Was uns zusammenhält - Bruno Schelig - E-Book

Was uns zusammenhält E-Book

Bruno Schelig

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Beschreibung

Lena Weber, Ende 20, ist alleinerziehende Mutter der vierjährigen Emma. Nach der plötzlichen Trennung von ihrem Mann Michael kämpft sie sich durch den Alltag. Sie arbeitet Teilzeit als Krankenschwester, um sich und ihre Tochter über Wasser zu halten. Trotz der finanziellen Belastungen, Michaels Unzuverlässigkeit und der emotionalen Achterbahnfahrt versucht Lena, für Emma eine starke und liebevolle Mutter zu sein. Um ihre beruflichen Perspektiven zu verbessern, beginnt Lena eine anspruchsvolle Fortbildung zur Intensivkrankenschwester. Die Doppelbelastung aus Arbeit und Lernen zehrt an ihren Kräften, doch sie hält durch, getrieben von dem Wunsch, Emma eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Ein unerwarteter Schicksalsschlag wirft Lena aus der Bahn: Ihr Vater, zu dem sie seit Jahren kaum Kontakt hatte, erleidet einen schweren Autounfall. Lena eilt an sein Krankenbett und wird mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Sie muss nicht nur die Sorge um ihren Vater bewältigen, sondern auch die Organisation seiner Pflege übernehmen. Diese Krise zwingt Lena, über sich hinauszuwachsen. Sie lernt, Prioritäten zu setzen, Hilfe anzunehmen und auf ihre eigene Stärke zu vertrauen. Die Beziehung zu ihrem Vater und ihrer Mutter verändert sich, alte Wunden heilen, und eine neue, tiefere Verbindung entsteht. Trotz aller Widrigkeiten meistert Lena die Herausforderungen. Sie besteht die Fortbildung mit Auszeichnung, erhält ein Jobangebot auf der Intensivstation, findet eine Lösung für die Pflege ihres Vaters und erkennt, dass sie nicht allein ist. Sie hat ein unterstützendes Netzwerk aus Familie, Freunden und Kollegen, das ihr Kraft gibt. Die Geschichte endet mit einem Ausblick auf die Zukunft, die zwar weiterhin Herausforderungen bereithält, aber auch voller Hoffnung und neuer Möglichkeiten ist. Lena hat bewiesen, dass sie jede Krise überwinden kann, solange sie an sich selbst glaubt und auf die Liebe und Unterstützung ihrer Familie zählen kann.

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Seitenzahl: 87

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Was uns zusammenhält

by

Bruno Schelig

About

Lena Weber, Ende 20, ist alleinerziehende Mutter der vierjährigen Emma. Nach der plötzlichen Trennung von ihrem Mann Michael kämpft sie sich durch den Alltag. Sie arbeitet Teilzeit als Krankenschwester, um sich und ihre Tochter über Wasser zu halten. Trotz der finanziellen Belastungen, Michaels Unzuverlässigkeit und der emotionalen Achterbahnfahrt versucht Lena, für Emma eine starke und liebevolle Mutter zu sein.

Um ihre beruflichen Perspektiven zu verbessern, beginnt Lena eine anspruchsvolle Fortbildung zur Intensivkrankenschwester. Die Doppelbelastung aus Arbeit und Lernen zehrt an ihren Kräften, doch sie hält durch, getrieben von dem Wunsch, Emma eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Ein unerwarteter Schicksalsschlag wirft Lena aus der Bahn: Ihr Vater, zu dem sie seit Jahren kaum Kontakt hatte, erleidet einen schweren Autounfall. Lena eilt an sein Krankenbett und wird mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Sie muss nicht nur die Sorge um ihren Vater bewältigen, sondern auch die Organisation seiner Pflege übernehmen.

Diese Krise zwingt Lena, über sich hinauszuwachsen. Sie lernt, Prioritäten zu setzen, Hilfe anzunehmen und auf ihre eigene Stärke zu vertrauen. Die Beziehung zu ihrem Vater und ihrer Mutter verändert sich, alte Wunden heilen, und eine neue, tiefere Verbindung entsteht.

Trotz aller Widrigkeiten meistert Lena die Herausforderungen. Sie besteht die Fortbildung mit Auszeichnung, erhält ein Jobangebot auf der Intensivstation, findet eine Lösung für die Pflege ihres Vaters und erkennt, dass sie nicht allein ist. Sie hat ein unterstützendes Netzwerk aus Familie, Freunden und Kollegen, das ihr Kraft gibt.

Die Geschichte endet mit einem Ausblick auf die Zukunft, die zwar weiterhin Herausforderungen bereithält, aber auch voller Hoffnung und neuer Möglichkeiten ist. Lena hat bewiesen, dass sie jede Krise überwinden kann, solange sie an sich selbst glaubt und auf die Liebe und Unterstützung ihrer Familie zählen kann.

Kapitel 1: Wenn die Welt auf den Kopf gestellt wird

Der durchdringende Ton des Weckers riss Lena aus ihrem ohnehin schon viel zu kurzen Schlaf. 5:30 Uhr. Ihre Hand tastete im Halbdunkel nach dem Gerät, das unerbittlich weiterschrillte. Als ihre Finger endlich den Knopf fanden, war sie bereits vollständig wach – eine Fähigkeit, die sie in den letzten drei Monaten zwangsläufig perfektioniert hatte. Die Bettseite neben ihr war leer und unberührt, eine stumme Erinnerung an die Tatsache, dass Michael nicht zurückkommen würde.

Lena schlug die Decke zurück und schwang ihre Beine über die Bettkante. Der kühle Holzboden unter ihren Füßen half ihr, die letzten Reste der Müdigkeit abzuschütteln. Sie fuhr sich mit den Händen über das Gesicht und durch ihre schulterlangen, braunen Haare, die dringend einen Friseurbesuch benötigten – einer der vielen Punkte auf ihrer endlosen To-Do-Liste, für die weder Zeit noch Geld übrig war.

Es war Dienstag, und Dienstage waren besonders anstrengend. Ihre Schicht im Krankenhaus begann um 7:30 Uhr, was bedeutete, dass sie Emma pünktlich um 7:15 Uhr beim Kindergarten abgeben musste. Das ließ ihr genau eine Stunde und 45 Minuten, um sich selbst fertig zu machen, ihre vierjährige Tochter zu wecken, anzuziehen und zu füttern, sowie die zehnminütige Fahrt zum Kindergarten einzuplanen.

Lena schlüpfte in ihren abgewetzten Bademantel und schlich leise aus dem Schlafzimmer. Die Zweizimmerwohnung, die sie seit der Trennung bewohnten, war klein, aber es war alles, was sie sich leisten konnte, nachdem Michael sein Versprechen, sie finanziell zu unterstützen, nicht eingehalten hatte. Die Unterhaltszahlungen kamen unregelmäßig, wenn überhaupt.

In der winzigen Küche setzte sie Kaffee auf – ihr Lebenselixier – und lehnte sich gegen die Arbeitsplatte, während sie auf das beruhigende Blubbern der Kaffeemaschine wartete. Durch das kleine Fenster konnte sie sehen, dass es draußen noch dunkel war. März in Deutschland – die Tage wurden langsam länger, aber die Morgende waren nach wie vor finster und kalt.

Während der Kaffee durchlief, huschte sie ins Badezimmer. Zwanzig Minuten für sich selbst – ein Luxus, den sie nur hatte, solange Emma noch schlief. Sie duschte in Rekordzeit, föhnte ihre Haare notdürftig und schminkte sich gerade so viel, dass die dunklen Ringe unter ihren Augen nicht mehr ganz so auffällig waren. Als Krankenschwester in der Teilzeitschicht auf der Inneren Station musste sie präsentabel aussehen, auch wenn ihre Kollegen und die meisten Patienten die Spuren der Erschöpfung in ihrem Gesicht längst bemerkt hatten.

Mit einer Tasse Kaffee in der Hand kehrte sie ins Schlafzimmer zurück, um ihre Arbeitskleidung anzuziehen. Die Uniform hing bereit am Kleiderschrank – eine der wenigen Routinen, die sie abends noch schaffte, wenn Emma endlich eingeschlafen war. Lena schlüpfte in die praktische Hose und das blaue Oberteil und band ihre Haare zu einem praktischen Pferdeschwanz. Sie betrachtete sich kurz im Spiegel und versuchte, nicht an die Frau zu denken, die sie vor einem Jahr gewesen war – selbstbewusst, gut gekleidet, mit regelmäßigen Besuchen beim Friseur und gelegentlichen Spa-Tagen.

"Das ist Luxus", murmelte sie zu sich selbst, "und Luxus ist momentan nicht drin."

Mit einem letzten Schluck Kaffee bereitete sie sich mental auf den schwierigsten Teil des Morgens vor: Emma zu wecken. Ihre Tochter war kein Morgenmensch, eine Eigenschaft, die sie von ihrem Vater geerbt hatte. Die Erinnerung an Michaels morgendliches Grummeln traf Lena unerwartet hart. Sie schüttelte den Kopf, um die Gedanken zu vertreiben, und betrat leise das kleine Zimmer ihrer Tochter.

Emma lag wie ein Engel in ihrem Bett, die blonden Locken wild auf dem Kissen verteilt, den kleinen Mund leicht geöffnet. Das rosa Nachthemd mit den Einhorn-Motiven war hochgerutscht und offenbarte einen kleinen Bauch, der sich sanft hob und senkte. In solchen Momenten verspürte Lena einen Stich der Trauer darüber, was Michael verpasste – und gleichzeitig Wut darüber, dass er diese kostbaren Augenblicke so leichtfertig aufgegeben hatte.

"Emma, Schatz", flüsterte Lena und strich sanft über die Wange ihrer Tochter. "Aufwachen, mein Engel. Wir müssen uns fertig machen."

Emma grummelte und drehte sich weg, vergrub ihr Gesicht im Kissen. Lena seufzte. Das war der übliche erste Versuch. Sie öffnete die Vorhänge einen Spalt, obwohl das frühe Morgenlicht kaum einen Unterschied machte, und versuchte es erneut.

"Emma, die Sonne kommt schon raus. Und heute ist Dienstag – du weißt doch, da macht ihr im Kindergarten die Musikstunde."

Bei der Erwähnung der Musikstunde blinzelte Emma und öffnete widerwillig ein Auge. "Will aber noch schlafen, Mama."

"Ich weiß, Mäuschen. Aber wenn wir jetzt aufstehen, haben wir noch Zeit für Pfannkuchen zum Frühstück."

Das war ein bewährter Trick. Pfannkuchen waren Emmas absolute Lieblingsspeise, und Lena hatte den Teig bereits am Vorabend vorbereitet – eine weitere ihrer späten Nachtaktivitäten, wenn die Erschöpfung eigentlich nach Schlaf schrie, ihr Verstand aber noch viel zu aktiv war.

Emma setzte sich langsam auf, die Haare in alle Richtungen abstehend, und rieb sich mit kleinen Fäusten die Augen. "Mit Ahornsirup?"

"Mit Ahornsirup", bestätigte Lena lächelnd und half ihrer Tochter aus dem Bett. "Komm, lass uns zuerst ins Bad gehen und dich fertig machen."

Die Morgenroutine mit Emma war ein täglicher Balanceakt zwischen Effizienz und Geduld. Lena half ihrer Tochter beim Zähneputzen, kämmte vorsichtig die Knoten aus den blonden Locken und versuchte, die unvermeidlichen Fragen zu beantworten, die Emma jeden Morgen stellte.

"Warum ist es draußen noch dunkel?" "Weil die Sonne erst später aufgeht im Winter und Frühling."

"Warum müssen wir so früh aufstehen?" "Weil Mama arbeiten muss und dich zum Kindergarten bringen muss."

"Wann kommt Papa wieder?" Diese Frage traf Lena jedes Mal wie ein Schlag in die Magengrube. Sie atmete tief ein und suchte nach Worten, die eine Vierjährige verstehen könnte, ohne ihr das Herz zu brechen.

"Papa wohnt jetzt in seinem eigenen Haus, Schatz. Wir haben darüber gesprochen, erinnerst du dich? Er kommt dich am Samstag besuchen."

"Aber warum wohnt er nicht mehr mit uns?" Lena kämpfte gegen den Kloß in ihrem Hals. "Manchmal... manchmal passen Erwachsene nicht mehr gut zusammen. Aber wir beide, wir passen perfekt zusammen, oder?"

Emma nickte, schien aber nicht vollständig überzeugt. Die Fragen kamen inzwischen seltener als in den ersten Wochen nach Michaels Auszug, aber sie waren noch immer da, lauerten unter der Oberfläche und tauchten in den unvorhersehbarsten Momenten auf.

Mit vereinten Kräften schafften sie es, Emma anzuziehen – eine Aufgabe, die an manchen Tagen einem Ringkampf gleichkam. Heute hatte Lena Glück: Emma akzeptierte die lila Leggings und das Einhorn-T-Shirt ohne Protest.

In der Küche arbeitete Lena schnell und effizient. Der Pfannkuchenteig verwandelte sich in goldbraune Kreise, die sie mit einem Hauch Butter und einem dünnen Faden Ahornsirup servierte. Emma saß auf ihrem Stuhl mit dem Sitzkissen, das sie benötigte, um bequem an den Tisch zu reichen, und beobachtete ihre Mutter mit großen Augen.

"Mama, bist du traurig?"

Die Frage kam aus dem Nichts, wie so oft bei Kindern in diesem Alter. Lena drehte sich um, die Pfanne noch in der Hand, und versuchte, ihr Gesicht in neutrale Falten zu legen.

"Warum fragst du das, Schatz?"

Emma zuckte mit den Schultern in dieser unbeholfenen Art, die Kinder haben, wenn sie etwas spüren, aber nicht genau benennen können. "Du lachst nicht so viel wie früher."

Der Knoten in Lenas Hals wurde größer. Sie stellte die Pfanne ab, wischte sich kurz die Hände an einem Küchentuch ab und setzte sich neben ihre Tochter.

"Manchmal bin ich ein bisschen traurig, ja. Aber weißt du was? Wenn ich dich sehe, wenn ich mit dir zusammen bin, dann bin ich glücklich. Du bist mein Sonnenschein, Emma."

Emma nickte ernst, als hätte sie eine wichtige Lebensweisheit gehört. Dann wendete sie sich wieder ihrem Pfannkuchen zu und schnitt mit der Kindergabel ungeschickt kleine Stücke ab.

Lena warf einen Blick auf die Uhr – 6:45 Uhr. Sie musste den eigenen Hunger ignorieren und sich stattdessen darauf konzentrieren, Emmas Lunch-Box für den Kindergarten zu packen. Während Emma aß, bereitete sie ein Käsesandwich zu, schnitt Apfelscheiben, füllte eine kleine Dose mit Trauben und packte einen Joghurt ein. Die Vorbereitungen liefen wie ein gut geöltes Uhrwerk – eine der wenigen Dinge in ihrem Leben, die sie mittlerweile im Schlaf beherrschte.

Als Emma fertig war, rief Lena: "Zähne putzen, Schuhe an, und dann müssen wir los!"

Sie packte ihre eigene Tasche, überprüfte hastig, ob sie alles hatte – Brieftasche, Schlüssel, Handy, Arbeitsausweis – und half Emma in ihre kleine Jacke. Der Rucksack ihrer Tochter, verziert mit Einhörnern und Regenbögen, war bereits am Vorabend gepackt worden.

"Hast du Herrn Schnuffel eingepackt?", fragte Emma plötzlich mit großen, besorgten Augen.

Herr Schnuffel, der abgenutzte Plüschhase, den Emma seit ihrer Geburt besaß, war ihr treuer Begleiter bei Mittagsschlaf im Kindergarten. Lena unterdrückte ein Stöhnen und rannte ins Kinderzimmer zurück, wo der Hase tatsächlich noch auf dem Bett lag.

"Hier ist er", sagte sie, als sie zurückkehrte und den Plüsch in Emmas Rucksack stopfte. "Jetzt aber wirklich los, sonst kommen wir zu spät."