Silvia-Gold 189 - Amelie Grünewald - E-Book

Silvia-Gold 189 E-Book

Amelie Grünewald

0,0
1,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Als die vierzigjährige Lisa Auer zu ihrer kranken Tante nach Bruckberg fährt, gleicht dies einer Reise in die Vergangenheit. Bis zu ihrem fünfzehnten Lebensjahr hat sie selbst in diesem Ort gewohnt, ist seitdem aber nie mehr dorthin zurückgekehrt.
Zahlreiche Erinnerungen stürmen auf Lisa ein, als sie ihre alte Heimat wiedersieht. Kurz darauf kommt es zu einer folgenschweren Begegnung. In einem Supermarkt steht plötzlich ein äußerst attraktiver Mann vor ihr, den sie auf den ersten Blick erkennt: Alexander Hohenberg! Er war damals ihr Sandkastenfreund und mit dreizehn dann ihre erste große Liebe. Sie waren unzertrennlich, bis Lisa zwei Jahre später mit ihren Eltern fortziehen musste.
Auch wenn sie lange Zeit danach einen anderen Mann geheiratet hat, so hat Lisa ihren Alexander nie vergessen - genauso wenig wie das Versprechen, das sie ihm damals gab, am Ende aber nicht hielt.
Ist jetzt die Zeit gekommen, um eine alte Schuld doch noch zu begleichen?

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 114

Veröffentlichungsjahr: 2023

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhalt

Cover

In Erinnerung an uns

Vorschau

Impressum

In Erinnerung an uns

Manchmal dauert es mehr als zwei Jahrzehnte, bis man ein Versprechen einlösen kann

Von Amelie Grünewald

Als die vierzigjährige Lisa Auer zu ihrer kranken Tante nach Bruckberg fährt, gleicht dies einer Reise in die Vergangenheit. Bis zu ihrem fünfzehnten Lebensjahr hat sie selbst in diesem Ort gewohnt, ist seitdem aber nie mehr dorthin zurückgekehrt.

Zahlreiche Erinnerungen stürmen auf Lisa ein, als sie ihre alte Heimat wiedersieht. Kurz darauf kommt es zu einer folgenschweren Begegnung. In einem Supermarkt steht plötzlich ein äußerst attraktiver Mann vor ihr, den sie auf den ersten Blick erkennt: Alexander Hohenberg! Er war damals ihr Sandkastenfreund und mit dreizehn dann ihre erste große Liebe. Sie waren unzertrennlich, bis Lisa zwei Jahre später mit ihren Eltern fortziehen musste.

Auch wenn sie lange Zeit danach einen anderen Mann geheiratet hat, so hat Lisa ihren Alexander nie vergessen – genauso wenig wie das Versprechen, das sie ihm damals gab, am Ende aber nicht hielt.

Ist jetzt die Zeit gekommen, um eine alte Schuld doch noch zu begleichen?

27 Jahre zuvor

Laut lachend beobachtete der dreizehnjährige Alexander, wie seine beste Freundin Lisa wie verrückt durch den Garten irrte – in den Händen hielt sie eine von ihm selbst gezeichnete Schatzkarte.

»Ganz falsch!«, rief er ihr amüsiert zu und erntete dafür ein genervtes Schnauben ihrerseits, während sie die Richtung ein weiteres Mal wechselte.

Alex kicherte zufrieden und war mächtig stolz darauf, dass es der sonst so schlauen Lisa nicht zu gelingen schien, die Karte auf Anhieb zu entschlüsseln. Aber das Mädchen dachte gar nicht daran, aufzugeben, und marschierte weiterhin zielstrebig durch den Garten, der zur alten Villa seiner Großmutter gehörte. Immer wieder richtete Lisa ihren kritischen Blick erst auf das Blatt Papier und ließ ihn anschließend umherschweifen, auf der Suche nach irgendwelchen Hinweisen.

»Da!«, rief sie plötzlich aus und rannte aufgeregt auf die alte Eiche zu, an deren Ast eine Schaukel befestigt war. Direkt unter der Sitzfläche war ein kleines »X« aus Zweigen platziert worden – kaum sichtbar, wenn man nicht genau danach suchte. »Gefunden!«, rief Lisa triumphierend und verlor keine Zeit. Sie buddelte wild mit den Händen drauflos.

»Willst du dir denn keine Schaufel holen?«, fragte Alex ungläubig beim Anblick ihrer mittlerweile völlig verdreckten Hände. Ihr Freund hatte nicht unrecht – kleine Steinchen gruben sich schon jetzt schmerzhaft in ihre Haut, und die Finger waren von kleinen Kratzern übersät.

Sie ließ den Blick suchend durch den Garten schweifen und erkannte die alte Sandkiste aus Kindheitstagen, die nun mit zerschlissenem Dach vor sich hingammelte. Lisa schob den Deckel mit einem Ruck zur Seite und hielt grinsend eine Spielzeugschaufel hoch, deren ursprünglich knallrote Farbe im Laufe der Jahre zu einem eher unschönen Rosa verblasst war.

»Na bitte, damit sollte es gehen«, meinte sie fröhlich und lief schleunigst zur Fundstelle zurück, um munter weiter die Erde zur Seite zu schaufeln.

»Du bist aber wirklich ganz schön neugierig, was?«, stellte Alexander schmunzelnd fest. Doch sie ließ sich von seinen Worten nicht beirren, sondern machte weiter, bis sie schließlich stolz ein kleines Holzkästchen in die Höhe hielt und es ihrem Freund präsentierte.

»Ha!«, rief sie aus und hantierte bereits ungeduldig am Verschluss.

Erst dachte sie, dass sich dieser nicht öffnen ließ, dann gab das Metall aber doch noch nach, und Lisa hob neugierig den Deckel an.

»Das gibt's ja nicht«, hauchte sie mit weit aufgerissenen Augen, als sie sah, was sich im Inneren verbarg. Auf rotem Samt gebettet lag da eine filigrane Halskette mit einem wunderschönen Amulett, dessen winzige Smaragde und Saphire in der Nachmittagssonne funkelten. »Das ist wunderschön!«, flüsterte Lisa fasziniert.

Etwas verlegen rieb sich Alexander den Nacken.

»Die Halskette ist ein Familienerbstück«, erklärte er leise. »Meine Großmutter hat sie mir vor einiger Zeit gegeben, und ich musste ihr versprechen, sie dem Mädchen zu schenken, das mein Herz erobert hat ...«

Während er die letzten Worte aussprach, nahm sein Gesicht eine dunkelrote Farbe an, und er drehte sich verunsichert weg.

Lisa packte ihn energisch am Arm, sodass er sich erstaunt wieder zu ihr umdrehte. Sie nutzte diesen Moment, um ihm einen blitzschnellen Kuss auf den Mund zu drücken. Dann tat sie so, als wäre nie etwas passiert, und bat Alex darum, ihr das schöne Schmuckstück anzulegen, denn sie wollte es keinesfalls mit ihren verdreckten Händen besudeln.

»Na, sag schon – wie sieht es aus?«, wollte sie von ihm wissen und posierte albern vor seiner Nase herum, sodass er laut loslachen musste.

»Sie steht dir wirklich gut«, meinte er. »Ich hoffe, dass sie dich immer an mich erinnert!«

Alex schien nun etwas mutiger zu sein, denn er trat noch einmal an seine Freundin heran, legte seine Hände auf ihre Schultern und beugte sich hinunter, um noch einen Kuss zu stehlen.

Mit leicht geröteten Wangen und einem breiten Grinsen im Gesicht löste sie sich wieder von ihm und nahm seine Hand. Sie fühlte ein noch nie zuvor dagewesenes, angenehmes Kribbeln im Bauch und wusste in diesem Moment, dass sie sich in ihren besten Freund verliebt hatte.

Zwei Jahre später

»Lisa, wir werden umziehen – keine Diskussion!«

Mit diesem simplen Satz hatte ihre Mutter einfach so das Schicksal ihrer jungen Liebe besiegelt. Die fatale Entscheidung, Bruckberg zu verlassen, war für Lisa völlig unerwartet gekommen und hatte ihr den Boden unter den Füßen weggezogen.

Ihr Vater hatte ein verlockendes Jobangebot am Bodensee bekommen und kurzerhand zugesagt, ohne vorher mit seiner Familie darüber zu sprechen. Alles Bitten und Flehen half nichts, das Mädchen würde von seinem geliebten Zuhause Abschied nehmen müssen ...

Tränenüberströmt dachte sie darüber nach, wie sie es Alexander am besten beibringen sollte. Aber egal, wie sehr sie sich den Kopf darüber zerbrach – eine schonende Variante wollte ihr einfach nicht einfallen.

Als sie sich schweren Herzens auf den Weg zu ihrem üblichen Treffpunkt machte, wurde ihr Tempo mit jedem Schritt, den sie tat, immer langsamer. Sie wollte ihre große Liebe nicht verletzen. Aber sie musste es ihm sagen, bevor er es von jemand anderem im Ort erfuhr.

Alex wartete bereits auf sie. Er schwang mit langsamen Bewegungen auf der Schaukel hin und her, während er geduldig Ausschau nach ihr hielt. Sobald er sie erblickte, sprang er schwungvoll auf und lief fröhlich auf sie zu. Aber je näher er seiner Freundin kam, desto klarer wurde ihm, dass irgendetwas nicht stimmte.

Er sah die feuchten Bahnen, die erst kürzlich geflossene Tränen auf ihren Wangen hinterlassen hatten, im Sonnenlicht glitzern und bemerkte den unendlich traurigen Ausdruck in ihren Augen.

»Was ist denn los, kleine Fee?«, erkundigte er sich besorgt und nahm Lisa liebevoll in den Arm.

Sie hob ihr tränennasses Gesicht, um ihm in die Augen zu sehen.

»Wir werden aus Bruckberg wegziehen – mein Vater hat einen neuen Job angenommen!« Abermals bahnte sich ein lautes Schluchzen den Weg aus ihrer Kehle.

Aufgewühlt fuhr sich Alexander durch sein goldblondes Haar und sah sie ungläubig an.

»Was? Du gehst weg von hier? Wann?«

»In zwei Wochen«, antwortete sie mit belegter Stimme und blickte betreten zu Boden.

»Nein, das kann ich nicht zulassen! Du darfst mich nicht verlassen, hörst du!«, redete er so wild gestikulierend auf sie ein, dass sie ein wenig zurückzuckte.

»Es ist schon entschieden, ich habe keine andere Wahl«, entgegnete Lisa und unterdrückte nur mit Mühe ein erneutes Schniefen. Stattdessen sah sie Alex tief in die Augen. »Wir sehen uns wieder!«, versprach sie ihm. »Ich werde jeden Sommer zu dir zurückkommen – egal, was meine Eltern dazu sagen. Ich werde dich nicht vergessen, das schwöre ich!«

»Das sagst du so leicht, aber nach ein paar Wochen in der neuen Umgebung wirst du neue Freunde gefunden haben – und ich bin dann uninteressant«, meinte er und zog sich von ihr zurück.

Fest entschlossen nahm Lisa ihre heißgeliebte Halskette ab, verfrachtete diese wieder in der mitgebrachten Holzschatulle und überreichte sie ihm. Verständnislos sah er sie an. Er wusste nicht, was sie ihm mit dieser Geste sagen wollte.

»Hier – du weißt, wie viel mir dieses Amulett bedeutet. Ich lasse es bei dir – als Einsatz sozusagen. Auf diese Weise kannst du dir absolut sicher sein, dass ich wiederkomme.«

Alexander überlegte kurz.

»Also gut«, erwiderte er dann. »Aber wir vergraben sie wieder, und zwar genau an der Stelle, wo sie schon einmal vergraben war. Sobald du zu mir zurückkehrst, graben wir gemeinsam den Schatz wieder aus!«

Lisa war mit dem Vorschlag einverstanden. Die beiden holten die altbekannte blassrosa Schaufel aus der Sandkiste und hoben gemeinsam ein passendes Loch aus. Dann platzierten sie vorsichtig das Kästchen darin und schaufelten die Erde wieder darüber.

Kurze Zeit später sah Lisa traurig auf den unscheinbaren dunklen Fleck hinab, wo kurz zuvor noch das Loch gewesen war. Sie würde das Schmuckstück schmerzlich vermissen – ebenso wie Alexander.

Sie hielten sich lange an den Händen, keiner der beiden schien den anderen loslassen zu wollen.

»Ich liebe dich, meine kleine Elfe!«, flüsterte er ihr ins Ohr.

»Ich liebe dich auch«, erwiderte sie und schmiegte sich an seine Brust, während stumme Tränen der Verzweiflung ihre Wangen hinunterrannen.

♥♥♥

Heute

»Vielen Dank, dass Sie sich für einen Aufenthalt im Bayernhof entschieden haben. Wir freuen uns bereits darauf, Sie als Gäste bei uns begrüßen zu dürfen«, flötete sie freundlich ins Telefon und legte anschließend auf.

Die vierzigjährige Lisa Auer war eine erfolgreiche Managerin im Luxushotel Bayernhof am Bodensee und ziemlich stolz auf ihre Karriere.

Begonnen hatte sie damit, sich während des Studiums in den Sommerferien als Küchenhilfe etwas Geld dazuzuverdienen. Stück für Stück hatte sie sich dann hochgearbeitet, bis sie nach Abschluss ihres Studiums im Tourismusmanagement schließlich eine leitende Position ergattert hatte.

Mittlerweile war sie das Herz des Betriebs und der Grund, warum so viele Gäste jedes Jahr wiederkamen, um in der luxuriösen Unterkunft Urlaub zu machen.

Die selbstbewusste Frau hatte ihr Leben fest im Griff. Nur an ihre gescheiterte Ehe dachte sie nicht gern zurück. Seit der Scheidung war sie allerdings regelrecht aufgeblüht und fühlte sich wie ein neuer Mensch.

Im ersten Jahr war Thomas, ihr Exmann, noch liebevoll und zuvorkommend gewesen. Danach hatte er jedoch nach und nach sein wahres Gesicht gezeigt, war kontrollsüchtig und jähzornig gewesen. Lisa hatte das alles ertragen, in der Hoffnung, dass er eines Tages wieder zu dem Mann werden würde, in den sie sich verliebt hatte.

Sie hatte seine Launen auch auf die Tatsache geschoben, dass sie sich beim Thema »Kinderwunsch« nicht einig geworden waren. Thomas wollte unbedingt Vater werden, sie hatte jedoch lieber ihrer Karriere den Vorzug gegeben. Ihr schlechtes Gewissen war mit Sicherheit auch ein Grund dafür gewesen, warum sie sich so viel hatte gefallen lassen.

In dem Moment jedoch, als Thomas ihr gegenüber zum ersten Mal handgreiflich geworden war, hatte sie endgültig einen Schlussstrich gezogen und sofort die Scheidung eingereicht. Seit diese unerwarteterweise relativ reibungslos über die Bühne gegangen war, genoss Lisa es, endlich nicht mehr im Schatten eines Mannes zu stehen und die Kontrolle über ihr eigenes Leben zurückbekommen zu haben.

»Hey, Lisa! Na, gibt es etwas Neues?«, fragte Tamara aus der Marketing-Abteilung, als sie sich seufzend in ihren Bürostuhl fallen ließ. Ihre Kollegin war wieder einmal zu spät dran. Sie machte ihre beunruhigend regelmäßige Unpünktlichkeit jedoch dadurch wett, dass sie mühelos eine geniale Marketingidee nach der anderen aus dem Ärmel schüttelte.

»Nichts Aufregendes«, antwortete Lisa schulterzuckend. »Nächste Woche kommt die große Senftenberg-Hochzeitsgesellschaft an, der Bräutigam hat eben die Reservierung für alle Gäste bestätigt.«

»Das sind ja tolle Neuigkeiten – dann mache ich mich sofort an den Entwurf des Designs für die Menükarten«, murmelte ihre Kollegin und war auch schon in ihre Arbeit vertieft. Kopfschüttelnd schmunzelte Lisa, während sie die aktuellen Reservierungslisten aufrief.

Tamara war eine der wenigen Personen, die voller Leidenschaft ihrem Beruf nachgingen und auf effizienteste Weise ihren kreativen Kopf einsetzten. Dabei gelang es ihr, das Umfeld komplett auszublenden, und sie war für den Zeitraum der Ideenfindung so gut wie nicht ansprechbar.

Die Hotelmanagerin war gerade damit beschäftigt, über die optimale Zimmeraufteilung der Hochzeitsgesellschaft zu grübeln, als das Telefon auf ihrem Schreibtisch ein weiteres Mal klingelte.

»Hallo?«, meldete sie sich, denn sie konnte an der Nummer sehen, dass der Anruf vom Empfang kam.

»Frau Auer, ich habe jemanden vom Bezirkskrankenhaus Landshut für Sie in der Leitung. Darf ich verbinden?«, fragte die Rezeptionsmitarbeiterin. Lisa bejahte und wartete stirnrunzelnd darauf, zu erfahren, was der Grund für diesen unerwarteten Anruf sein könnte.

»Guten Tag, Frau Auer! Peter Benecke vom Bezirkskrankenhaus Landshut hier. Wir haben Ihre Kontaktdaten von Frau Linda Haase erhalten. Ich muss Ihnen leider mitteilen, dass Ihre Tante schwer gestürzt ist und einen Oberschenkelhalsbruch erlitten hat. Sie wird in diesem Moment für eine Hüft-Operation vorbereitet.«

Lisa wollte ihren Ohren nicht trauen. Tante Linda war früher immer ihre Bezugsperson gewesen, wenn ihre Eltern sich wieder einmal gestritten hatten oder wenn es Themen gegeben hatte, die sie sonst niemandem anvertrauen wollte. Nun machte sie sich schreckliche Sorgen um ihre Tante und hoffte, dass es ihr bald wieder gut gehen würde.

»Wie schlimm ist es denn? Ist die Operation risikoreich? Was kann ich tun?« Sie merkte, wie ihre Hände unkontrolliert zu zittern begannen.

»Ich versichere Ihnen, Frau Haase ist bei uns in besten Händen. Bitte machen Sie sich keine Sorgen. Allerdings wird sie nach der überstandenen Operation etwas Hilfe benötigen, um den Alltag zu meistern. Hätten Sie eine Idee, wer Ihre Tante so kurzfristig unterstützen könnte?«

»Ich werde mich so schnell wie möglich auf den Weg machen!«, entschied Lisa, ohne erst lange zu überlegen. Dann beendete sie das Gespräch und bereitete sich seufzend auf eine Diskussion mit dem Hotelbesitzer vor.

»Was ist denn los?«, fragte Tamara mit besorgtem Blick. Offenbar war sie kurz aus ihrer schöpferischen Trance erwacht und hatte das aufwühlende Telefonat mit angehört.

Lisa rieb sich die pochenden Schläfen.

»Meine Tante ... Sie hatte einen Unfall und benötigt eine Operation. Ich muss für unbestimmte Zeit nach Bruckberg zurück. Allerdings weiß ich nicht, wie ich das Herrn Winter schonend beibringen soll ...«

Ihre Kollegin winkte ab.