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Ist der Mythos und die Legende vom Menschen erdacht oder ist der Mensch ein Instrument des Mythos und der Legende? In diesem Buch beschäftige ich mich mit den Schöpfungsmythen und Legenden einiger indigener Völker, mit dem Tod und mit einigen Legenden über Pflanzen. Band zwei beschäftigt sich mit einigen Legenden der Kelten, mit dem Mittelalter, mit dem Buddhismus, dem Hinduismus, dem Islam, Elfen und Kobolden, einigen Fabelwesen, mystischen Wesen, mit Weihnachten und dem Brauchtum, einigen humoristischen Fabeln, mit der Weisheit und Moral, einigen Fabeln zum Nachdenken, mit Tieren und dem Jahreskreislauf. Viel Spaß auf Eurem "Weg zum Träumen"!
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Seitenzahl: 220
Veröffentlichungsjahr: 2019
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In diesem Buch beschäftige ich mich mit den Schöpfungsmythen und Legenden einiger indigener Völker, mit dem Tod und mit einigen Legenden über Pflanzen. Band zwei beschäftigt sich mit einigen Legenden der Kelten, mit dem Mittelalter, mit dem Buddhismus, dem Hinduismus, dem Islam, Elfen und Kobolden, einigen Fabelwesen, mystischen Wesen, mit Weihnachten und dem Brauchtum, einigen humoristischen Fabeln, mit der Weisheit und Moral, einigen Fabeln zum Nachdenken, mit Tieren und dem Jahreskreislauf.
Ein Mythos ist eine überlieferte Dichtung, Sage, Erzählung aus der Vorzeit eines Volkes. Die Legende ist eine mit dem Märchen und der Sage verwandte Textsorte bzw. literarische Gattung.
Viel Spaß auf Eurem „Weg zum Träumen“!
Schöpfungsmythen und Legenden
Ägyptischer Schöpfungsmythos
Arktis – Was die Inuit vom Anfang der Welt erzählen
Asien – Die Entstehung der Welt aus Yin und Yang
Eine Schöpfungsgeschichte der Indianer
Brasilien – Wie Sonne und Mond in die Welt kamen
Der Mondgott der Azteken
Ein Schöpfungsmythos aus Afrika
Entstehung der Welt – Polynesien
Griechischer Schöpfungsmythos
Indien – Ein Schöpfungsmythos aus der Rigveda
Mesopotamien – die Schöpfung bei den Sumerern
Nordischer Schöpfungsmythos
Ostafrika – Weltbild der Yoruba
Östlicher Schöpfungsmythos Japan
Palästina – Das Alte Testament
Schöpfungsgeschichte aus dem alten Babylon
Schöpfungsgeschichte aus Finnland
Schöpfungsgeschichte der Lakota
Schöpfungsgeschichte aus Indien
Schöpfungsgeschichte aus Indonesien (Borneo)
Schöpfungsmythos der Afrikaner
Schöpfungsmythos der Natal aus Südafrika
Skandinavien Voluspá
Traumzeit – Mythos der Ureinwohner Australiens
Fabeln, Mythen und Legenden Indigener Völker
Australien und Ozeanien
Aborigines
Beginn der Traumzeit
Das erste Kangaroo
Der erste Bullroarer
Die Herkunft des Feuers
Die Legende der großen Flut
Die Mimi Spirits
Die Numbakulla und die ersten Menschen
Die Sonnen-Frau und der Mond-Mann
Die Woma und Kunia Schlangen-Menschen
Dreamtime – Traumzeit
Entstehung des Didgeridoo – 1. Erzählung
Entstehung des Didgeridoo - 2. Erzählung
Entstehung des Didgeridoo – 3. Erzählung
Erschaffung des Landes durch die Regenbogenschlange
Wie die ersten Frauen geschaffen wurden
Wie die Männer entstanden
Wie die Menschen in Stämme eingeteilt wurden
Wie die Sonne entstanden ist
Wie Eingana die Lebewesen schuf
Woher die Kinder kommen
Woher Gesänge, Tänze und Gesetze kommen
Neuseeland – Maori
Die Heuschrecke und die Ameise
Die Ratte und die Eidechse
Samoa
Die Insel der Schafe
Indianische
Das Geheimnis der Erleuchtung
Das versteinerte Mädchen
Der große Bär
Der Wolf mit dem Bitte nicht füttern Schild
Feuerstein besucht das Kaninchen
Das Kaninchen jagt den Menschenfresser
Das Kaninchen stiehlt das Feuer
Der Zauberer vom Huronsee
Devils Tower
Die Entstehung des Crater Lake in Oregon
Die Entstehung des El Capitan
Die Geschichte der Friedenspfeife
Die Himmelsfrau
Die Legende des Dreamcatchers
Die Legende von Tis-sa-ack
Die Maismutter
Die vergessene Ähre
Die weißen Geisterbären
Drei Riesen und ein Bär
Fabel der Crow-Indianer - Der Wolf und der Hund
Legende über den Shiprock
Legenden der Algonkin - Die sechs Falke
Pag-Osah-Healing Waters
So entstand der Lake Tahoe
Wie das Feuer auf die Erde kam
Wie Mais und Bohnen entstanden sind
Südamerika
Brasilien – Indios
Der Mais
Der Uirapuru
Der Waldgeist Curupira
Die Amazonen
Die große Schlange
Die Mate Pflanze
Die Mondgöttin
Die Zauberklapper
Guaraná
Herkunft der Maniok – Pflanze
Jara die Wassernixe
O Boto der Flussdelfin
Wer ist klüger
Guarani
Der Mond und der Jaguar
Die Toborochi oder der Zufluchtsbaum
Die Kröte und das erste Feuer
Die Kröte und der Urubu
Inka
Die Entstehung des Reiches
Die Götter der Inka
Die große Flut
Die Gründung von Cusco
Die Macht der Berge
Gemeinsam gegen die Dürre
Titicaca See – Die Wiege der Inka
Von der Kristallschale zur Staatsreligion
Nordamerika – Eskimo
Grönland – Inuit
Der fremde Gast
Als die Katze nicht zu Hause war
Die Eule und die beiden Kaninchen
Die weise Krähe
Mexiko – Azteken
Der Mondgott der Azteken
Mittelamerika
Guatemala-Maya
Popol Vuh - das heilige Buch der Maya
Zapoteken
Das Kaninchen im Mond
Fabel und Legenden über den Tod
Afrikanische Fabel über den Tod
Die Legende vom Tod
Eine weitere Legende vom Tod
Der Tod und der Unglückliche
Der Tod und der Holzfäller
Die Fabel vom Tod
Der Greis und der Tod
Der arme Tagelöhner und der Tod
Der Tod der Fliege und der Mücke
Der Gevatter Tod
Legenden über Pflanzen
Der Weizen
Das Korn und das Brot
Hergott‘s Abbild
Der Farn
Hexenkräuter
Zauberkräuter
Obstbäume
Die Hasel
Vornehme Kräuter
Misere
Die wilde Rose
Die Eiche
Der Hollerbaum
Auf eine Schöpfung durch einen Schöpfer wird in Kulten und Religionen die Ursache für den Anbeginn der Welt (Erste Ursache) zurückgeführt. In Anlehnung daran wird auch die erschaffene Welt (das Leben, die Erde, das Universum) als die Schöpfung bezeichnet. Konzeptionen zur Erschaffung der Welt aus dem Nichts oder aus einem präexistenten Chaos gibt es in verschiedenen Religionen. Diese kosmogonischen Mythen setzen stets eine eigenständige personifizierte Macht (Gott) als Erklärungsgrund an, die aus eigenem Antrieb die Welt erschaffen habe. Ein Schöpfungsmythos ist somit eine zumeist theologische oder religiöse Erklärung zur Entstehung der Welt, des Universums oder des Ursprungs des Menschen. Vor allem im Katholizismus, aber auch im Islam gibt es die Vorstellung, dass die Schöpfung nicht abgeschlossen sei, sondern sich als Creatio continua permanent fortsetze. Die heutige naturwissenschaftliche Kosmologie versucht die Existenz und Eigenschaften des Kosmos mit Hilfe physikalischer Prinzipien und Theorien zu erklären. Der Begriff Schöpfung wird deshalb auch bewusst eingesetzt, um auf einen religiösen Hintergrund zu verweisen, etwa in der Rede von der Bewahrung der Schöpfung. Wenn zwischen der religiösen Rede von Schöpfung und der naturwissenschaftlichen Kosmologie ein Widerspruch gesehen und zugunsten der Schöpfungsidee entschieden wird, spricht man teilweise auch von Kreationismus.
-Info von Wikipedia-
Am Anfang war der riesige Ozean Nun. Aus dem Chaos dieses unendlichen Wassers wuchs der Urhügel Tatenen empor. Genau über ihm erblühte eine Lotosblüte, aus der der Sonnengott Re hervorstieg. In dem Chaos machte sich der Gott Ur-Atum (das All) an die Erschaffung des unendlichen Universums. Der Sonnengott Re hatte zwei Kinder: Schu, den Windhauch (die Luft), und Tefnut, die Feuchtigkeit (das Wasser).
Schu und Tefnut zeugten Geb, die Erde, und Nut, den Himmel. Geb und Nut hatten fünf Kinder: Osiris (die Fruchtbarkeit), Isis (das fruchtbare Land), Seth (die Dürre), Harmachhis und Nephtys (die Wüste).
Osiris und Isis zeugten den Königsgott Horus, der den Pharao zu Lebzeiten verkörpert. Aus den Tränen des Sonnengottes Re entstanden die Menschen. Die Götter regierten zuerst als Pharaonen über die Menschen, sie zogen sich doch später in die Unsichtbarkeit zurück.
Unsere Vorväter haben viel vom Entstehen der Erde erzählt. Sie konnten die Worte nicht in Striche verstecken wie später die weißen Männer. Sie erzählten nur, die Menschen, die damals lebten. Sie erzählten von vielen Dingen.
Darum sind wir nicht unwissend. Alte Frauen reden nicht einfach so dahin, und wir glauben ihnen: im Alter gibt es keine Lügen. Damals, vor langer, langer Zeit, als die Erde entstehen sollte, stürzte sie von oben herab. Erde, Felsen und Steine, hoch vom Himmel hernieder. Und dann kamen die Menschen.
Kleine Kinder kamen aus der Erde heraus, aus Weidenbüschen, und sie lagen darunter mit geschlossenen Augen und zappelten; denn sie konnten nicht einmal krabbeln. Ihre Nahrung bekamen sie von der Erde. Von einem Mann und von einer Frau wird erzählt. Aber wie? Das ist rätselhaft.
Wann hatten sie sich bekommen? Wann waren sie groß geworden? Man weiß es nicht. Aber die Frau nähte Kinderkleider und wanderte hinaus. Sie findet die Kindlein, zieht sie an und bringt sie nach Hause. So wurden es viele Menschen. Sie kannten nicht die Sonne. Sie lebten im Dunkeln. Nur im Hause hatten sie Licht.
Und die Menschen vermehrten sich immerfort. Und sie wurden uralt, denn es gab keinen Tod. Und sie überfüllten die Erde. Da sprach eine alte Frau zu einer anderen: „Wir wollen beides haben, Licht und Tod.“
Und als sie dies ausgesprochen hatte, wurde es so. Und mit dem Tod kam die Sonne, der Mond und die Sterne. Denn wenn die Menschen sterben, steigen sie hinauf zum Himmel und beginnen zu leuchten.
Das, was wir heute als Himmel und Erde bezeichnen, war vor undenklichen Zeiten ein durcheinandergewirbeltes "Ding" von der Gestalt eines Eis. Starke Kräfte verbanden sich und brachten Yin und Yang hervor.
Yang - heiß, feurig, männlich, energiegeladen. Yin - feucht, kühl, weiblich, langsam dahintreibend. Jede dieser Kräfte war ungeheuer stark. Jede für sich würde die Welt mit ihrer Gewalt zerstören, und das Chaos würde wiederkommen. Zusammen aber glichen sie sich aus und hielten die Welt in Harmonie. Das sind also Yin und Yang, und aus ihnen entstand alles. Die Sonne entstand aus Yang, der Mond aus Yin. Die vier Jahreszeiten und die fünf Elemente - Wasser, Erde, Metalle, Feuer und Holz - gingen aus ihnen hervor. Ebenso alle Lebewesen. Jetzt gab es also die Erde, die wie eine Qualle auf dem Wasser schwamm. Aber die Erde war einfach eine Kugel ohne besondere Merkmale. Die Kräfte von Yin und Yang erschufen ein Wesen, Pan Gu, das einem Menschen glich.
Nach 18.000 Jahren (eine symbolische Zahl für eine unbekannte Anzahl von Jahren) strebte alles, was hell und klar war innerhalb des Eis, empor und wurde zum Himmel. Alles Dunkle und Trübe hingegen senkte sich herab und wurde zur Erde. Pan Gu schwebte zwischen beiden und wuchs und wuchs - so wie auch Himmel und Erde wuchsen. Der Himmel wurde immer höher, die Erde immer fester und Pan Gu immer größer. So vergingen wieder 18.000 Jahre. Als Pan Gu starb, wurden aus seinem Atem Wind und Wolken, aus seiner Stimme das Dröhnen des Donners, aus seinem linken Auge die Sonne, aus seinem rechten der Mond. Aus seinen Armen und Beinen zogen sich die Vier Himmelsrichtungen auseinander, aus seinen Knien, den Ellbogen und der Stirn entstanden die Fünf Heiligen Berge Chinas, aus seinem Blut die Ströme und Flüsse.
Aus seinen Sehnen und Adern wurden Falten, Furchen und Höhlungen der Erde, aus seinem Fleisch die Felder und Weiden, aus seinen Haaren und seinem Bart die Gestirne des Himmels. Seine Körperhaare verwandelten sich zu Bäumen und Gräser, seine Zähne und Knochen zu Metallen und Steinen, aus seinem Mark wurden Perlen und Jade, und aus seinem Schweiß entstieg die Feuchte des Himmels und die Regenschauer.
Auch die Ureinwohner dieses Landstriches beginnen die Erzählung ihrer Entstehungsgeschichte mit einer Darstellung von undurchdringlicher, schwarzer und stiller Dunkelheit, in die ein leiser Ton erklang. Der Ton wurde lauter – das Heulen eines Kojoten, der wiederum um sein Heulen herum entstand, um so materialisiert in die Dunkelheit zu blinzeln. Er stellt fest in der Dunkelheit nicht laufen zu können, erschafft mit seinem Atem Wind in Form einer Muschel, die er von sich schleudert und so den Himmel kreiert. Durch sein Heulen schafft er Farben, eine Scheibe aus brennendem Gold, die Sonne sowie eine Scheibe aus schimmerndem Silber, den Mond. Er trennt Tag und Nacht und lässt sein hartes Knurren zu Felsen, Hügeln und Bergen werden. Sein leiseres Knurren wird zu Wäldern und grasbewachsenen Prärien. Mit seinem Jaulen erschafft er Tiere aller Art, um mit ihnen laufen zu können. Doch auch das genügt ihm nicht, er erschafft aus Uferlehm und seinem Atem die ersten Menschen, die er mit dem Auftrag sich zu ernähren, Tiere zu jagen und die neue Welt mit Kindern zu bevölkern versieht. Er erzählt ihnen, dass sie ihn nie fangen, aber nachts hören können, wenn er voll Freude über die von ihm erschaffene Welt zum Mond heult.
Am Anfang war nur Mavutsinim, der Große Geist. Er war allein, niemand lebte mit ihm. Er hatte weder Frau noch Kinder.
Es gab auch keine Sonne und keinen Mond, keinen Tag und keine Nacht. Des Alleinseins müde, schuf sich Mavutsinim aus einer Muschel eine Frau und heiratete sie.
Sie hatten Kinder zusammen, darunter zwei Söhne, einen hellen und einen dunkleren.
Der dunklere wurde Kuat, die Sonne, und der hellere Iae, der Mond. Sie brachten den Tag und die Nacht in die Welt.
Und Mavutsinim erweckte alles Leben auf Erden.
Als er sah, dass sich die Menschen ihrer Toten wegen grämten, ging er in den Wald und schnitt Holz, aus dem er Kuarup machte, den Stoff, der Tote zum Leben erweckt.
Doch einige Indianer waren ungehorsam und folgten dem Großen Geist, um ihn im Wald zu belauschen.
Da wurde Mavutsinim zornig und verhinderte die Erweckung der Toten für alle Zeiten.
Der aztekische Schöpfungsmythos erzählt uns folgendes: Am Anfang gab es eine Zeit der Dunkelheit ohne Sonne und Mond, es herrschte das Chaos. Darum schufen die Götter Sonnen, ließen sie scheinen und zerstörten sie anschließend wieder. So gab es vor dem jetzigen Zeitalter vier Vorwelten. Als das fünfte Weltzeitalter geschaffen wurde, sollte der Mondgott als Sonne dienen. Er hatte aber Angst, in das reinigende, verwandelnde Feuer zu springen. Und so sprang er zu kurz und landete nur in der Asche. So wurde er kein strahlender Sonnengott, sondern muss seither mit schmutzigen Ascheflecken im Gesicht über den Himmel ziehen.
Bei diesen Völkern beginnt der Mythos der Entstehung mit Mawu, dem Schöpfergeist. Es gibt weder Menschen, Pflanzen noch Tiere, nicht Sonne oder Mond, Luft oder Wasser, Tag und Nacht. Nur Mawu, der in seinem tiefen Schlaf durch die Leere treibt und von den Dingen träumt, die einmal sein würden.
Die Zeit beginnt als Mawu den Traum zu Ende träumt und erwacht. Er nimmt die Leere und rollt sie zwischen seinen Handflächen zu einer Schlange, welche durch seinen Atem Farbe und Leben erhält. So wird die Leere zur Regenbogenschlange, die Mawu hilft, die Welt zu erschaffen. Sie erschaffen unbewegtes Meer und flaches Land in die Stille der Welt. Sie ziehen beide über die Welt; Mawu erschafft Berge, gefüllt mit Gold und Edelsteinen; die Regenbogenschlange sorgt für Gräben, wo Flüsse und Bäche entstehen.
Nachdem Mawu vor Freude zu viele Wälder und Tiere erschaffen hat, droht das Land im Meer zu versinken, sodass er die Schlange bittet, das Land hoch zu halten. Auf seine Bitte hin windet sich die Regenbogenschlange dreitausendmal spiralförmig um die Erde, die sie bis zum heutigen Tage auf diese Weise hält.
Die Spiralen umkreisen die Erde und bewegen die Planeten und Sterne über den Nachthimmel. Wenn die Sonne durch Regen schimmert, erscheint eine ihrer Spiralen als Regenbogen. Wenn ihre Schuppen aufleuchten, sehen wir Blitz und Donner. Bewegt sich die Schlange, erschüttert ein Beben die Erde. Wenn sie die Spiralen eines Tages von der Erde löst, wird diese auseinanderfallen und untergehen.
Am Anfang existiert Taaora, welcher das gesamte Universum ausfüllt.
Er fühlt sich jedoch so einsam, dass er in die Einsamkeit seine Stimme ruft und aus dem zurückkommenden Echo ein Lied macht.
Anfangs ist es ein leises, flüsterndes Lied, aus welchem er das Meer und den Wind singt.
Die Töne werden zu den Fischen, die das Meer beleben. Dann ändert Taaora sein Lied, um Land zu erschaffen.
Er singt weiße Sandstrände, er singt Steine in den Sand und Berge über die Steine.
Daraufhin wird sein Gesang lauter und er erschafft damit Himmel, Sonne, Mond und Sterne.
Als der Sand sich zusammenpresst treten fruchtbare, erdige Inseln hervor, auf die sein Lied als Samen fällt.
Mithilfe des Regens entstehen so alle Pflanzen.
Taaora singt Insekten, Vögel und Tiere auf die Erde.
Als er sieht, dass die Welt vollendet ist, singt er die Menschen aus sich selbst heraus und sich selbst in sie hinein.
So wurden die Menschen erfüllt von Licht und dem Lied der Welt.
Vor dem Anbeginn der Zeit war das Chaos, ein gähnender Schlund ohne Anfang und ohne Ende.
Finster waren die Nebel, aus denen es bestand, und doch lagen schon in ihnen die Urbestandteile allen Lebens: Erde, Wasser, euer und Luft.
Und so geschah es, dass sich die Finsternis (Erebos) und die Nacht (Nyx) aus dem Schlund erhob. Beide vereinigten sich und gebaren den Äther (Aither) und den Tag (Hemera).
Die erste aber unter allen Göttern war die Erdenmutter Gaia. Gaia oder Ge, lat. Gaea, ist nach der griechischen Götterlehre die lebenserzeugende und lebentragende Erde. Sie entsprang - nach Hesiodos - am Anfang zusammen mit Eros, Tartaros und Nyx dem Chaos.
Gaia ist als Hervorbringerin und Trägerin aller Lebewesen Allmutter und Urgottheit, in der sich vorgriechische und archaische griechische Vorstellungen vereinigten.
Gaia zeugte aus sich selbst Uranos (den Himmel), Pontos, das Meer, und Tartaros, die Unterwelt.
Als Gemahlin des Uranos gebar sie die Titanen, die Kyklopen und die Hekatoncheiren.
Weil Uranos seine Kinder hasste, verbarg er sie in der Erde (Gaia).
Gaia veranlaßte deshalb Kronos, den Uranos mit einer Sichel zu entmannen.
Die dabei auf die Erde fallenden Blutstropfen fing Gaia auf und gebar daraus die Erinnyen und Giganten.
Danach übernahm Kronos die Weltherrschaft. Gaia ist von Pontos Mutter von Phorkys, Ketos, Nereus und Thaumas.
Weitere Kinder folgten und so entstand aus der Verbindung von Hyperion und Theia die Sonne (Helios), der Mond (Selene) und die Morgenröte (Eos). Ihr Sohn Japetos verliebte sich in die chöne Okeanidin Klymene und deren mächtige Kinder waren Atlas, Menoitis, Prometheus und Epimetheus. So bevölkerte ein ganzes Göttergeschlecht in unterschiedlichsten Erscheinungsformen die frühe Welt.
Nicht Nichtsein war damals und nicht das Sein.
Kein Luftraum war, kein Firmament.
Wer hielt die Welt? Wer schloss sie ein? War es das Wasser im Abgrund?
Nicht Tod war da und nicht das Leben, nicht Sonne, nicht Mond und nicht die Sterne. Dann aber kam es zum Seienden.
Das Eine war da. Da war Atem. Dunkelheit war noch in der Welt. Das All – ein großes Gewoge.
Da kam das Leben, ein Same, ein Keim, geboren durch die Macht der Glut. Zeugungslust aus bloßem Gedanken wurde zum ersten Samen.
Sinnende Denker, forschend im Herzen, verknüpften das Sein mit dem Nichtsein. Es gab ein Oben. Es gab ein Unten, getrennt durch eine Schnur.
Oben aber war das Gewähren, unten das Begehren. Dem Nichtsein verbanden die Denker das Sein. So wurden die ersten Dinge.
Als der Himmelsgott An den Himmel werden lässt, als Enlil die Erde gründet, als Himmel und Erde sich entfernen, als die Menschheit entsteht, da segelt Enki, der König des Ozeans, von weither zur Erde. Und Enki spricht: „Ich bin der Sohn des An. An legte das Gesetz in meine Hände. Ich hüte die Urkunden über Himmel und Erde. Ich bin der Vater der Länder. Ich bin das Ohr der Länder. Ich hüte die Gerechtigkeit zusammen mit An, meinem Vater.“
Und Enki spricht: „Ich stieg zum Himmel auf. Da kam der Regen von oben. Ich neigte mich zur Erde. Da kam Wasser von unten, überfließend. Und alles ergrünte und blühte. Ich schuf den Pflug. Ich öffnete die Furchen. Ich ließ Getreide wachsen auf dem Feld.“
Vor der Schöpfung gab es eine kalte Welt, Niflheim, ganz Eis und Kälte. Und es gab eine heisse Welt, Muspelheim, ganz Glut und Feuer, deren Grenze von Surtur mit dem flammenden Schwert bewacht wurde. Dazwischen liegt Ginnungagap, das geheimnisvolle Nichts, die gähnende Leere. Im kalten Niflheim ist der Brunnen Hwergelmir, aus dem zwölf Flüsse entspringen. Auf der Seite Ginnungagaps, die Niflheim zugewendet ist, gefriert das Wasser zu Eis, welches sich immer weiter nach Süden ausdehnt, dem warmen Muspelheim zu, bis Eis und Feuer schließlich aufeinandertreffen. Daraus entsteht das erste Lebewesen, der Frostriese Ymir, aus dessen Schweiss noch ein Mann und eine Frau entstehen und der mit den Füßen zwei Söhne zeugt, so dass er zum Vater des Geschlechts der Riesen wird. Er ernährt sich von der Milch der Kuh Audumla, die aus schmelzenden Eis heraus zum Vorschein gekommen ist.
Sie selbst ernährt sich, indem sie das salzige Eis leckt und nach einer Weile leckt sie daraus den ersten Mann, Buri, hervor, der mit einer Riesin seinen Sohn Bör zeugt, dessen Söhne wiederum Odin, Wili und We sind, also Wotan, Hönir und Loki, die ersten drei Asen und zugleich die vornehmsten. Diese drei Asen erschlagen nun den Riesen Ymir und bilden aus den Überresten seines Körpers die Welt.
Aus dem Blut des Riesen wird das Weltmeer, das die Erde umschließt, darin ist die Erde befestigt. Die Hirnschale, die den Himmel bildet, wird mit vier Hörnern über die Erde erhoben, darunter sitzen die Zwerge Austri, Westri, Nordri und Sudri.
Sie erleuchten den Himmel mit Feuerfunken aus Muspelheim. Aus zwei Bäumen werden die ersten Menschen erschaffen, der Mann Ask und die Frau Embla.
Ihre Heimstatt ist Midgard, während die Burg der Asen Asgard heißt.
Von dort beobachtet Odin als oberster Gott die Welt und Menschheit und zeugt das Geschlecht der Asen; deshalb heißt er Allvater, weil sowohl Götter als auch Menschen von ihm abstammen.
Die Asen sind die Hauptgötter des Nordischen Pantheons. Sie erschufen die Menschen und greifen aktiv in ihre Geschicke ein.
Sie wohnen in Asgard, der Burg der Götter, die Menschen bewohnen Midgard, Utgard ist dem Riesengeschlecht vorbehalten. Den Asen zur Seite stehen die älteren Wanen, die Naturgötter. Beide kämpfen gegen die Kräfte des Bösen, das Geschlecht der Riesen, die auf die Vernichtung der Welt und der Götter, Ragnarök, hinarbeiten.
Olorun, der Herr des Himmels, beauftragt seinen ältesten Sohn Obatala, vom Himmel zu den Urgewäßern hinabzusteigen und dort die Welt zu erschaffen.
Dazu gibt er ihm himmlischen Sand und ein Huhn mit fünf Fingern mit. Obatala macht sich auf, doch unterwegs findet er Palmwein, betrinkt sich und schläft ein. Als sein Vater dies sieht, übergibt er den Auftrag zur Erschaffung der Welt Odudua, seinem jüngeren Sohn.
Dieser begibt sich hinunter zu den Urgewäßern und schüttet den Sand auf das Meer. Er setzt das fünffingrige Huhn darauf, das zu scharren beginnt und auf diese Weise den Sand ausbreitet.
Dadurch entstehen Hügel und Täler. An der Stelle, wo dies geschah, liegt jetzt Ife, die alte heilige Stadt der Yoruba.
Odudua aber wurde der erste König von Ife. Als Obatala, der älteste Sohn des Himmelsherrn, erwacht und bemerkt, dass sein jüngerer Bruder an seiner Stelle den Auftrag erfüllt hat, gerät er in Wut.
Es folgt ein Kampf, in dem alle Götter Stellung beziehen und der schließlich mit einem Kompromiss endet: Odudua wird als König von Ife bestätigt. Obatala aber erhält das Recht, den Körper eines jeden Menschen aus Ton zu modellieren, bevor Vater Olorun ihn durch Einhauchen seines Atems mit Lebenskraft füllt.
Am Anfang gab es keine Trennung von Himmel und Erde, alles war eins, eine chaotische Masse in Form eines Eis. Der reine und klare Teil erhob sich zum Himmel, der schwere und festere Teil senkte sich herab und wurde zur Erde. Alles triebe jedoch noch auf der Oberfäche des Ur-Ozeans.
Da traten die ersten drei Götter in die Welt. Es waren die Gottheiten des Himmels und der schöpferischen Kräfte. Dann folgte die vierte Gottheit in Gestalt eines Schilfrohrschösslings, die Leben aus dem Ur-Ozean keimen ließ. Die fünfte Gottheit errichtete die himmlische Sphäre. Diese ersten Fünf waren himmlische Götter.
Nach und nach entstanden weitere zwölf Gottheiten, unter ihnen traten als letzte die Geschwister Izanagi und Izanami in die Welt. Diese beiden erhielten nun von den himmlischen Göttern die Aufgabe, die Erschaffung des Festlandes zu beenden.
Zu diesem Zwecke überreichten sie ihnen eine mit Juwelen geschmückte himmlische Lanze.
Auf einem Regenbogen stehend, tauchten sie diese Lanze in den Ozean und rührten ihn um. Als sie nun die Lanze wieder aus dem Wasser heraushoben, tropfte von der Spitze Salz herab, das zu einer Insel gerann. Izanagi und Izanami stiegen aus dem Himmel auf die Insel herab und errichteten einen wunderschönen Palast und einen himmlischen Pfeiler.
Hier nun erkannten sie mit einem Male, dass sie von unterschiedlichem Geschlecht waren. Da umkreisten sie den himmlischen Pfeiler, der Mann von links und die Frau von rechts, um so bei ihrem Zusammentreffen den Eheakt zu vollziehen.
Izanami war so entzückt, über die Schönheit von Izanagi, dass Worte der Freude entschlüpften.
Izanagi war jedoch zornig darüber, dass sie zuerst gesprochen hatte.
In diesem Zorn zeugten sie zwei Kinder, die mit Gebrechen behaftet waren. Sie kehrten beide in den Himmel zurück, um Rat bei den Göttern zu bitten.
Diese sagten, dass das Unglück nur deswegen geschehen ist, weil die Frau zuerst gesprochen habe. Daraufhin gingen sie wieder auf die Insel und umkreisten erneut den Pfeiler. Diesmal sprach Izanagi zuerst und bewunderte seine schöne Frau, die seine Bewunderung erwiderte.
Von nun an zeugten sie viele Nachkommen.
Darunter auch Oh-yashima-guni (Japan) und die kleineren Inseln des japanischen Archipels.
So entstand das Festland. Als diese Aufgabe abgeschlossen war, zeugten sie zahlreiche Gottheiten.
Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe. Und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.
Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah das Licht, dass es gut war; und Gott schied das Licht von der Finsternis. Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein Tag. Genesis, I. Mose 1-5
