Wenongas Rache - Albert F. De Bary - E-Book

Wenongas Rache E-Book

Albert F. De Bary

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Beschreibung

Endlich gelingt es dem Miami-Häuptling Wenonga seinen zutieft gehassten Feid Gi-eng-watha, den Häuptling der Seneca aufzuspüren. Und dann übt Wenonga fürchterliche Rache an dem Mörder seiner Eltern. Dabei gerät er aber in die Gewalt seiner Feinde. Wird es La Salle gelingen, den Freund vor dem Martepfahl zu retten? Denn nur mit ihm kann er sein Ziel, das Stromgebiet des Mississippi erreichen. „Wenongs Rache“ ist der siebte Roman der Serie, die innerhalb der Bookworm Schmökerkiste erscheint.

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Albert F. De Bary

Wenongas Rache

La Salle Band 7

BookRix GmbH & Co. KG81371 München

Vorspann

Schmökerkiste – Band 15

Albert F. De Bary – Wenongas Rache

La Salle, Teil 7

1. eBook-Auflage – August 2014

© vss-verlag Hermann Schladt

Titelbild: Armin Bappert unter Verwendung des Originalcovers der Romanheftserie

Lektorat: Hermann Schladt

Albert F. De Bary

 

Wenongas Rache

 

 

 

1

Wenonga hatte die Reise vom Westende des Erie-Sees bis zum Fort Niagara in dreieinhalb Tagen zurückgelegt. Die Wyandots und Buka-honga, knirschend vor Rachedurst wegen des Mordes an ihren Gefährten, hatten die Paddel mit verbissener Zähigkeit geführt, und das federleichte Kanu war pfeilschnell und fast ohne Unterbrechung über den See geflogen. Aber unterwegs wie auch im Fort war keine Spur des geraubten „Greif“ zu finden gewesen, und so konnte der Kommandeur im Fort nichts anderes tun als dem Miami-Häuptling die Botschaft an La Salle mitgeben, er werde die Augen offen halten und rücksichtslos zugreifen, wenn die Banditen mit dem entführten Schiff oder auch ohne den Segler in seine Reichweite kämen.

Wenonga trat den Rückweg an. Jetzt ließ er sich Zeit, und jetzt wandten sich seine Gedanken wieder den Seneca und ihrem Häuptling zu. Wenonga wusste ja, dass Gi-eng-watha mit seinen letzten Kriegern irgendwo am Südufer des Sees immer noch auf seine Gelegenheit wartete, und er war wild entschlossen, dem blutdürstigen Irokesen endlich sein Handwerk zu legen.

Ein Zufall kam ihm zu Hilfe. Als sie während ihrer Rückreise zum Lager La Salles eines Nachts in einer stillen Bucht lagerten, an einem geschützten und sicheren Platz, wie nur der Miami-Häuptling ihn zu finden verstand, hörten sie von der anderen Seite der kleinen Seezunge über das Wasser her ein sich allmählich näherndes, leises Geräusch, das unhörbar geblieben wäre, wenn nicht das Wasser den Schall so gut herübergetragen hätte. Die Nacht war still, die Bäume standen wie steinerne Türme bewegungslos in der ruhigen Luft — aber dort drüben regte ea sich. Es kam näher und näher, glitt dann in den Wald hinein, kaum hörbar an den atemlos Lauschenden vorüber und erlosch dann.

„Rote Krieger!“ flüsterte der Miami seinen Gefährten zu, „viele viele Krieger! Irokesen! Wyandots schleichen nicht wie der Luchs heimlich in ihrem eigenen Lande, Miamis sind weit fort von hier, nur der Irokese geht auf den Sohlen der Vorsicht, denn er geht nach Raub und Mord“

Am Morgen war es ein Leichtes für Wenonga festzustellen, dass kaum hundert Meter weiter südlich eine sehr starke Schar von Irokesen an ihnen vorbei nach. Westen gezogen war. Sie waren in langer Reihe einer hinter dem anderen geschritten, nach alter Sitte aller Indianer, die auf dem Kriegspfade waren. Zweihundert Krieger können ihre Spur nicht verbergen, darum verließen sie sich in dem ungeheuren Lande lieber auf seine Menschenleere und darauf, dass sie als dünne Schlange eher ungesehen durchkommen als etwa in breit auseinander gezogener Schar. Fand dann ein Feind dennoch ihre Spur, so konnte er nicht feststellen, ob er fünfzig, hundert oder gar noch mehr Krieger vor sich hatte.

Die Irokesen waren nach Westen gezogen. Wenonga begriff sofort: Gi-eng-watha hatte Verstärkung von seinem Stamm angefordert und erhalten. Es galt, La Salle schleunigst zu warnen.

Sofort schickte er Buka-honga mit den Wyandots im Kanu an die Maumi-Mündung, dem weißen Freund Nachricht zu bringen. Er wusste, dass Buka-honga, der Getreue, wie die Taube pfeilgerade und ebenso schnell seinem Ziel zueilen würde, er sah dem leichten Fahrzeug nach, das — ohne dass er dies besonders hätte befehlen müssen — zunächst weit auf den See hinausfuhr, bis es von Land aus nicht mehr gesehen werden konnte, und dann erst nach Westen einbog.

Der Miami-Häuptling, nun wieder einmal wie schon so oft völlig allein in der weiten Wildnis und ganz auf sich und seinen Mut gestellt, ließ sich am Ufer auf die Erde nieder. Er beugte den Kopf in beide Hände und verharrte so lange Zeit. Er brauchte Kraft für sein Vorhaben, und wie alle Indianer, die mit der Natur in niemals abbrechender Verbindung standen, wusste er, dass er sie nur aus seiner eigenen Natur schöpfen konnte. Er versenkte sich ganz in sich selbst, schüttelte alle Unruhe der Außenwelt von sich ab — und dann fühlte er, wie eine wunderbare Fülle und Sicherheit in ihm emporwuchs und Geist und Körper zugleich stärkte. Die roten Jäger wussten noch, was Meditation ist, das Schweigen mit sich selbst — Christen würden es Gebet genannt haben, aber Gebete in diesem Sinne kannten die Rothäute nicht.

Als der Miami-Häuptling sich wieder erhob, war es, als sei er aus langem, tiefem Schlaf zu neuem Leben aufgewacht. Geschmeidig, lautlos, mit neuer Willenskraft, setzte er sich den Irokesen auf die Spur.