Die Indianerschlacht am Muskegon - Albert F. De Bary - E-Book

Die Indianerschlacht am Muskegon E-Book

Albert F. De Bary

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Beschreibung

Halbzeit in der achtzehnbändigen Serie La Salle. Während La Salle im Hauptlager der Miamis auf Verstärkung aus Quebec wartet, ist sein Freund und Bruder Wenonga auf der Jagd nach der Schar der Irokesen, die in ihr Gebiet eingedrungen ist. Mordend und brandschatzend zieht diese Horde durch das Land der Miamis und der mit diesen befreundeten Stämme. Am Ufer des Muskagon gelingt es Wenonga die verhassten Feinde zu stellen, und es kommt zur entscheidenden Schlacht . . . „Die Indianerschlacht am Muskegon“ ist der neunte Roman der Serie, die innerhalb der Bookworm Schmökerkiste erscheint.

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Veröffentlichungsjahr: 2014

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Albert F. De Bary

Die Indianerschlacht am Muskegon

La Salle Band 9

BookRix GmbH & Co. KG81371 München

Vorspann

 

Schmökerkiste – Band 17

Albert F. De Bary – Die Indianerschlacht am Muskegon

La Salle, Teil 9

1. eBook-Auflage – November 2014

© vss-verlag Hermann Schladt

Titelbild: Armin Bappert unter Verwendung des Originalcovers der Romanheftserie

Lektorat: Hermann Schladt

DIE INDIANERSCHLACHT AM MUSKEGON

 

Albert F. De Bary

 

 

1

 

Wenonga ritt nach Norden. Hundert seiner Miamis hatte er in Kanus in den Mitschi-gami (Michigan See) gesandt unter dem alterfahrenen,Häuptling Bärenpranke, hundert weitere glitten unter Häuptling Grqßer Raubfisch aus dem Erie- in den Huronen-See und warteten dort auf seine Weisung. Er selbst aber führte dreihundert Reiter. Er hoffte, auf diese Weise den Irokesen jeden Ausweg verbauen zu können.

Wenongas Ruhm und sein Ansehen waren unter den Miamis ins Ungemessene gestiegen, seit er die Köpfe zweier Irokesen-Häuptlinge mitten im Lager der Feinde neben ihr eigenes Zeltfeuer gelegt hatte. Mit Wenonga zu reiten war eine große Ehre; wen er als Krieger auf seine Unternehmung mitnahm, der war stolz und tat alles, sich die Zufriedenheit des ungewöhnlichen Mannes zu erwerben. Ein zufriedener Blick, gar ein kurzes Lob von ihm galt mehr als jede andere Auszeichnung — und so hatte er denn eine treue Gefolgschaft selbst unter den Häuptlingen, die sonst leicht zur Eifersucht neigten. Hier aber wussten sie: wer Wenongas Weisungen folgte, die er niemals in die Form von Befehlen kleidete, wo es sich um Häuptlinge handelte, sondern immer als Bitten aussprach, der erwarb Ruhm, denn sie brachten immer Erfolg.

Und alle, die hier mit ihm ritten, Häuptlinge wie einfache Krieger, wussten, dass er die Irokesen-Horde vernichten wollte, die er vor Wochen oben am Erie-See aufgespürt hatte und die doch nur hierhergekommen war, um einen ihrer berüchtigten Überfälle auf friedliche Stämme auszuführen, die den ebenso erbarmungslosen wie tückischen Kriegsmethoden der Irokesen nicht gewachsen waren. Wenonga wollte Schluss machen mit den Schindern und Mordbrennern. Der Bund der Miamis als einziger konnte es wagen, den Kampf mit ihnen aufzunehmen, denn er konnte, wenn es darauf ankam, wohl noch mehr Krieger ins Feld rufen als die fünf Nationen, wie man die Irokesen auch damals schon nannte.

Wenonga überanstrengte die Gäule nicht. In dem unwegsamen Lande, das keine Straßen und Wege kannte, war es nicht einfach voranzukommen. Aber sie hatten zwei eingeborene Jäger von den Pottawatomis getroffen. Als die beiden hörten, was die Miamis wollten, glommen ihre Augen in wahnsinnigem Hass auf, und sie erboten sich, Wenqnga und die Seinen zu führen. Der Häuptling nahm an. So könnte er hoffen, Sümpfe und unpassierbare Wälder zu vermeiden und schneller vorwärts zu kommen.

Die Pottawatomis liefen nun wie witternde Wölfe dem Zuge voran, und bald erkannte Wenonga, dass sie eine ganz besondere Absicht verfolgten.

Die beiden Jäger führten den Reiterzug ein liebliches Wiesental entlang, in dem unter dem blauen Sommerhimmel ein ansehnlicher Fluss, der Kalamazu, in großen Schleifen gelassen daherzog, von Weiden und Birken begleitet. Der Häuptling fühlte, wie die Reiter hinter ihm unruhig wurden, ohne dass doch ein Wort fiel. Ängstlich begannen die Pferde zu schnauben, sie warfen immer wieder die Köpfe witternd dem Winde entgegen, der das Tal herabkam.

Die Jäger hielten sich nicht auf, aber sie wollten die Reiter an der Stelle vorbeiführen, und jeder der dreihundert Miamis sah.

Ein kleines Wäldchen sprang in das Tal vor. Die Pferde schauderten und wollten nicht weiter, die Reiter mussten sie zwingen. Ein schauriger Verwesungsgeruch wehte herüber, ein paar Füchse schlichen sich davon, als der lange Reiterzug herankam.

Hinter dem Walde lag das Dorf. Es waren nur noch verbrannte, zerstampfte Erdhütten, aus denen verkohlte Balkenstümpfe ragten. Mitten auf dem Dorfplatz staken auf in die Erde gerammten dünnen Stangen die skalpierten Schädel von etwa sechzig Kriegern Bei den Frauen und Kindern hatten sich die Irokesen nicht diese Mühe gemacht. Die verruchten Mordbrenner hatten keine lebende Seele verschont, sie hatten die Fliehenden verfolgt und eingeholt, überall, im Gebüsch, am Ufer des Flusses, in den sommerlichen Wiesen des weiten flachen Tales lagen die jämmerlich verstümmelten Körper, angefressen von Raubtieren und Vögeln, die sich satt und träge davon hoben, als die Reiter herankamen.

Die Miamis ritten einzeln und in Trupps herum, mit starren Gesichtern saßen sie auf Ihren Gäulen, lenkten die Pferde von einem Leichenhaufen zum ändern, niemand von ihnen sprach ein Wort, aber auf jedem Gesicht war zu lesen, was ihre Herzen erfüllte.

Die beiden Pottawatomis gehörten nicht zu dem überfallenen Dorf. Sie waren still wie die Miamis. Aber plötzlich brach bei dem einen von ihnen der Damm, er schrie laut:

„Bitter schmeckt die Bitte auf der Zunge des Mannes, Aber höre unsere Bitte, Häuptling der Miamis, gib uns Kleidung und Waffen .deiner Krieger und lass uns die Farben der Miamis im Antlitz tragen, damit wir selber Rache nehmen können und nicht Fremde darum bitten müssen!“

Wenonga verstand, und jeder Miami verstand: die beiden wagten nicht, als Pottawatomis gegen die Irokesen zu kämpfen, nicht aus Furcht um ihr eigenes Leben, sondern um nicht Irokesen-Rache auf Ihren Stamm zu ziehen.

Wenonga brüllte und der ganze Haß, den er gegen die Seneca fühlte loderte aus dem rasend Ausbrechenden:

„Es ist gut. Die Pottawatomis sind unsere Brüder auf diesem Pfad/Sie mögen unsere Medizin annehmen. Sie werden sehen, wie Miamis kämpfen — und“ — er hatte sich wieder in der Gewalt und setzte mit echt indianischer Höflichkeit hinzu „sie werden noch besser kämpfen als wir.“

Am Abend des nächsten Tages trafen sie dann an dem verabredeten Platz Buka-honga, den er mit an4eren Spähern vorausgeschickt hatte, um die Fährte der spurlos verschwundenen Irokesen zu suchen.