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Pflegekind Noah bringt Wärme und Freude in das Leben der Sozialpädagogin Judith und ihres Lebensgefährten Andreas. Endlich können sie einem leidgeprüften Kind Liebe und ein sicheres Heim schenken. Doch schon bald bemerkt Judith Veränderungen: Andreas wirkt distanziert, kommt immer öfter spät von der Arbeit, sucht Ausflüchte und findet einfach keinen Zugang zu dem Sechsjährigen. Während die Beziehung kriselt, bereitet auch Noahs Zustand Judith große Sorgen. Der sensible Junge kämpft mit einem erschütternd geringen Selbstwertgefühl und einer tiefen Angst vor Männern - ausgenommen Dr. Frank, der Judith schließlich an einen Kinderpsychologen verweist. Dr. Lennart Born soll den Ursprung für Noahs Probleme finden. Tatsächlich gelingt es dem einfühlsamen Therapeuten eine gute Verbindung zu dem Kind aufzubauen. Während Noah sich nach und nach anvertraut, erkennt Judith, dass sie dabei ist, sich in Lennart zu verlieben. Die Pädagogin steckt in einem Dilemma: Ihre Entscheidungen betreffen nicht nur ihr Herz, sondern auch Noahs Zukunft ...
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Seitenzahl: 121
Veröffentlichungsjahr: 2025
Cover
Inhalt
Superkräfte für Noah
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Impressum
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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsbeginn
Impressum
Ein Pflegekind, ein Psychologe, eine Frau mit Herz und eine Liebe, die wachsen darf
Pflegekind Noah bringt Wärme und Freude in das Leben der Sozialpädagogin Judith und ihres Lebensgefährten Andreas. Endlich können sie einem leidgeprüften Kind Liebe und ein sicheres Heim schenken. Doch schon bald bemerkt Judith Veränderungen: Andreas wirkt distanziert, kommt immer öfter spät von der Arbeit, sucht Ausflüchte und findet einfach keinen Zugang zu dem Sechsjährigen.
Während die Beziehung kriselt, bereitet auch Noahs Zustand Judith große Sorgen. Der sensible Junge kämpft mit einem erschütternd geringen Selbstwertgefühl und einer tiefen Angst vor Männern – ausgenommen Dr. Frank, der Judith schließlich an einen Kinderpsychologen verweist. Dr. Lennart Born soll den Ursprung für Noahs Probleme finden. Tatsächlich gelingt es dem einfühlsamen Therapeuten eine gute Verbindung zu dem Kind aufzubauen. Während Noah sich nach und nach anvertraut, erkennt Judith, dass sie dabei ist, sich in Lennart zu verlieben. Die Pädagogin steckt in einem schweren Dilemma: Ihre Entscheidungen betreffen nicht nur ihr Herz, sondern auch Noahs Zukunft ...
»Das war toll!« Der sechsjährige Noah strahlte über das ganze Gesicht, wie man es bei ihm nur höchst selten sah. »Superman hat alle Bösen besiegt. Ihn kann niemand bezwingen!«
»Ja, er ist wirklich superstark.« Liebevoll strich Judith Sternberg ihrem Pflegesohn durch das wirre, blonde Haar. Es war so schön, ihn einmal so glücklich zu erleben. Der Film hatte ihm wirklich unglaublich gut gefallen – noch immer saß er in seinem Sitz und starrte auf die Leinwand, wo der Abspann lief, obwohl die anderen Zuschauer schon so gut wie alle gegangen waren.
»Wenn man Superman als Freund hat, kann einem kein Böser was tun, oder, Mama?«, fragte Noah und wandte sich mit großen Augen von der Leinwand ab und ihr zu.
Judith überlegte kurz, ehe sie ihm Antwort gab.
»Nein, Noah«, sagte sie dann und legte schützend den Arm um ihn, ohne ihn allzu nah zu bedrängen. »Wenn man gute Freunde hat, ist man nie allein, sondern hat immer jemanden, an den man sich wenden kann, falls man das Gefühl hat, dass einem jemand Böses will.«
»Aber die Bösen sind oft stärker«, sagte Noah. »Nur so stark wie Superman ist keiner.«
Wieder einmal fragte sich Judith, was dieser kleine Mensch in seinem noch so jungen Leben schon alles durchgemacht hatte. Er hätte an so etwas wie Bosheit, die ihn bedrohte, doch überhaupt noch nicht denken dürfen, sondern sich wie die anderen Kinder im Kino einfach an den wilden Action-Szenen und Supermans Heldentaten erfreuen sollen.
Seit einem halben Jahr lebte Noah jetzt bei ihnen in dem kleinen Haus, das Judith von ihrer Großmutter geerbt und restauriert hatte, um es zum Heim einer Familie zu machen. Judith war Sozialpädagogin, und geprägt von all dem Kinderleid, das sie in ihrer Berufstätigkeit erlebte, hatten sie und ihr Partner Andreas sich ganz bewusst dazu entschieden, ein Pflegekind bei sich aufzunehmen.
Noah hatte seine Eltern bei einem Unfall verloren, doch die Familie war bereits vorher auffällig gewesen und der kleine Junge beim Jugendamt als gefährdet gemeldet. Noah litt unter chronischem Asthma, um das die Eltern sich offenbar kaum gekümmert hatten. Er war viel zu dünn und schwach für sein Alter, extrem scheu und in sich gekehrt, weshalb das Jugendamt Probleme gehabt hatte, ihn in eine Pflegefamilie zu vermitteln.
Judith aber hatte ihr Herz an ihn verloren, sobald sie dem verängstigten kleinen Jungen zum ersten Mal begegnet war.
Auf Andreas' Wunsch hin hatten sie sich eigentlich darauf geeinigt, ein jüngeres Kind aufzunehmen, das noch nicht so geprägt war und sich leichter an sie gewöhnen würde. Andreas war dementsprechend auch skeptisch gewesen, besorgt, dass sie sich mit dieser Aufgabe übernehmen könnten.
»Die Probleme, die Noah mit sich bringt, könnten zu viel für uns sein«, hatte er zu bedenken gegeben. »Wir haben beide auch noch unsere Berufe, wir haben unser Leben – wir können einem Kind wie ihm womöglich nicht gerecht werden, ohne alles aufzugeben.«
Judith hatte es nicht erklären können, aber sie hatte sich in diesem Moment bereits als Noahs Mutter gefühlt. Und eine Mutter gab nun einmal alles auf, wenn es das war, was ihr Kind von ihr brauchte.
»Mit viel Liebe werden wir es schon schaffen«, hatte sie gesagt, um Andreas umzustimmen. »Wir haben so viel Glück im Leben gehabt. Wir können dieses Glück weitergeben und Noah endlich Stabilität und Geborgenheit schenken.«
So empfand Judith es wirklich: Sie hatte unendlich viel Glück in ihrem vierzigjährigen Leben gehabt. Sie war in einem liebevollen Elternhaus aufgewachsen, wo man sie gefördert und unterstützt hatte. Noch heute bestand zwischen ihr und ihren Eltern eine liebevolle Beziehung, und die beiden bemühten sich auch, Noah gute Großeltern zu sein.
Durch die ermutigende Begleitung ihrer Eltern hatte sie ihren Traumberuf als Sozialpädagogin ergreifen und sich das Leben aufbauen können, das sie wollte. Ihre früh geschlossene Ehe mit Martin war gescheitert, weil sie die ständigen Streitereien nicht mehr ertragen hatte, aber Judith hatte gute Freunde und war auch allein gut zurechtgekommen.
Mit Andreas hatte sie einen neuen Partner gefunden, mit dem sie sich nach Jahren des friedlichen Zusammenlebens den Traum von der eigenen Familie erfüllt hatte.
Andreas seinerseits war ebenfalls bei fürsorglichen Eltern aufgewachsen, die darüber hinaus die Mittel besaßen, es ihrem Sohn auch materiell an nichts fehlen zu lassen. Er arbeitete im Familienunternehmen, einem sehr gut etablierten Baustoffhandel, war dort inzwischen Geschäftsleiter und konnte sich von seinem Einkommen so gut wie all seine Wünsche erfüllen.
Nach ihrer gescheiterten Ehe hatte Judith es nicht eilig gehabt, diesen Bund ein zweites Mal einzugehen. Mit Andreas verband sie jedoch eine vernünftige, erwachsene, gleichberechtigte Partnerschaft. Sobald ihr Familiengefüge sich gefestigt hatte und die Frage einer Adoption von Noah vor der Tür stand, würde sie auch bereit sein, zu heiraten.
Judith wusste, dass ihre künftigen Schwiegereltern enttäuscht gewesen waren, als sie und Andreas sich für ein Pflegekind entschieden hatten, statt den ›Stammhalter und Erben‹ zu zeugen, den die beiden sich schon so lange wünschten.
Sie hoffte jedoch, dass sie sich mit der Zeit an den Gedanken gewöhnen und lernen würden, dass Noah ein genauso liebenswertes Enkelkind war, wie ein leibliches Kind es gewesen wäre. Ja, er brauchte noch Zeit, um aufzutauen und Vertrauen zu seiner neuen Familie zu fassen, aber Judiths eigene Eltern bemühten sich sehr um ihn und würden gewiss eines Tages sein Herz für sich gewinnen.
Dass er heute so aufgetaut war und den Film so genossen hatte, war jedenfalls ein wunderbarer Schritt in die richtige Richtung. Judith war mit ihrem kleinen Superman glücklich und lächelte ihn an.
»Du musst Papa nachher alles ganz genau erzählen«, sagte sie zu ihm. »Du weißt ja, er wollte ›Superman‹ so gern mit uns zusammen sehen, aber leider musste er arbeiten.«
Noah nickte, aber er sah Judith nicht mehr an, und das Lächeln verschwand von seinem Gesicht. Tatsächlich hatte Andreas fest versprochen, beim heutigen Kinobesuch mit dabei zu sein, doch obwohl Samstag war, war ihm etwas wichtiges Geschäftliches dazwischengekommen.
»So ist es eben, wenn man ein Geschäft leitet«, hatte er nicht zum ersten Mal erklärt. »Man kann sich seine Zeit nicht immer genau im Voraus einteilen.«
Und darin bestand eben das Problem. Es geschah leider nicht zum ersten Mal, dass Andreas eine gemeinsame Unternehmung absagen musste. Judith hatte dafür Verständnis. Sie wusste, dass er beruflich extrem eingespannt war und sein Bestes tat, aber für Noah, der schließlich erst sechs Jahre alt war, war die Sache schwieriger. Dass Pflegevater und Pflegesohn so wenig Zeit miteinander verbrachten, wirkte sich negativ auf ihre Bindung aus.
Jetzt aber wollte sie nicht an Probleme denken, sondern sich einfach freuen, dass der Kino-Nachmittag mit »Superman« ein solcher Erfolg geworden war. Noah hatte die ganze Zeit über nicht gehustet, und so glücklich wie heute hatte sie ihn womöglich noch nie erlebt. Das wollte sie nicht zerstören.
»Was meinst du, mein Superheld?«, fragte sie lächelnd und stieß ihm liebevoll den Ellbogen in die Seite. »Wollen wir zwei noch ein Eis essen gehen, bevor wir nach Hause fahren?«
»Ich bin ja kein Superheld«, murmelte Noah, dessen Fröhlichkeit nicht zurückgekehrt war. »Habe gar keine Superkräfte, sondern kann nichts.«
»Aber Noah, das stimmt doch überhaupt nicht!«, rief Judith erschüttert. »Du kannst ganz viel. Denk nur mal an den tollen Lego-Turm, den du gestern Nachmittag gebaut hast. Oder das schöne Bild von dem Hund, das du für die Schule gemalt hast.«
»Frau Wegener hat aber nicht gesagt, dass mein Bild schön ist«, kam es von Noah. »Nur die von Merle und Tobias fand sie schön. Und die anderen Kinder haben gesagt, dass meins gar nicht wie ein Hund aussieht sondern wie ein Schwein mit Hasenohren.«
Judith sah, wie die großen blauen Augen ihres kleinen Jungen sich mit einem Tränenschleier überzogen, und das Herz drehte sich ihr um. Am liebsten wäre sie auf dem schnellsten Weg in die Schule gelaufen und hätte diesen Kindern, die Noah so quälten, die Meinung gegeigt.
Als Sozialpädagogin wusste sie aber, dass das das Schlechteste war, das sie tun konnte. Das Gespräch mit den Lehrern, die Noah unterrichteten, hatte sie bereits mehrfach gesucht, aber wie fast überall waren die Lehrkräfte einfach überlastet.
Sie musste Wege finden, um Noahs Selbstbewusstsein zu stärken, damit er für die anderen Kinder nicht so leicht zur Zielscheibe und zum Opfer wurde. Das war derzeit ihre wichtigste Aufgabe, und bisher hatte sie die Fortschritte, die sie sich gewünscht hatte, offenbar nicht gemacht.
Vielleicht würde sie dabei Unterstützung brauchen, überlegte Judith. Noahs Traumata saßen allem Anschein nach tiefer, als sie anfangs gehofft hatte, und um ihrem kleinen Jungen zu helfen, musste sie sich womöglich selbst Hilfe holen.
Eltern, die sie selbst in ähnlichen Situationen betreute, riet sie häufig, einen guten Kinder-Psychologen hinzuzuziehen, der mit ihnen zum Wohl des Kindes zusammenarbeitete. Vielleicht war das ja auch für Noah eine gute Lösung?
Glücklicherweise hatte sie nächste Woche ihren monatlichen Kontrolltermin bei Dr. Stefan Frank, dem vertrauenswürdigen Arzt, der Noah nicht nur wegen seines Asthmas und der üblichen Kinderkrankheiten, sondern rundum betreute. Mit Dr. Frank konnte Judith offen sprechen. Mit seiner Menschenkenntnis und seinem Einfühlungsvermögen hatte er auch in kürzester Zeit eine Beziehung zu Noah aufgebaut.
Judith beschloss, heute Abend Andreas zu fragen, ob er den Versuch mit dem Psychologen auch für eine gute Idee hielt, denn als Vater sollte er in solche wichtigen Entscheidungen natürlich einbezogen werden. Wenn er zustimmte, würde sie Dr. Frank um seine Meinung und dann womöglich auch gleich um eine Empfehlung und Überweisung bitten.
Noah sollte es gut gehen, seine Verletzungen sollten heilen!
Was immer dazu nötig war, würde sie tun, dazu war Judith fest entschlossen.
***
»Guten Morgen, Frau Sternberg, guten Morgen Noah.« Mit einem einladenden Lächeln begrüßte Dr. Stefan Frank seinen kleinen Patienten und dessen Pflegemutter. »Wie schön, dich und deine Mama wiederzusehen.«
Er streckte Noah nicht die Hand hin, weil er sich erinnerte, dass der kleine Junge vor Berührungen ein wenig zurückschreckte. Stattdessen ließ er ihm Zeit, aufzutauen und mit den Autos und Spielfiguren zu spielen, die Schwester Martha, seine Sprechstundenhilfe, in seinem Auftrag auf einem kleinen Tisch aufgebaut hatte.
»Wie ist es dir denn seit deinem letzten Besuch bei mir gegangen?«, fragte er so gelassen und beiläufig wie möglich.
»Ganz gut«, murmelte Noah leise, ohne von den Spielfiguren aufzublicken. Aber es klang nicht danach.
»Mit deinem Asthma ging es dir wirklich ganz gut, richtig, Noah?«, fragte Judith Sternberg, ehe sie sich an Stefan wandte. »Noah ist wirklich toll darin, seinen Inhalator regelmäßig zu benutzen. Er kümmert sich ganz selbstständig darum, ich brauche ihn nie daran zu erinnern. Und den Inhalator für die akuten Attacken hast du in diesem Monat kaum gebraucht, oder? Neulich beim Schwimmunterricht einmal – und an dem Tag, an dem der Elektriker kam.«
Es gefiel Stefan sehr gut, wie sie Noah in alles, was sie sagte, einbezog. Judith Sternberg war wirklich eine großartige Pflegemutter, und ihre Liebe zu dem kleinen Jungen, der bereits ein so hartes Leben hinter sich hatte, war ihr deutlich anzumerken.
Tatsächlich blickte Noah von seinem Spiel auf, und ein wenig stolz auf das Lob seiner Pflegemutter stand ihm ins Gesicht geschrieben. Dr. Frank entging allerdings auch nicht die tiefe Unsicherheit, ja Angst, etwas falsch zu machen, die darin lag.
»Ja, mit dem Asthma war's nicht so schlimm«, sagte er.
»Das freut mich«, bekannte Stefan Frank lächelnd. »Und dass du selbst so gut darauf achtest, ist super. Was hältst du davon, wenn wir zwei dann jetzt zusammen deine Untersuchung machen? Das letzte Mal hat es ja auch so gut geklappt, weil du mir so toll geholfen hast.«
Bereitwillig folgten Noah und seine Mutter ihm in den Untersuchungsraum. Schon die letzten paar Male war es dem Grünwalder Arzt gelungen, Noahs Interesse an den verschiedenen Untersuchungsgeräten zu wecken. Auch jetzt betrachtete er neugierig Stethoskop, Endoskop, Stirnlampe und all die anderen Dinge, die sich Dr. Frank bereitgelegt hatte, um den kleinen Jungen wie jeden Monat gründlich zu untersuchen.
Seinen Bericht musste er jeweils dem Jugendamt zustellen, und dabei vergaß er nie, zu erwähnen, wie sichtlich positiv Judith Sternbergs Beziehung mit ihrem Pflegesohn wirkte, wie sehr er ihr bereits vertraute und wie liebevoll sie mit ihm umging.
Eine Sache bereitete ihm allerdings ein wenig Sorgen, und darüber wollte er heute mit Judith Sternberg sprechen.
Die körperliche Untersuchung verlief im Großen und Ganzen wie die vorherigen und zeitigte ein ähnliches Ergebnis: Noahs Körper erholte sich in winzig kleinen Schritten von der Vernachlässigung, die er bei seinen leiblichen Eltern erlebt hatte.
Seine raue, aufgeschürfte, von Ausschlägen geplagte Haut gewann sehr langsam ihre kindlich-gesunde Weichheit und Geschmeidigkeit zurück. Sein Asthma schien mithilfe der Medikamente recht gut unter Kontrolle und eingestellt zu sein. Und er nahm an Gewicht zu, wenn auch viel langsamer, als Stefan Frank anfangs gehofft hatte. Noch immer war er viel zu dünn und leicht für einen Sechsjährigen, was sich auch auf seine Fitness und Kraft auswirken würde.
»Gut gemacht, Noah«, lobte ihn der Hausarzt, nachdem er alle Untersuchungen abgeschlossen hatte. »Ich wette, du kannst dich schon ganz allein wieder anziehen.«
Stolz nickte Noah und streifte sich sein Sweatshirt über.
»Das wird ja immer besser«, rief Stefan Frank. »Und du weißt ja, wer so ein toller Helfer ist und praktisch alles allein macht, auf den wartet hier bei uns eine Belohnung aus Schwester Marthas Zauberkiste. Möchtest du dir was aussuchen gehen? Ich bespreche noch ein paar Sachen mit deiner Mama, und du hast mehr Zeit, dir zu überlegen, was du haben möchtest.«
Das ließ sich der kleine Junge nicht zweimal sagen. Im Handumdrehen flitzte er aus dem Sprechzimmer, um sich bei der herzlichen Schwester Martha, die alle Kinder gern hatten, ein kleines Spielzeug auszusuchen.
