Tödliches Verlangen - Fel Fern - E-Book

Tödliches Verlangen E-Book

Fel Fern

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Beschreibung

Gefangen und gefoltert von einer pro-menschlichen Einheit, die für die Rehabilitation von Nicht-Menschen verantwortlich ist, besteht Theos einzige Sünde darin, einen Bruder mit übersinnlichen Fähigkeiten zu haben. Theo erwartet, dass er nach seinem Bruder sterben wird, aber die Disziplinarkommission hat einen letzten Nutzen für ihn – als Schläferspion, um den Alpha des gefährlichsten Wolfsrudels im Land zu töten. Theo hat sein Leben fast aufgegeben, bis er einem wilden und besitzergreifenden Werwolf gegenübersteht, der sein Herz entblößen und ihm helfen kann, sowohl innerlich als auch äußerlich zu heilen. Als ein nackter, blutender Mensch an der Reviergrenze landet, weiß der Werwolf-Vollstrecker Joe, dass Theo Ärger bedeutet. Man kann Theo nicht trauen, aber Joes Wolf erkennt seinen vorherbestimmten Gefährten. Joe trotzt seinem Rudel und sogar seinem Alpha, um Theo zu behalten, aber kann Joe helfen, Theos Gehirnwäsche zu durchbrechen, oder ist er dazu verdammt, seinen Gefährten zu verlieren? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 35.000 Wörter

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhaltsverzeichnis

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

ÜBER FEL FERN

LESEPROBE:

Tödliches Verlangen

Gefangen und gefoltert von einer pro-menschlichen Einheit, die für die Rehabilitation von Nicht-Menschen verantwortlich ist, besteht Theos einzige Sünde darin, einen Bruder mit übersinnlichen Fähigkeiten zu haben. Theo erwartet, dass er nach seinem Bruder sterben wird, aber die Disziplinarkommission hat einen letzten Nutzen für ihn – als Schläferspion, um den Alpha des gefährlichsten Wolfsrudels im Land zu töten. Theo hat sein Leben fast aufgegeben, bis er einem wilden und besitzergreifenden Werwolf gegenübersteht, der sein Herz entblößen und ihm helfen kann, sowohl innerlich als auch äußerlich zu heilen.

Als ein nackter, blutender Mensch an der Reviergrenze landet, weiß der Werwolf-Vollstrecker Joe, dass Theo Ärger bedeutet. Man kann Theo nicht trauen, aber Joes Wolf erkennt seinen vorherbestimmten Gefährten. Joe trotzt seinem Rudel und sogar seinem Alpha, um Theo zu behalten, aber kann Joe helfen, Theos Gehirnwäsche zu durchbrechen, oder ist er dazu verdammt, seinen Gefährten zu verlieren?

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Länge: rund 35.000 Wörter

FEL FERN

Tödliches Verlangen

Die Devil Hills-Wölfe 5

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „Lethal Desire“:

Fel Fern

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2018

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Sage Marlowe

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Prolog

Vor einem Monat

Knöchel, die an seine Zellentür klopften, weckten Theo Wilmer abrupt auf. Er löste sich von seinem Platz auf dem Boden und sah den Wächter, der eintrat, misstrauisch an. Theo entging der Ausdruck von Abscheu nicht, mit dem der Wächter ihn betrachtete, die stille Verurteilung in seinen Augen. Er konnte sich nur vorstellen, was der Wächter dachte.

Geschieht dir recht, wenn du dich mit Wandlern verbindest, einem Nicht-Menschen und Feind der Menschen-Zählen-Regierung.

Theo hielt seinen Blick auf den Boden gerichtet. Er erinnerte sich an die ersten Tage, als sie ihn hierher gebracht hatten, in eines der schwarzen Gefängnisse der Menschen-Zählen-Regierung, wie er anfangs trotzig gewesen war. Theo hatte gekämpft, sich den Wachen widersetzt, aber am Ende bedeutete das nur mehr Schmerz.

„Iss auf, Subjekt 342, ich habe gehört, dass Voss Pläne für dich hat“, höhnte der Wärter, bevor er ging.

Subjekt 342.

Voss und seine Rehabilitations-Trainer, ein nettes Wort für Folterer, hatten versucht, sein Gehirn so umzudrehen, dass er seinen Geburtsnamen vergaß. Sie hatten es versucht und waren gescheitert.

Nein, sein Name war Theo Wilmer. Er war kein Ding, kein Einwegobjekt. Theo hatte eine Familie, seine Eltern und seinen jüngeren Bruder Tommy, doch wo waren die jetzt? Tommy und er waren Zeugen geworden, wie seine Eltern von der Disziplinarkommission erschossen wurden.

Sie griffen zuerst seine Mutter an, vermuteten wahrscheinlich, dass sie die größere Gefahr darstellte, ohne zu wissen, dass sie nur zu einem Viertel Wandlerin war und die Elstergene in ihr geschlummert hatten. Von ihren beiden Kindern hatte nur Tommy die Fähigkeit geerbt, sich zu verwandeln, und Flügel, um zu fliegen. Wenn man in einer Gesellschaft von Paranormale hassenden Menschen lebte, war menschlich zu sein oder weitestgehend so zu erscheinen, ein Segen gewesen, zumindest dachte Theo das.

Schmerzvoll schloss er die Augen und versuchte sich an die Gesichter seiner Eltern zu erinnern. Das Bild war bestenfalls trübe. Wie Tommy hatte er das blonde Haar ihres Vaters und die haselnussbraunen Augen ihrer Mutter geerbt. Jesus. Wann hatte er Tommy das letzte Mal gesehen?

Der Leiter der Disziplinarkommission, Malachi Voss, hatte früh herausgefunden, dass er, um Tommy zur Kooperation zu zwingen, nur Theo gegen Tommy einsetzen musste. Unfähig zu sehen, wie sein Bruder verletzt wurde, hatte Tommy gehorcht. Jedes Mal ließ es Theos Inneres verkrampfen, wenn er die besiegten Augen seines Bruders sah.

Ich lasse dich und deinen Bruder gehen, wenn du tust, was ich verlange, hatte Voss einmal gesagt.

Alles Lügen. Theo wusste, dass Voss hart daran gearbeitet hatte, „Wandler“ für den Einsatz durch die Disziplinarkommission zu rehabilitieren. Die Disziplinarkommission hatte einige Erfolge mit Espern, Menschen mit psychischen Fähigkeiten, die aber von Menschen-Zählen auch als Nichtmenschen angesehen wurden. Gerüchten zufolge waren Wandler schwerer zu verbiegen.

Theo beäugte vorsichtig den graubraunen Abfall auf dem Tablett. Sein Magen knurrte. Seit er vermutete, dass die Wachen ihn unter Drogen gesetzt hatten, hörte er auf zu essen, aber wenn es so weiter ging, würde er verhungern. Theo kroch zu dem Tablett, setzte sich mit gekreuzten Beinen davor und nahm die Gabel. Tat Sterben weh? Oft genug hörte er die Schreie der anderen in den Zellen neben ihm.

Er umklammerte den Plastiklöffel mit seiner vernarbten Faust. Eine winzige Stimme in ihm drängte ihn zu rebellieren. Gib nicht nach. Kämpfe.

Nur hörte Theo diese Stimme jetzt nicht mehr oft. Er war es leid zu kämpfen. Er hob das Tablett hoch. Es roch nicht ansprechend. Was auch immer auf sein Tablett geschaufelt worden war, sah wie Eintopf aus. Er schluckte und starrte auf die fettige braune Sauce, auf der Würfel schwammen. Gemüse? Mysteriöses Fleisch?

Er dachte wieder an die Worte des Wächters. Voss wollte ihn sehen. Das war nicht gut. Als er sich das letzte Mal ausgehungert hatte, war er auf dem Weg zu Voss in Ohnmacht gefallen. Er würde wenigstens Tommy zu sehen bekommen. Der Hunger siegte, und er schob den Mist in seine Kehle. Sekunden später stellte er es weg und trank die Flasche aus, die mit dem Tablett gebracht worden war.

Dann kehrte Theo in seine Ecke zurück. Es hatte anfangs ein Bett gegeben, bis er bei Voss die Klappe aufriss, und es weggebracht wurde. Eine gefühlte Ewigkeit später kehrte der Wärter zurück, einen Taser in der Hand.

„Wirst du dich benehmen, 342, oder machen wir das auf die harte Tour?“, fragte der Wärter.

Als Antwort erhob er sich zitternd und streckte die Hände aus. Die Wache grinste und schlug die Handschellen darum. Das Metall juckte. Er wusste, dass diese Handschellen speziell entworfen worden waren, um Wandler zu fesseln, aber Theo war hilflos als Mensch. Der Wächter stieß ihn aus der Zelle. Sie kamen an anderen Türen, anderen Zellen vorbei. Stöhnen und Schreien drangen aus einigen von ihnen. Er ignorierte es und richtete seine Augen nach vorne.

Er wollte Tommy sehen, hoffte, dass, wenn sein Bruder ihn lebend sah, es Tommy ermutigen würde, ein bisschen länger zu leben. Sie gingen um mehrere Biegungen und nahmen Abzweigungen. Die üblichen grauen und deprimierenden Wände und Korridore des Gefangentrakts wechselten zu weiß, das Licht war hell und klinisch. Sie kamen an einem Wissenschaftler in einem Laborkittel, der sich mit einem anderen stritt, vorbei. Sie sahen Theo kaum an. Warum sollten sie?

Für sie war er wahrscheinlich so etwas wie ein Möbelstück, schlimmer noch, ein leicht zu ersetzender Wegwerfartikel.

„Hier drüben“, sagte der Wärter und packte ihn an der Schulter, dann blieb er vor einer Tür stehen, auf der „Experimentierraum 212“ stand.

Ein großer, raumhoher Glasschrank stand neben der Tür. Sein Magen wurde unruhig. Theo wollte nicht sehen, welche albtraumhafte Ausrüstung darin lag. Die Wache machte einen Retinal- und Irisscan. Die Tür glitt auf und der Wachmann schob ihn grob hinein.

„Subjekt 342, gut, dass du hier bist“, sagte Voss. Als er Voss zum ersten Mal getroffen hatte, war es ihm schwergefallen zu glauben, dass ein Dämon in der Haut eines muskulösen, gutaussehenden Mannes in den Vierzigern steckte. Theo wusste es jetzt besser. Die Narbe auf der linken Seite von Voss’ Wange kräuselte sich, als er sprach: „Ich bin sicher, du hast deinen Bruder vermisst. Sag hallo.“

Voller Angst vor dem, was er finden würde, aber in dem Wissen, dass er bestraft werden würde, wenn er Voss nicht gehorchte, hob er seinen Blick und starrte Tommy, oder besser die Überreste seines Bruders, auf dem Stuhl an. Ein Schrei brach aus ihm heraus, der Klang animalisch, ein Geheul purer Qual. Der Wächter schlug ihm mit der Faust gegen die Seite seines Schädels, doch das brachte ihn nicht zum Schweigen.

„Halt die Klappe“, zischte der Wächter, und die Faust traf auf seine linke Lippe.

Er schloss den Mund, konnte nicht glauben, dass das verbrannte Ding auf dem Untersuchungsstuhl Tommy war – bis er die weißen und schwarzen Federn auf dem Boden sah. Elsterfedern.

„Töte mich jetzt“, flüsterte er besiegt.

Voss’ nächste Worte ließen ihn bis auf die Knochen frösteln. „Warum sollte ich das tun? Nein, Subjekt 342. Ich habe einen letzten Gebrauch für Müll wie dich.“

Kapitel 1

„Das ist alles für heute“, sagte Deacon Becker, Alpha des Devil Hills-Rudels, einem der mächtigsten Rudel in der Region, zu allen seinen Vollstreckern.

Joe Fisher beabsichtigte, leise davonzuschlüpfen, in der Hoffnung, niemand würde die Tatsache ans Licht bringen, dass es angeblich sein freier Tag war. Er machte dem Rudel keinen Vorwurf, dass es zusätzliche Vorkehrungen an seinen Grenzen traf, widmete sich gern seinen Pflichten und seiner Arbeit. Die Verantwortung für sein eigenes Team und einen Teil des riesigen Territoriums des Rudels hielt seinen Wolf gesund und stabil.

In letzter Zeit war es unerträglich gewesen, sich um die anderen Vollstrecker zu kümmern. Joe vertraute allen, die hinter ihm standen. Er würde ohne Zögern neben ihnen auf dem Schlachtfeld in den Kampf ziehen und er würde für seinen Alpha, Beta und die anderen Vollstrecker bluten, aber es half seiner Stimmung nicht, dass der Liebesvirus in der Luft zu liegen schien.

Er sah die anderen Vollstrecker im Raum an. Zuerst war es Forrest gewesen, ihr jüngster Vollstrecker, der seinen Gefährten gefunden hatte. Deacon kam als nächstes. Selbst der Teufel, so der Spitzname von Santino, einem der Vollstrecker, den Joe nie als seinen Feind haben wollte, hatte sich mit seinem Gefährten, einem Rotluchsheiler niedergelassen. Dann hatte ihr Beta seine verlorene Liebe wiedergefunden und sich mit dem Mann verpaart.

Damit waren nur noch Max, er selbst und Sabine übrig, aber er konnte Sabine abhaken, da sie ihren Gefährten vor Jahren verloren hatte. Gerüchten zufolge war sie Madeline nähergekommen, einer Vampirin aus dem Devil Hills-Vampircoven, der dieses Gebiet sein Zuhause nannte. Max hingegen schien keine Schwierigkeiten zu haben, Rudelkameraden zu finden, mit denen er schlafen konnte. Allerdings behauptete Max auch immer, Gefährten seien nichts für ihn, und er zöge es vor, Junggeselle zu sein.

„Dann gehe ich mal in meinen Sektor“, sagte Max gähnend und verließ das Zimmer.

Joe war früher genau wie Max gewesen, ernsthaft, wenn es um Rudelangelegenheiten ging, aber sorglos, wenn es um Beziehungen ging. Mit seinem Aussehen, seinem lockeren Charme, den sein Alpha schätzte, um mit anderen paranormalen Gruppen in Verhandlungen zu treten, hatte Joe keine Probleme, Aufmerksamkeit zu erregen. Schade, dass all diese verbundenen Paare seinen Wolf unruhig machten, kribbelig vor Verlangen.

Nummern für eine Nacht stellten ihn nicht mehr zufrieden, und er fühlte sich danach nur leer. Verdammt, Joe konnte sich nicht erinnern, wann er das letzte Mal mit einem Mann zusammen gewesen war. Vor einigen Monaten vielleicht? Joe könnte es alles auf das Rudel schieben, das sich zunehmend mit diesen nervtötenden Menschen-Zählen-Leuten und ihrer Disziplinarkommission beschäftigte, aber das stimmte nicht.

Wenn er all diese widerlich glücklichen Paare sah, sehnte sich sein Wolf nach etwas Festem. Joe fing sogar an, sich an die Vorstellung zu gewöhnen, einen Gefährten an seiner Seite zu haben, ein vertrautes Gesicht, neben dem er am Morgen aufwachen würde und zu dem er nach einem langen Tag auf Patrouille gerne nach Hause zurückkehren wollte. Scheiße. Wenn Max das jemals hören sollte, würde der andere Vollstrecker ihm ins Gesicht lachen.

„Joe“, sagte Deacon und unterbrach sein Gespräch mit Lance, Santino und Sabine, die noch ein wenig länger blieben, selbst nachdem Max gegangen war. Moment mal. Joe sollte nicht trödeln. Sein Verstand war leicht in eine Richtung abgedriftet, vor der er Angst hatte.

„Was habe ich verpasst?“, fragte er.

Deacon fragte stattdessen: „Wo willst du hin?“

Joe gab dem Alpha seinen berühmten „Ach, komm schon“-Blick, aber er hätte wissen müssen, dass der bei Deacon nicht funktionieren würde. Deacon hob eine schwarze Augenbraue und sagte: „Es ist dein freier Tag, warum nimmst du keine Pause?“

„Er hat in letzter Zeit ziemlich hart gearbeitet“, kommentierte Sabine.

Ihre unheimlichen Augen sahen amüsiert aus. Ihr Bruder Santino stupste sie an, ein heimliches Lächeln auf seinen Lippen. Diese verdammten Geschwister. Santino machte wahrscheinlich in Gedanken eine Bemerkung zu ihr.

Er starrte sie gereizt an. Wieder keine Wirkung. Wie Max war er in diesem Rudel geboren und aufgewachsen und hatte die fast völlige Dezimierung seines Rudels miterlebt. Während Joe damit beschäftigt gewesen war, Elternersatz für seine beiden verwaisten Brüder zu spielen, hatte sich Deacon von einem vielversprechenden Jungen in einen rücksichtslosen Alpha verwandelt. Deacon schwor denen, die ihm treu geblieben waren, dass sie eines Tages aus der Asche ihres Versagens aufsteigen würden.

Deacon war erfolgreich.

In weniger als zwei Jahrzehnten baute Deacon das Rudel von Grund auf, flankiert von seinem Teufel und dem Geist, Spitznamen, die Santino und Sabine gegeben wurden, den silberäugigen Halb-Werwolf und Halb-Esper-Geschwistern, die ihrem Alpha natürliche mentale Abschirmungsfähigkeiten gaben. Deacon lud andere paranormale Gruppen wie die Vampire und eine große Bussardgruppe nach Devil Hills ein und machte sie zu Verbündeten. Infolgedessen entwickelte sich Devil Hills zu einer gewaltigen Gemeinde, vor der die Regierung von Menschen-Zählen zu viel Angst hatte und sie daher in Ruhe ließ.

Das Rudel war weit gekommen. Joe trat für seine jüngeren Brüder Quentin und Marshall ein, nachdem ihre Eltern gestorben waren. Er war der Meinung, dass er seine Brüder richtig aufgezogen hatte. Als sie das Erwachsenenalter erreichten, arbeitete sich Joe vom Rudelsoldaten zum Vollstrecker hoch. Auf seine eigene Weise machte er sich gut.

Im Gegensatz zu dem auffälligen Teufel und Geist oder Lance, ihrem Beta, der für seine perfekte Beherrschung und sein besonnenes Denken bekannt war, lag Joes Talent darin, sich zu integrieren und Leute zu überzeugen. Deacon schien für die meisten Rudelkameraden und Außenseiter unantastbar, und deshalb hielten die schwächeren Mitglieder des Rudels manchmal Abstand, aber sie hatten keine Angst davor, sich Joe zu nähern.

„Ich hatte vor, nach meinem Sektor zu sehen, das ist alles“, sagte Joe mit den Händen in den Taschen.

Sicher würde Deacon nicht sagen, dass er zu verantwortungsbewusst sei. Das Letzte, was er wollte, war, in die Stadt zu schlendern und zu sehen, wie der Gefährten-Virus noch mehr von den paranormalen Bewohnern überkam, die Devil Hills als ihre Heimat bezeichneten.

„Du hast dich ganz schön verausgabt, und das ist neu, sogar für dich“, sagte Lance wenig hilfsbereit. „Ich hörte, dass Freida heute in der Stadt ist.“

„Freida ist wahrscheinlich nicht so Joes Geschmack“, sagte Santino. „Hmm, was ist mit Jared? Er ist auch nicht im Dienst.“

„Zu offensichtlich, Bruder“, hörte Joe Sabine zu Santino murmeln.

Er wurde langsam sauer. Warum nervten ihn heute alle und spielten so auffällig Kuppler, ausgerechnet? Frieda war die Schwester von Lances Gefährten Joey, und sie war eine süße devote Werwölfin, der eine Menge Freier hinterherliefen. Jared war einer der vielversprechenden jüngeren Soldaten des Rudels, die Santinos Team zugeteilt waren.

Schweiß bedeckte seinen Rücken. Warum hatte er das Gefühl, dass diese vier nicht geblieben waren, um ernsthafte Rudelgeschäfte zu diskutieren, sondern sein Liebesleben oder vielmehr das Fehlen eines solchen?

„Alpha, hast du nicht ein wichtiges Treffen, zu dem du gehen musst?“, fragte Joe spitz. Als sich keiner der vier rührte, schnaubte er. „Ich gehe jetzt“, verkündete er laut, leicht angepisst.

Er stolzierte aus dem Konferenzraum.

Hatten diese Leute nicht andere, bessere Dinge zu tun? Joe betrachtete sie als Familie, sie standen immer hinter ihm, aber manchmal sollten sie, wie nervige Familienmitglieder, wissen, wann sie aufhören mussten, sich einzumischen.

Joe verließ das Rudelhaus und machte eine Pause, um sich die kleinen Häuser und Hütten anzusehen, die zu beiden Seiten des gewaltigen vierstöckigen Bauwerks standen, das Herz und Zentrum des Rudels bildete. Wind blies in sein Gesicht und er schloss seine Augen. Das Rudel war wirklich sehr weit gekommen.

Damals, als das Rudel von Menschen angegriffen worden war, erinnerte er sich, dass Marshall und Quentin schockiert aussahen, immer noch unfähig, den Tod ihrer Eltern zu akzeptieren. Joe erinnerte sich, wie er Deacon angeschaut hatte, der mit Blut bedeckt war und auf beiden Seiten von Santino und Sabine unterstützt wurde. Deacon hatte auch seine Eltern verloren, seine Mutter und seinen Vater, den alten Alpha, aber Deacon hatte irgendwie die Kraft gefunden, nach vorne zu schauen und immer an den nächsten Schritt für das Rudel zu denken.

Joe musste zähneknirschend zugeben, dass zu sehen, wie die obere Befehlskette im Rudel glücklich verbunden war, einen guten Einfluss auf andere Rudelmitglieder ausübte. Manche hatten ihre Gefährten auch in dieser kurzen Zeitspanne gefunden. Gut für sie.

Sein Wolf knurrte in ihm und drängte ihn, dasselbe zu tun. Joe kannte die meisten seiner Rudelkameraden, aber er fühlte bei keinem von ihnen diese verräterische Anziehungskraft. Sein Gefährte war nicht in ihrem Rudel. Es wäre nicht ungewöhnlich, dass sein Gefährte sich als Wandler einer anderen Tiergruppe oder ein Esper entpuppte. Die Gefährten von Deacon, Santino und Forrest waren keine Werwölfe. Zu schade, dass er dieses Gefühl der Verbindung auch nicht mit irgendeinem der anderen Paranormalen in der Stadt empfand.

Er verließ das Gelände und betrat die Ostseite der großen Wälder, die an ihre Häuser grenzten. Deacon hatte einen großartigen Standort gewählt, der nahe genug an der Stadtgrenze lag, aber das Terrain würde nicht so einfach von einem Menschen oder Esper überquert werden.

Er zog seine Kleidung aus, ließ seine Sachen auf einem Haufen liegen und rief nach seinem Wolf. Die Verwandlung geschah leicht. Fell bedeckte Brust und Schultern. Knochen zerbrachen, setzten sich neu zusammen und Organe veränderten sich. Als er auf allen vier Pfoten stand, ging Joe tiefer in seine Wälder. Er sah nach seinen Teammitgliedern, da er auch genauso gut seinen Job machen könnte.

Joe erinnerte sich, dass Lena und Scot, zwei neue Rudelsoldaten, in dieses Gebiet geschickt worden waren. Er entdeckte die beiden, die neben einem Baum in der Nähe plauderten. Beide sahen entspannt aus, aber andererseits waren sie weit von der Grenze entfernt, die ihre Länder von dem neutralen Territorium trennte, in dem Menschen, Wandler oder Esper offen gejagt wurden. Vor einem Monat hatte die Disziplinarkommission gewagt, Wandler und Esper in der Nähe von Devil Hills zu entführen.

---ENDE DER LESEPROBE---