Tom Prox 73 - Frederic Art - E-Book

Tom Prox 73 E-Book

Frederic Art

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Beschreibung

Ein Mann wird vermisst, und eine Leiche wird gefunden. Ist dieser Mann tatsächlich ohne Fremdeinwirkung gestorben, wie der Arzt zunächst feststellt, und handelt es sich um den Vermissten?
Auf diese Fragen müssen Tom Prox und seine Sergeanten Snuffy Patterson und Ben Closter Antworten finden, stoßen aber zunächst sowohl in Jicarilla als auch in Rabenton auf eine Mauer des Schweigens. Aber sie wären nicht die unerschrockenen und unnachgiebigen Männer, als die Ghosts nun einmal bekannt sind, würde diese Mauer nicht schon bald bröckeln. Was dahinter dann aber zum Vorschein kommt, ist so perfide, dass selbst einem Tom Prox der Atem stockt ...


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Seitenzahl: 104

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Inhalt

Cover

Der Gast vom »Golden Star«

Vorschau

Kleines Wildwest-Lexikon

Aus dem Wilden Westen

Impressum

Der Gast vom»Golden Star«

Von Frederic Art

Dass sich auch etwas so Nebulöses wie Träume hervorragend verkaufen lässt, das ist die Grundlage aller Rauschgiftverbrechen. Tom Prox und seine Ghosts aber bekommen es diesmal mit besonders gewissenlosen Gangstern zu tun, die das zerstörerische Opium für ein noch viel lukrativeres »Geschäftsmodell« nutzen – und buchstäblich über Leichen gehen!

»Und wenn ich dir sage, der Mann ist tot, dann kannst du Gift drauf nehmen, Al. Den weckt niemand mehr auf. Ich habe ihn mir genau angesehen. Dachte, ich könnte ihm vielleicht noch helfen ...«

»Goddam!« Sheriff Grant donnerte wütend die Faust auf die Theke. »Nicht mal mittags kann unsereins in Ruhe seinen Drink nehmen. Was musst du auch deine krumme Nase dauernd in Dinge stecken, die dich einen feuchten Kuhmist angehen!«

Der rothaarige Keeper kam furchtsam hinter dem Tresen hervor und rümpfte die Nase.

»Was nicht in Ordnung, Sheriff?«

»Fred hat einen Toten gefunden, sagt er. Oben an der Straße nach Jicarilla. Ob da was nicht in Ordnung ist, John? Seit wann liegen denn tote Männer bei uns in der Gegend herum, eh?«

»Himmel, das ist aber ...!«, staunte der Keeper. »Nimm schnell noch einen, Al. Das beruhigt, ich gebe einen aus.«

Der Saloon war nicht sehr besucht. An der Theke lümmelten einige Cowboys herum und würfelten um Runden. Nur an den Tischen saßen einige Einwohner und verspeisten schweigend ihre Mahlzeit.

Sheriff Grant mochte vierzig Jahre alt sein. Er war ein untersetzter Mann mit buschigen Brauen und einer beginnenden Glatze. Seine breiten Hände waren mit schwarzen Haaren dicht übersät, sodass er an einen gutmütigen Menschenaffen erinnerte. Seit ewiger Zeit war er nun schon Sheriff von Rabenton, und kaum einer hätte genau sagen können, wann er in den Ort gekommen war.

»Doch nicht jemand von hier?«, erkundigte sich der Keeper mit neugierigem Interesse bei Fred Allan, der einen kleinen Store unterhielt. »Weißt du, wer es ist, Fred?«

»Hab den Mann nie in meinem Leben gesehen. So einen wie den vergisst man nicht.«

»Warum? Was ist denn das für 'ne komische Idee?«

»Reite hinaus, Sheriff, und sieh ihn dir an. Auch du wirst deine Freude haben. An dem Fall beißt du dir die Zähne aus.«

»Kaum möglich«, feixte Grant belustigt, schob seine Finger zwischen die Lippen und legte sein Gebiss neben das Whiskyglas.

Allan kniff die Augen zusammen. Herrjeh, konnte der Sheriff zaubern ... alle Zähne auf einmal?

Grant schob sich vom Sitz. Mürrisch stiefelte er durch den Saal, grüßte hier und dort zu den kleinen Tischen, stieß die Flügeltür auf und trat in die gleißende Mittagssonne hinaus.

Einen Moment blieb er stehen, suchte in den Jackentaschen nach Zigaretten und blickte zum Himmel hinauf. Nicht eine einzige Wolke; tiefblau die Luft, heiß und staubig.

Hoffentlich gab es keinen Ärger!

Im Sturmschritt eilte er mit vorgeneigten Schultern die einzige Straße hinunter, ohne auf die freundlichen Zurufe einiger Männer zu achten, die im Schutz des überdachten Gehsteigs beieinanderstanden und sich unterhielten.

Grants Office lag gleich neben dem Haus des Bürgermeisters, ein altmodisches Gebäude mit abblätternder Ölfarbe, das auch schon bessere Zeiten gesehen hatte. Aber als Sheriff konnte man ja keinen Palast beanspruchen. Außerdem wäre Rabenton ohnehin nicht reich genug dazu gewesen.

Knurrend stieß er den großen Schlüssel in die Haustür.

»Mahlzeit«, sagte da jemand dicht neben ihm. »Auf Sie warte ich schon, Sheriff.«

Grant drehte den Kopf zur Seite, wo die schwarzen Anschlagtafeln an der Hauswand hingen.

Grimmige Gesichter starrten ihn von den zahllosen Steckbriefen an, unrasiert und mit nach Beute gierenden Blicken. Jede Woche musste er ein paar neue an die Tafel nageln, aber bis heute war es ihm nicht gelungen, auch nur einen der Gesuchten zu ergreifen. Dabei hätte er sich die ausgeschriebenen Belohnungen ganz gern verdient.

»Hallo, Stranger«, grüßte Grant zurückhaltend. »Wenn Sie zu mir wollen, kommen Sie besser am Nachmittag noch mal vorbei. Hab im Augenblick keine Zeit.«

»Mittagsschlaf halten, was?« Der hagere Fremde lächelte und sah den Sheriff verständnisvoll an. »Ist ja auch keine Dienstzeit jetzt, wie ich sehe.«

Grant starrte dem anderen wütend ins Gesicht, ließ dann seinen Blick über den Anzug des baumlangen Gesellen gleiten und spitzte die Lippen, als er die beiden großkalibrigen Revolver an dessen Hüfte entdeckte. Hosen und Rock des Fremden waren aus schwarzem Stoff. Er trug ein weißes, sauberes Hemd mit einem bunten Halstuch im Ausschnitt.

»Will nicht hoffen, dass Sie sich über mich lustig machen, Mister«, schnaubte der Sheriff verärgert. »Versuchen Sie's also nachmittags noch einmal ... vielleicht bin ich bis dahin zurück.«

Jetzt schloss er auf und trat mit der Stiefelspitze gegen die schwere Tür. Ohne sich weiter um den Mann zu kümmern, ging er ins Office, nahm seinen Gürtel vom Wandhaken, untersuchte den Colt und wechselte eine verdächtige Patrone in der Trommel gegen eine einwandfreie aus.

Längst hatte er die Anwesenheit seines unbekannten Besuchers vergessen. Er schreckte erst hoch, als der Hagere dicht vor seinem Schreibtisch stand, einen Stuhl herbeizog und sich mit aller Seelenruhe niederließ, als gedenke er die nächsten Stunden nicht vom Fleck zu weichen.

»Sie sollten sich doch zum Teufel scheren«, fuhr Grant auf. »Sie hören wohl schlecht? Was ist denn das für ein merkwürdiges Benehmen, Mister?«

»Keine Aufregung, Sheriff. Dachte, Sie hätten mich eingeladen. Sollte ich mich da geirrt haben? Na, nichts für ungut. Mein Name ist Patterson, Snuffy Patterson ...« Er sah den Sheriff erwartungsvoll an, aber sein Name schien diesem nichts zu bedeuten.

»Na und?«

»Nie von mir gehört?«, fragte Snuffy enttäuscht.

»Todsicher noch nicht.«

»Das ist aber komisch, Sheriff. Hm ...«

Grant spielte einen Moment mit dem Gedanken, den Dürren kurzerhand aus dem Office zu werfen. Aber irgendetwas hielt ihn davon ab.

Er fuhr in seinen Vorbereitungen fort und kümmerte sich nicht mehr um den Mann. Seinetwegen konnte er hier sitzen, bis er schwarz wurde. Im Office gab's nichts zu stehlen, und man hatte noch nie davon gehört, dass einem der Kollegen alte Akten oder gar das Tintenfass gestohlen worden wären. Zudem sah der Mann nicht einmal so aus, als sei er wild auf krumme Touren.

Schnaufend hob Grant den Sattel vom Haken, warf ihn sich über die Schulter und schritt zum hinteren Ausgang des großen Raumes, wo es zum Hof ging.

»Lassen Sie sich die Zeit nicht lang werden, Mister. Wenn Sie mir aber an meinen Schnaps gehen sollten, können Sie was erleben!«

»Und wo wollen Sie hin?«

»Geradewegs in die Hölle!«

»Na, dann werde ich Sie nicht länger aufhalten. Viel Vergnügen, Sheriff. Wenn Sie zufällig die Straße nach Jicarilla runterreiten wollen, so können Sie sich den Weg sparen. Den Toten hab ich mitgebracht, obgleich ich nicht bei der Post angestellt bin.«

Polternd ließ der Sheriff seinen Sattel auf die Dielenbretter fallen und drehte sich um. Staunen lag auf seinen Zügen.

»Einen Toten ...?«

»Ich bewundere Ihre schnelle Auffassungsgabe, Sheriff. Natürlich wollte ich Ihren Ermittlungen nicht vorgreifen, aber ich hielt es nicht für richtig, dass am helllichten Tag Tote auf der Straße herumliegen. So was stört den Fremdenverkehr. Was sollen schließlich die Leute dazu sagen?«

»Ist das Ihr Ernst, Mister ...? Wie war doch noch Ihr Name?«

»Sergeant Patterson«, wiederholte Snuffy betont gelassen. »Von der Special Police. Das ist ein Verein zur Bekämpfung gesetzesmüder Zeitgenossen.« Er kramte nach der Erkennungsmarke und hielt sie Grant vor die Nase.

»Himmel!«, war alles, was der Sheriff dazu zu sagen wusste. Schlapp sank er in seinen Schreibtischstuhl. »Trinken Sie einen, Sergeant?«

»Kommt ganz darauf an. Bis auf Milch und Salatöl so gut wie alles.«

»Aber wie haben Sie ihn denn gefunden?«, wollte Grant wissen. »Eben erst hab ich von der Schweinerei gehört. Allan traf mich im Saloon. Ich wollte gerade los und mir die Sache ansehen.«

»Allan? Wer ist das?«

»Er hat den Store gleich am Ortseingang. Sie müssen da vorbeigekommen sein, Sergeant.«

»Stimmt, ich erinnere mich. Aber verschütten Sie bloß nicht den kostbaren Stoff ...!«

»Das ist eine ziemlich üble Sache«, knurrte Grant und schob seinem Besucher das Glas über den Tisch zu. »Seit langer Zeit ist so etwas bei uns nicht mehr vorgekommen. Wenn wir nun wieder einen Revolvermann im Lande haben, dann kann das ja lustig werden. Ich verzichte auf Banditen.«

»Glauben Sie vielleicht, ich wäre wild darauf? Aber wie kommen Sie ausgerechnet auf Banditen?«

»Wo ein Toter liegt, da muss ihn doch jemand erschossen haben, Sergeant.«

»Warum?«

»Weil er sonst noch am Leben wäre«, rief der Sheriff erregt. »Was stellen Sie bloß für blödsinnige Fragen?«

»Der Mann wurde gar nicht erschossen, Sheriff.«

»Was Sie nicht sagen ...« Grant klappte den Unterkiefer herunter und verharrte so eine Weile in ungläubigem Staunen. »Und warum ist er dann tot?«

»Wenn ich nichtig informiert bin, Sheriff, kommen noch andere Möglichkeiten in Betracht. Er könnte einem Herzschlag erlegen sein. Oder er hat sich überfressen. Auch mit Brandy hat es schon mancher geschafft. Ich wäre in der Lage, Ihnen noch hundert Gründe aufzuzählen.«

»Das wäre ja sehr erfreulich.« Grant atmete erleichtert auf. »Schenken Sie sich getrost noch einen ein, Sergeant. Nicht erschossen ...? Dann ist das kein Fall für mich. Soll der Doc sich um ihn kümmern. Schon von wegen des Totenscheins.«

»Da wird es einige Schwierigkeiten geben«, befürchtete Snuffy. »Kommen Sie mit hinters Haus. Ich hab ihn mit meinem Gaul hergeschafft. Es war nicht notwendig, dass jeder auf der Straße sehen konnte, dass ich mit 'ner Leiche hier ankam. Ich habe ihn gleich im Schuppen untergebracht.«

»Aber davon weiß ich ja gar nichts!«

»Kunststück ... wo Sie Ihre Neuigkeiten doch aus dem Saloon beziehen! Seit einer halben Stunde warte ich auf Ihr Erscheinen, Sheriff. Los, sehen wir uns den Mann an. Ich habe ihm die Taschen schon umgedreht, aber nichts gefunden. Vielleicht wissen Sie, wie er heißt.«

»Es ist niemand aus Rabenton«, versicherte der Sheriff.

»Woher wollen Sie das wissen, wo Sie ihn überhaupt noch nicht gesehen haben?«

»Allan sagte es, und der kennt jeden im Ort.«

»Vielleicht hat er recht. Los, kommen Sie!«

Wortlos stand der Sheriff auf, rieb sich die Augen und zögerte einen Moment.

Sergeant Patterson tat ganz so, als sei er derjenige, der hier zu befehlen hatte, und das verdross den Sheriff. Alle stellten sich gegen ihn. Allan, der ihm die Neuigkeit in der Kneipe überbracht hatte, und nun auch der Mann von der Special, der mit dem Toten hier angeritten gekommen war und sich nun wichtigmachen wollte. Bestimmten jetzt schon die anderen, was im Ort zu geschehen hatte?

Krachend stieß er die rückwärtige Tür zum Hof auf. Er sah das fremde Pferd an der Stallwand stehen. Es senkte den Kopf und begann zu wiehern, als Snuffy hinter Grant zur Scheune ging.

»Na ... kennen Sie ihn?«

Auf einem Lager aus trockenem Heu lag ein toter Mann, etwa fünfzig Jahre alt, kräftig und mit einem modischen, hellgrauen Schneideranzug bekleidet. Er trug teure Wildlederschuhe und eine mattschimmernde Perle in der Seidenkrawatte. Über der schmalen Oberlippe prangte ein scharf ausrasierter Schnurrbart.

»Das ist keiner aus der Gegend hier, Sergeant.«

»Dachte mir's gleich«, murmelte Snuffy. »Solche Klamotten tragen nur Gents aus der Stadt. Ich würde wetten, dass Sie zwei Monatsgehälter auf den Tisch des Hauses legen müssten, falls Sie sich solch einen Anzug bauen lassen wollten. Ein Mann mit Geld, Sheriff, das sieht man auf den ersten Blick.«

»Was nützt es ihm nun? Mitnehmen kann er nichts.« Der Sheriff juckte sich an der Nase, ohne einen Blick von dem Toten zu lassen. »Und Sie haben nichts gefunden, was einen Hinweis geben könnte? So einer trägt doch zumindest eine dicke Brieftasche bei sich oder sonst ein Ausweispapier. Wie kommt er in diese Gegend, wenn er kein Geld bei sich hat?«

»Das eben wollen wir herausbekommen, Sheriff. Passen Sie mal auf und überlegen Sie, was Ihnen sonst noch an der Sache auffällt: Er wird leblos auf der Straße nach Jicarilla aufgefunden, vielleicht drei Meilen von Rabenton entfernt. Er hat kein Pferd bei sich und auch keinen Wagen. Sämtliche Taschen seiner Kleidung sind so gut wie leer, abgesehen von einigen Kleinigkeiten, also Taschenmesser, ein paar Schlüssel und ein goldenes Feuerzeug. Aber weder einen einzigen Dollar noch einen Brief oder einen Ausweis ...«

»Schweinerei, verdammte! Und Sie haben nicht feststellen können, an was er starb?«

»Hm«, machte Sergeant Patterson nachdenklich. »Eine Verletzung ist jedenfalls nicht zu erkennen. Haben Sie einen Arzt im Ort?«

»Sicher. Für was halten Sie uns denn? Für Hinterwäldler etwa ...? Doc Howell hat eine großartige Praxis in Rabenton. Zweimal die Woche kommt er her.«

»Und sonst?«