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Ein schwuler Bio-Bauer, eine frustrierte Kaffeeverkäuferin, ein dauergeiler Fahrlehrer, eine traumatisierte Stewardeß und der supercoole Hängemattenmann treiben unabhängig voneinander in diesem Machwerk ihr Unwesen. Sie durchleben extreme Situationen und kämpfen um ihr Glück.
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Seitenzahl: 140
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Thomas Häring
Ruhmkuhgeldautomat
Agenten, Legenden und Tragödien der Arbeit Teil 5
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Der Alltag, die Routine und mehr
Unverhofft
Entscheidungen
Impressum neobooks
Ralf war ein guter Biobauer und er war schwul so. Sein Freund Hendrik arbeitete mit ihm auf dem Bauernhof und auch wenn die Leute anfangs getuschelt und über die warmen Brüder hergezogen hatten, so hatten sie sich mit der Zeit daran gewöhnt und es gab immer mehr Menschen im Ort, die sich damit arrangiert hatten. „Wenigstens braucht Ihr Beiden bei „Bauer sucht Frau“ nicht mitmachen,“ wurde ihnen des Öfteren scherzhaft gesagt, sie machten gute Miene zum homophoben Spiel und ließen sich nichts anmerken. Ralf liebte seine Arbeit fast so sehr wie seinen Freund, was dazu führte, daß sie gute Geschäfte machten und von der Landwirtschaft leben konnten. „Zum Glück ist unsere Milch von vornherein teurer und wird in den Biomärkten verkauft, so daß wir mit dem Milchpreiskampf der Lebensmitteldiscounter nicht viel zu tun haben und nicht wie unsere konventionellen Brüder andauernd demonstrieren, protestieren und um unsere Existenz fürchten müssen“, ließ Ralf zum Beispiel am Stammtisch verlauten und die, die dort auch saßen, nickten. Sie hatten ihn in ihre Runde aufgenommen, weil er ein fleißiger und rechtschaffener Mann war, natürlich konnten sie es sich im Suff nicht verkneifen, hin und wieder einen schwulenfeindlichen Witz loszulassen; besonders seit Resterdelle Außenminister war, machte ihnen das noch mehr Spaß, aber im Großen und Ganzen waren sie schon tolerant, soweit man das von solch eingeborenen Bierdimpfeln eben erwarten konnte. Hendrik dagegen war eher der intellektuelle Typ, er arbeitete zwar auch auf dem Bauernhof mit, doch in seiner knapp bemessenen Freizeit saß er lieber über einem guten Buch als am Stammtisch, weshalb er im Ort nicht ganz so beliebt wie Ralf war, denn Leute, die Bücher lasen, waren den Einheimischen meistens doch ein wenig suspekt. „Und wer wird später mal Euern Hof erben? Deine Lieblingskuh Daisy vielleicht“, spotteten sie ab und zu, was Ralf zum Grinsen brachte. Das war in der Tat ein Problem, denn sie hatten nicht vor ein Kind zu adoptieren und waren im selben Alter, von daher mußte man auch solche Überlegungen in den Gesamtkontext mit einbeziehen. „Ach, ist das Landleben nicht herrlich!“ schwärmte Ralf eines Morgens am Frühstückstisch sitzend, obwohl es draußen in Strömen regnete. „Das Stadtleben ist auch nicht so verkehrt“, entgegnete Hendrik, der sich hinter einer überregionalen Tageszeitung verschanzt hatte. „Also ich lebe gerne hier und ich liebe es, auf dem Acker oder bei meinen Kühen zu sein.“ „Schön für Dich. Ich mache das hier noch ein paar Jahre mit, dann ziehe ich hier weg. In so einer intellektuellen Diaspora kann ein Geist wie meiner nicht gedeihen und aufblühen.“ Schnell wechselte Ralf das Thema, denn solche Sätze hörte er nicht gerne, schließlich fühlte er sich buchstäblich sauwohl auf dem Land. Selbstverständlich wußte er, daß Hendrik nur ihm zuliebe dorthin gezogen war und daß er als Co-Bauer in gewisser Weise nicht ausreichend gefordert wurde, aber es hatte ihn niemand dazu gezwungen, von daher brauchte er sich auch nicht beschweren, was er jedoch in letzter Zeit immer häufiger tat. „Ich schaue jetzt erst mal in den Stall und dann mache ich mich auf den Acker“, verkündete Ralf und stand auf. „Immer läßt Du das Geschirr stehen. Ich bin doch nicht Deine Putzfrau und erst recht nicht Deine Mami, die immer hinter Dir herräumen muß“, bemängelte Hendrik. „Ach Schatz, jetzt sei doch nicht gleich so angepißt, nur weil es draußen regnet. Wir führen hier doch ein wunderbares Leben.“ „Du vielleicht, meins ist höchst durchschnittlich und stinknormal, im wahrsten Sinne des Wortes.“ Daraufhin trennten sich ihre Wege und jeder machte sich an die Arbeit. Auch in schwulen Beziehungen gab es Probleme und der Alltagsstreß unterschied sich kein bißchen von dem der Heteropaare. Doch dadurch, daß das Leben als schwuler Biobauer auf dem Land anfangs ein richtiger Spießrutenlauf gewesen war, hatten sich die Beiden eng aneinandergekettet und es war klar, daß es weiterging.
Christine war eine junge Frau im besten Alter und sie war ein bißchen unglücklich. Das hatte ausschließlich berufliche Gründe, denn privat lief alles bestens, ihr Freund Hanno verwöhnte sie so gut er konnte, da konnte sie sich kein bißchen beschweren. Aber ihr Job bereitete ihr wenig Freude. Sie arbeitete bei Barstucks, diesem amerikanischen Kaffeehaus und abgesehen von der schlechten Bezahlung und den vielen unbezahlten Überstunden war sie auch von der Firmenphilosophie genervt, denn die hatte mit der Realität überhaupt nichts zu tun. Immer wieder hatte sie darüber nachgedacht, alles hinzuschmeißen, doch dann hatte sie ihr Vorgesetzter ins Gebet genommen und ihr jede Menge Dinge versprochen, die nie eingetreten waren. Sie wurde gnadenlos ausgebeutet und das wußte sie auch, aber sie brauchte eine Beschäftigung, denn daheim wäre ihr die Decke auf den Kopf gefallen und mit ihr vielleicht sogar der penetrante Übermieter, der ihr immer so lüsterne Blicke zuwarf, obwohl er dafür eigentlich viel zu alt war. „Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“ fragte sie den Mann an der Kasse, den sie gerade bediente. „Im Grunde schon, aber wenn ich das laut sage, dann fliege ich hier raus“, meinte der verschmitzt lächelnd und sie dachte sich, während sie ihn angrinste: „Aber nur in Deinen Träumen, Du fette Sau, ich bin schließlich nicht blind und erst recht nicht blöd.“ Die Zeit verging schnell im Barstucks, denn wenn man dort arbeitete, befand man sich im Dauerstreß und so etwas wie eine schlagkräftige Arbeitnehmervertretung gab es natürlich auch nicht, das gehörte ja zum Erfolgsrezept solcher global player mit dazu. Abends war Christine meistens völlig fertig und dann mußte sie noch den Laden saubermachen und alles für den nächsten anstrengenden Tag vorbereiten. Total ausgelaugt kam sie nach Hause und wenn sie Glück hatte, dann hatte Hanno schon was für sie gekocht und wenn er gut gelaunt war, was relativ häufig vorkam, da er als Lehrer in einer Privatschule arbeitete, wo die Kinder einigermaßen normal und gut erzogen waren, dann massierte er sie. „Ach Hanno, wenn ich Dich nicht hätte, dann müßte ich Dich erschaffen“, hauchte sie. „Hattest wohl mal wieder einen schweren Tag“, erwähnte er. „Ja, ein weiteres Mal. Man denkt sich immer, daß es nicht noch stressiger und unangenehmer werden kann, aber eine Steigerung ist jedesmal möglich.“ „Na ja, Du wirst diesen Job ja wohl hoffentlich nicht ewig machen.“ „Bestimmt nicht. Das würde ich physisch und psychisch überhaupt nicht verkraften. Aber weißt Du schon das Neueste? Die Alexandra ist schwanger.“ „Tatsächlich? Na, was wird denn da der Ludger dazu sagen?“ „Der freut sich natürlich, schließlich ist er ja der Vater.“ „Das wäre eher ein Grund zur Trauer und für Selbstmordgedanken. Ich dachte immer, der will keine Kinder, weil er selber so eine schreckliche Kindheit hatte.“ „Ja, so war es früher, aber dann war er bei einem ganz tollen Therapeuten und der hat ihn umgepolt.“ „Was es nicht alles gibt. Bestimmt hat ihn der hypnotisiert oder sowas in der Art.“ „Kann schon sein. Jedenfalls ist die Alex total happy und umarmt alle Leute, die sie kennt und die ihr über den Weg laufen.“ „Gut zu wissen, dann werde ich einen Bogen um sie machen, denn eine Umarmung von einer Schwangeren bringt schlechtes Karma.“ „Also manchmal bist Du ein richtiges Arschloch!“ platzte es aus Christine heraus, aber als er dann damit begann, sie sanft zu massieren, war ihr Ärger schnell wieder verflogen. Später im Bett fragte sie ihn: „Wieso haben wir eigentlich keine Kinder?“ „Weil wir arbeiten und da ich jeden Tag in der Schule genug Bälger um mich habe.“ „Also ich finde, wir sollten darüber nachdenken.“ „Das kannst Du gerne machen, aber ich werde Dich nicht schwängern.“ „Und warum nicht?“ „Weil wir dafür viel zu jung sind, wir wissen doch selber noch gar nicht, wie das Leben funktioniert. Kinder sollte man erst in die Welt setzen, wenn man reif genug dafür ist.“ „Also mit 60.“ „Zum Beispiel. Genug geplaudert, laß uns jetzt schlafen, ich habe morgen eine Schulaufgabe zu schreiben.“ „Ach, schreibst Du auch mit?“ Sie lachten.
Pirmin war Fahrschullehrer und das aus Leidenschaft. „Weißt Du, das ist der beste Job der Welt, denn wo außer im Sportverein kommt man sonst so spielend leicht an die jungen Dinger ran? Diese 17jährigen Weiber sind ja sowas von geil und die kann man auch immer so leicht beeindrucken“, erzählte er seinem Freund Harald, der als Waffenlobbyist tätig war. „Das glaube ich Dir gern, aber mein Job ist auch nicht schlecht, denn wie außer als Lobbyist kommt man sonst so spielend leicht an die ganzen Politiker heran? Hier mal ein Essen spendieren, dort mal eine Spende tätigen, das Leben hat schon so Einiges zu bieten, wenn man an der richtigen Stelle seinen Platz gefunden hat“, fand jener. Sie saßen in einer urigen Kneipe und tranken mal wieder so viel wie sie vertrugen. „Normalerweise hätte ich mit meiner Art immer gleich den Staatsanwalt im Genick, von wegen sexuelle Belästigung und so, Verführung Minderbemittelter oder was weiß ich noch alles. Aber im Auto bin ich der König und wenn mir da mal versehentlich die Hand aufs Knie meiner Fahrschülerin rutscht, weil ich ihr zeigen wollte, wie man richtig schaltet, dann kann mir keiner was. Jeden Tag bin ich mit den schärfsten Tanten der Stadt unterwegs und ich bin auch noch cooler als sie, weil ich ja Autofahren kann und die nicht.“ „Ja, Du scheinst wirklich glücklich zu sein, aber auch Du kommst jetzt langsam in ein Alter, in dem man über eine feste, dauerhafte Beziehung nachdenken sollte.“ „Aber ich bin doch nicht blöd! Da lege ich lieber jede Woche eine 18jährige flach, als daß ich mir so einen 35jährigen Drachen ins Haus hole, der mich ständig überwacht und mir andauernd eine Szene macht.“ „Ja, aber Du wirst auch nicht jünger und irgendwann wirst Du zu einer Karikatur Deiner selbst und alle lachen sich kaputt, wenn Du als 40jähriger mit Blumen und Pralinen zu einer Deiner Eroberungen angedackelt kommst.“ „Das ist doch meine Sache, solange mich deren Eltern nicht rausschmeißen, ist alles in Butter und wenn doch, dann vernasche ich halt die Mutter.“ „Du bist mir schon so ein Schürzenjäger.“ „Pah, wer trägt denn heute noch Schürzen? Nenn mich lieber einen Höschensammler.“ „Na ja, Du mußt selber wissen was gut für Dich ist. Ich bin mit meiner Stella jedenfalls seit acht Jahren glücklich verheiratet und habe noch keinen Tag mit ihr bereut.“ „Ja, weil Du ein kleiner Feigling bist, der Angst vor den ganzen tollen Frauen hat, die da draußen herumlaufen und nur darauf warten, von Dir gefickt zu werden.“ „Ach, Du immer mit Deiner blühenden Phantasie. Mir ist es sehr wichtig, daß ich daheim jemanden habe, auf den ich mich verlassen kann, denn es ist oft wirklich nicht leicht, sich jeden Tag mit diesem Abschaum der Menschheit abzugeben.“ „Redest Du jetzt von den Berliner Drogenhändlern, oder meinst Du die Politiker?“ „Eigentlich alle zusammen, aber in erster Linie natürlich die Politiker. Weißt Du, die tun immer so freundlich, lassen sich schmieren und versprechen uns das Blaue vom Himmel, aber eigentlich hassen sie uns dafür, daß wir ihnen ihre eigene Korruptheit vor Augen führen und deswegen legen sie uns manchmal herein, da sie das für ihr Ego und ihr schlechtes Gewissen brauchen. Es gibt nichts Unzuverlässigeres als Politiker.“ „Doch, meine Mädels, denn die sind auch jeden Tag anders drauf. Am Montag flirten sie noch mit einem was das Zeug hält und am Dienstag glaubst Du plötzlich, Du würdest neben einer Klosterschülerin sitzen. Stellt sich nur die Frage, wer da schizophren ist.“ „Im Zweifel immer Du. Das sind junge Dinger, die wissen noch nicht wie der Hase läuft und Frauen sind ohnehin launisch, erst recht, wenn sie ihre Tage haben.“ „Ach, jetzt sprichst Du langsam und endlich Klartext. Wußte ich’s doch, daß auch Du nicht im Paradies lebst.“ „Niemand von uns lebt im Paradies, das ist allgemein bekannt. Man muß sich den Gegebenheiten anpassen, als Waffenlobbyist weiß ich genau wovon ich rede. Und wenn die Politiker eines Tages den Waffenhandel verbieten, weil das Volk so etwas von ihnen verlangt, dann wechsle ich halt meine Berufsbezeichnung und werde Waffellobbyist.“ „Du bist schon ein Kracher.“ „Yes!“
„Wer nicht mit der Zeit geht, der muß halt mit der Zeit gehen“, teilte der Flugzeugkapitän Denise, der Stewardeß, mit. „Das sagen Sie doch auch nur, weil ich mich von Ihnen nicht in den Arsch ficken habe lassen“, konterte jene. „Das hat damit überhaupt nichts zu tun. Es gibt genug arbeitslose Saftschubsen in diesem Land, die nur darauf warten, von mir von hinten genommen zu werden.“ „Und deswegen wollen Sie mich also feuern?“ „Na ja, nicht unbedingt, aber auch wir unterliegen den Gesetzen des globalen Wettbewerbs und wenn wir nicht bei der Sicherheit sparen wollen, dann müssen wir halt anderswo kürzen.“ „Ich bin eine der besten Stewardessen, die bei der Lufthansa arbeiten, mich werden Sie so schnell nicht los.“ Und da sollte die gute Frau auch Recht behalten. Sie war nämlich mit Cornelius zusammen und der hatte einflußreiche Freunde im Vorstand des Unternehmens, weshalb man Denise alsbald zusicherte, ihr Arbeitsplatz wäre nicht in Gefahr und sie brauche in Zukunft auch nicht mehr mit dem aufdringlichen Kapitän zusammenarbeiten. „Fräulein, helfen Sie mir bitte, mir ist schlecht“, wimmerte ein älterer Herr und Denise hielt ihm sofort die Kotztüte hin. Sie war schnell, gut und professionell, eine Karrierefrau sozusagen und in ihrem Leben lief alles wie am Schnürchen. In den ganzen Jahren hatte sie schon viele Städte in noch mehr Ländern gesehen, doch sie freute sich auch immer wieder auf ihr Zuhause, denn dort warteten Cornelius sowie ihr Kater Napoleon auf sie und die Beiden waren immer ganz wild darauf, von ihr gestreichelt zu werden. „Ich bin eine Frau, die alles hat, was sie sich wünscht“, dachte sie sich selbstzufrieden, doch dann war da auf einmal jener Terrorist, der ihr ein Tapetenmesser an die Kehle hielt und mit ihr in Richtung Cockpit marschierte. „Meine Güte! Was stinkt denn hier so?“ wunderte sich der Pilot. „Tut mir leid, aber ich habe mir vor Angst in die Hosen gemacht“, gestand Denise. „Na, dann verpissen sie sich gefälligst und ziehen Sie sich etwas Anderes an!“ „Das geht leider nicht, denn ich habe Besuch mitgebracht.“ Da erst erkannte er den Ernst der Lage und stieß Co-Pilot Ernst an, welcher gemütlich vor sich hindöste. „Die Lage ist ernst, Ernst. Wir haben da ein ernsthaftes Problem“, murmelte der Pilot, doch bevor jener antworten konnte, rief der Terrorist: „Allah ist groß und ich will in jeden Jungfrauenschoß! Ihr macht jetzt alle was ich sage, sonst werde ich für Euch zur Plage!“ „Oh mein Gott! Ein islamistischer Fundamentalist und dann auch noch ein dichtender Terrorist! Das halte ich im Kopf nicht aus!“ kam Denise in den Sinn und so wurde sie ohnmächtig. „Hey Sie!“ Der Terrorist deutete auf Ernst. „Schaffen Sie das Stück Scheiße hier weg!“ „Wie reden Sie denn über meine Kollegin? Ach so, ja natürlich, ich verstehe“, bemerkte der Pilot und ihm kam der üble Geruch wieder in die Nase. Der Terrorist setzte sich auf den Stuhl des Co-Piloten und hielt dem Piloten das Messer an den Hals. „Sagen sie mal, arbeiten Sie etwa allein?“ wunderte sich jener. „Ja, die Zeiten haben sich geändert. Überall wird kontrolliert und man macht gezielt Jagd auf uns, da haben wir nur noch als Einzelkämpfer eine Chance“, gab der Terrorist zu. „Und was genau haben Sie jetzt vor?“ „Das weiß ich selber noch nicht so genau. Wissen Sie, ich gehöre zu den Moslems, die in der Gegenwart leben und sich keine großen Gedanken über die Zukunft machen, da ich weiß, daß Allah das alles schon so eingerichtet hat, daß es paßt.“ „Glauben Sie wirklich, daß Ihr Allah von Ihnen verlangt, Flugzeuge zu entführen?“ „Keine Ahnung, ist mir auch egal. Ich bin ein reiches Muttersöhnchen, habe in Deutschland studiert und mich gelangweilt. Da habe ich mir gedacht, werde ich halt Terrorist, das ist bestimmt aufregend und spannend.“ „Und?“ „Na ja, es geht so. Hatte es mir interessanter vorgestellt, aber die meiste Zeit bist Du auch nur am rumsitzen und Pläne schmieden, jede Menge Palaver halt, aber was will man machen? So ist das vermutlich überall.“ „Und wohin soll ich jetzt fliegen?“ „Lassen Sie sich was einfallen! Überraschen Sie mich!“ Tolle Antwort!
