Rätselhafte Rebecca 12 - Marisa Parker - E-Book

Rätselhafte Rebecca 12 E-Book

Marisa Parker

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Beschreibung

Rebecca - Eine außergewöhnliche junge Frau, die dem Rätselhaften immer auf der Spur ist. Die Licht in jedes Dunkel bringt. Und die auch in gefährlichen Situationen stets einen Ausweg weiß. Auf ihren Reisen begegnet sie unheimlichen Abenteuern und dramatischen Schicksalen - und immer wieder der Liebe. Doch das größte Mysterium bleibt ihre eigene Herkunft. Rebeccas Tante Betty macht Urlaub im sonnigen Kairo und alles scheint bestens. Doch die Idylle trügt. Immer mehr Touristen sind plötzlich wie vom Erdboden verschluckt - und dann auch Betty. Rebecca macht sich auf die Suche nach ihr und gerät dabei in einen Strudel merkwürdiger Ereignisse. Die Einheimischen sind sich sicher, dass Anubis, der ägyptische Totengott, dahintersteckt, aber das will Rebecca nicht glauben ... Begleite Rebecca auf ihren unheimlichen wie schicksalshaften Abenteuern an exotische Schauplätze und lüfte mit ihr das dunkle Geheimnis ihrer Vergangenheit. Die digitale Neuausgabe der Romantic Thriller-Reihe von 2003 jetzt endlich und nur als eBooks erhältlich. Jede Folge umfasst eine in sich abgeschlossene Geschichte und kann unabhängig von den restlichen Folgen der Serie gelesen werden. Jetzt herunterladen und sofort loslesen!

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Seitenzahl: 119

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Inhalt

Cover

Über diese Serie

Über diese Folge

Über die Autorin

Titel

Impressum

Schreckensnächte in Kairo

In der nächsten Folge

Rätselhafte Rebecca

In einer rabenschwarzen Winternacht finden eine panische junge Frau und ihr Baby Zuflucht in einer Villa. Am nächsten Morgen ist die Frau verschwunden – nicht aber ihr Baby. Bei dem namenlosen Bündel nur ein silbernes Amulett, darauf die Initialen R und G. Das war alles, was Rebecca über ihre Vergangenheit wusste.

Warum war ihre Mutter so in Panik? Wieso ließ sie sie bei einer Fremden zurück? Und was bedeuten die Initialen?

Tante Betty, wie Rebecca ihre Adoptivmutter und die Besitzerin der Villa zärtlich nennt, hatte ihr die Geschichte oft erzählt. Aber auf all die Fragen hatte sie leider keine Antwort.

Heute, fast achtundzwanzig Jahre später, ist Rebecca eine erfolgreiche Reiseschriftstellerin. Als solche ist sie viel unterwegs und überall auf der Welt hat sie Freunde. Und wäre da nicht ihre rätselhafte Vergangenheit, wäre sie fast eine gewöhnliche junge Frau.

Fast – denn irgendwie scheint sie Abenteuer und Mysterien magisch anzuziehen. Und dabei glaubt sie gar nicht an Magie!

Folge 01: Hexenzauber

Folge 02: Schatten der Vergangenheit

Folge 03: Stimmen aus dem Jenseits

Folge 04: Im Bann des Magiers

Folge 05: Das Geheimnis der weißen Lady

Folge 06: Satans Töchter

Folge 07: Ozean der bösen Träume

Folge 08: Fürstin der Finsternis

Folge 09: Das Geheimnis des schwarzen Mönchs

Folge 10: Kalter Hauch der Angst

Folge 11: Grüße aus dem Totenreich

Folge 12: Schreckensnächte in Kairo

Folge 13: Der Fluch der schwarzen Villa

Folge 14: Angriff der Todesvögel

Folge 15: Der Ruf der Todesfee

Folge 16: Schritte in der Dunkelheit

Folge 17: Vom Teufel besessen

Folge 18: Das Schloss, in dem das Unheil wohnt

Folge 19: Die Insel des Schreckens

Folge 20: Die Nacht der Wahrheit

Über diese Folge

Rebeccas Tante Betty macht Urlaub im sonnigen Kairo und alles scheint bestens. Doch die Idylle trügt. Immer mehr Touristen sind plötzlich wie vom Erdboden verschluckt – und dann auch Betty. Rebecca macht sich auf die Suche nach ihr und gerät dabei in einen Strudel merkwürdiger Ereignisse. Die Einheimischen sind sich sicher, dass Anubis, der ägyptische Totengott, dahintersteckt, aber das will Rebecca nicht glauben …

Über die Autorin

Marisa Parker, 1947 in Washington D.C. geboren, zog schon früh mit ihren Eltern nach Heidelberg. An der Heidelberger Universität studierte sie Germanistik, Latinistik und Philosophie. Nach ihrem Studium war sie viele Jahre als Journalistin und freie Schriftstellerin tätig. Heute lebt sie zusammen mit ihrem Mann und ihren beiden gemeinsamen Kindern in der Nähe von Köln.

Marisa Parker

Schreckensnächte in Kairo

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2016 by Bastei Lübbe AG, Köln

Für die Originalausgabe:

Copyright © 2003 by Bastei Lübbe AG, Köln

Verlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian Marzin

Verantwortlich für den Inhalt

Für diese Ausgabe:

Copyright © 2016 by Bastei Lübbe AG, Köln

Projektmanagement: Nils Neumeier/Stefan Dagge

Umschlaggestaltung: Manuela Städele-Monverde unter Verwendung einer Illustration von © shutterstock/Claire McAdams | AlexAnnaButs | ChalidMGM

E-Book-Erstellung: César Satz & Grafik GmbH, Köln

ISBN 978-3-7325-2449-5

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

www.bastei.de

Schreckensnächte in Kairo

Aus Rebeccas Reisetagebuch:

Überall in Kairo wird hinter vorgehaltener Hand von den lebenden Mumien geflüstert. Davon, dass die Untoten Rache nehmen und sich unschuldige Menschen holen. Die Einheimischen scheinen eine Heidenangst vor den Nächten zu haben, und ich selbst habe letzte Nacht eine merkwürdige Erscheinung im Hotelgarten gesehen. Halb Mensch, halb Mumie. Grauenvoll!

Diese Gestalt muss der Anführer einer Armee des Schreckens sein, die Kairo bedroht. Aber wie soll ich das beweisen und ihn von weiteren Gräueltaten abhalten? Selbst wenn ich ihn finde, wird er mich eher umbringen, als seine Opfer freizugeben.

Es scheint aussichtslos.

Mein Verstand weigert sich, an die Existenz der unheimlichen Gestalten zu glauben, aber die Tatsachen sprechen alle dagegen. Ich kann nicht schlafen, obwohl ich sehr müde bin. Ich lausche hinaus in die Ägyptische Nacht und grüble. Werden noch mehr Menschen einfach spurlos verschwinden? Und was wurde aus den Touristen, die bereits vermisst werden? Aus all den ahnungslosen Menschen …

Mein Gott, da sind Schritte vor meinem Zimmer …

***

Es war ein feuchter, nebliger Novembertag.

Modrig-gelbes Laub rieselte von den Bäumen und sammelte sich in den verstopften Rinnsteinen. Der Dauerregen brachte die Gullys zum Überlaufen. Dichte Wolken hatten es früh dunkel werden lassen, doch der Stop-and-go-Verkehr auf den Hauptstraßen verriet, dass es noch nicht einmal vier Uhr nachmittags war. Die Abgaswolken mischten sich mit den Nebelfetzen, die ziellos durch die Straßen wehten. Wer konnte, floh vor dem Herbstwetter in den sonnigen Süden oder beeilte sich wenigstens, nach Hause zu kommen.

„Jetzt müsste man seine Koffer packen und wie deine Tante Betty ins warme Ägypten reisen“, träumte Martina Keller. Die semmelblonde Reiseverkehrsfrau und Mutter zweier lebhafter Kinder nippte versonnen an ihrer heißen Schokolade. „Ich schwöre, wenn Jonas nicht gerade in die Schule gekommen wäre, würde ich gleich morgen in die Sonne jetten!“

„Hat dich das Reisefieber endlich doch erwischt.“ Rebecca von Mora strich lächelnd ihr glänzendes dunkles Haar zurück. „Das ist ja auch kein Wunder, wo du jeden Tag die herrlichsten Reisen verkaufst.“

„Es ist mehr als das. Der November ist die unheimlichste Jahreszeit, findest du nicht? Manchmal habe ich das Gefühl, zu dieser Zeit wandern die Menschen, die in dem Jahr gestorben sind, umher und suchen den Weg ins Jenseits. Und wehe, wer ihnen dann begegnet!“

Rebecca fröstelte plötzlich. „Ich wusste gar nicht, dass du an das Jenseits glaubst.“

Ihre Freundin zuckte mit den Schultern. „Doch, irgendwie schon. Ich denke nicht, dass mit dem Tod alles aufhört. Und dieses graue Wetter erinnert mich immer daran, ich finde es gruselig.“

„Ich werde erst an Geister glauben, wenn ich einmal Auge in Auge einem gegenüberstehe“, winkte Rebecca ab.

„Wie gefällt es deiner Tante denn in Ägypten?“, wechselte Martina das Thema.

„Sie ist begeistert von der Gastfreundschaft der Ägypter. Und stell dir vor: Sie sieht jeden Tag den Nil. Nach Alexandria ist sie jetzt in Kairo, und bald soll es über Luxor nach Assuan gehen.“

„Das klingt toll.“

„Ich hoffe es. Allerdings scheint die gute Betty dort trotz der Wärme manchmal kalte Füße zu bekommen.“

Martina verschluckte sich fast an ihrem Kakao. „Wie meinst du das?“

„Sie hat am Telefon angedeutet, dass etwas Merkwürdiges in Kairo vorgeht. Mehr konnte sie nicht sagen, aber geheuer war es ihr nicht.“

„Das klingt direkt unheimlich. Warum hast du sie eigentlich nicht begleitet? Als Reiseschriftstellerin wärst du doch quasi dazu verpflichtet gewesen.“

„Johannes Wiedeke hat Tante Betty eingeladen. Da wollte ich nicht stören.“ Ein Lächeln erschien auf Rebeccas hübschem, offenem Gesicht, als sie an ihre Pflegemutter dachte. Elisabeth von Mora hatte sie liebevoll groß gezogen und war ihr Mutter und Freundin zugleich.

„Ist das nicht der Gutsbesitzer, der seinen Kamin abends mit einem Hundert-Euro-Schein anzündet und Betty seit Jahren hoffnungslos verehrt?“

„Genau der, aber ganz so reich ist er nun doch nicht“, schmunzelte Rebecca und nahm sich dabei die letzte Praline aus der Schachtel auf dem Tisch.

Sie hatten es sich in ihrem warmen Wohnzimmer gemütlich gemacht und tauschten ihre neuesten Erlebnisse. Rebeccas Apartment war hell und ansprechend mit einem liebevoll ausgesuchten Mix aus Altem und Neuem eingerichtet. Dazu gab es viele Pflanzen, die das Ambiente belebten.

Martina tippte auf die leere Pralinenschachtel. „Nehmen wir noch etwas Kakao oder lieber Pralinen?“

„Beides“, entschied Rebecca salomonisch und ging in die Küche. Als sie mit einer frischen Kanne Kakao zurückkam, schaltete ihre Freundin gerade den Fernseher an.

„Gleich kommen die Nachrichten. Hast du etwas dagegen, wenn wir sie uns ansehen?“

Rebecca verneinte und setzte sich, ehe sie den Kakao eingoss.

„Mit den beiden Kleinen komme ich leider nicht oft zum Zeitung lesen, deshalb schaue ich mir gern die Nachrichten an.“ Entspannt lehnte sich Martina zurück.

Der Nachrichtensprecher begrüßte die Zuschauer. Dann wurde im Hintergrund das Bild dreier Pyramiden eingeblendet.

„Wie gerade bekannt wurde, sind in Kairo mehrere deutsche Urlauber spurlos verschwunden“, gab der Sprecher bekannt.

Rebecca hatte das Gefühl, jemand würde ihr den Boden unter den Füßen wegziehen.

Martina warf ihr einen entsetzten Blick zu.

„Noch ist der Grund für das Verschwinden der Reisenden nicht bekannt. Es könnte sich aber um eine Entführung handeln. Die Behörden halten sich mit Informationen bedeckt, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Touristen bereits nicht mehr am Leben sind.“

Rebecca gab einen gequälten Laut von sich. „Tante Betty!“ Angespannt lehnte sie sich in ihrem Sessel vor, den Blick fest auf den Bildschirm gerichtet.

„Ägypten galt bisher als sicheres Reiseland. Doch jetzt gibt es Spekulationen darüber, dass das Verschwinden der Touristen einen politischen Hintergrund hat. Die Behörden bestätigten dies bisher nicht, doch Fakt ist, dass bisher vier deutsche sowie drei britische Urlauber spurlos verschwunden sind und weitere Entführungen nicht ausgeschlossen werden. – Und nun schalten wir nach Neu-Delhi zu unserem Korrespondenten und seinem Bericht zu den Überschwemmungen in Indien …“

„Das kann doch noch nicht alles gewesen sein“, murmelte Rebecca und starrte verzweifelt auf den Fernseher.

„Kairo ist riesig und voller Urlauber, deine Tante ist sicher wohlauf“, versuchte Martina zu beruhigen.

Doch Rebecca griff bereits zum Telefon. Sie tippte eine lange Nummer ein und lauschte aufgeregt in den Hörer.

„Kein Anschluss unter …“ Sie warf den Hörer auf die Gabel und wählte erneut. Diesmal hatte sie Glück. Der Portier des Hotels ihrer Tante in Kairo meldete sich und sprach sogar Deutsch. Doch damit war Rebeccas Glückssträhne auch schon beendet.

„Frau von Mora und ihr Begleiter waren seit drei Tagen nicht im Hotel, Miss.“

„Sind Sie sicher? Wo sind sie? Wer kann mir mehr dazu sagen? Warum …“

Rebeccas Wortschwall wurde von dem Portier unterbrochen.

„Sie haben drei Nächte nicht in ihren Zimmern geschlafen, Miss. Mehr weiß ich leider nicht“, entschuldigte er sich.

„Aber jemand muss doch etwas wissen!“

Doch da erklang schon das Freizeichen im Hörer. Die Verbindung war unterbrochen worden. Schockiert starrte sie den Hörer an und brachte es nicht fertig, aufzulegen.

Es war ihre Freundin, die ihr sanft den Hörer aus der Hand nahm und damit die Schockstarre löste.

„Ich muss dorthin“, stieß Rebecca hervor.

„Das ist zu gefährlich“, widersprach Martina sanft.

„Das ist mir egal. Ich muss dorthin.“

„Du kennst doch Betty. Sie lässt sich nicht so schnell einschüchtern, eher schmettert sie einem Angreifer resolut ihre Handtasche auf den Kopf. Ihr ist sicher nichts passiert“, versuchte Martina zu trösten.

„Es sieht ihr nicht ähnlich, ohne Bescheid zu sagen ihrem Hotel fern zu bleiben. Sie weiß, dass ich mir dann Sorgen mache. Irgendetwas ist passiert. Etwas Schlimmes. Ich muss herausfinden, was es ist, und das kann ich nur in Kairo.“

Trotz ihrer Entschlossenheit war Rebecca klar, auf was für ein Abenteuer sie sich da einließ. Ägypten war ein wundervolles Land, doch es steckte voller Geheimnisse und Gefahren. Und sie wurde das Gefühl nicht los, dass sie ihre Reise mitten hinein führen würde …

***

Die Statue schien sie bösartig anzugrinsen.

Anja Weber zuckte zusammen. Hatten ihr ihre übermüdeten Sinne einen Streich gespielt? Natürlich, was denn sonst, rief sich die junge Stewardess stumm zur Ordnung. Ich hätte nach dem anstrengenden Flug von München nach Kairo nicht gleich eine Tour durch das Ägyptische Museum machen sollen.

Ihr Interesse für Archäologie hatte sie ihre Erschöpfung für kurze Zeit vergessen lassen, aber jetzt meldete sie sich mit Kopf’und Rückenschmerzen zurück.

Anja wandte den Blick von der Statue ab und entdeckte ihr Spiegelbild in einer Glasvitrine mit antikem, goldenem Schmuck. Sie hatte ein schmales Gesicht mit einem vollen roten Mund, der immer bereit war, sich zu einem Lächeln zu verziehen. Die blaue Uniform betonte ihre zierliche Figur, und ihre braunen Augen und ihre glänzenden langen roten Locken bildeten eine ungewöhnliche Kombination, die viele Männerblicke auf sich zog. Normalerweise war sie zufrieden mit ihrem Aussehen, doch jetzt blickten ihre Augen so groß und erschrocken, dass sie ein Schaudern nicht unterdrücken konnte.

Schuld daran war die unheimliche Statue, vor der sie stand!

Die Kalksteinfigur war lebensgroß und trug einen langen Stab in der Linken. Sie hatte den Körper eines Mannes, aber den Kopf eines Schakals, der unverwandt einen Sarkophag anstarrte, der sich an der Wand gegenüber befand. Etwas Bedrohliches ging von ihr aus. Etwas, das Anja sich nicht erklären konnte.

„Das ist Anubis, der Totengott“, erklärte ein hoch gewachsener Ägypter mit breiten Schultern und einem bronzefarbenen Gesicht. Sie vermutete, dass er der Aufseher war, denn er stand neben der Tür und trug einen großen Schlüsselbund am Gürtel, dazu eine Art Burnus und einen Turban. „Anubis wacht über die Mumien.“

„Er wacht?“, wiederholte sie verblüfft.

„Genau. Früher glaubte man, der Mensch bestehe aus drei Teilen: Körper, Lebensenergie und Seele. Diese drei Teile fallen mit dem Tod auseinander. Um das Weiterleben im Jenseits zu ermöglichen, wurde der Körper mumifiziert und somit erhalten. Dann mussten die Mumien nur noch sicher aufbewahrt und beschützt werden.“

Anja warf einen letzten Blick auf die Statue und wandte sich zum Gehen, doch der Wächter hielt sie mit einer Handbewegung zurück.

„Ich zeige Ihnen gern mehr vom Museum, wenn Sie möchten. Oder wir gehen zusammen essen, und ich erzähle Ihnen dabei etwas über unsere Geschichte.“ Er Augen lächelte sie an.

Anjas Gesicht verschloss sich. Sie war seit vielen Monaten nicht mehr ausgegangen. Nicht mehr seit … Sie verdrängte den Gedanken hastig. „Ich möchte nicht.“

„Sind Sie sicher? Schade. Wirklich sehr schade“, bedauerte er.

Hastig wandte sie sich ab und wollte weitergehen, doch das war schwieriger als gedacht, denn das Museum quoll über vor Urlaubern, die sich vor den Kunstschätzen drängten.

Irgendwo rief ein Kind: „Ich muss mal, Mami!“, und dann rannte der kleine Wirbelwind auch schon an Anja vorüber, streifte sie und riss sie beinahe um.

Sie kämpfte um ihr Gleichgewicht und wäre gefallen, wenn sie nicht an etwas Glattem, Kühlem Halt gefunden hätte. Sie klammerte sich daran fest und bemerkte zu spät, dass es sich um einen mehr als tausend Jahre alten Sarkophag handelte.

Der Deckel gab unter dem Druck nach, ruckte ein Stück nach rechts und ließ den Blick auf sein schwarzes Inneres frei. Erschrocken ließ sie los und richtete sich auf.

„Anubis steh uns bei, Sie haben den Geist der Mumie freigelassen!“, rief der Wächter.

„Was?“ Anja riss die Augen auf. „Das ist doch ein Witz, oder?“

Doch der Ägypter schwieg und sah sie nur strafend an.

Sie schielte nervös zu dem halb offenen Sargdeckel. „Das war wirklich keine Absicht.“

„Tausende von Jahren haben die Schätze heil überstanden, aber dann kommen die Touristen …“ Der Rest ging im dunklen Bart des Aufsehers unter. Er bückte sich und brachte den Sarkophag wieder in Ordnung.

Unbehaglich drehte Anja sich um. Sie fühlte sich seltsam beobachtet.