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Als das Scoutboot 7 die Welt Rhu anfliegt, bricht die Verbindung zu dem Boot ab. Es scheint, plötzlich verschwunden zu sein.
Das Basisschiffes Accuro muss der Sache auf den Grund gehen und nähert sich Rhu. Dabei stößt die Besatzung auf eine Anomalie: Ein Ring aus reiner Energie umgibt die Welt. Was hat es mit diesem Ring auf sich? Geht von ihm eine Gefahr aus?
Als ein Lander des Basisschiffes die Welt anfliegt, wird die Besatzung von Soldaten des machthungrigen Despoten Solo, der sich als König bezeichnet, gefangen genommen. Wie soll unter diesen Umständen die Suche nach der Besatzung des Scoutbootes gelingen?
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Veröffentlichungsjahr: 2025
Roland Heller
Der Ring um die Welt
Science-Fiction
Copyright © by Authors/Bärenklau Exklusiv
Cover: © by Steve Mayer nach eigenen Motiven von edeebee, 2025
Korrektorat: Peter Friedel
Verlag: Bärenklau Exklusiv. Jörg Martin Munsonius (Verleger), Koalabärweg 2, 16727 Bärenklau. Kerstin Peschel (Verlegerin), Am Wald 67, 14656 Brieselang
www.baerenklauexklusiv.de / [email protected]
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Inhaltsverzeichnis
Impressum
Das Buch
Der Ring um die Welt
1. Kapitel
2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5. Kapitel
6. Kapitel
7. Kapitel
8. Kapitel
Weitere Romane von Roland Heller sind erhältlich oder befinden sich in Vorbereitung
Als das Scoutboot 7 die Welt Rhu anfliegt, bricht die Verbindung zu dem Boot ab. Es scheint, plötzlich verschwunden zu sein.
Das Basisschiffes Accuro muss der Sache auf den Grund gehen und nähert sich Rhu. Dabei stößt die Besatzung auf eine Anomalie: Ein Ring aus reiner Energie umgibt die Welt. Was hat es mit diesem Ring auf sich? Geht von ihm eine Gefahr aus?
Als ein Lander des Basisschiffes die Welt anfliegt, wird die Besatzung von Soldaten des machthungrigen Despoten Solo, der sich als König bezeichnet, gefangen genommen. Wie soll unter diesen Umständen die Suche nach der Besatzung des Scoutbootes gelingen?
***
Science-Fiction von Roland Heller
»Wenn ich kein Roboter wäre, könnten mich regelrecht menschliche Gefühle überkommen.«
Die Stimme, die diese Worte sprach, klang ein wenig monoton. Auch wenn die Betonung korrekt und natürlich herüberkam, merkte man ihr an, dass noch einiges bis zu einer natürlichen Aussprache fehlte. Die betonten Laute, sowohl Höhen und Tiefen, klangen wie einstudiert und in mathematisch festgelegten Abständen eingesetzt. Ein biologischer Sprecher konnte Unsicherheiten überspielen, ein mechanischer nicht. Damit man diese Feinheiten jedoch bemerkte, musste man entweder vom Fach eines Sprachgelehrten sein oder die jeweilige »Person« gut kennen.
»Hör auf zu philosophieren, Schlauköpfchen, und konzentrier dich auf das Wesentliche.«
Susan Dean sagte es aus Gewohnheit, wie so oft, wenn ihr robotischer Begleiter nach Wegen suchte, seine intellektuellen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und Möglichkeiten aufzuzeigen, sie nicht nur zu beweisen, sondern auch sein Verständnis für alle menschlichen Gefühle darzulegen.
Üblicherweise ließ sie es mit ihrer Bemerkung – »Hör auf!« – bewenden, doch manchmal genoss auch sie es, im Plauderton die monotone Langeweile des Fluges mit Schlauköpfchens Ergüssen zu verkürzen.
»Welche menschlichen Gefühle könnten dich schon überkommen?«
»Ich bin nach dem Bild eines Mannes gestaltet, seit ich in deinen Besitz übergegangen bin.«
»Was du nicht sagst.«
»Du bist eine Frau, Susan. Ich weiß, körperlicher Sex ist für mich nicht möglich, aber ein wenig prickelnde Erotik kann jeden langweiligen Flug verkürzen.«
»Seit wann kannst du dich langweilen?«
»Langeweile ist die natürliche Folge eines Zeitablaufs, in dem nichts geschieht.«
»Wer hat dir diese Flausen in den Kopf gesetzt?«
Als ob sie dies nicht wüsste.
Susan Dean schüttelte verwirrt ihren Kopf. Ihr Roboter fiel wieder in längst überwunde geglaubte Verhaltensweisen zurück, die ihm sein Vorbesitzer eingetrichtert hatte. Susan Dean vermied in ihren Gedanken absichtlich den Begriff einprogrammiert, denn ein Programm ließ sich löschen. Wie es Thornt, der erste Besitzer dieses Roboters – damals noch mit einem weiblichen Torso ausgestattet – geschafft hatte, aus dem Roboter ein sexbesessenes ‚Ungeheuer‘ zu machen, blieb ihr verschlossen. Die meisten Flausen konnte sie dem Roboter austreiben, aber ein paar harmlose Vorstellungen beschäftigtem sein elektronisches Gehirn immer noch. Etwa: Schlauköpfchen fühlte sich als Forscher, der dem Geheimnis der menschlichen Sexualität auf die Spur kommen wollte.
»Die Bibliothek ist voll von Beispielen. Und die Frauen können mit ihren Reizen – zumindest in den Büchern – jeden Mann um ihren kleinen Finger wickeln«, erklärte de äußerlich wie ein junger attraktiv gestalteter Mann der Frau.
»O.K. Schlauköpfchen. Sag, was du sagen willst.«
»Mich würde interessieren, was sich verändert, wenn du dein Gewand ablegst.«
»Schlauköpfchen, jetzt langt es. Und bist du sicher, dass du alle Aufzeichnungsgeräte abgeschaltet hast? Wer hat dich bestochen? Von dir aus kommst du ja nicht auf solche Gedanken. Wem solltest du ein paar Aktbilder von mir übergeben?«
»Mich kann man nicht kaufen, Susan.«
»Ach komm schon, Schlauköpfchen. So naiv bin ich wirklich nicht, dass ich plötzlich glauben kann, du wärst am Körper einer menschlichen Frau interessiert. Gib es einfach zu. Wer will mich nackt sehen?«
»Ich glaube, da könnte ich dir stundenlang Namen aufzählen …«
»Schlauköpfchen!!!«
Wenn sie seinen Namen mit drei Rufzeichen aussprach – und der Roboter registrierte es tatsächlich an der Betonung –, wusste selbst Schlauköpfchen, dass das Wortgeplänkel ein Ende finden musste.
»Schade. Ich würde zu gerne das Gefühl kennenlernen …«
»Das du nicht besitzt.«
»Mein vorhergehender Besitzer hatte sich einen weiblichen Roboter gewünscht. Der ließ mich die meiste Zeit unbekleidet meine Arbeit im Schiff verrichten. Bei den Menschen muss das ja etwas bewirken.«
»Bei den Menschen? Nur bei ihnen? Sind neuerdings die Roboter ebenfalls gefährdet?«
»Zumindest sehr viele Männer.«
»Du besitzt keine Gefühle, Schlauköpfchen. Also gib es auf!«
»Leider, Susan. Anatomisch gesehen erfüllst du beinahe zu hundert Prozent die körperliche Wunschvorstellung …«
»Was heißt hier beinahe?«
»Man kann nicht alle Menschen über einen Kamm scheren. Außerdem hat nicht jeder Mann die gleichen Vorlieben …«
»Das ist zu hoch für dich, Schlauköpfchen. Bei diesem Thema kannst du einfach nicht mitreden.«
»Das heißt, du willst nicht …«
»Ganz genau das heißt es. Und zukünftig will ich nicht mehr, dass du dieses Thema überhaupt ansprichst.«
»Dabei hätte ich mir gerade davon neue Erkenntnisse erhofft.«
»Schlauköpfchen, ich bin keine deiner Kontrollpersonen, die du messen und kontrollieren kannst.«
»Außer dir steht mir hier niemand zur Verfügung!«
»Kontrollier lieber die Ortung. Der Planet muss hier irgendwo sein.«
»Dabei fällt mir ein Witz ein.«
»Auch das noch! Womit bin ich gestraft worden, dass ausgerechnet du mein Begleiter bist. Deine Witze sind alt und verstaubt. Darüber hat seit mindestens hundert Jahren niemand mehr gelacht. Womöglich noch ein Frauenwitz!«
»Diesmal ausnahmsweise nicht. Ein Männerwitz. Und es kommt auch keine nackte Frau darin vor, ich schwöre es.«
»Spar' ihn dir für eine andere Gelegenheit auf. Hast du nicht mitbekommen, dass sich der Orter gemeldet hat?«
»Natürlich habe ich es mitbekommen. Auch Roboter sind multitaskingfähig. Ich habe mir die Daten längst angeschaut. Deswegen muss ich doch nicht aufhören, mich mit dir zu unterhalten.«
»Nun, was sagen die Daten aus? Spann mich doch nicht so auf die Folter!«
»Der Planet befindet sich in der Lebenszone. Auf den ersten Blick erscheint die Welt ideal, wie geschaffen für eine Kolonie, soweit die Daten hereingekommen sind, eine Sauerstoffwelt mit erfrischenden 21 Prozent, der Rest verteilt sich auf Stickstoff und die üblichen Edelgase, keine für den Menschen giftige Stoffe feststellbar.«
»Kannst du bereits feststellen, ob er bewohnt ist?«, wollte Susan Dean erfahren.
»Wir sind noch zu weit entfernt. Hochauflösliche Bilder kommen frühestens in fünf Minuten, wenn wir uns mit konstanter Geschwindigkeit weiterhin der Welt nähern. Aber im Prinzip bietet er alle Voraussetzungen.«
»Die Welt könnte bewohnt sein?«
»Möglich. Es ist lange her, dass unsere Schiffe in diesem Sektor operiert haben. Wir wissen zwar, dass dieser Sektor oberflächlich durchsucht worden ist, aber die Datenlage ist recht spärlich. Wir besitzen kaum Daten über diesen Abschnitt der Galaxis. Dass sich hier ein für uns geeigneter Planet befindet, ist mehr als erstaunlich. Welche Forschergruppe hat hier geschlampt? Kaum vorstellbar, dass sich jemand die Prämie für die Entdeckung einer Welt, die für Kolonisation geeignet ist, durch die Finger gehen lässt. Irgendetwas passt hier also nicht zusammen«, stellte der Roboter fest.
»Es sind damals nicht alle Schiffe zurückgekehrt. Besonders in diesem Gebiet sind einige Schiffe verschollen«, überlegte Susan Dean.
»Aus diesem Grund ist unsere Datenlage unvollständig«, verteidigte Schlauköpfchen die länger zurückliegenden Expeditionen der Scoutschiffe. Das heißt noch lange nicht, dass schlampig gearbeitet worden ist.«
Schlauköpfchen rezitierte sein Wissen wie ein sprechendes Lexikon – was er im Grunde auch war – und zog seine Schlüsse daraus.
»Möglich, dass dieses Schiff nicht mehr zurückgekehrt ist, das genau diesen Sektor abgesucht hat«, gab Susan Dean zu. »Rechnest du deshalb mit einer Gefahr, weil du befürchtest, es könnte etwas geschehen sein?«
»Die Wahrscheinlichkeit ist nicht höher als üblich. Bislang weisen die Daten keinerlei Anomalien auf.«
Susan Dean wurde plötzlich hellhörig. Wieso hatte Schlauköpfchen gerade diesen Ausdruck verwendet? Er musste anhand der Daten etwas festgestellt haben, das von der Norm abwich.
»Du hast doch etwas gefunden!«, fragte sie. »Was ist dir aufgefallen?«
»Das ist es ja eben. Ich kann es nicht klar definieren. Die Daten kommen alle klar herein, sie entsprechen im Prinzip der Norm, alle befinden sich aber im absolut untersten Bereich der Schwankungsbreite. Das kann bei einigen Messergebnissen zutreffen, aber bei allen? Das macht mich stutzig.«
»Bleib dran, Schlauköpfchen. Ich sehe mir derweil die restlichen Daten an, vielleicht entdecke ich eine Anomalie.«
*
Das kleine Scoutboot hatte sich dem Planeten so weit genähert, dass Einzelheiten erkennbar waren.
Gewisse Strukturen deuteten eindeutig auf eine Besiedelung hin.
Handelte es sich um eine einheimische Kultur oder womöglich um eine vergessene Kolonie der Menschheit?
Rhu war äußerst dünn besiedelt. Der Planet besaß fünf Kontinente, von denen, wie es schien, bisher nur der größte besiedelt war. Er allein zeigte Anzeichen von Besiedlung, die bereits aus dem Weltall erkennbar waren. Landwirtschaftlich genutzte Flächen, die durch ihre geometrischen Grenzen sofort als künstlich angelegt zu erkennen waren, gerade Straßen, die bebautes Land und Siedlungen verbanden. Eigentlich bot der Planet das Bild einer x-beliebigen Welt – mit einer Ausnahme. Wenn man die Straßen betrachtete, die größtenteils gerade verliefen – mit einer Ausnahme –, dann hatte man eine erste unlogische Planung gefunden. Die Ausnahme bestand darin, dass die Straße einen bestimmten Landstrich – obwohl topographisch kein Grund dafür vorlag – mied. Die Straße machte einen weiten Bogen, um dann die gedachte gerade Linie wieder aufzunehmen.
Das musste einen bestimmten Grund haben.
Entlang dieser in etwa ringförmigen Ausnahme, die sich rund um die gesamten Planeten zog, gab es mehrere Ansiedlungen. Susan Dean entschloss sich, am Rande einer dieser Siedlungen das Schiff zu Boden zu bringen.
»Schlauköpfchen, mach dich für die Landung bereit. Ein, zwei Umrundungen noch, bis wir einen optimalen Landeplatz finden.«
Susan Dean war eine attraktiv und jung gebliebene Person, die bald ihr sechzigstes Lebensjahr feiern konnte – also im besten und produktivsten Alter –, hochgewachsen und mit einer ein wenig zur Molligkeit neigenden Figur. Dunkles, manchmal blauschwarz schimmerndes Haar lag eng an ihrem Kopf an, reichte am Rücken jedoch weit hinunter. Meist trug sie es zu zwei Zöpfen geflochten.
Neben ihr saß Schlauköpfchen an den Kontrollen. Er war äußerlich dem Idealbild eines attraktiven jungen Mannes nachempfunden. Obwohl ein Roboter, verfügte er über die ganze Bandbreite, wie er seine Gefühle seinem Gegenüber sichtbar machen konnte. Meistens trug er ein gewinnendes Lächeln zur Schau. Als Susan ihn übernommen hatte, war seine Größe der ihren angepasst worden. Eine schwarze Kurzhaarfrisur vervollständigte den menschlichen Eindruck. Meistens stellte er sich von vorneherein als Roboter vor, aber es kam schon manchmal vor, dass man ihn für einen Menschen hielt.
*
Die Aufzeichnungsgeräte liefen und registrierten alles, was sie erfassen konnten.
Der Planet unter ihnen zeigte sich von seiner besten Seite. Eine blühende Welt. Absolut nichts deutete auf eine Abweichung hin. Nur das ringförmige Gebilde, das den gesamten Planeten umschloss, wich von der Norm ab, allerdings schien es ungefährlich, denn das Ding ließ sich zwar optisch einwandfrei erkennen, emittierte aber keine gefährliche Strahlung – zumindest keine den Menschen bekannte.
Auch wenn auf der Oberfläche dieser Welt die Straßen diesen Bereich mieden, schien eine Überquerung mit keiner Gefahr verbunden, denn nichts deutete auf eine Grenze hin. Die natürlichen landschaftlichen Merkmale setzten sich fort.
Ringe zählten zu den natürlichen Formationen im Universum. Es gab sie in den vielfältigsten Erscheinungen. Die Saturn-Ringe im heimatlichen Sonnensystem hatten der Menschheit nur anfangs Rätsel aufgegeben und Anlass zu Spekulationen gegeben, doch sobald die Ringe als natürliches Phänomen entschlüsselt waren, hatten sie ihren Schrecken verloren. Geblieben war allerdings die Faszination, die von ihnen ausging.
Wie verhielt es sich mit diesem Ring?
So, wie es aussah, hatten sich die Bewohner dieser Welt mit diesem Phänomen arrangiert. Seine Gefährlichkeit dürfte sich demnach in Grenzen halten. Auch wenn es in unmittelbarer Nähe keine Siedlung gab, hieß das noch lange nicht, dass ein Kontakt mit dem Ding lebensbedrohlich war.
»Kannst du eine anormale Strahlung von dem Ring ausmachen?«, erkundigte sich Susan.
»Negativ«, lautete Schlauköpfchens Antwort. »Nichts deutet auf eine Gefahr hin, auch wenn sich die empfangenen Strahlen nicht eindeutig zuordnen lassen.«
»Materiedichte des Rings?«
»Das ist das Seltsame. Sozusagen eine Anomalie. Es lässt sich keine feste Materie feststellen. Der Ring ist energetischer Natur.«
»Wie gefährlich stufst du den Ring ein?«
»Keine Gefahr!«, sagte Schlauköpfchen bestimmt.
Inzwischen war Scoutboot 7 dem Ring gefährlich nahegekommen. Die Messergebnisse beruhigten Susan Deal. Die Intensität der Strahlung stieg auch bei größerer Annäherung kaum.
»Wir können noch näher herangehen. Vielleicht ergeben sich in der Folge genauere Erkenntnisse«, schlug Schlauköpfchen vor.
»Wir halten den Sicherheitsabstand ein«, wischte Susan den Wunsch von Schlauköpfchen beiseite. Sie drückte auf dem Instrumentenpult vor ihr ein paar Knöpfe. Obwohl keine Gefährdung vorlag, fühlte sie ein Unbehagen in sich aufsteigen. Sie gab viel auf Warnsignale, die ihr Instinkt in ihr Bewusstsein sandte. Ihr Gehirn verarbeitete die logisch begründeten Erkenntnisse, alles, was mit Intuition, dem sogenannten Bauchgefühl zu tun hatte, schob es beiseite.
Diesmal schien ihr Gefahreninstinkt den Sieg davon zu tragen, denn eine erste Kontrollleuchte auf dem Instrumentenpult vor ihr blinkte in immer schnellerer Folge auf, je länger sie sich im Einflussbereich des Gebildes aufhielten. Das Blinken der Kontrollleuchte bedeutete eine mögliche Gefahr.
»Sicherheitsabstand erhöhen!«, befahl sie Schlauköpfchen, der an den Kontrollen saß.
Schlauköpfchen mochte anderer Meinung sein, einem gegebenen Befehl musste er gehorchen. Er schaltete. Das Ergebnis ließ sich augenblicklich akustisch vernehmen. Das Maschinengeräusch des Triebwerks hatte sich verstärkt.
»Steuerung reagiert nicht«, sagte Schlauköpfchen. Seine Stimme klang ruhig wie immer. Er dachte nicht daran, in seinen Gesprächston eine zusätzliche Emotion hineinzulegen.
»Kannst du die Ursache feststellen?«
»Der Ring zieht uns an. Wir nähern uns dem Ring. Er zieht uns quasi in sich hinein.«
»Versuch zu entkommen!«, rief Susan.
»Dazu ist es zu spät«, stellte Schlauköpfchen lakonisch fest. »Sieh selbst.«
Scoutboot 7 hatte sich dem Ring bereits so weit genähert, dass Einzelheiten erkennbar waren. Ein Flimmern, das keine klare Sicht zuließ, füllte den Raum zwischen den Rändern des Ringes.
»Es sieht aus wie ein Tor!«, konnte Schlauköpfchen noch schnell hervorstoßen, dann erhöhte sich die Geschwindigkeit des Scoutbootes und das kleine Schiff schoss wie ein Projektil durch den Ring.
Den Durchgang konnte weder Schlauköpfchen noch Susan Dean später genau beschreiben. Hätten sie nicht ihre Augen gehabt, die sie als Zeugen für das Geschehen anführen konnten, sie hätten von dem Übergang absolut nichts bemerkt.
*
Die ACCURO war eines der riesigen Trägerschiffe der Flotte. In ihr – eigentlich an ihr – fanden zehn Scoutschiffe und zwei Aufklärer, einige Kampfboote sowie fünf sogenannte Lander Platz, die für einen Flug in der Atmosphäre ebenso ausgerüstet waren wie für einen Flug im freien Weltall. Mit einer Länge von nahezu einem halben Kilometer gehörte die ACCURO zu den größeren Schiffen in der Flotte. Den Kopf des Schiffes bildete eine Kugel mit einem Durchmesser von 60 Metern, in dem die Schiffsführung ihren Platz fand. Neben der Zentrale und den angeschlossenen technischen und wissenschaftlichen Abteilungen fanden sich hier auch die Wohneinheiten der permanenten Besatzung. An diesen Kopf schloss sich der 500 Meter lange Verbindungstrakt mit den Andockstutzen für die Scoutschiffe und Aufklärer an. Dieser sogenannte Quertrakt wies eine Höhe von zwanzig Metern auf und eine Breite von vierzig Metern. Das ergab eine Menge Raum. Platz genug für alles, was Menschen zum Leben und darüber hinaus für die Unterhaltung und Freizeit benötigten, für Werkstätten und Lagerräume, eine gut ausgestattete Klinik und Forschungslabors aller Richtungen. Am Ende dieses im Rechteck geformten Traktes fand sich eine weitere 60 Meter durchmessende Kugel, welche die Antriebseinheiten beinhaltete. Das technische Personal für den Antrieb fand in dieser Kugel alles, was es während der Reise für einen reibungslosen Flug brauchte.
Der Mitteldorn bot den Besatzungen der Beiboote Möglichkeiten für alle erdenklichen Freizeitgestaltungen, daneben beinhaltete er mehrere Werftbuchsen, in denen nahezu jeder Schaden am Triebwerk oder auch an der Hülle ausgebessert werden konnte.
