Harley Quinn - Bruno Schelig - E-Book

Harley Quinn E-Book

Bruno Schelig

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Beschreibung

Nach Jahren im Schatten des Jokers hat Harley Quinn endlich begonnen, ihr eigenes Leben aufzubauen. Gemeinsam mit ihrer engsten Verbündeten Poison Ivy bekämpft sie erfolgreich ihren ehemaligen Liebhaber und verhindert einen verheerenden Giftanschlag auf Gotham City. Doch der Sieg bringt unerwartete Konsequenzen: Eine mysteriöse Frau namens Echo tritt in ihr Leben und eröffnet ihr, dass ihre totgeglaubte Schwester Delia Quinzel noch am Leben ist. Was zunächst wie die Chance auf einen Neuanfang erscheint, entpuppt sich als gefährliches Spiel. Harley erfährt, dass ihre Schwester die Leiterin einer geheimen Organisation namens "Echo Division" ist, die Menschen mit besonderen Fähigkeiten rekrutiert – freiwillig oder mit Gewalt. Als die Birds of Prey entführt werden, muss Harley sich entscheiden: Will sie die Wahrheit über ihre Vergangenheit erfahren und ihre Schwester wiedersehen, selbst wenn es bedeutet, sich in potentielle Gefahr zu begeben? Gemeinsam mit Ivy begibt sich Harley auf eine Reise, die sie von den düsteren Straßen Gothams bis in die Tiefen des Amazonas-Regenwaldes führt. Auf dem Weg dorthin muss sie sich nicht nur externen Bedrohungen stellen, sondern auch ihrer eigenen Identität: Wer ist sie wirklich ohne den Joker? Was verbindet sie mit ihrer Schwester? Und welche Geheimnisse verbergen sich in ihrer DNA, die die Echo Division so wertvoll findet? "Harleys Horizonte" ist eine Geschichte über Neuanfänge, Familienbande und die Suche nach der eigenen Identität in einer Welt, die einen als Monster betrachtet. Es ist eine Reise der Selbstfindung, auf der Harley erkennen muss, dass ihre größte Stärke nicht in ihrem Wahnsinn liegt, sondern in ihrer Fähigkeit, trotz allem zu lieben und Verbindungen zu knüpfen – sei es mit ihrer wiedergefundenen Schwester oder mit der Frau, die immer an ihrer Seite stand.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 98

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Harley Quinn

Echos der Vergangenheit

by

Bruno Schelig

Kapitel 1: Tanz im Chaos

Der Regen prasselte auf die Straßen von Gotham City, als wollte er die Stadt reinwaschen von all dem Schmutz und der Korruption, die in jeder Ritze festsaßen. Aber Gotham war wie ein Patient im Endstadium – keine Therapie half mehr. Ich wusste das besser als die meisten, schließlich war ich mal Psychiaterin gewesen. Dr. Harleen Quinzel, ein hoffnungsvolles Talent in Arkham Asylum, bis... nun ja, bis ich meinem Puddin' begegnete und alles anders wurde.

Heute Nacht stand ich auf dem Dach eines verlassenen Lagerhauses im Hafenviertel, mein blau-rotes Haar klebte mir im Gesicht, und mein Make-up lief in bunten Rinnsalen über meine Wangen. Der Baseballschläger über meiner Schulter fühlte sich schwerer an als sonst. Vielleicht lag es an der Müdigkeit, die in meinen Knochen saß, oder an dem nagendem Gefühl, dass sich etwas ändern musste.

"Harley Quinn, die Clownprinzessin von Gotham", murmelte ich zu mir selbst und lachte bitter. "Was für ein Witz."

Seit Wochen war Mister J verschwunden. Kein Anruf, keine Nachricht, nicht mal ein verdammter Hinweis, wo er steckte. Die Gerüchte in der Unterwelt überschlugen sich: Er sei tot, er plane seinen größten Coup, er habe Gotham für immer verlassen. Ich wusste es besser. Er spielte wieder eines seiner Spielchen, und dieses Mal hatte ich beschlossen, nicht mitzuspielen.

Die letzten Jahre waren eine Achterbahnfahrt gewesen. Ivy hatte mir die Augen geöffnet, mir gezeigt, dass ich mehr sein konnte als nur Jokers Anhängsel. Wir hatten zusammen Chaos gestiftet, waren Verbündete geworden, manchmal mehr als das. Die Birds of Prey hatten mir beigebracht, dass ich auch alleine stark sein konnte. Sogar die verdammte Suicide Squad hatte mir gezeigt, dass ich nützlich sein konnte, wenn auch auf eine verdrehte, regierungskontrollierte Art.

Und doch... hier stand ich wieder, allein im Regen, und wartete auf ein Zeichen, einen Hinweis, irgendetwas, das mir sagte, was ich als nächstes tun sollte.

"Vielleicht sollte ich einfach selbst ein Zeichen setzen", flüsterte ich und beobachtete die Lichter der Stadt, die durch den Regenschleier glitzerten wie tausend kleine Diamanten.

Mein Handy vibrierte in der Tasche meiner rot-schwarzen Lederjacke. Eine Nachricht von Selina.

"Treffen. Midnight Lounge. Jetzt. Wichtig."

Catwoman war nicht der Typ für dramatische Nachrichten, es sei denn, es ging um etwas Großes. Vielleicht war das genau das Zeichen, auf das ich gewartet hatte.

Mit einem letzten Blick auf die Stadt schwang ich mich über die Feuerleiter nach unten, landete mit einem Sprung in einer Pfütze und rannte los. Meine Stiefel klatschten auf dem nassen Asphalt, während ich durch die Gassen von Gotham City huschte, vorbei an schlafenden Obdachlosen und zwielichtigen Gestalten, die in den Schatten lauerten.

Die Midnight Lounge war ein exklusiver Club in der Innenstadt, ein neutraler Boden für Gothams Unterwelt. Niemand zog hier eine Waffe, niemand startete einen Krieg. Das waren die Regeln, und selbst die verrücktesten Schurken hielten sich daran – meistens jedenfalls.

Der Türsteher erkannte mich sofort und nickte nur kurz, als ich an ihm vorbeiging. Drinnen empfing mich die vertraute Mischung aus teurem Parfüm, Zigarettenrauch und Whiskey. Die Musik war gedämpft, ein langsamer Jazz, der durch den Raum schwebte wie ein Geist vergangener Zeiten.

Selina saß in einer dunklen Ecke, elegant wie immer in einem schwarzen Kleid, das mehr verhüllte als zeigte und trotzdem – oder gerade deshalb – alle Blicke auf sich zog. Neben ihr saß eine Frau, die ich nicht kannte: schlank, mit kurzen silbernen Haaren und Augen, die selbst aus der Entfernung stechend blau wirkten.

"Harley", begrüßte mich Selina mit einem leichten Lächeln. "Schön, dass du so schnell kommen konntest."

"Als ob ich was Besseres zu tun hätte", erwiderte ich und ließ mich auf einen der samtbezogenen Stühle fallen. "Wer ist deine Freundin?"

Die Silberhaarige musterte mich mit einem kühlen Blick. "Mein Name ist Echo. Ich arbeite für jemanden, der ein Angebot für dich hat."

"Oh, wie aufregend", grinste ich und lehnte meinen Baseballschläger gegen den Tisch. "Und wer ist dieser mysteriöse Jemand?"

"Das ist nicht wichtig", sagte Echo. "Was wichtig ist: Wir wissen, wo der Joker ist."

Mein Herz setzte einen Schlag aus, aber ich ließ mir nichts anmerken. Stattdessen nahm ich mir Selinas Drink und leerte ihn in einem Zug. "Und warum sollte mich das interessieren?"

Selina und Echo tauschten einen Blick.

"Weil er etwas plant, Harley", sagte Selina leise. "Etwas Großes. Und dieses Mal geht es nicht nur um Batman oder Gotham. Es geht um dich."

"Um mich?" Ich lachte, aber es klang hohl, selbst in meinen eigenen Ohren. "Puddin' hat mich seit Monaten nicht einmal angerufen. Ich bezweifle, dass ich plötzlich im Mittelpunkt seiner Pläne stehe."

Echo lehnte sich vor, ihre blauen Augen bohrten sich in meine. "Er hat ein Kopfgeld auf dich ausgesetzt. Zehn Millionen Dollar für denjenigen, der dir dein hübsches Herz aus der Brust schneidet und es ihm bringt."

Die Worte trafen mich wie ein Schlag in den Magen. Nicht weil ich überrascht war – Mister J hatte schon öfter versucht, mich umzubringen – sondern weil ein Teil von mir immer noch gehofft hatte, dass da etwas war... etwas Echtes zwischen uns, trotz allem.

"Zehn Millionen, hm?" Ich zuckte mit den Schultern und versuchte, gleichgültig zu klingen. "Wenigstens bin ich ihm so viel wert."

Selina legte ihre Hand auf meine. "Das ist nicht alles, Harley. Er hat etwas gestohlen, etwas sehr Gefährliches aus einem der geheimen Labore von LexCorp. Eine chemische Verbindung, die..."

"Die was?" fragte ich, als sie zögerte.

"Die deine DNA als Ziel hat", beendete Echo den Satz. "Er hat Proben von dir, Blut, Haare, und er hat Wissenschaftler gezwungen, ein Gift zu entwickeln, das nur dich töten wird. Er plant, es in die Wasserversorgung von Gotham einzuspeisen."

"Das ist lächerlich", protestierte ich, obwohl mein Magen sich verkrampfte. "Warum sollte er so viel Aufwand betreiben, nur um mich zu töten?"

"Weil du ihn verlassen hast", sagte Selina sanft. "Weil du gezeigt hast, dass du ohne ihn leben kannst. Und weil du glücklicher warst ohne ihn."

Die Worte hingen zwischen uns in der Luft, schwer wie Blei. Ich wusste, dass sie recht hatte. In den letzten Jahren hatte ich mich verändert, war gewachsen. Ich war nicht mehr das hilflose Mädchen, das alles für ein Lächeln des Jokers getan hätte.

"Und was schlagt ihr vor?" fragte ich schließlich.

Echo zog einen Umschlag aus ihrer Jacke und schob ihn über den Tisch. "Mein Auftraggeber bietet dir Schutz. Und die Chance, den Spieß umzudrehen."

Ich öffnete den Umschlag. Darin befanden sich Fotos, Koordinaten und der Grundriss eines Gebäudes, das ich nur zu gut kannte – die alte Ace Chemicals Fabrik, der Ort, an dem alles begonnen hatte.

"Er ist dort", erklärte Echo. "Mit einem kleinen Team von Handlangern und drei Wissenschaftlern, die er entführt hat. Sie arbeiten rund um die Uhr an der Verfeinerung des Giftes."

Ich starrte auf die Fotos. Eines zeigte den Joker, wie er über ein Labor-Setup gebeugt stand, sein grünes Haar länger als ich es in Erinnerung hatte, sein Gesicht konzentriert. Auf einem anderen waren die Wissenschaftler zu sehen, erschöpft und verängstigt.

"Warum geht ihr nicht zur Polizei? Oder zu Batman?" fragte ich, obwohl ich die Antwort bereits kannte.

Selina lächelte dünn. "Batman ist... beschäftigt. Ein Vorfall in Metropolis. Und die Polizei würde einen Frontalangriff starten, was genau das ist, worauf er wartet. Er hat Fallen aufgestellt, Harley. Das ganze Gebäude ist ein Todesspiel."

"Aber ich kenne seine Tricks", murmelte ich, mehr zu mir selbst als zu den anderen.

"Genau", nickte Echo. "Du kennst ihn besser als jeder andere. Du weißt, wie er denkt, wie er plant. Du bist die Einzige, die eine Chance hat, ihn zu stoppen, bevor er das Gift freisetzt."

Ich lehnte mich zurück und starrte an die Decke des Clubs. Die Situation war so typisch für mein Leben – gerade wenn ich dachte, ich hätte einen Schritt nach vorne gemacht, zog mich die Vergangenheit wieder zurück.

"Was springt für mich dabei raus?" fragte ich schließlich.

Echo lächelte zum ersten Mal. "Freiheit. Mein Auftraggeber kann dafür sorgen, dass alle Anklagen gegen dich fallengelassen werden. Ein neuer Start, wo immer du willst."

"Und wenn ich ablehne?"

"Dann wirst du in den nächsten Tagen sehr vorsichtig sein müssen", sagte Selina sanft. "Jeder Kopfgeldjäger und Auftragsmörder in Gotham wird hinter dir her sein. Und selbst wenn du die überlebst – das Gift wird fertig sein, bevor die Woche um ist."

Ich trommelte mit den Fingern auf den Tisch, während ich nachdachte. Teil von mir – der verrückte, selbstzerstörerische Teil – wollte einfach zu ihm gehen, ihn konfrontieren, ihm ins Gesicht lachen und sehen, was passiert. Aber ein anderer Teil, der Teil, der in den letzten Jahren stärker geworden war, wusste, dass das Wahnsinn wäre.

"Ich brauche Unterstützung", sagte ich schließlich. "Ich gehe da nicht allein rein."

Echo nickte. "Wir haben an Verstärkung gedacht. Wen hättest du gerne dabei?"

Ich dachte nach. "Ivy, wenn sie in der Stadt ist. Und Floyd."

"Deadshot?" Selina hob eine Augenbraue. "Er arbeitet normalerweise nicht ohne Bezahlung."

"Er schuldet mir einen Gefallen", erwiderte ich. "Außerdem hat er eine Tochter. Er wird nicht wollen, dass ein tödliches Gift durch die Wasserversorgung fließt."

Echo machte sich Notizen auf ihrem Handy. "Sonst noch jemand?"

Ich zögerte. "Ist Frost noch am Leben?"

Jonny Frost war einer von Jokers langjährigsten Handlangern gewesen, aber er hatte sich von ihm abgewandt, nachdem Joker versucht hatte, ihn zu opfern. Er kannte die Sicherheitssysteme und Verstecke des Clowns besser als die meisten.

"Er lebt zurückgezogen in den Narrows", bestätigte Selina. "Aber ich bezweifle, dass er sich freiwillig wieder in Jokers Nähe begibt."

"Lass mich mit ihm reden", sagte ich. "Er hat auch noch eine Rechnung offen."

Echo nickte und stand auf. "Wir haben nicht viel Zeit. Laut unseren Informationen wird das Gift in drei Tagen einsatzbereit sein."

Drei Tage. 72 Stunden, um einen Plan zu entwickeln, ein Team zusammenzustellen und den Joker aufzuhalten. Es klang unmöglich, aber das waren die meisten Dinge in meinem Leben gewesen.

"Eine Sache noch", sagte ich, als Echo gehen wollte. "Wer ist dein Auftraggeber? Wer hat so viel Interesse daran, mich zu retten und den Joker zu stoppen?"

Echo lächelte geheimnisvoll. "Jemand, der glaubt, dass du mehr wert bist als deine Vergangenheit. Das muss vorerst genügen."

Nachdem Echo gegangen war, blieb ich mit Selina allein zurück. Sie bestellte zwei neue Drinks und musterte mich mit einem Blick, den ich nicht ganz deuten konnte.

"Du musst das nicht tun, Harley", sagte sie leise. "Du könntest die Stadt verlassen, untertauchen. Ich habe Kontakte, die dir dabei helfen könnten."

Ich schüttelte den Kopf. "Und was ist mit den Menschen in Gotham? Was ist, wenn er das Gift trotzdem freisetzt, nur um zu beweisen, dass er es kann?"

"Seit wann kümmerst du dich um die Menschen in Gotham?" fragte Selina, aber ihr Ton war nicht vorwurfsvoll, nur neugierig.

Ich zuckte mit den Schultern. "Vielleicht tue ich das nicht. Vielleicht will ich nur einen Schlussstrich ziehen. Ein für alle Mal."

Selina nickte langsam. "Pass auf dich auf, Harley. Der Joker ist in letzter Zeit... unberechenbarer geworden, falls das überhaupt möglich ist. Die Gerüchte besagen, dass Batman ihn bei ihrer letzten Begegnung schwer verletzt hat. Er hat monatelang im Verborgenen gelebt, um sich zu erholen."

"Und jetzt ist er zurück und wütender als je zuvor", murmelte ich. "Typisch."

Ich trank meinen Drink aus und stand auf. "Ich muss los. Ivy finden. Und dann Frost."

"Ich höre mich um", bot Selina an. "Vielleicht kann ich noch ein paar nützliche Informationen auftreiben."

Wir verabschiedeten uns, und ich trat wieder hinaus in die regnerische Nacht. Der Regen hatte nachgelassen, aber die Luft war noch immer feucht und schwer. Ich zog mein Handy heraus und schrieb eine Nachricht an Ivy:

"Notfall. Treffen im Greenhouse. Joker plant etwas Großes. Brauche deine Hilfe."