Loslassen und loslegen - Sigrid Engelbrecht - E-Book

Loslassen und loslegen E-Book

Sigrid Engelbrecht

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11,99 €

Beschreibung

Sind Sie beruflich und privat am richtigen Platz? Bei der Arbeit, in Ihrem Wohnort, in Ihrer Beziehung, in all Ihren verschiedenen Engagements? Oder wollen Sie etwas ändern? Mit Sigrid Engelbrechts Test zur Lebenszufriedenheit und sieben Meilensteinen der Veränderung erkennen Sie Ihre Chancen und verborgenen Potenziale, so dass Sie Schritt für Schritt behutsam Ihr Leben verändern können. Bis Sie wieder leben, wie Sie wollen, und spüren: "Hier bin ich richtig!"

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 185

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Sigrid Engelbrecht

Loslassen und Loslegen

7 Meilensteinezur erfolgreichen Veränderung

Impressum

© KREUZ VERLAG

in der Verlag Herder GmbH, Freiburg im Breisgau 2013

Alle Rechte vorbehalten

www.kreuz-verlag.de

Umschlaggestaltung: Vogelsang Design

Umschlagmotive: © ecco/©Aleksandr Kurganov/

© M.R. Swadzba – Fotolia.com

ISBN (E-Book) 978-3-451-80011-5

ISBN (Buch) 978-3-451-61146-9

Inhalt

Vorwort

Meilenstein 1: Festhalten oder loslassen?

Was tun, wenn sich das Leben nicht ans Drehbuch hält?

Das »Warteschleifen-Syndrom« oder »Irgendwann einmal werde ich …«

Zwischenbilanz: Wo stehen Sie?

Selbsttest Lebenszufriedenheit

Die Zeichen erkennen

Schneller Schnappschuss: Was charakterisiert Ihr Leben?

Warum wir so lange verharren – obwohl wir es besser wissen

Der richtige Platz kann viele Gesichter haben

Meilenstein 2: Was Ihre Einzigartigkeit ausmacht

Wie sehen Sie sich selbst?

Wie würden Sie sich gerne sehen? Wie sehen andere Sie?

Womit beschäftigen Sie sich am liebsten?

Konstruktiver Umgang mit den eigenen Schwächen

Alte Stärken – neue Stärken: Ihr Stärken-Portfolio

Meilenstein 3: Auf der Spur der Lebensträume

In eine neue Richtung denken: Jetzt!

»Goldene Momente« lokalisieren

Das Prinzip Wunderlampe: Was würde ich in meinem Leben anfangen, wenn …

Was uns zum Erblühen bringt

Erkennen, was dem eigenen Wesen entspricht

Die 10-Punkte-Wunschliste

Meilenstein 4: Neue Ziele, neue Wege

Ziele gibt es in allen Größenordnungen

Das Ziel muss es wert sein

Wie aus einem Traum ein Ziel wird

Ziele SMART definieren

Risiken, Einwände und Hindernisse

Nie ohne Plan B

Meilenstein 5: Die Entscheidung

Der Weg über den Rubikon

Love it – Change it – Leave it und der kartesische Fragensatz

Das Umfeld mitbedenken

Entscheidungsfaktoren gewichten

Klare Abschiede: Die Kunst des Loslassens

Meilenstein 6: Schritt für Schritt zum Ziel

Vom Denken zum Tun

Vorbilder zeigen, was möglich ist

Erweitern Sie Ihr Wissen und Können

Das persönliche Logbuch

Wie Sie Fehler als Lernschritte werten

Würdigen, was Sie erreicht haben

Meilenstein 7: Kraftquellen und Ressourcen auf dem Weg

Welche Aktivitäten sind kraftspendend, welche kraftzehrend?

Die Kunst, Erfahrungen ihren Sinn abzugewinnen

Wie Sie sich selbst unterstützen können

Wer Ihnen guttut

Wie Sie sich immer wieder neu motivieren können

Literatur- und Linkempfehlungen

Wegweiser zu den Übungen

Vorwort

»Ihre Zeit ist begrenzt! Vergeuden Sie nicht Ihre Zeit damit, dass Sie das Leben eines anderen leben«, sagte Steve Jobs anlässlich einer Abschlussfeier an der Stanford University im Jahr 2005.

Wohl jeder möchte ein erfülltes Leben führen und am Ende etwas sagen können wie: »Mein Leben war schön und voller bewegender Momente, ich bereue nichts und ich vermisse nichts. Es war gut, so wie es war.«

Viele warten allzu lang damit, ihren Wünschen und An- liegen den Platz im Leben zu geben, den es braucht, um sich entfalten zu können. Spät wird ihnen bewusst, dass vieles, was sie bislang für wichtig hielten, letztlich unwichtig war und anderes, dem sie wenig Bedeutung beigemessen haben, umso wichtiger gewesen wäre. Es schmerzt, wenn man erkennen muss, dass man ein Leben nach den Fahrplänen anderer geführt hat und nicht zum Eigentlichen gekommen ist, dem, was man irgendwann einmal für sich selbst als gut und richtig erkannt hatte.

Manchmal ist der Frust offensichtlich, der den Hinweis gibt, irgendwie »falsch« platziert zu sein. Doch es kann auch ein leise nagendes Gefühl der Unzufriedenheit sein oder der Körper, der mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Kreislaufstörungen darauf hinweist, dass etwas falsch läuft. Und einem sagt, dass das Leben, so wie man es führt, deswegen so belastet ist, weil es eigentlich überhaupt nicht dem entspricht, was man wünschte und wollte, und dass es zum »Leben eines anderen« geworden ist.

Im Alltag scheinen wir von Sachzwängen förmlich umzingelt zu sein: Die Lage am Arbeitsmarkt lässt häufig kaum eine Wahl, geschweige denn eine gute Wahl zu. Man nimmt, was man kriegen kann, denkt vielleicht: »Das ist ja nur vorübergehend«, doch irgendwann hat man sich mit den Gegebenheiten arrangiert und schießt die eigenen Träume und Wünsche in den Wind. Resigniert. Gibt auf. Macht Dienst nach Vorschrift. Hat sich innerlich schon verabschiedet. Es sei denn – man steuert gegen, sobald einem klar ist, dass man an dem Platz, an dem man ist, nicht glücklich wird …

Das Gefühl, irgendwie »falsch« zu sein, ist natürlich

nicht nur eine Frage des Arbeitsplatzes oder der Position, die man dort einnimmt. Für manch einen ist der Arbeitsalltag so, wie er ist, im Großen und Ganzen gut handhabbar – und trotzdem fehlt die Zufriedenheit. Irgendetwas scheint zu fehlen oder scheint mehr zu belasten, als man es sich zugesteht. Das Gefühl, »im falschen Film zu sein«, kann sich auch auf den zwischenmenschlichen Bereich beziehen. Eine Partnerschaft, die schon lange diesen Namen nicht mehr verdient, Kontakte, die einem nicht wirklich etwas geben … Oder eine Umgebung, in der man sich nicht erholen und entfalten kann … Es gibt vieles, was dazu beiträgt, sich fehl am Platz zu fühlen, zu sehen, dass Wichtiges nicht realisiert und etliches versäumt wurde, anderes wiederum sich in der täglichen Routine abgenutzt hat.

Insbesondere Geburtstage oder Jahreswechsel werden oft zum Anlass, über das eigene Leben nachzudenken und sich zu fragen, ob man den Weg, den man eingeschlagen hat, tatsächlich weitergehen will.

Eines ist klar: Dieses Gefühl, »falsch« zu sein, wäre nicht da, hätte man nicht tief in sich selbst eine Vorstellung davon, wie ein glückliches Leben aussehen könnte. Und was notwendig ist, um das, was da in einem schlummert, auch verwirklichen zu können.

Die sieben Meilensteine zur erfolgreichen Veränderung

markieren Ihren Weg: Auf diesem kommen Sie versteckten Unzufriedenheiten auf die Spur und den tiefer liegenden Gründen dafür. Sie werden entdecken, wo Ihre verborgenen persönlichen Potenziale liegen, und für sich entscheiden, wie Sie diese zukünftig nutzen und entfalten werden.

Anhand von Fallbeispielen, praktischen Übungen und Tipps vertiefen Sie die Kenntnis Ihrer inneren Muster und lernen Sie Schritt für Schritt, sie behutsam zu verändern – weg vom Gefühl der Fremdbestimmung und hin zum Entdecken und Umsetzen der eigenen Möglichkeiten.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg auf Ihrem neuen Weg.

Ihre

Sigrid Engelbrecht

Meilenstein 1:Festhalten oder loslassen?

Am Beginn unserer Reise zu neuen Wegen und Zielen erhalten Sie einen Einblick in die Folgen des allgegenwärtigen Entscheidungsdrucks und machen Bekanntschaft mit dem »Warteschleifen-Syndrom«, das uns oft davon abhält, zu unserem eigenen Besten aktiv zu werden. Eine Zwischenbilanz über den bisherigen Werdegang zu ziehen hilft dabei, das Charakteristische Ihrer Situation klarer zu erkennen. Dabei kommen Sie den Widersprüchen auf die Spur zwischen dem, was Sie wollten oder aktuell wollen, und dem, was nicht in Ihrem Sinne läuft. Nachdem Sie Ihre Zufriedenheits- und Unzufriedenheitszonen aufgedeckt haben, erkennen Sie deutlicher, wo es »klemmt« und wo es besonders wichtig ist, neue Lösungen zu finden.

Was tun, wenn sich das Leben nicht ans Drehbuch hält?

Von früh an werden wir schon mit einer überwältigenden Vielfalt an Möglichkeiten konfrontiert, das eigene Leben zu gestalten, sodass die Qual der Wahl uns ständig fordert – und manchmal auch überfordert. Dabei haben wir Glück, überhaupt so viele Gestaltungsmöglichkeiten zu haben. Frühere Generationen hätten die meisten unserer heutigen Biografien schon für ungewöhnliche Glücksfälle gehalten: ein Job, mit dem man klarkommt und der einen nicht körperlich schindet, eine halbwegs gesunde Familie, Zeit für Hobbys, Fernsehen, Weiterbildung und die Erfüllung vieler materieller Wünsche.

Und noch nie zuvor in der Geschichte gab es so viele verschiedene Wege, was Ausbildungen und mögliche Berufe angeht. Doch die große Zahl der Wahlmöglichkeiten hat unser Leben zwar bereichert, aber nicht unbedingt einfacher gemacht, denn in diesem Dickicht können wir uns rasch verirren. Was ist richtig, was ist falsch? Was liegt mir, was liegt mir nicht? Wo habe ich Entwicklungs- und Karrierechancen und wo nicht?

Was genau läuft im Hier und Heute eigentlich falsch, sodass wir nicht so zufrieden mit uns und unserem Leben sind, wie wir sein könnten?

Vielleicht sahen unsere Vorstellungen von einem guten Leben einmal ganz anders aus. Vielleicht hat uns unerwartet etwas aus der Bahn geworfen, wodurch wir uns von einem Zukunftstraum verabschieden mussten, der uns besonders am Herzen lag. Oder wir haben Entscheidungen getroffen, die uns gut und sinnvoll erschienen, mit denen wir aber jetzt nicht mehr glücklich sind. Vielleicht hat sich das Leben einfach nicht an das ihm zugedachte Drehbuch gehalten. Auf einmal haben sich Begegnungen, Ereignisse und Szenen eingeschlichen, die wir so auf keinen Fall haben wollten.

Oder wir hatten gar kein Drehbuch, wussten nicht so recht, was wir eigentlich wollten, und griffen zum nächstbesten, das des Weges kam. Ließen uns etwa von anderen erklären, was gut für uns wäre, und ignorierten unser Bauchgefühl, das Bedenken signalisierte. Wenn andere für uns entscheiden, können wir zudem der Selbstverantwortung elegant aus dem Weg gehen. Wir wissen dann ja immer genau, wer schuld ist, wenn etwas schief geht.

Gerade in einer frühen Lebensphase, in der die Gedanken an Zukünftiges sich meist auf die nächsten Monate beschränken, ist festzulegen, welcher berufliche Weg eingeschlagen werden soll. Das kann überfordern. Die Erwartungen der Eltern spielen eine Rolle, das Ansehen in der Clique, Notendurchschnitt und Zeugnis und oftmals auch die Situation auf dem Ausbildungsmarkt, die Wünschen und Träumen Grenzen setzt. Und so hat die Berufswahl oft wenig mit den eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu tun. Das Problem bei halbherzigen Entscheidungen ist jedoch, dass sie auf Dauer selten zu Glück oder zu Erfolg führen.

Stärker als durch andere Einflussfaktoren wird unser Leben von den Entscheidungen geprägt, die wir treffen. Unter der Vielzahl möglicher Lebensentwürfe wählten wir vielleicht denjenigen, der uns am leichtesten zu realisieren oder auch am wenigsten risikoreich erschien. Manch einer ist so an einem anderen Platz gelandet, als irgendwann einmal erträumt – und hat sich gut darin eingerichtet. Denn zumeist gab und gibt es nicht nur eine einzige Option für uns, sondern wir bringen für ganz unterschiedliche Tätigkeiten entsprechende Gaben und Fähigkeiten mit. Wir sind anpassungs- und wandlungsfähig und können diese Kompetenzen in unterschiedlichen Arbeitsfeldern einbringen. Und so lassen wir einen alten Traum ziehen, weil wir neue Möglichkeiten für uns gefunden haben, und das ist völlig in Ordnung.

Doch manchmal hat die Wahl auch in eine Sackgasse geführt. Wenn wir uns als Menschen in Lebensentwürfen einrichten, die überhaupt nicht dem entsprechen, was wir eigentlich für uns selbst als stimmig und richtig empfinden, kann uns dies auf Dauer deprimieren und erschöpfen. Der scheinbar bequemere Weg ist auf einmal gar nicht mehr bequem, sondern wird zu einer Last. Dann bedrückt es, die eigenen Potenziale nicht ausschöpfen zu können und das, was man einst wollte, aus den Augen verloren zu haben. Wir sind uns selbst fremd geworden, spüren, dass wir nicht die sind, die wir »eigentlich« sein wollten und sein könnten.

Häufige schlechte Laune, viele Misserfolgserlebnisse, Langeweile und Überdruss, unterschwellige Gereiztheit und auch bei nichtigen Anlässen rasch aufflammender Ärger sind typische Phänomene, die häufig im Schlepptau einer chronischen Unzufriedenheit auftreten. Und ständig drängt sich die Frage auf: Was soll das hier überhaupt, was tue ich eigentlich hier?

Wenn Sie sich auf Dauer mit Dingen beschäftigen, die nicht Ihren Neigungen, Talenten und Fähigkeiten entsprechen, dann sind Stress, Ärger und Verdruss vorprogrammiert. Wer beispielsweise eher zahlen- und faktenorientiert ist, fühlt sich bei einer Tätigkeit im Verkauf eher unwohl, denn hier sind kommunikative Fähigkeiten gefordert. Ein kreativer Geist leidet in Umgebungen, wo es auf Logik und Einhalten von Regeln ankommt, ein Kommunikationsfreudiger verzweifelt, wenn er im stillen Kämmerlein seine Tage isoliert von anderen verbringen muss. Kann man wesentlichen Vorlieben und Neigungen bei der täglichen Arbeit keinen Ausdruck geben, dann schafft dies Verdruss – und der lässt sich auch nicht einfach mit einer positiveren Sicht auf die Dinge aus der Welt schaffen. Etwas Wesentliches bleibt ungelebt – und will doch gesehen werden!

Das »Warteschleifen-Syndrom« oder: »Irgendwann einmal werde ich …«

Sie möchten gerne etwas in Ihrem Leben anders als bisher gestalten und suchen nach Ideen und Wegen, wie Sie das am besten anstellen. Wovon träumen Sie? Ein gemütliches Zuhause, eine glückliche Familie, eine Arbeit, die mehr ist als nur irgendein Job: Was genau brauchen Sie, um sich erfüllt und zufrieden zu fühlen? Und was genau fehlt Ihnen dazu?

Meist ist massive Unzufriedenheit mit der momentanen Situation der Grund dafür, etwas verändern zu wollen, manchmal auch ein immer wieder aufflackerndes unterschwelliges Unbehagen. Aber meist schieben wir die Auseinandersetzung mit dem, was da drückt und quält, vor uns her – aus Angst vor den Konsequenzen, finden alle möglichen Begründungen dafür, weshalb wir jetzt ausharren müssen, statt aktiv zu werden.

»Wenn erst einmal das Haus abbezahlt ist …«, »Wenn die Kinder groß sind …«, »Wenn der Stress im Job nicht mehr so schlimm ist …«, »Wenn ich zehn Kilo abgenommen habe …«

Wenn …, dann … – und erst dann. Dann kann ich endlich glücklich sein. Aber ist es sinnvoll, so zu denken?

Sicherlich, Vorfreude ist eine besonders schöne Freude. Wenn wir uns auf etwas freuen, fühlen wir uns beschwingt und beflügelt. Das bezieht sich auf Ereignisse, die wir uns in der Fantasie ausmalen und wo absehbar ist, wann sie tatsächlich eintreffen werden. Ganz anders, wenn wir unser Glück und Wohlbefinden an weit in der Zukunft liegende Ereignisse knüpfen, die eintreten – oder auch nicht. Die Erfüllung unserer Sehnsucht scheint nicht näher zu rücken, ja, sie scheint sich im Gegenteil immer weiter von uns zu entfernen und wir werden uns schmerzlich der stetig vergehenden Zeit bewusst. Doch müssen erst lange Jahre vergehen, bevor wir zu dem kommen, was wir uns wünschen und ersehnen? Und was machen wir in der Zwischenzeit?

Menschen, die ihr Leben voll ausschöpfen, ihre Träume verwirklichen und das Beste aus dem machen, was sie an Rahmenbedingungen für ihr Leben vorfinden, sind nicht einfach nur besondere Glückspilze. Das Geheimnis, warum sie ein zufriedenes Leben führen, liegt darin, dass sie ihre Bedürfnisse ernst nehmen und sich für ihr Dasein, ihre Gesundheit, ihr Glück und die Erfüllung ihrer Wünsche selbst in der Verantwortung sehen, statt immer neue Gründe dafür heranzuziehen, warum etwas nicht geht. Sie stellen sich Fragen wie »Was ist mir wichtig?«, »Worauf kommt es mir besonders an?«, »Was kann ich tun, um dem, was mich glücklich macht, näherzukommen?« Vielleicht haben Sie sich solche Fragen schon lange nicht mehr gestellt, waren so sehr damit beschäftigt, zu funktionieren, es anderen recht zu machen und nach deren Vorstellungen zu leben, dass Sie sich und Ihre Bedürfnisse aus den Augen verloren haben.

Dies gilt umso mehr, wenn uns bewusst wird, dass die vor uns liegende Zeit sich nicht endlos ausdehnt, sondern unsere Lebensspanne begrenzt ist. Wenn wir merken, dass wir nicht mehr, so wie es uns lange schien, zahllose Optionen haben, mit denen wir unser Leben gestalten können, sondern gut daran täten, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und doch scheuen wir uns oft vor den Konsequenzen, die eine solche Erkenntnis nach sich zieht, denn dann gilt es, Schnitte zu machen, sich von Dingen, Tätigkeiten und auch von Menschen zu trennen, die nicht guttun, und sich neu zu orientieren.

Wenn wir nicht in der richtigen Richtung unterwegs sind, erleben wir das als deprimierend und innerlich lähmend. Egal, ob wir selbst eine unpassende Wahl getroffen haben oder andere für uns haben entscheiden lassen: Nun stecken wir in einer unbefriedigenden Situation fest. Haben vielleicht einen langweiligen Beruf gewählt, uns für ein Häuschen am Stadtrand verschuldet oder einen Partner gewählt, der nicht zu uns passt. Vielleicht folgen wir dann dem inneren Diktat: »Was ich einmal angefangen habe, muss ich auch zu Ende bringen« oder hoffen darauf, dass »sich irgendwann alles wenden wird«. Wir knüpfen dies an die wohlbekannten Vorbedingungen: »Wenn erst …, dann …«

Oder wir ergeben uns in das, was wir für unser Schicksal halten, und trauen uns keinen Aufbruch zu etwas anderem zu, verharren mutlos und verzagt im Status quo. Ab und zu bahnt sich dann der Unmut einen Weg, dann sind wir unzufrieden, reagieren auf Ansinnen anderer frustriert oder gereizt. Danach verstehen wir uns selber nicht, warum wir bei jedem noch so banalen Anlass so aus der Haut fahren. Und verfallen wieder ins geduldige Ertragen – bis zum nächsten Mal. Solche Unlust-Schleifen sind vielen vertraut. Parallel dazu wächst die Befürchtung, vielleicht etwas sehr Wichtiges unwiederbringlich verpasst zu haben, und man sieht Monat für Monat und Jahr für Jahr die Zeit ins Land ziehen. Irgendetwas müsste sich tun, eine Chance, ein Impuls, ein Wink des Himmels … Aber von woher soll es einem einfach so zufliegen? Tatsächlich gibt es solche unverhofften Gelegenheiten. Doch völlig untätig einfach nur darauf zu warten, dass »irgendetwas« die Wende bringen wird, ist nicht zu empfehlen: Aus Jahren passiven Wartens können leicht auch Jahrzehnte werden. Denn während wir uns Hoffnungen machen, machen wir in der Regel nichts anderes. Wer lediglich hofft, handelt nicht.

Zudem: Wenn die Chance zur Veränderung sich dann – irgendwann – tatsächlich böte: Hätten wir dann nach Jahren der Inaktivität Mut genug, sie zu nutzen? Oder hätten wir uns nicht in der Zwischenzeit mehr und mehr unserem Schicksal ergeben, uns angepasst und versucht, nicht an die verstreichende Zeit zu denken? Darüber ließe sich lange spekulieren und grübeln. Besser als alle Spekulation und Grübelei ist es jedoch, aktiv zu werden.

Wenn Sie herausfinden möchten, worum es Ihnen wirklich im Leben geht, kommen Sie nicht drum herum, sich Zeit zu nehmen, sich mit sich selbst und den eigenen Wünschen und Vorstellungen zu beschäftigen. Dabei ist es zunächst wichtig, sich über zwei einfache Dinge klarer zu werden:

Wo stehe ich jetzt?

Wo will ich hin?

Sich zu vergegenwärtigen, was die persönliche Situation kennzeichnet, und dies zum Ausgangspunkt für künftige Veränderungen zu machen beendet das fruchtlose »Nachkarten« im Stile von »Wenn dieses und jenes in meinem Leben anders gelaufen wäre, dann könnte ich …« Stattdessen nehmen Sie wahr, was ist.

Der ersten Frage, »Wo stehe ich jetzt?«, sind die nachfolgenden Abschnitte gewidmet; die zweite Frage, »Wo will ich hin?«, greifen wir im 4. Kapitel wieder auf.

Zwischenbilanz: Wo stehen Sie?

Bisheriger Werdegang

1..............................10

Berufliches Tätigkeitsfeld

1..............................10

Betriebsklima

1..............................10

Karriereaussichten

1..............................10

Finanzen

1..............................10

Partnerschaft

1..............................10

Familie, Kinder

1..............................10

Freundschaften

1..............................10

Wohnen, Umfeld

1..............................10

Eigene Attraktivität

1..............................10

Freizeit und Hobby

1..............................10

Gesundheit

1..............................10

Bildung, Weiterbildung

1..............................10

Spiritualität

1..............................10

Wie sieht es aus? Wahrscheinlich haben Sie bei den einzelnen Aspekten unterschiedlich gewertet. Ziel ist nun nicht, überall einen Skalenwert von 10 zu erreichen, sondern in den Bereichen, die Ihnen besonders wichtig sind, auf der Skala zu punkten. Wenn Sie beispielsweise Ihr Tätigkeitsfeld sehr interessant finden (gefühlter Skalenwert 9), Sie jedoch wenig Aufstiegsmöglichkeiten sehen (gefühlter Skalenwert 4), Karriere aber für Sie keine maßgebliche Bedeutung hat, dann können Sie mit dem gefühlten Skalenwert auch gut leben. Ganz anders, wenn Sie der Karriere einen hohen Wert beimessen: Dann würde es eine große Rolle für Ihre Lebenszufriedenheit spielen, wenn Sie den Eindruck haben, in Ihrem Job nicht vom Fleck zu kommen.

Bringen Sie also die 14 aufgeführten Lebensaspekte in die für Sie stimmige Reihenfolge. Was ist Ihnen am wichtigsten? Was am zweitwichtigsten? Und was sind die Aspekte, die Sie in die hinteren Ränge verweisen, die für Sie weniger Bedeutung haben?

Richten Sie sich beim Festlegen Ihrer Prioritäten wieder nach Ihrem Gefühl, nicht danach, was Ihnen nach Meinung anderer am wichtigsten sein »sollte«.

Betrachten Sie nun die obersten fünf Lebensaspekte in der von Ihnen individuell festgelegten Rangfolge. Hier finden sich die Faktoren, die am maßgeblichsten für Ihre Lebenszufriedenheit sind. Positive Veränderungen heben hier das persönliche Energielevel und die Stimmung am nachhaltigsten.

Selbsttest Lebenszufriedenheit

Finden Sie nun mittels des nachfolgenden Tests noch genauer heraus, was ihre problematischen Punkte sind. Treffen Sie eine Einschätzung darüber, womit Sie gut leben können und was Sie so unzufrieden macht, dass Sie besser neue Wege für sich selbst finden sollten.

In diesem Abschnitt finden Sie eine Reihe von Aussagen. Nehmen Sie bitte zu jeder davon Stellung und kreuzen Sie dazu jeweils eine Zahl von 0 bis 3 an, je nachdem, wie typisch die jeweilige Aussage für Sie ist.

Die Zahlen stehen für:

[0] kommt nie oder kaum vor

[1] kommt selten/nur in speziellen Situationen vor

[2] ist in vielen Situationen typisch für mich

[3] ist ganz generell typisch für mich

Treffen Sie Ihre Einschätzung möglichst spontan, überlegen Sie nicht lange. Es handelt sich nur um eine Momentaufnahme, nicht um etwas, was in goldenen Lettern für alle Zeiten in Stein gehauen ist. Es ist beim Ausfüllen auch nicht wichtig, ob Sie Ihre Einschätzung begründen können. Was zählt, ist allein Ihr Gefühl, bezogen auf Ihre aktuelle Situation – nicht das, was sein »sollte«.

Kreuzen Sie pro Aussage jeweils nur ein Kästchen an, und lassen Sie bitte keine Aussage aus.

[0]

[1]

[2]

[3]

1. Ich bin meistens gut gelaunt, optimistisch und zuversichtlich.

2. Meine Arbeit baut auf meine Kompetenzen und Fähigkeiten auf.

3. Ich habe ein gutes Verhältnis zu meinen Kolleginnen und Kollegen und werde von ihnen akzeptiert.

4. Ich fühle mich gesund und fit.

5. Wenn ich Probleme habe, kann ich mich jederzeit an eine Person meines Vertrauens wenden.

6. Ich sehe einen Sinn in meinem Leben.

7. Ich empfinde meine jetzige berufliche Situation als gut und habe eine Arbeit, die mir Spaß macht.

8. Meine privaten Beziehungen erlebe ich als befriedigend und wertvoll.

9. Ich habe ein gutes Verhältnis zu den Menschen in meiner Umgebung (z. B. den Nachbarn, Kollegen etc.).

10. Ich bin zufrieden mit meinem Aussehen und finde mich attraktiv.

11. Wenn ich auf die vergangenen Monate zurückblicke, herrscht ein Gefühl der Zufriedenheit vor.

12. Ich finde die Höhe meines Einkommens angemessen und akzeptabel.

13. In den meisten Bereichen entspricht mein Leben meinen Vorstellungen.

14. Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich nur wenig ändern.

15. Ich empfinde das Maß an Freizeit, das mir zur Verfügung steht, als okay so, wie es ist.

16. Ich verstehe mich gut mit meinen Vorgesetzten oder Auftraggebern.

17. Es ist willkommen, dass ich meine Ideen und Wünsche bei der Arbeit einbringe.

18. Ich komme gut mit meinen Kunden/Klienten zurecht, erhalte positive Rückmeldungen.

19. Ich fühle mich den Anforderungen in meiner Arbeit gut gewachsen.

20. Ich bin mit meinem sozialen Umfeld zufrieden.

21. Zu meiner Herkunftsfamilie habe ich ein gutes Verhältnis.

22. Ich fühle mich in meiner Ehe/Partnerschaft wohl.

23. Ich glaube, dass Gott/das Schicksal es gut mit mir meint.

24. Ich fühle mich voll akzeptiert von den Menschen, die mir am nächsten stehen.

25. Neben meinem Beruf bleibt genügend Zeit für Hobbys und andere Freizeitaktivitäten.