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John und Nicole Harrison sind stolze Besitzer eines Cottage geworden. Für die ersten zwei Wochen lebt John während der Woche allein in dem romantischen Haus. Doch in den Nächten entfaltet das Haus ein Eigenleben. Was ist das? John spürt die Gegenwart von jemand anderem … Die Short Story im Umfang von 13 Normseiten ist eine Auskopplungen aus »Besuch zur Nacht« bzw. »VANDARK – Ein Spooky-Abend am Kamin«.
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Veröffentlichungsjahr: 2015
Inhaltsverzeichnis
Über dieses Buch
Home Sweet Home
Anmerkung zu „Home Sweet Home“
Auflösung zu „Home Sweet Home“
Über den Autor
Weitere Werke
Impressum
John und Nicole Harrison sind stolze Besitzer eines Cottage geworden. Für die ersten zwei Wochen lebt John während der Woche allein in dem romantischen Haus. Doch in den Nächten entfaltet das Haus ein Eigenleben. Was ist das? John spürt die Gegenwart von jemand anderem …
Die Kurzgeschichte ist auch in der Zusammenstellung „VANDARK – Ein Spooky-Abend am Kamin“ erschienen.
John und Nicole Harrison lagen sich freudig in den Armen, als sie vor ihrer Neuerwerbung standen, dem alten Walton Meadows Cottage in Meavy, unweit von Yelverton, am Rande des Dartmoor National Parks. Welch grandioses Kleinod – und zu einem sagenhaft günstigen Preis! Jetzt konnte John, der seinen neuen Job am University College of St. Mark & St. John in Plymouth vor wenigen Tagen angetreten hatte, in den eigenen vier Wänden übernachten. In drei Tagen, am Dienstag, könnte er schon einziehen. Nicole würde zwei Wochen später nach Beendigung ihres Jobs in Birmingham nachkommen und mit ihr all die gemeinsamen Möbel. Da standen sie Arm in Arm und malten sich eine kleine Familie mit mindestens zwei Kindern auf der Wiese unter den Bäumen hinter dem Haus spielend aus. Welch ein Traum!
*
John nahm noch einen Gute-Nacht-Schluck am bereits fast vollständig niedergebrannten Kaminfeuer. Der erste Abend im eigenen Haus! Was für ein Gefühl! Seine provisorische Bettstatt hatte er auf dem Sofa eingerichtet. Solange Nicole nicht auch hier war, störte es ihn nicht, dass das Bett noch in Birmingham stand. Er entkleidete sich und schlüpfte unter die flauschige Decke. Seine Hand fuhr noch einmal durch sein tiefschwarzes Haar, rieb seinen dunklen Drei-Tage-Bart. Bei sanftem Feuerschein wanderten seine Blicke noch einmal in dem Raum mit dem offen-liegenden Bruchstein-Mauerwerk auf und ab. Flackernde Schatten tanzten auf den Wänden. Die Unregelmäßigkeit der Steine verstärkten die zittrigen Bewegungen. Ein Spiel der Lichter und Schatten in einem geschichtsträchtigen Haus, das nun ihm und seiner Frau gehörte. Gemütlichkeit pur! John war glücklich – unendlich glücklich.
Als ihm die Augen zufielen, schalteten seine Gedanken langsam ab. Er hörte nur noch das Knistern im Kamin. Leiser und leiser. – Und ein Schnarchen. Keine Frage! John hörte ein Schnarchen. Und es war nicht seines. Ganz sicher nicht. So wach war er nun doch noch. Aber er war auch müde, todmüde. Und das Haus war leer, da war er sich auch sicher. Das Schnarchen war nicht mehr zu hören. Genauso sicher. Es war ein anstrengender Tag gewesen. Was spielten ihm seine Ohren nur für Streiche?
John drehte sich um. Die Müdigkeit gewann die Oberhand, und er fiel in seinen tiefen Schlaf.
*
Die wesentlichen Lebensadern waren installiert. Der TV-Anschluss funktionierte und das Telefon und sein PC hatten nun Verbindung zur Außenwelt. Das hatte heute Morgen mit den Monteuren perfekt geklappt.
Leben – du kannst eintreten!
Zur Feier des Tages gönnte John sich ein Abendessen im nahegelegenen Royal Oak Inn. Er lernte Paddy, den Wirt, kennen. Und einzelne ortsansässige Gäste wie Malcolm, Herbert und George, den aber alle nur Fuzzy nannten, wahrscheinlich, weil seine Haare so wild und zerzaust auf seinem Kopf tobten, als hätte sie seit Jahren kein Kamm mehr berührt.
Ein jeder beglückwünschte John zu seinem Kauf. Und der Neuzugezogene konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass das keine so dahingesagten Glückwünsche waren, wie man sie bei jeder Gelegenheit höflicherweise von sich gibt, sondern dass die Männer ihm tatsächlich Glück wünschten, als könnte er es gebrauchen.
„Stimmt mit dem Haus etwas nicht?“
„Doch, doch. Alles okay.“
„Aber …?“
„Och … nichts.“
„Ihr habt doch was … Aber ich habe es genauestens begutachtet.
