Geteilte Seele - Bruno Schelig - E-Book

Geteilte Seele E-Book

Bruno Schelig

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Beschreibung

In diesem erschütternden und zugleich hoffnungsvollen Tagebuchroman gewährt uns eine Betroffene der dissoziativen Identitätsstörung (DIS) einen intimen Einblick in ihr Leben mit multiplen Persönlichkeiten. Tag für Tag dokumentiert sie ihre Erfahrungen, Ängste und Hoffnungen - mal als Marie, die Hauptpersönlichkeit, mal als Sarah, die Organisatorin, oder als einer der anderen "Anteile", die alle in einem Körper zusammenleben. Zwischen verlorenen Stunden, unerklärlichen Einkäufen und der ständigen Suche nach der eigenen Identität entfaltet sich ein bewegendes Portrait eines Lebens, das gleichzeitig einsam und überfüllt ist. Die Autorin nimmt uns mit auf eine Reise durch die Fragmentierung ihrer Persönlichkeit, zeigt uns ihre täglichen Kämpfe und kleinen Siege im Umgang mit dieser komplexen psychischen Erkrankung. Ein faszinierender Einblick in eine Welt, die den meisten Menschen verborgen bleibt, erzählt mit schonungsloser Ehrlichkeit und berührender Menschlichkeit.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 36

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Geteilte Seele

Tagebuch eines vielstimmigen Lebens

2 Wochen Tagebuch einer multiplen Persönlichkeit

by

Bruno Schelig

In diesem erschütternden und zugleich hoffnungsvollen Tagebuchroman gewährt uns eine Betroffene der dissoziativen Identitätsstörung (DIS) einen intimen Einblick in ihr Leben mit multiplen Persönlichkeiten. Tag für Tag dokumentiert sie ihre Erfahrungen, Ängste und Hoffnungen - mal als Marie, die Hauptpersönlichkeit, mal als Sarah, die Organisatorin, oder als einer der anderen "Anteile", die alle in einem Körper zusammenleben.

Zwischen verlorenen Stunden, unerklärlichen Einkäufen und der ständigen Suche nach der eigenen Identität entfaltet sich ein bewegendes Portrait eines Lebens, das gleichzeitig einsam und überfüllt ist. Die Autorin nimmt uns mit auf eine Reise durch die Fragmentierung ihrer Persönlichkeit, zeigt uns ihre täglichen Kämpfe und kleinen Siege im Umgang mit dieser komplexen psychischen Erkrankung.

Ein faszinierender Einblick in eine Welt, die den meisten Menschen verborgen bleibt, erzählt mit schonungsloser Ehrlichkeit und berührender Menschlichkeit.

Tag 1 - 13. Februar 2025

Heute hat Dr. Weber vorgeschlagen, dass ich anfangen soll, Tagebuch zu führen. Sie meint, es könnte helfen, die Übergänge und Zeitlücken besser zu verstehen. Ich sitze jetzt hier, starre auf das leere Papier und weiß nicht einmal, wie ich mich vorstellen soll. Wer bin "ich"? Marie? Sarah? Oder einer der anderen?

Manchmal fühlt es sich an, als würde ich in einem Haus leben, in dem ständig jemand das Licht an- und ausschaltet. Nur dass ich nicht weiß, wer den Schalter bedient. Heute Morgen bin ich aufgewacht und fand mich in Kleidung wieder, die ich nicht kenne. Ein schwarzer Pullover, den ich nie gekauft habe. In meinem Portemonnaie fehlen 50 Euro. Wahrscheinlich war es wieder Tom, er kauft gerne Elektronikteile.

Die kleinen Notizzettel, die wir uns gegenseitig hinterlassen, häufen sich auf dem Küchentisch. "Bitte keine spontanen Einkäufe - Marie", "Hab das Geschirr gespült, denk an die Therapie morgen - Sarah", "Sorry wegen gestern - Tom". Es ist wie eine WG, nur dass wir uns nie persönlich begegnen. Dr. Weber sagt, das sei normal bei DIS, aber was ist schon normal?

Lisa, die Kleine, hat wieder gemalt. Ich fand ihre Bilder heute Morgen überall in der Wohnung verstreut. Bunte Schmetterlinge und Regenbögen. Sie taucht meist auf, wenn alles zu viel wird. Dann wird die Welt in ihren Augen wieder einfacher, bunter. Manchmal beneide ich sie darum.

Die Nachbarn verstehen nicht, warum ich manchmal nicht grüße oder mich völlig anders verhalte. Wie soll ich ihnen erklären, dass die Person, der sie gestern auf der Treppe begegnet sind, heute vielleicht gar nicht "da" ist? Dass wir zu mehreren in diesem Körper leben, jeder mit eigenen Erinnerungen, eigenen Vorlieben, eigener Handschrift sogar?

Heute hatte ich einen Moment, in dem ich nicht wusste, wie ich in die Küche gekommen bin. Die Zeit dazwischen ist einfach weg, wie ausradiert. Dr. Weber nennt das Dissoziation. Für mich fühlt es sich an wie ein Film, bei dem jemand willkürlich Szenen herausschneidet. Man sitzt auf dem Sofa und im nächsten Moment steht man in der Küche, drei Stunden später, und vor einem steht eine halb gegessene Mahlzeit, von der man nicht weiß, wer sie zubereitet hat.

Der Beschützer - wir nennen ihn Marcus - war heute auch wieder aktiv. Ich merke das immer an der angespannten Körperhaltung und dem misstrauischen Blick im Spiegel. Er taucht auf, wenn er Gefahr wittert, real oder eingebildet. Manchmal ist es gut zu wissen, dass er da ist. Manchmal macht er aber auch alles komplizierter, wenn er in harmlosen Situationen die Kontrolle übernimmt.

Sarah hat heute einen Termin beim Zahnarzt vereinbart. Sie ist die Organisierte von uns, kümmert sich um solche Dinge. Ohne sie würde wahrscheinlich das komplette Chaos ausbrechen. Sie führt den Kalender, bezahlt die Rechnungen, erinnert an Termine. Ich bin ihr dankbar dafür, auch wenn es manchmal schwer ist, zuzugeben, dass man auf diese Art von Hilfe angewiesen ist.

Das Schwierigste ist vielleicht die Einsamkeit. Nicht, dass wir alleine wären - im Gegenteil, es ist manchmal viel zu voll in unserem Kopf. Aber eine richtige Beziehung zu führen? Unmöglich. Wer würde schon verstehen wollen, dass der Mensch, in den er sich verliebt hat, manchmal plötzlich jemand völlig anderes ist? Dass Verabredungen vergessen werden können, weil ein anderer Teil gerade "draußen" war? Dass Vorlieben und Abneigungen sich von einem Moment zum anderen ändern können?