Der Kuss des Chaos - Bruno Schelig - E-Book

Der Kuss des Chaos E-Book

Bruno Schelig

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Beschreibung

Der Tod von Azazel, der sich geopfert hat, um Lilith zu retten, stürzt sie in tiefe Trauer und Selbstzweifel. Sie fühlt sich ihrer Verantwortung als Erbin des Weltenbaums und Beschützerin der Welten nicht gewachsen, besonders nachdem sie Azazel nicht retten konnte. Während Lilith mit ihrem Verlust ringt, erreicht sie eine Nachricht aus der Welt Lyria, die von Xal'toroths Armee überrannt wird. Ein überlebender Magier berichtet von einer Prophezeiung, die eine Retterin beschreibt – eine Frau, die die Macht besitzt, Xal'toroths Armee zu besiegen. Der Magier glaubt, dass Lilith diese Retterin ist. Lilith, von Selbstzweifeln geplagt und von Azazels Tod traumatisiert, weigert sich zunächst, diese Rolle anzunehmen. Sie sieht sich selbst als gebrochene Vampirin, nicht als Heldin. Ihre Freundin Mara, die selbst ihr Königreich verloren hat, drängt Lilith jedoch, ihre Trauer zu überwinden und ihre Bestimmung zu akzeptieren. Mara erinnert Lilith an Azazels Opfer und daran, dass er gewollt hätte, dass sie weiterkämpft. Lilith steht vor einer schweren Entscheidung: Soll sie sich ihrer Trauer und ihren Ängsten ergeben oder die Verantwortung annehmen und für die Rettung Lyrias und möglicherweise aller Welten kämpfen?

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Seitenzahl: 74

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Der Kuss des Chaos

Chroniken des Weltenbaums Part 2

by

Bruno Schelig

Chroniken des Weltenbaums

Schattenblut (ISBN

978-3-7565-9879-3

)

Der Kuss des Chaos

About

Der Tod von Azazel, der sich geopfert hat, um Lilith zu retten, stürzt sie in tiefe Trauer und Selbstzweifel. Sie fühlt sich ihrer Verantwortung als Erbin des Weltenbaums und Beschützerin der Welten nicht gewachsen, besonders nachdem sie Azazel nicht retten konnte.

Während Lilith mit ihrem Verlust ringt, erreicht sie eine Nachricht aus der Welt Lyria, die von Xal'toroths Armee überrannt wird. Ein überlebender Magier berichtet von einer Prophezeiung, die eine Retterin beschreibt – eine Frau, die die Macht besitzt, Xal'toroths Armee zu besiegen. Der Magier glaubt, dass Lilith diese Retterin ist.

Lilith, von Selbstzweifeln geplagt und von Azazels Tod traumatisiert, weigert sich zunächst, diese Rolle anzunehmen. Sie sieht sich selbst als gebrochene Vampirin, nicht als Heldin. Ihre Freundin Mara, die selbst ihr Königreich verloren hat, drängt Lilith jedoch, ihre Trauer zu überwinden und ihre Bestimmung zu akzeptieren. Mara erinnert Lilith an Azazels Opfer und daran, dass er gewollt hätte, dass sie weiterkämpft.

Lilith steht vor einer schweren Entscheidung: Soll sie sich ihrer Trauer und ihren Ängsten ergeben oder die Verantwortung annehmen und für die Rettung Lyrias und möglicherweise aller Welten kämpfen?

Kapitel 1: Der Rat der Verlorenen

Die Stille in Liliths Gemächern war erdrückend. Nicht die friedliche Stille der Nacht, sondern eine leere, hohle Stille, die von dem widerhallte, was verloren war. Die prächtigen Wandteppiche, die Szenen von Jagden und Festen in längst vergangenen Zeiten zeigten, wirkten wie Hohn angesichts der Trauer, die Lilith umklammerte. Der Mond, der durch die hohen Bogenfenster schien, warf lange, kalte Schatten, die sich wie Finger nach ihr auszustrecken schienen.

Sie saß nicht auf dem opulenten Himmelbett, dessen Seidenlaken und Daunenkissen ihr keinen Trost boten. Stattdessen kauerte sie am Fenster, die Knie an die Brust gezogen, die Arme um die Beine geschlungen. Ihr Blick war starr auf die schwebenden Inseln gerichtet, die in der Ferne im Mondlicht schimmerten. Lucians Zitadelle, einst ein Ort der Zuflucht und Hoffnung, fühlte sich jetzt an wie ein goldener Käfig.

Azazel war fort.

Das Wort hallte in ihrem Kopf wider, ein ständiger, schmerzhafter Stich. Sie hatte schon viele sterben sehen, Feinde und Verbündete, aber Azazels Tod hatte eine Wunde in ihre Seele gerissen, die tiefer war als jede physische Verletzung. Er war mehr als nur ein Verbündeter gewesen. Er war ihr Freund gewesen, ihr Vertrauter, und in den letzten, flüchtigen Momenten vor seinem Tod hatte sie eine Wahrheit erkannt, die sie sich selbst kaum einzugestehen wagte: Sie hatte ihn geliebt.

Nicht die leidenschaftliche, alles verzehrende Liebe, die sie einst für einen menschlichen Mann empfunden hatte, lange bevor sie zum Vampir wurde. Es war eine andere Art von Liebe, eine, die auf Verständnis, Respekt und einer gemeinsamen Dunkelheit beruhte. Eine Liebe, die in der Stille zwischen ihnen gewachsen war, in den geteilten Blicken, in dem Wissen, dass sie beide Außenseiter waren, Wesen, die zwischen den Welten wandelten.

Und nun war er fort. Weggerissen von Xal'toroths grausamer Klinge, ein Opfer, das er gebracht hatte, um sie zu retten. Die Schuld nagte an ihr, ein unerbittlicher Wurm, der sich in ihr Innerstes fraß. Hätte sie schneller sein können? Hätte sie ihn warnen können? Hätte sie... irgendetwas anders machen können?

Die Fragen quälten sie, aber sie fand keine Antworten. Nur die Leere, die Azazel hinterlassen hatte, und das Gewicht der Verantwortung, die nun noch schwerer auf ihren Schultern lastete.

Ein leises Klopfen an der Tür riss sie aus ihren düsteren Gedanken. Sie ignorierte es. Sie wollte niemanden sehen, wollte mit niemandem sprechen. Sie wollte allein sein mit ihrer Trauer.

Das Klopfen wiederholte sich, etwas nachdrücklicher.

"Lilith?" Maras Stimme drang gedämpft durch die schwere Holztür. "Lilith, bitte öffne. Wir müssen reden."

Lilith rührte sich nicht. Sie hatte keine Kraft, sich Mara zu stellen, ihrer Freundin, die ebenfalls gelitten hatte, aber deren Schmerz von einem anderen Kaliber war. Mara hatte ihr Königreich verloren, ihre Familie, ihre Macht. Aber sie hatte nicht ihn verloren.

"Lilith, ich weiß, dass es schwer ist", fuhr Mara fort. "Aber du kannst dich nicht verschließen. Wir brauchen dich. Die Welten brauchen dich."

Das Wort "brauchen" traf Lilith wie ein Schlag. Es war die Wahrheit, aber es war eine Wahrheit, die sie kaum ertragen konnte. Sie war die Erbin des Weltenbaums, die Auserwählte, die Einzige, die Xal'toroths Macht Einhalt gebieten konnte. Aber sie fühlte sich nicht wie eine Auserwählte. Sie fühlte sich wie ein gebrochenes, verletztes Wesen, das am liebsten in der Dunkelheit verschwinden wollte.

Ein Seufzen. Dann Maras Stimme, leiser, aber durchdringender: "Lilith, er hätte nicht gewollt, dass du dich so vergräbst. Er hätte gewollt, dass du weiterkämpfst. Für ihn. Für uns alle."

Azazels Name, ausgesprochen von Mara, war wie ein Dolchstoß in Liliths Herz. Aber es war auch ein Weckruf. Mara hatte Recht. Azazel hätte ihren Schmerz nicht gewollt. Er hätte gewollt, dass sie stark war, dass sie kämpfte, dass sie das tat, was getan werden musste.

Mit zitternden Händen stand Lilith auf. Ihre Beine fühlten sich schwer an, als wären sie aus Blei. Sie wankte zur Tür und öffnete sie.

Mara stand im Flur, ihr Gesicht war von Sorge gezeichnet. Ihre roten Haare, die sie normalerweise zu einem kunstvollen Zopf geflochten trug, hingen ihr lose um die Schultern. Ihre grünen Augen, die sonst vor Entschlossenheit funkelten, waren matt und traurig.

"Lilith", sagte Mara leise und trat ein. Sie schloss die Tür hinter sich und nahm Lilith in den Arm.

Lilith erwiderte die Umarmung nicht sofort. Sie stand steif und unbeweglich da, unfähig, die Nähe zuzulassen. Aber Maras Wärme und Mitgefühl drangen langsam zu ihr durch. Sie lehnte sich an Mara und ließ sich von ihrer Freundin halten.

"Es tut mir so leid, Lilith", sagte Mara. "Ich weiß, wie viel er dir bedeutet hat."

Lilith nickte stumm. Worte schienen ihr sinnlos, unfähig, das auszudrücken, was sie fühlte.

Sie lösten sich voneinander. Mara führte Lilith zum Fenster und setzte sich neben sie.

"Wir haben eine Nachricht erhalten", sagte Mara. "Von einer der anderen Welten. Von… Lyria."

Lilith hob den Kopf. Lyria. Sie hatte den Namen schon einmal gehört, aber er war ihr nur vage in Erinnerung.

"Was ist mit Lyria?", fragte sie.

Mara zögerte. "Es ist nicht gut", sagte sie. "Xal'toroths Armee ist dort eingefallen. Sie verwüsten das Land und unterwerfen die Bevölkerung."

Lilith spürte einen Stich von Wut. Xal'toroths Tod hatte seinen Feldzug nicht beendet. Seine Dämonen wüteten weiter, zerstörten und mordeten.

"Wir müssen etwas tun", sagte Lilith. "Wir müssen ihnen helfen."

"Das ist es ja", sagte Mara. "Die Nachricht… sie kam von einem Überlebenden. Einem… Magier. Er sagte, dass es eine Prophezeiung gibt. Eine Prophezeiung, die von einer… Retterin spricht. Einer Frau, die die Macht hat, Xal'toroths Armee zu besiegen."

Lilith starrte Mara an. "Eine Retterin?", fragte sie. "Meinst du…?"

Mara nickte. "Er glaubt, dass du es bist, Lilith. Er glaubt, dass du die Einzige bist, die Lyria retten kann."

Lilith schüttelte den Kopf. "Das kann nicht sein", sagte sie. "Ich bin keine Retterin. Ich bin… ich bin nur eine Vampirin. Eine gebrochene Vampirin."

"Du bist mehr als das, Lilith", sagte Mara. "Du bist die Erbin des Weltenbaums. Du hast Xal'toroth besiegt. Du hast Kräfte, die du noch nicht einmal kennst."

"Aber Azazel…", flüsterte Lilith. "Ich konnte ihn nicht retten. Wie soll ich dann eine ganze Welt retten?"

Mara legte ihre Hand auf Liliths Arm. "Azazels Tod war nicht deine Schuld", sagte sie. "Er hat sich geopfert, um dich zu retten. Das war seine Entscheidung. Du musst seine Entscheidung ehren, indem du weiterkämpfst. Indem du das tust, wozu du bestimmt bist."

Lilith schwieg. Sie wusste, dass Mara Recht hatte. Aber die Angst lähmte sie. Die Angst vor dem Versagen, die Angst vor einem weiteren Verlust, die Angst vor der Dunkelheit, die in ihr lauerte.

"Ich weiß nicht, ob ich das kann, Mara", sagte sie leise.

"Du musst", sagte Mara. "Du hast keine Wahl. Wir haben keine Wahl. Wenn wir Lyria nicht helfen, wird Xal'toroths Armee immer stärker werden. Sie werden eine Welt nach der anderen unterwerfen, bis es keine mehr gibt, die sich ihnen entgegenstellen kann."

Lilith blickte aus dem Fenster. Sie sah die schwebenden Inseln, die im Mondlicht glänzten. Sie sah die Schönheit der Welt, aber sie sah auch die Bedrohung, die über ihr schwebte, wie ein dunkler Schatten, der darauf wartete, alles zu verschlingen.

"Wir müssen Lucian informieren", sagte Lilith schließlich. "Er muss wissen, was passiert ist."

Mara nickte. "Ich habe ihn bereits benachrichtigt", sagte sie. "Er erwartet uns im Ratssaal."

Sie standen auf und verließen Liliths Gemächer. Der Weg zum Ratssaal führte durch lange, gewundene Korridore, die mit Wandteppichen und Gemälden geschmückt waren. Die Zitadelle war ein Labyrinth aus Gängen und Räumen, ein Spiegelbild von Lucians komplexem Geist.