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Hannah ist eine zielstrebige junge Frau. Das Reiten ist ihre große Leidenschaft. Vor allem ihren Vater, der sie trainiert, will sie stolz machen. Denn der Reitsport war ebenfalls sein ganzes Leben, bis er einen schweren Unfall erlitt. Nun will Hannah das fortführen, was er begonnen hat.
Doch es kommt alles anders, als Hannah bei einem Vielseitigkeitsrennen schwer verunglückt. Ihr Pferd erleidet einen Aortenabriss, stirbt innerhalb von Sekunden und begräbt die junge Frau unter sich. Ein Albtraum!
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Seitenzahl: 124
Veröffentlichungsjahr: 2022
Cover
Hannahs letzter Sprung
Vorschau
Impressum
Hannahs letzter Sprung
Ein Reitunfall verändert ihr Leben
Hannah ist eine zielstrebige junge Frau. Das Reiten ist ihre große Leidenschaft. Vor allem ihren Vater, der sie trainiert, will sie stolz machen. Denn der Reitsport war ebenfalls sein ganzes Leben, bis er einen schweren Unfall erlitt. Nun will Hannah das fortführen, was er begonnen hat.
Doch es kommt alles anders, als Hannah bei einem Vielseitigkeitsrennen schwer verunglückt. Ihr Pferd erleidet einen Aortenabriss, stirbt innerhalb von Sekunden und begräbt die junge Frau unter sich. Ein Albtraum!
Mit angehaltenem Atem schob die dunkel gekleidete Gestalt den Arm durch das kreisrunde Loch in der Fensterscheibe und öffnete die Verriegelung.
Ein gedämpftes Scharren war zu vernehmen. Dann schwang das Fenster auf. Die Gestalt schaute sich prüfend um, vergewisserte sich, dass kein ungebetener Blick auf sie fiel. Doch die Gartenstraße im Münchner Ortsteil Grünwald lag verlassen im sanften Licht der Straßenlaternen. Kein Mensch schien zu so später Stunde unterwegs zu sein. Lediglich eine Katze huschte soeben über die verlassene Fahrbahn und verschwand in der dichten Hecke des Nachbargrundstücks.
Im schummrigen Halbdunkel lag der Garten von Dr. Franks Villa. Die Rosenbüsche schlummerten noch unter den Resten des Schnees. Nur hier und da wagten sich die ersten Krokusse hervor. Dazwischen lag der Schnee wie Fetzen eines Teppichs, die täglich kleiner und kleiner wurden. Nicht mehr lange, dann würde der Frühling mit einem Meer aus Grün und Blüten in München einziehen.
Solange konnte die Gestalt jedoch nicht warten. Zitternde Hände und kalter Schweiß auf der Stirn, halb verborgen unter der tief ins Gesicht gezogenen Kapuze, verrieten höchste Eile. Etwas musste geschehen. Das war nicht länger zu ertragen. Nicht einmal eine Stunde lang. Die fiebrigen Schauer waren unangenehm, aber nichts im Vergleich zu den lodernden Schmerzen. Ein Feuer, gegen das es nur ein Mittel gab ...
Und dieses Mittel wartete da drinnen – war greifbar nah!
Auf dem Schild an der Eingangstür stand in klaren, schnörkellosen Lettern: Arztpraxis Dr. Stefan Frank. Darunter waren die Sprechzeiten notiert. Daraus war ersichtlich, dass die Praxis seit über fünf Stunden geschlossen war. Der letzte Patient für diesen Tag längst gegangen.
Unter der Kapuze drang ein Geräusch hervor, das halb Lachen und halb Schluchzen war. Ein sichernder Blick noch, dann zog sich die Gestalt am Fensterrahmen nach oben. Ein Schwung mit dem Bein und ... mit einem beherzten Sprung landete der Eindringling im Inneren der Praxis.
Wumm! Wumm! Wumm! Es dauerte einen Augenblick, bis die Gestalt erkannte, dass das wilde Wummern aus ihrer eigenen Brust kam.
Nach einigen tiefen Atemzügen ließ das wilde Pulsieren nach.
Ringsum war alles ruhig. Niemandem war aufgefallen, dass etwas nicht stimmte. Dr. Stefan Frank wohnte nur eine Etage höher. Er lag hoffentlich noch in tiefem Schlaf und hatte nicht bemerkt, dass jemand bei ihm eingedrungen war.
Wenige Minuten noch und es war getan ...
Ein Druck mit dem Finger – und die Taschenlampe flammte auf. Der Lichtkegel tanzte über den Empfangstresen, zwei Monitore, ein Hinweisschild, das an die nächste Zeckenschutzimpfung erinnerte, und einen Schrank, in dem sich wer-weiß-was befinden mochte. Nichts davon war für den Einbrecher von Interesse.
Aus dem Wartezimmer drang bläuliches Licht. Es kam von einem Aquarium, in dem einige bunte Fische in einer reizenden Unterwasserwelt schwammen. Wasserpflanzen wogten, und das Summen der Pumpe war zu vernehmen, die das Wasser herumwälzte.
Am Wartezimmer vorbei ging es zu einer Tür mit der Aufschrift Sprechzimmer. Diese war geschlossen. Ein vorsichtiges Drücken auf die Klinke, ein sachter Stoß, dann schwang sie auf und gab den Blick auf einen menschenleeren Raum frei.
Lautlos bewegte sich der Eindringling auf den Medikamentenschrank zu. Wie erwartet, war der abgeschlossen, deshalb kam auch hier – wie schon zuvor am Fenster – der Glasschneider zum Einsatz.
Es war überraschend einfach gewesen, den zu bekommen. Eine Bestellung im Internet – und am nächsten Tag war er mit der Post gekommen.
Das Geräusch des Schneidens biss unangenehm in den Ohren.
Dann war der Zugang frei. Der Lampenkegel fiel auf sorgsam gestapelte Schachteln mit Medikamenten ... Da! Das Gesuchte war rasch ausgemacht.
Gierige Hände rafften gerade mehrere Schachteln in den mitgebrachten Rucksack, als plötzlich ein Geräusch von der Tür erklang.
Schritte!
O nein! Ein Satz herum ... ein banger Blick ... dann ein erleichtertes Aufatmen, denn die Gestalt in der Türöffnung war nicht Dr. Frank, sondern ...
»Du?!« Gedämpft wehte das Flüstern durch das Sprechzimmer. »Was machst du denn hier?«
»Ich bin hier, um dich von einer Dummheit abzuhalten.« Ein Schal dämpfte die Stimme des Neuankömmlings.
»Wie hast du mich gefunden? Du konntest doch unmöglich wissen, was ich heute Nacht hier vorhabe. Wie konntest du ... Warte mal! Ortest du mich etwa?«
»Was bleibt mir denn anderes übrig? Du hast nichts dazugelernt, oder? Ich wollte es nicht glauben, aber du bist tatsächlich wegen dieses elenden Giftes hier eingebrochen. Verdammt, weißt du nicht, wie gefährlich das ist? Das Zeug wird dich ganz sicher umbringen! Und zwar eher früher als später!«
Schweigen legte sich wie zähe, schwarze Tinte in dem halbdunklen Raum zwischen sie.
»Ich brauche es«, kam es schließlich widerwillig zurück. »Du verstehst das nicht. Das kannst du gar nicht. Du weißt nicht, wie das ist ...«
»Mag sein, aber eines weiß ich doch – und zwar, dass ich dich nicht verlieren will.«
»Bitte, geh einfach. Dann ist alles gut. Lass mich das hier zu Ende bringen.«
»Das kann ich nicht. Leg die Schachteln zurück und dann lass uns von hier verschwinden. Ich werde dafür sorgen, dass du Hilfe erhältst. Richtige Hilfe. Nicht so eine Krücke wie ... das hier.« Verachtung schwang in den Worten mit. Dann streckte sich eine Hand fordernd nach dem Rucksack aus.
»Nein! Nein, ich brauche es ...«
Das Geräusch einer zuschlagenden Tür riss der vermummten Gestalt die Worte von den Lippen.
»Still! Da kommt jemand!«
»Verdammt! Wir müssen hier weg! Komm schon! Weg!«
Sie wirbelten herum und eilten zum offenen Fenster zurück.
Hinter ihnen war ein Ruf zu vernehmen.
»Wer ist da?«
Schritte näherten sich auf der Treppe ...
Sie würden jeden Augenblick ertappt werden!
Heiße Reue erfasste den Eindringling. Der Rucksack schien mit einem Mal zentnerschwer zu sein. Eben noch so nah am Ziel – und nun kurz vor dem völligen Ruin. Der Einbruch war ein Fehler gewesen ... ein Riesenfehler!
Für diese Einsicht schien es nun jedoch zu spät zu sein ...
***
Konnte ein Tag eigentlich noch schlimmer beginnen, als morgens um fünf von den Geräuschen einer Katze geweckt zu werden, die sich geradewegs auf den Bettvorleger übergab?
Hannah blinzelte verschlafen in das fahle Licht, das durch einen Spalt zwischen den Vorhängen in ihr Schlafzimmer fiel. Sie brauchte nur einen Moment, um aus ihrem Traum ins Hier und Jetzt zu finden. Und im nächsten Moment wusste sie auch die Antwort.
O ja, das konnte er. Nämlich dann, wenn sich gleich zwei Katzen übergaben!
Alarmiert fuhr Hannah im Bett hoch – und blickte geradewegs in zwei Augenpaare.Fred und Ginger sprangen mit einem Satz auf ihre Decke, rollten sich zusammen und begannen sich ausgiebig zu putzen. Beide wirkten schon wieder putzmunter, nun, wo sie sich erleichtert hatten. Dafür verbreiteten die Überreste auf dem flauschigen Bettvorleger einen Geruch, der Hannah schier den Atem verschlug.
»Du liebe Zeit«, murmelte sie. »Was habt ihr zwei denn bloß? Habt ihr etwas Schlechtes gefressen?«
Sie kraulte ihre beiden Mitbewohner, was diese mit einem zufriedenen Schnurren quittierten. Während sich Ginger auf den Rücken rollte und ihren flauschigen Bauch präsentierte, fuhr Fred fort, sich zu putzen.
Allmählich beruhigte sich Hannahs wild pumpendes Herz wieder. Die beiden wirkten nicht krank. Trotzdem stand sie auf und kontrollierte die Futternäpfe nebenan: Ratzekahl leer gefressen.
Am Appetit schienen es den beiden nicht zu mangeln.
Woran dann?
Verschiedene Theorien wirbelten Hannah durch den Kopf. Lag es am Fellwechsel? Hatten sie zu wild beim Fressen geschlungen? An einer Pflanze geknabbert, die ihnen nicht bekommen war? Oder litten sie an Würmern?
Das war im Moment unmöglich zu sagen.
Ich werde die beiden gut im Blick behalten. Wenn sie sich heute noch mal übergeben, gehe ich mit ihnen zu Dr. Sperling, nahm sie sich vor. Die Tierärztin weiß bestimmt, woran es liegen könnte. Für alle Fälle bekommen sie heute nur leichtes Futter. Ein bisschen Hähnchenbrust müsste noch im Kühlschrank sein.
Hannah bückte sich nach dem Bettvorleger, brachte ihn ins Bad und säuberte ihn notdürftig, ehe sie ihn in die Waschmaschine steckte.
Die beiden Katzen lebten seit fünf Monaten bei ihr. Hannah hatte die beiden mutterlosen Kitten im Stall gefunden, wo sie sich halb verhungert im Stroh versteckt hatten. Ein drittes Kitten hatte es nicht geschafft. Die beiden überlebenden Kätzchen hatte Hannah bei sich aufgenommen und aufgepäppelt. Anfangs war sie nachts alle zwei Stunden aufgestanden, um ihnen Milch zu geben. Inzwischen fraßen die beiden allein – und manchmal mehr, als ihnen guttat. Wenn Hannah ein Bad nahm, saß Ginger gern auf dem Rand der Wanne, während sich ihr Bruder auf dem Klodeckel zusammenrollte und döste. Die beiden waren unzertrennlich – und Hannah konnte sich ihr Leben ohne sie längst nicht mehr vorstellen, auch wenn sie in ihrer Wohnung keinen Schritt mehr tun konnte, ohne dass die beiden ihr folgten.
Sie band ihre Haare zu einem Zopf zusammen und zog sich an – Laufshirt, Laufhosen, eine wärmende Weste und Laufschuhe.
Als sie sich umdrehte, standen Fred und Ginger in der Tür des Badezimmers und maunzten erwartungsvoll. Sie wirkten durchaus interessiert an einer Fortsetzung ihres Morgenmahls. Beiden schien es wieder gut zu gehen, trotzdem nagte die Sorge an Hannah. Wie immer, wenn eines ihrer Tiere nicht ganz auf der Höhe war.
»Frühstück gibt es in einer Stunde. Und heute nur Schonkost für euch beide. In Ordnung?« Hannah bückte sich und streichelte ihre Katzen. Sie rieben sich an ihren Beinen und schnurrten wie zwei emsige Elektromotoren.
Hannah richtete sich wieder auf und strebte in den Korridor, um ihren Schlüssel zu holen und den Pulsmesser anzulegen. Sie begann jeden Tag mit einer halben Stunde Joggen. Wenn sie das einmal versäumte, fehlte ihr etwas und sie fühlte sich den ganzen Tag über unausgelastet.
Sie wohnte im Süden von München, in einem ruhigen Viertel mitten im Grünen. Ihre Erdgeschosswohnung hatte Zugang zum Garten. In der wärmeren Jahreszeit saß sie gern draußen, las in einem der Bücher, die ihr Nachbar gern mit einem anzüglichen Grinsen Nackenbeißer nannte, dabei waren es historische Liebesromane. Die Wohnung selbst war klein, bestand aus zwei Räumen und einem kleinen Badezimmer. Hannahs Schlafzimmer war ganz in Hellgrün eingerichtet und erinnerte an einen lichtdurchfluteten Wald. Das Wohnzimmer war weiß mit einigen pastellfarbenen Farbtupfern und ebenso hell wie gemütlich eingerichtet.
In den Regalen reihten sich Pokale und Medaillen aneinander.
Hannah hatte schon mit vier Jahren das Reiten gelernt. Sie konnte kaum laufen, als ihr Vater sie zum ersten Mal auf den Rücken eines Pferdes gesetzt hatte. Seit vielen Jahren trainierte sie und nahm an Wettkämpfen und Turnieren teil. Mit großem Erfolg, wie ihre Sammlung bewies.
Ihr Vater ermutigte sie nicht nur, er trainierte sie auch. Früher selbst ein erfolgreicher Turnierreiter, hatte ein Unfall seiner Karriere ein frühes Ende beschert. Nun teilte er sein Wissen und seine Erfahrungen mit Hannah.
Ihre Mutter war gestorben, als sie sieben Jahre alt gewesen war. Seitdem gab es nur sie beide. Geschwister hatte sie keine.
Ihr Pferd stand in einem Stall am Rand von Grünwald. Gigolo war ein prächtiges Tier mit grauem Fell, dem Körperbau eines ausdauernden Läufers und einer üppigen schwarzen Mähne, in die Hannah liebend gern Zöpfe flocht.
Ein Blick aus dem Fenster verriet, dass die Stadt noch schlief.
Es nieselte, und hin und wieder mischte sich eine einzelne Schneeflocke in den Niederschlag. Der Winter mochte noch nicht weichen, aber schon bald würde der Frühling Einzug halten. Hannah konnte es kaum erwarten.
Sie verließ ihre Wohnung, warf die Tür hinter sich zu – und prallte beim Umwenden plötzlich gegen einen großen, kräftigen Mann. Unerwartet aus dem Lauf gerissen, taumelte sie und wäre wohl gefallen, hätten sich nicht gedankenschnell zwei starke Arme um sie geschlungen und sie festgehalten.
»So lasse ich mir das gefallen«, raunte eine Stimme an ihrem Ohr. Dunkel, warm und ein wenig rau, wie eine heiße Schokolade mit Kaffeesplittern. Ein kleines Lächeln schwang darin mit und ein Versprechen, das Hannahs Herz zu einem unvernünftigen Satz veranlasste.
Sogleich rief sie sich zur Ordnung. Das ist nur Sam – mein Nachbar, erinnerte sie sich selbst. Der Mann, der jede Woche eine andere Frau mit heimbringt und der das Wort Beziehung nicht einmal dann buchstabieren könnte, wenn man ihm dafür die Hauptrolle im neuen James Bond-Film versprechen würde.
Hannah hielt ein leises Schnaufen zurück.
Ihr Nachbar liebte alle Frauen – und alle Frauen liebten ihn.
Alle, bis auf Hannah. Sie nahm sich vor ihm in Acht. Und ihr wildes Herzklopfen lag nicht etwa an ihm, sondern einzig und allein an dem Schrecken, den ihr der unerwartete Zusammenstoß beschert hatte. Energisch machte sie sich von ihm los.
Sam grinste sie unbekümmert an. »Guten Abend, Sweetheart.«
»Guten ... Abend?« Sie schnappte nach Luft. »Es ist fünf Uhr morgens!«
»Tatsächlich?« Sein Lächeln verblasste kein bisschen. Stattdessen zwinkerte er ihr zu. »Die Zeit vergeht schnell, wenn man sich amüsiert, oder? Jetzt sollten wir uns aber vielleicht doch besser noch eine Weile aufs Ohr hauen.«
»Wir?« Hannah funkelte ihn an. »Ich habe bereits ausgeschlafen.«
»Wirklich?« Nun kräuselte sich seine Stirn doch verwundert. »Du warst schon im Bett und bist schon wieder auf? So früh am Tag?«
»Natürlich.«
Sam pfiff leise durch die Zähne – und der Geruch von Alkohol wehte ihr entgegen.
Hannah verzog angewidert das Gesicht. Es konnte keinen Zweifel geben, dass er gerade von einer Party kam. Sein weißes Hemd unter der schwarzen Lederjacke war weit genug aufgeknöpft, dass sie seine glatte, muskulöse Brust erkennen konnte. Die schwarzen Hosen waren leicht zerknittert. Seine dunklen Haare waren genau auf die Art und Weise zerzaust, die eine Frau einzuladen schien, mit den Händen hindurchzufahren und die Sache zu Ende zu bringen.
Während er gern ausging, sich amüsierte und sein Studium Semester um Semester verlängerte, trainierte Hannah eisern und konnte sich kaum noch an ihr letztes Rendezvous erinnern. Wie hätten sie noch verschiedener sein können?
Sie sahen einander an – und das Kopfschütteln war bei beiden dasselbe.
Trotzdem kribbelte Hannahs Haut noch an der Stelle, an der er sie gerade noch festgehalten hatte, und ein verräterisches Gefühl von Vermissen breitete sich in ihrem Bauch aus. Hannah schnaubte leise. Vermissen? Von wegen! Sie konnte den verflixten Kerl nicht einmal ausstehen!
»Hannah!« So etwas wie Erkennen flackerte in seinem Blick, was seltsam war, immerhin wohnten sie seit über zwei Jahren Tür an Tür. Er fuhr sich mit einer Hand durch die Haare. »Erzähl mal: Wie geht es Casanova?«
Casanova? Hannah zog die Augenbrauen zusammen. »Wie soll es ihm gehen? Er ist schon lange tot.«
»Wirklich? Das tut mir leid.« Bestürzt sah Sam sie an. »Ich hatte keine Ahnung, dass dein Pferd tot ist.«
»Wieso mein Pferd?«
»Heißt er denn nicht Casanova?«
Hannah rollte die Augen, als sie verstand. »Sein Name ist Gigolo.«
»Ah. Wusste ich es doch, es war der Name eines Frauenverstehers.« Sams Miene hellte sich auf. »Und? Wie geht es ihm?«
»Ausgezeichnet. Wir bereiten uns gerade auf ein Turnier vor.«
