Dr. Stefan Frank 2646 - Stefan Frank - E-Book

Dr. Stefan Frank 2646 E-Book

Stefan Frank

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Beschreibung

Laras ausgelassene und glückliche Studentenwelt in Heidelberg kommt ins Schleudern, als sie eines Morgens unter der Dusche einen Knoten in ihrer Brust entdeckt. Besorgt erzählt sie ihrem Freund Adrian und ihrem besten Kumpel Tom davon. Adrian nimmt ihre Angst nicht ernst und erklärt, dass sie viel zu jung für eine ernsthafte Brustkrebserkrankung sei. Lara hat Angst, zum Arzt zu gehen. Auf Drängen von Tom lässt sie sich schließlich dazu überreden, den anstehenden Besuch bei ihren Eltern in München mit einem Termin beim langjährigen Hausarzt der Familie in Grünwald zu verbinden.
Doch Dr. Stefan Frank kann leider keine Entwarnung geben: Auch er ertastet einen deutlich zu spürenden Knoten und ruft sofort in der Gynäkologie der Waldner-Klinik an. Am Telefon mit Dr. Gabriele Bayer-Horn vereinbart er einen Termin für eine Mammographie. Beim Ausfüllen des Anamnesebogens beantwortet Lara die Fragen nach Vorerkrankungen in der Familie mit "Nein". Sie ahnt nicht, dass sie das Kreuzchen an der falschen Stelle gesetzt hat ...


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Seitenzahl: 126

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Inhalt

Cover

Der Knoten

Vorschau

Impressum

Der Knoten

Laras Welt gerät urplötzlich ins Wanken

Laras ausgelassene und glückliche Studentenwelt in Heidelberg kommt ins Schleudern, als sie eines Morgens unter der Dusche einen Knoten in ihrer Brust entdeckt. Besorgt erzählt sie ihrem Freund Adrian und ihrem besten Kumpel Tom davon. Adrian nimmt ihre Angst nicht ernst und erklärt, dass sie viel zu jung für eine ernsthafte Brustkrebserkrankung sei. Lara hat Angst, zum Arzt zu gehen. Auf Drängen von Tom lässt sie sich schließlich dazu überreden, den anstehenden Besuch bei ihren Eltern in München mit einem Termin beim langjährigen Hausarzt der Familie in Grünwald zu verbinden.

Doch Dr. Stefan Frank kann leider keine Entwarnung geben: Auch er ertastet einen deutlich zu spürenden Knoten und ruft sofort in der Gynäkologie der Waldner-Klinik an. Am Telefon mit Dr. Gabriele Bayer-Horn vereinbart er einen Termin für eine Mammographie. Beim Ausfüllen des Anamnesebogens beantwortet Lara die Fragen nach Vorerkrankungen in der Familie mit »Nein«. Sie ahnt nicht, dass sie das Kreuzchen an der falschen Stelle gesetzt hat ...

»Guten Morgen, Herr Doktor«, hörte Dr. Stefan Frank eine Stimme neben sich.

Der Arzt hatte die Nacht allein verbracht und war früher als sonst aufgewacht. Jetzt war es kurz vor sechs und er stand, noch gekleidet in seinem hellblau-gestreiften Pyjama und einem beigen Hausmantel, am Gartentor seiner schönen Münchner Villa, um die Zeitung zu holen.

»Sie sind aber früh unterwegs«, stellte Dr. Frank mit einem bewundernden Nicken in die Richtung von Jochen Marten fest, der in seiner Trainingshose und dem grafisch gemusterten T-Shirt viel jünger aussah als Anfang sechzig.

»Ja, ich tue was für meine Gesundheit«, erklärte Jochen Marten stolz und blieb stehen. »Das wird Sie doch sicherlich freuen!«

Beide Männer lachten.

»Ich finde das natürlich gut, wenn Sie sich regelmäßig bewegen«, lobte Dr. Frank. »Außerdem macht Joggen den Kopf frei«, fügte er hinzu.

»Ja, genau das habe ich auch festgestellt. Es ist die perfekte Möglichkeit, vor einem stressigen Arbeitstag etwas Ruhe reinzubringen und ganz frisch zu starten.«

»Arbeiten sie immer noch so viel?«, fragte Dr. Frank seinen Nachbarn, der als Vorstandsvorsitzender in einem großen Pharmakonzern oft wochenlang unterwegs war.

»Ja. So richtig weniger wird die Arbeit nicht. Und jetzt kommt auch noch dazu, dass ich meinen zukünftigen Schwiegersohn einführen will. Da muss ich viele alte Kontakte wieder beleben, damit der Junge es nicht so schwer hat, Fuß zu fassen.«

»Lara ist verlobt? Ach, wie schön! Herzlichen Glückwunsch!«, gratulierte Dr. Frank, der die junge Frau nur vom Sehen kannte, sie aber immer als sehr angenehm wahrgenommen hatte.

»Noch weiß sie nix von ihrem Glück«, schmunzelte Jochen Marten. »Aber Dorothea und ich warten wie die Geier auf einen Antrag«, lachte er. »Nein, mal im Ernst. Adrian ist ein toller Kerl, die beiden haben sich in ihrem Medizinstudium kennengelernt. Und ich freue mich über männliche Verstärkung im Haus!«

»Das freut mich, dass Lara in Heidelberg so gut Anschluss gefunden hat. Und dann sogar auch noch die große Liebe!«, freute sich Dr. Frank.

Er erinnerte sich noch gut an die Besuche der Mutter in seiner Praxis, die nach dem Auszug der Tochter von schlimmen Schlafproblemen geplagt wurde. Am Ende konnte er keine medizinische Ursache für ihre Unruhe feststellen. Der Allgemeinmediziner und Geburtshelfer hatte viel mehr das Gefühl, dass die gemeinsamen Gespräche der Frau mehr halfen als die Schlaftabletten, die er ihr testweise verschrieben hatte.

Dr. Frank seufzte im Stillen. Die Frau von Jochen Marten hatte einiges mitgemacht.

»Wie geht es denn der lieben Gattin?«, fragte er.

»Wie immer, fantastisch. Sie ist das blühende Leben. Sie kennen sie ja«, antwortete Jochen Marten überschwänglich. »Sie ist fleißig am Tennisspielen, kümmert sich um den Hund, das Haus und um mich. Alles könnte, wie immer, nicht besser sein!«

»Na, dann wünsche ich Ihnen allen weiterhin alles Gute! Und sagen Sie bitte Bescheid, wenn Lara heiratet, damit ich ihr etwas zukommen lassen kann«, verabschiedete sich Dr. Frank, als er sich zum Gehen wandte.

»Unsinn. Wenn die Hochzeit ist, sind Sie selbstverständlich eingeladen. Wir feiern ganz groß!«, ereiferte sich Jochen Marten. »Ich hab ja schließlich nur eine Tochter.«

Dr. Frank spürte ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Er mochte Jochen Marten, doch hatte er nie verstanden, warum es dem Mann so wichtig war, immer den Eindruck aufrecht zu erhalten, als sei alles perfekt.

Denn Dr. Frank wusste es besser. Die Familie hatte es nicht immer so leicht gehabt, wie Jochen Marten es aussehen lassen wollte. Doch als Hausarzt der Martens unterlag er der Schweigepflicht und durfte sich auch dann nicht einmischen, wenn ihr Geheimnis ein Risiko für andere war.

***

»Also, ick glaub es nich«, ärgerte sich Martha Gieseke in ihrem unverkennbaren Berliner Dialekt, als sie den Telefonhörer mit einem lauten Klicken auf die Station zurücklegte. »Der hat se wohl nich mehr alle in die Vitrine!«

Wenn Martha Gieseke, die geschäftige Arzthelferin aus Berlin, sich aufregte, verfiel sie mehr als sonst in den Dialekt ihrer alten Heimat. Ihre Kollegin Marie-Luise Flanitzer kicherte hinter dem Computer am Empfang der Praxis.

»Was ist denn los?«, fragte sie neugierig.

»Hundert Euro für einen Strauß Rosen«, entrüstete sich Martha Gieseke. »Wo gibt's denn so was?«

»Soll ich für Sie mal im Internet nachsehen, ob es vielleicht noch etwas günstiger geht, Schwester Martha?«, bot die jüngere Kollegin ihre Hilfe an.

Genau in dem Moment steckte Dr. Frank seinen Kopf aus dem Behandlungszimmer. Die Sprechstunde war gerade vorbei und die Praxis leer.

»Ist bei Ihnen alles gut, Martha?«, lachte er. »Wie läuft die Jagd nach den Blumen?«

»Könnte besser sein, Chef«, grummelte sie und musste dann ebenfalls schmunzeln. »Aber ick bin dran!«

»Sie wissen also auch schon Bescheid, ja?«, fragte Marie-Luise Flanitzer mit gespielt beleidigtem Ton. »Ich würde ja zu gern wissen, wer der geheime Mann ist, dem Schwester Martha Rosen zukommen lässt!«

Augenblicklich fielen Martha Gieseke und Dr. Frank gleichzeitig in lautes Gelächter ein.

»Aber, aber. Wenn unsere geschätzte Kollegin sich doch noch einen Verehrer anschafft, dann wird es hoffentlich andersherum sein und Sie bekommt die Blumen!«, sagte Dr. Frank mit einem wohlwollenden Blick auf die rüstige Arzthelferin. »Nein, die Blumen sind für mich. Ich wollte Alexandra überraschen.«

»Oh, wie schön! Was ist denn der Anlass?«, wollte Marie-Luise Flanitzer wissen.

»Kein Anlass. Das heißt, doch, der Anlass ist, dass ich sie liebe. Wobei ...«, er stockte, »in dem Fall müsste ich ihr eigentlich jeden Tag Rosen schenken.«

Die beiden Schwestern schauten einander bedeutungsvoll an. Sie beide waren froh, dass ihr Chef endlich eine Frau an seiner Seite hatte, die ihm so guttat. Dr. Frank war nun schon viele Monate mit der Augenärztin Alexandra Schubert liiert und sichtbar glücklich in der Beziehung.

»Wissen Sie was«, schlug Martha Gieseke vor, »wie wär's denn, wenn eine von uns ein bisschen in ihrem Garten wildert? Da wird sich sicher was viel Schöneres finden, als in nem ollen Blumenladen, wo jeder hingehen kann.«

»Na, na, na, jetzt tun Sie mal den Blumenläden nicht unrecht. Gute Qualität hat eben ihren Preis!«, wandte Dr. Frank ein. »Aber sie haben recht, die Idee mit dem selbst zusammengestellten Blumenstrauß gefällt mir auch besser! Und Alexandra hat bestimmt Freude daran, so bekommt die Überraschung eine viel persönlichere Note.«

»Bis wann soll der Strauß denn fertig sein?«, fragte Marie-Luise Flanitzer. »Sie haben jetzt gleich nach der Pause zwei Termine, sind dann aber gegen sechzehn Uhr frei.«

»Ausgezeichnet, dann legen Sie mir doch bitte die Gartenschere und meine Handschuhe raus«, bat Dr. Frank, als er die Tür zum Behandlungszimmer zufrieden hinter sich schloss.

Selbstgepflückte Rosen waren eine großartige Idee! Alexandra hatte schon öfter seinen Rosengarten gelobt, für den er in den vergangenen Monaten nur wenig Zeit hatte. Zum Glück kümmerte sich Herr Quandt, der Ehemann seiner Haushälterin, darum, dass der Garten nicht verwilderte. Natürlich hätte Dr. Frank die Aufgabe gern selbst erledigt. Für ihn hatte die Arbeit an den Rosenstöcken etwas Meditatives, aber er war eben voll eingespannt mit seinem Beruf.

Jetzt freute er sich über die gute Idee von Martha Gieseke, die es ihm erlaubte, nach getaner Arbeit die schönsten Exemplare auszusuchen und für seine Freundin zusammenzubinden.

Alexandra Schubert brauchte nicht viel zum Glücklich sein. Sie hielt nicht viel von teuren Geschenken und betonte immer wieder, dass Zeit mit ihm das beste Geschenk war. Dr. Frank ging es ähnlich. Die hübsche Augenärztin mit den hellbraunen Locken und den funkelenden, dunklen Augen war wie ein Geschenk für ihn. Er seufzte. Niemals, dachte er, niemals, dürfen wir solche Geheimnisse voreinander haben wie die Martens.

***

»Womit habe ich das denn verdient?« strahlte Alexandra Schubert, als sie den Wohnbereich der Villa über den Praxisräumen von Dr. Frank betrat.

Überall hatte der Arzt rote Rosenblätter verteilt, und auf dem Tisch stand nicht nur eine Flasche ihres Lieblingsweines, sondern ein großer Strauß wilder Rosen.

»Ist es zu viel?«, fragte Dr. Frank besorgt. »Zu kitschig?«

»Du spinnst doch. Es ist ...«, sie suchte nach den richtigen Worten, »... einfach wundervoll!«

Dr. Frank entspannte sich. Ein Blick in die dunklen Augen von Alexandra verriet ihm jedoch, dass er alles richtig gemacht hatte.

»Liebling, du bist wirklich toll«, schwärmte die hübsche Frau und gab ihm einen langen, innigen Kuss. »Und Gedanken lesen kannst du auch noch«, lächelte sie und schaute auf die Flasche Primitivo di Manduria.

Dr. Frank verstand das Kommando und schenkte den beiden ein Glas des rubinroten Weines ein. Der Geruch ihrer ersten Verabredung stieg ihm in die Nase, und er musste an den schönen Abend denken, den die beiden beim kleinen Italiener um die Ecke verbracht hatten. Er hatte sofort gewusst, dass diese Frau etwas Besonderes war und sich schon damals auf dem Heimweg nach ihrer Nähe gesehnt. Seitdem hatte sich das Gefühl nur verstärkt, er war schon bald bereit, den nächsten Schritt zu gehen und Alexandra zu fragen, ob sie bei ihm einziehen würde.

»Auf eine schöne Zukunft, auf uns!«, sagte Alexandra, als die beiden auf dem Balkon miteinander anstießen.

Der Wein schmeckte genauso gut wie an ihrem ersten Abend, und sie schauten sich verliebt an.

»Nun aber raus mit der Sprache!«, forderte sie streng. »Was hast du angestellt?«, fragte sie schmunzelnd und deutete auf das Rosenmeer hinter ihr.

»Ich? Gar nichts, natürlich. Würde mir nie einfallen«, lachte Stefan. »Mir ist nur mal wieder klar geworden, wie wichtig du mir bist und wie sehr ich mich immer auf die gemeinsame Zeit freue.«

»Das ist schön«, freute sich Alexandra und strich sich eine ihrer weichen Locken aus dem Gesicht.

Jeder, der das dynamische Paar zusammen sah, spürte, wie gut sie zueinander passten. Dass beide in Sachen Liebe in der Vergangenheit großes Leid hatten verschmerzen müssen, machte ihr Band nur umso stärker.

»Versprich mir eins«, bat Dr. Frank seine Freundin, als er ihre zarte Hand in seine legte. »Wir sagen uns immer die Wahrheit. Egal, wie schwer es ist.«

Er musste an seine Begegnung mit Jochen Marten denken. Und an Lara, die er seit Jahren nicht gesehen hatte. »Ich möchte immer wissen, wie es dir geht und was dich bewegt«, setzte er hinterher.

»Aber das mache ich doch schon, seit wir uns kennen«, lachte Alexa und warf ihren Kopf in den Nacken, »du hast gar keine andere Wahl, als dir alles anzuhören, was mir so im Kopf herum schwebt.«

Neckend schaute sie ihn an.

»Und ich liebe jede Sekunde davon«, flüsterte Stefan ihr heiser ins Ohr und konnte nicht länger widerstehen. Vorsichtig, aber bestimmt zog er seine Freundin ein Stück näher an sich heran und fing an, sie so zu küssen, als sei es das erste Mal.

***

»Guten Morgen, Baby«, flüsterte Adrian Detmold, »alles Gute zum Geburtstag!«

Seine Freundin Lara drehte sich schlaftrunken um und stutzte, als sie sah, was er vorbereitet hatte.

»Wie hast du das denn geschafft, ohne mich zu wecken?«, fragte sie überrascht.

Auf ihrem Schminktisch war ein Frühstück aufgebaut, das sich sehen ließ. Alles, was sie gern hatte, war in kleinen Portionen auf hübsche Schüsseln verteilt und wartete darauf, vom Geburtstagskind verspeist zu werden.

»Ich hab an alles gedacht, mein Schatz«, erklärte Adrian nicht ohne Stolz. »Wir haben Lachs, Rühreier mit Schafskäse, frische Erdbeeren und ...«, bedeutungsvoll hob er die Flasche Sekt aus dem Kühler, »einen Champagner aus deinem Geburtsjahr!«

Lara strahlte. »Danke, danke, danke!«, jubelte sie, als sie sich in ihrem lindgrünen Schlafkleid aus Seide an den Tisch setzte und sich eine Erdbeere in den Mund steckte. »Lecker!«, nuschelte sie mit vollem Mund und schaute ihren Freund dankbar an.

Dass er etwas so Fantasievolles für sie organisierte, kam nicht oft vor. Dabei konnte sie sich nicht über zu wenig Aufmerksamkeit beschweren, ganz im Gegenteil. Sie bekam ständig Geschenke von ihm. Doch oft fiel es ihr schwer, sich über die Sachen zu freuen. Teure Ketten oder ein neues Handy gehörten für sie nicht zu den Dingen, die wirklich wichtig in ihrem Leben waren. Ihre Freundinnen sahen das anders und beneideten sie jedes Mal, wenn sie wieder etwas Neues trug, das Adrian ihr geschenkt hatte.

»Von all deinen Geschenken ist das hier mit Abstand das Schönste!«, sagte sie zärtlich und hoffte, ihn damit zu ermutigen, sich in Zukunft mehr gedankenvolle Geschenke zu überlegen, anstatt viel zu viel Geld für etwas Materielles auszugeben.

Adrian grinste. Dass die Idee mit dem Frühstück von seinem besten Freund stammte und dieser den passenden Champagner recherchiert und bestellt hatte, verschwieg er an dieser Stelle.

»Und dabei ist das noch nicht alles!«, gab er stattdessen an. »Aber lass mich vorher noch ein Foto für deine Eltern machen.« Er zückte sein Handy und deutete Lara an, der Linse zuzuprosten. »Dein Vater wird sich freuen«, sagte er dann und schickte das Bild sofort an Jochen Marten, Laras Vater.

»Manchmal könnte man denken, es wäre dein Vater«, beschwerte sich seine Freundin. »Jedes Mal, wenn du mir was schenkst, bekommt er sofort eine Statusmeldung.«

»Na klar. Er soll doch wissen, dass du es gut bei mir hast!«, rechtfertigte sich Adrian.

»Du hast ja recht«, stimmte Lara zu, »sollte ja auch nur ein Scherz sein. Ich weiß doch, wie gut ich es mit dir habe«, fügte sie hinzu.

Sie musste an ihre Freundinnen denken. Die meisten von ihnen hatten Probleme, überhaupt einen Mann zu finden, der es in ihrem Alter wirklich ernst meinte. Viele Männer, die sie in ihrem Studium oder beim Weggehen trafen, wollten sich noch nicht fest binden und suchten meist nach ein paar gemeinsamen Tagen das Weite.

Bevor sie darüber nachdenken konnte, warum das so war und ob sich die Zeiten einfach geändert hatten, klingelte es an der Tür.

»Das muss dein zweites Geschenk sein!«, rief Adrian freudig, als er die Treppen in das untere Stockwerk der Maisonette-Wohnung nahm.

Lara und Adrian bewohnten gemeinsam eine kleine, aber äußerst feine Wohnung, die sich über zwei Stockwerke erstreckte. Das Schlafzimmer schwebte offen über dem großen Wohnzimmer, und der Ausblick auf das romantische Panorama Heidelbergs war atemberaubend. Die Wohnung mit den großen Fenstern befand sich direkt am Philosophenweg. Zu ihren Füßen schlängelte sich der Neckar durch das Tal, und genau gegenüber lag die wunderschöne Altstadt mit der Ruprecht-Karls-Universität, an deren Medizinischer Fakultät beide eingeschrieben waren. Über der Idylle thronte das alte Schloss, Laras absolutes Highlight. Stundenlang saß sie hier abends, wenn Adrian mit seinen Freunden im »Reichsapfel« Fußball schaute, mit einem guten Buch auf dem Sofa und bewunderte den schönen Ausblick.

»Ging alles gut?«, hörte Lara ihren Freund an der Wohnungstür.