Chefarzt Dr. Holl 2020 - Lotta Carlsen - E-Book

Chefarzt Dr. Holl 2020 E-Book

Lotta Carlsen

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Beschreibung

Tanja Friedrich ist eine besondere Patientin auf der Geburtenstation der Berling-Klinik. Seit Jahren kämpft sie gegen eine schwere Endometriose, die ihren Traum von einem eigenen Kind beinahe unmöglich machte. Doch dank innovativer Behandlungsmethoden wird ihr Wunsch doch noch wahr: Sie und ihr Mann Sebastian erwarten voller Glück ein Baby! Und dann ist es endlich so weit - der kleine Alexander kommt gesund zur Welt. Doch was als das schönste Kapitel in Tanjas Leben beginnen sollte, nimmt eine dramatische Wendung. Die junge Mutter wirkt plötzlich verschlossen und bedrückt - und dann geschieht das Unfassbare: Tanja verschwindet spurlos und lässt ihr Baby allein in der Klinik zurück ...

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Seitenzahl: 120

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhalt

Cover

Wo ist Mama?

Vorschau

Impressum

Wo ist Mama?

Eine junge Mutter verschwindet spurlos aus der Berling-Klinik

Von Lotta Carlsen

Tanja Friedrich ist eine besondere Patientin auf der Geburtenstation der Berling-Klinik. Seit Jahren kämpft sie gegen eine schwere Endometriose, die ihren Traum von einem eigenen Kind beinahe unmöglich machte. Doch dank innovativer Behandlungsmethoden wird ihr Wunsch doch noch wahr: Sie und ihr Mann Sebastian erwarten voller Glück ein Baby!

Und dann ist es endlich so weit – der kleine Alexander kommt gesund zur Welt.

Doch was als das schönste Kapitel in Tanjas Leben beginnen sollte, nimmt eine dramatische Wendung. Die junge Mutter wirkt plötzlich verschlossen und bedrückt – und dann geschieht das Unfassbare: Tanja verschwindet spurlos und lässt ihr Baby allein in der Klinik zurück ...

»Guten Abend, meine Liebste. Wie ist es dir und unserem kleinen Schatz heute ergangen?«

Tanja Friedrich blickte auf und sah ihren Mann Sebastian mit strahlendem Lächeln ihr Krankenzimmer betreten. Er hielt einen üppigen Blumenstrauß im Arm, den er ihr nun erwartungsvoll entgegenhielt.

Blumen?

Schon wieder?

Es war nicht so, dass Tanja die hübschen Blumen nicht gefielen, aber auf ihrem schmalen Nachttisch standen bereits drei Vasen, und eine vierte würde kaum noch Platz finden.

»Vielen Dank, Liebling. Die Blumen sind wunderschön«, sagte sie trotzdem. Sebastian meinte es schließlich lieb, und es war alles andere als einfach für ihn, nach seinem anstrengenden Arbeitstag als Journalist für die große Tageszeitung Münchner Blatt am Abend noch bei ihr vorbeizukommen. Also durfte sie sich nicht beklagen, dass es Abend für Abend später wurde und er offenbar ihre gesamten Ersparnisse für Blumen ausgab.

Dabei waren diese Ersparnisse ohnehin schon knapp und würden reichen müssen, wenn Tanja in ihrem Job als Fremdsprachensekretärin mindestens ein Jahr Pause einlegte, um zu Hause bei ihrem so sehr ersehnten Kind zu bleiben.

»Freut mich, dass dir die Blumen gefallen«, sagte Sebastian, beugte sich über sie und gab ihr einen Kuss auf den Mund, der Tanjas Eindruck nach ziemlich flüchtig ausfiel. »Und wie geht es euch beiden nun? Ich habe dich heute wieder sehr vermisst.«

»Uns geht es gut«, sagte Tanja. »Und ich vermisse dich auch sehr.«

Vermutlich mehr als du mich, dachte sie im Stillen. Sebastian hatte immerhin seine Arbeit, um sich abzulenken. Sie hingegen musste den ganzen Tag über still liegen und bekam außer den Ärzten und Schwestern, die allerdings alle reizend zu ihr waren, niemanden zu sehen.

Sie tat es ja gerne!

Um ihr so lange erwartetes Wunschkind gesund zur Welt zu bringen, hätte sie sich auch noch viel länger in ein Krankenhausbett gelegt und war dankbar, dass sie hier in der Berling-Klinik, die der wunderbare Dr. Holl leitete, so gut aufgehoben war.

Tanja litt an einer schweren Endometriose, die ihren und Sebastians Wunsch nach einer Familie über lange Zeit so gut wie unerfüllbar gemacht hatte. Zwei Schwangerschaften hatten in Fehlgeburten ein frühes Ende gefunden und das Ehepaar in tiefe Traurigkeit gestürzt.

Tanja vor allem.

Sebastian hatte behutsam vorgeschlagen, ein Kind zu adoptieren, aber für Tanja war dieser Weg nicht infrage gekommen. Sie wollte ihrem geliebten Mann doch so furchtbar gerne eine vollwertige Frau sein und ihm ein eigenes Kind schenken!

Als sie die Hoffnung schon beinahe aufgegeben hatte, war sie durch die Empfehlung einer Freundin auf Dr. Holl gestoßen, der ihr eine neuartige Operation ihrer Endometriose empfahl. Heilen ließ sich die Krankheit nicht, aber Dr. Holl war zuversichtlich gewesen, dass sie sich in den Griff bekommen ließ und Tanja eine Chance hatte, doch noch Mutter zu werden.

Und der Arzt hatte recht behalten!

Seit der Operation hatte Tanja kaum noch Beschwerden, obwohl diese sie durch ihr gesamtes Erwachsenenleben begleitet hatten. Und drei Monate später, ausgerechnet an ihrem achtundzwanzigsten Geburtstag, hielt sie überglücklich einen positiven Schwangerschaftstest in Händen.

Es war das schönste Geburtstagsgeschenk ihres Lebens.

Die Schwangerschaft war zwar nicht ganz reibungslos, aber unter Dr. Holls sorgfältiger Betreuung doch immerhin mehrere Monate lang gut verlaufen. Im sechsten Monat hatten sich allerdings verfrühte Wehen und weitere Komplikationen eingestellt, die Tanja und Sebastian um das Leben ihres Wunschkindes fürchten ließen.

»Ich würde bei Ihnen gern eine Cerclage legen«, hatte Dr. Holl vorgeschlagen. »Es ist wichtig, dass wir die junge Dame oder den jungen Herrn noch mindestens zwei Monate lang halten, damit sie oder er mit guten Chancen zur Welt kommt. Wären Sie damit einverstanden?«

Natürlich war Tanja mit allem einverstanden, was ihrem Kind helfen konnte, und auch dieses Mal hatte sich der Rat ihres Arztes als richtig erwiesen. Mithilfe des Eingriffs hatte sie erfolgreich die siebenunddreißigste Woche ihrer Schwangerschaft erreicht, und die Cerclage konnte gezogen werden. Aufgrund ihrer Erkrankung hielt Dr. Holl es jedoch für ratsam, dass Tanja bis zur Geburt in der Klinik blieb und so viel Bettruhe wie möglich hielt, um eine Sturzgeburt und Gebärmutterruptur zu vermeiden.

Tanja war auch dazu gern bereit gewesen. Zu Hause war für die Ankunft ihres kleinen Lieblings alles wunderbar vorbereitet, und sie brauchte sich um nichts zu sorgen. Sicher hätte sie die zwei Wochen, die sie nun bereits hier in der Klinik verbrachte, problemlos durchgestanden, wenn ... ja, wenn da nicht irgendetwas in Sebastians Verhalten gewesen wäre, das ihr merkwürdig vorkam.

Sie hätte nicht sagen können, was es war. Vermutlich bildete sie es sich sogar nur ein, weil sie zu viel allein war, aber sie konnte einfach nicht aufhören, unentwegt darüber nachzudenken.

Dass er jeden Abend später kam, war erklärlich, denn er arbeitete an einer aufwendigen Story über einen Gerichtsprozess.

Dass er ihr ständig Blumen mitbrachte, war ungewöhnlich, aber auch er war als werdender Vater ja aufgeregt und verhielt sich deshalb vielleicht etwas seltsam.

Dass er ihr abwesend und oft regelrecht weit weg vorkam, ließ sich auch mit diesen beiden Erklärungen begründen, aber trotzdem fühlte Tanja sich nicht beruhigt. Sie kannte ihren Mann. Immerhin waren sie seit fünf Jahren zusammen, seit vier verheiratet und sich so nahe wie kein anderes Paar, das sie kannte. Irgendetwas stimmte hier nicht, dessen war sie sich so gut wie sicher.

»Wie geht es denn dir?«, fragte sie deshalb umso hellhöriger, während Sebastian sich zu ihr ans Bett setzte. »Wie war dein Tag, ist in der Redaktion alles in Ordnung?«

»Ach ja, nur das Übliche«, antwortete Sebastian und hatte wieder diesen seltsamen Tonfall in der Stimme. »Viel Arbeit, aber nichts sonderlich Interessantes.«

»Aber du berichtest doch über diesen Fall von Kindsmord«, erinnerte ihn Tanja. Noch bevor sie in die Klinik gekommen war, hatte Sebastian erwähnt, dass er mit dieser furchtbaren Sache betraut werden würde. »Das kann man ja wohl als interessant bezeichnen.«

»Ja schon«, sagte Sebastian noch immer, als wäre er in Gedanken gar nicht bei ihr und hätte das Gespräch am liebsten so schnell wie möglich beendet. »Aber von so etwas Grausamem möchte ich dir wirklich nichts erzählen, Liebste.«

»Ich will dein Leben teilen, Sebastian«, sagte Tanja ernst. »Auch wenn ich hier in der Klinik liege. Ich bin deine Frau, wir haben immer über deine Arbeit gesprochen, und es gibt keinen Grund, das jetzt nicht zu tun.«

»Nein, natürlich nicht«, räumte Sebastian ein. »Aber der Fall einer Mutter, die ihren drei Tage alten Sohn erstickt hat, ist nun wirklich nichts für eine Frau, die in wenigen Tagen selbst ein Kind zur Welt bringt.«

»Wenn es dich beschäftigt, will ich auch davon wissen«, sagte Tanja. »Nur weil ich schwanger bin, bin ich ja nicht plötzlich zur Mimose geworden. Im Gegenteil. Jetzt, wo ich unseren Kleinen in mir habe, ihn jeden Tag spüre und ihn schon so sehr liebe, wie man überhaupt nur lieben kann, interessiert mich der Fall umso mehr. Es scheint so schwer vorstellbar: Wie ist eine Mutter zu so etwas in der Lage?«

»Ich weiß es nicht«, sagte Sebastian abwehrend. »Und um ehrlich zu sein, wünschte ich, ich bräuchte es nicht zu wissen.«

War es das?, fragte sich Tanja. Beschäftigte ihn die Geschichte dieser fremden Frau und ihres so tragisch ums Leben gekommenen Kindes so sehr, dass er sich gedanklich kaum auf etwas anderes konzentrieren konnte?

Das war gut möglich. Sebastian war ein engagierter, gewissenhafter Journalist, der sich in die Menschen, über die er schrieb, tief hineinversetzte. Genau das machte seinen Erfolg in seinem Beruf aus. Sie nahm seine Hand. »Du kannst wirklich mit mir darüber sprechen«, sagte sie.

»Aber ich möchte viel lieber über dich und unser Kind sprechen«, kam es viel zu hastig von ihm. »Hat Doktor Holl bei der Visite heute schon etwas zum Geburtstermin gesagt? Hat er eine Vermutung, ob unser Kleines sich bald auf den Weg macht?«

»Nein, er will erst die morgige Ultraschalluntersuchung abwarten«, antwortete Tanja. »Er lässt übrigens ausrichten, dass er sie extra für halb sechs am Abend angesetzt hat, damit du auch dabei sein kannst. Es ist schließlich das letzte Mal, dass wir unser Kind in meinem Bauch zu sehen bekommen.«

»Morgen?« Sebastian wirkte regelrecht erschrocken. »Das tut mir leid, Tanja, morgen Abend schaffe ich es nicht. Dieser Fall hält mich leider auf Trab, ich kann auch heute nicht lange bleiben. Aber du lässt ja Bilder von unserem Kleinen machen, nicht wahr? Und in ein paar Tagen sehen wir es ja dann leibhaftig und lassen es nie wieder los.«

Warum hatten seine letzten Worte so einen traurigen Unterton? Musste er schon wieder an den Mordfall denken, oder bedauerte er, dass er morgen nicht dabei sein konnte? Wenn Tanja ehrlich war, war sie selbst auch ein wenig enttäuscht, aber in Sebastians Beruf war ein regelmäßiger Feierabend nun einmal nicht immer möglich.

»Natürlich lasse ich Bilder machen«, versprach sie ihm. »Doktor Holl hat auch noch einmal gefragt, ob wir wissen wollen, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird, da es recht wahrscheinlich ist, dass er oder sie sich morgen outet.«

Zum ersten Mal an diesem Abend sah Sebastian sie direkt an. »Willst du es wissen?«, fragte er sie unsicher.

Beim Blick in seine dunklen Augen durchfuhr Tanja eine Woge von Gefühl für ihren Mann. Sie liebte ihn so sehr. Er hatte mit ihr die schwierigen Jahre durchgestanden, in denen sie sich vergeblich ein Kind gewünscht hatten. Attraktiv und charmant, wie er war, wäre es für ihn ein Leichtes gewesen, sich eine andere Frau zu suchen, die ihm komplikationslos ein Kind hätte schenken können, aber er war bei ihr geblieben. Was auch immer ihn quälte – sie wünschte, sie hätte ihm helfen können, wie er ihr geholfen hatte.

»Du weißt doch, mir ist es völlig gleichgültig«, sagte sie liebevoll. »Ob Junge oder Mädchen, ich werde unser Kind mit meiner Liebe überschütten. Ich brauche es also nicht vorher zu wissen, wenn du es nicht willst, sondern lasse mich gerne überraschen.«

»Ist es dir wirklich völlig egal?«, fragte Sebastian zweifelnd.

»Dir nicht?« Tanja klang verwundert.

»Doch, doch, natürlich«, versicherte Sebastian sofort. »Aber hättest du nicht vielleicht gerne ein Mädchen?«

»Und ob«, antwortete Tanja. »Aber einen Jungen hätte ich genauso gern. Weshalb fragst du mich das denn jetzt? Ich habe doch immer gesagt, mir ist beides gleichermaßen willkommen.«

»Ach, aus gar keinem Grund«, erwiderte ihr Mann. »In der Redaktion hat nur jemand von einer Frau erzählt, die enttäuscht war, weil ihr Kind kein Junge geworden ist.«

»Wie traurig für das kleine Mädchen«, entfuhr es Tanja.

»Ja«, murmelte Sebastian in Gedanken. »Wie traurig und ungerecht.«

Dann beugte er sich zu ihr, küsste sie rasch und stand auf. »Schatz, ich muss gehen. Pass gut auf euch beide auf, ja? Ich werde dich morgen ganz furchtbar vermissen, aber du berichtest mir alles ganz genau, versprochen? Und am Freitagabend sehen wir uns.«

»Ja, Liebling«, sagte Tanja, ohne ihre Sorge unterdrücken zu können. »Pass du auch auf dich auf, ja? Vergiss nicht – unser Kleines und ich, wir lieben und wir brauchen dich.«

***

»Und hier haben wir ja den kleinen Untermieter.« Behutsam führte Dr. Stefan Holl den Ultraschallkopf über den Bauch der hochschwangeren Tanja Friedrich. Er konnte nicht mehr zählen, wie viele Schwangerschaften er im Laufe seiner Berufsjahre als Arzt schon begleitet hatte, aber das Wunder des Lebens hörte nie auf, ihn zu faszinieren und zu berühren.

Er war selbst Vater von vier Kindern und wusste nur zu gut, dass dieses Glück mit nichts, das einem in einem Menschenleben geschah, zu vergleichen war.

»Ist alles in Ordnung mit unserem Kind?«, rief Tanja Friedrich aufgeregt. Sie und ihr Mann hatten auf dieses Baby so lange warten müssen, und es war nur verständlich, dass sie sich mehr als andere Eltern um das Wohlbefinden ihres Sprösslings sorgte.

»Ganz genau kann ich Ihnen Auskunft geben, wenn ich mit den Messungen fertig bin«, antwortete Stefan Holl lächelnd. »Wenn Sie aber vorerst meiner Erfahrung als Geburtshelfer vertrauen wollen – ja, mit Ihrem Kind ist alles in bester Ordnung. Es ist zeitgerecht entwickelt, groß und kräftig und noch immer recht lebhaft, obwohl es inzwischen kaum noch Platz zum Herumtollen hat. Nicht mehr lange, dann tollt es durch Ihr Wohnzimmer – und in Ihrem gesamten Leben wird kein Stein auf dem anderen bleiben.«

»Ach, Herr Doktor, das hört sich so wunderwunderschön an«, rief Tanja. »Ich kann es gar nicht mehr abwarten, und ja, unser kleines Vögelchen soll durcheinanderbringen, was immer es will. Wir sind ja so glücklich, dass wir es endlich bei uns begrüßen dürfen. Ich hatte so furchtbare Angst, Sebastian nie ein Kind schenken zu können, und nun ist das Wunder doch geschehen. Mit der Geburt wird doch auch alles gutgehen, nicht wahr?«

Stefan Holl hatte inzwischen den Ultraschallkopf weitergeführt und etwas entdeckt, das leider nicht wunderschön war. Allerdings war es für die moderne Medizin auch kein unlösbares Problem mehr. Tanja Friedrich würde ihr Kind gesund auf die Welt bringen, dafür würden er und sein Team sorgen. Lediglich, dass er seine ohnehin nervöse Patientin beunruhigen musste, bereitete ihm Sorge.

»Wie ich gerade festgestellt habe, gibt es leider eine Komplikation«, begann er vorsichtig. »Aber das ist kein Grund zur Sorge, liebe Frau Friedrich. Ich versichere Ihnen, wir bekommen Ihren Nachwuchs gesund und wohlbehalten auf die Welt. Wir müssen nur unsere Pläne ein wenig ändern.«

»Wie denn ändern?«, rief Tanja, und in ihren Augen stand die Panik, die er hatte vermeiden wollen.

»Bei Ihnen liegt eine Placenta praevia vor«, erklärte Stefan. Das ist eine Besonderheit, wie sie bei Frauen, die an Endometriose leiden, häufig vorkommt. Die Plazenta bedeckt dabei den Gebärmutterhals, sodass eine natürliche Geburt, wie Sie sie geplant hatten, nicht möglich ist. Wir werden uns zu einem Kaiserschnitt entschließen müssen.«

»Oh nein, Herr Doktor, bitte nicht!«, rief Tanja entsetzt. »Diese verfluchte Endometriose hat Sebastian und mir so viel genommen, hat so viel unmöglich gemacht, was für andere Paare völlig selbstverständlich ist – und jetzt nimmt sie uns auch noch das gemeinsame Geburtserlebnis, auf das wir uns so sehr gefreut haben?«