1,99 €
Vincent und Laura Meurer sind beide Anfang dreißig, verliebt wie am ersten Tag und nur allzu bereit, den nächsten aufregenden Schritt im Leben zu wagen: Sie wünschen sich ein Baby. Laura wird auch schnell schwanger, und die Glückshormone überschwemmen sie förmlich! Stolz zeigt sie ihren wachsenden Bauch und genießt die zarten Tritte ihres Babys.
Doch ab der 20. Schwangerschaftswoche geht es der werdenden Mutter plötzlich schlecht. Sie klagt über Kopfschmerzen, Übelkeit und starke Wassereinlagerungen in den Beinen. Dr. Frank, der die Schwangere betreut, stellt zudem einen sehr hohen Blutdruck fest und Eiweiß im Urin fest. Alles deutet auf eine Präeklampsie hin.
Laura muss nun liegen, und der Blutdruck muss engmaschig kontrolliert werden. Ab sofort schwebt der Eintrag "Risikoschwangerschaft" im Mutterpass wie ein Damoklesschwert über ihr. Denn nicht nur das Leben ihres ungeborenen Kindes ist in akuter Gefahr, sondern auch ihr eigenes ...
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 127
Veröffentlichungsjahr: 2021
Cover
Eintrag: Risikoschwangerschaft
Vorschau
Impressum
Eintrag: Risikoschwangerschaft
Vincent und Laura glauben dennoch an ihr Babyglück
Vincent und Laura Meurer sind beide Anfang dreißig, verliebt wie am ersten Tag und nur allzu bereit, den nächsten aufregenden Schritt im Leben zu wagen: Sie wünschen sich ein Baby. Laura wird auch schnell schwanger, und die Glückshormone überschwemmen sie förmlich! Stolz zeigt sie ihren wachsenden Bauch und genießt die zarten Tritte ihres Babys.
Doch ab der 20. Schwangerschaftswoche geht es der werdenden Mutter plötzlich schlecht. Sie klagt über Kopfschmerzen, Übelkeit und starke Wassereinlagerungen in den Beinen. Dr. Frank, der die Schwangere betreut, stellt zudem einen sehr hohen Blutdruck fest und Eiweiß im Urin fest. Alles deutet auf eine Präeklampsie hin.
Laura muss nun liegen, und der Blutdruck muss engmaschig kontrolliert werden. Ab sofort schwebt der Eintrag »Risikoschwangerschaft« im Mutterpass wie ein Damoklesschwert über ihr. Denn nicht nur das Leben ihres ungeborenen Kindes ist in akuter Gefahr, sondern auch ihr eigenes ...
Schade, dass es nicht meine Babyparty ist, dachte Laura Meurer und betrachtete die Auslagen des Babygeschäftes in der Münchner Innenstadt. Sie konnte sich nicht sattsehen an den bunten Stramplern und Kleidchen, die neu eingetroffen waren. Mit einem Seufzer betrat sie das Geschäft.
Lauras Kollegin Sarah war im sechsten Monat schwanger und hatte sie zu einer Babyparty eingeladen. Laura wollte nun ein passendes Geschenk für Sarah und ihr Ungeborenes finden. Sie liebte es, sich Kinderkleidung anzusehen. Hätte sie selbst ein Mädchen, würde sie es wie eine Prinzessin kleiden.
»Guten Tag, kann ich Ihnen helfen?«, fragte eine ältere Verkäuferin freundlich.
»Nein, danke«, erwiderte Laura und lächelte. »Ich möchte mich nur umsehen. Ich melde mich, sobald ich Ihre Beratung benötige.«
»Alles klar. Ich bin in Ihrer Nähe«, entgegnete die Verkäuferin und widmete sich wieder dem Auszeichnen neuer Ware.
Laura sah sich neugierig um. Im hinteren Teil des Ladens entdeckte sie ein großes Angebot an Spielzeug, Kindermöbeln und Kinderwagen.
Hier finde ich sicher etwas, überlegte Laura gut gelaunt und näherte sich den Spielsachen. Wie niedlich das alles aussah! Was sollte sie bloß nehmen?
Die anderen Kolleginnen werden sicher Kleidung verschenken, dachte die junge Frau. War das sinnvoller? Oder eher langweilig?
Seit ein paar Monaten wünschten sich Laura und ihr Mann Vincent ebenfalls ein Kind. Sie hatten lange darüber gesprochen und wollten nun Eltern werden.
Beide arbeiteten in Berufen mit einem guten Einkommen und wohnten in einer Wohnung, die ihnen gefiel. Sie kannten jeden Nachbarn und genossen das familiäre Umfeld.
Laura und Vincent wussten, dass ein Baby ihr Glück vervollständigen würde. Es wurde Zeit, eine eigene Familie zu gründen.
Laura hatte in den Jahren davor nie den Wunsch verspürt, Mutter zu werden. Sie hatte sich stets auf ihren Beruf als Versicherungskauffrau konzentriert. Vincent war in dieser Zeit mit seiner Arbeit als Möbelrestaurator in der Firma seines Onkels ausreichend beschäftigt. Er und Laura hatten viele Reisen unternommen und sich gern mit Freunden getroffen. Abends auszugehen und erst morgens nach Hause zu kommen, gehörte zu ihren festen Gewohnheiten.
Doch mit den Jahren hatte sich der Freundeskreis verändert. Einige Freunde waren umgezogen oder bauten ein Haus. Viele von Lauras Freundinnen und Schulkameradinnen heirateten und bekamen Kinder.
Auch Vincent hatte Laura vor fünf Jahren einen romantischen Heiratsantrag gemacht. Sechs Monate später waren sie verheiratet gewesen. Doch an ein Baby hatten sie noch nicht gedacht. Sie hatten ihr Leben zu zweit genossen.
Nun näherte sich Lauras zweiunddreißigster Geburtstag. Sie wollte nicht länger warten. Die junge Frau hoffte, in den nächsten Monaten schwanger zu werden.
Während Laura ihre Einkäufe bezahlte, dachte sie an ihre Kollegin Sarah. Sie hatten sich angefreundet, als Laura ihre neue Stelle bei der Bayern Versicherung antrat. Die beiden Frauen teilten das gleiche Büro.
»Auf Wiedersehen«, verabschiedete sie die Verkäuferin freundlich und reichte Laura ihre Einkaufstüte mit den Babysachen, die Laura ausgewählt hatte. »Und viel Spaß beim Verschenken.«
Laura lächelte und nickte.
Als die junge Frau das Geschäft verließ, hielt ein Lieferwagen neben ihr. Laura erkannte sofort das Fahrzeug ihres Mannes.
»Darf ich dich mitnehmen?«, fragte Vincent und lachte. Er kletterte über den Sitz und öffnete die Wagentür. »Ich habe den Schlüssel zum Haus mitnehmen können«, sagte er und zog einen großen Schlüsselbund hervor. »Mein Onkel hat endlich alle Sachen abgeholt. Jetzt können wir renovieren.«
Vincents Onkel Karl besaß ein altes Haus, dass er für wenig Geld seinem Neffen überlassen hatte. Jahrzehntelang hatte Karl mit seiner Frau und zwei Kindern dort in Grünwald gewohnt. Nachdem die Kinder ausgezogen waren, hatte er seine krebskranke Frau gepflegt und Vincent hatte zu der Zeit monatelang allein in der Werkstatt die Stellung gehalten.
Doch nach dem Tod seiner Frau hatte Karl entschieden, sich räumlich zu verändern. Er konnte und wollte nicht mehr allein in dem großen Haus leben und war ausgezogen. Umso mehr hatte er sich gefreut, dass Vincent Interesse an der Immobilie zeigte.
Allerdings war das Haus renovierungsbedürftig. Vincent war handwerklich geschickt und wollte den Großteil der Arbeiten selbst ausführen. Er war gut vernetzt und hatte viele Freunde, die ihm helfen wollten.
»Willst du jetzt noch zum Haus fahren?«, fragte Laura. »Ich wollte uns etwas zu Essen machen.« Sie setzte sich neben Vincent und blickte zum Himmel. »Es wird schon dunkel.«
»Das macht doch nicht«, erwiderte Vincent und startete den Motor. »Es wird halt herbstlich draußen.«
»Bitte fahr allein nach Grünwald. Ich möchte lieber nach Hause«, erklärte Laura. Sie fühlte sich müde. »Der Tag war sehr anstrengend und ich nehme vielleicht ein heißes Bad.«
»Du arbeitest für eine Versicherung. Was ist daran anstrengend?«, neckte Vincent seine Frau.
Laura antwortete nicht darauf. Sie wusste, dass Vincent sie nur aufziehen wollte.
»Du kannst mich an der Ecke aussteigen lassen«, sagte sie und zeigte nach vorne. Ihre gemeinsame Wohnung lag nicht mehr weit. »Ich werde noch ein paar Lebensmittel einkaufen und uns was Leckeres kochen. Außerdem kann ich anschließend in Ruhe die Geschenke für Sarahs Babyparty einpacken.«
Vincent hielt den Lieferwagen an und küsste seine Frau.
»Du bist ein Schatz«, flüsterte er ihr zu. »Ich sehe kurz nach dem Haus und hoffe, dass die Schlüssel auch passen. Dann komme ich sofort nach Hause. Gönn dir ein heißes Bad. Wir können anschließend auch zusammen kochen.«
»Das ist eine gute Idee«, pflichtete Laura ihm bei und lächelte. Für diese kleinen Gesten liebte sie ihren Ehemann.
»Was soll das eigentlich genau sein, eine Babyparty?«, fragte Vincent. »Das Kind ist doch noch nicht auf der Welt.«
Laura rollte mit den Augen. »Auf einer Babyparty wird die werdende Mutter beschenkt.«
»Ist das nicht etwas übertrieben?«
»Auf keinen Fall. Meist wird eine Windeltorte gebastelt, die mit Babysachen verziert wird. Das sieht toll aus. Manchmal gibt es auch Spiele, aber Sarah hält nicht viel davon. Also werden wir einen gemütlichen Nachmittag mit Kaffee, Kuchen und Sekt verbringen. Der Sekt ist natürlich für Sarah alkoholfrei. Alle freuen sich mit ihr und wünschen das Beste für Mutter und Kind. Ich möchte selbstverständlich auch eine solche Party ausrichten, sollte ich ein Kind erwarten.«
Vincent gab seiner Frau einen weiteren Kuss.
»Ich kann es kaum erwarten, Liebes.«
Laura erwiderte seinen Kuss. Sie bedauerte es, dass ihr Mann noch zum Haus seines Onkels fahren wollte.
»Warst du heute Morgen schon in Grünwald?«, fragte sie.
»Ja. Onkel Karl und ich wollten seine restlichen Möbel abholen, da ist mir etwas Peinliches passiert. Der Wagen sprang plötzlich nicht an. Dann ging es ein paar Meter, bis der Motor wieder ausging. Ich habe die ganze Straße beim Zurücksetzten blockiert und es gab ein furchtbares Hupkonzert. Ich hätte nicht gedacht, dass es in Grünwald so früh am Tag schon viel Verkehr gibt. Das Ganze war mir total unangenehm. Hoffentlich denken jetzt unsere zukünftigen Nachbarn nicht schlecht von mir.«
Laura strich ihrem Mann sanft über den Arm.
»Ach, Quatsch. Das kann doch jedem mal passieren. Bis das Haus hergerichtet ist und wir dort eigezogen sind, ist der Vorfall sicher längst vergessen. Hauptsache, der Wagen geht nicht vorher kaputt.«
Vincent setzte Laura wie vereinbart an der Ecke zum Supermarkt ab. Der Himmel verdunkelte sich und es begann zu regnen. Ein kühler Wind kam auf.
Das Paar verabschiedete sich voneinander, und Laura stieg aus dem Wagen. Schnell spannte sie ihren Regenschirm auf.
Ein herrliches Bad wird mir nachher wirklich guttun, dachte sie. Die junge Frau freute sich auch schon darauf, ihre Geschenke für die Babyparty einzupacken. Am nächsten Tag wollte sie außerdem noch ein paar bunte Mini-Törtchen backen, die Sarah als Geschenk ihren Gästen überreichen konnte. Es wurde höchste Zeit, die Vorbereitungen abzuschließen. Die Party sollte schon in vier Tagen stattfinden.
***
»Guten Morgen, Chef«, grüßte Martha Giesecke Dr. Stefan Frank und schaltete den Computer an.
Sie war schon seit langen Jahren Dr. Franks Arzthelferin und liebte ihren Beruf. Auf die Berlinerin konnte sich der Arzt immer verlassen, denn sie kannte seine Patienten sehr gut und war beliebt.
»Guten Morgen, Martha«, erwiderte der Arzt gut gelaunt. Er stand im Türrahmen des Sprechzimmers und trank eine Tasse Kaffee. Er war gespannt, was der Tag bringen würde.
Martha Giesecke starrte plötzlich auf den Computer und tippte hastig auf alle Tasten.
»Det Ding spinnt wieder, Chef«, stellte sie fest.
Dr. Frank trat hinter den Empfang seiner Angestellten und versuchte ebenfalls, den PC zu starten. Nervös sah er zur Uhr. In wenigen Minuten würden die ersten Patienten eintreffen. Hoffentlich war der Computer nicht kaputt.
»Wir brauchen die Programme«, bemerkte er. »Kommt heute Frau Flanitzer? Ohne ihre Hilfe sind wir aufgeschmissen.«
Wie auf ein Stichwort öffnete sich die Tür und Dr. Franks zweite Arzthelferin Marie-Luise Flanitzer betrat die Arztpraxis.
Ihre Wangen waren gerötet und eine lange Strähne hing aus ihrem Zopf. Offensichtlich hatte sie sich sehr beeilt, um noch pünktlich zur Arbeit zu kommen.
»Da kommt die Rettung!«, rief Martha Giesecke.
Verwundert blickte Marie-Luise ihre ältere Kollegin an.
»Was ist passiert?«, fragte sie verwirrt.
»Der Computer funktioniert nicht«, antwortete Dr. Frank. »Ich hoffe, Sie können ihn wieder hochfahren. Sonst sind wir heute gezwungen, alle Patientenakten handschriftlich zu führen.«
Die junge Arzthelferin ging zum Computer und drückte ein paar Tasten. Sofort leuchtete der Bildschirm auf und zeigte die Startseite des Programms für die Patientendatei.
Stefan Frank nickte anerkennend.
»Ich bin froh, dass ich Sie eingestellt habe«, sagte er und lachte.
»Det hätte ick auch hingekriegt, wenn ick genug Zeit gehabt hätte«, murmelte Schwester Martha und öffnete die ersten Dateien.
Dr. Frank zwinkerte Marie-Luise Flanitzer zu. »Selbstverständlich, Martha. Ich hätte mich fast verspätet«, erzählte Marie-Luise und zog rasch ihren Mantel aus. »Ein Lieferwagen versperrte vorne die halbe Straße. Offensichtlich wird ein Haus leer geräumt. Ich musste mit dem Wagen einen Umweg fahren.«
»Meinen Sie das Haus von Karl Meurer?«, fragte Stefan Frank interessiert. »Ich kenne ihn leider nur flüchtig, aber seine Frau war eine Patientin von uns.«
»Ich glaube, da wohnte wirklich ein älterer Herr. Ich sah ihn oft beim Vorbeifahren in seinem Vorgarten stehen«, erwiderte die junge Arzthelferin. »Es ist ein ziemlich heruntergekommenes Haus, wenn Sie mich fragen.«
»Jetzt erinnere ick mich wieder an seine Frau, Chef«, mischte sich Martha Giesecke in das Gespräch ein.
»Sie war lange Jahre an Krebs erkrankt und hat den Kampf dagegen leider verloren.«
»Karl Meurer hat seit dem Tod seiner Frau in dem Haus allein gelebt. Ich denke, er hatte nicht mehr die Kraft, sich darum zu kümmern. Soweit ich weiß, vermacht er es einem Neffen. Ich hoffe, es sieht bald nicht mehr so deprimierend dort aus.«
»Hauptsache, er versperrt nicht wieder die Straße«, sagte Marie-Luise und sah sich die Patiententermine an.
»Wenn das Haus umgebaut wird, kann es passieren, dass die Straße monatelang blockiert wird«, erklärte Martha Giesecke und zuckte mit den Schultern. »Besser du stellst dich darauf ein.«
Ihre jüngere Kollegin runzelte die Stirn.
»Ich fürchte, einige Patienten verspäten sich heute. Eigentlich müsste Frau Schäfer mit ihrer Tochter längst hier sein.«
»Führen Sie sie in mein Sprechzimmer, sobald beide eingetroffen sind«, bat Dr. Frank seine junge Arzthelferin.
Er stellte seine leere Tasse Kaffee in der kleinen Teeküche neben dem Empfang ab und ging zurück in sein Sprechzimmer. Der Tag konnte beginnen.
***
»Zu welchem Arzt gehst du eigentlich?«, fragte Sarah und setzte sich neben Laura. »Ich bin bei Doktor Frank. Er ist Allgemeinmediziner und Geburtshelf.er Er ist sehr nett und hört wirklich zu, wenn man mit ihm spricht. Ich kann ihn nur empfehlen.«
Sie hatte ihre Kollegin gebeten, etwas früher zur Babyparty zu erscheinen. Beide wollten in Ruhe über Lauras Kinderwunsch sprechen.
»Meinst du deinen Arzt in Grünwald? Soweit wollte ich eigentlich nicht fahren«, erwiderte Laura nachdenklich.
»Er ist einer der besten Ärzte, die ich kenne, Laura. Du kannst mir vertrauen.«
Laura lächelte ihre Kollegin an. »Das weiß ich doch. Meine Ärztin hat vor ein paar Monaten ihre Praxis aufgegeben und ist nach Berlin gezogen. Vielleicht mache ich einen Termin bei Doktor Frank.«
»Wäre es nicht schön, wenn du auch schwanger wirst? Dann können wir gemeinsam eine Krabbelgruppe mit unseren Babys besuchen.«
Sarahs Gesicht strahlte vor Glück. Sanft strich sie über ihren Babybauch. Sie sah hübsch aus. Laura sah, dass ihrer Kollegin die Schwangerschaft guttat.
»Ich glaube es wird Zeit, den Tisch zu decken«, stellte sie fest und erhob sich aus ihrem bequemen Sessel. »Deine Gäste sind bald da.«
»Du hast recht«, erwiderte Sarah lachend und erhob sich ebenfalls.
»In ein paar Wochen werde ich mich nicht mehr so flink bewegen können. Ich habe ein wenig Angst davor, noch dicker zu werden. Nutzen wir also die Gelegenheit.«
Laura sah sich im Raum um. »Hat dir dein Mann beim Schmücken geholfen? Die Luftballons sind bezaubernd. Und erst die bunten Luftschlangen!«
»Ja, Kurt hat sich viel Mühe mit der Deko gegeben. Ich bin ihm sehr dankbar, dass er mir geholfen hat. Im Grunde ist es viel zu früh, eine Babyparty zu veranstalten. Die meisten Frauen bereiten die Party zwei Monate vor der Geburt vor. Aber ich konnte nicht länger warten. Kurt war damit einverstanden. Er unterstützt mich, wo er kann. Ich denke, er kann es kaum erwarten, Vater zu werden. Wir wollen vorher auch nicht wissen, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. «
»Was macht Kurt heute?«
»Er trifft sich zum Kartenspielen mit seinen Freunden. Anschließend wollen sie sich ein Basketballspiel zusammen ansehen. Ich denke, er kommt heute Abend erst spät zurück. Aus Babypartys macht er sich nichts.«
Laura lachte. Vincent würde sich auch nicht auf einer Babyparty blicken lassen. Auch wenn er sich sehr freuen würde, Vater zu werden.
Nachdem beide Frauen den Tisch gedeckt und sich um Kuchen und Kaffee gekümmert hatten, kam Laura noch einmal auf das Thema Frauenarzt zurück.
»Und Doktor Frank ist auch dein Hausarzt?«, fragte sie.
»Ja. Du bist bei ihm in guten Händen. Ich gebe dir nachher die genaue Adresse und Telefonnummer. Doktor Frank nimmt sicher noch eine neue Patientin auf. Ich habe noch nie gehört, dass er jemanden abgewiesen hat, weil die Praxis keine Termine mehr vergäbe.«
»In Grünwald steht auch das Haus, welches mein Mann von seinem Onkel erhalten hat. Ist das nicht ein lustiger Zufall?«
Laura dachte kurz an den verstorbenen Onkel Karl.
»Habt ihr das Haus also tatsächlich angenommen?«, fragte Sarah begeistert. »Grünwald ist ein wunderschöner Ort. Ich wäre stolz darauf, dort meine Kinder aufwachsen zu lassen.«
»Ja, allerdings auch etwas teuer. Ich weiß auch noch nicht, woher Vincent das Geld für die Renovierung nehmen will. Zum Glück brauchen wir seinem Onkel keine Miete zahlen.«
»Das ist sehr großzügig«, erwiderte Sarah. »Damit spart ihr eine Menge Geld. Und Vincent verdient doch gut mit seiner Möbel-Restaurierung.«
