TEUFELSJÄGER 197-198: Götterdämmerung in der Hölle - W. A. Hary - E-Book
Beschreibung

TEUFELSJÄGER 197-198: Götterdämmerung in der Hölle - A. Hary:"Er ist ein Dämon – und kämpft für das Gute!"   Detroit ist inzwischen nicht mehr die Stadt des Verbrechens, schlimmer noch, als man es jemals Chikago nachgesagt hat. Doch niemand weiß, dass dafür ein Dämon sorgte, der hier ausgerechnet als Polizist tätig ist. Doch das war nicht leicht! Auch nicht für ihn! Er lässt mich an seinen düstersten Erinnerungen teilhaben, damit ich begreife, wie er das trotzdem hat schaffen können…   Wichtiger Hinweis: Diese Serie erschien bei Kelter im Jahr 2002 in 20 Bänden und dreht sich rund um Teufelsjäger Mark Tate. Seit Band 21 wird sie hier nahtlos fortgesetzt!   Alleinige Urheberrechte an der Serie: Wilfried A. Hary Copyright Realisierung und Folgekonzept aller Erscheinungsformen (einschließlich eBook, Print und Hörbuch) by hary-production.de ISSN 1614-3329 Copyright dieser Fassung 2019 by HARY-PRODUCTION.de * Canadastr. 30 * D-66482 Zweibrücken * Telefon: 06332-481150   Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung jedweder Art nur mit schriftlicher Genehmigung von Hary-Production.   Covergestaltung: Anistasius, Darstellung Schavall: Helmut Bone      Nähere Angaben zum Autor und Herausgeber siehe Wikipedia unter Wilfried A. Hary: de.wikipedia.org/wiki/Wilfried_A._Hary

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W. A. Hary

TEUFELSJÄGER 197-198: Götterdämmerung in der Hölle

„Er ist ein Dämon – und kämpft für das Gute!“

Nähere Angaben zum Autor und Herausgeber siehe Wikipedia unter Wilfried A. Hary: http://de.wikipedia.org/wiki/Wilfried_A._Hary BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Wichtiger Hinweis

Diese Serie erschien bei Kelter im Jahr 2002 in 20 Bänden und dreht sich rund um Teufelsjäger Mark Tate. Seit Band 21 wird sie hier nahtlos fortgesetzt!

 

TEUFELSJÄGER 197-198

 

 

W. A. Hary

Götterdämmerung in der Hölle

„Er ist ein Dämon – und kämpft für das Gute!“

 

Detroit ist inzwischen nicht mehr die Stadt des Verbrechens, schlimmer noch, als man es jemals Chikago nachgesagt hat. Doch niemand weiß, dass dafür ein Dämon sorgte, der hier ausgerechnet als Polizist tätig ist.

Doch das war nicht leicht! Auch nicht für ihn! Er lässt mich an seinen düstersten Erinnerungen teilhaben, damit ich begreife, wie er das trotzdem hat schaffen können…

 

Impressum

 

Alleinige Urheberrechte an der Serie: Wilfried A. Hary

Copyright Realisierung und Folgekonzept aller Erscheinungsformen (einschließlich eBook, Print und Hörbuch) by www.hary-production.de

ISSN 1614-3329

Copyright dieser Fassung 2019 by www.HARY-PRODUCTION.de

Canadastr. 30 * D-66482 Zweibrücken

Telefon: 06332-481150

www.HaryPro.de

eMail: wah@HaryPro.de

 

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung jedweder Art nur mit schriftlicher Genehmigung von Hary-Production.

 

Darstellung Schavall: Helmut Bone

Covergestaltung: Anistasius

 

1

Noch bevor wir den Zugang erreicht hatten, fragte Lucia an meiner Seite:

„Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, wie die eigentlich fliehen wollen. Zu Fuß etwa? Beladen mit der gesamten Beute?“

„Wohl kaum“, kommentierte ich.

„Wir werden sehen!“, sagte sie zerknirscht.

Vor dem Zugang blieben wir stehen und schauten zu, wie sich der Belagerungsring rings um die Zentralbank allmählich auflöste.

Lucia schickte mir einen Gedankenimpuls, um sicher zu sein, dass wir nicht abgehört wurden:

„Die Strategie ist klar: Plan A, um dich zu entlarven, ging schief. Also greift jetzt Plan B. Wir sind dem dämonischen Gegner voll in die Falle getappt.“

„Hatten wir eine Wahl?“

„Nein.“

„Nun, du vielleicht, aber nicht ich. Zu viele Menschenleben stehen auf dem Spiel.“

„Wieso will er eigentlich auch mich? Was weiß er überhaupt über uns?“

„Genug jedenfalls. Er weiß, dass ich ein Dämon bin. Und vielleicht bist du deshalb mit dabei, um mich zu schwächen?“

„Danke für die Blumen, Skull. Du scheinst ja nicht viel von mir zu halten.“

„Ganz im Gegenteil, Lucia. Du bist der beste Polizist, den die Stadt wahrscheinlich jemals gesehen hat. Nicht nur von daher gesehen wäre es jammerschade, würde es dich das Leben kosten. Aber wenn es hier wirklich zum Kampf kommen sollte, Dämon gegen Dämon, glaubst du wirklich, dass du dabei eine Chance hättest?“

„Du vergisst, dass es sich hier um unbeeinflusste Gangster handelt. In erster Linie. Für mich sieht es danach aus, als würde es nur einen einzelnen Dämon geben, der noch nicht einmal Beeinflusste in den Einsatz schickt.“

„Wahrscheinlich deshalb, damit wir nicht auch noch den Reverend mit einspannen!“, vermutete ich.

Sie schaute mich mit schreckgeweiteten Augen an.

„Dann weiß der Gegner wirklich mehr als gut sein kann.“

„Zumindest weiß er nichts von den Psi-Menschen.“

„Bist du sicher?“

„Ich denke mal, die Psi-Menschen selber sind sich sicher, sonst hätten sie mir nicht geholfen. Sie fürchten alle Dämonen, womit sie nicht Unrecht haben. Deshalb tun sie alles, um unerkannt zu bleiben. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass sie allein nur meinetwegen ein echtes Risiko eingegangen wären.“

„Das mag stimmen, Skull. Wie bereits vermutet: Der gegnerische Dämon wird annehmen, dass du selber über diese Kräfte verfügst. Was uns beweist, dass er doch nicht so viel weiß wie befürchtet.“

„Außer dass er auch noch den Reverend kennt.“

„Vielleicht über den hohen Don, bevor es dir gelang, ihn auszuschalten?“

Ich überlegte kurz. Dann gab ich auf die gleiche lautlose und abhörsichere Weise zurück:

„Das ist gut möglich. Vielleicht handelt es sich hier sogar um eine Art Racheakt?“

„Zumindest ist dem Gegner klar, dass du für Seinesgleichen gefährlich werden kannst. Deshalb tut er alles, um dich zu isolieren.“

„Ich bin gespannt, wie es weiter geht!“

Kaum ausgedacht, kamen die Lastwagen. Sogenannte Kastenwagen, wie Möbeltransporter, Kühlfahrzeuge und Ähnliches. Von den Bankräubern bestellt.

Ich musterte die Fahrer. Einen scannte ich genauer. Die Fahrer waren selber keine Gangster, wie es schien. Sie handelten tatsächlich auf Bestellung, und ihnen war alles andere als wohl dabei. Im Gegenteil: Ich spürte jetzt bei nicht wenigen unter ihnen so etwas wie Todesangst. Wie das jetzt zusammenhing, das konnte ich nur vermuten. Die Lastwagen gehörten immerhin einer großen Spedition.

Der Belagerungsring war inzwischen aufgelöst. Captain Stone hatte ganze Arbeit geleistet, wie er es den Bankräubern versprochen hatte.

Es waren insgesamt zehn Lastwagen. Kaum hielten sie vor dem Gebäude, wobei sie sich gegenseitig ein wenig behinderten, als der Hauptzugang sich hinter uns öffnete.

Wir wandten uns dem Innern des Gebäudes zu.

Die Bankräuber schoben Sackkarren und andere Arbeitsgeräte, um ihre Beute zu transportieren. Keiner von ihnen achtete überhaupt auf uns.

Wir gingen ein paar Schritte beiseite, um nicht im Weg zu stehen. Dann sahen wir zu, wie die Verladung erfolgte. Die Fahrer der Lastwagen blieben dabei hinter dem Steuer sitzen. Sie waren unbewaffnet, und jetzt war keiner mehr dabei, der nicht Angst hatte. Aber nichts geschah während der Verladung, und auch Captain Stone hielt tatsächlich Wort.

Bis plötzlich ein Streifenwagen auftauchte und mit hoher Geschwindigkeit auf den Lastwagenpulk zusteuerte. Das Steuer wurde herumgerissen, der Wagen kam schleudernd zum Stehen, die Türen wurden aufgestoßen und sofort das Feuer auf die Bankräuber eröffnet, während sich die Lastwagenfahrer in den Fußraum ihrer Fahrzeuge duckten, um nicht von einer verirrten Kugel getroffen zu werden.

Einer der Bankräuber brach tödlich verletzt zusammen.

In der nächsten Sekunde detonierten über unseren Köpfen die nächsten Sprengladungen, und natürlich schossen die Bankräuber zurück. Keiner der Angreifer überlebte.

Stirnrunzelnd betrachtete ich den Schlamassel.

Einer der Bankräuber trat neben mich, mit einem Megaphon bewaffnet. Er grinste uns kurz an, was ich hinter der Strumpfmaske eher ahnte als dass ich es wirklich sah, dann setzte er das Megaphon an die Lippen:

„Letzte Warnung! Eine weitere Missachtung des Waffenstillstandes wird nicht geduldet! Und Durchsage an die Lastwagenfahrer: Haut ab, ehe ich es mir anders überlege! Wir werden jetzt die Lastwagen selber übernehmen. Vielen Dank für das Bringen!“ Er lachte gehässig.

Ich schüttelte den Kopf und nahm den Gedankenimpuls Lucias auf, die in diesem Moment zu demselben Schluss kam wie ich:

„Da stimmt etwas nicht!“

Logisch, es war kaum vorstellbar, dass ausgerechnet ein einzelner Streifenwagen sich komplett dem Befehl Stones widersetzte und einen Alleingang wagte. Das ergab nicht den geringsten Sinn. Es sei denn, der Dämon steckte dahinter. Er hatte ja lediglich die Besatzung eines einzelnen Streifenwagens entsprechend beeinflussen müssen. Damit hatte er die Polizisten in den sicheren Tod geschickt. Dass dabei auch einer der Bankräuber sein Leben hatte aushauchen müssen, schien ihn nicht zu kümmern. Jedenfalls hatte ihm das als Motiv dienen können, das nächste Stockwerk des herrschaftlichen Großgebäudes zu sprengen. Wir konnten sicher sein, dass jede Kleinigkeit genauestens von Kameras aufgenommen wurde. Wahrscheinlich waren wir beide jetzt ebenfalls groß im Bild. Ein Grund mehr, neutral zu bleiben.

Der Typ mit dem Megaphon wandte sich uns zu, immer noch grinsend.

„Ihr beide kommt mit mir, aber erst, wenn alles verladen ist.“

Wir schauten wieder in das Innere der großen Eingangshalle. Die Geiseln lagen immer noch bibbernd am Boden, von Maschinenpistolen bedroht. Die Bankräuber wollten sie tatsächlich alle zurück lassen und nur uns beide mitnehmen? Noch nicht einmal an den Lastwagenfahrern hatten sie Interesse, die soeben davon rannten, als gelte es, einen Wettbewerb zu gewinnen?

Es sah ganz danach aus.

*

Der Typ mit dem Megaphon spielte hier den Boss. Ich wagte es, seine Gedanken zu scannen, während er das Verladen der Beute überwachte. Zehn Lastwagen. Das war schon was. Und es dauerte natürlich seine Zeit.

Er hatte in der Tat keine Ahnung, dass er im Auftrag eines Dämons handelte. Dabei war er unbeeinflusst. Zwar wunderte er sich darüber, dass sein Auftraggeber mit ihm lediglich per Gedankenkontakt kommunizierte, aber anscheinend hatte er sich inzwischen daran gewöhnt.

Während ich seine Gedanken belauschte, spürte ich die Anwesenheit des Dämons. Ich musste mich wieder zurückziehen, um diesen nicht zusätzlich auf mich aufmerksam zu machen.

Rasch teilte ich Lucia per Gedankenimpuls mit, was ich in Erfahrung gebracht hatte.

Da zog der Gangster ein Telefon und setzte sich wieder mit Captain Stone in Verbindung, in unserem Beisein.

„Sobald wir fertig sind, gebe ich Ihnen die beabsichtigte Route durch. Sorgen Sie dafür, dass wir unterwegs nicht belästigt werden. Sie wissen, was sonst geschieht. Die Geiseln in der großen Halle wissen es übrigens auch. Falls es auch nur einer wagt, ohne unsere ausdrückliche Freigabe aufzustehen und das Gebäude zu verlassen, wenn wir nicht mehr da sind, wird die erste Sprengladung gezündet, nämlich die am Eingang. Bei weiteren Zuwiderhandlungen wird es immer schlimmer. Zuwiderhandlungen Ihrerseits, Captain, werden jeweils mit einem kompletten Stockwerk bestraft. Sagen Sie ehrlich: Haben Sie in der Geschichte der Kriminalistik jemals von einem solch genialen Bankraub gehört?“

„Etwas Geniales kann ich zwar nicht daran erkennen, aber in der Tat: so unverfroren waren bisher noch keine Bankräuber.“

Der Gangster wollte sich schier ausschütten vor Lachen.

Ich versuchte inzwischen, herauszufinden, ob ich ihn kannte. Nein, bisher war er noch niemals in Erscheinung getreten, zumindest nicht im Zusammenhang mit mir.

Ich widmete mich den anderen Bankräubern. Alles unbeschriebene Blätter, wie es schien.

2

Nach der Verladung verteilten sich die Gangster auf die einzelnen Lastwagen. Ihren toten Kumpanen ließen sie einfach liegen. Keinen schien sein Tod zu kümmern.

Der Anführer mit dem Megaphon trat zu uns.

„Kommt mit mir!“

Er ging voraus.

Bis jetzt hatte uns keiner nach etwaigen Waffen durchsucht. Wir hätten diese auch am Körper lassen können. Wieso gingen sie so arglos mit uns um?

Das konnte eigentlich nur eines bedeuten: Der gegnerische Dämon legte es darauf an, uns zu Maßnahmen zu provozieren. Aber so lange dermaßen viele Menschen in Gefahr waren, konnten und durften wir nicht handeln.

Bei dieser Gelegenheit fiel mir etwas auf, was mir absolut gar nicht gefiel, und Lucia teilte diese Meinung, wie sie mir durch einen Gedankenimpuls bestätigte:

„Kein Wunder, dass Captain Stone sich auf alles einließ: Er sieht uns beide als eine Art Trumpf an. Das heißt, indem wir zu Geiseln wurden, hat er uns den berüchtigten Schwarzen Peter zugeschoben. Andererseits: Wir dürfen nichts tun!“

Ich ergänzte:

„Wir dürfen vorerst nichts tun! Nicht so lange die Sprengladungen hochgehen können und tausend Kameras uns beobachten.“

„Auch unterwegs?“

„Natürlich, Lucia, was denkst du denn? Diese verdammte Stadt hat ihre Sensation, und was glaubst du, wie viele Menschen jetzt an ihren Bildschirmen kleben, um nur ja nichts zu versäumen. Das ist ein Realkrimi sondergleichen. Ich glaube sogar, die meisten lechzen regelrecht danach, dass es endlich mehr Todesopfer kostet. Das würde auf jeden Fall die Sensation vergrößern helfen.“

„Ich bin erschüttert, Skull!“, gab Lucia zu.

„Ich nicht, weil ich die Menschen lange genug kenne“, entgegnete ich per Gedankenstimme lapidar.

Der Anführer der Bankräuber wies uns an, seinen Kastenwagen von hinten zu besteigen. Der Laster war beinahe voll mit Beute. Es gab nur noch vier Sitzplätze ganz hinten. Auf zwei mussten Lucia und ich Platz neben, uns gegenüber setzten sich zwei Typen mit Maschinenpistolen hin. Die Läufe der Waffen zeigten auf uns.

Die Gesichter waren nach wie vor unter Strumpfmasken verborgen.

Der Kasten wurde geschlossen. Wir hörten die Schritte um den Laster herum, hörten, dass vorn von beiden Seiten je eine Person einstieg. Sekunden später röhrte der Motor des schweren Wagens an. Wir setzen uns ruckartig in Bewegung.

Die beiden Typen uns gegenüber musterten uns mit wachsamen Augen.

„Starkes Stück, dass Captain Stone uns voll und ganz vertraut und dafür auf jegliche weitere polizeiliche Maßnahme verzichtet!“, beschwerte sich Lucia per Gedankenstimme und fügte hinzu: „Dabei müsste er wissen, dass auch wir überhaupt nichts tun können.“

„Wie schon erwähnt: Vorerst nicht!“, gab ich auf die gleiche Weise zurück. Dann drang ich in das Denken der beiden Bewacher ein. Sie erstarrten.

Ich beugte mich vor und zog dem einen die Handfeuerwaffe aus dem Overall, um sie Lucia zu überreichen.

„Hier, nimm! Falls die aus ihrer Beeinflussung erwachen sollten, schieß sie einfach über den Haufen.“

„Du hast sie tatsächlich im Griff?“

„Zumindest jetzt. Aber wir müssen damit rechnen, dass mir der Dämon auf die Schliche kommt und die Beeinflussung wieder aufhebt. Deshalb halte dich schussbereit, Lucia.“

„Was hast du vor?“

Ich antwortete gar nicht, sondern konzentrierte mich auf das Führerhaus. Ich hörte mit meinen geschärften Sinnen, dass der Fahrer mit Captain Stone telefonierte, um ihm weitere Anweisungen zu geben. Die zehn Lastwagen sollten auf dieser Route die Stadt verlassen. War ja klar, dass sie nicht innerhalb der Stadt bleiben würden. Aber was erwartete uns außerhalb? Zehn voll beladene Lastwagen konnten ja nicht so ohne weiteres sich in Luft auflösen. Das würde auch einen ausgewachsenen Dämon möglicherweise vor unüberwindbare Probleme stellen. Es sei denn, dort wartete eine ganze Armee auf uns, um die Lastwagen zumindest so lange zu beschützen, bis eine etwaige Umladung erfolgt war. Denn auf Dauer konnte die Bedrohung der Zentralbank und allen darin befindlichen Geiseln nicht ausreichen. Ich war überzeugt davon, dass sich Captain Stone zumindest in einem nicht an die Abmachung hielt und längst Sprengstoffexperten in das Gebäude geschickt hatte. Obwohl der Gangster ihn davor jetzt schon wieder warnte. Man durfte die Experten nicht unterschätzen. Sie würden die Sicherungen der Gangster überwinden. Eine Frage der Zeit.

Der Dämon musste jedenfalls damit rechnen, weshalb ich doppelt gespannt war, was uns draußen erwartete. Obwohl ich nicht so lange warten wollte: Ich hatte die Fahrerkabine gescannt und beeinflusste den bewaffneten Beifahrer, mir Platz zu machen. Im nächsten Augenblick saß ich zwischen den beiden.

Der Anführer der Bankräuber, der das Steuer übernommen hatte und gerade sein Telefon wieder wegsteckte, schien mich sogar erwartet zu haben. Er lachte gehässig, was er anscheinend besonders gern tat.

„Na, willst du die bessere Aussicht genießen, Skull?“

Ich spürte, dass der Dämon mit ihm in direktem Kontakt stand, und versuchte sofort, die Beeinflussung zurück zu verfolgen, doch der Dämon merkte es und floh rechtzeitig in Sicherheit. Mein Versuch ging ins Leere.

Der Fahrer lachte abermals gehässig. Ich las in seinen Gedanken, dass er inzwischen Bescheid wusste: Dass hinter allem eben ein Dämon stand. Aber er wusste auch über mich Bescheid.

„Was willst du tun, Skull? Wir werden das Gebäude endgültig sprengen, wenn du etwas versuchst. Willst du das wirklich riskieren?“