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Hanna Lechner, die eine kleine Blumenboutique auf Sylt betreibt, hat schwere Schicksalsschläge hinter sich. Zuerst lief Ina, ihre geliebte Schwester, von zu Hause fort und ist bis heute spurlos verschwunden. Kurz darauf wurde sie selbst Opfer eines Verkehrsunfalls, verlor ihr ungeborenes Baby und kann aufgrund der schweren Verletzungen keines mehr bekommen. Ihr Verlobter trennte sich daraufhin von ihr. Tapfer versucht Hanna seitdem, ihr Leben in den Griff zu bekommen und schenkt jedem ein freundliches Lächeln. Doch ihren tiefsten Kummer vergräbt sie in sich: Übermächtig ist ihr Wunsch nach einem Kind ...
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Seitenzahl: 122
Veröffentlichungsjahr: 2017
BASTEI ENTERTAINMENT
Vollständige E-Book-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe
Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG
© 2017 by Bastei Lübbe AG, Köln
Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller
Verantwortlich für den Inhalt
Titelbild: shutterstock / oliveromg
Datenkonvertierung E-Book: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam
ISBN 978-3-7325-4459-2
www.bastei-entertainment.de
www.lesejury.de
Cover
Impressum
Das Geheimnis des Inselmädchens
Vorschau
Das Geheimnis des Inselmädchens
Wartet nach vielen Schicksalsschlägen endlich das Glück auf Hanna?
Von Lotta Carlsen
Hanna Lechner, die eine kleine Blumenboutique auf Sylt betreibt, hat schwere Schicksalsschläge hinter sich. Zuerst lief Ina, ihre geliebte Schwester, von zu Hause fort und ist bis heute spurlos verschwunden. Kurz darauf wurde sie selbst Opfer eines Verkehrsunfalls, verlor ihr ungeborenes Baby und kann aufgrund der schweren Verletzungen keines mehr bekommen. Ihr Verlobter trennte sich daraufhin von ihr.
Tapfer versucht Hanna seitdem, ihr Leben in den Griff zu bekommen und schenkt jedem ein freundliches Lächeln. Doch ihren tiefsten Kummer vergräbt sie in sich: Übermächtig ist ihr Wunsch nach einem Kind …
»Pass auf, Andreas! Da vorn ist die Leitplanke! Nein!«
Hanna hörte sich mit schriller, fremder Stimme schreien und krallte sich in den Arm ihres Verlobten, um mit vereinten Kräften in letzter Sekunde das Steuer doch noch herumzureißen. Aber es war zu spät. Auf der regennassen Straße waren sie mit den abgenutzten Reifen ihres Volvo ins Rutschen gekommen, und jetzt rasten sie mit mehr als hundertzwanzig Sachen frontal auf die Leitplanke zu.
Hanna war nicht angeschnallt. Der Schließmechanismus des Sicherheitsgurtes war kaputtgegangen, und Andreas vergaß schon seit Wochen, ihn reparieren zu lassen. So, wie er auch seit Wochen vergaß, sich um neue Reifen zu kümmern. In dem strömenden Regen hatte Hanna so nicht über die Autobahn fahren wollen, schon gar nicht in ihrem Zustand. Andreas aber hatte auf die Party bei seinen Schulfreunden nicht verzichten wollen.
»Jetzt sei keine Spielverderberin, Hanni. Wann gehen wir schon mal zusammen aus? Tagein tagaus hocken wir hinter dem Ofen, man kommt zum Feierabend ja schon gar nicht mehr gern nach Hause.«
Hanna hatte ihm den Abend, auf den er sich schon so lange freute, nicht verderben wollen. Dass ihr nach dem plötzlichen Verschwinden ihrer geliebten Schwester nicht nach ausgelassenen Partys zumute war und dass die Schwangerschaft sie außerdem müde machte, hatte sie für sich behalten.
Um ihren Entschluss zu bereuen, war es zu spät. Das ohrenbetäubende Donnern, mit dem der Wagen gegen das Metall der Leitplanke prallte, war das letzte, was Hanna hörte. Schmerzen verspürte sie keine, als sie nach vorn gegen die Scheibe geschleudert wurde, denn um sie breitete sich innerhalb von Sekundenbruchteilen gnädige Schwärze aus.
***
Wo war sie jetzt? Noch immer in ihrem Krankenhausbett, in dem sie erwacht war? Oder schon daheim in ihrer Hamburger Wohnung, die sie mit so viel Liebe eingerichtet hatte?
Hannas Herz schlug in harten Stößen bis zum Hals. Um sich spürte sie das schweißnasse Nachthemd, das ihr auf der Haut klebte. Sie schob die Decke beiseite und öffnete mühsam die Augen.
Es dauerte eine Weile, ehe sie sich in der Dunkelheit zurechtfand und erleichtert aufatmete: Sie war weder in der Klinik noch in Hamburg, sondern auf Sylt, in Hörnum, in der gemütlichen Mansarde über ihrem kleinen Blumenladen.
Wieder einmal hatte sie von dem furchtbaren Unfall geträumt, der ihr Leben auf einen Schlag verändert hatte, doch der lag inzwischen drei Jahre zurück. Drei Jahre, in denen es ihr gelungen war, sich aus der tiefsten Schwärze der Trauer herauszukämpfen und sich ein neues Leben aufzubauen. Nur in ihren Träumen suchte jener Augenblick des Schreckens, der ihr das Liebste genommen hatte, sie immer wieder heim.
Hanna schaltete ihre Nachttischlampe ein, setzte sich im Bett auf und trank ein wenig kalten Tee aus der Tasse, die am Bett stand. Das Getränk und das warme Licht beruhigten ihre aufgepeitschten Nerven und ihren rasenden Herzschlag.
Wie immer, wenn sie von dem Unfall geträumt hatte, war ihr das ganze Entsetzen wieder gegenwärtig: Damals war sie tatsächlich in einem Klinikbett aufgewacht, wo ein freundlicher Oberarzt sie mit einem Lächeln empfangen hatte.
»Frau Lechner! Wie schön, dass Sie endlich zu sich kommen. Ihr Vater wird sich ja so sehr freuen, er wartet doch seit drei Wochen auf diesen Augenblick.«
Nur ihr Vater? Wo war Andreas? Und drei Wochen lang war sie ohne Bewusstsein gewesen? Was hatte der Unfall in ihr angerichtet?
»Sie wissen gar nicht, was Sie für einen wunderbaren Schutzengel hatten«, redete der Arzt fröhlich weiter. »So ein Beckenbruch ist natürlich eine schmerzhafte Sache, und Ihre Gehirnerschütterung war auch nicht von schlechten Eltern, aber in Ihrem Alter kommt das ja alles wieder in Ordnung. Und eine beneidenswerte Wundheilung haben Sie sowieso. Die Schnittwunden sind schon so gut wie verheilt, es werden höchstens ein paar kleine Narben zurückbleiben.«
Erst als der Arzt ihren Beckenbruch erwähnt hatte, hatte Hanna gespürt, dass ihr Unterkörper in einem Gipskorsett gefangen lag. Um Gottes willen! Der Schrecken legte sich ihr um den Nacken wie eine eisige Hand. Bei jener schicksalhaften Fahrt über die regennasse Autobahn war sie im siebenten Monat schwanger gewesen. Sie erwartete ihr erstes Kind, ein kleines Mädchen, dem sie und Andreas den Namen Wiebke geben wollten.
Wiebke Ina.
Den Zweitnamen sollte ihre Tochter zu Ehren von Hannas Schwester bekommen. Hanna liebte die zehn Jahre jüngere Ina, die sie nach dem Tod ihrer Mutter praktisch allein aufgezogen hatte, über alles und hatte sich gewünscht, dass sie die Patenschaft für Wiebke übernehmen sollte.
Doch drei Tage nachdem Hanna ihr glückstrahlend erzählt hatte, dass sie mit ihren sechzehn Jahren Tante werden würde, war Ina von zu Hause fortgelaufen. In einem Abschiedsbrief hatte sie erklärt, sie wolle jetzt, wo Hanna zu ihrem Verlobten gezogen sei, nicht allein bei ihrem strengen, altmodischen Vater bleiben. Ina hatte sich von ihrer großen Schwester, die immer für sie da gewesen war, verlassen gefühlt.
Für Hanna war eine Welt zusammengebrochen. Sie hatte sich entsetzlich schuldig gefühlt, doch in Andreas’ Augen hatte sie sich viel zu sehr mit Ina und ihrem Verschwinden beschäftigt.
»Himmel, sie will nichts mehr mit euch zu tun haben, begreif das doch«, hatte er geschimpft.
Tatsächlich war nach ein paar Wochen ein Brief von Ina gekommen, in dem sie geschrieben hatte, es ginge ihr gut, sie wohne jetzt in einer Wohngemeinschaft für Jugendliche und wolle keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie.
»Sie ist meine Schwester«, hatte Hanna sich kleinlaut verteidigt.
»Ich weiß, dass sie deine Schwester ist, du liegst mir schließlich oft genug damit in den Ohren. Aber ich bin dein Verlobter und der Vater deines Kindes. Ich dachte, ich hätte auch eine gewisse Wichtigkeit in deinem Leben.«
Sie hatte sich bemüht, sich mehr auf ihn zu konzentrieren und ihm öfter zu sagen, wie sehr sie sich auf ihre kleine Tochter freute. Hanna hatte sich schon Kinder gewünscht, solange sie denken konnte, und Ina zu bemuttern, war ihr ganzes Glück gewesen.
Sie hatte damals von der Schule abgehen und ihren Traum, Archäologie zu studieren, aufgeben müssen, um für Ina da sein zu können. Als die Kleine in den Kindergarten gekommen war, hatte sie sich dort zur Erzieherin ausbilden lassen, damit sie in Inas Nähe war.
Sie hatte es nie bereut. Zwar hatte sie ihren Traumberuf nicht erlernen können, aber als Erzieherin konnte sie sich den lieben langen Tag um Kinder kümmern, und darin fand sie Erfüllung und Glück. Bald würde sie nun ihr eigenes Kind in den Armen halten. Vielleicht, so hatte sie zu hoffen begonnen, würde ihr dieses kleine Wunder ja die Kraft geben, Inas schmerzliche Entscheidung zu akzeptieren.
Jetzt aber hatte das Kind in ihrem Leib diesen furchtbaren Unfall erleiden müssen und lag in ein Gipskorsett gezwängt!
»Ist mit meinem Baby alles in Ordnung?«, hatte Hanna den jungen Oberarzt voller Furcht gefragt. »Es hat doch bei dem Unfall keinen Schaden erlitten?«
Die Art, wie der Arzt den Kopf gesenkt und den Blick zu Boden gerichtet hatte, würde Hanna nie vergessen.
»Das Wichtigste ist doch, dass Sie überlebt haben«, hatte er gesagt, ohne sie anzusehen. »Viele Menschen sind heutzutage auch ohne Kinder glücklich, und andere adoptieren eines.«
Es hatte Tage gedauert, bis Hanna die Bedeutung dieser Worte erfasst hatte. Ihr Kind, ihre kleine Wiebke, war bei dem Unfall gestorben. Ein weiteres Kind würde es niemals geben, denn Hanna hatte so schwere innere Verletzungen davongetragen, dass sie keines mehr bekommen konnte.
Zu ihrem Schmerz war die Angst gekommen, es Andreas zu sagen, ihrem Traummann, der sich doch schon ausgemalt hatte, wie er mit seiner Tochter segeln, Ski fahren, reiten und Tennis spielen würde. Andreas handelte nicht nur mit Sportartikeln, für ihn war Sport das Größte auf der Welt.
»Das nächste Kind wird aber ein Junge«, hatte er scherzhaft zu Hanna gesagt. »Wer weiß, vielleicht wird aus dem ja dann der nächste Boris Becker oder sogar der nächste Basti Schweinsteiger.«
Nun aber würde es keine kleine Wiebke und keinen kleinen Boris geben. Wie sollte sie das Andreas nur beibringen?
Sie hätte sich keine Sorgen machen müssen. Nach ein paar Tagen, in denen er sie schonen wollte, hatte ihr Vater ihr widerstrebend erklärt, warum ihr Verlobter sie nicht besuchte. Er hatte Glück gehabt und sich bei dem Unfall nur leicht verletzt. Kaum hatte er erfahren, was Hanna zugestoßen war, hatte er seine Koffer gepackt und Hamburg fluchtartig verlassen, um irgendwo auf einer karibischen Insel ein neues Leben anzufangen.
Er hatte das alles nicht ertragen.
Eine Frau an seiner Seite, die ihm keine Kinder schenken konnte.
Eine Frau, die nach ihrem Beckenbruch zwar wieder gesund werden, aber nie mehr mit ihm zusammen sportliche Höchstleistungen erzielen würde.
Eine Frau, die durch Narben im Gesicht gezeichnet blieb und nicht mehr die makellose Schönheit war, mit der er sich so gern geschmückt hatte.
Vor allem aber eine Frau, an der er schuldig geworden war.
»Um sich dieser Schuld zu stellen, war er zu schwach«, hatte ihr Vater verächtlich gesagt. »Du kannst froh sein, dass du ihn los bist.«
Hanna aber war nicht froh. Andreas war bereits in der Schule ihr Schwarm gewesen, sie hatte ihn von ganzem Herzen geliebt und sich auf das Leben mit ihm gefreut.
Jetzt stand sie allein da. Ihren Beruf konnte sie nicht mehr ausüben, denn der Umgang mit den Kindern rief ihr ihren Verlust immer wieder viel zu schmerzlich ins Gedächtnis zurück. Ihre Wohnung, in der sie mit Andreas glücklich gewesen war und ein Kinderzimmer für Wiebke eingerichtet hatte, konnte sie nicht länger ertragen. Eine Zeitlang war es ihr wirklich vorgekommen, als hätte ihr Leben keinen Sinn mehr.
Dann jedoch hatte sie im Schaufenster eines Blumengeschäfts einen Aushang entdeckt, der eine Umschulung zur Floristin anbot. Hanna hatte Blumen und Pflanzen immer geliebt, sie hatte ihre Wohnung stets mit liebevoll arrangierten Sträußen geschmückt, und von irgendetwas musste sie leben.
Sie hatte nicht gezögert, sondern war in den Laden getreten, um sich um die Stelle zu bewerben. Drei Tage später hatte sie die Zusage bekommen.
Nach ihrer Umschulung hatte sie beschlossen, Hamburg zu verlassen und einen Neuanfang zu wagen. Ihre Ersparnisse hatten genügt, um sich das kleine Haus in Hörnum, einem Ort an der Südspitze der Insel Sylt, zu kaufen und sich einen eigenen Blumenladen einzurichten.
In dem beschaulichen Städtchen, in dem nicht mehr als tausend Menschen lebten, hatte sie sich sofort wohlgefühlt. Die Leute mochten das Angebot in ihrem Laden, und da sie außerdem Aufträge zur Anfertigung von Blumenschmuck annahm, kam sie gut über die Runden.
Hanna atmete tief durch. Sie hatte es geschafft, sich aus dem Sumpf zu ziehen und sich das Leben wieder lebenswert zu gestalten. Gewiss, der Traum quälte sie von Zeit zu Zeit, aber er konnte ihr nichts anhaben. Die Menschen in ihrer neuen Heimat kannten sie als die freundliche Blumenfrau, die für jeden ein Lächeln hatte. Dass tief in ihrem Herzen ein unauslöschlicher Schmerz brannte, brauchte niemand zu wissen.
Sie würde nie ein Kind haben.
Sie würde allein bleiben, denn eine Frau, die kein Kind gebären konnte, war keinem Mann zuzumuten.
Denk jetzt nicht daran, befahl sie sich selbst.
Ein Blick auf den Wecker verriet ihr, dass es gleich sechs Uhr war. Zeit zum Aufstehen. Ehe sie ihren Laden öffnete, musste sie auf den Blumenmarkt fahren und frische Ware einkaufen. Vor ihr lag ein arbeitsreicher Tag, der ihr glücklicherweise keine Zeit für Grübeleien lassen würde.
***
Den Vormittag über stand Hanna in ihrem Laden und freute sich mit jedem Kunden, der mit einem schönen Strauß seiner Wege ging. Mit Blumen zu handeln, bereitete ihr Freude, auch wenn sie einst andere Träume gehegt hatte. Sie schenkte den Menschen damit ein bisschen Farbe, die ihnen gerade jetzt nach der langen, dunklen Jahreszeit guttat.
Der Frühling hatte zwar endlich Einzug auf der Insel gehalten, aber noch immer gab es viele Tage, an denen ein eisengrauer Himmel und Düsternis den Bewohnern auf der Seele lasteten.
Es ging auf die Mittagszeit zu, zu der sie heute ihren Laden schließen würde. Den Nachmittag brauchte sie, um den umfangreichen Blumenschmuck anzufertigen, den sie am Abend im Hotel Deichhof ausliefern würde.
Maike und Lars Peters, das Ehepaar, das das Hotel in dem umgebauten Gutshaus betrieb, hatten Tisch- und Wanddekorationen für das Jubiläum eines Kaninchenzüchtervereins bestellt. Rot und Weiß, die Vereinsfarben. Hanna hatte rote Rosen und weiße Levkojen ausgewählt, die sie mit viel frischem Grün zu Gestecken und Girlanden winden würde.
»Ich hoffe nur, die bringen ihre Karnickel nicht mit, sonst knabbern die am Ende die ganze schöne Dekoration weg«, hatte Maike Peters am Telefon gewitzelt.
Hanna arbeitete gern für die Peters, die regelmäßig Ware bei ihr bestellten. Lars und Maike führten eine außergewöhnlich harmonische Ehe und strahlten diese Harmonie auch nach außen aus. Es war angenehm, für sie tätig zu sein, und daneben gefiel es Hanna, ein Hotel auszustatten, wo Menschen die schönsten Wochen ihres Jahres verbrachten. Wenn ihr Blumenschmuck ein wenig dazu beitragen konnte, diese Wochen noch ein bisschen schöner zu machen, war ihr das der liebste Lohn.
Das ist der letzte Kunde für heute, dachte sie, als die Ladenglocke klingelte. Es war höchste Zeit, sich an die Arbeit mit den Gestecken zu machen.
Mit einem Lächeln sah sie Grete und Frieda Wiechert durch die Tür treten. Die beiden Rentnerinnen waren Schwestern, die ihr ganzes Leben auf Sylt verbracht hatten. Beide hatten nie geheiratet, und gerade das hatte sie noch enger zusammengeschweißt. Auch wenn die Verbundenheit der alten Damen Hanna schmerzlich an Ina erinnerte, freute sie sich jedes Mal, wenn sie in ihren Laden kamen.
Immer suchten sie nach einem kleinen, bunten Sträußchen, um sich ihre gemütliche Wohnküche zu verschönern, und immer brachten sie Hanna etwas mit, das sie in dieser Küche fabriziert hatten. Von köstlichen Weihnachtsplätzchen bis zum dunklen, süßen Holundergelee hatte Hanna schon alles Erdenkliche bekommen.
