Verlag: Diana Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2013

Sehnsucht der Unschuldigen E-Book

Nora Roberts

4.55 (20)

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E-Book-Beschreibung Sehnsucht der Unschuldigen - Nora Roberts

Sieh dich vor, die Nächste bist du ...In dem verschlafenen Städtchen Innocence ist die Zeit stehengeblieben. Scheinbar der perfekte Ort für die Musikerin Caroline Waverly, um nach schweren Zeiten wieder zu sich selbst zu finden. Doch die Idylle trügt: Seit einiger Zeit erschüttert eine Mordserie an jungen Frauen den kleinen Ort. Hauptverdächtiger ist der attraktive Erbe einer Farm — und gerade er scheint ein Auge auf Caroline geworfen zu haben…

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E-Book-Leseprobe Sehnsucht der Unschuldigen - Nora Roberts

NORA ROBERTS IM GESPRÄCH

Gab es jemanden, der Ihr Schreibtalent in jungen Jahren gefördert hat? Jede meiner Lehrerinnen hat mir geholfen. Ich mache manchmal Witze über die Nonnen, die mich unterrichtet haben, aber die Disziplin, die sie einem vermitteln, die bleibt. Sie können der beste Schriftsteller der Welt sein, aber solange Sie keine Disziplin an den Tag legen können, werden Sie kein einziges Buch veröffentlichen.

Gibt es etwas, das Ihnen am Buchgeschäft missfällt?

Schreiben als Geschäft – damit meine ich das ganze Drumherum, das nicht das eigentliche Schreiben ist – ist manchmal schon anstrengend. Lesereisen zum Beispiel können lang und ermüdend sein. Das Schreiben selbst finde ich wunderbar, sogar dann, wenn es mal nicht so gut läuft. Es geht einfach nichts über eine Arbeit, die man wirklich liebt! Am besten sind die Tage, an denen man es kaum erwarten kann, den Computer hochzufahren. Und ich kann sogar im Schlafanzug arbeiten – besser geht’s doch nicht!

Wie bereiten Sie sich auf ein neues Buch vor?

Ehrlich gesagt, gar nicht. Ich habe eine vage Idee, ich stelle die nötigen Nachforschungen an – die ich dann auch während des ganzen Schreibprozesses fortführe –, und dann setze ich mich hin und beginne. Das war’s. Ach ja, und ich achte darauf, dass immer ein Vorrat an Pepsi light, Salzbrezeln und Schokolade vorhanden ist.

Welchen Rat würden Sie jungen Schriftstellern mit auf den Weg geben? Schreibt das, was ihr selbst gerne lest. Konzentriert euch auf euer Buch, ganz egal, was die Trends auf dem Buchmarkt gerade sind. Schriftsteller sein ist ein Traumberuf, und wenn ihr das nicht genießen könnt, verpasst ihr das Beste daran!

ZUR AUTORIN

Nora Roberts wurde 1950 in Maryland geboren und gehört inzwischen zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt. Ihre Bücher haben eine weltweite Gesamtauflage von 300 Millionen Exemplaren. Mit ihrem letzten Roman Lockruf der Gefahr (Diana 2009) eroberte sie auch in Deutschland wie so viele Male zuvor die Bestsellerlisten. Nora Roberts hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann in Boonsboro/ Maryland.

Inhaltsverzeichnis

NORA ROBERTS IM GESPRÄCHZUR AUTORINWidmungPrologKapitel 1Kapitel 2Kapitel 3Kapitel 4Kapitel 5Kapitel 6Kapitel 7Kapitel 8Kapitel 9Kapitel 10Kapitel 11Kapitel 12Kapitel 13Kapitel 14Kapitel 15Kapitel 16Kapitel 17Kapitel 18Kapitel 19Kapitel 20Kapitel 21Kapitel 22Kapitel 23Kapitel 24Kapitel 25Kapitel 26Kapitel 27Kapitel 28Kapitel 29Kapitel 30Copyright

Dem Colonel und seinen Yankees gewidmet

Prolog

An einem eisigen Februarmorgen fand Bobby Lee Fuller die erste Leiche. Zumindest hieß es, er habe sie gefunden, wenngleich er in Wirklichkeit über die verstümmelten Reste von Arnette Gantrey geradezu gestolpert war. Im Endeffekt lief es natürlich auf das gleiche hinaus, und noch lange Zeit sollte ihr weißes Gesicht Bobby Lee bis in seine Träume verfolgen.

Hätte er sich am Abend davor nicht wieder einmal endgültig mit Marvella Truesdale zerstritten, dann wäre er brav zur Schule gegangen und hätte sich mit Shakespeares Macbeth herumgeplagt. Statt dessen aber war er zum Gooseneck-Fluß hinunter gelaufen. Weil ihn der letzte Streit in seiner anderthalbjährigen krisengeschüttelten Romanze mit Marvella ziemlich mitgenommen hatte, hatte er beschlossen, mal einen Tag gar nichts zu lernen, um wieder etwas zu sich zu kommen. Vor allem wollte er dieser spitzzüngigen Marvella zeigen, daß er ein echter Mann war und kein Waschlappen.

In seiner Familie hatten die Männer ja immer das Zepter fest in der Hand gehabt – oder wenigstens so getan als ob. Einer wie er wollte doch mit so einer Tradition nicht einfach brechen!

Mit neunzehn Jahren war Bobby Lee eine Bohnenstange von über einsachtzig, der freilich das Wachstum in die Breite noch bevorstand. Aber immerhin baumelten an seinen dürren Ärmchen große Hände, die bei der Arbeit gut zupacken konnten. Die hatte er von seinem Vater geerbt. Von seiner Mutter hatte er das volle schwarze Haar und die dichten Wimpern. Das Haar kämmte er sich gern nach hinten, ganz so wie sein großes Vorbild James Dean.

Dean war für ihn ein Mann von echtem Schrot und Korn. So einer gab sich gewiß nicht mit Büchern und Lernen ab. Wäre es nach Bobby Lee gegangen, würde er auch nicht mehr die Schulbank drücken, sondern vierzig Stunden die Woche in Sonny Talbots Autowerkstatt arbeiten. Aber leider hatte seine Mama andere Pläne mit ihm, und niemand in Innocence, Mississippi, legte sich freiwillig mit Happy Fuller an. Daß ihr Ältester nun auch im zweiten Anlauf mit Pauken und Trompeten durch die Abschlußprüfung gefallen war, das hatte Happy ihrem Sohn noch immer nicht verziehen. Und wäre er nicht so niedergeschlagen gewesen, hätte sich Bobby Lee garantiert mehr dahintergeklemmmt, doch Marvella gehörte zu den Mädchen, bei denen ein Mann – zumal einer von echtem Schrot und Korn – sich zu Unüberlegtheiten hinreißen ließ.

So schwänzte Bobby Lee wider bessere Einsicht die Schule, hockte sich trotz klirrender Kälte an das Ufer des Gooseneck und ließ die Angelleine im trüben, braunen Flußwasser treiben. Sein Daddy sagte immer, wenn ein Mann große Probleme wälze, dann solle er sich irgendwo ans Wasser setzen und einfach mal sehen, was so anbiß. Es komme auch gar nicht darauf an, ob man etwas fange, Hauptsache, man sei draußen.

»Scheißweiber!« schimpfte Bobby Lee und verzog die Lippen zu einem in langen Stunden vor dem Spiegel geübten höhnischen Grinsen. »Die können mich doch alle kreuzweise, die dämlichen Zicken!«

Er konnte gut ohne die Schmerzen leben, die Marvella ihm mit ihren hübschen Händen zufügte. Seit sie es zum ersten Mal auf dem Rücksitz seines Cutlass miteinander getrieben hatten, hatte sie ihn ständig auseinandergenommen und nach ihrer Fasson wieder zusammengesetzt.

Irgendwie gefiel das alles Bobby Lee Fuller überhaupt nicht. Selbst dann nicht, wenn sie sich mal nicht stritten und sie ihn mit ihrer Liebe überschüttete. Oder sie ihm auf dem Gang der Jefferson Davis High School mit ihren blauen Kulleraugen nur für ihn bestimmte Geheimnisse zuzuflüstern schien. Und auch dann nicht, wenn sie ganz nackt war und ihn zur Ekstase trieb.

Vielleicht liebte er sie ja doch, und vielleicht war sie wirklich intelligenter als er, aber der Teufel sollte ihn holen, wenn sie ihm weiter auf der Nase herumtanzte!

Bobby Lee ließ sich ins Schilf zurücksinken. In der Ferne hörte er das einsame Pfeifen eines Güterzugs und über sich das Flüstern des naßkalten Winterwinds. Die Angelleine dümpelte träge im Wasser. Kein Fisch wollte anbeißen.

Warum ging er nicht einfach nach Jackson und streifte endlich den Staub von Innocence von seinen Schuhen ab? Er war ja ein guter Automechaniker – ein verdammt guter sogar – und konnte in der Stadt sicher auch ohne Abschlußzeugnis einen passablen Job finden. Verdammter Mist, man brauchte doch nichts über so einen obskuren Macbeth oder stumpfwinklige Dreiecke zu wissen, um einen kaputten Vergaser wieder hinzukriegen! In Jackson würde er den anderen schon zeigen, wie man Autos repariert. Über kurz oder lang, würde er sich auch selbständig machen, und dann konnte sich Marvella Truesdale in Innocence ihre blauen Kulleraugen nach ihm ausheulen.

Eines Tages würde er dann zurückkommen. Ein Lächeln huschte bei diesem Gedanken über sein markantes Männergesicht, und seine schokoladenbraunen Augen leuchteten, daß Marvella Herzklopfen bekommen hätte. Jawohl, er würde zurückkommen! Und die Zwanzigdollarscheine würden nur so aus den Taschen seines maßgeschneiderten italienischen Anzugs quellen. Aus seinem Fuhrpark würde er sich seinen klassischen Cadillac herauspicken und durch die Stadt rauschen. Mit soviel Reichtum würden selbst die Longstreets nicht mehr mithalten können.

Marvella aber würde sich nach ihm verzehren. Vor Larssons Laden würde sie stehen und ihre knochigen Hände vor den großen Brüsten ineinander verkrallen. Dicke Tränen würden bei seinem Anblick ihre Wangen hinunterkullern.

Und wenn sie sich schluchzend vor ihm auf die Knie warf und beteuerte, wie leid ihr all ihr Nörgeln tat, würde er ihr vielleicht – aber wirklich nur vielleicht – verzeihen.

In seinem Wunschdenken vergaß Bobby Lee ganz seinen Zorn. Während die Sonnenstrahlen langsam die schneidend kalte Luft erwärmten, ging er zu den fleischlichen Aspekten ihrer Aussöhnung über.

Er wollte mit ihr nach Sweetwater fahren. Diese herrliche alte Plantage hätte er bis dahin längst den Longstreets abgekauft. Marvella würde vor lauter Ehrfurcht nach Luft schnappen. Und er, der romantische Gentleman, würde sie die breiten, geschwungenen Treppen zur Veranda hinaufführen.

Obwohl – oder vielmehr weil – er in Sweetwater gerade mal das Erdgeschoß gesehen hatte, ging seine Phantasie mit ihm durch. Das Schlafzimmer, in das er die zitternde Marvella tragen würde, ähnelte einer Hotelsuite in Las Vegas – sein gegenwärtiger Inbegriff alles Luxus’.

Schwere rote Vorhänge, ein herzförmiges Bett, so groß wie eine Wiese, ein Teppich, so dick und weich, daß man darin waten konnte. Dazu spielte Musik. Irgend etwas mit Klasse Bruce Springsteen oder Phil Collins schwebten ihm vor. Genau, bei Phil Collins wurde Marvella immer ganz geil.

Und dann würde er sie auf das Bett legen. Sobald er sie küßte, würde sie nasse Augen bekommen. Sie würde ihm sagen, wie dumm sie doch gewesen sei, daß sie nur ihn liebe und den Rest ihres Lebens an seiner Seite verbringen wolle, um ihn glücklich zu machen.

Dann würde er mit den Händen über ihre unglaublich weißen Brüste mit den rosa Spitzen streichen und sie ein kleines bißchen drücken, so wie sie es gern hatte.

Langsam würde sie die Schenkel spreizen, ihre Finger würden sich in seine Schultern bohren und tief aus ihrer Kehle würde dieses Schnurren kommen. Und dann ...

Die Leine wurde straff. Mit einem Blinzeln setzte Bobby Lee sich auf. Es tat weh, denn die Jeans spannte sich um sein geschwollenes Glied. Er holte die Leine mit einem wütend zappelnden, dicken Fisch ans fahle Morgenlicht. Weil er sich aber vorstellte, Marvella wäre da und er würde ihn ihr zuwerfen, zog er zu schwungvoll, und seine Beute verfing sich mitsamt der Schnur im Schilf. Fluchend sprang er auf und watete ins Wasser, denn eine gute Angelleine ist mindestens ebenso wertvoll wie die Beute am Haken.

Das Tier versuchte sich noch immer zu befreien. Er hörte es mit dem Schwanz auf das Wasser klatschen. Grinsend riß Bobby Lee an der Leine. Sie blieb hängen. Erbost trat er gegen eine verrostete Dose und drang weiter in das hohe Schilf vor. Plötzlich glitt er aus und landete auf beiden Knien. Und starrte Arnette Gantrey genau in die Augen.

Ihre erstaunte Miene spiegelte die seine wider – geweitete Augen, ein aufgerissener Mund und unnatürlich weiße Wangen. Der Fisch lag zappelnd zwischen ihren verstümmelten nackten Brüsten.

Bobby Lee sah auf den ersten Blick, daß das Mädchen tot war. Aber das war noch gar nicht das Schlimmste. Den entsetzlichsten Anblick bot das Blut. Es war aus einer Unmenge von zerklüfteten Löchern in ihrem Fleisch gequollen, war im Boden um die Leiche herum versikkert, hatte ihre wasserstoffblonden Haare in eine rote, verkrustete Masse verwandelt und bildete um den tiefen Riß in ihrer Kehle ein rotes Halsband. Auf allen Vieren wich er zurück. Doch das bemerkte er genausowenig wie die rauhen Tierlaute, die aus seiner Kehle drangen. Nur daß er in Blut kniete, nahm er halb bewußt war.

Bobby Lee rappelte sich auf. Im nächsten Augenblick kam ihm schon das Frühstück hoch und ergoß sich über seinen neuen schwarzen Anorak. Aber darauf achtete er nicht mehr. So schnell ihn die Beine trugen, rannte er zurück nach Innocence.

Seine Rute, Leine und ein Gutteil seiner Kindheit blieben im blutgetränkten Schilf zurück.

1

Der Sommer, das bösartige grüne Vieh, spielte mit den Muskeln und legte ganz Innocence, Mississippi, lahm. Einer großen Anstrengung bedurfte es dazu freilich nicht. Schon vor dem Bürgerkrieg war Innocence kaum mehr als ein Fliegendreck auf der Landkarte gewesen. Obwohl sein Boden sich vorzüglich für Ackerbau eignete  – vorausgesetzt, man hielt die dampfige Hitze und den Wechsel von Überschwemmungen und Dürreperioden aus –, blieb der Wohlstand Innocence vorenthalten.

Daran hatte auch der Bau der Eisenbahnstrecke nichts geändert. Die Züge fuhren zwar so nahe an Innocence vorbei, daß ihr Pfeifen zu vernehmen war, doch abgesehen von seinem überaus lästigen Widerhall ließ der Fortschritt Innocence links liegen. Knapp ein Jahrhundert nach der Eisenbahn hatte sich der Interstate durch das Mississippi-Delta gegraben und Memphis und Jackson miteinander verbunden, und wieder bekam Innocence außer Staub nichts davon ab.

Es gab hier weder berühmte Schlachtfelder noch Wunder der Natur, die Touristen mit ihren Kameras und Geldscheinen hätten anziehen können. So war auch nie ein Hotel entstanden, das solche Leute verwöhnt hätte. Nur eine kleine, von den Konsens in peinlicher Ordnung gehaltene Pension stand mitten im Ort. Etwas außerhalb lag Sweetwater, die einzige historische Plantage aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg und seit über zwei Jahrhunderten Eigentum der Longstreets. Interessiert hatte sich dafür bislang noch niemand. Im Southern Homes hatte einmal ein Artikel über Sweetwater gestanden, aber das war in den frühen Achtzigern gewesen, als Madeline Longstreet noch gelebt hatte. Inzwischen lagen sie und ihr Trunkenbold von Gemahl längst unter der Erde, und das Haus wurde von ihren drei Kindern bewohnt und geführt. Den dreien gehörte so ziemlich die halbe Stadt, aber das nützten sie nie aus.

Man konnte sagen – und tat das auch –, daß die Longstreets die herbe Schönheit ihrer Eltern geerbt hatten, aber nichts von ihrem Ehrgeiz. Es fiel schwer, die charmanten, schwarzhaarigen jungen Leute mit den goldenen Augen nicht zu mögen – sofern die Bewohner des verschlafenen Nests im Delta überhaupt soviel Energie aufgebracht hätten. So verübelte niemand Dwayne, daß er in die Fußspuren seines Daddys trat und ebenfalls kräftig soff. Auch wenn er gelegentlich einen Wagen zu Schrott fuhr oder in McGreedys Kneipe ein paar Tische demolierte, so ließ er sich nie lumpen und bezahlte großzügig den Schaden, sobald er seinen Rausch ausgeschlafen hatte. Allerdings wurde es im Laufe der Jahre immer schwerer, ihn nüchtern anzutreffen. Es wurde gemunkelt, in seinem Leben wäre bestimmt alles ganz anders gekommen, wenn er in dem exklusiven Internat, in das ihn seine Eltern als Kind gesteckt hatten, nicht so unglücklich gewesen wäre. Oder wenn er neben der Vorliebe seines Vaters für Sour Mash auch etwas Liebe zum Land geerbt hätte.

Weniger freundliche Zungen behaupteten, daß er dem vielen Geld zwar das tolle Haus und seine rasanten Luxuslimousinen zu verdanken hatte, daß er sich davon aber nie so etwas wie ein Rückgrat würde kaufen können.

Nachdem Dwayne 1984 Sissy Koons in andere Umstände gebracht hatte, hatte er sie ohne viel Federlesens geheiratet. Genausowenig hatte er dann zwei Kinder und unzählige Flaschen Sour Mash später gemurrt, als Sissy die Scheidung verlangte. Zu keinem Zeitpunkt hatte es böses Blut gegeben. Warum auch? Gefühle waren ja nie im Spiel gewesen. Sissy war unbehelligt mit den Kindern zu einem Schuhvertreter nach Nashville gezogen, der schon auf sie wartete.

Josie Longstreet, die jüngste im Haus und die einzige Tochter, hatte mit einunddreißig Jahren bereits zwei Ehen hinter sich, die trotz ihrer Kurzlebigkeit die Bewohner von Innocence mit Stoff für endlosen Klatsch versorgt hatten. Diese beiden Erfahrungen hatten ihr in etwa soviel ausgemacht wie anderen Frauen die Entdeckung der ersten grauen Haare. Ganz ohne Wut, Verbitterung und Angst war es also auch bei ihr nicht abgegangen, aber danach war alles schnell vorbei gewesen. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Eine Frau denkt genausowenig an graue Haare wie an die Trennung, wenn sie ›bis daß der Tod uns scheide‹ geschworen hat. Aber im Leben kommt es nun mal anders, als man denkt, wie Josie ihrer Busenfreundin Crystal, der Besitzerin des Schönheitssalons, gerne philosophisch erklärte. Ansonsten ging es in ihren Gesprächen vornehmlich um die Männer zwischen Innocence und Tennessee, die Josie der Reihe nach ausprobierte, um sich für ihre zwei Mesalliancen zu entschädigen.

Josie wußte, daß genügend schmallippige alte Schachteln hinter vorgehaltener Hand tuschelten, Josie Longstreet sei um keinen Deut besser als unbedingt notwendig. Über solche Behauptungen lächelten andererseits genügend Männer insgeheim, denn sie hatten erlebt, wie gut Josie sein konnte.

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