Ben Thompson - Michael Franzen - E-Book

Ben Thompson E-Book

Michael Franzen

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Beschreibung

Ben Thompson – eine der berühmtesten Legenden des Wilden Westens. In diesem Buch wird der Lebensweg von Benjamin "Ben" Thompson von seiner Kindheit bis hin zu seinem Tod nachverfolgt. Doch wer war der aus England stammende Thompson wirklich, der im Laufe seines Lebens in den Boomtowns von Texas, Louisiana, Mexiko, Colorado und Kansas seine Spuren als Spieler, Gunfighter, Soldat und City Marshal hinterließ? Der Autor nimmt den Leser und die Leserin mit auf eine Reise in die Vergangenheit des Wilden Westens und zeichnet den wahren Lebensweg von Ben Thompson eindrucksvoll nach.

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EPUB
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Seitenzahl: 97

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Michael Franzen

Ben Thompson

König der Revolvermänner

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Vorwort

Herkunft

Jugend in Texas

Als Indianerkämpfer

Bürgerkriegsjahre

Südlich der Grenze

Verurteilt

Abilene

Desaster in Ellsworth

City Marshal von Austin

Tod in San Antonio

Nachwort

Bibliografie

Bereits erschienen

Impressum neobooks

Vorwort

Von allen Gunfightern des „Wilden Westens“ erfüllte Benjamin „Ben“ Thompson bereits zu Lebzeiten alle Voraussetzungen, um zu einer Legende zu werden, und nur wenige seiner damaligen Zeitgenossen, die in Texas beheimatet waren, konnten behaupten, dass sie ein ähnlich dramatisches und abenteuerreiches Leben geführt hatten, wie er. Ob nun als Gunfighter, Indianerkämpfer, als Soldat in der konföderierten Armee, Söldner in Mexiko, Spieler, Saloonbesitzer oder als Gesetzeshüter, Thompson stand stets dort seinen Mann, wo die Luft für gewöhnlich am „bleihaltigsten“ war, und in einem Duell Mann gegen Mann bewies er ein ums andere Mal, dass er sich und seine Nerven gut im Griff hatte und dabei einen kühlen Kopf bewahrte. So schrieb Bat Masterson 1907 in seiner Zeitschrift Human Life sinngemäß über ihn:

„Thompson war absolut angstfrei und seine Nerven waren aus feinstem Stahl. In einem Duell schoss er auf einen Gegner mit der gleichen Präzision und Bedachtsamkeit wie auf ein bewegungsloses Ziel. Während seiner Karriere hatte er mehr tödliche Auseinandersetzungen als jeder andere lebende Mensch und – er siegte in allen. Es ist zweifelhaft, ob es zu seiner Zeit einen anderen Mann gab, der ihm in einem Kampf auf Leben und Tod mit der Pistole das Wasser reichen konnte“,

während Thompson das Ganze aus seiner Sichtweise heraus etwas pragmatischer sah und in seinen späteren Jahren einmal meinte:

„Ob nun von Natur aus oder auch nicht. Ich bin aus Gewohnheit ein Spieler und bereit, all die Aufregung, die solch ein Leben mit sich bringt, gelassen in Kauf zu nehmen und mich ohne Angst all meinen Widersachern zu stellen und – wenn es nötig ist – mit ihnen zu kämpfen. Diesen Weg setze ich wahrscheinlich so lange weiter fort, bis ich irgendwann tot bin.“

Tatsächlich sollte ihm sein ausgeprägter Lebensstil am Ende einen solchen Tod einbringen, doch soll dieser Aspekt seines Lebens natürlich erst zum Schluss meines Buches näher betrachtet werden. Zunächst wollen wir uns jedoch näher mit der wahren Lebensgeschichte von Benjamin Thompson befassen und folgen daher den längst verwehten Spuren des Mannes, der die Geschichte Amerikas, speziell die des „Wilden Westens“, zu einem großen Teil mitgeprägt hat und dessen legendärer Ruf sich weit über die Grenzen von Texas hinweg im ganzen Land verbreitet hatte.

Neumünster, im Januar 2022,

- der Autor - 

Herkunft

Die Geschichte der Familie Thompson lässt sich bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen, und sie beginnt mit einem Bryan Thompson, der im Jahr 1703 in Hook, Yorkshire, England, geboren wurde, wobei die Eltern unbekannt blieben. Am 08. Februar 1729 heiratete er die am 04. April 1708 in Pontefract, Yorkshire, geborene Sarah Hoyland und gemeinsam hatten sie drei Kinder – zwei Söhne und eine Tochter.

Ihr ältester Sohn John, Bens Ururgroßvater also, wurde 1738 ebenfalls in Pontefract geboren, heiratete später seine Frau (bleibt unbekannt) und das Ehepaar bekam 1769 einen Sohn, der ebenfalls in Pontefract geboren wurde und den Namen William erhielt. Urgroßvater William seinerseits heiratete am 14. Juli 1793 in St. Giles Church, Pontefract, die im Jahr 1771 geborene Elizabeth Martin und ein weiterer Stammhalter, Bens Großvater, der ebenfalls den Namen William erhielt, wurde 1794 in Knottingley, Großbritannien, geboren. Er heiratete 1816 die 1798 in Pontefract geborene Mary Parker.

Die Thompsons entstammten einer langen Reihe von Seefahrern. So besaß Großvater William, ein erfahrener Master Mariner, eine Flotte von acht Sloop-Schiffen, die die Ostküste Großbritanniens befuhren und Handelswaren über den Kanal nach Frankreich bis hinunter nach Spanien und von dort Waren wieder zurück nach England beförderten. Danach führte er einen Lebensmittelhandel bei Shepard’s Bridge in Knottingley.

Wie Großvater William war auch Bens Vater William Jr. ein Master Mariner, der u. a. Anteile an dem Handelsschiff Providence besaß. Er wurde am 17. Dezember 1816 in Hull, Yorkshire, geboren und heiratete die am 30. Juni 1813 in Grantham, Lincolnshire,Großbritannien, geborene Mary Ann Baker. Die Ehe wurde am 21. Oktober 1840 ebenfalls in der St. Giles Church in Pontefract vollzogen. Das Ehepaar bekam insgesamt fünf Kinder, wovon vier in Knottingley geboren wurden. Der älteste Sohn und Hauptfigur dieses Buches, Benjamin „Ben“ Thompson, wurde am 02. November 1843 geboren. Ihm folgten am 28. August 1845 noch der jüngere Bruder William „Billy“, sowie die drei Töchter Mary Jane (03. März 1848), Sarah (22. August 1850) und Frances Eleonora, auch „Fanny“ genannt, die erst später nach der Übersiedlung der Familie Thompson nach Nordamerika, am 21. März 1858, in Austin, Texas das Licht der Welt erblickte.

Im Juni 1850 begann Bens Vater, der dem Alkohol mehr zugetan war, als es ihm guttat, an einer Krankheit zu laborieren und er fasste schließlich den Plan, zusammen mit seiner Familie nach Texas auszuwandern, wohin es bereits zuvor, 1840, Mary Anns älteren Bruder William zusammen mit seiner Frau Matilda und deren sechs Kinder verschlagen hatte. Sie hatten irgendwann New York verlassen und waren von dort aus nach Texas gezogen, wo sie sich eine Meile außerhalb von Austin angesiedelt hatten.

Zwei Monate bevor in London die erste Weltausstellung seine Tore für die Besucher aus aller Welt öffnete, verkaufte William im März 1851 seine Beteiligung an dem Segler Providence und begann mit den Vorbereitungen für die Auswanderung nach Texas. Im Sommer 1852 war es schließlich soweit und die Familie bestieg in Liverpool das Dampfschiff Granada, das sie über den Atlantik hinweg am 16. Juli 1852 nach New Orleans in Louisiana brachte. Von dort ging es weiter zur texanischen Hafenstadt Galveston am Golf von Mexiko und dann landeinwärts über Houston und Bastrop, bis sie im Spätherbst 1852 schließlich Austin erreichte, wo ein neues Kapitel im Leben der Familie Thompson aufgeschlagen werden sollte.

Jugend in Texas

Als ehemaliger Seemann blieb William Thompson gewissermaßen sich und dem Wasser treu, und um für seine Familie zu sorgen, betätigte er sich am Colorado River als Fischer, wobei ihn seine beiden Söhne tatkräftig unterstützten. Während Ben mit einem Fuhrgespann durch die Straßen von Austin rollte, um die Einwohner der Stadt mit Trinkwasser zu versorgen, half Billy dabei, den täglichen Fang seines Vaters an die verschiedenen Hotels, Restaurants und Herbergen in Austin zu verkaufen. Später bekam er jedoch eine Anstellung als Buchhalter bei der Firma Sampson & Hendrick’s Dry Good Store, um dort sein Geld zu verdienen, während seine Söhne, dank der finanziellen Unterstützung des Rechtsanwalts und ehemaligen Veterans des Kriegs mit Mexiko, Colonel John A. Green, die örtliche Schule besuchten, wo Ben ein oder zwei Jahre lang die Schulbank drückte, bevor er eine Arbeit als Druckergehilfe fand und dort alle Aufgaben erledigte, die von den sogenannten „Druckerteufeln“ gemacht werden mussten. Vom Mischen der Tinte in Wannen bis hin zum Setzen der Bleiletter u. a. Hilfsarbeiten reichte sein Betätigungsfeld, wobei er, wie auch später sein Bruder Billy, für verschiedene Zeitungen arbeitete, darunter auch John S. „Rip“ Fords State Times. Neben ihrer Beschäftigung als Druckergehilfen übten sich Ben und Billy auch früh im Umgang mit Spielkarten und Waffen, was in Texas zur damaligen Zeit an sich nicht sonderlich ungewöhnlich war, bedenkt man, dass immer noch wilde Banden von Comanchen durch das Land zogen, die emsig damit beschäftigt waren, die Weißen so rasch wie möglich wieder aus ihrem Gebiet zu vertreiben.

Bereits im Alter von 14 Jahren war Ben schließlich auch bereit, eine Waffe zu benutzen, als er am 13. Oktober 1858 sein erstes Duell bestritt, so man es denn als ein solches betiteln mag. Der Austin Southern Intelligencer berichtete unter der eher spartanischen Überschrift „Shooting“ über dieses Ereignis, wonach Ben mit einem Farbigen namens James oder Joe Smith in Streit geriet. Dieser hatte Ben beleidigt und ihm dabei einige unschöne Wörter an den Kopf geworfen. Sie mussten am Ende jedenfalls ausgereicht haben, um Ben derart zu reizen, dass er eine Flinte nahm und dem fliehenden Smith eine Ladung Schrot hinterherschoss. Zu dessen und am Ende auch Bens Glück, enthielt die Patrone „nur“ sogenanntes Vogelschrot vom kleinen Kaliber, das Smith in den Rücken und Armen traf, wobei zwei oder drei Kugeln auch seinen Kopf penetriert hatten. Die meisten Wunden waren zwar nur oberflächlich, aber in jedem Fall sehr schmerzhaft für Smith, der somit relativ glimpflich davonkam und das Ganze am Ende dann auch überleben sollte. Für Ben allerdings hatte seine (Un)Tat ein Nachspiel, denn er wurde sogleich in Gewahrsam genommen und zu der ganzen Sache verhört, bevor er vorläufig wieder auf freiem Fuß gesetzt wurde. Da er jedoch schon vorher auf die eine oder andere Art in Austin auffällig geworden war, beschloss man, ein Exempel an ihm zu statuieren. Er wurde abermals verhaftet und erst gegen die Hinterlegung einer Kaution von 300 Dollar wieder auf freien Fuß gesetzt. Am 06. Dezember 1858 wurde er vor die Grand Jury von Travis County gestellt, die von 17 Bürgern gebildet und von Richter Alexander Watkins Terrell geleitet wurde, während der Bezirksstaatsanwalt A. D. McGinnis die Anklage vertrat. Am Ende der Verhandlung bekam Ben eine Geldstrafe von 100 Dollar aufgebrummt und musste für 60 Tage ins Gefängnis, wo er einem Mitgefangenen beim Kartenspiel sogleich dessen gesamte Barschaft in Form einiger Juwelen abnahm, die dieser statt Geld als Spieleinsatz gesetzt hatte. Nachdem rund 70 Bürger eine Petition beim Gouverneur von Texas, Hardin R. Runnels, eingereicht hatten, wurde Ben am Ende, auch in Hinblick auf sein jugendliches Alter, begnadigt und lediglich zur Übernahme der Prozesskosten verurteilt.

Bei einer weiteren Schießerei, die 1859 stattgefunden haben soll, war Ben mit mehreren Altersgenossen auf der Jagd nach Wildgänsen unterwegs. Am Colorado River teilte sich die Gruppe schließlich auf und legte sich zu beiden Seiten des Flusses auf die Lauer. Als tatsächlich ein Schwarm Gänse auftauchte, schossen die Jungs am anderen Flussufer zu früh und die Gänse flogen, erschrocken über die Ballerei, auf und davon, während sich beide Lager gegenseitig beschimpften und danach begannen, mit ihren Schrotflinten aufeinander zu schießen. Am Ende einigte sich Ben mit dem Anführer der anderen Gruppe, die ganze Angelegenheit in einem Duell auszufechten, und sie stellten sich dazu ca. 20 m voneinander auf, bevor sie mit ihren Schrotflinten aufeinander feuerten. Beide trugen Verletzungen davon, doch Bens Gegner traf es dabei ungleich schwerer, denn er wurde schwer verwundet und musste von seinen Kumpels nach Hause getragen werden. Auch wenn bei den beiden Schießereien niemand getötet wurde, so hatte Ben Thompson bereits in jungen Jahren bewiesen, dass er mit einer Waffe umzugehen verstand und dass er sie, wenn nötig, auch gegen einen Menschen einsetzte, ohne über die Folgen seines Tuns großartig nachzudenken.

Bei einem ähnlichen Ereignis soll Ben sich einem Aufgebot angeschlossen haben, um fünf Kinder zu befreien, die am Stadtrand von Austin von einer Bande Comanchen entführt worden waren. Die Weißen legten sich dafür in einen Hinterhalt und als die Indianer in die gestellte Falle ritten, eröffneten sie das Feuer, wobei Ben den Anführer der Indianer mit einem tödlichen Gewehrschuss vom Pferd geholt haben soll. Danach zog er seine Pistole, um sich in den weiteren Kampf zu stürzen. Vier der fünf Kinder konnten so am Ende befreit werden, und Ben hatte damit seine erste Feuertaufe als Indianerkämpfer bravourös bestanden.

Im Jahr 1860 lernte Ben den 47-jährigen Buchbinder Samuel Webster Slater kennen und nahm dessen Einladung an, in seinem Verlag in New Orleans erneut als Drucker zu arbeiten. Es entwickelte sich sogar eine Freundschaft zwischen den beiden Männern.