Skalpjäger am Niagara - Albert F De Bary - E-Book

Skalpjäger am Niagara E-Book

Albert F. De Bary

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Beschreibung

In „Skalpjäger am Niagara“ befindet sich La Salle mit seiner Expedition und den sie begleitenden Miamis an den riesigen Wasserfällen des Niagara-River. Bsher ist es ihnen gelungen, alle Angriffe der feindlichen Seneca-Krieger abzuwehren, doch ihr schlimmster Feind lauert in den eigenen Reihen. Ein neues, packendes Abenteuer der aus achtzehn Bänden bestehenden Serie, in der die Abenteuer des französischen Entdeckers Sieur de La Salle im Nordamerika des siebzehnten Jahrhunderts in spannender Form geschildert werden.

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Veröffentlichungsjahr: 2014

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Albert F De Bary

Skalpjäger am Niagara

La Salle Band 3

BookRix GmbH & Co. KG81371 München

Vorspann

 

Schmökerkiste – Band 11

A. F. De Bary – Skalpjäger am Niagara

La Salle, Teil 3

1. eBook-Auflage – Mai 2014

© vss-verlag Hermann Schladt

Titelbild: Armin Bappert unter Verwendung des Originalcovers der Romanheftserie

 

 

Lektorat: Hermann Schladt

 

 

 

Albert F. De Bary

 

SKALPJÄGER AM NIAGARA

 

1

 

Das Wasser war schwarz wie die Nacht. Hier wenigstens, wo die starrende Düsternis der Felswände den dunklen Strom von der Weit abschnitt, wo die ragende Zackenmauer der Schwarztannen auf den Bergkuppen den Mond verbarg, seinen silbernen Strahlen nur hier und da einen Schlupfwinkel öffnend, durch den sie dann freilich breite, glitzernde Bänder über die jagenden und gurgelnden Fluten warfen.

Das erste der verhältnismäßig schmalen Boote hatte eben so ein schimmerndes Lichtband durchschnitten und war bereits wieder im Dunkel untergetaucht, als ein noch schmalerer Schatten stromab heran geschossen kam, gespenstisch an den Booten vorüber glitt und gleichfalls im Dunkel versackte.

„Verdammt!“ knurrte der eine der beiden Männer im Stern des Bootes, „diese Indianer regen mich auf. Der Teufel hat Euch geritten, La Salle, Euch mit diesen roten Bestien zu behängen; ohne sie hätten wir die ganze verwünschte Schweinerei hinter Montreal nicht gehabt, und Ihr hättet Euer schönes Fort am Ontario nicht gleich gegen die rote Sintflut verteidigen müssen.“ Es war ein langer und hagerer Geselle, der das sagte, ein Mann, der trotz seines waldmäßig geschnittenen Gewandes den Europäer und Städter verriet.

Der andere ihm gegenüber, einen guten Kopf kleiner, schmächtig und drahtig, ließ ein leises Lachen hören; es klang wie eia Knurren. „Ihr habt zu lange in Quebec gelebt, Denon“, versetzte er, „der Monsieur Perrot hat Euch mit seinen Weinen und Leckereien verdorben, zudem seid Ihr noch nicht lange genug hier, um Euch ein Bild von den Verhältnissen zu machen. Die drei Miamas hier ...“

„... haben uns durch ihre bloße Anwesenheit das andere rote Gesindel, die Irokesen, auf die Fersen gehetzt“, schimpfte Denen. „Macht mir übrigens den guten Perrot nicht zu schlecht“, fuhr er fort, „er ist ein gerissener Fuchs, zugegeben, und er will Geld verdienen, auch zugegeben, aber wer will das nicht? Der Pelzhandel ist ein hübsches, einträgliches Geschäft. Ihr habt das neue Monopol, La Salle, aber er hat die Praxis, und der Henker soll mich holen, wenn Ihr nicht klüger daran getan hättet, Euch mit ihm zu verbinden. Zumal er außer der Praxis auch noch das Geld hat.“

„Warum seid ihr denn nicht in Quebec geblieben und habt sichere Geschäfte- mit Herrn Perrot gemacht?“ höhnte La Salle. Doch langte er gleich darauf hinüber und legte dem Langen, Hageren mit beruhigender Geste die Hand auf die Schulter „Nichts für ungut“, sagte er, „Ihr habt mir manchen Dienst erwiesen, und Ihr wisst, dass ich Euch schätze, Denon. Und dass die Weine und Leckereien Euch noch nicht verdorben haben, das beweist Ihr ja am besten dadurch, dass Ihr Euch meiner Expedition angeschlossen habt. Dass diese Expedition eine höchst unsichere und eine keineswegs ungefährliche Sache ist, wisst ihr so gut wie ich. Aber ich sage Euch, diese Unternehmung wird sich lohnen Diese« Land birgt Wunder, hier lagern Schätze, von denen wir uns nichts träumen lassen; wir werden sie erschließen.“

Die Boots machten nur langsame Fahrt, ging es doch gegen den Strom, und der Niagara, der sich hier bereits den Fällen näherte, wurde allmählich zu einem reißenden Gewässer. Die Männer auf den Ruderbänken, alte Waldläufer, in Jahren zäher und unermüdIicher Arbeit der Wildnis zugewachsen, Franzosen zumeist (denn hier herrschte damals noch Frankreich, kaum ein Engländer hatte die Gebiete östlich der Alleghanis betreten), aber auch einige Mischlinge, hatten schwere Arbeit Doch sie waren es gewöhnt, die reißenden Flüsse zu befahren, stromauf und stromab, sie hatten mit dem St Lorenz gekämpft und waren auch nicht zum ersten Mal auf dem Niagara. Mit gleichmäßig abgezirkelten Bewegungen - jedes Quäntchen Kraft sparend - tauchten die Ruder in das schäumende und gurgelnde Wasser und trieben die kleinen, aber festen und schnell beweglichen Boote im Schatten der hochragenden östlichen Ufer wand dahin.

Im vorderan Boot saß Robert de La Salle, Beauftragter Seiner Majestät des Königs von Frankreich, Ludwigs, des Sonnenkönigs, und neben ihm der Monsieur Charles Denon, ein ehrgeiziger, dem Abenteuer geneigter Herr ans Quebec, von dem der Sieur nicht ahnte, dass er von dem die Konkurrenz fürchtenden Pelzhändler Periot einem der mächtigsten und einflussreichsten Männer Kanadas, gedungen war, ihn, koste es, was es wolle, zu beseitigen.

Auf den Ruderbänken saßen sechs Waldläufer, ein siebenter bediente das Steuer. Im zweiten, dem ersten unmittelbar folgenden Boot hockten außer den rudernden Waldläufern der Franziskanerpater Ludwig Hennepin, der sich La Salle in Montreal angeschlossen hatte, Paul Caion, der Diener Denons, und La Salles eigener Diener, der dickliche, gutmütige Bretone Martin Bigot, zu dessen Füßen seine unentwegten Begleiter, zwei riesige kohlrabenschwarze Doggen lagerten- Das dritte Boot endlich beherbergte den Hauptmann Brulart, der aus purer Freundschaft zu La Salle dem Garnisondienst für ein Weilchen Valet gesagt hatte, und sein Diener Jean Marlin, der hier das Steuer handhabte, da in diesem Boot nur sechs der Waldläufer saßen.

Ein fernes, langsam anschwellendes Grollen wurde vernehmbar, der Strom machte eine leichte Biegung, und die Ruderer mussten alle Kraft aufwenden, um die leichten Fahrzeuge nicht in Strudel und Stromschnellen geraten zu lassen, als, in umgekehrter Richtung nun, der schmale, huschende Schatten wieder heran geschossen kam, lautlos und kaum wahrnehmbar in der Kontur..