Erobere! - Clayton Husker - E-Book

Erobere! E-Book

Clayton Husker

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Beschreibung

Was, wenn dein Garten zum letzten Rückzugsgebiet wird? Was, wenn du Tag und Nacht ums Überleben kämpfen musst? Was, wenn über deine Welt ein grenzenloser Krieg hereinzubrechen droht? T93 – die neue Zombie-Serie entführt dich in eine Welt, die von lebenden Toten dominiert wird. Doch die Menschheit ist noch nicht am Ende. Mitten in der Nordsee, auf der Insel Helgoland, formiert sich der Widerstand gegen die Zombie-Invasion. Mit allen greifbaren Ressourcen treten die Menschen zum letzten Gefecht an. Der Krieg gegen die Zombies beginnt. Die vereinten Reste der internationalen Streitkräfte rücken mit schweren Waffen gegen die riesigen Zombieherden in Nordeuropa vor. Angeführt von einem deutschen General, etabliert sich auf dem Kontinent eine Militärdiktatur, die ein neues Imperium der Menschen erschaffen will. Doch nicht alle Menschen sind damit einverstanden, Widerstand regt sich. Die Prepper um Alv Bulvey machen sich auf, eine neue Heimat zu finden.

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Seitenzahl: 291

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T93

 

 

Die deutsche Zombie-Serie

von

 

Clayton Husker

Inhalt

Titelseite

Band 3: Erobere!

Jahr Eins. 14. Dezember, Mittag

Jahr Eins. 24. Dezember, Mittag

Jahr Eins. 24. Dezember, Nachmittag

Jahr Eins. 24. Dezember, Mittag

Jahr Eins. 25. Dezember, Mittag

Jahr Eins, 31. Dezember, Nachmittag

Jahr Zwei. 07. Januar, Morgen

Jahr Zwei. 08. Januar, Mittag.

Jahr Zwei. 08. Januar, Nachmittag

Jahr Zwei. 11. Januar, Mittag

Jahr Zwei. 23. Januar, Nachmittag

Jahr Zwei. 01. Februar, Morgen

Jahr Zwei. 02. Februar, Nachmittag

Jahr Zwei. 07. Februar, Mittag

Jahr Zwei. 08. Februar, Morgen

Jahr Zwei. 09. Februar, Morgen

Jahr Zwei. 10. Februar, Morgen

Jahr Zwei. 10. Februar, Nachmittag

Jahr Zwei. 10. Februar, Abend

Jahr Zwei. 10. Februar, Abend

Jahr Zwei. 10. Februar, Abend

Jahr Zwei. 11. Februar, Morgen

Jahr Zwei. 12. Februar, Mittag

Jahr Zwei. 12. Februar, Abend

Jahr Zwei. 13. Februar, Abend

Jahr Zwei. 13. Februar, Abend

Jahr Zwei. 14. Februar, früher Morgen

Jahr Zwei. 14. Februar, Morgen

Jahr Zwei. 14. Februar, Mittag

Jahr Zwei. 14. Februar, Abend

Jahr Zwei. 15. Februar, Morgen

Jahr Zwei. 15. Februar, Abend

Jahr Zwei. 16. Februar, Morgen

Jahr Zwei. 16. Februar, Nachmittag

Jahr Zwei. 17. Februar, Morgen

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Impressum

Band 3:Erobere!

 

»Im Krieg wird kein zweiter Preis vergeben« – O. N. Bradley

»Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muss.« – J. W. v. Goethe

Jahr Eins. 14. Dezember, Mittag

»… In den Städten werden sie unter keinen Umständen überleben können. Folgende Städte werden im Abstand von vierundzwanzig Stunden, beginnend am ersten Dezember, bombardiert werden: Madrid, Barcelona, Rom, Belgrad, Paris, Wien, Minsk, Rotterdam, Amsterdam, Stuttgart, München, Prag, Kiew, Hamburg, Helsinki, Oslo, Kopenhagen, Stockholm, Berlin, Warschau, Riga, Vilnius, Sankt Petersburg, Moskau. Verlassen Sie diese Städte umgehend, meiden Sie sie künftig.«

Ein Witz. Oder ein Irrtum. Herbert Ohnesorg schüttelte das kleine Radio und drehte an der Kurbel, um den Dynamo darin in Schwung zu bringen. Die wollten ihn doch verarschen. Hatte der Typ wirklich Hamburg gesagt? Bombardieren? Wie bei der Operation Gomorrha '43? Oder Hiroshima '45? Verdammt. Wenn das kein Scherz war, den sich irgendein Funkfreak erlaubte, dann musste er weg aus Hamburg. Und zwar sofort. Herbert entschloss sich, der Durchsage zu glauben und kam in Wallungen.

Sein Hausboot, die Undine, lag seit dieser leidigen Geschichte mit den Zombies relativ sicher mitten im Moorfleeter Kanal im alten Holzhafen, denn eines konnten diese Mistviecher nicht, das wusste er genau, nämlich schwimmen. Die Tanks waren gut gefüllt, Vorräte gab es an Bord genug, und so warf er die Leinen los, um seine geliebte Heimat zu verlassen. Langsam tuckerte die Undine in Richtung Billwerder Bucht, um am Entenwerder Park in die Norderelbe zu laufen. Wenn er ordentlich Fahrt machte, konnte er sich vielleicht noch aus der Gefahrenzone bringen, bevor diese Typen hier wer-weiß-was abwarfen. Hier und da knirschten ein paar dünne Eisschollen, die der runde Bug beiseiteschob, viel Frost hatte es nicht gegeben, aber das Fehlen jeglichen Schiffsverkehrs ließ Elbe und Alster in den ruhigen Seitenarmen schnell zufrieren.

Nördlich seiner Route lag der alte Stadtteil Rothenburgsort, eine der besseren Wohngegenden mit Golfplatz am Elbufer und schicken Eigentumswohnungen in wohlsortierten und gepflegten Anlagen. Für Herbert galt das nichts, außerdem wirkte diese Wohngegend seit dem Ausbruch der furchtbaren Zombie-Seuche auch ein wenig heruntergekommen. Er liebte sein kleines Wohnschiff, eine fünfundzwanzig Meter lange Schute, die er sich selbst mehr schlecht als recht ausgebaut hatte. An der Reling hingen leere Blumenkästen, überall an Deck standen Kübel mit Gewürzpflanzen und seine Katze Geordi lümmelte sich auf dem Blechdach herum, dort, wo der Schornstein aus den Dach kam und dieses wärmte. Für das private Amüsement hatte er im Sommer immer ein paar Purple Haze-Pflanzen auf dem Achterschiff stehen, ganz offen, denn in dieser kaputten Welt interessierte sich niemand mehr dafür, ob irgendein Althippie sich Gras auf seinem Hausboot anpflanzte und sich ab und an eine Tüte gönnte.

Der Schiffsdiesel tuckerte mit seinen fünf Zylindern leise vor sich hin, als ein anderes Geräusch aus der Ferne Herberts Aufmerksamkeit erregte, ein sonores Brummen lag in der Luft. Seit der Lärm der Großstadt zum Erliegen gekommen war, gab es kaum noch Geräusche außer denen von Takelagen, Wind und Wasser, selbst das Schreien der Möwen und Zwitschern der Vögel verschwand nach und nach. Doch dieses Geräusch in seiner Fremdartigkeit war es, das ihm den Schreck in die Knochen jagte. Ein Flugzeug. Langsam. Propellermaschine. Er hielt eine Hand über die Brauen, sah zum Himmel hinauf und suchte das klare Azur ab. Die Maschine flog nicht allzu hoch, es war ein Transportflugzeug. Vielleicht zwei-, dreitausend Meter, unterhalb der Zirruswolken.

Er konnte erkennen, dass sie etwas aus dem Heck abwarfen, ein Fallschirm öffnete sich und irgendetwas taumelte daran zu Boden.

Dann kam der Blitz. Herbert wurde geblendet. Ein gleißend helles Licht überstrahlte den Himmel und hinterließ auf der Netzhaut weiße Punkte. Kurz darauf war ein tiefes Wummern zu hören, allerdings war die Druckwelle der Explosion nicht zu spüren. Zu spät! Die Schweine haben mir eine Atombombe aufs Dach geschmissen!, dachte Herbert, jetzt geht hier alles in Schutt und Asche. Keine Zeit mehr, einen Schutzraum aufzusuchen. Herbert Ohnesorg besaß nicht die leiseste Ahnung davon, dass ihn kein Schutzraum der Welt mehr retten konnte. Der Tod saß längst auf seiner Schulter.

Noch während Herbert sich über das Ausbleiben der Druckwelle wunderte, spürte er eine Veränderung. Nicht draußen, nicht in der Stadt, dort stand noch jeder Stein auf dem anderen. Es kam von innen. Überall sah er violette Schlieren in der Luft, wie dünne farbige Nebelschwaden waberten sie über dem Wasser. Er fühlte sich irgendwie schlapp, kraftlos, ohne Antrieb. Was wollte er noch gleich? Setzen, ja. Hinsetzen. Ausruhen. Was war da drüben am Ufer los? Die Zombies, die da sonst kreischend 'rumrannten, wurden immer langsamer und fielen hin. Sie blieben einfach liegen, statt wieder aufzustehen. Eigentlich keine schlechte Idee. Herbert legte sich auch hin. So ließ der Druck im Kopf etwas nach, und die Verwirrung wich einer entspannten Ruhe. Ein wenig Schlafen, das war jetzt eine gute Maßnahme, fand Herbert. Alles wurde violett um ihn. Das Schiff tuckerte weiter und driftete nach Backbord. Als die Undine in voller Fahrt gegen einen Pfeiler der Billhorner Brücke krachte und Herbert quer über das Deck flog, bekam er davon nichts mit, denn er war bereits tot.

Jahr Eins. 24. Dezember, Mittag

In Moskau herrschte tiefster Winter. Der Himmel gab sich bedeckt und aus graublauen Wolken fielen Unmengen an Schnee auf die gepeinigte Stadt. Fast zwölf Millionen Zombies hatten hier anderthalb Jahre lang ihr Unwesen getrieben. Der Rote Platz lag unter einer dicken, flauschigen Schneedecke, die nur von wenigen Fußspuren durchbrochen war. In dieser Kälte bekamen selbst die Jäger-Zeds Schwierigkeiten, sich so schnell zu bewegen, wie sie es eigentlich konnten. Zudem wurde seit einiger Zeit das Futter knapp, es gab fast keine lebenden Menschen mehr und die Jäger-Zeds fraßen die langsameren Zombies, einfach nur, um ihre unbändige Gier nach Fleisch zu befriedigen. Sämtliche Tiere waren auch gefressen worden, alles, was nur irgendwie lebte.

Bei höheren Temperaturen streiften ganze Armeen vom Zombies durch die Straßen der riesigen Stadt, aber jetzt, mitten im Winter, verkrochen sie sich. Ihre Körper produzierten keine Wärme mehr, und so wurden ihre Muskeln im Winter morsch und unbeweglich. Im besonders harten Winter des Jahres Null waren sie zu Hundertausenden eingefroren, einfach in den Kellern und Verstecken auf dem Boden festgeklebt. Als dann das Tauwetter eingesetzt hatte, waren sie einfach wieder aufgestanden und weiter umher gelaufen, geifernd, hechelnd, grässlich schrille Schreie ausstoßend.

Der 24. Dezember des Jahres Eins schien beschaulich zu werden, keine Geräusche störten die Leere in den Straßen, selbst die Geräusche des Windes wurden durch den Schnee gedämpft, ein Beobachter hätte hier einen seltsamen Eindruck gewonnen. Hätte, denn es gab keinen Beobachter. Keine interessierten Augen richteten sich auf das Lenin-Mausoleum, der Rote Platz war menschenleer und die Zwiebeltürme der Basilius-Kathedrale blieben unbeachtet. Mit einem Mal wurde es lichter Tag über der Stadt. Eine grollende Explosion begleitete die Lichterscheinung, und schon nach wenigen Momenten war es wieder ruhig. So ruhig, wie es Herr Lenin seit Jahrzehnten in seinem gläsernen Sarg hatte. Und in exakt das verwandelte sich Moskau nun – in einen gigantischen Sarg. Bereits nach wenigen Minuten begann das große Sterben, beziehungsweise das große Vergehen, denn gestorben waren die Bewohner der Nekropole an der Moskwa längst.

Die wenigen Zeds, die sich noch aus eigener Kraft bewegen konnten, weil ihre Verstecke in den Abwasserkanälen lagen, dort, wo Fäkalien und Chemie sowie Reste des gigantischen Fernwärmesystems noch für Temperaturen über dem Gefrierpunkt sorgten, verfielen zusehends. Fleisch und Hautfetzen lösten sich von ihren Gebeinen, sie fielen, schrille Schreie ausstoßend, einfach auseinander. Das letzte bisschen des obskuren Lebensfunkens, der sie gesteuert hatte, erlosch langsam. Das furchtbare Z1V31-Virus, das die Menschen erst tötete, um sie kurz darauf als blutgierige Monster von den Toten zu erwecken, sendete keine Informationen mehr in das Zellgewebe der Zombies, und so zerfielen sie einfach.

Das kam jedoch nicht von ungefähr, denn die vereinten Streitkräfte der New World hatten, verteilt über die größten Metropolen in ganz Europa, zwei Dutzend modifizierte Neutronenbomben gezündet, um sie als Massenvernichtungswaffen einzusetzen. Und die Rechnung war aufgegangen. Von Spanien bis Russland, von Norwegen bis zum Balkan starben die Zombies, Millionen von ihnen vergingen in der tödlichen Strahlung. Hierbei handelte es sich nicht um einfache nukleare Verseuchung; die Mandarin-Techniker hatten sich in den Bombenschmieden der ehemaligen Volksrepublik China etwas besonders Perfides ausgedacht. Bei der Waffe mit dem Codenamen Cold Fire handelte es sich um eine kalte Neutronenbombe, also eine Strahlenwaffe, die nicht mit der Zerstörungskraft einer A- oder H-Bombe vergleichbar war. Die freigesetzte Energie wurde durch den speziellen Aufbau der Waffe mit modifizierter Orgon-Energie programmiert, so dass sie nachhaltig ein DOR-Feld (Deadly Orgon) aufbaute, das sämtliche Lebenskraft annullierte. Diese Strahlung auf Neutronenbasis durchdrang jede Materie, somit gab es vor der lebensvernichtenden Kraft kein Entkommen. Jeder Mensch, jedes Tier, jede Pflanze, ja sogar jede Bakterie in dem Wirkungskreis des Strahlungsfeldes wurde gewissermaßen einfach ausgeschaltet. Der Wille zum Leben erlosch und damit auch jede biologische Funktion. Wenn die Anwender es für richtig erachteten, konnten sie mit speziellen Apparaturen die bestrahlten Regionen einfach dekontaminieren und die Infrastruktur weiter nutzen. Es mussten dann halt nur die mumifizierten Leichen oder deren Reste fortgeschafft werden. Diese Waffe galt mit Abstand als das Grausamste, was Menschen sich jemals ausgedacht hatten. Der Einsatz dieser Bomben von Anfang Dezember bis zum Heiligen Abend bedeutete den globalen Auftakt zur Operation Payback, mit der die Reste der Menschheit sich ihre Welt, oder zumindest Teile davon, von den Zombies zurückholen wollten. Es war ein Kampf um jeden Preis. Der dritte Weltkrieg wurde von Menschen gegen Zombies geführt.

»Geschwader NW-AF07, Cold Dragon 01 an Rungholt Basis. Auftrag ausgeführt. Wir kehren heim.«

»Rungholt Basis an Cold Dragon. Gute Arbeit. Der General lässt ausrichten, er legt euch ein paar Zigarren unter den Weihnachtsbaum. Rungholt Basis Ende.«

Der Leutnant am Com-Terminal in der Einsatzzentrale schaltete den Funk ab und drehte sich zu seinem kommandierenden General um.

»Melde gehorsamst, Geschwader NW-AF07 hat vollständige Ausführung der Mission Cold Fire bestätigt und befindet sich auf dem Heimflug.«

Der chinesische General Deng, der Oberkommandierende der Luftwaffe der New World Air Force, nickte zufrieden.

»Ich danke Ihnen, Leutnant. Fahren Sie fort.«

Der Angesprochene wandte sich wieder seinem Terminal zu und überwachte die Radarbilder. General Deng ging hinüber in den Konferenzraum, wo die Oberkommandierenden der Waffengattungen tagten. Außer dem Chinesen waren der russische General Pjotrew (Heer), der amerikanische Flottenadmiral Hershew (Marine) und der Oberbefehlshaber, der deutsche Marschall Gärtner, im Raum anwesend. Dieser saß am Kopf des Tisches und schaute den Luftwaffengeneral erwartungsvoll an.

»Und? Ihre Bilanz?«

»Nach ersten Schätzungen haben wir ungefähr dreißig Millionen Zeds erledigt. Wir gehen nun in die Phase zwei über und haben vor den Bombenabwürfen in den ausgewählten Zielgebieten zahlreiche autonome Infraschallwerfer abgesetzt. Diese werden nun aktiviert und sollen in den nächsten Monaten die Zeds aus der weiteren Umgebung in die Todeszone locken, dabei rechnen wir mit weiteren einhundert Millionen Bodycounts.«

Gärtner nickte. Da keine verlässlichen Zahlen darüber vorlagen, wie hoch die Raten bezüglich der gewissermaßen natürlichen Reduktion unter den Zeds sein würden, ließen sich Hochrechnungen nur sehr schwer anstellen. In den befreiten städtischen Gebieten im Norden lagen die Ausfälle bei den Zeds in einer Größenordnung von vierzig bis sechzig Prozent, je nach Dichte der Jäger-Zeds in der jeweiligen Region. Da die Jäger-Zeds inzwischen vermehrt dazu übergegangen waren, in Ermangelung von Nahrung die langsameren ihrer Art zu fressen, reduzierten sie sich gegenseitig. Dieser Umstand kam den Truppen zwar entgegen, machte jedoch die verbliebenen Gegner mit jedem Tag unberechenbarer und aggressiver.

»Gut. Die Umstrukturierung der Heeresgruppen ist abgeschlossen, General Pjotrew?«

»Ja, wir sind dabei, die Truppen in die Einsatzzonen zu bringen. In etwa vierzehn Tagen können wir losschlagen.«

»Die Nuklearwaffen?«

Admiral Hershew antwortete dem Oberbefehlshaber.

»Die U-Boote sind bereit und gehen nun in Position.«

»Bomberflotte ist gerüstet und bereit«, fügte General Deng lächelnd hinzu.

»Dann lege ich den Atomschlag auf den siebenten Januar fest. Null-Neun-Hundert. Die Vakuumbomben setzen wir zur selben Zeit ein, auch ab dem Siebenten. Danach starten wir die Bodenoffensiven in Archangelsk und Nischnij Nowgorod. Wie weit sind unsere Mikrowellenkanonen?«

Pjotrew antwortete:

»Einhundertzwanzig modifizierte Geräte stehen bereit, etwa die dreifache Anzahl wird an der Ostfront zusätzlich benötigt und ist in Bau. Sobald der Grenzzaun gesichert ist, beginnen wir mit der Ausrüstung der Städte im Siedlungsgebiet. Das wird drei bis vier Jahre dauern, schätze ich. Wenn der Grenzzaun im Osten steht, können wir von dort ein Drittel der Kräfte freistellen für den Kampf im Binnenland, noch ein weiteres Drittel, wenn die Mikrowellenabwehrmaßnahme steht. Ich schätze, in etwa sechs Monaten steht die Frontlinie von Archangelsk bis zur Wolga. Wir haben inzwischen sechs große Panzerverbände aufgestellt, die mit der Bahn an die Front verlegt werden. Mit Unterstützung der abkommandierten Einheiten der Luftwaffe sollten wir unseren Zeitplan halten können.«

Deng fügte noch hinzu:

»Unsere Planungsstäbe konnten anhand von Fluktuationsdiagrammen errechnen, wo die Durchbruchwahrscheinlichkeiten am größten sind, dort setzen wir vermehrt auch vor der Frontlinie Clusterbomben ein. Noch im Experimentierstadium sind zwei Versionen von Mikrowellenkanonen, die wir mit Eurohawk-Hubschraubern zum Einsatz bringen wollen. Leider konnten wir nicht erfolgreich sein bei der Reaktivierung der Cold-Fire-Entwicklungsteams, es war unmöglich, die Wissenschaftler und Techniker ausfindig zu machen.«

»Na ja«, meinte Gärtner, »das ist vielleicht nicht mal so schlecht. Wenn ich mir die Drohnenbilder aus den Einsatzgebieten so anschaue, können wir auf eine solche Waffe auf diesem Planeten künftig wohl verzichten. Das gilt übrigens auch für Atomwaffen. Wenn es wirklich so ist, wie wir vermuten, könnte es ausreichend sein, die verfügbaren Sprengköpfe auf die größten Kontinentalmetropolen der eurasischen Landmasse abzufeuern. Alle Inselkontinente werden sich eh selbst entvölkern. Wenn diese Zeds nicht doch noch schwimmen lernen, dann sollte uns von da keine allzu große Gefahr drohen.«

Der Admiral meldete sich noch einmal:

»Wir haben jetzt mit einem Raketenkreuzer und Geleitschutz den Suezkanal erreicht, morgen werden dort die Sprengköpfe für die Erweiterung gesetzt. Der zweite Geleitzug erreicht übermorgen den Bosporus. Binnen kürzester Zeit sind die Sprengungen an diesen Stellen vorbereitet.«

Marschall Gärtner stand auf und betrachtete die Kartendarstellung auf dem großen Wandmonitor. Überall waren Pfeile für Truppenbewegungen angezeigt und Nuklearzeichen, Feuersymbole für die Aerosolbombenkorridore und Totenschädel über den Städten, die DOR- verseucht waren. Bereits jetzt stellte der Kampf gegen die Zombies alles in den Schatten, was dieser Planet an Kriegen erlebt hatte, noch nie war die Vernichtung eines Gegners dermaßen industrialisiert betrieben worden wie jetzt. Innerhalb weniger Tage würde die New World Army ungefähr zwei Milliarden Individuen vernichten. Think Big hieß die Devise. Bei der Operation Payback handelte es sich technisch gesehen auch gar nicht um eine Kriegshandlung, sondern um einen Vernichtungsfeldzug. Gegen dieses Geschehen nahm sich der II. Weltkrieg fast schon »human« geführt aus. Der Marschall betrachtete die Darstellungen nachdenklich und drehte sich wieder zu seinen Offizieren um.

»Wir stehen vor der schwierigsten Aufgabe, die sich der Menschheit je stellte. Wir müssen große Teile unseres angestammten Lebensraumes für lange Zeit aufgeben, um überleben zu können. Die vordringlichste Aufgabe ist zunächst die Eroberung des als Siedlungsgebiet ausgewiesenen Raumes, die Sicherung des Lebensraumes im Osten genießt höchste Priorität. Nächste Besprechung dann morgen, Null-Neun-Hundert. Ich danke Ihnen, meine Herren.«

Die Kommandanten erhoben sich, rafften ihre Unterlagen zusammen, grüßten, und gingen zurück zu ihren Befehlsständen und Büros. Als die Kameraden den Besprechungsraum verlassen hatten, blieb Gärtner noch in seinem Stuhl sitzen. Sicherung des Lebensraumes im Osten – wie sehr sich die Geschichte doch bisweilen glich. Nur gaben diesmal nicht Juden, Zigeuner oder Slawen den Feind ab, der ausgerottet werden sollte, um der »Herrenrasse« Expansionsraum zu gewähren, sondern Untote. Aber es waren Untote, die zum Teil noch wie Menschen aussahen und die auf jeden Fall einmal Menschen gewesen waren. Und heute wie damals, saß ein deutscher Befehlshaber in seinem Stuhl und plante die rücksichtslose, technische Vernichtung des Feindes. Ein bitterer Kloß stieg in Gärtners Kehle auf und ließ ihn einen unangenehmen Geschmack wahrnehmen.

Jahr Eins. 24. Dezember, Nachmittag

»Frohe Weihnachten!«

Alv Bulvey kam gerade aus der Generatorgarage, als ihm Birte fröhlich grüßend über den Weg lief. Er blieb stehen und sah ihr nach, als sie im Haus verschwand. Er beging dieses Fest schon lange nicht mehr. In seiner Kirche beging man das Julfest am einundzwanzigsten Dezember. Den Personenkult um die Geburt Christi teilte seine Gemeinde nicht. Wohl respektierte man die Lehre Christi, aber ihn gottgleich zu verehren käme hier niemandem in den Sinn. Aber andererseits, ein gemeinsames Fest mit den Soldaten des Sicherungszuges, die seit August hier zu Gast waren … vielleicht keine schlechte Idee. Die Arbeiten für den Winter galten als weitgehend abgeschlossen, es kamen nur noch wenige Zeds an die Wälle, und ein bisschen Abwechslung würde wohl allen ganz gut tun. Alv ging hinüber zum großen Haus, wo die Soldaten ihr Lager aufgeschlagen hatten. Dort gab es ein großes, beheiztes Zelt von fast einhundert Quadratmetern Fläche, das sich für eine Weihnachtsfeier eignen würde, meinte Alv.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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