Chefarzt Dr. Holl 2008 - Lotta Carlsen - E-Book

Chefarzt Dr. Holl 2008 E-Book

Lotta Carlsen

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Beschreibung

Alexandra Feldmann hat selten so sehr auf die Weihnachtsferien hingefiebert wie in diesem Jahr. Nach einer nicht vollständig auskurierten Influenza Anfang Dezember sehnt sie sich nach Ruhe und Erholung in den Tagen zwischen den Jahren. Doch ihre Pläne werden durchkreuzt, als ihre Schwester und ihr Freund sie mit einem spontanen Silvesterurlaub in einer abgelegenen Hütte überraschen. Widerwillig lässt sich Alexandra auf das Winterabenteuer ein und macht auch bei einer waghalsigen Schlittenfahrt mit, obwohl sie spürt, dass ihr Körper noch nicht wieder voll belastbar ist. Sie nimmt auf dem Schlitten Platz, und es geht los. Noch ahnt sie nicht, dass sich in wenigen Augenblicken ihr Leben für immer verändern wird ...

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Seitenzahl: 119

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Inhalt

Cover

Ein Risiko zu viel

Vorschau

Impressum

Ein Risiko zu viel

Ein Silvesterurlaub, eine Schlittenfahrt und ein schwerer Unfall

Von Lotta Carlsen

Alexandra Feldmann hat selten so sehr auf die Weihnachtsferien hingefiebert wie in diesem Jahr. Nach einer nicht vollständig auskurierten Influenza Anfang Dezember sehnt sie sich nach Ruhe und Erholung in den Tagen zwischen den Jahren. Doch ihre Pläne werden durchkreuzt, als ihre Schwester und ihr Freund sie mit einem spontanen Silvesterurlaub in einer abgelegenen Hütte überraschen. Widerwillig lässt sich Alexandra auf das Winterabenteuer ein und macht auch bei einer waghalsigen Schlittenfahrt mit, obwohl sie spürt, dass ihr Körper noch nicht wieder voll belastbar ist. Sie nimmt auf dem Schlitten Platz, und es geht los. Noch ahnt sie nicht, dass sich in wenigen Augenblicken ihr Leben für immer verändern wird ...

»Wer um Gottes willen kann denn das um diese Uhrzeit sein?«

Das Schrillen der Türglocke riss Alexandra Feldmann aus tiefem Schlaf. Mühsam wälzte sie sich aus dem Bett, hangelte nach ihrem Bademantel und warf dabei einen Blick in die andere Betthälfte. Ihr Freund Julian Rangsdorf lag jedoch nicht mehr darin.

Ach ja, Julian war heute Vormittag mit einem Studienkollegen zum Sport verabredet, fiel Alexandra ein. Aber war er so früh schon losgezogen? Der verrückte Kerl war doch wohl etwa nicht vorher noch joggen gegangen? Das miese Winterwetter mit seinem Schneeregen und dem Matsch auf den Straßen war zwar ganz und gar nicht dazu angetan, aber Julian, diesem Sport-Fanatiker, war alles zuzutrauen.

Während Alexandra in ihren Bademantel schlüpfte und darum kämpfte, zu sich zu kommen, streifte ihr Blick jedoch die Uhr auf ihrem Nachttisch. Sie erschrak. So früh, wie sie geglaubt hatte, war es überhaupt nicht mehr, sondern schon halb zehn. Kein Wunder, dass Julian da bereits auf dem Weg zum Squash war, und kein Wunder, dass jemand sich erlaubte, am sogenannten dritten Weihnachtsfeiertag um diese Zeit an ihrer Tür zu klingeln.

Verwunderlich war nur, dass Alexandra noch dermaßen tief geschlafen hatte. Andererseits war sie aber auch nie zuvor in ihrem Leben so ausgelaugt und müde gewesen. Alexandra studierte Geschichte, war im letzten Semester und schrieb an ihrer Masterarbeit, während sie sich gleichzeitig auf ihre Abschlussprüfungen vorbereitete. Hinzu kamen ihr Job bei einem Lieferservice, mit dem sie sich ihren Unterhalt und die Hälfte der Kosten für die Wohnung mit Julian verdiente, und Julian selbst, der auch noch etwas von ihr haben wollte und gern ständig auf Achse war.

Vor allem aber hatte Alexandra Anfang Dezember eine wirklich heftige Grippe erwischt. Weil sie ununterbrochen entweder für die Uni lernen oder arbeiten musste, hatte sie sich davon nicht richtig davon erholen können, und seither hing diese Müdigkeit ihr nach.

Den Weihnachtsferien, in denen sie sich auch von der Arbeit Urlaub genommen hatte, hatte Alexandra regelrecht entgegengefiebert. Obwohl sie wusste, dass erst der zweite Teil, der ab heute begann, wirklich erholsam werden würde. Am Heiligen Abend hatten sie bei ihren Eltern Weihnachten gefeiert, am ersten Feiertag bei Julians Eltern und dann gestern noch einmal bei ihren Großeltern.

Alexandra liebte ihre Familie, sie liebte auch Julians Familie, und sie liebte die großen Familienfeiern, aber dabei ging es traditionell hoch her, und vor Mitternacht kam man nicht ins Bett. Für den Rest ihrer Ferien wünschte sie sich nichts als viel Ruhe, viel Schlaf, Zeit zum Lernen und abends ein schönes Essen zu Hause, allein mit Julian.

Sie schlurfte zur Tür ihrer Wohnung im dritten Stockwerk und schaltete die Sprechanlage ein.

»Hallo?«

»Hi, Alex, Schatzi!«, drang die fröhliche Stimme ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester Nicole aus der Anlage. »Lässt du mich nach oben in deine gemütliche Bude? Ich friere mir hier unten nämlich meinen hübschen Popo ab.«

»Na, das dürfen wir ja auf keinen Fall riskieren. Komm rauf!« Alexandra lachte und drückte auf den Summer. Eigentlich war sie für den Wirbelsturm namens Nicole Feldmann bei Weitem noch nicht ausgeschlafen genug, aber nichtsdestotrotz liebte sie ihre kleine Schwester über alles und freute sich natürlich über ihren Besuch.

Nicole hatte etwas von einem kleinen Gummiball an sich: Am glücklichsten war sie, wenn sie ununterbrochen in Bewegung sein konnte. Sie studierte Tourismus und träumte von einem Leben, in dem sie kreuz und quer in der ganzen Welt herumreisen durfte. Vorerst aber genoss sie ihr Leben in München, teilte sich eine Wohnung mit ihrem langjährigen Freund Carlo, einem Jura-Studenten, und war der Inbegriff eines ›Hansdampf in allen Gassen‹.

Auch jetzt kam sie in Alexandras Wohnung gestürmt wie eine Woge Winterwind, der die Kronen der Bäume schüttelte. »Guten Morgen, Langschläferin!«, rief sie fröhlich. »Aber ich sehe wohl nicht richtig. Fast zehn Uhr, und du bist noch nicht mal angezogen?«

»Ich habe Ferien.« Alexandra lachte. »Es soll tatsächlich Leute geben, die diese Zeit zum Ausruhen nutzen.«

»Ausruhen?« Nicole hob die Brauen in die Stirn und schüttelte sich ein wenig Schneeregen aus den Kleidern. »Ach was. Ausruhen können wir uns, wenn wir alt und grau sind. Was ist, setzen wir uns in deinen Traum von einer Küche, und machst du uns einen Kaffee? Ich bin nämlich nicht ohne Grund gekommen, sondern weil ich dir etwas zu sagen habe.«

»Oh, das klingt ja, als ginge es um etwas Ernstes«, sagte Alexandra, während sie ihrer Schwester voran in die gemütliche Wohnküche ging. »Heiratet ihr etwa? Oder werde ich Tante?«

Nicole und ihr Freund Carlo waren bereits ein Paar, seit sie sich mit vierzehn Jahren in der Schule kennengelernt hatten. Jetzt, zehn Jahre später, steckten beide in den letzten Zügen ihres Studiums, auch wenn es bei Nicole, die das Lernen nicht erfunden hatte, vermutlich noch ein wenig länger dauern würde. Es hätte Alexandra nicht sonderlich verwundert, wenn die beiden allmählich daran dachten, ihre Bindung offiziell zu besiegeln.

Und auch nicht, wenn ihnen ein kleiner »Unfall« passiert und willkommen wäre. Sicher würde es finanziell nicht ganz einfach werden, zumal Carlo aus einer zerrütteten Familie stammte, von der er keinerlei Unterstützung zu erwarten hätte. Nicoles und Alexandras Eltern würden vor Freude über ein erstes Enkelkind jedoch ganz aus dem Häuschen sein und jegliche Hilfe nur zu gern anbieten, auch wenn sie keine reichen Leute waren.

Und ich wäre auch eine begeisterte Tante, dachte Alexandra, die Kinder liebte und sich eines Tages selbst am liebsten gleich ein halbes Dutzend wünschte.

Ihre eben noch so fröhliche Schwester aber wurde schlagartig ernst. »Nein, um so etwas geht es nicht«, sagte sie und ließ sich auf die Eckbank um den Küchentisch plumpsen.

Alexandra füllte den Kessel, um auf die altmodische Weise, für die sie sich in den Ferien so gern Zeit nahm, den Kaffee zuzubereiten. »Um Gottes willen, Nicky – es ist doch nichts Schlimmes, oder?«

Augenblicklich strahlte ihre Schwester wieder. »Nein, ganz und gar nicht«, rief sie. »Es ist sogar etwas super-duper Tolles. Nur mit Hochzeit und Baby und all solchen Sachen hat es nichts zu tun.«

»Aha.« Alexandra löffelte frisch gemahlenes Kaffeepulver in ihren Perkolator und goss das kochende Wasser auf. »Da bin ich ja mal gespannt.«

»Das darfst du auch sein«, verkündete Nicole geheimnisvoll. »Dein Herzallerliebster und ich, wir haben nämlich ein gemeinsames Attentat auf dich vor.«

»Du und Julian?« Noch immer war Alexandra kurz verwundert, wenn ihre Schwester und ihr Freund etwas Gemeinsames taten. Anfangs, als sie Julian auf einer Informationsveranstaltung der Uni kennengelernt und sich praktisch auf den ersten Blick in ihn verliebt hatte, waren die beiden nämlich alles andere als voneinander angetan gewesen.

Julian hatte Nicole albern und unreif gefunden, und Nicole hatte abfällig kommentiert: »So gut, wie der aussieht, ist der doch nie und nimmer treu.«

Tatsächlich sah Julian mit seinem dunkelblonden, meist schwungvoll aus dem Gesicht geworfenen Haar, den strahlend blauen Augen und dem athletisch durchtrainierten Körper ziemlich umwerfend aus. Nichtsdestotrotz hatte er sich aber als treu wie Gold erwiesen, widmete all seine Freizeit seinem Sport, und inzwischen hatten er und Nicole sich längst füreinander erwärmt. Er nannte sie »kleine Schwester«, sie revanchierte sich mit »großer Bruder«, und bei gemeinsamen Unternehmungen hatten beide Paare viel Spaß.

»Ja, genau, ich und Julian«, bestätigte Nicole und zappelte vor Aufregung auf der Eckbank hin und her. »Eigentlich ist es auch überhaupt kein Attentat, sondern ein supertolles verspätetes Weihnachtsgeschenk für dich.«

»Na, nun aber raus mit der Sprache«, sagte Alexandra lachend und stellte Kaffeetassen, Zuckerdose und Sahnekännchen auf den schönen abgebeizten Küchentisch. »Ich platze inzwischen vor Neugier.«

»Wir fahren weg!«, jubelte Nicole. »Nur du, ich, Julian und Carlo – über Silvester und mitten in den allerschönsten Schnee. Julian hat über einen Bekannten, der krank geworden ist, ganz billig eine Hütte in Franken mieten können. An einem Hang, wo man rodeln und Schneewanderungen machen kann, und Langlauf-Skier soll's auch geben, und ach, ich kann's gar nicht mehr abwarten! Und an Silvester machen wir Party bis zum Abwinken! Freust du dich, Alex? Ist das nicht sensationell?«

Alexandra hätte das, was sie empfand, nicht unbedingt Freude genannt. Überrumpelung traf es eher. Und ein kleiner Schrecken kam auch noch dazu.

»Ist das schon alles fest?«, fragte sie ein wenig fassungslos.

»Felsenfest«, erwiderte Nicole strahlend. »Und das Beste kommt noch: Wir fahren schon morgen früh.«

Jetzt überwog eindeutig der Schrecken, und auf einen Schlag verspürte Alexandra von Neuem jene bleierne Müdigkeit, die sie seit ihrer Grippe-Erkrankung immer wieder überfiel. Sie hatte sich darauf gefreut, an den freien Tagen Schlaf nachzuholen und außerdem für die Uni zu lernen, damit sie nicht allzu sehr hetzen musste, wenn kurz nach den Ferien die Examenszeit begann. Ein Urlaub mit ihrem sportbegeisterten Freund und ihrer Schwester, die am liebsten jeden Abend in eine Party bis nach Mitternacht verwandelte, würde eines ganz bestimmt nicht werden: ruhig und erholsam.

»Sonderlich begeistert siehst du nicht aus«, kam es enttäuscht von Nicole. »Dabei haben Julian und ich uns solche Mühe gegeben, weil wir dir eine Freude machen wollten ...«

Augenblicklich packte Alexandra das schlechte Gewissen. Es war ja rührend von den beiden, dass sie sich so etwas ausdachten, und sie wollte ihnen die Freude auch auf keinen Fall verderben. Aber sie spürte seit Längerem, dass ihr Körper sich nach der Grippe nicht richtig auskuriert hatte und dringend eine Pause brauchte. Natürlich war sie jung und gesund, aber mit einer solchen Erkrankung war nicht zu spaßen, und nur allzu schnell blieben Schäden am Herzen oder anderen Organen zurück, wenn man sie auf die leichte Schulter nahm.

»Ich finde es wirklich ganz umwerfend lieb von euch«, begann sie so vorsichtig, wie sie konnte. »Und unter anderen Umständen hätte ich mich auch riesig gefreut, mit euch wegzufahren. Aber ich fühle mich im Moment einfach nicht ganz richtig fit und wollte die Ferientage zum Ausruhen nutzen. Wir hatten ja darüber gesprochen – ich bin nach meiner Grippe einfach zu früh aufgestanden, und die langen Nächte mit dem Lernen setzen mir zu.«

»Aber das weiß ich doch alles, Schwesterherz!«, rief Nicole. »Gerade an deine Gesundheit und dein Immunsystem und das alles haben Julian und ich doch gedacht, als wir die Sache klargemacht haben. Wir sind beide der Meinung, dass du viel zu lange über diesen Büchern sitzt und viel zu wenig an die frische Luft kommst. Was du brauchst, ist Bewegung in der Natur, und dann gibt es in der Hütte ja auch eine Sauna. So ein paar heiße Aufgüsse und danach ein ordentliches Schneebad – Julian sagt, das wirkt Wunder für die Abwehrkräfte.«

»Damit hat Julian sicher recht, aber für mich klingt es trotzdem nicht verlockend, mich nackt im Schnee zu wälzen«, sagte Alexandra. »Es tut mir wirklich leid, Nicky. Ich weiß, ihr habt es lieb gemeint, doch ich fühle mich im Augenblick für eine solche Reise einfach nicht kräftig genug.«

Der freudige Glanz in Nicoles Augen erlosch. Sie zog ihre Tasse, in die Alexandra inzwischen Kaffee geschenkt hatte, zu sich und schloss die Hände darum, wie um sich zu wärmen. »Und wenn ich dich ganz doll darum bitten würde?«, fragte sie. »Wenn ich dir sagen würde, dass diese Reise unglaublich wichtig für mich wäre?«

»Für dich?«, fragte Alexandra verwundert. »Aber wenn es für dich so wichtig ist – weshalb fährst du dann nicht mit Carlo alleine?«

»Weil die Dinge zwischen mir und Carlo im Augenblick nicht allzu gut stehen«, antwortete Nicole düster. »Er vergräbt sich mehr und mehr in seine Uni-Sachen und hat kaum noch Zeit oder Lust, etwas mit mir zu unternehmen. Als ich die Idee einer Reise über Silvester mal vorsichtig angesprochen habe, hat er sofort abgeblockt, und überhaupt scheint er derzeit alles abzublocken, was von mir kommt.«

Jetzt war Alexandra endgültig fassungslos. Ihre Schwester und Carlo – das war eine Einheit, ein Herz und eine Seele, solange sie denken konnte. Dass die beiden Schwierigkeiten miteinander hatten, vermochte sie sich beim besten Willen nicht vorstellen.

»Es tut mir so leid, Nicky«, sagte sie. »Natürlich tue ich alles, was ich kann, um euch zu helfen.«

»Dann mach diese Reise mit«, bat Nicole. »Julian und ich haben uns dieses Argument mit deiner Gesundheit überlegt, um Carlo zu überzeugen, und er hat sofort zugestimmt. Ich setze so viel Hoffnung auf diese Tage – endlich einmal nur wir vier, eine gemütliche Hütte in schönster Umgebung und weit und breit keine Uni. Der Urlaub in Rosslach muss uns einfach wieder zusammenbringen – aber wenn du nicht mitkommst, ist die ganze Sache geplatzt.«

Alexandra überlegte nicht lange. Das Glück ihrer Schwester war wichtiger als die paar Tage Erholung, die ihr verlorengehen würden. »Natürlich komme ich mit«, sagte sie, und spürte im nächsten Augenblick Nicoles Arme um ihren Hals. »Alex, du bist die Beste. Du bist die allerbeste Schwester auf der Welt.«

***

»Bist du immer noch nicht fertig?« Julian Rangsdorf steckte den Kopf in ihr gemeinsames Badezimmer, wo seine Freundin Alexandra seit einer gefühlten Ewigkeit mit dem Packen ihres Kulturbeutels beschäftigt war. »Wir hätten längst losfahren müssen, um Nicole und Carlo abzuholen. Wenn wir nicht rechtzeitig aus München rauskommen, landen wir mitten im fürchterlichsten Feiertagsstau.«

»Tut mir leid«, murmelte Alexandra und schob schnell noch eine Schachtel in den Beutel, ehe sie den Reißverschluss schloss. Im gedämpften Licht des Raumes fiel ihm auf, wie bleich sie wirkte. Ihre Gesichtshaut war regelrecht grau. Es wurde wirklich höchste Zeit, dass sie mal rauskam und sich an frischer Luft Bewegung verschaffte. Julian hatte oft genug versucht, sie zum Joggen oder wenigstens Walken zu überreden, aber Alexandra beharrte steif und fest darauf, das sei ihre Sache nicht.

»So kenne ich dich ja gar nicht«, sagte er. »Eigentlich bist du doch gar keine Frau, die ewig braucht, um ihre Schminkstifte und Make-up-Tuben zusammenzusuchen.«