Dr. Stefan Frank 2644 - Stefan Frank - E-Book

Dr. Stefan Frank 2644 E-Book

Stefan Frank

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Beschreibung

Endlich kann Alexandra Schubert ihren Freund Dr. Stefan Frank einmal zu einem gemeinsamen Urlaub im Norden überreden. Die herrliche Strandidylle am Meer entpuppt sich allerdings schon bald als regennasser Reinfall.
Als die beiden während eines romantischen Inselspaziergangs von einem heftigen Sturm überrascht werden, schaffen sie es gerade noch in eine verlassene Hütte in der Nähe. Sie machen es sich vorerst gemütlich und warten ab.
Bald darauf trifft auch der Besitzer der kleinen Strandhütte, ein gewisser Finn Jessen, ein. Wenig später stößt ein weiteres Paar ein, das Schutz vor dem tobenden Sturm sucht: Julia und Hanno Voss. Zwischen Julia und Finn knistert es offensichtlich. Als Hanno das bemerkt, kippt die Stimmung urplötzlich. Und was zunächst als geselliges Miteinander begonnen hat, verwandelt sich zunehmend in ein unerträgliches Kammerspiel mit ungewissen Ausgang ...


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Seitenzahl: 126

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Inhalt

Cover

Wenn der Funke überspringt

Vorschau

Impressum

Wenn der Funke überspringt

Arztroman um eine stürmische Liebesgeschichte

Endlich kann Alexandra Schubert ihren Freund Dr. Stefan Frank einmal zu einem gemeinsamen Urlaub im Norden überreden. Die herrliche Strandidylle am Meer entpuppt sich allerdings schon bald als regennasser Reinfall.

Als die beiden während eines romantischen Inselspaziergangs von einem heftigen Sturm überrascht werden, schaffen sie es gerade noch in eine verlassene Hütte in der Nähe. Sie machen es sich vorerst gemütlich und warten ab.

Bald darauf trifft auch der Besitzer der kleinen Strandhütte, ein gewisser Finn Jessen, ein. Wenig später stößt ein weiteres Paar ein, das Schutz vor dem tobenden Sturm sucht: Julia und Hanno Voss. Zwischen Julia und Finn knistert es offensichtlich. Als Hanno das bemerkt, kippt die Stimmung urplötzlich. Und was zunächst als geselliges Miteinander begonnen hat, verwandelt sich zunehmend in ein unerträgliches Kammerspiel mit ungewissem Ausgang ...

Dr. Stefan Frank verabschiedete gerade seine letzte Patientin in der kleinen Praxis in Grünwald, als Arzthelferin Martha Giesecke ihren Kopf durch die Tür steckte.

»Ick brauch Se noch mal, Chef. Bisschen Papierkram, bevor Se zur Nordsee abdüsen«, meinte sie in ihrem typischen Berliner Dialekt, den die korpulente Arzthelferin während ihrer langen Zeit in München niemals ganz abgelegt hatte.

»Ich bin gleich da, Martha.«

Stefan wusch und desinfizierte sich die Hände gründlich, bevor er das Zimmer verließ. Während die beiden über den Datenblättern hingen und Dr. Frank seine nötigen Informationen zu den Patienten beisteuerte, schälte er sich aus seinem weißen Kittel, den er für gewöhnlich während der Arbeit trug.

»Ick würde viel dafür geben, Alexandras Gesicht zu sehen«, sagte Martha Giesecke in diesem Moment, und ihre Züge bekamen einen verträumten Ausdruck. »Norderney soll um die Zeit echt schön sein.«

Sie spielte auf Stefan Franks geplante Urlaubsreise an, von der seine Freundin Alexandra Schubert noch nichts ahnte.

»Und nicht so voll, da die Schulferien vorbei sind. Ich bin gespannt, ob mein Plan aufgeht und wir endlich etwas zur Ruhe kommen können. Es wird höchste Zeit, dass ich mich der Sache annehme. Sie wartet schon so lange auf mehr private Zeit mit mir. Unsere Jobs nehmen uns meistens viel zu sehr ein. Und außerdem überlegen wir langsam, ob sie nicht doch zu mir zieht. Ein Umzug würde auch noch mal Stress bedeuten, den ich gerade weit weg schieben will.«

»Was soll man machen? Aber sind ja nur die paar Möbel, die sie hätte.«

»Das ist wahr«, erwiderte Stefan lächelnd. »Das meiste würde wahrscheinlich sowieso gespendet werden, aber so genau haben wir das natürlich noch nicht geplant. Ich möchte ihr da auch nicht zu viele Vorschriften machen. Es wird sich alles fügen. Bislang ist es nur eine Überlegung.«

»Schön, dass Se endlich zusammenziehen wollen.«

»Noch ist es nicht so weit, Martha. Ich habe Alexandra noch nicht einmal gefragt. Der Gedanke spukt mir seit Kurzem aber häufiger im Kopf herum. Ich bin sogar ein wenig aufgeregt, das muss ich zugeben. Obwohl Alexandra zumeist sowieso schon bei mir schläft. Es ist aber lange her, dass ich mit einer Frau so richtig zusammengelebt habe. Irgendwie ist das noch mal etwas anderes, finde ich.«

»Sonst haben Se ja noch die Frau Quandt.«

»Ja, aber meine Haushälterin – so fürsorglich und nett sie ist – ersetzt mir keine liebende Lebenspartnerin wie Alexandra.«

»Schon klar. War nur 'n Witz, Chef. Die ist ja sowieso glücklich vergeben. Und zu alt dazu.«

Martha lachte rau und steckte Stefan sogleich damit an. Ihre manchmal burschikose Art war genau das, was die Patienten und auch er brauchten.

»Ich werde Sie schmerzlich vermissen, sobald ich am Strand liege und mir die Sonne auf den Bauch scheinen lasse«, sagte er freundlich und brachte die in Ehren ergraute Dame damit zum Schmunzeln.

Bildete er sich das nur ein oder errötete sie sogar ein wenig?

»Schleimer. Keinen einzigen Gedanken werden Se an mich verschwenden, wenn Ihre Alexandra daneben liegt. Aber bei dieser tollen Frau drück ick noch mal ein Auge zu.«

»Das ist lieb von Ihnen. Hätten wir dann alles? Ich würde zu Hause gerne noch eine kleine Überraschung für meine Freundin vorbereiten, bevor unser Urlaub startet. Verraten Sie mich bloß nicht.«

Stefan legte seinen Zeigefinger verschwörerisch an die Lippen.

»Ick schweige wie ein Grab.«

Martha Giesecke deutete ein Verschließen der ihren an, warf den unsichtbaren Schlüssel fort und wünschte ihnen im Anschluss viel Spaß an der Nordsee.

***

Alexandra Schubert stellte die Einkaufstüten schnaufend zu beiden Seiten ihres Körpers ab und kramte nach Stefans Zweitschlüssel in ihrer Tasche. Heute Abend wollten die zwei zusammen kochen, weshalb sie nach ihrer Arbeit in der Praxis einen Abstecher in den Supermarkt gemacht hatte.

Die Fachärztin für Augenheilkunde bemühte sich um einen entspannten Ausdruck, als sie die Wohnung endlich betrat, dabei war sie fix und fertig von diesem Freitag, der ihr alles abverlangt hatte. Ihre geschätzte Kollegin Helene Braun war krankheitsbedingt ausgefallen. Alexandra hatte daher viele der Patienten übernommen und sich heute eindeutig überschätzt. Trotz allem neigte sich auch dieser Tag seinem Ende zu. Vierundzwanzig Stunden blieben zum Glück bloß vierundzwanzig Stunden. Sie hatte alles erfolgreich über die Bühne gebracht und sehnte sich nach einem Glas Wein, der gemütlichen Couch und ihrem Freund Stefan.

Vielleicht kann ich ihn zu einer Massage überreden, dachte sie gerade und streckte ihren verspannten Rücken. Die könnte ich jetzt wirklich gebrauchen.

»Stefan? Bist du da?«, rief sie in den dunklen Raum. Das Wohnzimmer lag verlassen da, der Hausarzt hatte sogar die Gardinen vorgezogen. »Seltsam«, murmelte sie und schloss die Tür hinter sich.

In diesem Moment erschien ein gedimmtes gelbes Licht im Schlafzimmer. Alexandra stellte ihre Tüten beiseite und runzelte die Stirn verwundert. Voller Neugier folgte sie dem Schein. Als sie auf etwas Kleines trat, hielt sie inne und sah hinab. Stefan hatte winzige Dekomuscheln und Strandgräser als Spur gelegt, die ebenfalls ins Nebenzimmer führten. Alexandra wusste nicht recht, was sie davon halten sollte. Sie wollte sich nicht noch länger den angestrengten Kopf darüber zerbrechen. Also stieß sie die Barriere vorsichtig auf und warf einen Blick hindurch.

Sofort erstrahlte ihr ganzes Gesicht. Ihr Lächeln reichte dabei von einem zum anderen Ohr. Stefan hatte aus dem Schlafzimmer ein Strandparadies gemacht, lediglich ohne den knirschenden Sand zwischen ihren Zehen. Palmenblätter, Muscheln, Möwenfedern und ein paar hübsche Seesterne zierten die Wände sowie das Laminat. Auf der Bettdecke stand ein Tablett mit zwei herrlich bunten Cocktails samt Schirmchen, daneben ein riesiger Eisbecher für zwei Personen. Er hatte das Bett beiseitegeschoben, um Platz für zwei Strandliegen zu machen, auf welchen bereits ihre Handtücher ausgebreitet waren. Eine Höhensonne spendete Licht und sorgte für Wärme. Im Hintergrund lief leises Meeresrauschen von einer CD.

»Was zum ...«, hauchte sie verblüfft.

»Konnte ich dich überraschen?«, fragte Stefan hinter ihr, und Alexandra wandte sich freudig um.

Sie fiel ihrem Freund um den Hals und drückte ihm einen langen, dankbaren Kuss auf die Lippen.

»Und wie! Wo hast du denn das so schnell ausgegraben?«

»Ich plane es schon seit einer Weile. Du hast es nur nicht bemerkt.«

»Du Fuchs! Ich war so in die Arbeit vertieft, dass ich wirklich nichts mitbekommen habe.«

»Lass uns das Eis essen, bevor es schmilzt. Oder soll ich es lieber noch kühlstellen?«

»Nein, nein«, lehnte sie sofort ab. »Das wird hier und jetzt verdrückt. Hast du denn auch ein passendes Outfit für mich vorgesehen?«

Sie wies auf seine Flipflops an den nackten Füßen bis hin zu seiner feschen Sonnenbrille. Stefan hatte sich passend zum Strand gekleidet. Er brachte Alexandra damit erneut zum Schmunzeln.

»So albern?«

»Nicht doch. Ich freue mich einfach.«

»Auf der Couch wartet dein neuer Bikini, Liebling. Ich hoffe, er gefällt dir.«

»Und ich hoffe, er fällt nicht zu knapp aus. Ich kenne dich und deine Scherze zu Genüge«, entgegnete sie humorvoll.

Ihr Liebster fiel in ihr Lachen ein.

»Während du dich umziehst, verteile ich deinen Einkauf im Kühlschrank. Wir wollen ja nicht, dass die Sachen schlecht werden.«

Kurz darauf saßen sie Seite an Seite in ihren Liegestühlen, genossen das leckere Eis und entspannten sich.

»Ich hätte dir das nicht zu unserem Urlaubsbeginn zugetraut«, meinte sie ehrlich.

»Ist die Überraschung also gelungen?«

Alexandras dunkle Augen leuchteten auf.

»Mehr als das! Vielen Dank! Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.«

Sie war völlig aus dem Häuschen. Noch mehr, als Stefan auf einmal zwei Flugtickets vor ihre Nase hielt.

»Ich weiß, dass es weder Bali noch die Malediven sind, aber vielleicht kann dich ein Kurztrip in den Norden von Deutschland ja auch begeistern.«

»Du bist völlig verrückt«, wisperte sie gerührt. »Nach Bremen?«

»Nicht ganz. Der Flug geht zwar nach Bremen, aber von dort aus fahren wir noch gut drei Stunden mit einem Leihwagen und nehmen dann die Fähre nach ...«

»... Norderney«, beendete sie beschwingt. »Du hast es dir gemerkt.«

»Natürlich. Du wolltest schon immer mal an der Nordsee in Ostfriesland Ferien machen. Wir können aber auch eine andere Insel ansteuern, wenn du magst. So kurzfristig hatte ich nicht so viel Auswahl.«

»Das klingt doch bestens. Wann geht es los?«

Sie suchte das Datum bereits auf dem Ticket, doch Stefan konnte ihr aushelfen. Er nahm Alexandras Hände in seine und richtete damit ihre ganze Aufmerksamkeit wieder auf sich.

»Wir fliegen übermorgen. Ich kann es gerne schieben, falls es dir zu knapp ist. Sicher hast du dich für den Urlaub schon verplant.«

»Eigentlich nicht. Ich hätte mich bloß mit einer Freundin zum Kaffee getroffen, aber das kann ich auch noch nach unserer Reise erledigen. Hach, ist das alles aufregend!«

»Es ist doch nur die Nordsee.«

»In erster Linie ist es unser Urlaub, Schatz. Egal, wo der stattfindet. Spiel das nicht so herunter. Ich habe lange darum gekämpft, dass du mal mit so einer fixen Idee um die Ecke kommst.«

»Du hast ja recht«, gab er milde zu und beugte sich vor, um seine Stirn an ihre zu legen und innezuhalten.

Sie genossen diesen Augenblick der Stille und Einkehr. Stefan küsste sie anschließend zärtlich auf die Stupsnase und strich seiner Angebeteten das hellbraune, gelockte Haar hinters Ohr. Sie genoss jede seiner sanften Berührungen.

»Nichtsdestotrotz braucht mein Magen jetzt etwas Richtiges zu essen. Das Eis wird ihm nicht reichen«, sagte sie nach einer Weile.

»An was dachtest du für heute?«

»Lass dich einfach überraschen. Jetzt bin ich dran, dich vom Hocker zu hauen«, erwiderte Alexandra geheimniskrämerisch und verschwand mit einem vielsagenden Zwinkern in der Küche.

***

Der Flug nach Bremen dauerte etwas mehr als eine Stunde. Alles lief nach Plan. Alexandra stöberte im Kiosk nach ein paar Zeitschriften für die dreistündige Autofahrt danach, während sich der Arzt auf dem Platz vor dem Flughafen umsah und zu Atem kam. Bereits hier bildete er sich die salzige Meeresluft ein. Nach Fisch roch es jedenfalls genug, da der Hafen nicht weit von ihnen entfernt lag.

Stefan Frank konnte es kaum erwarten, endlich anzukommen und all die Strapazen von sich abfallen zu lassen. Er selbst war ein Bergliebhaber, aber Alexandras Wunsch nach Wasser hatte ihn dazu gebracht, sich nach einem hübschen Hotel im Norden umzuschauen. Sie hatte schon ewig versucht, ihren Freund zu einem gemeinsamen Urlaub zu bewegen, was aufgrund des Zeitmangels und seines Beliebtheitsgrades bislang nicht funktioniert hatte. Viele der Patienten ließen sich ungern von jemand anderem untersuchen, wusste er.

»Ich bin dann so weit«, verkündete sie und schützte ihre Augen ebenfalls mit einer Sonnenbrille vor dem großen glühenden Ball am Firmament.

Hand in Hand sahen sie sich nach der Autovermietung um, die Stefan online herausgesucht hatte. Kurz darauf saßen sie bereits in einem sauberen Kleinwagen, hatten das wenige Gepäck, das sie brauchten, problemlos im Kofferraum verstaut und fuhren Richtung Fähre nach Norderney weiter. Während sie Oldenburg, Leer und Emden passierten, schlief Alexandra seelenruhig. Stefan übernahm den Chauffeurdienst nur zu gerne. Seine Partnerin sollte sich zurücklehnen – ebenfalls ein Geschenk von seiner Seite.

Auf der Fähre verließen sie das Fahrzeug und sahen auf das weite Meer hinaus. In der Ferne kreisten ein paar Möwen und stritten sich offenbar um einen gerade gefangenen Fisch.

Es war nicht mehr heiß, aber auch noch nicht herbstkalt. Ab und zu wehte eine kühle Meeresbrise durch ihre Haare und streifte ihre Wangen. Stefan zog Alexandra in seine Arme und küsste sie auf den Scheitel. Eine ihrer Strähnen kitzelte ihn unablässig, was er mit einem Lächeln quittierte und nicht weiter beachtete. Stefan war einfach nur froh, diesen friedvollen Moment mit Alexandra teilen zu können.

»Habe ich dir heute eigentlich schon gesagt, wie sehr ich dich liebe?«, fragte er aus dem Nichts.

Alexandra wandte sich um und sah ihm tief in die Augen. Er konnte sich in ihren großen braunen Iriden spiegeln.

»Ja, aber ich höre es auch mehrmals gern. Ich liebe dich auch.«

Sie küssten sich wieder und schwelgten in ihrem Glück. Am Horizont bildeten sich ein paar Quellwolken, denen sie noch keine Beachtung schenkten. Dafür waren die beiden viel zu verliebt.

***

Das Hotel stellte sich als kleiner heraus, als gedacht.

»Im Netz hat es imposanter gewirkt. Entschuldige«, bemerkte Stefan zerknirscht, doch Alexandra lächelte ihn an.

»Ich finde es großartig. Gemütlich. Genau richtig für zwei Kuschelliebende wie uns«, machte sie ihm Mut. »Außerdem werden wir doch sowieso kaum auf dem Zimmer sein. Ich möchte viel lieber Zeit am Strand verbringen.«

»Dann lass uns die Koffer auspacken, uns umziehen und gleich mal die Promenade entlangschlendern«, schlug der Arzt vor.

Gesagt, getan. Der Nachmittag stellte sich als entspannt und unbeschwert heraus. Das Pärchen kaufte sich zwei Fischbrötchen an einer Strandbude, wich den übrigen Touristen gekonnt aus und lief barfuß durch den angenehm warmen Sand. Der Hochsommer war vorüber, weshalb man die Temperaturen bestens aushalten konnte. Sie atmeten die kühle, salzige Meeresluft gierig ein. Stefan spürte, wie gut es ihm und seinem Körper tat, einfach an nichts weiter als seine Freundin und die Ruhe um sich herum zu denken.

»Siehst du dieses riesige Gebäude dort hinten?«, wollte Alexandra schlagartig von ihm wissen und riss Stefan aus seinen entspannten Gedanken.

Der Mann sah auf und folgte ihrem Nicken. Er legte seine Hand über die Augen, um jene vor der Sonne abzuschirmen.

»Sieht aus wie ein großes Einkaufszentrum.«

»Das soll diese neu gebaute Mall sein. Ich habe mal davon gelesen. Sieben oder acht Stockwerke voller gut laufender Geschäfte«, schwärmte Alexandra beeindruckt. »Vielleicht können wir später mal einen Abstecher wagen? Ich bräuchte noch Kleinigkeiten für meine Freunde.«

»Kannst du Souvenirs nicht auch am Boden finden statt dort oben in den Wolken?«, hakte Stefan belustigt nach. »Hier gibt es schließlich genügend Strandbuden und Shops. Ich wollte mich eigentlich in meinem Urlaub nicht in so einen Betonklotz wagen.«

Alexandra gab sich geschlagen: »Na schön, dann bleiben wir eben hier auf der Promenade. Wirklich hübsch sieht das Hochhaus nicht aus, da gebe ich dir recht. Irgendwie zerstört es die beschauliche Inselaura.«

***

»Du hast alles absolut richtig gemacht«, lobte Stefans Freundin ihn am zweiten Tag, während sie das Spa-Programm des kleinen Hotels ausnutzten und ausgiebig saunierten.

»Was meinst du?«

»Dass du den Urlaub erst nach den Schulferien gebucht hast. Keine Klassen, keine Familien, nur lauter Pärchen und Singles, die ganz für sich entspannen wollen.« Es stimmte. Direkt am ersten Tag ihres zweiwöchigen Urlaubs hatten sie bemerkt, wie leer es im Vergleich zum Sommer war. Für viele waren die Ferien bereits vorbei. »Hast du Lust, morgen eine der umliegenden Inseln anzusteuern?«, schlug die Frau an seiner Seite plötzlich vor.

»Gern. Ich werde uns ein Boot mieten, wenn du magst.«