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Ein Hilferuf ihrer besten Freundin Isabella ruft die bezaubernde Anne zurück in die Heimat, genauer gesagt, in das Feriendorf, das Bella dort neu eröffnen will. Doch als Anne endlich ankommt, läuft ihr ausgerechnet ihr alter Erzfeind Paul als Erster über den Weg! Dabei war er der Grund dafür, warum sie damals die Stadt so überstürzt verlassen hat. Niemand sollte erfahren, dass sie in Wahrheit unsterblich in den gut aussehenden Mädchenschwarm verliebt war, der ihr so übel mitgespielt hatte!
Es kommt, wie es kommen muss: Alte Streitereien kochen erneut zwischen ihnen hoch - aber auch die frühere Leidenschaft. Und dann - in einem unglaublichen Augenblick der Gefühle - passiert, was nicht möglich schien: Die beiden tauschen einen Kuss, der Annes Welt völlig auf den Kopf stellt. Noch einmal verliert sie sich mit Haut und Haaren an Paul, den Herzensbrecher! Und er? Wird er wieder nur mit ihr spielen und sie erneut so bitter enttäuschen?
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Seitenzahl: 116
Veröffentlichungsjahr: 2024
Cover
Verliebt in meinen Erzfeind
Vorschau
Impressum
Verliebt in meinen Erzfeind
Eine Wiederbegegnung im Tumult der Gefühle
Von Amelie Grünewald
Ein Hilferuf ihrer besten Freundin Isabella ruft die bezaubernde Anne zurück in die Heimat, genauer gesagt, in das Feriendorf, das Bella dort neu eröffnen will. Doch als Anne endlich ankommt, läuft ihr ausgerechnet ihr alter Erzfeind Paul als Erster über den Weg! Dabei war er der Grund dafür, warum sie damals die Stadt so überstürzt verlassen hat. Niemand sollte erfahren, dass sie in Wahrheit unsterblich in den gut aussehenden Mädchenschwarm verliebt war, der ihr so übel mitgespielt hatte!
Es kommt, wie es kommen muss: Alte Streitereien kochen erneut zwischen ihnen hoch – aber auch die frühere Leidenschaft. Und dann – in einem unglaublichen Augenblick der Gefühle – passiert, was nicht möglich schien: Die beiden tauschen einen Kuss, der Annes Welt völlig auf den Kopf stellt. Noch einmal verliert sie sich mit Haut und Haaren an Paul, den Herzensbrecher! Und er? Wird er wieder nur mit ihr spielen und sie erneut so bitter enttäuschen?
»Bist du so weit?«, rief Peter, gab ihr ein Zeichen mit dem Zeigefinger und presste sein linkes Auge fest gegen den Sucher seiner Kamera.
Anne nickte kurz, kontrollierte noch einmal die Position des Mikros und setzte dann ihr strahlendstes Lächeln auf. Ihr Kollege zählte den Countdown herunter – drei, zwei, eins ... los! Ein kleines, rotes Licht erschien am Gerät.
»... Wir befinden uns hier direkt vor dem Eingang von Kilkenny Castle. Hinter mir sehen Sie den Springbrunnen, umsäumt mit zahlreichen verschiedenen Rosenarten. Dann wollen wir uns mal ins Innere begeben ...«
Selbstsicher und wortgewandt führte die junge Frau ihr Kamerateam durch den Innenhof und die zu besichtigenden Räumlichkeiten. Sie war ein Naturtalent und schaffte es ohne große Mühe, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Sie sprach mit der Kamera, als handelte es sich um ihren besten Freund, dem sie eine private Führung gab – die Zuschauer hatten deshalb das Gefühl, hautnah mit dabei zu sein. Es dauerte nicht lange, und sie hatten alles im Kasten.
»Gut gemacht, Anne!«, lobte Peter sie und klopfte ihr anerkennend auf die Schulter. Die akribische Vorbereitung hatte sich auch dieses Mal bezahlt gemacht – hoffentlich würde der nächste Tag genauso gut laufen.
Anneliese Lichtenstrasser lebte genau das Leben, das sie sich immer erträumt hatte – als Reisejournalistin war sie auf der ganzen Welt unterwegs, verfasste entweder interessante Berichte oder stand für einen Fernsehsender vor der Kamera. In ihre Heimat, dem idyllischen Badeort Schluchsee, kam sie nur noch selten. Stattdessen zog es sie in ferne Länder, wo sie fremde Kulturen erforschen und neue Leute kennenlernen konnte.
Sie liebte ihren Job über alles und würde ihn um nichts in der Welt eintauschen wollen. Natürlich vermisste sie es hin und wieder, sich mit Freundinnen zu verabreden oder einfach faul auf dem Sofa herumzulungern ... Aber im Großen und Ganzen war das Leben der Zweiunddreißigjährigen perfekt. Nicht perfekt für jeden, aber definitiv perfekt für sie.
Dabei störte sie sich nicht im Geringsten daran, dass andere in ihrem Alter bereits verheiratet waren und eine Familie gegründet hatten – sie sah sich einfach nicht in der Rolle der hingebungsvollen Hausfrau und Mutter. Auch die Sehnsucht nach einem Mann war nicht besonders groß – da konzentrierte sie sich lieber auf ihre Karriere, anstatt Gefahr zu laufen, verletzt zu werden. Nur der Wunsch ihrer Eltern nach Enkelkindern wurde mit den Jahren immer präsenter, und es fiel ihr schwer, ihre Träume zerplatzen zu lassen ...
Nach getaner Arbeit verstaute das Team sämtliche Gerätschaften im Auto und fuhr wieder zurück in die Stadt, um den Feierabend ausnahmsweise einmal ruhig und entspannt ausklingen zu lassen. Es konnte nämlich durchaus vorkommen, dass ihre Sendezeit bis weit in die Nacht hineinging, damit sie alles rechtzeitig im Kasten hatten – oder es waren spezielle Aufnahmen im Mondlicht gefragt, auch das gab es manchmal.
Die anderen verabredeten sich noch in der Bar des Hotels, aber sie war zu erschöpft und sehnte sich nach einer erholsamen Nacht in ihrem wahnsinnig bequemen Bett, bevor es zeitig am nächsten Morgen wieder mit den Dreharbeiten losging. Sie wünschte ihren Kollegen eine gute Nacht und machte sich auf den Weg in ihr Zimmer, wo sie als Erstes aus den Schuhen stieg, um ihre schmerzenden Füße endlich zu entlasten. Seit sechs Uhr morgens war sie schon auf den Beinen – was würde sie für eine angenehme Fußmassage geben!
Anne warf noch einen letzten Blick aus dem Fenster ihres Hotelzimmers in Dublin, um die Schönheit der Stadt auf sich wirken zu lassen – dann schlüpfte sie in ihren Pyjama mit Harry-Potter-Aufdruck, machte sich im Badezimmer fertig fürs Bett und verkroch sich unter der herrlich weichen Bettdecke. Wohlig seufzend schloss sie die Augen und hieß die sofort einsetzende Schläfrigkeit willkommen.
Es dauerte nicht lange, und das Vibrieren ihres Smartphones sorgte dafür, dass sie sich wieder aus ihrem warmen, gemütlichen Kokon herausschälen musste. Mit einem Stirnrunzeln sah sie den Namen auf dem Display – warum zum Teufel rief ihre beste Freundin Isabella um diese Uhrzeit an? Sorge machte sich in ihr breit, und sie richtete sich ruckartig auf. »Hallo?«, meldete sie sich stirnrunzelnd.
»Anne ... Habe ich dich geweckt? Es tut mir leid, dass ich so spät anrufe, aber es ist ein Notfall!« Isabellas Stimme überschlug sich fast, und Anne hatte Mühe, die Frau zu verstehen.
»Hey, langsam! Ganz ruhig ... Was ist denn passiert?«, fragte sie alarmiert nach.
»Ich bin ausgerutscht und hab mir das Bein gebrochen – kannst du dir das vorstellen? Ich bin ja so tollpatschig ... Das ist eine absolute Katastrophe! Noch während der Hochsaison! Gerade erst habe ich das Feriendorf übernommen, und jetzt falle ich schon aus! Wie soll ich das nur meinen Gästen beibringen?«
»Warte, warte ...Wo bist du denn gerade?«, unterbrach Anne den nicht enden wollenden Redefluss ihrer Freundin.
»Im Krankenhaus! Das komplette Bein steckt in Gips, und selbst wenn ich entlassen werde, kann ich so doch kein Feriendomizil führen!« Die Stimme der jungen Frau klang regelrecht hysterisch.
Isabella war so stolz darauf gewesen, dass sie es geschafft hatte, die finanziellen Mittel aufzubringen, um die ehemalige Sommercamp-Anlage zu erstehen und umfassende Renovierungsarbeiten durchzuführen. Anne hatte die große Eröffnung des Feriendorfes leider verpasst, ihrer Freundin allerdings versprochen, den Besuch so bald als möglich nachzuholen. Es sah ganz danach aus, als wäre der Zeitpunkt früher gekommen als gedacht.
»Süße, jetzt beruhige dich doch! Ich werde in den Flieger steigen, sobald ich hier alles Nötige abgeklärt habe! Hältst du noch ein paar Tage durch?«
Isabella war hörbar erleichtert. »Ich kann einen Freund darum bitten, das Nötigste zu übernehmen, bis du da bist«, dachte sie laut nach. Dann bedankte sie sich überschwänglich und beteuerte, dass sie sich dafür revanchieren würde. Die Erleichterung war ihr deutlich anzuhören.
Nachdem sie aufgelegt hatte, seufzte Anne laut auf. Sie hatte so gar keine Lust, in Irland so unvermittelt die Zelte abzubrechen und nach Schluchsee zurückzukehren ... Aber die Verzweiflung in der Stimme ihrer besten Freundin hatte sie überzeugt, dass Isabella dringend ihre Hilfe brauchte – deshalb blieb ihr nichts anderes übrig, als ihrem Team zu erklären, dass sie die Reisedokumentation vorzeitig abbrechen musste.
Vor diesem Gespräch fürchtete sie sich jetzt schon – bestimmt würde sie so schnell nicht wieder die Gelegenheit dazu bekommen, bei einem so wichtigen Projekt mitmachen zu dürfen ... Sie machte sich bereits darauf gefasst, während der nächsten Monate wieder ganz altmodisch in die Tasten ihres Laptops zu hämmern und langweilige Berichte abzutippen.
♥♥♥
»Was soll das heißen, du musst nach Hause?«, blaffte der ansonsten so gelassene Peter sie wütend an. Anne konnte es ihm nicht einmal verübeln – er war nämlich im Inbegriff, von heute auf morgen seine Moderatorin zu verlieren.
»Es tut mir so leid – aber es handelt sich wirklich um einen Notfall!«, versuchte sie, ihn zu beschwichtigen ... Doch der Mann war fuchsteufelswild und fuchtelte mit dem Zeigefinger drohend vor ihrem Gesicht herum.
»Wenn du das tust, dann war es das mit unseren Reportagen! Ich suche mir jemanden, der meine Arbeit zu schätzen weiß und der nicht auf einmal abhaut und mich alleine zurücklässt!« An seiner Mimik konnte sie ablesen, dass es sich um eine leere Drohung und den letzten, verzweifelten Versuch handelte, sie doch noch zum Bleiben zu überreden.
Sie wiederholte noch einmal: »Es tut mir wirklich wahnsinnig leid, okay? Du findest ganz bestimmt jemanden, der für mich einspringen kann – Tamara hat mich doch die ganze Zeit beobachtet, bestimmt macht sie das ganz toll! Gib ihr doch eine Chance!« Hoffnungsvoll zeigte sie auf die hübsche Brünette, die sich bei der Erwähnung ihres Namens noch ein wenig aufrechter hinstellte. Wahrscheinlich hatte sie auf eine solche Gelegenheit nur gewartet.
Peter starrte sie an, als hätte sie ihm soeben eine Ohrfeige verpasst. »Wirklich? Die Praktikantin? Du glaubst tatsächlich, dass ich dich durch eine Praktikantin ersetzen kann?« Er betonte das Wort, als wäre es eine Beleidigung.
»Das war doch nur ein Vorschlag – und ja, ich finde, dass sie sich sehr geschickt anstellt und auch redegewandt ist. Aber es ist natürlich deine Entscheidung! Du bist der Boss!« Noch mehrere Minuten lang legte der Mann das trotzige Verhalten eines Kleinkinds an den Tag – dann gab er es schließlich mürrisch auf, sie überreden zu wollen, und rang ihr stattdessen das Versprechen ab, sich zu melden, sobald sie wieder für Aufträge verfügbar war.
Einen Tag später ließ sie sich von einem Taxi zum entsprechenden Grundstück bringen. »Ich kann hier leider nicht weiterfahren, der Weg ist zu holprig«, erklärte der Fahrer mehrere Hundert Meter vor dem Ziel und zeigte sich von ihrer empörten Reaktion gänzlich unbeeindruckt. Anne blieb also nichts anderes übrig, als ihren überdimensional großen Koffer über den unbefestigten Weg zu schleifen – ihre Laune war bereits auf dem Tiefpunkt, bevor sie überhaupt im Feriendorf angekommen war.
Die Räder des Trolleys blockierten immer wieder, und das Wurzelwerk der Bäume führte mehrmals dazu, dass das Teil zur Seite kippte. »Na, das kann ja heiter werden«, brummte sie zu sich selbst und wischte sich einen Schweißtropfen von der Stirn. Die herabgefallenen Blätter erschwerten das Ziehen des Koffers ebenfalls – obwohl es erst Ende August war, kündigte sich der Herbst bereits unweigerlich an.
»Wow!«, hauchte Anne, als sie schließlich das Feriendomizil erblickte. Die Holzhütten versprühten immer noch denselben Charme wie damals, und sie fühlte sich unmittelbar in ihre Jugend zurückversetzt, als sie so viel Zeit hier verbracht hatte.
Hinter den Unterkünften erstreckte sich der Stausee, der in der Sonne glitzerte. Sie hatte ganz vergessen, wie schön es hier war ... Mit einem Mal war der ramponierte Koffer vergessen, und sie hatte nur noch Augen für die Natur um sich herum. Vor allem der Holzsteg zog sie in seinen Bann – langsam testete sie mit dem Fuß, wie stabil er noch war.
Nachdem kein Besorgnis erregendes Knacken zu hören war, setzte sie vorsichtig einen Fuß vor den anderen, bis sie irgendwann ganz draußen über dem Wasser stand und die Umgebung auf sich wirken ließ. Da bereits der späte Nachmittag hereingebrochen war, hatte die Sonne den Großteil ihrer Kraft eingebüßt, und Anne fröstelte. Trotzdem wollte sie unbedingt noch einen Augenblick länger bleiben – sie hatte das Gefühl, direkt wieder in ihre Vergangenheit katapultiert worden zu sein.
Die junge Frau schloss ihre Augen und atmete tief ein – auf einmal vernahm sie ein lautes Knacken unter sich, gefolgt von einem Splittern. Erschrocken zuckte sie zusammen und machte einen Schritt rückwärts, doch es war bereits zu spät. Ein großes Stück des Holzstegs brach direkt unter ihren Füßen weg – Anne strauchelte und versuchte verzweifelt, das Gleichgewicht wiederzuerlangen. Doch es half nichts, und sie sah dem Unausweichlichen entgegen: Mit einem Platschen landete sie rücklings im Wasser.
Prustend und mit den Armen rudernd tauchte sie wieder auf – doch es schien fast so, als wäre sie durch den Schock gelähmt. Obwohl sie eine gute Schwimmerin war, konnte sie sich kaum über Wasser halten und drohte, von ihrer Panik übermannt zu werden.
Im Augenwinkel nahm Anne eine Bewegung am Ufer wahr – und das darauffolgende Platschen verriet ihr, dass ihr jemand zu Hilfe eilen würde. Zum Glück! Die Kälte des Wassers erschwerte ihre Bewegungen, und ihre vollgesogenen Klamotten schienen sie erbarmungslos nach unten zu ziehen.
Einen Moment später wurde sie von zwei kräftigen Armen gepackt und scheinbar mühelos durchs Wasser gezogen. Endlich spürte sie wieder festen Boden unter ihrem Körper – ihr unbekannter Retter ließ sie etwas unsanft auf die Kieselsteine fallen und fluchte dann leise vor sich hin. Seine Kleidung war durch das Wasser völlig ruiniert, und seine Gänsehaut verriet, wie kalt ihm nach der Rettungsaktion war. Er tat ihr leid, und sie hatte ein schlechtes Gewissen, weil sie der Grund für sein ungeplantes Eintauchen gewesen war.
Annes Augen wurden tellergroß, sobald sie den Mann wiedererkannte. »Paul?«, fragte sie ungläubig, als hätte sie noch die Hoffnung, ihre Gedanken würden ihr einen Streich spielen. Paul Lehmann war ihr Erzfeind aus Jugendtagen, den sie eigentlich nie wiedersehen wollte. Er war der Grund dafür gewesen, dass sie ihren Heimatort überhaupt verlassen hatte ...
14 Jahre zuvor
Anne sah dem Burschen tief in die Augen und schluckte schwer. Gleich würde es endlich so weit sein – ihr erster Kuss. Die Luft zwischen ihnen war wie elektrisiert, und es knisterte gewaltig. Paul lehnte sich noch ein Stück weiter zu ihr, legte die Hand an ihre linke Gesichtshälfte und strich mit dem Daumen über ihre Wange. Ob er hören konnte, wie wild ihr Herz schlug? Während sie selbst ein einziges Nervenbündel war, schien er ziemlich cool zu bleiben ... Sie hatte den Verdacht, dass es für ihn nicht das erste Mal war, dass er sich in so einer Situation befand.
Ein leises Seufzen entfuhr ihren Lippen, als sie mit wild pochendem Herzen darauf wartete, was als Nächstes passieren würde. Grinsend berührte er nun ihren Mund mit seinem, strich erst vorsichtig über die Lippen und liebkoste sie dann zärtlich. Erst war Anne noch verkrampft, doch irgendwann entspannte sie und fing sogar damit an, mit ihrer Zunge auf Erkundungstour zu gehen. Es schien ihm zu gefallen, dass sie mit einer solchen Forschheit an die Sache ranging.
Wenn sich ein Kuss so anfühlt, dann möchte ich nie wieder damit aufhören
