Hoffe! - Clayton Husker - E-Book

Hoffe! E-Book

Clayton Husker

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Beschreibung

Die deutsche Zombie-Serie von Clayton Husker Was, wenn dein Garten zum letzten Rückzugsgebiet wird? Was, wenn du Tag und Nacht ums Überleben kämpfen musst? Was, wenn über deine Welt ein grenzenloser Krieg hereinzubrechen droht? Den Preppern gelingt es im Süden Frankreichs, einen entscheidenden Schritt zur Bekämpfung der T93-Nebenwirkungen voranzukommen. Das weckt beim diktatorischen Militärchef im Norden Begehrlichkeiten. Er plant, Birte Radler zu entführen und die Forschungsergebnisse zu stehlen. Ein Verräter in den Reihen der Prepper soll ihm dabei helfen. Die neuen Zombies, Struggler genannt, bereiten den überlebenden Menschen mittlerweile ernsthafte Schwierigkeiten.

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T93

 

 

Die deutsche Zombie-Serie

von

 

Clayton Husker

Inhalt

Titelseite

Band 6: Hoffe!

Prolog

Jahr Zwei, 23. September. Morgen I

Jahr Zwei, 23. September. Morgen II

Jahr Zwei, 23. September. Morgen III

Jahr Zwei, 23. September. Mittag

Jahr Zwei, 24. September. Nachmittag I

Jahr Zwei, 24. September. Nachmittag II

Jahr Zwei, 24. September. Nachmittag III

Jahr Zwei, 25. September. Morgen

Jahr Zwei, 27. September. Mittag

Jahr Zwei, 28. September. Morgen I

Jahr Zwei, 28. September. Morgen II

Jahr Zwei, 28. September. Mittag

Jahr Zwei, 28. September. Nachmittag

Jahr Zwei, 28. September. Später Abend I

Jahr Zwei, 28. September. Später Abend II

Jahr Zwei, 28. September. Später Abend III

Jahr Zwei, 28. September. Später Abend IV

Jahr Zwei, 28. September. Später Abend V

Jahr Zwei, 28. September. Später Abend VI

Jahr Zwei, 29. September. Morgen I

Jahr Zwei, 29. September. Morgen II

Jahr Zwei, 29. September. Morgen III

Jahr Zwei, 29. September. Mittag I

Jahr Zwei, 29. September. Mittag II

Jahr Zwei, 29. September. Nachmittag I

Jahr Zwei, 29. September. Nachmittag II

Jahr Zwei, 30. September. Morgen

Jahr Zwei, 30. September. Mittag

Jahr Zwei, 01. Oktober. Morgen I

Jahr Zwei, 01. Oktober. Morgen II

Jahr Zwei, 01. Oktober. Morgen III

Jahr Zwei, 01. Oktober. Morgen IV

Jahr Zwei, 01. Oktober. Morgen V

Jahr Zwei, 01. Oktober. Morgen VI

Jahr Zwei, 01. Oktober. Morgen VII

Jahr Zwei, 01. Oktober. Morgen VIII

Jahr Zwei, 01. Oktober. Morgen IX

Jahr Zwei, 01. Oktober. Mittag

Jahr Zwei, 01. Oktober. Nachmittag I

Jahr Zwei, 01. Oktober. Nachmittag II

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Impressum

Band 6:Hoffe!

 

»Wir hoffen immer auf den nächsten Tag. Wahrscheinlich erhofft sich der nächste Tag einiges von uns.« – Ernst R. Hauschka

 

»Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendbrot.« – Francis Bacon

Prolog

Knirschend drangen die Fänge in das Fleisch und zermalmten den Kehlkopf des Opfers. Ein gurgelndes Würgen entrann der malträtierten Kehle und zeigte das Vergehen des Lebens an, die Zuckungen der Extremitäten ließen langsam nach. Schmatzend saugte der Zombie an der offenen Halswunde, um das frische Blut aus den Adern zu saugen. Stoßweise presste das sterbende Herz den heißen Saft in die Mundhöhle des Zombies, der sich gierig daran labte und freudiges Glucksen von sich gab.

Kzu’ul tankte neue Kraft. Mit jedem Schluck des warmen, roten Saftes ging es ihm besser. Kraft und Energie – Lebensenergie – versprach die Atzung. Ein solch frischer, lebendiger Körper brachte so viel Gutes mit sich. Viel besser, als totes Fleisch oder gar lahme Artgenossen zu verzehren.

Das Opfer hörte nun auf zu zappeln und der Strom des roten Saftes versiegte langsam. Kzu’ul begann, Teile von der Leiche zu reißen. Dieses Fleisch würde nicht wieder auferstehen. Kzu’ul hatte schon lange nichts gefressen, er würde dieses Fleisch vollständig in sich aufnehmen.

Er musste sich beeilen, bevor die Kälte es steif werden ließ. Gierig grub er seine scharfkantigen Zähne in das Fleisch, riss Brocken um Brocken heraus und schlang es hinunter. Seine Klauen rissen die Leibeshöhle auf und zerrten die Innereien heraus, Fleischfetzen und Blut färbten den Schnee ringsum.

In blutigen Schlingen rutschten die Gedärme aus der Leibeshöhle und klatschten auf die Eisfläche. Kzu’ul schüttelte den Körper durch, als er sich an ihm weidete, wieder und wieder riss er kindskopfgroße Fleischbrocken aus der Leiche heraus.

Sein eigener Leib füllte sich zusehends mit der Atzung, wie er es nannte. Bei den Warmen hatte er diese Bezeichnung aufgeschnappt. Sie hatten die Dinge, die sie fraßen, so genannt und dann diese glucksenden Geräusche aus dem Bauch heraus abgegeben.

Der Leib des Zombies schien eine ungeheure Dehnkraft zu besitzen, denn sein Umfang hatte sich binnen Minuten verdoppelt. Ein normaler Mensch wäre bei einer solch immensen Nahrungsaufnahme längst geplatzt oder wegen des Überfressens gestorben, nicht so jedoch Kzu’ul. Er war ein Kämpfer, ein Struggler, eine Biomaschine, die nur aus Kämpfen, Töten und Fressen bestand.

Das Virus V1Z33 hatte ihn völlig verändert. Während die Vorgängervarianten lediglich die Toten wieder auferweckt hatten und sie in sabbernde, gierige Zombiefratzen verwandelte, vollbrachte die neue Variante ganz andere Dinge. Die Mutation, mit der Kzu’uls Körper herumlief, unterwarf ihn grundsätzlichen Veränderungen. Das Erlöschen der biologischen Funktionen humanoider Art hatte eine Daseinsform hervorgebracht, bei der man von menschlichem Leben nicht mehr sprechen konnte. Das Virus hatte die Körperzellen binnen kürzester Zeit gekapert und ein völlig neuartiges System installiert. Ein Zusammenspiel aus den modifizierten Zellen der Leiche mit verschiedenen Bakterienstämmen und komplett veränderte biochemische Abläufe sorgten dafür, dass der Struggler nicht nur über eine enorm gesteigerte Körperkraft verfügte, sondern sich sogar regenerieren konnte. Jede Zelle, jedes Körperteil konnte binnen kürzester Zeit von der Hochleistungsmaschine aus Fleisch und Blut ersetzt oder repariert werden. Dieser Vorgang machte den Struggler zum wohl gefährlichsten aller Zombies. Er war quasi unverwüstlich. So wie bei Walkern und Huntern musste man auch bei ihm das Gehirn zerstören, um ihn endgültig auszuschalten, doch die lahmen Walker und die etwas flinkeren Hunter konnte man auch beschädigen, kampfunfähig machen, wenn man zum Beispiel ihre Beine zertrümmerte. Das funktionierte bei den Strugglern nicht. Gebrochene Knochen heilten, Fleischwunden schlossen sich, und fehlendes Gewebe, ja, sogar abgetrennte Gliedmaßen wuchsen einfach nach. Wie bei Seesternen.

Allerdings war der Energiebedarf des Strugglers auch deutlich höher als bei den niederen Arten der lebenden Toten. Die Struggler fraßen, wo und wann es ging, sie machten selbst vor anderen Zombies nicht halt.

Doch in diesem Falle musste Kzu’ul sich nicht mit minderwertigem Zed-Fleisch begnügen. Der von ihm erlegte Körper bot frisches Fleisch und Blut in Hülle und Fülle. In einer abstrusen Unmäßigkeit stopfte dieses Vieh das Fleisch des Opfers in sich hinein. Alles, was es kriegen konnte, wurde verzehrt, selbst Gedärme, Sehnen und Haut. Die mächtigen Pranken der Bestie ließen den Schädelknochen des Opfers bersten und in höchster Verzückung saugte der von schwülstigen Lippen gesäumte Mund schlürfend das Gehirn seiner Beute aus der einst schützenden Knochenschale.

Der große Kzu’ul, dem es gelungen war, den Kriegern der Warmen zu entkommen, brauchte dringend Energie. Seit langer Zeit wanderte er nun durch die kalte, weiße Welt in Richtung der aufgehenden Sonne, um seinesgleichen zu finden. Er hatte in der Zeit seiner Gefangenschaft die Warmen studiert, von ihnen gelernt, sogar ihre Lautäußerungen konnte er inzwischen nachahmen und zum Teil sogar verstehen. Während sie ihn immer wieder aufs Neue gefoltert, geschnitten, verbrannt, vergiftet und anders beschädigt hatten, konnte er aus ihren Lauten eine Sprache identifizieren. Die Laute machten Sinn und beschrieben stets konkrete Dinge. Inzwischen konnte er die Laute und den Sinn zusammenbringen und sie sogar selber zusammenfügen, um etwas auszudrücken. Er spürte, dass ihm diese Fähigkeit eines Tages nützlich sein könnte.

Nicht nur, dass er sich selbst einen Namen geben und die Sprache der Warmen nachahmen konnte, es gab auch andere Dinge, die er übernehmen wollte. Die Organisation der Warmen beeindruckte ihn. Ihre Führung übernahmen diejenigen von ihnen, die klüger waren als die meisten anderen. Es waren nicht einmal die Stärksten, die führten, sondern diejenigen, die am besten mit Lauten umgehen konnten. Und da gab es etwas, das Kzu’ul besonders faszinierte. Die Warmen organisierten sich in Stämmen. Starke, in eine Richtung operierende Schwarmstrukturen, die ihren Führern bedingungslos folgten. Ihm schwebte vor, so etwas auch für die Zeds zu errichten. Eine starke Nation, die gegen die Waffen der Warmen bestehen konnte.

Weiter drängte es ihn, sein groteskes Mahl zu beenden und einen Ort der Ruhe aufzusuchen, um all das köstliche warme Fleisch in pure Energie umzuwandeln, damit es ihn stark und ausdauernd machte. Sein Weg war noch weit, er würde noch viele Schritte tun müssen, um die Seinen zu erreichen. Kzu’ul wusste, er würde den Lahmen und Flinken seiner Art noch vieles mitteilen müssen, bevor der Tag der Entscheidung käme. Er sehnte diesen Tag herbei.

Jahr Zwei, 23. September. Morgen I

»Läuft wie geschmiert!«

Holger klopfte auf einen der gefüllten Edelstahltanks, die er gemeinsam mit Ralle zu einer faszinierend einfachen, aber genial konstruierten Biogasanlage zusammengefügt hatte. In einer clusterartigen Anordnung standen die insgesamt 24 Tanks der zweiten Anlage, ein zweiter Block derselben Größe sollte noch vor dem Winter folgen.

Die Tests mit der ersten, wesentlich kleineren Anlage hatten beste Ergebnisse erzielt. Die Biogas-Anlage lieferte bereits jetzt gute Werte, und spätestens nach dem Winter konnte die Dorfgemeinschaft in Rennes-le-Château ihren gesamten Energie- und Wärmebedarf durch Biogas und Solar- beziehungsweise Windenergie decken. Hinter dem Château stand eine ganze Batterie an Gastanks, in die das komprimierte und verflüssigte Gas geleitet wurde, um es zu speichern.

Die mit langen Schlauchbahnen umwickelten aktiven Fermenter produzierten auch Wärme, die in das Kühlwasser abgeleitet und in den Treibhäusern zum Heizen benutzt wurde. Selbst im Winter würden hier Früchte und Gemüse gedeihen.

Die beiden Saarländer, die sich den Komplex ausgedacht und ihn mit Hilfe der anderen Dorfbewohner errichtet hatten, zeigten sich zu Recht stolz auf ihre Arbeit, denn die Konstruktion brachte dem Dorf eine neunzigprozentige Ersparnis bei den fossilen Brennstoffen ein. In den Tanks der Umgebung im Tal existierten zwar noch Reserven an Heizöl, Diesel und Benzin, doch die Umstellung auf Gas brachte erhebliche Vorteile mit sich. Bereits im nächsten Jahr könnte die inzwischen auf 108 Personen angewachsene Dorfgemeinschaft komplett autark existieren, mutmaßte man im Dorfrat.

Eben dieser Rat stand hier nun um die Phase II-Anlage herum versammelt und begutachtete das Werk. Alv, Eckhardt, Katharina, Birte, Wolfgang und die beiden Franzosen Claude und Hugo leiteten als gewählte Ratsmitglieder die Verwaltung des Dorfes.

In der Vollversammlung hatte es einige Diskussionen gegeben wegen der Berufung des Rates, doch letztlich kam man überein, dass die essenziellen Aufgaben am besten durch einen demokratisch gewählten Dorfrat verwaltet wurden. Verteidigung, Versorgung, Entsorgung und Lagerei sowie Raumordnung für Wohnung, Produktion und Gemarkung wurden durch den Dorfrat mittlerweile zentral reguliert, um Entscheidungen auch relativ zeitnah treffen zu können.

Natürlich gab es noch immer die morgendliche Vollversammlung, dort wurden auch weiterhin wichtige Themen besprochen. Aber mit einem Rat für das Alltägliche ließ sich die Gemeinschaft einfach besser organisieren.

»Ja, mein Lieber«, antwortete Alv dem sichtbar stolzen Vater der Biogasanlage, »das ist ein hübsches Stückchen Ingenieurskunst, das ihr beide da mit eurem Team abgeliefert habt. Ich bin schwer beeindruckt.«

Eckhardt nickte zur Bekräftigung, ebenso die anderen Ratsmitglieder. Mit einem Mal zischte es ganz in der Nähe laut. Alle sahen sich um.

»Kein Problem! Alles gut! Das war nur ein Entlüftungsventil für die Verflüssigerzuleitung. Ganz normal.«

Holger winkte beschwichtigend mit beiden Händen.

»Wenn der Verflüssiger anspringt, wird vorher in der Gasleitung ein Vakuum erzeugt, dann entweicht das Luft-Gas-Gemisch, das darin gestanden hat. Keine Gefahr, es riecht nur etwas …«

Ein röchelndes Geräusch unterbrach ihn. Er stutzte.

»… nach faulen Eiern …«

Die Warnung kam zu spät. Birte hing vornübergebeugt über einer Querverstrebung und ließ sich das Frühstück noch einmal durch den Kopf gehen.

Glucksend und würgend erbrach sie sich auf den Schotterplatz. Zu ihren Füßen bildete sich eine Lache von schwer zu identifizierender Farbe, der morgendliche Verzehr von Johannisbeergelee verlieh dem Ganzen jedoch optisch etwas seltsam Bedrohliches. Ralle war als Erster bei ihr und versuchte, sie zu stützen, doch sie wehrte ihn ab.

»Alles okay, geht schon, danke. Ich bin nur ein wenig empfindlich. Alles gut.«

Sie kam wieder hoch und Ralle reichte ihr ein Taschentuch, mit dem sie sich den Mund abwischte. Sie tauschte mit Alv ein paar vielsagende Blicke und wankte wortlos in Richtung Kirche davon.

»Ist alles gut bei ihr?«, fragte Holger.

Alv nickte.

»Alles gut, ja. Birte ist nur etwas geruchsanfällig hin und wieder.«

»Hat das mit ihrer Einsiedelei vorletzten Monat zu tun?«

»Wie kommst du denn darauf?«

»Hör mal, Alv. Ich bin zwar ein bisschen dusselig, aber nicht völlig blöd. Mit dem Mädel stimmt was nicht. Und wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich sagen, sie ist schwanger.«

Stille in der Runde. Holger stutzte und sah sich um.

»Das ist jetzt nicht wahr, oder?«

Alv sah keinen Grund mehr, es noch länger zu verheimlichen. Bald würde es eh jeder sehen können. Er zuckte mit den Schultern und drehte seine Handflächen nach oben.

»Echt? Verdammt! Wie habt ihr das denn nun wieder hingekriegt? Ich meine, okay, wie das geht, das weiß ich noch. Ich meinte natürlich, wie ihr das mit dem genetischen Defekt geregelt habt. Ich dachte, T93 sorgt dafür, dass die Frauen nicht mehr fruchtbar sind?«

»Na ja«, warf Katharina ein, »wir haben aus den Blutproben, die wir in dem Grab gefunden haben, eine Gensequenz extrahieren können, die das T93-Gen erneut überschreibt und damit die Nebenwirkung eliminiert, einfach gesagt. Und wie es aussieht, ist das Experiment gelungen.«

Holger war völlig aus dem Häuschen. Er machte eine ausladend fuchtelnde Bewegung mit den Armen.

»Aber … aber das ist ja fantastisch! Damit gibt es wieder eine Zukunft! Das alles hier lohnt sich wieder.«

Alv nickte. Damit hatte Holger sicherlich Recht. Doch es gab noch diesen anderen Faktor, von dem nur ein kleiner Kreis wusste.

Neben der unbändigen Freude, welche die gute Nachricht von Birtes Schwangerschaft sicherlich auslösen würde, gäbe es noch eine Reaktion, die für alle hier lebensbedrohliche Ausmaße annehmen konnte. Sollte die Nachricht über das Heilmittel nämlich Rennes-le-Château verlassen und das Militär erreichen, würde dies Begehrlichkeiten wecken, von denen Alv und Eckhardt nicht genau wussten, ob sie ihnen genug entgegenzusetzen hatten.

Die beiden verließen die Baustelle und folgten Birte zur Kirche, wo ihr Wohnwagen stand, in dem sie mit Sepp lebte.

Im Vorzelt trafen sie die junge Frau an. Sie lag auf dem Sofa und starrte an die orange-grün gestreifte Decke über dem Zeltgestänge. Sie setzten sich in die altmodischen Cocktailsessel, die Sepp hier aufgestellt hatte, und Eckhardt zog sein Zigarettenetui heraus, überlegte es sich dann aber doch anders und steckte es wieder ein.

»Du kannst ruhig rauchen, Eckhardt«, sagte Birte monoton in der Stimmlage einer Todgeweihten, »es stört mich nicht. Wir sind ja fast draußen.«

Eckhardt jedoch ließ das Etui stecken. Er antwortete ihr in ruhigem Ton.

»Ich hoffe, es geht dir wieder besser. Ich glaube, den Holger hast du ziemlich schockiert.«

Birte setzte sich aufrecht hin. Einige kleine Tränen kullerten über ihre Wange.

»Ich will nicht, dass dieser Gärtner mich holen kommt. Ich hasse diesen Kerl. Er hat allen Frauen dieser Welt das angetan, nur um seine Scheiß-Soldaten zu schützen!«

Jetzt wurden aus den Tränchen langsam Bäche und Birte zitterte. Sie reagierte höchst emotional.

»Ich will doch einfach nur in Ruhe leben! Mit Sepp und meinem Kind. Ist denn das zu viel verlangt?« Ungeniert ließ sie dem Wasser in ihren Augen freien Lauf und auf dem Holzboden zu ihren Füßen bildeten sich dunkle Flecken. »Könnt ihr ihm nicht diese Formel einfach geben, damit er uns in Ruhe lässt?«

Alv antwortete ihr ruhig und bestimmt.

»Ich befürchte, damit würde er sich nicht zufrieden geben. Wie ich den Marschall kenne, wird er alles wollen. Also, das Gen, die Formel, Tilly … und dich. Dich ganz besonders, schätze ich mal. Wir werden nicht um einen Kampf herumkommen.«

»Und wenn wir es einfach niemandem sagen?«

Birtes Stimme war zittrig und von Angst erfüllt. Man sah ihr an, dass nicht nur der körperliche Zustand ihr schwer zu schaffen machte.

»Die Dorfgemeinschaft hat ein Recht auf die Wahrheit«, antwortete Eckhardt, »wir müssen es ihnen sagen. Auch die anderen Frauen im Dorf haben ein Recht darauf, Kinder bekommen zu können.«

Birte nickte langsam und zögerlich. Langsam verebbte der Tränenfluss und sie gewann die Fassung zurück.

»Du hast ja Recht, Eckhardt. Entschuldige, dass ich so egoistisch bin. Es ist halt nur … so … ungerecht. Wir haben nie Frieden. Selbst hier müssen wir noch gegen Zombies kämpfen. Das ist so unfair.«

Sie stand auf, ging zur Küchenkommode und nahm eine Rolle Küchenpapier heraus. Ein kostbares Gut in diesen Zeiten. Sie riss zwei Blätter von der Rolle und trocknete ihre Tränen. Dann lachte sie.

»Wie gut, dass ich mich nicht mehr so schminke wie früher, wenn ich zur Arbeit ging. Dann sähe ich jetzt im Gesicht aus wie einer von diesen Walkern.«

Alle drei lachten. Die beiden Männer standen auf, und Alv nahm Birte in den Arm.

»Hör zu. Wir werden alles, was wir haben, aufbieten, um Gärtners Leute in die Schranken zu weisen. Dabei geht es für uns alle hier um Leben oder Tod. Das Dorf steht geschlossen hinter dir, und jeder von uns ist bereit, sein Leben für die anderen zu opfern. Wir werden das schon gemeinsam durchstehen. Wir berufen heute nach dem Mittagessen eine Versammlung ein und besprechen die Sache, okay? Also, ruh dich noch ein wenig aus. Wir sehen uns dann nachher.«

Dann gingen Eckhardt und Alv wieder ins Dorf hinunter, um die Versammlung vorzubereiten.

Jahr Zwei, 23. September. Morgen II

Igor und Oleg saßen gemeinsam beim Frühstück in ihrer rustikalen kleinen Küche. Auf dem Herdofen dampfte der Samowar, und es roch nach starkem, russischem Schwarztee. Oleg hatte Piroggen gebacken, die Füllung bestand aus Honig und Sesamkörnern. Die Versorgungslage hier im Norden des ehemals ukrainischen Staatsgebietes gestaltete sich schwierig. Der anhaltende Winter mit extremen Tiefsttemperaturen machte jede Form von Landwirtschaft unmöglich.

Die Staubwolken der nuklearen Kriegsführung der New World Army verdunkelten noch immer große Teile der nördlichen Hemisphäre, selbst im Sommer stiegen die Temperaturen nicht über den Gefrierpunkt.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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