in Höhe von 3,8 Millionen Dollar. Genau in dem Zeitraum nahm er auch Darlehen über mehr als 40 Millionen Dollar auf. Auch in den Jahren zuvor hatte er keinesfalls Einkünfte in Millionenhöhe gegenüber den Steuerbehörden erklärt.
Selbst derjenige, der nur die Grundrechenarten beherrscht, sich also in der Finanzmathematik, die man in der Wirtschaftsbranche mitunter auch noch so braucht, überhaupt nicht auskennt, wird angesichts dieser Zahlen kaum glauben, dass man mit einem Darlehen von 40 Millionen Dollar, Verlusten in Höhe von 3,8 Millionen Dollar und einem komplett fremdfinanzierten Luxushotel bei einem Einkommen von jährlich bis zu 25.000 Dollar auch nur annähernd auf ein Vermögen von 200 Millionen Dollar kommt. Da hätte man dann schon zaubern müssen!
Sicher, die Spielcasinos hatten natürlich einen gewissen Wert, selbst wenn sie Oswald nur Verluste beschert hatten. Sie hatten aber nicht den Wert, den Oswald ihnen beimaß, wenn er mal wieder herumprotzte. In den Händen eines geschickten Unternehmers hätten die Spielcasinos sicher auch Gewinne abgeworfen. Aber das wollte Oswald offenbar gar nicht. Er legte nur Wert auf das viele Schwarzgeld in den Casinos.
Schon im Jahre 1982 bezifferte Oswald sein Vermögen gegenüber Forbes auf 500 Millionen Dollar. Forbes listete ihn schließlich nur mit 100 Millionen Dollar auf der ersten Reichenliste. Selbst das war maßlos übertrieben. Der ehemalige Forbes-Forscher Greenberg, der Oswalds Vermögenstäuschung erst viel später bemerkt hatte, schätzte später Oswalds Vermögen zu dem Zeitpunkt auf nur noch fünf Millionen Dollar. Oswald hatte ja schon damals die Angewohnheit, sein angebliches Vermögen immer aufzublähen, indem er nicht existierende Stockwerke von Gebäuden hinzuerfunden hat. Auf diese Art und Weise hatte er offenbar auch die Mitarbeiter von Forbes damals getäuscht.
Bis 1989 soll sein Vermögen angeblich auf 1,7 Milliarden Dollar angewachsen sein, behauptete Oswald. Allerdings waren da auch seine Schulden erheblich angestiegen, nämlich auf mehrere Milliarden Dollar. Man musste sich schon darüber wundern, wie Oswald derart hohe Vermögenswerte hatte anhäufen können, wenn er dem Finanzamt doch fast ausschließlich Verluste gemeldet hat oder eben Jahresgewinne in Höhe von höchstens mal 25.000 Dollar.
Aber das war schon immer die Kunst des Oswald: Mit nur ganz geringen Einnahmen ein riesiges Vermögen aufzublähen, damit alle glaubten, er sei unermesslich reich. Man muss nur häufig genug protzen, damit die gesamte Geschäftswelt annimmt, da kommt ein reicher Kotzbrocken daher. In Wahrheit ist das Ganze bei Oswald meistens nur ein großer Fake, eine Luftnummer eben.
Die Banken hatten natürlich schon vorher begriffen, wie Oswald mit den Vermögenswerten jonglierte. Sie gaben ihm letzten Endes schon nach wenigen Jahren keine Kredite mehr, wenn nicht sein Vater für ihn bürgte. Sein Vater war immerhin noch einigermaßen kreditwürdig, denn der zahlte seine Verbindlichkeiten irgendwann zurück. Bei Oswald konnten die Banken das schon lange nicht mehr erwarten. Oswald zahlte seine Schulden nicht einfach zurück, sondern benutzte sie als Manövriermasse zur Aufnahme von Verhandlungen mit den Gläubigern.
Dann nahm Oswald den Riesentower in Angriff, ein Projekt, das ihm Ruhm und Ehre einbringen und ihm einen festen Platz in der Upper Class sichern sollte, weil es eben ganz besonders „großartig“ war. Dazu erwarb Oswald ein sehr altes Kaufhaus, das ehemalige Bonwit-Teller-Gebäude, das er nur deshalb haben wollte, weil es direkt neben dem berühmten Tiffany’s stand. Tiffany’s oder besser dessen besonderer Ruf als Juwelier sollte aus dem Kaufhaus ein großartiges Projekt machen. Den Kaufpreis finanzierten ihm die Banken und sein Vater, der die Sicherheiten stellte. Wer hätte das auch sonst alles bezahlen sollen?
Viel hat Oswald für das alte Kaufhaus nicht bezahlt. Nämlich nur fünfzehn Millionen Dollar, weil die Eigentümer pleite waren, sich also nicht dagegen wehren konnten, dass Oswald ihnen nur einen Dumping-Preis zahlte. Relativ teuer wurden im Anschluss allerdings die Bauarbeiten, die er auf diesem Grundstück geplant hatte. Das Kaufhaus wurde nämlich abgerissen.
Oswald plante auf diesem Grundstück ein sehr umfangreiches Projekt, das einen enormen Aufwand erforderte. Er wollte ja schließlich berühmt werden. Und dazu musste er ziemlich hoch hinaus. Aus dem Kaufhaus sollte eine riesige Geschäftsimmobilie mit vielen, vielen Luxuswohnungen und Geschäftsräumen werden. Und diese vielen Wohnungen und Geschäftsräume mussten, weil Oswald sie ja „großartig“ machen wollte, ganz oben sein. Und genau deshalb plante er einen riesig hohen Turm mitten in New York. Das kostete natürlich einiges.
Für die Bauarbeiten zu dem riesigen hohen Turm mit hunderten von Wohn- und Geschäftseinheiten setzte Oswald einfach illegal eingewanderte polnische Arbeitskräfte ein, denn mit legal arbeitendem Personal hätten die Arbeiten am Turm vermutlich spätestens auf halber Strecke eingestellt werden müssen. Ausreichende Mittel zum Bau eines derart anspruchsvollen Objekts besaß Oswald nämlich nicht.
Den Bauarbeitern zahlten er und seine Mafiagehilfen, die ihm die Arbeiter und das Baumaterial vermittelten, nur einen Stundenlohn von vier Dollar. Und das auch nur zu Beginn der Arbeiten. Später mussten die Bauarbeiter sogar diesen mickrigen Stundenlohn einklagen, denn Oswald und seine kriminellen Helfer von der Mafia zahlten einfach nicht mehr.
Wahrscheinlich besaß Oswald auch gar keine legalen Einnahmen mehr, also ordnungsgemäß versteuertes Kapital, um größere Bauarbeiten ohne Schwarzgelder durchführen lassen zu können. Auf die Einnahmen aus seinem Hotel griffen die finanzierenden Banken immer mehr zu. Und die restlichen Geschäftsimmobilien, meistens Spielcasinos, erwirtschafteten in aller Regel nur Verluste. Damit ließen sich derart umfangreiche Bauarbeiten nicht realisieren.
Die Schwarzarbeiter waren zwar billig, aber Oswald musste ja auch noch das Baumaterial beschaffen. Das konnte er nicht alles aus Schwarzgeldern finanzieren. Dann wäre er den Steuerbehörden aufgefallen. Wahrscheinlich waren seine Schwarzgelder, die er aus den Geschäften in den Spielcasinos erzielte, nicht so hoch wie erhofft. Das meiste Geld fließt bei der Geldwäsche der Mafia dem Finanzier zu, während derjenige, der den Umschlagplatz zur Verfügung stellt, nur eine Art von Provision kassiert. Und die Provision reichte vermutlich für Oswald und seinen teuren Lebensstil nicht ganz.
Irgendwann, als Oswald noch lange nicht fertig war mit den Bauarbeiten, stellte sich heraus: Die Bauarbeiten waren einfach viel zu kostspielig für ihn. Da halfen ihm auch die gelegentlichen und zum Schluss immer höher werdenden Finanzspritzen seines Vaters nicht mehr weiter. Die Bankkredite hatte er ohnehin schon vollkommen ausgereizt. Auf dem Sektor war nichts mehr zu erwarten. Alle Immobilien waren vollständig durch Bankkredite finanziert, zum größten Teil sogar völlig überfinanziert. Die Banken hätten, wenn sie die Immobilien hätten verwerten müssen, riesige Verluste gemacht, weil die Kredite weitaus höher waren als die Verkaufswerte der beliehenen Immobilien.
Mit diesem Großprojekt, dem Riesentower, hatte sich Oswald also ganz schön übernommen. Er war zwar ein gewissenloser Geschäftsmann, aber in dem Moment nützten ihm selbst seine Gewissenlosigkeit und auch seine kriminelle Energie nichts mehr. Oswald brauchte frisches Geld und Baumaterial und zwar ziemlich viel von beidem. Seinen Vater konnte er nicht mehr anpumpen, weil der auch nicht mehr viel hatte. Der hatte ja schon alles, was er noch hatte erübrigen können, in Oswalds großartige Projekte gesteckt.
Und in dem Moment sagte Oswald zu seinen Geschäftspartnern: „Alle sagen großartige Dinge über mich! Einfach wunderbar! Ich bin ein Genie!“ Die wollten das aber gar nicht glauben. Die Banken verlangten von ihm immer noch Zahlungen auf die Kredite. Sie wollten endlich etwas Bares sehen, sich also nicht schon wieder vertrösten lassen.
