Beschreibung

Aisling Grey ist überglücklich, dass der Mann ihrer Träume, der attraktive Werdrache Drake Vireo, sie heiraten will. Doch dann steht sie allein vor dem Traualtar, während ihr Verlobter spurlos verschwunden ist. Aisling begibt sich auf die Suche nach ihm und muss sich mit verfeindeten Drachenfamilien, wütenden Dämonen und einem Magier herumschlagen, der ihr ihre Stellung als Wächterin des Höllentors streitig machen will. Zum Glück kann sie auf die Unterstützung ihres treuen Begleiters, des Dämons Jim, zählen. Und mit etwas Glück läuten vielleicht doch noch die Hochzeitsglocken für Aisling und Drake...

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MOBI

Seitenzahl: 412

oder

KATIE MACALISTER

DRAGON LOVE

HÖLLISCHE HOCHZEITSGLOCKEN

Roman

Ins Deutsche übertragen von

Margarethe van Pée

1

„Hochzeitsglocken, für mich läuten Hochzeitsglocken! Bimbam, bimbam!“

„Hörst du jetzt endlich auf!“ Ich versetzte Jim einen Klaps auf die haarige schwarze Schulter. Rasch vergewisserte ich mich, dass niemand in dem kleinen Raum meinen Dämon in Hundegestalt singen gehört hatte. „Herrgott, Jim, wenn dich irgendjemand beim Reden erwischt …“

„Was ist, Liebes?“ Paula, meine Stiefmutter, die sich gerade mit den anderen Gästen unterhalten hatte, drehte sich um. „Wo bleibt er nur? Brauchst du etwas? Oh, Aisling, Liebes, nein, eine Braut setzt sich nicht an ihrem Hochzeitstag. Lehn dich an die Wand, wenn du müde bist. Muss dein Hund mal vor die Tür, um sein Geschäft zu verrichten? David, kannst du mal mit dem Hund nach draußen gehen? Obwohl es mir ja schleierhaft ist, warum du ihn bei der Trauung dabeihaben willst … Hundehaare bekommt man nicht weg, das weiß doch jeder. Oh, wo mag er nur sein? Es ist schon nach halb!“

Mein Stiefvater, die Personifizierung eines zerstreuten Professors, trat zu uns, während Paula leise vor sich hin murmelnd die schwarzen Hundehaare von meinem wunderschönen Spitzenkleid in Gold und Grün wischte.

„Was für ein Hund?“, fragte er. Den riesigen schwarzen Neufundländer, der neben mir stand, übersah er offensichtlich.

Ich tätschelte ihm liebevoll den Arm. „Ist schon okay, Dad. Jim muss nicht Gassi gehen. Und mir geht es auch gut. Wollt ihr nicht alle kurz vor die Tür gehen, damit ihr euch wenigstens ein bisschen entspannen könnt? Ich lehne mich hier an die Wand und mache ein Nickerchen, während ich auf Drake warte.“

„Wir können dich doch nicht alleine lassen.“ Paula keuchte entsetzt auf. „Das wäre äußerst unpassend. Du liebe Güte, was sollen die Leute denn sagen? Und die Kleider heutzutage knittern so entsetzlich. Die Mädchen von heute nehmen alles so auf die leichte Schulter, ganz anders als zu meiner Zeit … Wo bleibt er bloß? David? Wo ist er?“

„Wer?“, fragte mein Stiefvater und blickte sich verwirrt um.

„Der Bräutigam natürlich. Drake. Es bringt Unglück, wenn ein Bräutigam auf seiner eigenen Hochzeit nicht erscheint. Natürlich versetzt er dich nicht, meine Liebe, das würde ihm im Traum nicht einfallen, aber ich frage mich, ob er vielleicht einen Autounfall gehabt hat? Die Leute hier fahren so schnell und dann auch noch auf der falschen Straßenseite! Für sie mag es ja die richtige sein, aber trotzdem, so schnell! Drake könnte tot am Straßenrand liegen, und wir würden es nicht einmal wissen …“

Langjährige Erfahrung mit meiner Stiefmutter veranlasste mich, meinem Onkel einen verzweifelten Blick zuzuwerfen. Er stand mit verschränkten Armen in der Ecke, eine Zigarre zwischen den Zähnen. Die Tatsache, dass wir uns in einer der ältesten Kirchen Londons befanden, in der zudem Rauchverbot herrschte, interessierte ihn nicht im Mindesten.

Onkel Damian verstand sofort, was ich ihm sagen wollte, und trat zu meiner Stiefmutter, die die ganze Zeit an meinem Kleid herumzupfte.

„Es reicht, Paula“, sagte er brummig. „Kümmere dich um die Gäste. Sie wundern sich bestimmt schon über die Verzögerung. Und nimm deinen Mann mit.“

Meine Stiefmutter blickte zu der Tür, die zur Sakristei führte, offensichtlich hin und her gerissen zwischen ihrer Pflicht, an meiner Seite zu bleiben, bis der Bräutigam auftauchte, und ihrem Wunsch, sich mit den anderen Gästen zu unterhalten. „Nun … sie fragen sich sicher, warum es so lange dauert …“

„Ich passe schon auf Aisling auf“, versicherte Onkel Damian ihr und schob sie zur Tür. „David, geh mit deiner Frau. Ihr könnt den anderen sagen, es gäbe eine kleine Verzögerung, aber die Trauung fände gleich statt.“

„Was mögen sie bloß denken? Ich hätte die Hochzeit ja ganz anders arrangiert. Es ist zwar alles sehr hübsch, mit den Blumen, und dein Brautstrauß, meine Liebe, ist ganz wundervoll, aber ich hätte dafür gesorgt, dass die Leute pünktlich sind …“ Damit wandte sie sich zum Gehen und prallte gegen den Pfarrer, der gerade hereinkam. Sie entschuldigte sich überschwänglich.

„Setzt euch in die erste Reihe, Dad“, sagte ich zu meinem Stiefvater und rang mir ein Lächeln ab. „Ich komme gleich.“

„Draco ist ganz bestimmt nicht tot“, sagte er und tätschelte mir die Hand. „Er hat sicher nur Probleme, seine Krawatte richtig zu binden. Das ist mir auch so gegangen. Deine Mutter musste es für mich tun.“

Er trottete hinter Paula her. Beinahe war ich versucht, ihm Jim hinterherzuschicken, um sicherzugehen, dass er sich auch bestimmt in die erste Bankreihe setzte. Er war in der Lage, geistesabwesend irgendwohin zu laufen. Aber auf Jim konnte ich mich im Moment auch nicht verlassen. Er schwebte im siebten Himmel, weil wir ein langes Wochenende in Paris bei Amelie verbracht hatten. Sie war die Besitzerin des Welsh Corgi, in den Jim verliebt war.

Der Pfarrer redete leise mit Onkel Damian, wobei er mir von Zeit zu Zeit einen mitfühlenden Blick zuwarf. Dann eilte er wieder nach draußen, um weiter auf Drake zu warten.

„Ich halte nichts von Männern, die sich am Altar verspäten.“ Onkel Damian warf mir einen tadelnden Blick zu. Aus seiner Tasche drang ein bimmelndes Geräusch. Er zog sein Handy heraus, blickte auf die Nummer und sagte, er müsse den Anruf entgegennehmen.

„Ich fand ja schon Drakes Mutter schrecklich“, murmelte Jim.

Ich warf meinem Onkel, der ins Telefon bellte, einen Blick zu.

„Aber deine Familie schießt den Vogel ab. Warum hast du mir eigentlich nicht gesagt, dass dein Onkel Ernest Hemingway ist?“

„Sei nicht albern. Da ist höchstens eine ganz leichte Ähnlichkeit. Wenn überhaupt. Jedenfalls trinkt Onkel Damian nicht, und er schießt auch nicht auf unschuldige Tiere. Und für meine Familie kann ich schließlich nichts. Wie dem auch sei – Paula ist gut für Dad. Er war völlig verloren, als meine Mom starb, und da ich damals erst vierzehn war, war Paula für uns beide ein Segen. Natürlich macht sie mich mit ihrem endlosen Geplapper manchmal wahnsinnig, aber sie war immer lieb zu mir, und vor allem kümmert sie sich um Dad, sodass ich es nicht zu tun brauche.“ Ich warf einen Blick auf die Uhr, die auf dem Schreibtisch des Pfarrers stand, und versuchte, der Unruhe, die sich in mir auszubreiten begann, Herr zu werden. „Es nützt wahrscheinlich auch nichts, wenn ich dich frage, ob du weißt, wo mein saumseliger Bräutigam bleibt.“

Jim schüttelte den Kopf. „Ich bin ein Dämon, kein Hellseher. Ich habe dir doch gestern Abend gesagt, dass wir ihn nicht alleine lassen sollten.“

„Ich hatte keine andere Wahl. Onkel Damian duldet keinen Widerspruch, deshalb hat es auch nichts geholfen, dass ich erklärt habe, es sei altmodisch und überholt, dass die Braut die Nacht vor der Hochzeit nicht unter einem Dach mit dem Bräutigam verbringen darf. Außerdem war das Hotel doch wirklich schön.“

„Das habe ich nicht gemeint, und das weißt du auch“, erwiderte Jim.

Seufzend zupfte ich an der Spitzenmanschette meines Kleides. „Ich weiß. Ich versuche ja nur, ruhig zu bleiben. Es war kein leichter Monat. Fiat ist verschwunden, und die roten Drachen führen immer noch Krieg gegen uns, und ich wäre mit der Organisation dieser Hochzeit überfordert gewesen, wenn ich Traci nicht gehabt hätte.“

In dem Moment, als mir der Name über die Lippen kam, merkte ich, was ich getan hatte. Ich schlug mir die Hand vor den Mund, aber es war zu spät. Die Luft vor mir flimmerte, und dann erschien ein unauffälliger Mann mittleren Alters.

„Du hast mich gerufen, Herrin?“, sagte der Dämon, der wie immer leicht verärgert wirkte.

Ich blickte hastig zu meinem Onkel, in der Hoffnung, dass er nichts mitbekommen hatte, aber er klappte gerade sein Handy zu und kam so zielgerichtet auf mich zu, dass diese Hoffnung sofort wieder erstarb.

„Na, jetzt hast du es geschafft!“, sagte Jim fröhlich. „Onkel Damian auf hundert.“

„Jim!“, rief ich und legte beide Hände um sein Maul.

Onkel Damian zögerte einen Moment lang und blickte Jim an.

„Entschuldigung“, murmelte der Dämon unter meinen Händen.

„Ich glaube, du musst mir einiges erklären, Aisling“, sagte Onkel Damian streng.

Ich kam mir vor, als wäre ich wieder zehn und er hätte mich dabei erwischt, wie ich seine kubanischen Zigarren als Mini-Kanus missbrauchte.

„Herrin, soll ich mich um diesen Sterblichen kümmern?“, fragte Traci mit müder Resignation in der Stimme.

„Herrin?“ Onkel Damian runzelte verwirrt die buschigen schwarzen Augenbrauen. „Wer ist dieser Mann? Wieso ist er auf einmal aus dem Nichts hier aufgetaucht? Und was geht da mit deinem monströsen Hund vor?“

Ich blickte Jim an. Der zwinkerte mir zu. Eine vertraute, warme schwarze Masse drängte sich in mein Bewusstsein. Du kannst ihm das wahre Ausmaß deiner Macht zeigen. Er wird dir Respekt zollen.

„Halt den Mund!“, knurrte ich, fügte jedoch hastig hinzu: „Nicht du, Onkel Damian. Ich habe mit … äh …“

„Sie hört Stimmen“, warf Jim ein. Ich warf ihm einen finsteren Blick zu, aber er zuckte nur mit den Schultern. „Er hat mich doch schon reden gehört. Du wirst ihm wohl erzählen müssen, was los ist.“

„Was ich nicht müsste, wenn du, wie gebeten, deinen Mund gehalten hättest.“

„Du hast mich zwar darum gebeten, es aber nicht befohlen“, versetzte Jim ungerührt.

„Ein Fehler, den ich nicht mehr machen werde. Nein, Traci, danke, ich brauche dich nicht. Ich habe dich aus Versehen gerufen. Äh … wie läuft es in Paris?“

Der Dämon kniff missbilligend die Lippen zusammen. „Unerfreulich.“

„Gut. Wir reden in zwei Tagen miteinander, wie vereinbart. Auf Wiedersehen.“

Traci öffnete den Mund, vermutlich um weiter seinen Protest darüber zu äußern, dass er sich um die europäische Anderswelt kümmern musste, aber ich hatte keine Zeit, mir seine Klagen anzuhören, jedenfalls nicht an dem Tag, der doch der glücklichste meines Lebens sein sollte. Ich wedelte mit der Hand, und Traci verschwand.

Onkel Damian kniff die Augen zusammen. „Was zum Teufel geht hier vor, Aisling? Ich verlange eine Antwort, und zwar sofort!“

2

„So, du willst also wissen, was los ist? Ich erzähle es dir.“

„Oh, oh“, sagte Jim und wich zurück. „Vielleicht solltest du besser ein wenig Distanz zwischen dich und Ash bringen, Onkel Damian. Wenn sie ausflippt, passiert immer alles Mögliche.“

„Ich flippe nicht aus. Noch nicht, jedenfalls.“ Ich hatte gehofft, die Wahrheit vor meinem Onkel verbergen zu können, aber ich hatte schon die ganze Zeit über das Gefühl gehabt, dass er die Geschichte, die Drake und ich uns ausgedacht hatten, nicht glaubte. Ich blickte ihn entschlossen an und sagte: „Ich bin eine Dämonenfürstin, ein Prinz von Abaddon, was mehr oder weniger das Gleiche ist wie die Hölle. Ich wollte den Job nicht und reiße mir ein Bein aus, um ihn ohne allzu großen Schaden wieder loszuwerden, aber es kann sein, dass dann die Leute von Abaddon in unsere Welt gelangen, und dann … na ja, dann bricht die Hölle los. Und Jim ist auch nicht wirklich ein Hund. Er ist ein Dämon, den ich unabsichtlich gerufen habe, allerdings ist er nicht wirklich böse, sondern eher so eine Art gefallener Engel, der aus der Legion eines anderen Dämonenfürsten hinausgeworfen wurde. Und Drake ist das Oberhaupt einer Drachensippe. Ich bin außerdem eine Hüterin, die sich mit Dämonen auseinandersetzt. Hast du alles verstanden? Gut. Dann können wir ja jetzt zu dem Teil des Tages übergehen, an dem ich gleich einen Nervenzusammenbruch kriege, weil Drake bis jetzt noch nicht aufgetaucht ist, um mich zu heiraten.“

Ich hatte eine Menge Fragen erwartet, und leider lag ich damit auch nicht falsch.

„Dämon?“, sagte Onkel Damian und blickte Jim an.

„Ja. Dämon sechster Klasse, das sind die am wenigsten schlimmen.“

„Hey! Ich stehe direkt neben euch!“, warf Jim ein.

Wir ignorierten ihn beide.

„Dämonenfürstin?“, fragte mein Onkel und musterte mich von Kopf bis Fuß.

„Ja. Das ist eine lange Geschichte, aber ich bin auch nicht böse, weil ich eigentlich eine Hüterin bin, und die gehören zu den Guten.“

„Das mit der Dämonenfürstin ist nur ein Hobby“, fügte Jim hinzu, der bis in die gegenüberliegende Ecke des Raumes zurückgewichen war.

„Das ist nicht hilfreich“, zischte ich und zog bedeutungsvoll die Augenbrauen hoch, um ihm klarzumachen, dass ich ihm gleich befehlen würde zu schweigen.

„Drache?“ Onkel Damian warf einen nachdenklichen Blick zur Tür.

„Äh … ja, Drake ist eigentlich ein Wyvern. Das ist das Oberhaupt einer Drachensippe. Er ist ein grüner Drache. Er ist sehr mächtig und sehr, sehr geachtet“, fügte ich hinzu. Mein Onkel legte viel Wert auf Respekt.

Der Wutanfall, mit dem ich halbwegs gerechnet hatte, blieb jedoch aus. Onkel Damian hielt mir weder einen Vortrag, noch verlangte er von mir, dass ich sofort die Kirche verlassen und mit ihm zurück nach Oregon kommen sollte. Stattdessen blickte er mich einen Moment lang nachdenklich an, dann nickte er und sagte: „Verstanden. Wo ist Drake?“

Mir fielen fast die Augen aus dem Kopf. „Du fängst nicht an zu toben und verlangst von mir, Drake und Jim und alles zu lassen? Du erklärst mich nicht für wahnsinnig? Du mir?“

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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