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Wesley ist am Boden zerstört. Der Mann, der ihn großgezogen hat, ist tot. Ermordet von einem bösartigen Alpha, der sein Rudel übernommen hat. Jetzt will dieser Alpha mit Wes Omegas züchten. Seine vergebliche Suche nach Hilfe bringt Wes in eine Situation, die ihn völlig verloren und verletzt zurücklässt. Als er dann zufällig auf einen wilden Wolf stößt, läuft Wes nicht einfach davon. Irgendetwas sagt ihm, dass ihn das Schicksal aus einem bestimmten Grund zu Owen geführt hat. Owen ist mehr Wolf als Mann. In einem anderen Leben war Owen Scharfschütze, ein ausgebildeter Killer. Jetzt verwandelt er sich langsam zurück in ein Tier. Als er Wes begegnet, ist ihm sofort klar, dass der sein vorherbestimmter Gefährte ist. Owen wird alles tun, was nötig ist, um seinen Gefährten für sich zu gewinnen, selbst wenn das bedeutet, es mit einem Psychopathen aufzunehmen. Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Länge: rund 28.000 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2020
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Epilog
ÜBER FEL FERN
LESEPROBE:
Wilder Wolf
Wesley ist am Boden zerstört. Der Mann, der ihn großgezogen hat, ist tot. Ermordet von einem bösartigen Alpha, der sein Rudel übernommen hat. Jetzt will dieser Alpha mit Wes Omegas züchten. Seine vergebliche Suche nach Hilfe bringt Wes in eine Situation, die ihn völlig verloren und verletzt zurücklässt. Als er dann zufällig auf einen wilden Wolf stößt, läuft Wes nicht einfach davon. Irgendetwas sagt ihm, dass ihn das Schicksal aus einem bestimmten Grund zu Owen geführt hat.
Owen ist mehr Wolf als Mann. In einem anderen Leben war Owen Scharfschütze, ein ausgebildeter Killer. Jetzt verwandelt er sich langsam zurück in ein Tier. Als er Wes begegnet, ist ihm sofort klar, dass der sein vorherbestimmter Gefährte ist. Owen wird alles tun, was nötig ist, um seinen Gefährten für sich zu gewinnen, selbst wenn das bedeutet, es mit einem Psychopathen aufzunehmen.
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt.
Länge: rund 28.000 Wörter
FEL FERN
Wilder Wolf
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Wild Wolf“:
Fel Fern
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2020
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Martina Gille
URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:
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Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.
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Wesley Cole schlug das Herz bis zum Hals. Clay, der Alpha des Bridgewood Rudels, und der Mann, der ihn aufgezogen hatte, landete mit einem Winseln beinahe vor seinen Füßen. Clay erinnerte ihn an ein kaum noch atmendes Bündel Fell. Wes holte tief Luft und versuchte, nicht auf die, tiefen schmerzhaften Kratzspuren zu starren, die Clays Körper übersäten. Das konnte unmöglich sein. Er wusste, dass Clay noch genug Kampfeswillen in sich hatte.
„Er atmet noch“, flüsterte er. Wes hob seine Stimme und rief laut: „Gib nicht auf, Clay. Du kannst ihn erledigen.“
Niemand schien seine Meinung zu teilen. Derek, der Beta des Rudels, stand neben ihm, die Arme vor der Brust verschränkt und tief in Gedanken versunken. Langsam wurde Wes wütend. Als Clays Stellvertreter sollte Derek etwas unternehmen. Wie zum Beispiel die anderen Mitglieder des Rudels dazu zu animieren, ihren Alpha anzufeuern.
Wie er da gleich neben Derek stand, fiel Wes auch noch ein weiteres wichtiges Detail ins Auge. Genau wie bei Clay, waren Dereks Haare von weitaus mehr grauen als braunen Strähnen durchzogen. Wo war nur die Zeit geblieben? Er schluckte und wandte seine Aufmerksamkeit wieder dem Mann zu, der ihn großgezogen hatte, nachdem seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen waren.
Ein Alpha musste sein Rudel zusammenhalten, das hatte Cay ihm einmal gesagt, nachdem er einen weit jüngeren Herausforderer besiegt hatte. Clay war siegreich aus dem Kampf hervorgegangen. Das Rudel hatte den Sieg ihres Alphas die ganze Nacht lang gefeiert. Sie hatten geglaubt, Clay würde niemals besiegt werden. Wes war wochenlang nicht von Clays Seite gewichen und hatte ihn wieder gesundgepflegt. Diesen Herausforderer hatte Clay besiegt, aber das konnte er nicht ewig tun. Irgendwann würde das Glück ihn verlassen.
Und heute war dieser Tag.
Trotz seiner großspurigen Reden und der Prahlerei vor dem Kampf – tief drinnen hatte Wes es gewusst. Clay hatte keine Chance gegen Roman Chase. Roman war Ende dreißig. Roman war jünger, stärker und verfügte über eine Bösartigkeit, die Wes erschaudern ließ. Clay wäre zurückgetreten, wenn es einen potenziellen Nachfolger gegeben hätte, aber es gab keinen. Die meisten dominanten Werwölfe des Rudels, die Krieger, waren alle in Dereks und Clays Alter – in den Fünfzigern. Die jüngeren Wölfe verließen normalerweise die Stadt, wenn sie achtzehn wurden, auf der Suche nach besseren Aussichten oder um sich einem größeren Rudel anzuschließen.
Sekunden vergingen. Clay kam wieder auf alle Viere. Einige der Zuschauer jubelten, wenn auch nur halbherzig - bestenfalls. Sie wussten es, das wurde Wes langsam klar, wussten, dass Clay verlieren würde. Furcht schlug ihre Klauen in sein Herz, als Clay sich erneut auf Roman stürzte. Der jüngere Herausforderer hatte Clays Angriff erwartet und wich dessen zubeißenden Fängen mit Leichtigkeit aus. Er schlug zurück, indem er Clay fest ins linke Hinterbein biss.
Clay heulte auf und Roman schleuderte ihn beiseite wie eine Stoffpuppe. Etwas wie Vergnügen schimmerte in Romans pissgelben Augen.
„Der Bastard genießt es. Er spielt mit Clay“, sagte Wes. Er wandte sich Derek zu. „Du musst das beenden. Bitte, Derek. Clay wird sterben.“
Endlich sah Clay ihn an und in den Augen des Betas spiegelte sich Traurigkeit wider. „Du und ich, wir kennen die Regeln, Wes. Keinerlei Einmischung. Roman hat das Recht, Clay herauszufordern.“
„Scheiß auf die Regeln. Du lässt zu, dass irgendein Außenseiter deinen besten Freund zerfleischt?“, forderte Wes den anderen heraus. Einige Köpfe drehten sich in ihre Richtung.
Derek knurrte ihn warnend an. „Kein Wort mehr, Wes. Ich schwöre, Clay hätte dich öfter maßregeln sollen, aber er war zu weich.“
„Was? Sprich nicht von Clay, als wäre er tot. Das ist er nicht“, platzte Wes heraus.
Derek sagte nichts mehr und Wes kam ein Verdacht. Ihr Rudel hielt sich normalerweise bedeckt, suchte nie Streit mit irgendwelchen anderen paranormalen Gruppen. Bridgewood war autonom, lag zu abgelegen und war viel zu langweilig, um für irgendjemanden von Interesse zu sein. Derek war bekannt für seinen Jähzorn, drehte praktisch durch, wenn ein Rudelmitglied gegen die Regeln verstieß.
Warum war der Beta gerade jetzt so ruhig? Wie hatte Roman Chase überhaupt vom Bridgewood Rudel erfahren?
Kurz bevor Roman Clay auf dem Marktplatz herausgefordert hatte, hatte er erwähnt, dass er früher zum Sharp Claws Rudel gehörte. Dieses Rudel beherrschte die gesamte Westküste und ihr Territorium lag Tausende von Meilen von Bridgewood entfernt.
Man brauchte kein Genie zu sein, um zu erkennen, wieso Roman von seinem Rudel verstoßen worden war. Wes sah es in der Art und Weise, wie er Clay praktisch zu Tode quälte. Kein anständiges Rudel würde einen bösartigen und sadistischen Gestaltwandler wie ihn in seinen Reihen dulden.
„Du hast ihn hierher eingeladen“, flüsterte Wes.
Derek wich seinem Blick aus. „Das Rudel braucht eine neue Führung, Wes.“
„Wie bist du ihm überhaupt begegnet? Jesus, Derek. Was hast du ihm sonst noch versprochen? Niemand bei klarem Verstand würde nach Bridgewood kommen und -“ Wes verstummte, denn plötzlich kannte er die Antwort. Er hatte bei Roman von Anfang an ein ganz mieses Gefühl gehabt. Als Roman ihn vor dem Kampf besitzergreifend gemustert hatte, war Wes der Meinung gewesen, sich das nur eingebildet zu haben. In seinem Innern winselte der Omega, der mit in seiner Haut steckte, protestierend.
Wes war nie gut mit Derek klargekommen, hatte dem Beta nie wirklich vertraut, weil der in der Vergangenheit ein paar schlechte Entscheidungen getroffen hatte. Clay hatte seinem besten Freund am Ende immer verziehen. In einem Punkt hatte Derek allerdings recht gehabt. Clay mochte in der Vergangenheit eine große Nummer gewesen sein, ein guter Anführer, doch diese Tage waren vorbei.
„Du hast Roman mich angeboten, stimmt’s?“, fragte Wes. Er fühlte sich innerlich taub, als hätte man ihn ausgeweidet.
„Sieh mich bloß nicht so an, Wes. Du bist nicht verpaart und du bist ein junger Omega. Clay hat schon seit Ewigkeiten versucht, einen passenden Partner für dich zu finden.“
„Clay will nur mein Bestes“, erwiderte er mit hohler Stimme. „Du aber? Was ist da für dich drin?“
„Ich will nur, was für das Rudel das Beste ist und Roman ist die Zukunft.“ Derek schob sich langsam näher.
Wes bekam eine Gänsehaut, blieb aber, wo er war. Er war nicht mehr der siebenjährige Junge, der sich vor Derek fürchtete. Doch das sollte er. Wes glaubte, jeden im Rudel zu kennen. Er sah dessen Mitglieder sogar als Familie an. Über die Jahre hatte Wes begonnen zu glauben, dass Derek langsam warm mit ihm wurde.
„Du hast deinen besten Freund hintergangen“, sagte Wes mit Tränen in den Augen. Niemand beachtete sie. Jedes Rudelmitglied sah dem Kampf zu, der nur einen möglichen Ausgang hatte. Clays Ende. „War es das wert?“
Derek packte ihn am Arm, grub seine Finger tief in Wes Haut. Wes unterdrückte einen Aufschrei. Er weigerte sich, Derek diese Genugtuung zu geben.
Derek brachte seinen Mund dicht an Wes Ohr und der hatte keine andere Wahl, als dessen gehässigen Worten zuzuhören: „Dämlicher Omega. Du hast wirklich von nichts eine Ahnung, oder? Na macht nichts. Ich habe gehört, Roman fickt wie er kämpft. Wenn er mit dir fertig ist, wirst du nichts weiter sein, als hirnloses Zuchtvieh.“
Wes riss seinen Arm los. Der Beta würde es niemals wagen, so mit ihm zu reden, wenn Clay in Hörweite wäre.
Clay.
Ein Winseln erklang aus der Kampfarena. Clay landete nur wenige Schritte von Wes Füßen entfernt und erhob sich ein letztes Mal. Roman tappte näher, bewegte sich demonstrativ langsam, während die einzige Vaterfigur in Wes Leben um Gnade flehte. Clay hatte Besseres verdient. Wes traten die Tränen in die Augen. Er hatte sich selbst geschworen, stark zu bleiben, doch er konnte sie nicht länger zurückhalten. „Warte“, platzte er heraus und schob sich durch die anderen, vor ihnen stehenden, Rudelmitglieder.
„Wes, was zum Teufel machst du da?“, zischte Derek hinter ihm.
Wes ignorierte den Beta, wand sich durch die Menge und rannte auf den Kampfplatz. Er platzierte sich zwischen Clay und Roman und breitete seine Arme aus.
„Genug. Du hast gewonnen. Du bist der neue Alpha, aber bitte. Ich will ein paar Augenblicke mit ihm, bevor er -“ Wes verstummte, unfähig, den Satz zu Ende zu führen.
Roman blieb stehen.
„Wir haben einen neuen Alpha“, rief Derek laut.
Die Menge schwieg. Wes rannte zu Clay, kniete sich neben ihn und fuhr mit den Fingern durch Clays verklebtes Fell. Das war der Mann, der ihn in den Wald gebracht und ihm gezeigt hatte, wie man sich verwandelt. Trotz all seiner Pflichten hatte Clay immer Zeit für ihn gefunden, war sogar zu Wes Elternabenden gegangen.
Wes biss die Zähne zusammen und wünschte sich zum tausendsten Mal, er wäre nicht mit den Omega Genen geschlagen. Wenn er doch nur stärker wäre, ein geborener Kämpfer. Dann würde er Roman herausfordern und bis zum Tode gegen den neuen Alpha kämpfen. Wes fühlte sich machtloser denn je. Er hörte auf, Clays Fell zu streicheln. Der alte Alpha rührte sich nicht und sein Atem ging immer rauer.
„Ich hole dir Hilfe, und wenn es das Letzte ist, was ich tue“, flüsterte er leise, damit Roman ihn nicht hören konnte. Er begann, sich nach dem Heiler des Rudels umzusehen, doch große, blutverschmierte Finger umklammerten seinen Arm.
Wes riss die Augen auf. Er hatte keine Ahnung, woher Clay die Kraft nahm, sich in seine menschliche Form zurückzuverwandeln. Er beugte sich zu ihm und erstarrte, als Clay seine andere, verletze Hand benutzte, um Wes Schulter zu packen. Clay zog sich selbst in eine aufrechte Position, sodass seine Lippen ganz dicht an Wes Ohr kamen. „Dazu bleibt keine Zeit, Junge“, flüsterte Clay.
Der Alpha hustete und spuckte Blut auf Wes Wange. Wes hielt still, bestürzt über das, was zuvor am Tag geschehen war. Clay und er hatten sich am Morgen gestritten. Wes konnte sich nicht mal erinnern, worüber. Nur ein weiterer dummer Streit.
„Clay, du darfst mich nicht verlassen“, platzte er heraus. „Dieses Rudel braucht dich.“
„Das ist der Lauf der Dinge. Die Starken herrschen über die Schwachen, aber du bist kein Schwächling, Wes.“
„Ich bin nur ein Omega.“
„Du bist stärker, als jeder Wolf, den ich je aufgezogen habe. Hör mir gut zu. Ich glaube nicht, dass ich genug Energie habe, um es zweimal zu sagen.“
Clays letzter Wunsch. Gott. Tief in seinem Innern wusste Wes es. Es war keine Zeit mehr zum Hilfeholen. Selbst wenn er den Heiler des Rudels fand, Clays Verletzungen waren zu schwer, zu tödlich.
Clays Weg endete hier.
Trauer schnürte Wes die Kehle zu, aber es gelang ihm, zu fragen: „Was willst du mir sagen, Dad?“
Der Blick aus Clays braunen Augen schien sanfter zu werden. Trotz seines zerstörten Gesichts gelang es dem Alpha, seine Lippen zu einem Lächeln zu verziehen. „Lauf weg, Wes. Lauf weit weg von hier. Soweit, wie du kannst. Roman ist ein Monster.“
„Du willst, dass ich weglaufe, nachdem du mir eben erst gesagt hast, wie stark ich bin?“, fragte Wes verwirrt.
Nebenbei bekam Wes mit, wie das Rudel Roman zujubelte. Wütend darüber, dass sie vergessen hatten, was Clay in der Vergangenheit alles für sie getan hatte, wischte Wes sie die Tränen aus den Augen. Verräter, alle miteinander. Wes war klar, dass sie alle nur überleben wollten, aber Clay war noch nicht mal von ihnen gegangen. Er sah, wie Derek auf Roman zuging, der sich inzwischen in seine menschliche Form zurückverwandelt hatte.
Nackt und besudelt mit Clays Blut sah der neue Alpha grauenerregend aus.
„Hör mir zu“, sagte Clay in dringlichem Tonfall.
„Das tue ich.“ Wes wandte seine Aufmerksamkeit wieder Clay zu, obwohl es ihm schwerfiel, ihn anzusehen. Es grenzte an ein Wunder, dass Clay mit seinem zerfetzten Gesicht überhaupt noch sprechen konnte. Sein Blut sickerte in Wes Kleidung, seine Haut.
„Geh in den östlichen Teil unseres Territoriums, in die Nähe der Felsformation.“
„Red Rock? Aber du hast uns doch verboten, dorthin zu gehen“, flüsterte Wes.
„Such dir Hilfe.“ Clay umklammerte seinen Arm. „Versprich es mir.“
„Okay“, erwiderte Wes. Clay musste den Verstand verloren haben, doch seine Augen waren vollkommen klar.
Nachdem er gesagt hatte, was zu sagen war, lehnte Clay sich an ihn und atmete röchelnd. „Wenn du ihn gefunden hast, erinnere ihn daran, dass er mir etwas schuldig ist. Das du gekommen bist, um diese Schuld einzufordern.“
„Das ergibt alles keinen Sinn“, platzte Wes heraus.
Mehr sagte Clay nicht. Wes lauschte angestrengt. Kein Puls. Schweren Herzen schloss er Clays Augen und ein Schluchzer erstarb in seiner Kehle. Trauer drohte ihn zu überwältigen und ganz zu verschlingen.
Der Alpha hat uns eine Aufgabe übertragen, erinnerte ihn sein innerer Wolf. Das stimmte. Clay hatte einen letzten Wunsch gehabt. Vielleicht hatte er gewusst, dass Roman ihn als Preis für seinen Sieg einfordern würde. Deswegen hatte Clay gewollt, dass er weglief.
Eine blutverschmierte Hand landete schwer auf Wes Schulter. Er hob den Kopf und verkniff sich eine bissige Bemerkung, als Roman ihm ein breites, fast schon unheimliches Grinsen zeigte.
„Na, na, kleiner Omega. Wein doch nicht. Ich bin ja jetzt hier.“
Romans Stimme erinnerte ihn an das Knirschen von Schotter. Es lag nicht ein Hauch von Sympathie darin. Romans menschliche Augen, schwarz und tot wie die eines Fisches, schauten ihn an.
„Er war wie ein Vater für mich“, platzte er heraus, nicht in der Lage die Anklage aus seiner Stimme zu filtern.
„Ein Vater?
