Der Dresche, die Krieg und der Pest - Thomas Häring - E-Book

Der Dresche, die Krieg und der Pest E-Book

Thomas Häring

0,0
0,99 €

Beschreibung

Krieg oder Frieder, das ist hier die Frage! Wer wird die Wahl in Deutschland gewinnen? An der Macht angekommen, erweist sich die Siegerin als Visionärin, doch die Spaltung führt zur Teilung und die Geschichte scheint sich zu wiederholen, auch wenn sie eine andere Richtung einschlägt.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 98

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0



Thomas Häring

Der Dresche, die Krieg und der Pest

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Im Licht der Erkenntnis

Es ist Krieg!

Im Kindergarten reden

Schulpflicht als Strafe für die Lehrenden

Der Frieder sei mit Dir!

Der Dritte im Bunde

Von der Raupe zur Schmetterhand

Lebenslaufverfolgungen

Von der Saula zur Paula

Die Wege kreuzen sich unvorhergesehen

Die Nominierung der ganz Anderen

Das Ausmaß der Katastrophe

Wahl der Kämpfe

Macht macht nichts?

Die Wiederteilung Deutschlands

Für Dresche in die Bresche springen

Namen est Amen

Spott, der Knallmächtige, aß ohne Iro nie

Krieg auf dem Friedhof

Berlin, Berlin, wir lassen einen fahren in Berlin!

Die Bombe

Die Warnung

Die Liebe, der Krieg und die Pest

Das Ende der Welt wie wir sie nennen

Lichtgestalten

Impressum neobooks

Im Licht der Erkenntnis

Sie schwebten mal wieder als Lichtwesen durch die glitzernde Stadt aus Kristall, in der sie die meiste Ewigkeit ihres unendlichen Lebens verbrachten. Zeit und Raum existierten dort genausowenig wie Schmerzen, Haß und Gewalt. Es war einfach nur phantastisch und sie zelebrierten ihr herrliches Dasein mit unglaublicher Begeisterung. "Was für eine phänomenale Existenz! Nur Liebe und Wissen, es zählen einzig und allein die wirklich wichtigen Dinge", schwärmte das Eine der beiden Lichtwesen. "Oh ja! Einfach nur phantastisch! Was für ein Hochgenuß! Wenn wir diese Gigantonomie doch nur noch mehr zu schätzen wüßten", ergänzte das Andere der beiden Wesen. "Wie meinst Du das?" Das alles waren keine gesprochenen Worte, denn sie kommunizierten in einer Art von Telepathie miteinander, die verbale Kommunikation unnötig machte. "Wir haben hier das schönste ewige Leben, das man sich überhaupt vorstellen kann. Aber hin und wieder sehne ich mich, behalte das aber bitte für Dich, nach ein bißchen Begrenzung und Einengung." "Aber wieso das denn?" "Weil ich dann danach das alles hier wieder viel mehr schätzen können werde." "Hmh, ich weiß was Du meinst, aber andererseits halte ich Dich auch für ein bißchen dämlich. Wer engt sich schon freiwillig ein, vor allem, wenn man hier so unendliche Möglichkeiten besitzt?" "Das stimmt zwar schon, aber erst der Vergleich sorgt dafür, daß man wirklich in der Lage ist zu beurteilen, wie großartig das Ganze hier tatsächlich ist." "Ich merke schon, Du willst wieder auf den Blauen Planeten mit den ganzen Besoffenen zurück." "Allerdings. Aber dieses Mal will ich etwas ganz Besonderes erleben und ich würde mich darüber freuen, wenn Du dabei mitmachen könntest." "Wieso ich? Was habe ich damit zu tun? Wer sagt denn überhaupt, daß ich mit in diese Welt der Verrückten und Hassenden will?" "Dein Interesse an meinen Gedanken verrät es mir. Laß uns dort unten mal so richtig Spaß haben und die Sau rauslassen!" "Aber das können wir hier doch auch." "Selbstverständlich. Aber das ist nicht dasselbe. Hier ist alles super, es fehlt uns an gar nichts, wir sind perfekt versorgt und fühlen uns unbeschreiblich. Auf der Erde dagegen müssen wir uns mit unseren total begrenzten Möglichkeiten herumschlagen, sind in Raum und Zeit gefangen, befinden uns in einem materiellen Körper, der uns einengt sowie beschränkt und haben keine Ahnung von dieser absolut vollkommenen Existenz hier." "Also gut, Du hast mich überzeugt. Einmal werde ich den Versuch noch wagen, aber danach reicht es mir sicher für alle Ewigkeit." "Einverstanden. Gut, bevor wir uns auf den Weg machen, werde ich Dich noch in das einweihen, was ich dort unten vorhabe und Dir erzählen, welche Rolle Du in dem ganzen Stück spielen sollst." "Meinetwegen. Aber wehe, Du bringst mich um, das würde ich Dir nie verzeihen." "Nein, umbringen werde ich Dich nicht, versprochen. Aber alles Andere kann ich auf keinen Fall ausschließen." Daraufhin verließen sie ihre schöne, heile Welt.

Es ist Krieg!

Sie war eine kleine Prinzessin und hieß Chantal. Also bei ihr handelte es sich um keine wirkliche Prinzessin, jedoch führte sie sich durchaus so auf. Ihre Eltern waren steinreich und auch nicht mehr die Jüngsten, aber wenigstens noch nicht steinalt. Es handelte sich bei ihnen um Milliardäre und da es von den Superreichen in Deutschland nicht sonderlich viele Exemplare gab, fühlten sie sich als etwas Besonderes und verhielten sich auch so. Ihr Vater liebte sein kleines Mädchen über alles und da es sich bei Chantal um ein Einzelkind handelte, stand auch ihre Mutter der Frucht ihres Leibes durchaus ziemlich aufgeschlossen gegenüber. In den ersten Jahren beherrschte die kleine Chantal ihre Erzeuger dermaßen, daß die erschöpft und entnervt Erziehungsurlaub beantragen, den sie sich auch sofort gewährten. Ja, so ein Milliardär hatte es schwer, insbesondere, wenn da daheim so eine kleine Psychoterroristin herumlief, die alles bekam was sie wollte. Ihre Eltern gönnten sich einen vierwöchigen Urlaub zu zweit und ließen das Schreikind bei einem Mann zurück, der dafür eine Menge Geld einstrich und behauptete, er würde aus dem "verzogenen Fratz" eine wohlerzogene junge Dame machen. Nach vier Wochen mit Chantal war er mit seinen Nerven völlig am Ende und als ihn der Vater des Mädchens fragte, wie es denn so gelaufen wäre, da bat er um ein Vieraugengespräch, das ihm natürlich sogleich gewährt wurde. Hinter verschlossenen Türen, während sich Chantal mit ihrer Mutter auseinandersetzte, begann der Kindesbetreuer zu heulen und berichtete mit Tränen in den Augen: "Es war die Hölle! Sie hat mir nicht nur nicht gehorcht, sie hat mich andauernd angeschrien und herumkommandiert, sie hat mich terrorisiert, sie hat mich geschlagen, beleidigt und verspottet, aber das Schlimmste war, daß sie mir an die Eier gegriffen hat." "Na ja, sie mag halt zum Frühstück gern ein gekochtes Ei", versuchte ihr Vater, seine Chantal zu verteidigen. "Aber doch nicht das, Sie Erzeuger des Teufels in weiblicher Menschengestalt! An meinen Sack hat sie gelangt und dazu auch noch ganz frech gekichert. Ich bin völlig am Ende und am Hoden zerstört. Ich will dieses schreckliche Kind in meinem ganzen Leben nie mehr wiedersehen. Am besten wird es wohl sein, wenn ich gleich mit einer Traumatherapie beginne, um diese fürchterlichen Wochen zu verarbeiten und irgendwie aus meinem Gedächtnis zu löschen", mutmaßte der arme Kerl und zog sich daraufhin zurück, ohne sich von seiner Peinigerin zu verabschieden. Etwas nachdenklich geworden kehrte der Vater zu seiner Kleinfamilie zurück und erkundigte sich bei seiner Tochter nach den letzten Wochen und wie es denn mit dem Betreuer so gewesen wäre. "Ach, auch wieder nur so ein Weichei", bemerkte sie dazu lediglich und damit war im Grunde auch alles gesagt.

Vielleicht sollte man bei der ganzen Angelegenheit erläuternd hinzufügen, daß Chantal den beeindruckenden Nachnamen Krieg trug und wie eine Kriegerin führte sie sich auch von Anfang an auf. Dementsprechend verwunderte es nicht weiter, daß ihre ersten Worte "Krieg ich?" gelautet hatten und irgendwann handelte es sich dabei nicht mehr um eine Frage, sondern um einen Befehl, dem bedingungslos zu gehorchen war, wenn man keinen Ärger oder hochqualifizierten Psychoterror erleben wollte. Eines Abends saßen Chantals Eltern nach einem anstrengenden Tag mit ihrer völlig verzogenen Göre total geschafft im riesigen Wohnzimmer und schauten sich nachdenklich an. "Vielleicht hätten wir vorher doch lieber jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt", gab ihr Vater zu bedenken. "Dafür ist es jetzt allerdings zu spät. Das Kind ist leider immer noch nicht in den Brunnen gefallen, beziehungsweise befindet es sich schon längst darin und dreht dort schimpfend sowie schwimmend seine Runden", konstatierte die Mutter der Terroristin. "Also, ich halte das alles nicht mehr länger aus. Wird höchste Zeit, daß sich Vater Staat um die Erziehung dieses Scheusals kümmert. Vater Krieg ist aus der Nummer raus. Ich habe fettig … e Haare und ich will endlich wieder in Ruhe lesen, falls es hier überhaupt noch Bücher gibt, aus denen Chantal nicht alle Seiten rausgerissen hat", waren seine Worte. Sie nickten sich zu, die Sache war also beschlossen. Ihr freches Mädchen würde fortan anderen Leuten an die Eier, beziehungsweise auf den Sack, gehen.

Im Kindergarten reden

"Es ist wirklich nicht zu fassen. Alle Kinder, aber natürlich ganz besonders die Jungs, wollen ständig Krieg spielen, doch mit der Krieg will niemand spielen", wunderte sich eine Erzieherin. "Das kann ich durchaus nachvollziehen, denn die faßt den Jungs immer an die Eier", klärte eine Kinderpflegerin ihre Kollegin auf. "Na von wem sie das wohl hat?" Beide lachten. "Ja, so ein Milliardär wäre schon eine richtig gute Partie. Was der nur von seiner Frau will?" "Na ja, höchstwahrscheinlich das, was alle Männer von ihrer Gattin möchten." "Daß sie das Essen macht, die Wäsche wäscht und die Wohnung putzt?" "Das wohl weniger. Der hat doch so viel Kohle, der kann sich bestimmt ganz viele Angestellte leisten." "Sicherlich, aber das heißt noch lange nicht, daß er das auch macht. Denn diese reichen Leute sind ja oft nur deshalb so vermögend, weil sie total geizig sind." "Redet Ihr etwa schon wieder schlecht über meine Eltern?" wollte Chantal, die plötzlich bei ihnen aufgetaucht war, wissen. "Natürlich nicht. Aber was machst Du eigentlich hier? Solltest Du nicht mit unserem Praktikanten spielen?" forschte die Erzieherin. "Ach, der hat sich ins Männerklo eingesperrt und schaut dort nach, ob bei seinen Kronjuwelen noch alles in Ordnung ist", plapperte die Kleine munter drauflos. "Aber Chantal, das geht so nicht! Wie oft haben wir Dir schon gesagt, daß Du den Jungs und den Männern nicht in den Schritt fassen darfst?" hakte die Kinderpflegerin nach. "Bestimmt schon tausend Mal. Aber das interessiert mich nicht. Ihr Beide seid eh nur ganz billige Lohnsklaven und Ihr habt mir überhaupt nichts vorzuschreiben. Außerdem macht das Sacktatschen Spaß und ich weiß ja, daß das die Stelle ist, wo die blöden Typen am verwundbarsten sind", erläuterte die kleine Hexe und verschwand daraufhin wieder aus dem Blickfeld der Erwachsenen. "Du meine Güte! Dieses Kind scheint der Teufel höchstpersönlich auf die Erde geschickt zu haben. Ich glaube, wir müssen nun eine Grundsatzentscheidung treffen", bilanzierte die Erzieherin und Stunden später saßen Chantals Eltern im Büro der Leiterin des Kindergartens, welche ihnen schonend beibrachte, daß ihre Einrichtung mit der Betreuung von Chantal Krieg überfordert war. "Wir mögen den Krieg überhaupt nicht, aber die Krieg ist noch viel schlimmer", verkündete die Chefin. "Aber ich bitte Sie! Wie wäre es denn mit einer großzügigen Spende von meiner Seite?" versuchte Chantals Vater, die Bedrohung, die da schon wieder auf ihn zukam, im letzten Moment noch abzuwenden. "Tut mir leid, aber es geht hier um die psychische Gesundheit von 63 Kindern und acht Mitarbeiterinnen." Chantals Eltern waren verzweifelt. Wie sollte das alles nur weitergehen?

Schulpflicht als Strafe für die Lehrenden