Auf der Spur des Bluträchers - Albert F. De Bary - E-Book

Auf der Spur des Bluträchers E-Book

Albert F. De Bary

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Beschreibung

La Salle und seine Begleiter haben den Erie-See erreicht. Doch ihre Verfolger – die feindlichen Irokesen – sind ihnen auf den Fersen. An der Mündung eines kleinen Flusses kommt es zum Kampf auf Leben und Tod. Wem wird das Kriegsglück hold sein? Ein neues, packendes Abenteuer der aus achtzehn Bänden bestehenden Serie, in der die Abenteuer des französischen Entdeckers Sieur de La Salle im Nordamerika des siebzehnten Jahrhunderts in spannender Form geschildert werden. „Auf der Spur des Bluträchers“ ist der vierte Roman der Serie, die innerhalb der Bookworm Schmökerkiste erscheint.

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Veröffentlichungsjahr: 2014

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Albert F. De Bary

Auf der Spur des Bluträchers

La Salle Band 4

BookRix GmbH & Co. KG81371 München

Vorspann

 

Schmökerkiste – Band 12

Albert F. De Bary – Auf der Spur des Bluträchers

La Salle, Teil 4

1. eBook-Auflage – Juni 2014

© vss-verlag Hermann Schladt

Titelbild: Armin Bappert unter Verwendung des Originalcovers der Romanheftserie

Lektorat: Hermann Schladt

 

 

Albert F. De Bary

 

 

AUF DER SPUR DES BLUTRÄCHERS

 

 

1

 

Die Büsche im Hintergrund teilten sich in eben dem Augenblick, da der Fellvorhang vor der letzten der sechs etwa mannshohen, kegelförmigen Hütten am Waldrand von innen auseinander geschoben wurde und die schlanke, geschmeidige Gestalt eines Indianers ins Freie trat. Die Blicke des keineswegs großen, fast schmächtig wirkenden Mannes gingen aus dunklen Augen schweifend in die Hunde, sie streiften auch das Gebüsch, dessen Zweige sich eben noch bewegt hatten, die aber nun schon wieder in Ruhe und Gleichmaß verharrten, nur dass der frische Wind, der von Südwesten herüber strich, das Blattwerk leise erzittern ließ. Noch war die Sonne nicht erwacht, aber ihre rosaroten Strahlenbündel schossen schon hinter den östlichen Wäldern auf und tauchten den Horizont in das sanfte Licht der ersten Dämmerung, die einen strahlenden Tag verhieß.

Das Buschwerk, dessen Zweige sich für Sekundenspanne bewegt hatten, war noch ganz in die kühle Düsternis der Nacht getaucht; seine breiten Schatten verschluckten jede Einzelheit; der Mann,, der hier eben noch gestanden hatte und der inzwisdien unhörbar und ungesehen zurückgetreten war in das schirmende Dickicht, hätte wohl ruhig stehenbleiben können, ohne befürchten zu müssen, von dem anderen, der jetzt mit zum Himmel gereckten Händen vor der Rindenhütte stand, gesehen zu werden. Doch er blieb in der Deckung, und nur seine Augen folgten mit ruhiger Aufmerksamkeit den Bewegungen des Mannes vor der Hütte.

Der ging jetzt mit gleitenden Schritten und wiegenden Bewegungen zum Seeufer hinunter, vorbei an den anderen Hütten und an dem dunklen, klobigen Block eines hastig und primitiv zusammen geschlagenen Holzhauses, das seiner ganzen Bauart nach wohl nur zu vorübergehendem Aufenthalt dienen und gegen die Unbilden der Witterung einigen Schutz gewähren sollte.

Er war eben an dem Hause vorüber und hinter den weiß schimmernden Stämmen einiger Birken verschwunden, als die Tür des Blockhauses geöffnet wurde und ein großer, hagerer Mann heraus auf die kleine Lichtung trat. Der Mann, ein Weißer, trug eine eng anliegende, in Material und Schnitt der Wildnis angepaßte, gleichwohl hier in der Freiheit der Wälder ungewöhnlich wirkende Kleidung. Waldläufer, Jäger und Fallensteller pflegten sich zu jener Zeit im amerikanischen Urwald ihre Kleidung noch weitgehend selber aus Fellen und Häuten zu verfertigen, allenfalls trugen sie Wämse und Beinkleider aus rauhen Tüchern. Der aus dunklem, schmiegsamem Leder gefertigte Anzug des, hageren Mannes, der sieh jetzt, vor der Tür des primitiven Blockhauses stehend, fröstelnd die Hände rieb und die Beine vertrat, die Nachtkälte aus den Gliedern zu treiben<sub>v

schien eigens iür die Wildnis in einem städtischen Schneideratelier gefertigt. Und die beiden Pistolen, sowie das Messer mit dem Hirschhorngriff, die in seinem Gürtel steckten, verrieten die Arbeit eines erstklassigen Waffenschmiedes.

Der Mann gähnte und fuhr sich dabei mit der Hand vor den Mund, ganz so, als befände er sich nicht in dämmernder Morgenfrühe im einsamen Wald, eine halbe Meile hinter den östlichen Ausläufern des jungfräulichen Eriesees, sondern in einem städtischen Salon, oder doch wenigstens in der unmittelbaren Nachbarschaft der Zivilisation. Alles an dem Mann wirkte hager, auch das leicht gebräunte, länglich geschnittene Gesicht mit den unruhigen Augen, der schmalen Nase und dem kleinen gepflegten schwarzen Spitzbart. Es war ein glattes, aber charakteristisches Gesicht, dem man anmerkte, dass sein Träger gewöhnt war, seine Züge zu beherrschen.

Der Mann schloß die Tür hinter sich, leise und behutsam, als wünsche er etwaige Schläfer dahinter nicht zu wecken, sah sich mit flüchtigen Blicken um und huschte an den Rindenhütten entlang bis zu der dritten, deren Eingangsfell er zurückschlug. Er betrat sie nicht, steckte vielmehr nur den Kopf hinein und raunte einen Namen, um gleich darauf wieder zurückzutreten und, ungeduldig, wie es schien, vielleicht aber auch nur, um das Blut in seinen Adern zu beleben, mit den Füßen den Boden zu stampfen.

Sein Blick streifte dabei auch das Gebüsch jenseits der Lichtung, und hätte er die Augen des Luchses gehabt, dann wäre Ihm vielleicht trotz der dort herrschenden Dunkelheit das Gesicht des roten Mannes nicht entgangen, dessen Augen jeder seiner Bewegungen aufmerksam folgten.

Es verging kaum eine Minute, da wurde das Fell der Hütte von innen zurückgenommen und ein kleinerer, kräftigerer Mann, gleichfalls ein Weißer, trat heraus. Seinem Äußeren nach war dieser Mann auf den ersten Bück freilich kaum von einem Indianer zu unterscheiden, bis auf das ziemlich verwilderte dunkle Haar allerdings, das europäischen Schnitt aufwies und mit einer kleinen Fellmütze bedeckt war, Der Mann trug auch wie ein Indianer einen kleinen Bogen über der Schulter, in der Art, wie die Algonkinvölker ihn verwendeten, und Köcher mit Pfeilen, Messer und Tomahawk am GürteL In der Hand hielt er eine lange Büchse. Der Tomahawk unterschied sich freilich erheblich von den Obsidianbeilen der Indianer; es war dies eine richtige Metallaxt mit glänzender Schneide und kurzem, federndem Stiel. Aus der Hütte heraustretend, warf der Mann die Büchse samt Kugelbeutel und Pulverhorn über die Schulter.

„Komm“, raunte der Hagere und schritt an den weiteren Hütten vorbei auf eben das Dickicht zu, aus dem zwei glühende Augen die Szene beobachteten. „Ich habe verschlafen; es ist schon spät, in einer halben Stunde ist die Sonne hoch, und wir dürfen keinen Verdacht erwecken, Waren ohnehin schon zu unvorsichtig.“