Absolute Macht (Ein Jake-Mercer-Politthriller – Band 9) - Jack Mars - E-Book

Absolute Macht (Ein Jake-Mercer-Politthriller – Band 9) E-Book

Jack Mars

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Beschreibung

"Thriller-Literatur der Spitzenklasse." – Midwest Book Review (Mit allen Mitteln) ⭐⭐⭐⭐⭐ Vom Nummer-eins-Bestseller- und USA-Today-Bestsellerautor Jack Mars (mit über 10.000 Fünf-Sterne-Rezensionen) kommt eine bahnbrechende neue politische Thriller-Reihe: Wenn der Präsident der Vereinigten Staaten oder seine Familie in Gefahr sind, liegt es an Jake Mercer, einem ehemaligen Scharfschützen der Marines, der zum Geheimdienstagenten wurde, sie vor Bedrohungen zu schützen – sowohl vor ausländischen als auch vor inländischen. Die Fähigkeiten des Secret-Service-Agenten Jake Mercer werden auf eine harte Probe gestellt, als die Tochter des Präsidenten – und die Mutter von Jakes Kind – in Peking verschwindet. In eine Welt voller zwielichtiger Bündnisse und geheimer Machenschaften geworfen, muss Jake sich durch ein Minenfeld internationaler Intrigen kämpfen, um sie lebend nach Hause zu bringen. "Thriller-Fans, die die präzise Ausführung eines internationalen Thrillers zu schätzen wissen, aber auch die psychologische Tiefe und Glaubwürdigkeit eines Protagonisten suchen, der gleichzeitig berufliche und private Herausforderungen meistern muss, werden in diesem Buch eine fesselnde Geschichte finden, die man nur schwer aus der Hand legen kann." – Midwest Book Review, Diane Donovan (über "Mit allen Mitteln") ⭐⭐⭐⭐⭐ "Einer der besten Thriller, die ich dieses Jahr gelesen habe. Die Handlung ist intelligent und wird Sie von Anfang an in ihren Bann ziehen. Der Autor hat hervorragende Arbeit geleistet und eine Reihe von Charakteren geschaffen, die voll entwickelt und sehr unterhaltsam sind. Ich kann die Fortsetzung kaum erwarten." – Books and Movie Reviews, Roberto Mattos (über "Mit allen Mitteln") ⭐⭐⭐⭐⭐ ABSOLUTE MACHT ist das neunte Buch in einer neuen Serie des Nummer-eins-Bestsellerautors und von der Kritik gefeierten Jack Mars, dessen Bücher über 10.000 Fünf-Sterne-Rezensionen und -Bewertungen erhalten haben. Die Serie beginnt mit ABSOLUTE BEDROHUNG (Buch Nr. 1). Die Jake-Mercer-Reihe ist ein fesselnder und unvorhersehbarer politischer Thriller und eine spannende Action-Reihe, die man nicht mehr aus der Hand legen kann. Dieser frische und aufregende Actionheld wird Sie bis spät in die Nacht weiterlesen lassen, und Fans von Brad Taylor, Vince Flynn und Tom Clancy werden sich garantiert in ihn verlieben. Weitere Bücher der Reihe sind ebenfalls erhältlich!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 261

Veröffentlichungsjahr: 2025

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ABSOLUTE MACHT

EIN JAKE-MERCER-POLITTHRILLER – BAND 9

Jack Mars

Jack Mars ist der USA Today-Bestsellerautor der LUKE STONE-Thrillerserie, die sieben Bände umfasst. Zudem hat er die sechsteilige Prequel-Serie FORGING OF LUKE STONE verfasst, sowie die zwölfteilige Spionage-Thriller-Serie AGENT ZERO, die achtteilige Thriller-Serie TROY STARK, die zehnteilige Thriller-Serie SPY GAME, die noch unvollendete zwanzigteilige Thriller-Reihe JAKE MERCER, die siebenteilige (und noch nicht abgeschlossene) Thriller-Reihe TYLER WOLF und die neue, zehnteilige (und ebenfalls noch nicht abgeschlossene) Thriller-Reihe LARA KING.

Jack freut sich über Ihre Kontaktaufnahme! Besuchen Sie www.Jackmarsauthor.com, um sich für seinen Newsletter anzumelden, ein kostenloses Buch zu erhalten, Gratis-Goodies abzustauben, ihm auf Facebook und Twitter zu folgen und in Verbindung zu bleiben!

PROLOG

KAPITEL EINS

KAPITEL ZWEI

KAPITEL DREI

KAPITEL VIER

KAPITEL FÜNF

KAPITEL SECHS

KAPITEL SIEBEN

KAPITEL ACHT

KAPITEL NEUN

KAPITEL ZEHN

KAPITEL ELF

KAPITEL ZWÖLF

KAPITEL DREIZEHN

KAPITEL VIERZEHN

KAPITEL FÜNFZEHN

KAPITEL SECHZEHN

KAPITEL SIEBZEHN

KAPITEL ACHTZEHN

KAPITEL NEUNZEHN

KAPITEL ZWANZIG

KAPITEL EINUNDZWANZIG

KAPITEL ZWEIUNDZWANZIG

KAPITEL DREIUNDZWANZIG

KAPITEL VIERUNDZWANZIG

KAPITEL FÜNFUNDZWANZIG

KAPITEL SECHSUNDZWANZIG

KAPITEL SIEBENUNDZWANZIG

PROLOG

Yang Chiao wartete geduldig darauf, dass die Männer am anderen Ende des Tisches das Wort ergriffen. Es waren heikle Verhandlungen, und es war entscheidend, dass er die Zügel in der Hand behielt. Um das zu erreichen, musste er seine Gesprächspartner dazu bringen, den ersten Schritt zu machen. So würden sie als Bittsteller auftreten, während er die Rolle des Gebenden einnehmen konnte.

Das war ihnen durchaus bewusst. Ihre Mienen blieben ausdruckslos, doch kleine Bewegungen der Augen und Finger verrieten Chiao, dass sie allmählich ungeduldig wurden.

Sie hatten Angst. Verständlich. Würde ihr oberster Führer von diesem Treffen Wind bekommen, wären sie und ihre Familien dem Tode geweiht – brutal und öffentlich hingerichtet.

Chiao konnte ihre Furcht nachempfinden. Er wusste auch, dass ihre Angst ihm in die Hände spielte, solange er Ruhe und einen kühlen Kopf bewahrte.

Schließlich ergriff der rangniedrigste der Beamten das Wort. "Können Sie uns garantieren, dass Sie das hinbekommen?"

Chiao unterdrückte ein Lächeln. Der Jüngste sprach zuerst, damit die höherrangigen Mitglieder ihr Gesicht wahren konnten. Sie würden es auf die Unerfahrenheit ihres Juniors schieben, der aus der Reihe tanzte. Für Yang war es offensichtlich, dass sie den Jüngsten absichtlich vorgeschickt hatten. Doch das spielte keine Rolle. Er hatte die Fäden in der Hand.

Er antwortete auf makellosem Koreanisch, das wie seine Muttersprache klang. "Selbstverständlich. Ich würde das Angebot nicht machen, wenn ich nicht vom Erfolg überzeugt wäre."

"Und Ihre Regierung hat ihren Segen dazu gegeben?"

Chiao schmunzelte. "Hat Ihre?"

Ihre Gesichter liefen rot an. Natürlich hatte der Oberste Führer diese Operation nicht abgesegnet. Er war zwar ein hedonistisches Kind, aber kein Narr. Chiaos eigene Regierung würde noch erzürnter reagieren, wenn sie von seiner Beteiligung an dieser Aktion erführe. Er würde damit die jahrzehntelangen Bemühungen der Volksregierung zunichtemachen, China als führende Weltmacht zu etablieren.

Nun meldete sich der zweithöchste Beamte zu Wort. "Falls Sie auffliegen, werden wir jede Beteiligung abstreiten", warnte er Chiao.

"Natürlich. Und sollten Sie auffliegen, werde ich dasselbe tun."

Ihre Gesichter färbten sich eine Nuance dunkler. Diese Männer waren es nicht gewohnt, auf diese Weise angesprochen zu werden. Chiao behielt sein gelassenes Lächeln bei und hielt ihren Blicken stand.

Nach einer langen Pause sagte der zweithöchste Beamte zögernd: "Nun gut. Wir erwarten Sie in neun Tagen an der Grenze."

"Ich werde nicht dort sein", erwiderte Chiao, "aber Ihr Gefangener wird es sein." Er erhob sich und verbeugte sich vor dem ranghöchsten Beamten, der bisher geschwiegen hatte. "Ich danke Ihnen für Ihre Gunst und Unterstützung, Park-hashinaida."

Der leitende Beamte lief puterrot an. Die beiden anderen wurden bleich. Chiao hatte ihren Chef doppelt beleidigt. Erstens hatte er unverhohlen darauf hingewiesen, dass die beiden anderen im Auftrag Parks handelten, sodass dieser im Falle einer Entdeckung keine glaubhafte Ausrede hätte. Zweitens war der Ehrentitel "hashinaida" zwar technisch korrekt für einen hohen Beamten, aber veraltet und wurde nur noch in historischen Dramen verwendet. In diesem Kontext hatte Chiao Herrn Park im Grunde für seine Feigheit verspottet, weil er sich weigerte, seine Führungsrolle einzugestehen.

Es war ein Affront, den Chiao gegenüber einem Chinesen nie in Erwägung gezogen hätte, aber dies waren Koreaner, und sie brauchten ihn. Sie würden jede Beleidigung schlucken, die er ihnen an den Kopf warf.

Die drei Beamten erhoben sich und verließen nach einer steifen Verabschiedung den Raum. Chiao kicherte in sich hinein und kehrte dann zu seinem wartenden Fahrzeug zurück. Während der gepanzerte Lkw stetig Richtung chinesische Grenze rollte, tätigte Chiao einen letzten Anruf.

Die Person am anderen Ende der Leitung antwortete mit einer simplen Frage: "Ist es erledigt?"

Chiao gab eine ebenso knappe Antwort: "Es ist vollbracht."

KAPITEL EINS

Special Agent Jake Mercer von der Presidential Security Division des United States Secret Service hielt vor einem bescheidenen Reihenhaus in Arlington, Virginia, und holte tief Luft. Diese Besuche erfüllten ihn mit einer Mischung aus Vorfreude und Unbehagen, doch er brauchte sie mehr als alles andere.

Kaum hatte er an die Tür geklopft, schwang sie auf. Ein quirliges Energiebündel stürmte heraus und rannte auf ihn zu.

"Papa!"

Jake grinste seinen Sohn an und hob ihn hoch in die Luft. Beau quietschte vergnügt, und als Jake ihn an seine Brust zog, schlang er seine Ärmchen um ihn und drückte ihn fest.

Jake schloss die Augen und hielt seinen Sohn eng umschlungen, unfähig die Tränen zurückzuhalten. Zwar sah er Beau jeden Tag zum Abendessen, aber ohne ihn nach Hause zu gehen, zerriss ihm jedes Mal das Herz.

"Hi, Jake."

Er öffnete die Augen und blickte in die strahlend blauen Augen seiner Frau Sheila. Ihr Lächeln wirkte gezwungen und ihre Haltung angespannt wie immer. Wenn er sie umarmte, fühlte sich ihr Körper steif wie ein Brett an. Jake hasste das. Noch mehr hasste er, dass sie beide Beau zuliebe diese Scharade aufführen mussten.

Die beiden hatten sich verliebt, als Jake für den Schutz von Sheilas Vater, Präsident Bryan Jackson, zuständig war. Nach einer stürmischen Romanze heirateten sie und bekamen ihren nun zweijährigen Sohn Beau.

Eine Zeit lang war ihre Ehe wie ein Märchen. Doch dieses Märchen war kürzlich zerbrochen. Sheila hatte Jake angefleht, seinen Job bei der Presidential Security aufzugeben und eine Bürotätigkeit anzunehmen, bei der er sich nicht in Gefahr begab und seine Familie dem Risiko aussetzte, Mann und Vater zu verlieren. Jake hatte mehrmals versucht, genau das zu tun, aber jedes Mal war er nicht in der Lage gewesen, loszulassen. Er konnte den Gedanken nicht ertragen, dass andere ihr Leben aufs Spiel setzten, um den Präsidenten vor der historischen Flut von Terrorismus und Attentatsversuchen zu schützen, während er selbst genauso gut, wenn nicht sogar besser dafür geeignet war.

Also kehrte er ins Feld zurück. Sheila hatte anfangs widerwillig zugestimmt, aber deutlich gemacht, dass sie unglücklich war. Dann hatte Eli Bard, ein ehemaliger Secret-Service-Agent, der eine Reihe von Attentatsversuchen und Terroranschlägen gegen Bryans Regierung angezettelt hatte, sie beinahe in ihrem eigenen Haus getötet. Jake war gerade noch rechtzeitig eingetroffen, um sie zu retten, aber das hatte einen Keil zwischen die beiden getrieben, der mit jedem Tag größer wurde. Vor drei Monaten, als Jake erneut nur knapp einer terroristischen Bedrohung entkommen war, fand er bei seiner Rückkehr einen Brief von Sheila vor, in dem sie schrieb, dass sie Zeit bräuchte, um über ihre Beziehung nachzudenken.

Bislang waren diese Gedanken nicht ermutigend. Sie hatte das Wort Scheidung noch nicht in den Mund genommen, aber jedes Mal, wenn er versuchte, über eine Versöhnung zu sprechen, blockte sie ab. Er hegte keine großen Hoffnungen mehr, dass sie die Dinge zwischen ihnen wieder in Ordnung bringen könnten.

"Papa, komm und schau!", rief Beau.

Er wand sich aus Jakes Armen, und als Jake ihn absetzte, ergriff er seine Hand und zog ihn ins Haus. "Was gibt's denn, Kumpel?", fragte Jake mit gespielter Begeisterung.

"Ich hab Bauklötze!"

Mit seiner Kleinkindstimme klang es wie "Bautlötze". Jakes Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Er verpasste so viel. Er hasste das Gefühl, seinen eigenen Sohn besuchen zu müssen.

"Du hast Bauklötze?", sagte Jake. "Das ist ja toll!"

"Ja. Guck mal! Der hier ist blau und der hier ist rot."

Er stapelte die Klötze aufeinander und benannte dabei die verschiedenen Farben. Jake beobachtete ihn und betete, dass er sich seine Unschuld noch eine Weile bewahren würde. Er war noch zu jung, um zu verstehen, dass Mama und Papa nicht im Urlaub waren und dass Papa nicht einfach nur jeden Abend zur Arbeit ging und zum Essen und gelegentlichen Ausflügen in den Park oder ins Kino nach Hause kam. Jake graute es vor dem Tag, an dem Beau zum ersten Mal fragen würde, warum Mama und Papa nicht mehr zusammenlebten.

"Mom hat sie ihm gekauft", sagte Sheila. "Wir waren im Westpost-Einkaufszentrum, um neue Kleidung für ihn zu besorgen, und er hat sie im Regal bei Target entdeckt. Ich hoffe, das ist okay für dich."

Ein Anflug von Irritation durchzuckte Jake. Er wandte sich ihr mit einem ebenso gezwungenen Lächeln zu wie sie. "Natürlich ist das okay. Warum sollte ich etwas gegen Bauklötze haben?"

Sie schaute weg und murmelte: "Ich weiß auch nicht. Ich dachte nur, ich erwähne es."

"Papa, schau mal!"

Jake drehte sich wieder zu Beau um und beobachtete, wie er weiter die Farben erklärte. Nach einer Weile fragte Sheila: "Willst du nur Pizza zum Abendessen bestellen, oder soll ich Nudeln machen? Wir haben noch Hühnchen, oder..."

"Mach, was du für richtig hältst."

"Na ja, was möchtest du denn?"

Jake unterdrückte ein gereiztes Schnauben. Ich will mir keinen Kopf darüber zerbrechen, was es zum verdammten Abendessen gibt, wenn es Wichtigeres zu besprechen gibt. "Was immer dir lieber ist."

"Also... ich könnte ihm Chicken Nuggets machen, und wir könnten..."

Er hob die Hände und lachte diesmal tatsächlich kurz auf. "Sheila, mach einfach, was du willst. Es ist mir egal. Was auch immer dir am wenigsten Arbeit macht."

"Na gut, ich...", sie beendete den Satz mit einem Seufzen und ging in die Küche. "Ich mache Nuggets, Beau."

Beau klatschte in die Hände. "Juhu!"

Er sah Jake an, und seine Augen wurden groß. "Papa? Kannst du heute Nacht bei mir bleiben?"

Jake war einmal in die Seite gestochen worden, als er an einer Infektion durch ein gentechnisch verändertes Supervirus starb. Der Gesichtsausdruck seines Sohnes tat tausendmal mehr weh als diese Wunde. "Tut mir leid, Kumpel. Ich kann nicht. Ich habe noch eine Menge Arbeit zu erledigen."

Beau senkte den Blick. Seine Lippen schoben sich zu einem Schmollmund vor. "Okay."

Jake spürte einen Kloß im Hals und wandte sich ab, damit Beau seine Tränen nicht sehen konnte. Sheila kam aus der Küche und sagte: "Papa kann heute Nacht nicht bleiben, aber morgen holt er dich ab, und du darfst eine ganze Woche bei ihm bleiben!"

Beau riss den Kopf hoch. Er sah Jake mit unbändiger Begeisterung an, dann sprang er auf die Füße und hüpfte vor Freude auf und ab. "Juhu!"

Erleichterung, Aufregung, Dankbarkeit und Verwirrung rangen in Jakes Kopf um die Vorherrschaft. Er beschloss, sich vorerst auf die Aufregung zu konzentrieren und hob Beau hoch. "Ich weiß!" Aber ich weiß es nicht. "Ist das nicht toll?"

Beau stemmte die Fäuste in die Luft. "Woohoo!"

"Woohoo! Wir werden so viel Spaß haben!"

Sheila lächelte, und für einen kurzen, wunderschönen Moment dachte Jake, sie würde ihn anlächeln. Als er sich umdrehte, sah er, dass sie Beau anlächelte, und der Moment zerplatzte wie eine Seifenblase und hinterließ bei ihm ein Gefühl der Verzweiflung. Verdammt, das war zum Kotzen.

"Beau, räum bitte dein Spielzeug auf und wasch dir die Hände. Dann kannst du mit Papa fernsehen, während ich das Abendessen fertig mache."

"Okay!"

Jake setzte Beau ab, und der pummelige kleine Kerl machte sich eifrig daran, sein Chaos aufzuräumen. Jake beobachtete ihn einen Moment lang und folgte dann Sheila in die Küche.

"Du gibst ihn mir also für eine Woche?"

"Ja. Ich habe schon mit Dad gesprochen. Er wird Art dazu bringen, dir die Woche frei zu geben."

Jake wollte sich auf seine Freude darüber konzentrieren, eine ganze Woche mit seinem Sohn zu verbringen, aber seine Frustration über die ganze Situation überwältigte ihn. "Verstehe. Also bin ich mal wieder der Letzte, der es erfährt."

Sheila seufzte. "Jake, fang jetzt nicht damit an, okay?"

"Hab ich nicht. Du warst es. Erinnerst du dich?"

Sie schlug die Hände auf die Arbeitsplatte und schüttelte den Kopf. "Ich habe jetzt wirklich nicht die Kraft, um zu streiten."

"Das hast du nie. Du hast die Kraft, Entscheidungen zu treffen, ohne mit mir zu sprechen, zu gehen und meinen Sohn mitzunehmen, wenn ich nicht da sein kann, um ein Wörtchen mitzureden. Du hast die Kraft, mir zu sagen, dass ich schrecklich bin, weil ich dafür sorge, dass dein Vater nicht ermordet wird und Amerika nicht von Verrückten terrorisiert wird, aber du hast nicht die Kraft, darüber zu reden, wie wir unsere Ehe retten können."

Sie schaute zur Decke, als ob sie den Himmel um Beistand anflehen würde. "Ich habe dir schon gesagt, dass es mir leid tut. Ich dachte, ich wäre damit einverstanden, dass du zurückgehst. Ich dachte, ich könnte damit umgehen, aber das konnte ich nicht."

"Oh ja, entschuldige, das macht alles wieder gut."

Sie drehte sich mit flammendem Gesicht um und hielt ihm ihre linke Hand vor die Nase. Zum ersten Mal bemerkte er, dass sie nicht ihre Ringfingerprothese trug. Der echte war von einem durchgeknallten ehemaligen KGB-Agenten abgeschnitten worden, als Sheila mit ihrem Vater zu einem Staatsbesuch nach Russland reiste. "Siehst du das?", sagte sie. "Erinnerst du dich daran? Ein Terrorist hat ihn abgeschnitten, weil Dad darauf bestand, mich in ein Land mitzunehmen, das kurz davor war, uns den Krieg zu erklären. Ich wäre fast von Eli Bard erschossen worden, weil du derjenige sein musstest, der ihn um jeden Preis aufhalten wollte. Niemand sonst. Nicht Jess, der keine Familie hat. Nicht Art, dessen Kinder erwachsen sind. Nicht der Rest des verdammten Geheimdienstes. Nur du. Es musste unbedingt du sein."

"Hätte ich ihn gewinnen lassen sollen? Ihn einfach deinen Vater umbringen lassen? Und ich habe dich gerettet. Zweimal sogar."

Sie seufzte. "Ja, das hast du, Jake. Aber du hast mich aus einer Gefahr gerettet, in die du mich erst gebracht hast."

"Das ist unfair! Ich bin nicht diese Terroristenschweine, die dich angegriffen haben. Ich bin derjenige, der dafür gesorgt hat, dass diese Schweine dich nicht umgebracht haben."

Sie verdrehte die Augen. "Na schön, Jake. Vielen Dank. Es tut mir so leid, dass ich nicht in Dankbarkeit zerfließe."

"Ich...", er presste die Lippen zusammen und senkte die Stimme. "Ich verstehe einfach nicht, warum du mir sagst, dass du damit einverstanden bist, dass ich diesen Job mache, und mich dann verlässt und mir unseren Sohn wegnimmst."

"Ich habe dir Beau nicht weggenommen, Jake. Du siehst ihn jeden Tag. Du wirst eine ganze Woche auf ihn aufpassen. Du bist ein guter Vater, und ich werde ihn dir nie vorenthalten."

"Nein. Er wird nur woanders wohnen."

"Weil..." Sie hielt inne und sah weg. Tränen bildeten sich in ihren Augen, aber sie holte tief Luft und drängte sie zurück. "Du hast mir gesagt, dass du gehen würdest, Jake. Bevor ich sagte, dass du das nicht musst, hast du mir gesagt, dass du es tun würdest. Und du hast es nicht getan. Du bist zurückgekommen. Dreimal. Nachdem Bard besiegt war, dachte ich... ich weiß nicht, ich dachte, du wärst zufrieden. Du hast deinen Feind besiegt, und jetzt könntest du nach Hause kommen und einfach nur Vater und Ehemann sein. Ich dachte, wir würden das ruhige Leben führen, das ich mir wünschte, und Beau wäre vor all dem hier sicher."

"Du hast mir gesagt, ich solle in der Nacht, nachdem ich Bard getötet hatte, wieder ins Feld zurückkehren."

"Ich weiß", sagte sie. "Ich weiß. Verdammt noch mal, ich weiß. Ich dachte...", sie seufzte. "Hör zu, lass uns das vergessen, okay? Wir sind beide noch aufgebracht. Wir können nicht darüber reden, wie es weitergehen soll, solange wir so wütend sind."

"Wie weitergehen? Wieder zusammenkommen und die Dinge in Ordnung bringen? Die Scheidung durchziehen? Ihr beide zieht quer durchs Land, und ich werde der Vater, der Beau an Weihnachten und an seinem Geburtstag besucht?"

"Ich weiß es nicht, Jake!", rief sie. "Ich weiß es einfach nicht. Weißt du, was ich weiß? Ich weiß, dass ich, als ich an unserem Treppenabsatz gefesselt war und diesem Arschloch zuhörte, wie er mir sagte, dass er dich zwingen würde, dabei zuzusehen, wie er mich tötet, bevor er dich auch umbringt, nur daran denken konnte: Was, wenn er Beau finden würde? Was, wenn er, nachdem er mit uns fertig wäre, unseren Sohn finden und ihn ebenfalls töten würde, nur weil er mit dir verwandt ist."

Jetzt liefen ihr die Tränen übers Gesicht. Jake begegnete ihrem Blick, aber er konnte seinen früheren Trotz nicht mehr aufbringen. Stattdessen ließ das Schuldgefühl seine Schultern erschlaffen und zog seinen Blick zu Boden.

Der Timer des Backofens piepste. Sheila atmete tief durch und wandte sich dann ab. "Geh und sieh nach Beau. Ich lasse die hier abkühlen, und ihr könnt vor dem Fernseher essen, wenn ihr wollt."

Jake nickte und verließ die Küche. Seine Frau nahm die Chicken Nuggets aus dem Ofen und stellte sie auf den Herd.

KAPITEL ZWEI

Behutsam legte Jake Beau aufs Bett und zog ihm die Decke bis zu den Schultern hoch. Er betrachtete das weiche, rundliche Gesicht und wünschte sich verzweifelt, es möge für immer so bleiben: klein, geborgen und glücklich.

Er strich Beau eine Strähne des feinen blonden Haars aus der Stirn. Die Farbe hatte er von Sheila geerbt, die Beschaffenheit von Jake. Sheilas Haar war gewellt.

Jake schaute Beau so lange an, bis es zu schmerzhaft wurde, und ging dann die Treppe hinunter. Sheila saß auf der Couch, die Füße auf ein Kissen gestützt, eine Tasse Kaffee in der Hand, und starrte auf den ausgeschalteten Fernseher. Sie trug eine Flanellpyjamahose und ein T-Shirt. Jake erkannte den Schlafanzug wieder. Er hatte ihn ihr letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt.

Ohne ihn anzusehen, sagte sie: "Es gibt Kaffee, wenn du welchen möchtest."

"Danke, ich verzichte", erwiderte er. Fast hätte er noch hinzugefügt, dass er seit der Trennung kaum noch schlief, aber er wollte keinen neuen Streit vom Zaun brechen.

Er ließ sich in den Sessel sinken und sah Sheila an. "Also, was steht nächste Woche an? Fährst du mit deiner Mutter in den geplanten Urlaub?"

Sheila seufzte und verkrampfte sich. Wie zum Teufel konnte sie jetzt schon so angespannt sein? Herrgott, er hatte doch nur eine simple Frage gestellt. Außerdem hatte er ein Recht darauf zu erfahren, warum er erst vierundzwanzig Stunden vorher über ihre Pläne informiert wurde. Auch wenn ihre Ehe am Ende war, sie war immer noch die Mutter seines Kindes, und er hatte sich extra eine Woche Urlaub genommen, um alles auf der Arbeit zu regeln. Was war also ihr Problem? Konnte sie es nicht einmal mehr ertragen, mit ihm zu reden?

Als sie schließlich antwortete, verstand Jake den Grund für ihre Anspannung. "Nein. Ich, äh ... ich fliege nach China."

Er blinzelte verwirrt. "China? Wieso das denn?"

"Ein Staatsbesuch."

Er starrte sie einen Moment lang an. "Ein Staatsbesuch? Und Bryan will, dass ich zu Hause bleibe?"

"Papa kommt nicht mit. Nur ich."

Er starrte sie erneut an, und sie seufzte. "Es ist nur ein Auftritt. Keine diplomatische Mission oder politische Verhandlung. Ich bin nur da, um der Öffentlichkeit zu zeigen, dass die Beziehungen zwischen Peking und Washington noch immer eng sind. Papa fährt nicht mit, weil er endlich auf alle hört und nicht in fremde Länder reist, wo er in Gefahr sein könnte."

"Aber du schon?"

"Ich werde nicht in Gefahr sein. Ich habe keine offizielle Funktion in der US-Regierung. Ich bin nur ein hübsches Gesicht, das Peking vor die Kameras zerren kann. Hinter den Kulissen wird mich ein ganzer Trupp chinesischer Spezialeinheiten beschützen, ganz zu schweigen davon, dass du sicher Munoz und sein Combat Action Team mit einem Kontingent von Leibwächtern schicken wirst."

"Darauf kannst du Gift nehmen", sagte Jake. "Aber mal im Ernst, was soll das Ganze? Du sagst mir, ich soll mich aus der Gefahrenzone raushalten, und jetzt fliegst du nach China? Ohne mich?"

Sie massierte sich den Nasenrücken. "Jake, ich habe keine Lust, diesen Streit wieder aufzuwärmen. Ich informiere dich lediglich über meine Pläne."

"Danke, dass du mich einbeziehst, aber ich muss das ansprechen. Das ist doch Wahnsinn."

Sie blickte wieder zur Decke und schüttelte den Kopf. Gott, wie er das hasste.

"Ich bin hier nicht derjenige, der unvernünftig ist, Sheila. Du hast vielleicht keine offizielle Funktion in der Regierung, aber du bist immer noch die Tochter des Präsidenten. Du wurdest in Russland entführt, weil du die Tochter des Präsidenten bist."

"Die russische Regierung ist mit uns zerstritten. Dank meines Vaters ist China ein treuer Verbündeter geworden."

"So weit würde ich nicht gehen", entgegnete Jake. "Sie mögen Bryan, und die Beziehungen zu Peking sind gut, aber sie sind Konkurrenten, keine Verbündeten."

"Nun, es sind Konkurrenten, die wiederholt die Angriffe auf meinen Vater verurteilt und betont haben, dass stärkere Beziehungen zwischen Washington und Peking für die Zukunft beider Nationen entscheidend sind."

"Und Nikolai war ein abtrünniger KGB-Agent, der nicht für die russische Regierung arbeitete. Was, wenn ein chinesischer Superspion beschließt, dich auch zu entführen?"

"Sie hätten nicht die stillschweigende Zustimmung ihrer Regierung, weil ihre Regierung nicht hofft, Dad zu zwingen, die Sanktionen aufzuheben, weil ihre Regierung in Osteuropa und auf der arabischen Halbinsel gehandelt hat."

Jake lachte bitter auf und blickte zur Decke. Als er sich dabei ertappte, runzelte er die Stirn und sah sie wieder an. "Sheila, du kannst reden, so viel du willst, aber du begibst dich in Gefahr."

Sie sah ihm in die Augen. "Das Gleiche könnte ich auch zu dir sagen."

Er presste die Lippen aufeinander und wandte den Blick ab. Es war etwas anderes, wenn er sich in Gefahr begab. Er war dafür ausgebildet, mit Gefahren umzugehen. Er war gut darin, mit Gefahren umzugehen.

Sheila war... nun, sie war es einfach nicht. Und er liebte sie. Es machte ihm nichts aus, sein eigenes Leben zu riskieren, aber er würde nicht zulassen, dass Sheila ihr Leben aufs Spiel setzte.

"Das Gleiche könnte ich dir sagen."

Das Verständnis für Sheilas Gefühle, dass sein Job ihn in Gefahr brachte, half ihm jetzt auch nicht weiter. Wenn überhaupt, machte es ihn nur noch wütender, weil er wusste, dass er in der Zwickmühle saß.

Aber sie steckte in der gleichen Situation. Vielleicht war es kleinlich von ihm, so zu denken, aber es war die Wahrheit. Sie konnte ihm nicht vorwerfen, sich in Gefahr zu begeben, während sie genau dasselbe tat, obwohl sie bei ihrem letzten Aufenthalt in einem fremden Land entführt worden war.

"Warum also dieser Sinneswandel? Warum mischst du dich plötzlich in die Politik ein, wo du doch jahrelang gesagt hast, dass du damit nichts zu tun haben willst?"

"Dies ist keine diplomatische Mission, sondern ein Staatsbesuch."

"Das ist trotzdem Politik. Fang jetzt nicht an, über Begrifflichkeiten zu streiten. Du weißt genau, worauf ich hinaus will."

Sie seufzte und nahm einen weiteren Schluck von ihrem Kaffee. "Ich möchte etwas anderes tun, als die ganze Zeit zu Hause zu sitzen. Ich möchte etwas Sinnvolles bewirken."

Ihr Gesichtsausdruck verriet Jake, dass sie seine Antwort schon ahnte. "Ich will also etwas Sinnvolles tun, das mich in Gefahr bringt, und bin deswegen ein Arschloch und ein mieser Vater und Ehemann, aber du willst... was? Den Spieß umdrehen, damit ich weiß, wie es sich anfühlt, in deiner Haut zu stecken?"

"Nein!", fuhr sie ihn an. "Das ist doch gar nicht dasselbe! Ich fahre im Grunde genommen in den Urlaub. Ich werde ein paar Mal zu Abend essen und ein paar Gespräche führen. Ich werde mir ein paar Sehenswürdigkeiten und Museen anschauen, und dann fahre ich wieder nach Hause."

"Und wenn irgendetwas schiefgeht, bist du völlig unvorbereitet."

"Ich werde den Geheimdienst und das chinesische Pendant dazu an meiner Seite haben. Mir wird schon nichts passieren. Ich werde genauso sicher sein wie Papa, wenn er bei dir ist."

"Und in genauso großer Gefahr."

Sie lachte bitter und rieb sich die Stirn. "Hör zu, du musst das nicht gut finden, aber ich tue es trotzdem."

"Das Gleiche könnte ich auch zu dir sagen."

"Ja, das könntest du", gab sie zu. "Ja, das könntest du absolut. Das ist ja das Schöne an der Trennung, dass wir bei unseren Entscheidungen keine Rücksicht mehr auf die Gefühle des anderen nehmen müssen."

Er wandte den Blick ab und schwieg. Nach einer Weile seufzte sie und sagte: "Es tut mir leid. So habe ich das nicht gemeint."

"Doch, genau so hast du es gemeint."

Diesmal schwiegen beide. Die Minuten zogen sich dahin, während jeder von ihnen darum kämpfte, auf dem sinkenden Schiff ihrer Ehe irgendwie die Balance zu halten. Sheila brach das Schweigen. "Ich fliege übermorgen früh ab. Ich dachte, du könntest nach der Arbeit vorbeikommen. Wir essen zusammen zu Abend, und dann kannst du hier übernachten und ihn am nächsten Morgen zu dir nehmen. Oder du bleibst hier, wenn du möchtest."

Die kurze Hoffnung, die in ihm aufkeimte, als sie vorschlug, dass er bei ihr übernachten könnte, verflog sofort, als sie das Haus, das sie gemeinsam gekauft hatten, als seine Wohnung bezeichnete. "Es ist wirklich vorbei, nicht wahr?", sagte er leise.

Sie seufzte erneut. "Nein. Noch nicht. Noch nicht ganz."

"Aber es wird so kommen."

"Ich weiß es nicht, Jake!", sagte sie.

Sie warf einen Blick zu Beau hinüber, um sicherzugehen, dass er sie nicht hörte. Glücklicherweise war Beau weiterhin auf sein Fernsehprogramm fixiert. Sie wandte sich wieder Jake zu und fuhr mit gedämpfter Stimme fort. "Verdammt, ich... ich brauche einfach Freiraum. Ich muss mal durchatmen können. Ich brauche etwas Zeit, in der ich mir nicht ständig den Kopf zerbreche über dich, über Beau, über uns, über die Zukunft... Ich brauche einfach eine verdammte Pause! Deshalb gehe ich, wenn du es unbedingt wissen willst. Ich fahre nach China, weil ich Abstand brauche, um herauszufinden, was ich wirklich will. Ich dachte, das würde ich schaffen, wenn ich für ein Jahr nach Arlington ziehe, aber..."

"Ein Jahr?"

Sie rieb sich die Augen und sagte: "Ja, Jake. Ein Jahr. So lang laufen nun mal Mietverträge."

"Wann wolltest du es mir sagen?"

Sie nahm die Hände vom Gesicht. "Ich weiß es nicht. Wenn ich das Gefühl hätte... Ich weiß es einfach nicht. Es tut mir leid. Es tut mir wirklich leid. Mein Fehler. Ich hätte dir wohl jeden einzelnen Gedanken in meinem Kopf sofort mitteilen sollen, sobald er aufgetaucht ist."

"Du hättest mir von einer Entscheidung erzählen müssen, die meine Beziehung zu meinem Sohn beeinflusst."

"Das hat doch keinen Einfluss auf..."

"Doch, das hat es", unterbrach er sie. "Sieh mir in die Augen und sag mir, dass du wirklich glaubst, dass sich dadurch nichts an der Situation mit ihm ändern wird."

Sie senkte den Blick. "Ich gebe mir ja Mühe, Jake."

"So sieht es aber nicht aus."

"Tja, es wirkte, als hättest du es nie wirklich versucht."

"Ich habe es versucht. Ich war monatelang nicht im Einsatz. Nachdem ich Bard getötet hatte, sagte ich dir, ich würde für immer aus dem Feld aussteigen. Ich bin erst zurückgegangen, als du grünes Licht gegeben hast. Jetzt bestrafst du mich dafür, dass du nicht wirklich wolltest, was du gesagt hast."

"Ich bestrafe dich nicht. Ich versuche nur herauszufinden, ob das, was ich will, mit deinen Wünschen übereinstimmt."

"Ich will dich", beharrte er. "Ich will Beau. Ich will uns. Auch wenn du darauf bestehst, dass es nicht stimmt – unsere Familie bedeutet mir alles auf der Welt. Wäre ich mit Schreibtischarbeit glücklich? Nein, wäre ich nicht. Ich würde meinen Job hassen. Auf jeden Fall. Aber ich bin bereit, das zu tun, um meine Familie zurückzubekommen."

"Nun, das möchte ich dir nicht zumuten."

"Hör auf so zu tun, als würdest du das für mich tun. Du hast unseren Sohn nicht aus dem Haus geholt, weil du mir einen Gefallen tun wolltest."

"Nein, aber..."

Sie presste ihre Hände wieder auf die Augen. Ihre Lippen zitterten. Jake hasste es, sie weinen zu sehen. Er hasste es, dass er sie trösten wollte. Er hasste es, dass er sie nicht trösten konnte. Er hasste es, dass er mit hochgezogenen Schultern und gefalteten Händen dasaß und ihm nichts Besseres einfiel, als darauf zu warten, dass sie etwas sagte.

Wieder vergingen die Minuten wie im Flug. Erneut brach Sheila das Schweigen. "Ich brauche einfach eine Auszeit", sagte sie leise. "Ich brauche eine Pause, und wenn ich zurückkomme, reden wir über alles andere, okay? Kann ich nur eine Atempause haben, bitte? Kann ich diese Woche haben, ohne dass du mich die ganze Zeit anbrüllst?"

Oh, du armes Ding. Du Ärmste. Es muss so schwer sein, wenn dein Mann sauer auf dich ist, weil du ihn im Stich gelassen und ihm seinen Sohn weggenommen hast, ohne auch nur den Anstand zu haben, mit ihm darüber zu reden, warum du deine Meinung geändert hast, nachdem du ihm deinen Segen für seine Arbeit gegeben hattest. Die arme, arme Sheila.

Er sprach nichts davon laut aus. Es würde ohnehin nichts ändern. Alles, was er sagte, war: "Okay."

"Danke."

KAPITEL DREI

Kaum hatte die Air Force One ihre Reiseflughöhe erreicht, zog sich Sheila in ihre Kabine zurück. Sie mixte sich eine Margarita – ihr erster alkoholischer Drink seit Monaten – und ließ sich in den bequemen Sessel sinken. Ihr Blick streifte die Zigarettenschachtel auf dem Beistelltisch, doch sie griff nicht danach. Trinken war vermutlich auch nicht besser als Rauchen, aber in der Air Force One herrschte ohnehin Rauchverbot.

Genau genommen war es gar nicht die Air Force One, da Papa nicht an Bord war. Jetzt war es lediglich eine VC-25B, die Präsidenten-Version der Boeing 747-8 Intercontinental. Das wusste sie nur, weil Jake es ihr mindestens ein Dutzend Mal erklärt hatte.