9 Leben, 1 Seele - Bruno Schelig - E-Book

9 Leben, 1 Seele E-Book

Bruno Schelig

0,0
1,49 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Das Tagebuch erzählt die Geschichte einer jungen Frau (ca. Anfang/Mitte 30), die nach einer schmerzhaften Trennung und der Diagnose Borderline-Persönlichkeitsstörung in eine tiefe Krise stürzt. Isoliert und von ihren Emotionen überwältigt, findet sie unerwartet Trost und neuen Lebensmut in der Adoption einer schüchternen schwarzen Katze aus dem Tierheim. Durch die Verantwortung für das Tier, die bedingungslose Zuneigung, die sie erfährt, und die Struktur, die der Alltag mit der Katze mit sich bringt, beginnt ein langsamer, aber stetiger Heilungsprozess. Das Tagebuch dokumentiert diesen Weg authentisch und ungeschönt, mit all seinen Höhen und Tiefen, Rückschlägen und Fortschritten. Es ist eine Geschichte über die Bewältigung psychischer Krankheit, die Kraft der Tierliebe, die Bedeutung von Selbstfürsorge und die Suche nach einem neuen Sinn im Leben.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 55

Veröffentlichungsjahr: 2025

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



9 Leben, 1 Seele

Mein Weg aus der Borderline-Krise mit Katze

by

Bruno Schelig

About

Das Tagebuch erzählt die Geschichte einer jungen Frau (ca. Anfang/Mitte 30), die nach einer schmerzhaften Trennung und der Diagnose Borderline-Persönlichkeitsstörung in eine tiefe Krise stürzt. Isoliert und von ihren Emotionen überwältigt, findet sie unerwartet Trost und neuen Lebensmut in der Adoption einer schüchternen schwarzen Katze aus dem Tierheim. Durch die Verantwortung für das Tier, die bedingungslose Zuneigung, die sie erfährt, und die Struktur, die der Alltag mit der Katze mit sich bringt, beginnt ein langsamer, aber stetiger Heilungsprozess. Das Tagebuch dokumentiert diesen Weg authentisch und ungeschönt, mit all seinen Höhen und Tiefen, Rückschlägen und Fortschritten. Es ist eine Geschichte über die Bewältigung psychischer Krankheit, die Kraft der Tierliebe, die Bedeutung von Selbstfürsorge und die Suche nach einem neuen Sinn im Leben.

13. März 2025

Liebes Tagebuch,

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht einfach damit, dass ich mich fühle, als würde ich in tausend Teile zerspringen. Und gleichzeitig bin ich wie gelähmt, unfähig, irgendetwas zu tun, außer zu atmen (manchmal nicht mal das). Es ist, als ob ein Sturm in mir tobt, aber nach außen hin bin ich eine ruhige Wasseroberfläche, die nur ab und zu von einem kleinen Beben erschüttert wird.

Heute war so ein Tag. Ein Tag, an dem die Welt in Ordnung sein sollte. Die Sonne schien, ich hatte frei, und M. wollte sich mit mir treffen. M., mein Fels in der Brandung, mein Anker, der Mensch, der mir am wichtigsten ist. Zumindest meistens.

Wir hatten einen schönen Nachmittag geplant, Eis essen, im Park spazieren gehen, vielleicht ins Kino. Klingt doch perfekt, oder? War es auch. Zumindest für ein paar Stunden. Wir lachten, redeten, es war fast so, als wäre alles gut. Als wäre ich normal. Als gäbe es diese Dunkelheit in mir nicht, diesen Abgrund, der mich immer wieder verschlingen will.

Aber dann passierte es. Ein kleiner Auslöser, ein falsches Wort, ein Blick, der mir zu lang vorkam – ich weiß es nicht mehr genau. Es war, als würde ein Schalter umgelegt werden. Plötzlich war da diese Wut, diese unbändige, alles verzehrende Wut. Ich spürte, wie sie in mir hochkochte, wie sie meinen Körper übernahm, wie sie meine Gedanken vergiftete.

M. bemerkte es natürlich. Sie kennt mich ja. Sie sah mir an, dass etwas nicht stimmte, fragte besorgt, was los sei. Aber ich konnte nicht antworten. Ich war wie erstarrt, gefangen in diesem Gefühl, das mich zu zerreißen drohte. Und dann brach es aus mir heraus. Ich schrie sie an, beschimpfte sie, warf ihr Dinge vor, die ich im nächsten Moment schon wieder bereute.

Ich sah den Schmerz in ihren Augen, die Verwirrung, die Angst. Und ich hasste mich dafür. Ich hasste mich so sehr, dass ich am liebsten im Erdboden versunken wäre. Aber ich konnte nicht aufhören. Es war, als würde ein Dämon aus mir sprechen, ein Dämon, den ich nicht kontrollieren konnte.

Irgendwann ging M. Einfach so. Sie sagte kein Wort, drehte sich um und ging. Und ich blieb zurück, allein mit meiner Wut, meiner Verzweiflung, meiner Scham.

Ich weiß nicht, wie lange ich da saß, auf dieser Parkbank, unfähig, mich zu bewegen. Irgendwann wurde mir kalt, und ich ging nach Hause. Ich schloss mich in meinem Zimmer ein, zog die Vorhänge zu und legte mich ins Bett.

Die Wut war weg, aber die Leere, die sie hinterlassen hatte, war noch schlimmer. Es war, als hätte sie ein Loch in mich gerissen, ein Loch, das sich niemals wieder füllen würde. Ich fühlte mich so unendlich einsam, so verloren, so wertlos.

Und dann kam der Drang. Dieser unerträgliche Drang, mich selbst zu verletzen. Ich wusste, dass es falsch war, dass es mir nicht helfen würde, aber ich konnte nicht widerstehen. Ich ging ins Bad, holte meine Rasierklinge und...

Ich will nicht darüber schreiben. Nicht jetzt. Es ist zu frisch, zu schmerzhaft. Aber ich muss es loswerden, ich muss es dir anvertrauen, liebes Tagebuch. Du bist der einzige, der mich versteht, der mich nicht verurteilt, der mich so akzeptiert, wie ich bin.

Die Schnitte brennen, aber der Schmerz ist fast eine Erleichterung. Er lenkt mich ab von dem anderen Schmerz, dem seelischen Schmerz, der so viel schlimmer ist. Er gibt mir das Gefühl, noch am Leben zu sein, etwas zu spüren, nicht völlig abgestorben zu sein.

Ich weiß, dass es nicht richtig ist. Ich weiß, dass ich mir Hilfe suchen muss. Aber ich habe solche Angst. Angst vor der Ablehnung, vor dem Unverständnis, vor der Stigmatisierung. Angst, dass mich niemand versteht, dass mir niemand helfen kann.

Und dann ist da noch die Scham. Die Scham über meine Gefühle, über meine Ausbrüche, über meine Selbstverletzung. Ich schäme mich so sehr, dass ich mich am liebsten verstecken würde, dass ich nie wieder unter Menschen gehen möchte.

Ich weiß, dass M. verletzt ist. Ich weiß, dass ich sie wahrscheinlich verloren habe. Und das ist das Schlimmste von allem. Sie war der einzige Mensch, der mir Halt gegeben hat, der einzige Mensch, der mich geliebt hat, trotz allem. Und jetzt habe ich sie auch noch verloren.

Ich liege hier in meinem Bett, starre an die Decke und frage mich, wie es weitergehen soll. Ich habe keine Ahnung. Ich fühle mich so leer, so hoffnungslos, so erschöpft. Ich will einfach nur schlafen, schlafen und nie wieder aufwachen.

Aber ich weiß, dass ich das nicht darf. Ich muss weiterkämpfen. Für mich. Für M. Für die Hoffnung, dass es irgendwann besser wird.

14. März 2025

Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen. Die Gedanken kreisten in meinem Kopf, immer wieder um dasselbe Thema: M. Ich habe versucht, sie anzurufen, ihr eine Nachricht zu schreiben, aber ich habe es nicht geschafft. Ich habe Angst vor ihrer Reaktion, vor ihrer Ablehnung.

Ich fühle mich so schuldig. Ich habe sie so verletzt, und ich weiß nicht, wie ich es wieder gutmachen soll. Ich habe Angst, dass sie mir nie wieder verzeihen wird.

Der Gedanke, dass sie nicht mehr in meinem Leben ist, ist unerträglich. Sie war mein Ein und Alles, mein Lichtblick in der Dunkelheit. Und jetzt ist sie weg.

Ich habe den ganzen Tag im Bett verbracht, unfähig, irgendetwas zu tun. Ich habe geweint, geschrien, mich selbst verletzt. Ich weiß, dass es nicht hilft, aber ich kann nicht anders. Es ist, als würde ich in einem Strudel aus Schmerz und Verzweiflung gefangen sein, aus dem ich nicht entkommen kann.

Ich habe versucht, mich abzulenken, zu lesen, Musik zu hören, fernzusehen, aber nichts hat funktioniert. Meine Gedanken kehrten immer wieder zu M. zurück, zu dem, was ich getan habe, zu dem, was ich verloren habe.