Silvia-Gold 182 - Amelie Grünewald - E-Book

Silvia-Gold 182 E-Book

Amelie Grünewald

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Beschreibung

Als Scheidungsanwältin ist Sofia Brandauer überzeugt, sämtliche Fehler zu kennen, die zum Scheitern einer Ehe führen. Als sie dann selbst aus heiterem Himmel von ihrem Partner verlassen wird, ist der Schock groß.
Als sie merkt, dass ihr Herz in der gewohnten Umgebung nicht heilen kann, fliegt sie nach Hawaii. Im Flugzeug sitzt ein attraktiver Fremder neben ihr, mit dem sie ins Gespräch kommt. Der Mann - Florian - erzählt ihr, dass er unterwegs zu seiner Schwester ist, die auf Hawaii ihre Hochzeit feiert. Und dann bittet er sie spontan, als sein Date einzuspringen, damit er sich von seiner Familie keine blöden Kommentare zu seinem Single-Status anhören muss. Sofia zögert erst, aber dann ist sie der Meinung, dass es ihre Chance ist, sich zu amüsieren, und stimmt zu.
So kommt sie nicht als frisch verlassener Single auf der Trauminsel im Pazifik an, sondern Händchen haltend, turtelnd und verliebt bis über beide Ohren ...

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Seitenzahl: 115

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Inhalt

Cover

Mit Liebeskummer nach Hawaii

Vorschau

Impressum

Mit Liebeskummer nach Hawaii

Eine Romanze ist immer so gut wie ihr Ende

Von Amelie Grünewald

Als Scheidungsanwältin ist Sofia Brandauer überzeugt, sämtliche Fehler zu kennen, die zum Scheitern einer Beziehung führen. Umso größer ist der Schock, als ihr Partner sie eines Tages aus heiterem Himmel verlässt.

Als sie merkt, dass ihr Herz in der gewohnten Umgebung nicht heilen kann, fliegt sie nach Hawaii. Im Flugzeug sitzt ein attraktiver Fremder neben ihr, mit dem sie ins Gespräch kommt. Der Mann – Florian – erzählt ihr, dass er unterwegs zu seiner Schwester ist, die auf Hawaii ihre Hochzeit feiert. Und dann bittet er sie spontan, als sein Date einzuspringen, damit er sich von seiner Familie keine blöden Kommentare zu seinem Single-Status anhören muss. Sofia zögert erst, aber dann ist sie der Meinung, dass es ihre Chance ist, sich zu amüsieren, und stimmt zu.

So kommt sie nicht als frisch verlassener Single auf der Trauminsel im Pazifik an, sondern Händchen haltend, turtelnd und verliebt bis über beide Ohren ...

»Haben Sie Beweise dafür, dass die Münzsammlung von Ihnen mit in die Ehe gebracht wurde?«, wollte Sofia von ihrem Klienten wissen, bemüht, sich einen abwertenden Blick in seine Richtung zu verkneifen.

Der untersetzte Mann mit Halbglatze, schwitzigen Händen und buschigen Augenbrauen, den sie auf Anfang fünfzig schätzte, war ihr aufgrund seines offensichtlich unfairen Verhaltens seiner zukünftigen Ex-Frau gegenüber zuwider. Sie musste alles, was sie an Professionalität zu bieten hatte, zusammenkratzen, um während des Treffens eine neutrale Miene zu bewahren – mehr als einmal war sie drauf und dran gewesen, ihr mühsam antrainiertes Pokerface zu verlieren.

Ginge es nach ihr, würde sie die gesamten Besitztümer, ohne zu zögern, der Frau zusprechen – leider zahlte dieser siegessicher feixende, jämmerliche Verschnitt von einem Mann ihr eine horrende Summe Geld dafür, der Gegenpartei möglichst jeden Cent abzuluchsen. Die Realität war nun mal kein Märchen, und wer das nötige Kleingeld aufbringen konnte, hatte bei einem Rechtsstreit in der Regel die Oberhand – egal, wie ungerecht das war.

»Konzentration bitte, Herr Auer!«, rief sie ihm mit einem ungeduldigen Fingerschnippen und strengem Blick entgegen, als er ihr nicht innerhalb weniger Sekunden antwortete.

Zwar konnte sie aufgrund ihrer beruflichen Situation nicht anders, als den Mann in seinem fiesen Vorhaben zu unterstützen, aber sie würde ihm das Leben dabei keinesfalls leicht machen.

Eine halbe Stunde später lehnte sie sich erleichtert gegen die Tür ihres Büros, durch welche sie eben noch den Widerling höflich lächelnd hinausbegleitet hatte. Sofia schloss die Augen, atmete tief durch und zählte langsam bis zehn. Das war bereits seit der Grundschulzeit ihr Ritual, um in Stresssituationen wieder zu ihrem gelassenen Selbst finden zu können.

Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung zur Rechtsanwältin hatte sie beschlossen, sich auf das Scheidungsrecht zu konzentrieren, war jedoch nicht darauf vorbereitet gewesen, was von diesem Moment an tagein tagaus durch die ehrwürdigen Hallen marschieren würde, die sie sich mit ihrer Kollegin teilte.

Sofia Brandauer war vor zwei Monaten fünfunddreißig geworden und generell recht stolz darauf, was sie in ihrem Leben bereits alles erreicht hatte. Gleich nach dem Studium hatte ihre um zehn Jahre ältere Kollegin sie unter ihre Fittiche genommen und Sofia den Beruf als Scheidungsanwältin schmackhaft gemacht.

Die Wege der beiden hatten sich durch Zufall während eines Absolvententreffens gekreuzt, und Sofia war der Älteren aufgrund ihrer Hartnäckigkeit und Neugierde sofort ins Auge gestochen. Die Frau hatte einen kleinen Teil von sich selbst in der jungen Absolventin wiederentdeckt und beschlossen, sie dabei zu unterstützen, als Anwältin Fuß zu fassen. Als in Tamara Weinrichs Kanzlei dann auch noch spontan ein Platz frei wurde, hatte Sofia die Gelegenheit sofort beim Schopf gepackt und arbeitete seither für die Frau, die sie sich aufgrund ihres beeindruckenden Werdegangs zum Vorbild gemacht hatte.

Der Gedanke an ihre derzeitigen Kunden ließ sie jedoch etwas entmutigt aufseufzen. In ihrer mädchenhaft naiven Vorstellung hatte sie damals geglaubt, zur Retterin der armen, ungerecht behandelten Frauen auserkoren zu sein – leider sah die Realität eher so aus, dass die Männer viel berechnender und vor allem schneller darin waren, sich die erfolgreichsten Scheidungsanwälte unter den Nagel zu reißen. Diese Entwicklung stieß Sofia sauer auf, aber als Angestellte von Tamara Weinrich hatte sie bei der Wahl der Klienten kaum ein Mitspracherecht. Außerdem zahlten sich die Rechnungen nicht von alleine und auch die Kanzlei musste sich mithilfe von ausreichend Aufträgen über Wasser halten – die Miete in dieser Gegend war nicht gerade billig.

Sie warf einen letzten Blick aus dem Fenster, direkt auf die rostroten Mauern der Speicherstadt, bevor sie den Kopf in Frau Weinrichs Büro steckte, um sich in den verdienten Feierabend zu verabschieden. Diese sah lächelnd von ihrem Computer auf und nickte freundlich zum Abschied.

»Grüßen Sie Max von mir«, sagte sie noch, bevor sie sich wieder ihren Akten widmete.

Tamara war jeden Tag schon vor Sofia in der Kanzlei und saß auch dann noch am Computer, wenn ihre Mitarbeiterin erschöpft den Heimweg antrat. Sie war ein typisches Arbeitstier und stellte ihre Karriere vor alles andere.

♥♥♥

Schnell eilte Sofia zu Fuß in Richtung Tower Bar, wo sie sich mit Beatrix zu einem schnellen Feierabendrink verabredet hatte. Einmal in der Woche gönnten sich die Freundinnen einen der hochpreisigen Cocktails und genossen dabei vom Turm aus die umwerfende Aussicht über Hamburg. Kurz nach achtzehn Uhr betrat sie das Lokal, wo ihre beste Freundin bereits an einem der Tische saß und mit den Fingern auf die Holzplatte trommelte. Sobald sie jedoch Sofia erblickte, sprang sie auf und drückte sie an sich, angedeutete Küsschen in die Luft machend.

»Harter Tag?«, fragte sie, nachdem sie Sofias zerzausten Dutt und die schief sitzende Lesebrille erspäht hatte.

Die Freundin nickte und nahm hastig die Brille ab, um sie im Etui zu verstauen. Normalerweise bekam sie niemand mit Brille zu Gesicht – Sofia war der Meinung, dass sie zu der Sorte Menschen gehörte, denen das Nasengestell einfach nicht gut stand. An diesem Tag hatte sie offensichtlich vergessen, sie vor dem Verlassen der Kanzlei abzunehmen, was eigentlich so gut wie niemals vorkam. Aber sie war mit ihrem Kopf ganz woanders und deshalb zu abgelenkt gewesen, um an solche Banalitäten zu denken.

Beatrix merkte an: »Süße, du siehst auch mit Brille noch scharf aus. Selbst das Vogelnest da oben stört nicht... Mir ist nur aufgefallen, dass du so einen gehetzten Gesichtsausdruck aufgesetzt hast – dabei hast du doch jetzt Feierabend! Was ist denn los?«

»Meine aktuellen Fälle verlangen mir einfach so einiges an Durchhaltevermögen und Verständnis für die nicht vorhandene Intelligenz meiner Klienten ab«, entgegnete Sofia schulterzuckend und mit gespielter Theatralik in der Stimme.

Das schien Beatrix zufriedenzustellen, denn sie bohrte nicht weiter nach, sondern winkte einen Kellner herbei und bestellte kurzerhand zwei »Strawberry Coladas«. Sofia schüttelte jedoch energisch den Kopf und bat stattdessen um einen alkoholfreien »Lovely Marie«. Zwar fing sie sich dafür von ihrer Freundin einen vorwurfsvollen Blick ein, beharrte aber trotzdem darauf, keinen Alkohol trinken zu wollen. Beatrix blieb nichts anderes übrig, als zu akzeptieren, dass ihre beste Freundin offenbar zu einer Spaßbremse mutiert war.

Ein paar Minuten später nuckelten die beiden zufrieden an den Strohhalmen ihrer fruchtig-roten Getränke und wippten mit den Füßen zum Takt der Musik. Sofia setzte gerade dazu an, sich nach dem Studium ihrer Freundin zu erkundigen, als sich ein äußerst gut aussehender Fremder ihrem Tisch näherte. Instinktiv verschränkte sie abweisend die Arme vor der Brust, aber der Mann hatte ohnehin nur Augen für Beatrix.

»Hallo, ich bin Bernd. Darf ich dich auf ein Getränk einladen?«, stellte er sich vor und wartete nervös auf die Antwort des Objektes seiner Begierde.

Als ob er einen Grund dafür hätte, nervös zu sein... Schon ein kurzer Blick auf den Fremden hatte genügt, um Sofia zu bestätigen, dass er mit seinem Hipster-Bun und seinem Stoppelbart genau Trixies Beuteschema entsprach. Der arme Kerl hatte ja keine Ahnung, worauf er sich da einließ.

»Viel Spaß«, rief sie ihrer besten Freundin noch hinterher, die einen überraschten Bernd energisch an der Hand hinter sich herzog.

Beatrix warf ihr ein teuflisches Grinsen zu – eine weitere Trophäe. Der Mann konnte sein Glück kaum fassen und folgte ihr mit einem strahlenden Blick. Solange ihn die äußerst extrovertierte Art der Frau nicht störte, würde er heute Nacht noch viel Spaß haben.

Lächelnd wandte Sofia sich wieder ihrem Getränk zu. Einer der Gründe, warum die beiden sich jede Woche in dieser Bar trafen, waren die unverschämt leckeren Cocktails. Genüsslich genehmigte sie sich einen weiteren Schluck, als eine Bewegung in ihrem Augenwinkel ihre Aufmerksamkeit erregte. Schon wieder kam ein Unbekannter langsam an ihren Tisch heran – da sie nun alleine hier saß, gab es keinen Zweifel daran, wen er sich als Opfer für seinen Anmachversuch auserkoren hatte.

Mehr als deutlich wandte Sofia mit einem Augenrollen den Blick von ihm ab und beobachtete mit geheucheltem Interesse das Treiben an der Bar. Es schien sich bei dem Mann allerdings um ein etwas begriffsstutziges Exemplar zu handeln, das unfähig war, die Signale einer Frau zu verstehen, denn er setzte unbeeindruckt seinen Weg fort und ließ sich auf dem frei gewordenen Stuhl ihr gegenüber nieder.

Als sie gezwungenermaßen ihre Aufmerksamkeit wieder auf ihn richtete, um ihm zu sagen, dass er seine Zeit vergeudete, grinste der Fremde sie gönnerhaft an und meinte: »Was macht eine so schöne Frau denn alleine in dieser Bar?«

Sofia schloss für einen kurzen Moment die Augen und atmete durch.

Dann fixierte sie den Typen erneut mit einem strengen Blick und erwiderte: »Hör' mal, du bist bestimmt nett, und ich danke dir dafür, dass du Interesse an mir zu haben scheinst. Aber ich bin bereits vergeben und möchte hier nur in Ruhe meinen Cocktail genießen, bevor ich mich auf den Weg nach Hause zu meinem Lebenspartner mache.«

Der Mann zuckte nun gleichgültig mit den Schultern und wandte sich ab, nur um den Raum bereits auf der Suche nach der nächsten Dame zu durchleuchten, bei der er sich Chancen ausmalte. So leicht war sie also ersetzbar...

Seufzend saugte Sofia mit ihrem Strohhalm auch noch den letzten Rest aus dem überdimensional großen Glas, bevor sie die Rechnung bezahlte und sich zum Ausgang begab. Beatrix war mittlerweile ebenfalls nirgends mehr zu entdecken – bestimmt hatte sie den Typen bereits zu sich nach Hause gelockt.

Im Gehen erhaschte sie noch kurz einen Blick auf ihren kurzzeitigen Verehrer, der heiße Küsse mit einer angetrunkenen Blondine austauschte. Die beiden hatten sich in die Nische bei den Toiletten gedrückt und dachten offenbar, dass auf diese Weise niemand das Geknutsche beobachten konnte.

Auch wenn Sofia sich nicht im Geringsten zu dem Fremden hingezogen gefühlt hatte, so machte sich in ihr dennoch so etwas wie Neid breit. Nicht, weil sie so gerne mit der blonden Frau getauscht hätte, sondern weil sie sich insgeheim wünschte, noch einmal eine solch feurige Leidenschaft spüren zu dürfen. Sie konnte sich nicht erinnern, wann sie sich das letzte Mal so nach einem Mann verzehrt hatte.

Sie liebte Max, daran zweifelte sie keine Sekunde. Aber trotzdem fehlte ihr diese gewisse Würze – natürlich war ihr sehr wohl bewusst, dass diese nach all den Jahren einer bequemen Gewohnheit gewichen war. Das musste auch nicht unbedingt etwas Schlechtes sein – es war einfach anders.

Energisch schüttelte sie die beunruhigenden Gedanken ab – sie war glücklich mit Max und würde es nicht zulassen, dass unrealistische Wunschvorstellungen ihre Gefühlswelt durcheinanderbrachten.

♥♥♥

Nachdenklich schlenderte Sofia ein Stück am Wasser entlang, bevor sie schließlich in die Brandstwiete einbog und noch ein Stück durch die Straßen marschierte, bis sie knappe zehn Minuten später vor ihrer Wohnungstür stand. Sie schloss auf und wurde bereits vom verlockenden Duft nach Essen begrüßt. Dankbar schlich sie sich an Max heran und legte von hinten ihre Arme um ihn.

Bewundernd stellte sie fest: »Hm, das duftet ja köstlich! Penne all' Arrabbiata?«

»Deine feine Nase kann man nicht täuschen«, erwiderte er grinsend. »Schön, dass du wieder zu Hause bist!«

Er drückte ihr einen liebevollen Kuss auf die Stirn und widmete sich anschließend wieder dem brodelnden Inhalt der Kochtöpfe.

Kaum hatte Sofia sich hingesetzt, platzierte ihr Liebster auch schon einen Teller mit dampfendem Inhalt vor ihr auf den Tisch. Seit sieben Jahren führte sie nun schon eine glückliche Beziehung mit Max, und sie war immer noch jeden Tag dankbar für ihren aufmerksamen und liebevollen Lebenspartner. Gerade in ihrem Beruf war sie tagtäglich mit gescheiterten Liebesbeziehungen konfrontiert und behauptete deshalb gerne von sich, das geheime Erfolgsrezept für ein gelungenes Miteinander zu kennen.

Man durfte den Partner niemals als selbstverständlich ansehen – auch nach vielen Jahren des Miteinanders nicht. Kleine Aufmerksamkeiten wurden vom anderen stets dankbar angenommen und man musste außerdem regelmäßig mit Ideen für eine aktive, gemeinsame Freizeitgestaltung auftrumpfen. Nichts war tödlicher für eine Beziehung, als gelangweilt auf dem Sofa herumzulungern – egal ob nun jeder einzeln für sich oder zusammen.

Sofia kümmerte sich zusammen mit ihrem Partner jeden Tag darum, die gemeinsame Zeit schön und abwechslungsreich zu gestalten – Streitigkeiten wurden stets fair und niemals mithilfe von Beleidigungen unter der Gürtellinie ausgetragen. Zwar würde sie ihre Beziehung nicht unbedingt als perfekt bezeichnen, aber durchaus nahe dran.

Sofia konzentrierte sich wieder ganz auf Max, und gemeinsam verspeisten sie das leckere Pasta-Gericht, während er voller Enthusiasmus von seinem Tag im Immobilienbüro erzählte. Das Ansteigen der Preise war für die meisten ein Graus, für ihn bedeutete dieser Umstand jedoch, dass er eine betuchtere Klientel ansprechen und infolgedessen mehr Provision kassieren konnte.

Seine Freundin war prinzipiell dagegen, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen – in letzter Zeit wagte sie es jedoch nicht mehr, sich ein Urteil anzumaßen, da sie in der Kanzlei nichts anderes zu tun schien. Immerhin erlangte sie eine gewisse Befriedigung durch die Tatsache, dass es zum Großteil heuchlerische, alte Geldsäcke waren, denen sie die Moneten abluchste.

»Ich komme gleich wieder«, entschuldigte sie sich, nachdem sie die leeren Teller zurück in die Küche gestellt hatte.