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"Was, wenn jedes Wort, das du schreibst, Realität wird? Der erfolglose Autor Marcus Weber entdeckt an einem regnerischen Novemberabend, dass seine Geschichten auf unheimliche Weise wahr werden. Zunächst nutzt er diese Gabe, um sein Leben zu verbessern - ein Bestseller hier, eine neue Liebe da. Doch als seine fiktiven Mordfälle plötzlich echte Opfer fordern, gerät er in einen albtraumhaften Strudel aus Schuld und Macht. Während die Polizei den mysteriösen Todesfällen nachgeht, die seinen Romanen erschreckend ähneln, muss Marcus eine grausame Entscheidung treffen: Soll er aufhören zu schreiben und damit möglicherweise den Tod seiner literarischen Hauptfigur - seiner großen Liebe Sarah - in Kauf nehmen? Oder riskiert er es, durch sein weiteres Schreiben noch mehr Menschen in Gefahr zu bringen? Ein fesselnder Thriller über die dunkle Seite der Kreativität, die Verantwortung des Schöpfers und die Frage, ob man das Schicksal umschreiben kann, wenn die Tinte bereits getrocknet ist."
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Seitenzahl: 26
Veröffentlichungsjahr: 2025
TÖDLICHE ZEILEN
von
Bruno Schelig
Februar 2025
"Was, wenn jedes Wort, das du schreibst, Realität wird? Der erfolglose Autor Marcus Weber entdeckt an einem regnerischen Novemberabend, dass seine Geschichten auf unheimliche Weise wahr werden. Zunächst nutzt er diese Gabe, um sein Leben zu verbessern - ein Bestseller hier, eine neue Liebe da. Doch als seine fiktiven Mordfälle plötzlich echte Opfer fordern, gerät er in einen albtraumhaften Strudel aus Schuld und Macht.
Während die Polizei den mysteriösen Todesfällen nachgeht, die seinen Romanen erschreckend ähneln, muss Marcus eine grausame Entscheidung treffen: Soll er aufhören zu schreiben und damit möglicherweise den Tod seiner literarischen Hauptfigur - seiner großen Liebe Sarah - in Kauf nehmen? Oder riskiert er es, durch sein weiteres Schreiben noch mehr Menschen in Gefahr zu bringen?
Ein fesselnder Thriller über die dunkle Seite der Kreativität, die Verantwortung des Schöpfers und die Frage, ob man das Schicksal umschreiben kann, wenn die Tinte bereits getrocknet ist."
Kapitel 1: Der letzte Satz
Der Regen trommelte gegen die Fensterscheiben meiner kleinen Dachwohnung, während ich den letzten Satz meines neuesten Romans in die abgenutzte Tastatur meines Laptops hämmerte. Es war drei Uhr morgens, und der Kaffee neben mir war längst kalt geworden.
"Marie schloss ein letztes Mal die Augen, während das Gift durch ihre Adern strömte. Das Glas fiel klirrend zu Boden, und mit ihm zerbrachen alle unausgesprochenen Worte."
Ich lehnte mich zurück und rieb mir die brennenden Augen. Vier Monate hatte ich an diesem Manuskript gearbeitet, wieder einmal ein Kriminalroman, wieder einmal eine tragische Heldin. Meine literarischen Ambitionen waren längst der bitteren Realität gewichen: Man musste Rechnungen bezahlen, und Thriller verkauften sich nun mal besser als experimentelle Literatur.
Der Bildschirm warf ein gespenstisches Licht in mein chaotisches Arbeitszimmer. Überall lagen Notizzettel herum, Post-its mit handgeschriebenen Plottwists klebten an den Wänden, und leere Kaffeetassen zeugten von durchgearbeiteten Nächten. Das war meine Welt - ein selbst gewähltes Exil aus Worten und Einsamkeit.
Ich speicherte das Dokument und schickte es per E-Mail an meinen Lektor Thomas, der es ohnehin erst in ein paar Tagen lesen würde. Dann schlurfte ich in die kleine Küche, um mir einen letzten Schluck Wasser zu holen. Der Kühlschrank summte leise vor sich hin, und durch das Fenster sah ich die verschwommenen Lichter der Stadt, die sich im Regen spiegelten.
Das Telefon klingelte.
Um diese Uhrzeit? Ich starrte auf das Display. Eine unterdrückte Nummer. Normalerweise hätte ich nicht abgenommen, aber irgendetwas - vielleicht die surreale Stimmung dieser Nacht - ließ mich den Anruf entgegennehmen.
"Weber", meldete ich mich, meine Stimme rau vom langen Schweigen.
Nichts. Nur ein leises Atmen am anderen Ende.
"Hallo? Wer ist da?"
"Herr Weber?" Eine Frauenstimme, professionell, distanziert. "Hier ist Dr. Schäfer vom Universitätsklinikum. Es tut mir leid, Sie zu dieser späten Stunde zu stören, aber Sie stehen als Notfallkontakt für Marie Lehmann."
Mein Herz setzte einen Schlag aus. Marie Lehmann? Der Name meiner Protagonistin?
"Ich... ich glaube, da liegt ein Missverständnis vor", stammelte ich.
"Ms. Lehmann wurde vor etwa einer Stunde eingeliefert. Vergiftungserscheinungen. Wir konnten leider nichts mehr für sie tun. Sie ist vor wenigen Minuten verstorben."
