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Obwohl Katrin Hallig schon Ende zwanzig ist, hat sie ihren Weg im Leben noch immer nicht gefunden. Sie ist zudem ungeschickt und schusselig, wirft Dinge um und stolpert. Katrin sehnt sich nach der großen Liebe, doch der ist sie bisher nicht begegnet. Auf dem Weg zu einem Date stürzt sie erneut und schlägt sich den Kopf an. In der Waldner-Klinik wird ein MRT gemacht. Katrin hat zwar keine ernsthafte Kopfverletzung erlitten, doch auf den Bildern sieht man eine Raumforderung. Weitere Tests ergeben, dass es sich um eine gutartige Zyste handelt. Alle drei Monate muss Katrin fortan zur Kontrolle in die Klinik kommen.
Dort trifft sie eines Tages auf Simon. Er ist Mitte vierzig und hat offenbar Erfahrung mit solchen Terminen. Den Grund für seine Untersuchung nennt er nicht, wartet aber später vor der Klinik auf Katrin. Gemeinsam verbringen sie einen unvergesslichen Nachmittag. Simon hält eine leidenschaftliche Rede, wie wichtig es sei, ihren Träumen zu folgen. Katrin ist beeindruckt. Beim Abschied kommt es fast zu einem Kuss. Simon weicht jedoch aus. Er weigert sich, Katrin seine Telefonnummer zu geben. Wenn das Schicksal es will, werden sie sich wiedersehen ...
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Seitenzahl: 124
Veröffentlichungsjahr: 2023
Cover
Die stille Mitbewohnerin
Vorschau
Impressum
Die stille Mitbewohnerin
Beim MRT finden die Ärzte etwas Auffälliges in Katrins Gehirn
Obwohl Katrin Hallig schon Ende zwanzig ist, hat sie ihren Weg im Leben noch immer nicht gefunden. Sie ist zudem ungeschickt und schusselig, wirft Dinge um und stolpert. Katrin sehnt sich nach der großen Liebe, doch der ist sie bisher nicht begegnet. Auf dem Weg zu einem Date stürzt sie erneut und schlägt sich den Kopf an. In der Waldner-Klinik wird ein MRT gemacht. Katrin hat zwar keine ernsthafte Kopfverletzung erlitten, doch auf den Bildern sieht man eine Raumforderung. Weitere Tests ergeben, dass es sich um eine gutartige Zyste handelt. Alle drei Monate muss Katrin fortan zur Kontrolle in die Klinik kommen.
Dort trifft sie eines Tages auf Simon. Er ist Mitte vierzig und hat offenbar Erfahrung mit solchen Terminen. Den Grund für seine Untersuchung nennt er nicht, wartet aber später vor der Klinik auf Katrin. Gemeinsam verbringen sie einen unvergesslichen Nachmittag. Simon hält eine leidenschaftliche Rede, wie wichtig es sei, den eigenen Träumen zu folgen. Katrin ist beeindruckt. Beim Abschied kommt es fast zu einem Kuss. Simon weicht jedoch aus. Er weigert sich, Katrin seine Telefonnummer zu geben. Wenn das Schicksal es will, werden sie sich wiedersehen ...
»Ein Glück, dass wir hier arbeiten dürfen.« Katrin Hallig stand an der Theke des Eck-Cafés stand und wartete darauf, dass ihre Kollegin die bestellten Getränke vorbereitete. Wie immer hatte sie ein Lied auf den Lippen und ließ sich die Laune auch nicht von dem ungemütlichen Wintertag verderben.
Obwohl es schon Mittag war, wollte es einfach nicht richtig hell werden. Die Wolken hingen tief am düsteren Himmel. Ein feiner Nieselregen verwandelte die Schneereste am Straßenrand in grauen Matsch.
Umso gemütlicher war es in dem kleinen Café, das um diese Uhrzeit gut besucht war. Grund dafür waren die kleinen Speisen und Snacks, die neben Kuchen und Torten am Mittag serviert wurden. Die Gäste saßen an Holztischen, umringt von bequemen Sofas und Stühlen mit bunten Kissen. Die Luft war erfüllt vom verlockenden Duft frisch gebrühten Kaffees, der sich mit dem süßen Geruch des Gebäcks aus der Backstube vermischte. Über allem lag ein Hauch Knoblauch, der von den Tellern stammte, die Kata auf ihrem Tablett zu dem Tisch trug, an dem Dr. Stefan Frank mit seiner Freundin Alexandra Schubert saß.
»Was für eine ausgesprochen gute Idee, hier zu Mittag zu essen.« Alexandra lehnte in den weichen Polstern und ließ den Blick über die Besucher schweifen. Sanftes Murmeln erfüllte den Raum, während die Gäste angeregt plauderten oder konzentriert in ihre Laptops blickten. »Das fühlt sich an wie ein kleiner Urlaub.«
»Die Sehnsucht danach, Zeit mit dir zu verbringen, bringt mich immer auf die besten Ideen«, erwiderte Stefan.
Alexandras Augen wurden schmal.
»Und was willst du mir mit diesem wirklich kreativen Kompliment wirklich sagen?«, fragte sie verschmitzt.
»Du kennst mich einfach zu gut«, seufzte Stefan. »Leider wirst du den Abend heute ohne mich verbringen müssen. Ich habe Uli versprochen, in der Klinik auszuhelfen, weil so viele Mitarbeiter krank sind.«
Seinem besten Freund Uli Waldner hatte Stefan Frank seine Belegbetten in der Waldner-Klinik zu verdanken. Abgesehen von ihrer engen Freundschaft, die sie seit Studientagen pflegten, war dieser Glücksfall ein weiterer Grund, um einzuspringen, wann immer Not am Mann war.
»Und du meinst, dass du dich mit einem läppischen Mittagessen freikaufen kannst?« Alexas Augen blitzten übermütig. »So leicht kommst du mir nicht davon.« Sie hatte kaum ausgesprochen, als die Katrin mit dem Tablett auf ihren Tisch zukam. Kurz bevor sie ihr Ziel erreichte, stolperte Kata über ein unsichtbares Hindernis. In letzter Sekunde rettete sie das Tablett vor dem Fall, konnte aber nicht verhindern, dass ein Teller Suppe überschwappte. Ein orangefarbener Schwall landete direkt in Stefan Franks Schoß.
Zum Glück war sie nicht mehr allzu heiß.
Katrin war trotzdem außer sich.
»Oh nein! Das tut mir wirklich unglaublich leid. Ich weiß gar nicht, wie das passieren konnte«, stammelte sie mit leuchtend roten Wangen.
Alexa zögerte nicht und besorgte ein paar Tücher aus der Küche. Sie half Stefan bei der Reinigung seiner Hose. Nach diesem mehr oder weniger geglücktem Versuch lachte er sie an.
»War das die Strafe, die du im Sinn hattest?«
»Auf gar keinen Fall.« Ihre Augen blitzten vergnügt. »Da fallen mir ein paar viel bessere Sachen ein. Wenn wir jetzt zu Hause wären, würde ich dir zum Beispiel die Hose ausziehen.«
»Eine verlockende Vorstellung.« Bevor sich Stefan diese Idee bildhaft vorstellen konnte, kehrte Katrin mit einem neuen Teller Suppe an den Tisch zurück.
»Bitte verzeihen Sie mir«, wiederholte sie ihre Entschuldigung und dankte dem Himmel dafür, dass es ausgerechnet den netten Arzt getroffen hatte, der fast täglich im Eck-Café vorbeikam, um Kuchen und Gebäck für seine Mitarbeiterinnen zu kaufen oder um, wie an diesem Tag, ein schnelles Mittagessen einzunehmen. »Natürlich übernehme ich die Reinigungskosten. Meine Chefin hat gerade gemeint, ich sollte eine Versicherung abschließen bei allem, was mir so passiert.« Sie schielte hinüber zum Tresen. »Ich kann von Glück sagen, dass die Stellen in der Gastronomie momentan so schwer zu besetzen sind. Deshalb wirft sie mich auch nicht raus.«
Alleine in diesem Jahr hatte Katrin schon drei Mal den Job gewechselt, und auch Kellnerin war nicht ihr Traumberuf. Wenn sie finanziell aber über die Runden kommen wollte, hatte sie keine andere Wahl, als in den sauren Apfel zu beißen und trotz ihrer Ungeschicklichkeit ihr Bestes zu geben.
An dieser Stelle wurde Stefan Frank hellhörig.
»Über die Reinigung machen Sie sich mal keine Sorgen. Das erledigt unsere Waschmaschine. Mich beschäftigt viel mehr, dass Sie aus dem Nichts gestolpert sind. Passiert das öfter?«
Katrin zuckte mit den Schultern.
»Ach, ich war schon immer ungeschickt. Mein zweiter Vorname ist Tollpatsch«, erwiderte sie leichthin und lachte. »Aber jetzt muss ich leider weitermachen. Sonst bekomme ich am Ende doch noch die Kündigung.«
Sie schenkte Stefan Frank und Alexandra ein strahlendes Lächeln, ehe sie sich wieder an die Arbeit machte.
Die beiden sahen der sympathischen, jungen Frau nach, ehe sie sich endlich ihrem Mittagessen zuwandten. Höchste Zeit, die knurrenden Mägen zu beruhigen und die wenige gemeinsame Zeit zu genießen, bevor die Pflicht sie wieder zurück an ihre Arbeitsplätze rief.
***
Auch der längste Arbeitstag hatte zum Glück einmal ein Ende. Ohne ein weiteres Missgeschick konnte Katrin Hallig an diesem Abend das Eck-Café verlassen. Wie so oft tanzte und sang sie auf dem Nachhauseweg vor sich hin und erntete bewundernde Blicke, die sie aber gar nicht bemerkte.
»Stell dir vor, heute habe ich Doktor Frank aus Versehen Suppe über die Hose geschüttet«, erzählte sie ihrer Freundin Luisa, die schon mit dem Abendessen auf sie wartete. Seit dem Studium teilten sich die beiden Freundinnen eine kleine Wohnung. Dabei war es auch geblieben. »Deshalb darf ich jetzt nicht mehr servieren, sondern stehe hinter dem Verkaufstresen.«
»Das ist möglicherweise besser so. Und wer weiß, vielleicht ist das ja endlich dein Traumberuf.«
»Nein, auf keinen Fall.« Katarina nahm zwei Teller und Besteck aus dem Schrank und deckte den Tisch. »Vielleicht hätte ich mir doch wieder eine Stelle als Friseurin suchen sollen.«
»Ich verstehe nicht, warum du nicht irgendwo in der Administration arbeitest. Immerhin hast du dein BWL-Studium fast abgeschlossen.«
»So ein Bürojob ist einfach nichts für mich.« Kata schob einen Löffel Gemüseauflauf in den Mund und kaute versonnen. »Ich sollte mich im Frühjahr um eine Ausbildungsstelle als Tierpflegerin im Tierpark bewerben. Der Bericht im Fernsehen neulich war wirklich toll. Außerdem liebe ich Tiere.«
Über diese neuen Pläne konnte Luisa nur den Kopf schütteln.
»Neulich wolltest du noch Musicaldarstellerin werden.«
»Auch keine schlechte Idee«, sinnierte Kata. »Aber nein, wahrscheinlich habe ich nicht genug Talent dazu. Außerdem bin ich zu schusselig. Stell dir mal vor, ich stolpere auf der Bühne und lande mitsamt der Deko im Publikum.«
Luisa konnte nur lachend den Kopf schütteln über die Unentschlossenheit ihrer Freundin.
»Findest du nicht, dass du langsam alt genug bist, um zu wissen, was du wirklich willst?«
Kata legte die volle Gabel wieder zurück auf den Teller und sah ihre beste Freundin an.
»Nichts lieber als das. Leider habe ich keine Ahnung, wie das funktioniert«, erwiderte sie zerknirscht. »Wie findet man heraus, was man wirklich will im Leben? Welcher der richtige Mann ist, um mit ihm alt zu werden?«
»Keine Ahnung.« Luisa zuckte mit den Schultern. »Ich wusste einfach, dass ich die Natur und Pflanzen liebe. Deshalb habe ich Landschaftspflege studiert. Dass ich während des Studiums Martin kennengelernt habe, war einfach ein großes Glück.«
»Aber woher weißt du, dass er der Richtige ist?« Sicher, sie hatte Beziehungen gehabt. Aber keine hatte länger als ein Jahr gedauert. »Was ist bei ihm anders als bei Tim oder Nico?«
Über diese Frage dachte Luisa kurz nach. Ihr Gesichtsausdruck wurde weich. Ein versonnenes Lächeln spielte um ihre Lippen.
»Wir verstehen uns einfach blind und denken oft das Gleiche. Wir haben die gleichen Träume und Ziele. Wir können über alles reden und zusammen lachen.« Sie hielt inne. Kein Wort schien gut genug dafür, um das zu beschreiben, was sie wirklich für Martin empfand. »Ich glaube, das versteht man erst, wenn man den Richtigen gefunden hat.« Luisa schob den Teller von sich und griff nach dem Handy, das neben ihr auf dem Tisch lag. Sie öffnete die Dating-App, die sie extra für ihre Freundin installiert hatte. »Und wer weiß, wenn du erst fündig geworden bist, wirst du vielleicht auch ruhiger und zufriedener mit deinem Leben werden.«
»Du gibst die Hoffnung wohl nie auf«, lachte Katrin und sah ihrer Freundin dabei zu, wie sie durch die Männerfotos scrollte. »Dabei habe ich schon acht Nieten gezogen.«
»Na und? Dann machen wir eben weiter. Wie wäre es zum Beispiel mit dem da?« Luisa hielt Kata das Handy hin. »Das Profil liest sich richtig nett. Ihn solltest du unbedingt treffen.«
Luisa war die treibende Kraft hinter den Verabredungen. Sie war der Ansicht, dass die Liebe überall zu finden war. Dass es nicht darum ging, herumzusitzen und auf das Schicksal zu hoffen. Sie war überzeugt davon, dass man nur genug Leute treffen musste, um denjenigen zu finden, der zu einem passte.
Kata betrachtete das Foto. Der Kandidat trug eine Brille und einen Schnauzer, wie er zurzeit wieder in Mode war.
»Ich kann Oberlippenbärte nicht ausstehen.«
»Sei nicht so oberflächlich«, tadelte Luisa. »Bärte kann man abrasieren. Außerdem lächelt er nett und hat schöne Augen. Lies dir mal sein Profil durch.«
»Später. Welchen Beruf hat er?« Beim Aufstehen stieß Katrin an eines der Tischbeine.
Ein Glas fiel um, Wasser ergoss sich über den Tisch. In letzter Sekunde brachte Luisa ihr Mobiltelefon in Sicherheit.
»Er ist Altenpfleger«, grinste sie. »Mit dir wird er sich ganz in seinem Element fühlen.«
***
Drei Tage später stand Kata vor dem Spiegel und bereitete sich wieder einmal auf ein Date mit einem Fremden vor. Diesmal summte sie nicht. Schweigend betupfte sie ihr unwilliges Gesicht mit einem Pinsel und verteilte das Rouge auf den Wangen. Welcher Teufel hatte sie nur geritten, als sie Luisas Vorschlag zugestimmt und sich bereit erklärt hatte, den Altenpfleger zu treffen?
Doch nun war es zu spät, um mit dem Schicksal zu hadern. Sie schlüpfte in ihre Winterjacke und bückte sich, um die Schleifen der Boots zu binden.
»Kein Wunder, dass du keinen Mann findest. In diesem Aufzug siehst du aus wie ein Eskimo«, lästerte Luisa, die im Türrahmen aufgetaucht war.
»Hast du mir nicht gesagt, dass ich nicht so oberflächlich sein soll?«, erinnerte Katrin ihre Freundin. »Außerdem hat es nach dem Regen heute Nachmittag gefroren. In den Nachrichten wird vor Blitzeis gewarnt.« Ihre dunklen Augen blitzten vor Vergnügen. »Vielleicht willst du aber auch, dass ich mir den Hals breche, damit Martin hier einziehen kann.«
»Wenn, dann ziehe ich zu ihm. Aber das hat noch ein bisschen Zeit. Irgendjemand muss ja auf dich aufpassen«, scherzte Luisa und öffnete ihren Schuhschrank. Eine Weile kramte sie darin herum, bis sie endlich fündig wurde. »Hier, nimm wenigstens diese Pumps mit und zieh sie in der Bar an.«
»Ich tue alles, um dich glücklich zu machen.« Kata ließ die Schuhe in ihrer riesigen Tasche verschwinden und umarmte ihre Freundin zum Abschied. »Wünsch mir Glück, dass die Suche heute Abend ein Ende hat.«
»Die Daumen sind gedrückt«, rief Luisa noch, dann fiel die Wohnungstür hinter Katrin ins Schloss.
Es war noch früh am Abend, trotzdem war es längst stockdunkel. Feiner Nieselregen fiel vom Himmel auf den kalten Boden und verwandelte sich dort blitzschnell in eine Eisschicht. Vorsichtig machte sich Kata auf den Weg zum verabredeten Bistro. An ein kleines Tänzchen war nicht zu denken. Eis und Kiesel knirschten unter ihren Schritten. Dank des Wetters wagten sich kaum Autofahrer auf die Straßen. Nur ab und zu kroch ein Fahrzeug vorbei, auch Fußgänger waren kaum unterwegs.
»Bei so einem Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür«, schimpfte Katrin vor sich hin.
Die Versuchung war groß, auf halbem Weg umzudrehen und in die Wohnung zurückzukehren. Kata dachte an ihr gemütliches Zimmer, an heimeligen Kerzenschein und den Duft von Vanilletee. Auf der anderen Seite hatte sie ja selbst in die Anmeldung auf der Dating-Plattform im Internet eingewilligt und höchstpersönlich ihren Steckbrief ausgefüllt.
Über diesen Gedanken näherte sie sich langsam ihrem Ziel. Aus den Fenstern des Bistros fiel heimeliges Licht auf den Asphalt. Wann immer sich die Tür öffnete, wehten Stimmen und Lachen hinaus in den ungemütlichen Winterabend. Trotz des unwirtlichen Wetters schien das Bistro gut besucht zu sein.
Auf der einen Seite war Katrin froh, ihr Ziel unversehrt erreicht zu haben. Andererseits schlug ihr Herz nervös in ihrer Brust. Wie würde dieser Abend enden? War es wirklich möglich, die große Liebe über das Internet zu finden?
Kata holte tief Luft und drückte die schwere Tür auf. Im nächsten Moment verlor sie den Boden unter den Füßen. Sie hörte einen dumpfen Knall. Bruchteile von Sekunden später schoss ein greller Schmerz durch ihren Kopf. Dann wurde es Nacht um sie.
***
Nach und nach wurden die Konturen klarer. Kata erkannte, dass es ein Gesicht war, das sich über sie beugte.
»Hallo, Katrin, können Sie mich hören?«, fragte eine bekannte Stimme.
Es dauerte noch ein paar Augenblicke, ehe sie beides identifizieren konnte.
»Herr Doktor Frank. Was machen Sie denn hier?«, fragte sie verdutzt und wollte sich aufrichten.
»Bitte bleiben Sie noch liegen.« Mit sanfter Gewalt drückte er sie zurück.
Erst jetzt bemerkte Kata, dass sie auf einem Tisch lag, umringt von einer Menschenmenge. Die neugierigen Blicke machten ihr Angst.
»Was ist passiert?«
»Offenbar sind Sie an der Tür gestürzt. Ein aufmerksamer Gast hat Sie entdeckt und mich angerufen. Eigentlich wollte ich längst unterwegs in die Waldner-Klinik sein, aber das schlechte Wetter hat mich aufgehalten. Deshalb kann ich jetzt hier bei Ihnen sein.«
»Bin ich verletzt?«
»Eine Platzwunde an der Stirn habe ich bereits geklammert. Können Sie mir sagen, wie Sie mit vollem Namen heißen? Wann und wo Sie geboren wurden und wo Sie wohnen?«
Ohne lange darüber nachzudenken, beantwortete Katrin die Fragen.
»Sehr gut.« Dr. Frank war sehr zufrieden. »Wenn Sie wollen, helfe ich Ihnen jetzt, sich aufzusetzen.«
