Der Zauber des Schamanen - Albert F. De Bary - E-Book

Der Zauber des Schamanen E-Book

Albert F. De Bary

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Beschreibung

Pater Hennepin wurde von dem Verräter Denon und den Osagen entführt und gefangen genommem. Die Männer La Salles lassen nichts unversucht, den Geistlichen zu befreien. Doch durch den unversöhnlichen Hass des Stammesschamanen der Osagen hängt das Leben des Paters an einem Seidenen Faden. Wird es gelingen, Pater Hennepin zu retten? Und wird der feige Denon seine gerechte Strafe finden? "Der Zauber des Schamanen" ist der dreizehnte Roman der Serie "La Salle", die innerhalb der Bookworm Schmökerkiste erscheint.

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Veröffentlichungsjahr: 2015

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Albert F. De Bary

Der Zauber des Schamanen

La Salle, Band 13

BookRix GmbH & Co. KG81371 München

Vorspann

 

Schmökerkiste – Band 21

Albert F. De Bary – Der Zauber des Schamanen

La Salle, Teil 13

1. eBook-Auflage – März 2015

© vss-verlag Hermann Schladt

Titelbild: Armin Bappert unter Verwendung des Originalcovers der Romanheftserie

Lektorat: Hermann Schladt

 

DER ZAUBER DES SCHAMANEN

 

Albert F. De Bary

 

 

1

„Hallo, was war das?“

Leutnant Mathieu verhielt ruckartig sein Pferd; Sergeant O’Donnel, der dicht hinter ihm ritt, stieß einen Verwünschungsruf aus und war mit wenigen Sätzen neben ihm. Hinter ihnen klapperten die Hufe und klirrten die Zaumzeuge der übrigen Reiter.

Mathieu hob den rechten Arm; in der schon stark fallenden Dämmerung war die Bewegung von hinten noch eben erkennbar. Das Klappern und Klirren hörte auf, die Reiter hielten.

„Diese verdammten Teufel! Nun guck dir das an!“ sagte Leutnant Mathieu. Er drehte sich halb im Sattel und zerrte an einem langen, dünnen und spitzen Gegenstand, der unmittelbar hinter ihm im Leder der Sattelkuppe steckte.

„Ein Pfeil! Wieder ein Pfeil!“ sagte Sergeant O’Donnel. „Schräg von hinten genau in den Sattel geschossen. Zehn Zentimeter höher und Ihr gäbt eine wunderschöne Leiche ab, Leutnant!“

Mathieu betrachtete nachdenklich den langen, dünnen, hinten gefiederten und vorn mit einer harten Obsidianspitze versehenen Pfeil. Er zog und zerrte an einem Gegenstand, der sich dicht über der Fiederung an dem Pfeil befand. Der Gegenstand war ein Fetzen Tuch, ein kleiner dunkler Lappen, ein Stückchen Stoff.

„Der Kerl kann schießen“, sagte Leutnant Mathieu „ich glaube nicht, dass der Pfeil mir ins Kreuz gehen sollte. Auch das ist wieder nichts anderes als eine Art Brief, eine indianische Botschaft sozusagen. Sonderbare Manieren haben die Leute hierzulande, weiß Gott!“

„Tatsächlich wieder dasselbe“, knurrte O’Donnel. Hinter ihnen schnaufte ein Pferd. Sattelzeug klirrte.

„Ja“, sagte Leutnant Mathieu, „der Fetzen Tuch stammt von Pater Hennepins Kutte. Unzweifelhaft. Sauber mit dem Messer herausgeschnitten, wie bisher auch. Wenn das ein paar Wochen so weitergeht, ist der gute Pater sein Ehrenkleid, los, oder er muss es sich, wenn er zurückkommt, aus lauter kleinen Lappen wieder zusammenflicken.“

Sergeant O’Donnel ließ einen mächtigen, keulenartig. zurechtgeschnittenen Eichenknüppel, der .ihm an einem Lederriemen am Handgelenk baumelte, ein paarmal durch die Luft sausen, als gälte es. Köpfe zusammenzuschlagen. „Wenn ich einen der Hunde erwische!“ knurrte er.

„Klar ist, dass etwas geschehen muss“, sagte Leutnant Mathieu. „Ich habe gar keine Lust, ins Fort zu reiten -und Hauptmann Tonty zu melden, das einzige Ergebnis unseres Ausrittes bestände in drei Osagenpfeiien und drei Stofflappen aus dem Gewand Pater Hennepins.“

„Ich habe den Eindruck, wir geben hier sozusagen zwölf vortreffliche Schießscheiben ab“, knurrte O’Donnel.

Des Leutnants junges Gesicht war finster verkniffen. Seine Augen suchten die Umgebung ab. Aber das war ein ziemlich hoffnungsloses Unternehmen. Die Reiter befanden sich in einer verhältnismäßig schmalen Felsschlucht. Linker Hand stieg der Berg in ziemlich jäher Steigung an die zwanzig Meter hoch an; das Gestein war rissig und stellenweise mit einer dünnen Grasnarbe, mit allerlei Gestrüpp und verkrüppelten Kiefern bewachsen. Zur Rechten zog sich eine sprunghaft wechselnde, wild zerklüftete Bergkette dahin, die hier und da den Blick in die bewaldete Niederung freigab. Jetzt freilich war dort nichts als gähnendes Dunkel. Die Sonne stand schon hinter den Wäldern und war zudem von schweren, nachtschwarzen Wolken verdeckt, die tief unter dem bleigrauen Himmel, segelnden Schiffen gleich, dahinjagten. In längstens einer halben Stunde würde es Nacht sein.

Der Pfeil war von links hinten gekommen. Unmöglich konnte er von der Höhe herunter abgeschossen worden sein. Die Genauigkeit, mit der er getroffen hatte, ließ keinen Zweifel daran, dass er aus nächster Nähe gezielt worden war. Leutnant Mathieu kämpfte mit der Versuchung, abzusitzen und den Berg absuchen zu lassen. Aber die Sinnlosigkeit solchen Tuns lag auf der Hand. Die einzelnen Büsche und die verkrüppelten Bäume, die hier und da an der Schrägwand wuchsen, waren jetzt schon kaum zu erkennen. An sich konnte hinter jedem dieser Büsche und Bäume, konnte in jeder der zahllosen, nur noch als dunkle Schatten erkennbaren Felsspalten ein Indianer lauern. Aber das war nicht anzunehmen. Nach allem, was in letzter Zeit geschehen war; war das unwahrscheinlich. Hier handelte es sich zweifellos um einige wenige Rothäute, vielleicht nur um eine. Höchst wahrscheinlich lauerte der Meisterschütze immer noch in seinem Versteck oder wenigstens in der Nähe und beobachtete jede ihrer Bewegungen. Sie wären noch nicht von den Pferden herunter, dann hätte er sich schon in Sicherheit gebracht, wäre irgendwo untergetaucht, wo kein Mensch ihn zu finden vermochte.

Wenn Leutnant Mathieu gleichwohl noch zögerte, dann nur deshalb, weil er sich überlegte, was zweckmäßig zu tun sei. Ursprünglich hatte er das Fort noch in der Nacht wieder erreichen wollen, wenigstens aber das Kickapuh-Dorf, das sich bald nach dem Baubeginn in der Nähe angesiedelt hatte.