Der Notarzt 522 - Karin Graf - E-Book

Der Notarzt 522 E-Book

Karin Graf

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Beschreibung

Wie sagt man einer Achtzehnjährigen, deren Eltern nach einem furchtbaren Autounfall im Koma liegen, dass sie nicht ihre leiblichen Eltern sein können? Dr. Peter Kersten und sein Team ringen lange mit dieser Frage. Ist es richtig, Valentina Hempel ausgerechnet jetzt mit einer Wahrheit zu konfrontieren, die ihr gesamtes Leben infrage stellt? Oder würde man ihr damit den Boden unter den Füßen wegziehen? Schließlich nimmt die Therapeutin des psychosozialen Dienstes die Sache selbst in die Hand und beginnt, Nachforschungen anzustellen. Was sie dabei entdeckt, verändert alles. Als sich zudem abzeichnet, dass sich zwischen Valentina und dem jungen, blaublütigen Arzt Dr. Maxim Hallstein zarte Gefühle entwickeln, hält sie es für unumgänglich, die beiden einzuweihen: Valentina stammt keineswegs aus "einfachen Verhältnissen", sondern aus einer wohlhabenden, angesehenen Familie - einer standesgemäßen Verbindung steht also nichts im Weg. Doch was bedeutet diese Wahrheit für die Menschen, die Valentina großgezogen haben? Werden die Hempels, sollten sie den Unfall überleben, ihre Tochter verlieren? Wird Valentina den beiden, die ihr vielleicht nicht viel Besitz, aber die Liebe ihres Lebens geschenkt haben, den Rücken kehren?

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Seitenzahl: 113

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Inhalt

Cover

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Im Vertrauen

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Impressum

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Inhaltsverzeichnis

Inhaltsbeginn

Impressum

Im Vertrauen

Wie viel Wahrheit kann die junge Patientin ertragen?

Von Karin Graf

Wie sagt man einer Achtzehnjährigen, deren Eltern nach einem furchtbaren Autounfall im Koma liegen, dass sie nicht ihre leiblichen Eltern sein können?

Dr. Peter Kersten und sein Team ringen mit dieser quälenden Frage. Ist es vertretbar, Valentina Hempel ausgerechnet jetzt mit einer Wahrheit zu konfrontieren, die ihr gesamtes Leben infrage stellt? Oder würde man ihr damit den letzten Halt nehmen?

Schließlich nimmt die Therapeutin des psychosozialen Dienstes die Sache selbst in die Hand und beginnt, Nachforschungen anzustellen. Was sie dabei entdeckt, verändert alles. Als sich zudem abzeichnet, dass sich zwischen Valentina und dem jungen, adeligen Arzt Dr. Maxim Hallstein zarte Gefühle entwickeln, hält sie es für unumgänglich, die beiden einzuweihen: Valentina stammt keineswegs aus »einfachen Verhältnissen«, sondern aus einer wohlhabenden, angesehenen Familie – einer standesgemäßen Verbindung steht also nichts im Weg.

Doch was bedeutet diese Wahrheit für die Menschen, die Valentina großgezogen haben? Werden die Hempels, sollten sie den Unfall überleben, ihre Tochter verlieren? Wird Valentina den beiden, die ihr vielleicht nicht viel Besitz, aber die Liebe ihres Lebens geschenkt haben, den Rücken kehren?

Die achtzehnjährige Valentina Hempel war praktisch von Geburt an das schwarze Schaf der Familie gewesen. Oder eigentlich war es ja umgekehrt. Sie war das weiße Schaf in einer Herde schwarzer Schafe.

Während die echten Hempels genauso wie ihre sprichwörtlichen Namensvettern – die mit dem Sofa – ein lustiges Völkchen waren und es mit dem Ernst des Lebens nicht so genau nahmen, war Hempels Nesthäkchen das genaue Gegenteil.

Valentina liebte die Ordnung. Sie war nachdenklich, las gerne Bücher, schätzte einen geregelten Tagesablauf, war diszipliniert und achtete stets auf Sauberkeit.

Schon als sie noch ein kleines Mädchen gewesen war, hatte man sich beim Betreten ihres Zimmers auf einem anderen Planeten gewähnt. Während es im gesamten Haus wie bei Hempels unterm Sofa aussah, war ihr Zimmer stets aufgeräumt und blitzsauber.

Von der ersten Klasse der Grundschule bis zum Abitur war sie immer die Klassenbeste gewesen. Nicht nur einmal hatte sie die Lehrer heimlich darüber tuscheln hören, dass die kleine Hempel mit allen anderen Hempels absolut nichts gemein hatte.

Valentinas vier Brüder, von denen der jüngste neun Jahre älter als sie selbst war, waren früher der Albtraum aller Lehrer gewesen. Alle vier – Max, Moritz, Tom und Jerry – hatten ihre schulische Laufbahn mehr oder weniger erfolgreich mit der Mittleren Reife beendet, wobei besonders Max und Moritz die Vieren in sämtlichen Fächern außer Sport geschenkt bekommen hatten, weil keiner ihrer Lehrer sie noch ein weiteres Jahr lang ertragen wollte und konnte.

Nicht ganz so diskret wie die Lehrer hatte auch Valentinas Vater Hans seine Gattin Elvira oft gefragt, ob sie sicher sei, dass sie ihn nicht betrogen oder man ihr im Krankenhaus nicht vielleicht eine falsche Göre angedreht habe.

Doch Valentina war ihm deswegen nie böse gewesen. Seine Worte hatten sie noch nicht einmal gekränkt, denn er hatte dabei immer herzlich gelacht, sie gedrückt und geküsst und ihr versichert, dass sie das Beste sei, was er jemals zustande gebracht und dass er eine Tochter wie sie vermutlich nicht einmal verdient habe.

Trotz des enormen Unterschieds – äußerlich wie innerlich – liebte Valentina ihre Eltern sehr. Sie liebte auch ihre vier Brüder, obwohl die längst in alle Himmelsrichtungen verstreut waren und nur alle heiligen Zeiten mal zu Besuch kamen.

Wenn sie alle zusammen wie eine Horde wilder Wikinger irgendwo einfielen, wie zum Beispiel bei der feierlichen Verleihung ihres Reifezeugnisses vor mehr als einem Jahr, dann setzte ringsum meistens heftiges Kopfschütteln und Augenrollen ein. Die Leute rückten von ihnen ab oder drehten sich rasch in eine andere Richtung, um gleich von Anfang an klarzustellen, dass sie an einer näheren Bekanntschaft nicht interessiert waren.

Doch Valentina schämte sich nicht für ihre Familie. Wieso denn auch? Zugegeben, sie waren schrecklich laut. Ja, sie kamen allesamt immer ein bisschen schlampig daher, waren allesamt riesig und muskelbepackt, während Valentina zart und fragil wie eine Elfe war. Nein, sie hatten mit Zurückhaltung und feinem Benehmen absolut nichts am Hut. Und nein, sie waren auch nicht sonderlich gebildet, und keiner von ihnen hatte jemals freiwillig ein Buch aufgeschlagen.

Na und? Dafür waren sie herzensgut, hilfsbereit, ehrlich, treu, bodenständig, mitfühlend, und alle hatten Valentina von ihrem ersten Lebenstag an wie eine Prinzessin behandelt.

Die fünf Männer, Valentinas Vater Hans und ihre vier längst erwachsenen Brüder Max, Moritz, Tom und Jerry verfügten außerdem über jene Eigenschaft, die heutzutage leider nicht mehr gefragt, ja sogar ein bisschen verpönt war. Sie waren starke Männer, die noch den Urinstinkt in sich trugen, Frauen, Kinder, Alte, hilflose Tiere und überhaupt alle Schwächeren zu beschützen.

Als sie ungefähr sechzehn Jahre alt gewesen war, war Valentina einmal auf der Straße von einem Fremden ziemlich ungut angegangen und beängstigend aggressiv bedrängt worden.

Zum Glück war Jerry in der Nähe gewesen, um das Schlimmste zu verhindern. Er hatte nicht einmal mit einer Wimper gezuckt, als der finstere Typ ein Messer gezogen hatte. Das Messer steckte noch heute in einer der Dachschindeln eines der wunderschönen alten Häuser in der Augsburger Altstadt. Der finstere Typ schaute sich vermutlich noch heute sehr sorgsam nach einem großen Bruder um, ehe er ein weiteres Mädchen belästigte.

Mit ihrem Vater oder einem ihrer Brüder an ihrer Seite hätte Valentina sich sogar in einen Löwenkäfig gewagt und wäre dabei hundertprozentig sicher gewesen, diesen ohne auch nur einen winzigen Kratzer wieder zu verlassen.

Obwohl sie jeden einzelnen von ihnen aufrichtig liebte, fragte sich Valentina manchmal selbst, wie sie bloß in diese Familie geraten war. Auch ihre Eltern kamen aus dem Staunen nicht heraus.

Obwohl sie nun bereits im dritten Semester Medizin studierte, konnten sie noch immer nicht begreifen, wie es dazu kommen konnte, dass eine Hempel, von denen noch nie einer auch nur das Abitur geschafft hatte, ein richtiges Universitätsstudium absolvierte.

Noch dazu hatte sie sich wegen besonderer Begabung ein volles Stipendium erworben. Sie schaffte jede einzelne Prüfung gleich beim ersten Versuch mit der Bestnote, kapierte alles sofort und ihre Professoren prophezeiten ihr eine steile Karriere.

Hans Hempel, der seit seinem sechzehnten Lebensjahr – das war nun schon vierundvierzig Jahre her – als Berufskraftfahrer in Augsburgs ältester Brauerei arbeitete und sich selbst als Bierkutscher bezeichnete, fand das so verblüffend, dass er seine außergewöhnliche Tochter manchmal mit einem Paradiesvogel verglich, der sich einer Hühnerfamilie angeschlossen hatte und mit dieser im Stall lebte.

»Sag mal, Prinzessin ...« Valentinas Vater, der am Steuer des Mercedes saß, den er lange vor ihrer Geburt auf einem Schrottplatz erstanden und fast wie fabrikneu repariert und hergerichtet hatte, schaute sie durch den Rückspiegel fragend an. »Ich habe gestern einen Blick in diese ... diese Papiere geworfen, die du auf dem Küchentisch liegengelassen hast. Erdokranie oder so ähnlich ...«

»Ach, mein Skriptum über Endokrinologie«, erwiderte Valentina ernst. »Die Endokrinologie ist, grob gesagt, die Lehre von den Hormonen.«

»So ein Zeug wie Östrogen?«, hakte Valentinas Mutter nach, die auf dem Beifahrersitz saß. »Da hat der Doktor mir mal Tabletten verschrieben, die angeblich gegen meine Wallungen helfen. Hab sie aber nicht genommen.«

Valentina nickte, obwohl ihre Mutter sie nicht sehen konnte.

»Östrogen ist neben anderen das wichtigste weibliche Sexualhormon. Das, von dem Papa vermutlich sehr viel hat, das heißt ...«

»Hasen-Bräu!«, rief Elvira Hempel und brach in ein beinahe ohrenbetäubendes Gelächter aus, in das Hans Hempel polternd mit einfiel. »Papa hat viel mehr Hasen-Bräu als Testosteron im Blut!«

»Das stimmt wahrscheinlich«, lachte Valentinas Vater. »Nach vierundvierzig Dienstjahren in der Brauerei, die das leckerste Bier der Welt braut, ist das aber auch kein Wunder.« Nach einer Weile wurde er wieder ernst. »Was ich dich aber eigentlich fragen wollte, Prinzessin, ist ...«

»Ja, Papa?«, hakte Valentina nach, als er schwieg.

»Verstehst du das alles wirklich, was da drin steht? Ich hab's versucht, aber rein gar nichts davon kapiert. Das ist ja wie ... Chinesisch ... oder Außerirdisch.«

Valentina lachte leise. »Dafür verstehe ich nichts von Autos, während du vermutlich ganz alleine ein Auto bauen könntest. Und über das Bierbrauen weißt du auch alles und ich nur das, was du mir erklärt hast. Außerdem gibt es wohl nichts, was du nicht reparieren könntest, während ich handwerklich nicht sonderlich begabt bin.«

»Lieb von dir, das so zu sagen«, erwiderte Hans Hempel gerührt. »Aber du hast schon irgendwie recht. Jeder kann irgendetwas anderes gut. Wäre ja auch blöd«, lachte er, »wenn alle das Gleiche könnten. Dann würde doch die ganze Welt in der Brauerei arbeiten.«

»Dann gäbe es einen riesigen Bierozean auf der Welt«, lachte Valentinas Mutter. »Darin würde sogar dein wasserscheuer Papa gerne schwimmen.« Sie drehte sich nach hinten um, so gut ihre Leibesfülle und der eng anliegende Gurt es ihr erlaubten. »Nur noch zwanzig Kilometer bis Frankfurt. Du wirst mir schrecklich fehlen, Kind. Seit du in Frankfurt studierst, bekomme ich dich nur noch alle Jubeljahre zu sehen. Die zwei Wochen, die du jetzt zu Hause warst, die sind viel zu schnell vergangen.«

Valentina lachte. »Ich rufe dich doch wie immer jeden Abend an, Mama«, versprach sie. »Und an jedem verlängerten Wochenende und natürlich in allen Ferien komme ich sofort nach Augsburg. Ihr fehlt mir doch genauso.«

»Hoffentlich bleibt das auch so, wenn du erst einmal eine Frau Doktor bist«, seufzte Elvira Hempel.

»Warum sollte sich denn etwas daran ändern?«, hakte Valentina verwundert nach.

»Na ja ... ich meine ... Papa ist Bierkutscher, ich gehe putzen, Max fährt als Schiffskoch zur See, Moritz ist Mechaniker, Tom arbeitet als Kranführer auf einer Bohrinsel am anderen Ende der Welt, und Jerry bedient sommers die Achterbahn im Freizeitpark und im Winter den Skilift auf die Zugspitze.«

»Und was ist daran verkehrt?« Valentina schüttelte verwundert den Kopf. »Das sind doch lauter ehrbare Berufe.«

Elvira Hempel nickte. »Schon, aber ... als Ärztin verkehrst du doch dann in der feinen Gesellschaft. Feine Leute sind wir aber alle miteinander nicht gerade. Du schon, du bist schon fein zur Welt gekommen.« Sie lachte ein bisschen verlegen auf. »Du warst ein so feines Neugeborenes, dass Papa und ich uns nicht getraut haben, dich so wie deine Brüder nach jemandem in einer meiner Lieblingsfernsehserien zu nennen. Eigentlich solltest du Hermine wie die Hexe aus Harry Potter heißen. Aber du warst zu schön und zu fein für eine Hermine.«

»Wir haben lange hin und her überlegt, doch dann bist du ausgerechnet am Valentinstag geboren worden«, fuhr Hans Hempel fort. »Da haben wir gleich diesen Namen genommen.«

Elvira Hempel nickte. »Valentina klingt so vornehm. So könnte sogar eine echte Prinzessin heißen. Und du warst vom ersten Tag an vornehm wie eine kleine Prinzessin. Vielleicht liegt das ja auch an der piekfeinen Privatklinik, in der du zur Welt gekommen bist.«

»Die Geschichte, wie es dazu kam, die haben wir dir ja ohnehin schon hundertmal erzählt«, lachte Hans Hempel. Doch Valentina hörte die Geschichte immer wieder gerne. Deshalb gab sie vor, sich nicht mehr so richtig daran zu erinnern.

»Deine Mutter hat beim Frisör so ein Preisrätsel in so einer Illustrierten ausgefüllt und eingeschickt«, berichtete ihr Vater.

»Ob du es glaubst oder nicht, aber wir haben den ersten Preis gewonnen«, fuhr ihre Mutter fort. »Einen zweiwöchigen Urlaub mit der ganzen Familie in einem piekfeinen Wellnesshotel am piekfeinen Starnberger See. Und ausgerechnet dort habe ich die Wehen gekriegt, und zwar gleich volles Rohr. Da blieb der piekfeinen Privatklinik, die bloß zweimal um die Ecke war, nichts anderes übrig, als mich aufzunehmen, obwohl wir natürlich nicht bezahlen konnten.«

»Deine Brüder und ich haben vor dem Geburtszimmer neben so einem vornehmen Pinkel mit Anzug und Schlips gesessen«, erzählte Hans Hempel. »Wir haben Mama durch die geschlossene Tür hindurch angefeuert. Das war dem feinen Herrn wohl zu laut. Man hat uns dann gebeten, draußen vor dem Krankenhaus zu warten.«

»Der konnte ja nicht wissen, dass ich gerade die schönste, die beste, die klügste und die vornehmste Tochter der Welt aus mir herauspresste«, winkte Elvira Hempel lachend ab. »Als die Schwester dich mir nach der Untersuchung aufs piekfeine Zimmer gebracht hat, in dem ich bloß bis zum Abend bleiben durfte, konnte ich gar nicht glauben, dass du meine Tochter bist. Du warst so zart und so elegant und so fein wie eine Blumenelfe. Ganz anders als der Rest von uns. Wir sind alles andere als feine Leute.«

»Jetzt hör aber auf, Mama!«, erwiderte die Studentin streng. »Mir sind bislang noch keine feineren Leute begegnet, als ihr es seid. Max würde sofort über die Reling springen und kilometerweit zu mir schwimmen, wenn ich ihm sagte, dass ich ihn brauche. Moritz würde mir sein letztes Hemd geben. Tom würde sich vor mich stellen, wenn ein blutrünstiger Drache auf mich zu stürmte und Jerry hat mir schon öfter als bloß einmal das Leben gerettet und würde es jederzeit wieder tun.«

Sie streckte die Hand nach vorne und legte sie ihrer Mutter auf die Schulter.

»Du würdest mitten in der Nacht zu Fuß von Augsburg nach Frankfurt laufen, wenn ich in Gefahr wäre, und Papa würde sich für mich vierteilen lassen. Um noch mal so feine Menschen wie euch zu finden, müsste man vermutlich die Erdkugel umdrehen, sie kräftig schütteln und ein Sieb darunter halten, das nur die besonders feinen Leute auffängt.«

»Na ja ...« Elvira zuckte mit den Schultern. »Das ist doch alles völlig normal. Wir lieben dich eben. Aber als Ärztin wirst du ...«

»Als Ärztin wird sich für mich diesbezüglich überhaupt nichts ändern«, fiel Valentina ihrer Mutter ins Wort. »Ich werde euch immer bewundern, lieben und dankbar dafür sein, eine so wundervolle Familie zu haben. Und solltet ihr der feinen Gesellschaft nicht fein genug sein, dann kann mir die feine Gesellschaft sonst wo runterrutschen. Alles klar?«