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Aufregende Wochen liegen hinter Stefan und Alexandra, seit sie beschlossen haben, zusammenzuziehen. Der Umzug rückt immer näher, und es gibt noch viel zu tun. Nebenbei läuft der Arbeitsalltag der beiden Ärzte ganz normal weiter. Doch der Stress hat seinen Preis. Alexandra zieht sich eine Nasennebenhöhlenentzündung zu, die chronisch zu werden droht. In ihrer Not greift sie zu einem starken Antibiotikum, schließlich muss sie zum Umzug fit sein!
Doch ihre Beschwerden werden von Tag zu Tag schlimmer. Zu ihrem Schnupfen kommen nun noch Husten sowie Bläschen im Mund, stark geschwollene Lippen und ein sich schnell ausbreitender Hautausschlag. Stefan lässt seine Freundin sofort in die Waldner-Klinik einliefern. Aber auch Ulrich Waldner und seine Kollegen tappen im Dunkeln. Währenddessen verschlechtert sich Alexandras Zustand immer weiter, sie muss beatmet werden und fällt schließlich ins Koma ...
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Seitenzahl: 121
Veröffentlichungsjahr: 2022
Cover
Durchkreuzte Pläne
Vorschau
Impressum
Durchkreuzte Pläne
Kurz vor dem Umzug bricht Alexandra zusammen
Aufregende Wochen liegen hinter Stefan und Alexandra, seit sie beschlossen haben, zusammenzuziehen. Der Umzug rückt immer näher, und es gibt noch viel zu tun. Nebenbei läuft der Arbeitsalltag der beiden Ärzte ganz normal weiter. Doch der Stress hat seinen Preis. Alexandra zieht sich eine Nasennebenhöhlenentzündung zu, die chronisch zu werden droht. In ihrer Not greift sie zu einem starken Antibiotikum, schließlich muss sie zum Umzug fit sein!
Doch ihre Beschwerden werden von Tag zu Tag schlimmer. Zu ihrem Schnupfen kommen nun noch Husten sowie Bläschen im Mund, stark geschwollene Lippen und ein sich schnell ausbreitender Hautausschlag. Stefan lässt seine Freundin sofort in die Waldner-Klinik einliefern. Aber auch Ulrich Waldner und seine Kollegen tappen im Dunkeln. Währenddessen verschlechtert sich Alexandras Zustand immer weiter, sie muss beatmet werden und fällt schließlich ins Koma ...
»Ich kann es nicht glauben, dass ich das wirklich tue«, stellte Dr. Alexandra Schubert fest, während sie durch die Räume der Villa wanderte.
Stefan Frank, der sie auf ihrem Rundgang begleitete, runzelte die Stirn. »Bereust du es?«
»Das wird sich noch herausstellen«, orakelte Alexa mit funkelnden Augen, nicht bereit, die offensichtlichen Sorgen ihres Freundes zu zerstreuen. »Sicher ist allerdings jetzt schon, dass das Ausmisten und ein bisschen neue Farbe der Villa ausgesprochen gutgetan haben.« In der Mitte des Wohnzimmers blieb sie stehen und drehte sich um die eigene Achse. Von den dunklen Rändern, die aussortierte Schränke und Bilder an den Wänden hinterlassen hatten, war nichts mehr zu sehen. »Und wenn in drei Tagen der Umzug erst über die Bühne gegangen ist, wirst du dein Zuhause nicht mehr wiedererkennen.«
»Unser Zuhause«, korrigierte Stefan seine Freundin und zog sie in seine Arme.
Die Liebe zwischen der Augenärztin und dem Allgemeinmediziner war noch jung. Nach herben Enttäuschungen und tiefen Wunden hatten beide nicht mehr damit gerechnet, noch einmal das ganz große Glück zu finden. Trotzdem war es passiert. Und obwohl sich die beiden vorgenommen hatten, es langsam angehen zu lassen, ertappten sie sich immer öfter dabei, jede freie Sekunde der knapp bemessenen Zeit zusammen zu verbringen.
Was lag da näher, als Nägel mit Köpfen zu machen? Alexandra kündigte ihre Wohnung im dritten Stock eines Grünwalder Wohnhauses und packte ihre Sachen zusammen. Diese Gelegenheit war günstig, um überflüssigen Ballast abzuwerfen. Neben ein paar Umzugskartons mit Kleidern und Hausrat war so am Ende nur ein antiker Sekretär, ihre geliebte Kommode und ihre Sammlung von Bildern junger, hoffnungsvoller Künstler übriggeblieben.
Stefan hatte versprechen müssen, es seiner Freundin gleichzutun.
»Aber die Schrankwand im Wohnzimmer ist doch noch wie neu«, hatte er eingeworfen, als es ernst geworden war. »Und die Stehlampe von Tante Agathe ist doch auch nicht so schlecht.«
Alexandra war anderer Meinung gewesen.
»Geteiltes Leid ist halbes Leid, mein Schatz«, hatte sie nur gelacht. »Bestimmt findet sich für all deine Schätze ein schönes, neues Zuhause. Im Internet wimmelt es nur so von Portalen, auf denen nicht nur gut erhaltene Möbel verkauft werden können.«
Zähneknirschend hatte sich Stefan in sein Schicksal gefügt. Nur die Vitrine in Nussbaum war Alexa noch ein Dorn im Auge.
»Die passt leider überhaupt nicht mehr unserem neuen Stil.«
»Ich wusste, dass du das sagst«, erwiderte Stefan und küsste sie auf den Mund. »Deshalb habe ich auch schon eine Anzeige im Internet veröffentlicht.«
»Bestimmt reißen sich die Leute um dieses schöne Stück«, scherzte Alexa.
»Na warte, du freches Früchtchen.« Drohend wackelte Stefan mit dem Zeigefinger. »Du hast nur Glück, dass ich jetzt keine Zeit habe. Sonst würde die Strafe auf den Fuß folgen.«
»Dann verschiebe sie doch auf später«, kicherte Alexandra in seinen Armen. »Ich liebe deine Bestrafungen.«
Ihre Worte waren kaum verhallt, als Stefans Telefon klingelte. Das Gespräch dauerte nicht lange.
»Das war Schwester Martha«, seufzte er. »Herr Wagenknecht hat es mal wieder besonders eilig und zieht den Beginn der Sprechstunde vor.«
»Kein Problem«, versicherte Alexa. Mit einem Blick auf die Uhr löste sie sich aus der Umarmung. »Ich muss auch gleich los.«
Ein letzter Kuss, dann verließ Dr. Stefan Frank die Wohnung. Was für ein Glück er doch hatte, dass die Praxis direkt unter den Privaträumen im Erdgeschoss der Villa lag! Das ersparte ihm viel Zeit, wovon in Zukunft auch Alexandra profitieren sollte. Wenn sie von der Arbeit zurückkam, wäre alles blitzblank und er würde mit dem Essen auf sie warten. Die Abende sollten nur ihnen alleine gehören. Was für ein wunderbarer Gedanke! Leichtfüßig sprang er die Treppe hinunter und meldete sich bei seinen Helferinnen zum Dienst zurück.
***
Alexandra sah ihrem Liebsten nach, bis die Wohnungstür hinter ihm ins Schloss fiel. Der heitere Gesichtsausdruck verschwand. Endlich konnte sie sich so geben, wie sie sich fühlte. Nicht, dass sie ihrem Freund etwas vormachen wollte. Ehrlichkeit war eine der Grundsäulen ihrer Beziehung. Und doch versteckte sie ihre Schwäche vor ihm, allerdings aus einem selbstlosen Grund: Sie wollte nicht, dass er sich Sorgen um sie machte.
Natürlich freute sich Alexandra sehr auf den Umzug. Doch wenn sie ehrlich gewesen wäre, hätte sie zugeben müssen, dass sie den Aufwand unterschätzt hatte. Langsam, aber sicher machte sich der physische Stress der vergangenen Wochen bemerkbar. Neben der Organisation des Umzugs hatte Alexandra auch in der Augenarztpraxis alle Hände voll zu tun. Ihre Freundin und Partnerin Hanna Braun nahm ihr zwar so viele Patienten wie möglich ab. Doch Notfälle und akute Erkrankungen sorgten immer wieder für Überstunden.
Aber auch die Psyche spielte ihr einen Streich. Bei den Ausräumarbeiten stolperte Alexa immer wieder über Erinnerungen an ihre ältere Schwester Karen, die vor ein paar Jahren an Krebs erkrankt und schließlich gestorben war. Immer wieder ertappte sich Alexa dabei, durch Fotokisten zu stöbern, minutenlang in die Betrachtung eines Bildes zu versinken, in die Vergangenheit zurückzureisen, Karens Lachen wieder zu hören und ihre geliebte Stimme.
Jedes Mal war das Erwachen schmerzhaft, zumal in dieser schwersten Zeit ihres Lebens auch noch Alexandras Beziehung zerbrochen war. Sicher, so etwas würde ihr mit Stefan niemals passieren. Trotzdem kämpfte sie hin und wieder mit einer diffusen Angst. Ihn zu verlieren wäre schlimmer als alles, was sie bisher durchlitten hatte.
So nahm es kein Wunder, dass sich aus einem leichten Schnupfen eine Nasennebenhöhlenentzündung entwickelte, die schnell chronisch geworden war. Doch wann immer sich Stefan nach ihrem Gesundheitszustand erkundigte, winkte Alexandra ab. Auf keinen Fall sollte er sich Sorgen machen oder den Umzug war verschieben.
»Man ändert keinen Plan ohne triftigen Grund!« Das war Alexandras Leitspruch. Und eine läppische Nebenhöhlenentzündung und die damit verbundenen Kopfschmerzen waren noch lange kein Grund, um Pläne über den Haufen zu werfen.
»Nach dem Umzug habe ich alle Zeit der Welt, mich zu erholen«, sagte Alexa an diesem frühen Nachmittag zu ihrer Partnerin Helene, die eine Schachtel Antibiotikum auf dem Schreibtisch ihrer Freundin entdeckt hatte. Nachdenklich studierte Helene den Aufdruck auf der Schachtel.
»Sag bloß, der HNO-Kollege hat dir dieses Präparat verordnet?«
Alexa lächelte verlegen und starrte in den Computermonitor.
»Ehrlich gesagt stammt dieses Mittel aus unseren Restbeständen«, gestand sie beiläufig. »Ich dachte, das passt eigentlich ganz gut.«
Unwillig schüttelte Helene den Kopf.
»Dir ist schon bewusst, dass dieser Wirkstoff nur dann angewendet wird, wenn andere Antibiotika wirkungslos sind? Die Nebenwirkungen können erheblich sein.«
»Wir hatten nichts anderes da«, erwiderte Alexandra heftiger als beabsichtigt. »Außerdem ist die Schachtel fast leer. Bis jetzt ist nichts passiert. Und die Schmerzen werden auch besser.« Sie rang sich ein Lächeln ab und schickte Helene einen Luftkuss. »Lieb von dir, dass du dir Sorgen machst. Aber das ist wirklich nicht nötig.« Sie tippte einen Befund in den Computer ein, speicherte ihre Eingabe und schloss das Programm.
»Lass uns lieber über den Umzug reden. Glaubst du wirklich, dass die Umzugskisten in deinen Kofferraum passen?«
Aus Erfahrung wusste Helene, dass Alexandra ausgesprochen stur sein konnte. Nur deshalb ließ sie sich auf den Themenwechsel ein, wenn auch nur äußerst widerwillig.
»Alle kriege ich natürlich nicht rein. Aber wollten Uli und Ruth nicht einen Anhänger mieten? Darin ist bestimmt noch Platz. So viele Möbel nimmst du ja nicht mit.«
Uli und Ruth Waldner! Beim Klang dieser Namen wurde Alexandras Herz warm. Mit Stefan Frank hatte sie nicht nur eine einzigartige Liebe, sondern auch neue Freunde gefunden, die ihresgleichen suchten. Schon das erste Kennenlernen hatte sich angefühlt, als ob sie sich seit Jahren kannten. Das war beileibe keine Selbstverständlichkeit und für Stefan ein weiteres Zeichen, wie gut Alexandra zu ihm passte.
Er selbst war seit dem Studium mit Ulrich Waldner befreundet. Auch wenn der Kontakt nie ganz abgerissen war, hatten sich ihre Wege danach für eine Weile getrennt, bis Ulrich sich den Traum einer eigenen Klinik erfüllt und Stefan Frank Belegbetten angeboten hatte.
Die tägliche Stippvisite in der Waldner-Klinik gehörten für Stefan Frank inzwischen ebenso zur Tagesordnung wie die Besuche bei seinem Freund. Die beiden Männer schätzten nicht nur den fachlichen, sondern auch den privaten Austausch. Nicht selten endeten diese Gespräche bei einem Glas Wein in der Penthouse-Wohnung der Waldners im siebten Stock der Klinik. Erst kürzlich hatten die vier Freunde wieder einmal zusammen gekocht und sich dabei über den bevorstehenden Umzug unterhalten.
»Erde an Alexa! Erde an Alexa!«
Alexandra zuckte zusammen und bemerkte Helenes kritischen Blick.
»Was ist denn mit dir los? Du warst ja völlig weggetreten.«
Verwirrt strich sich Alexa eine Strähne aus dem Gesicht.
»Ich war gerade mit den Gedanken woanders.« Sie schüttelte sich wie ein nasser Hund und zwang sich ein Lächeln auf das Gesicht.
Diesmal erwiderte Helene das Lächeln nicht. Ein paar Falten runzelten ihre Stirn.
»Das habe ich gemerkt. Bist du sicher, dass alles in Ordnung ist?« Sie warf einen Blick auf den Terminkalender. »Wenn du willst, übernehme ich deine Patienten heute Nachmittag. Dann kannst du schon mal nach Hause gehen.«
»Nein, nein. Es ist alles in Ordnung. Wirklich!«, versicherte Alexa.
Vorsichtshalber wich sie Helenes Blick aus. Ihre Partnerin hätte die Lüge sofort erkannt. Aber auch so spürte ihr schlechtes Gewissen, dass die Augen ihrer Freundin ein Loch ihn ihren Rücken brannten.
***
»Wir sehen uns dann morgen um acht Uhr in der Klinik, um alles weitere zu besprechen.« Auf dem Weg zum Tresen sprach Dr. Frank besonders laut und deutlich.
Doch es nützte nichts. Wie schon während der Untersuchung gestaltete sich die Unterhaltung mit seinem Patienten Johannes Lahm schwierig.
Mitten im Flur blieb der Mittvierziger stehen und starrte seinen Arzt verwundert an.
»Ich soll den Arzt bestechen?«, fragte er so laut, dass die Patienten im Wartezimmer die Ohren spitzten.
»Nein, natürlich nicht«, entgegnete Dr. Frank genauso laut. »Morgen früh in der Klinik sage ich Ihnen noch einmal genau, was auf Sie zukommt.«
Johannes Lahm war anzusehen, dass er schon wieder nachhaken wollte. Doch Marie-Luise Flanitzer war schneller. Sie notierte den Termin auf einem Stück Papier und schrieb eine Erklärung dazu.
Die Miene des Patienten erhellte sich.
»Warum haben Sie das denn nicht gleich gesagt, Herr Doktor Frank. Dann bis morgen früh.« Er lachte dröhnend, ehe er sich verabschiedete und die Praxis mit vorsichtigen Schritten verlassen wollte.
Dr. Frank sah sich nach seiner Arzthelferin um. »Marie-Luise?«
Auch ohne weitere Erklärung wusste sie, was ihr Chef von ihr verlangte. Sie erhob sich und reichte Johannes Lahm ihren Arm. Schwindel und Schwerhörigkeit machten ihm seit Kurzem das Leben schwer. Der Termin in der Klinik sollte den Verdacht auf Durchblutungsstörungen und Stoffwechselprobleme bestätigen und die Ursachen nach Möglichkeit behoben werden.
»Kommen Sie, Herr Lahm. Ich helfe Ihnen. Werden Sie abgeholt?«
Ihre Stimme schien eine besondere Wirkung auf den Patienten zu haben. Zumindest verstand er sie problemlos und bejahte ihre Frage ohne Zögern.
Die Tür fiel hinter den beiden ins Schloss. Darauf hatte Schwester Martha nur gewartet.
»Sind Se sicher, dat der Herr Lahm eine Behandlung in der Klinik braucht?«, raunte sie ihrem Chef augenzwinkernd zu. »Oder vielleicht doch nur die Aufmerksamkeit einer hübschen, jungen Frau?«
Stefan Frank lachte noch, als Marie-Luise in die Praxis zurückkehrte. Die steile Falte auf ihrer Stirn war nicht zu übersehen. Schwester Martha schnalzte mit der Zunge.
»Der gute Herr Lahm ist dir doch hoffentlich nicht zu nahegetreten?«, fragte sie kritisch.
»Nein, nein, natürlich nicht«, versicherte Marie-Luise schnell. »Aber draußen gibt es ein Problem.« Sie winkte ihren Chef mit sich.
Dr. Frank warf einen Blick hinüber zum Wartezimmer. Doch Schwester Martha wedelte mit der Hand, als wollte sie eine lästige Fliege verscheuchen.
»Gehen Se nur. Darum kümmere ick mich schon. So lange wird es draußen ja nicht dauern.« Ahnungsvoll sah sie hinüber zum Fenster.
Draußen sah es alles andere als gemütlich aus. Nach ein paar herrlichen Frühlingstagen türmten sich Wolken am stahlgrauen Himmel. Gänseblümchen und Löwenzahn hatten die Köpfe geschlossen, Vögel suchten Schutz in den Gartensträuchern.
Dr. Frank hatte die Tür kaum geöffnet, als der Wind auch schon an seinem Kittel zerrte und Marie-Luises Pferdeschwanz tanzen ließ. Wie Schneeflocken stoben Apfelblüten durch die Frühlingsluft.
»Wo ist das Problem?«, wollte Dr. Frank gerade fragen, als er die Antwort auch schon fand.
Viele kleine Stücke Holz lagen verstreut neben der Villa im Gras.
»Woher kommt das denn?«, wandte er sich an seine Assistentin.
Marie-Luise deutete nach oben.
»Der Wind hat sie herunter geblasen.«
Dr. Franks Blick folgte ihrem Fingerzeig. Auf den ersten Blick erkannte er das Dilemma.
»Der Schneefangbalken!« Im Zuge des anstehenden Umzugs hatte er das Haus nicht nur innen, sondern auch außen einer gründlichen Inspektion unterzogen. Alexandra sollte keinen Grund zu Klagen haben. Doch das Dach hatte er bei seiner Begutachtung völlig vergessen.
»Meine Eltern hatten dasselbe Problem«, berichtete Marie-Luise und schloss schnell die Praxistür wieder hinter sich. »Deshalb wusste ich sofort, dass das Holz nur von einem morschen Balken stammen kann.«
»Er muss dringend ersetzt werden.«
»Zum Glück liegen die Balken auf den Gartenseiten und nicht über dem Eingang. Wenn es heute Nachmittag zwischendurch ein bisschen ruhiger ist, rufe ich ein paar Zimmereien an«, versprach Marie-Luise und kehrte an ihren Arbeitsplatz hinter dem Tresen zurück.
»Trotzdem muss das so schnell wie möglich repariert werden.«
»Ich tue, was ich kann!«, wiederholte Marie-Luise ihr Versprechen.
Zwar wusste sie aus der Erfahrung mit ihren Eltern, dass das nicht einfach werden würde. Aber für ihren verehrten Chef nahm sie gerne jede Herausforderung an.
***
»Hast du eigentlich einen Parkplatz vor dem Haus reserviert?«, fragte Maja Steinbach ihren Freund und stopfte einen Stapel bunt gemusterter Handtücher in eine Umzugskiste.
»Wozu? Da findet sich schon einer«, erwiderte Benjamin.
»Deinen Optimismus möchte ich haben.«
