Dr. Stefan Frank 2655 - Stefan Frank - E-Book

Dr. Stefan Frank 2655 E-Book

Stefan Frank

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Beschreibung

Alexander Jahnstein ist jung, lebensfroh, bei den Frauen beliebt und ein regelrechter Sportfanatiker. Von Freeclimbing bis Fallschirmspringen lässt er keine Gelegenheit aus, um sich zu beweisen und den ganz großen Kick zu erfahren. Als sein Freund Christoph ihn zu einem gefährlichen Wingsuitrennen herausfordert, kann Alex nicht anders, als einzuwilligen. Die Sucht nach dem Adrenalinkick ist zu groß!
Die beiden Männer wollen unter einer knapp über dem Wasser hängenden Stahlbrücke hindurchfliegen. Doch dann kommt alles anders: Die Wetterbedingungen sind nicht optimal, und Alexander wird von seiner Flugbahn abgetrieben, prallt mit voller Wucht gegen den Brückenpfeiler und stürzt bewusstlos ins Wasser. Schwer verletzt wird er in die Notaufnahme der Waldner-Klinik gebracht. Sein Leben kann knapp gerettet werden, doch nach dem Aufwachen folgt der große Schock: Alexander ist ab der Hüfte querschnittsgelähmt und kann seine Beine nicht mehr bewegen ...


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Seitenzahl: 124

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Inhalt

Cover

Du machst die Tage wieder lebenswert

Vorschau

Impressum

Du machst die Tage wieder lebenswert

Arztroman um eine besondere Liebesgeschichte

Alexander Jahnstein ist jung, lebensfroh, bei den Frauen beliebt und ein regelrechter Sportfanatiker. Von Freeclimbing bis Fallschirmspringen lässt er keine Gelegenheit aus, um sich zu beweisen und den ganz großen Kick zu erfahren. Als sein Freund Christoph ihn zu einem gefährlichen Wingsuitrennen herausfordert, kann Alex nicht anders, als einzuwilligen. Die Sucht nach dem Adrenalinkick ist zu groß!

Die beiden Männer wollen unter einer knapp über dem Wasser hängenden Stahlbrücke hindurchfliegen. Doch dann kommt alles anders: Die Wetterbedingungen sind nicht optimal, und Alexander wird von seiner Flugbahn abgetrieben, prallt mit voller Wucht gegen den Brückenpfeiler und stürzt bewusstlos ins Wasser. Schwer verletzt wird er in die Notaufnahme der Waldner-Klinik gebracht. Sein Leben kann knapp gerettet werden, doch nach dem Aufwachen folgt der große Schock: Alexander ist ab der Hüfte querschnittsgelähmt und kann seine Beine nicht mehr bewegen ...

Alexander Jahnstein fiel ins Bodenlose und drehte sich ein paarmal in der Luft, bis er an Stabilität gewann und wieder Herr über seine Bewegungen wurde. Er fühlte sich so lebendig wie niemals zuvor, während die Schwerkraft seinen Körper gen Erde drückte. Der junge Mann wartete ab, bis der perfekte Moment gekommen war, um den Schirm zu öffnen. Im Augenblick wollte er nur eines: frei sein und fliegen, einzig getragen von den Luftmassen unter seinem Körper.

»Jetzt, Alex!«, rief sein Freund Christoph Martens gegen den tosenden Wind an, als er in reichlich Abstand zu ihm aufschloss. »Nun mach schon!«

Doch Alex war noch nicht bereit, seinen Adrenalinschub zu stoppen. Er wollte mehr. Schneller, weiter, höher – das war seine Devise. Bis zur letzten Sekunde nutzte er den freien Sturz aus dreitausend Metern Höhe aus, bis ihm keine andere Wahl blieb, als die Leine zu ziehen und den Schirm zu entfalten. Jener verlangsamte ihn mit einem kräftigen Ruck. Nun schwebte Alex gemächlich dahin. Sein rasanter, adrenalingeladener Fall war mit einem Mal vorüber.

Er steuerte geschickt auf eine große Wiese, ihren Übungsplatz, zu. Von hier aus hatte sich die kleine Maschine vor gerade einmal zwanzig Minuten mit ihnen in die Lüfte erhoben. Alex landete problemlos im weichen Gras. Christoph folgte kurz darauf mit einem Holpern, doch auch er hielt sich auf den Beinen.

»Sag mal, hast du mich etwa nicht gehört?«, wollte Alex' gleichaltriger blonder Freund wissen. Empörung schwang in seiner Stimme mit. »Das war dermaßen riskant! Du wärst beinahe gestürzt!«

Sie sammelten ihre weit ausgebreiteten bunten Fallschirme wie gewohnt ein, während sie sich unterhielten. Alex fuhr sich durch das kurzgeschnittene braune Haar und lächelte siegessicher.

»Ich habe unsere Wette gewonnen.«

Christophs Miene zeugte von Bestürzung.

»Du hättest dabei sterben können, Alex! Und alles, woran du nun denkst, ist unsere alberne Wette?«

»Du erinnerst dich noch an den Einsatz?«

Christoph verdrehte seine dunkelblauen Augen. Ein langgezogener Seufzer drang aus seinem Mund.

»Na schön, du darfst Karen vor mir treffen. Aber nur dieses eine Mal, danach versuche ich es bei ihr. Ich dachte, Rothaarige sind nicht so dein Fall.«

»Alle hübschen Frauen sind mein Fall, das weißt du doch. Du hättest mir eben nicht die viel zu attraktive Kollegin deiner Schwester vorstellen dürfen. Ich konnte gar nicht anders, nachdem ich sie gesehen habe«, erwiderte Alex.

Das zaghafte Lächeln verbreiterte sich zu einem schelmischen Grinsen. Er liebte es, zu gewinnen. Und für einen Sieg sowie ein Date mit einer schönen jungen Frau würde er bis an seine Grenzen und darüber hinaus gehen.

Nicht ausschließlich, um anderen zu zeigen, wie stark und mutig er war, sondern vielmehr, um sich selbst etwas zu beweisen. Alex brauchte den Kick, seitdem er mit zwölf Jahren zum ersten Mal aus einem Flugzeug gesprungen war. Damals war sein Vater Achim eng an seiner Seite gewesen, der ihn bis heute in allen sportlichen Belangen unterstützte. Von dem gemeinsamen Tandemsprung zeugte ein Foto der beiden mitten im Fall. Die Männer der Familie Jahnstein lachten darauf ausgelassen in die Kamera. Es war einer von Alex' schönsten und glücklichsten Tagen gewesen, erinnerte er sich, sobald er das gerahmte Bild in seiner Wohnung betrachtete. Und der Beginn einer Reihe von Extremsportarten, die ihresgleichen suchten.

»Lust, auf den Schrecken ein Bier im Barney's zu heben? Also, ich brauche auf jeden Fall eines.«

»Ich habe leider keine Zeit mehr«, verneinte Alex zerknirscht und warf einen schnellen Blick auf die moderne Digitaluhr an seinem Handgelenk. »Achim erwartet mich zum Einzeltraining.«

»Wieso nennst du deinen Vater ständig beim Vornamen? Du bist immerhin sein Fleisch und Blut.«

»Wäre dir Coach Jahnstein lieber? Er legt großen Wert darauf, mich wie jeden anderen in der Mannschaft zu behandeln. Junior hin oder her. Sei froh drüber, so wirst auch du nicht vernachlässigt, Mister Ich-hau-den-Ball-ins-Aus.«

Christoph schlug spielerisch nach seinem lachenden Kumpel, doch der war schneller und wich ihm elegant aus.

»Es kann nicht jeder gleich Kapitän der Volleyballmannschaft mit Aussicht auf Olympia sein. Ich mache lieber kleine, aber feste Schritte im Gegensatz zu dir. Beeil dich besser, ehe Papi noch sauer wird«, feixte Christoph und winkte seinem Mannschaftskollegen.

Noch im Weggehen schlüpfte Alex aus seinem knallroten Sprunganzug. Christoph sah seinem ehemaligen Klassenkameraden bedrückt hinterher.

Irgendwann bringt dich dein Wagemut noch ins Grab, dachte er bekümmert.

***

»Schneller!«, befahl Achim Jahnstein harsch, und sein Sohn verdoppelte die Geschwindigkeit, während er einen Schmetterball nach dem anderen in Richtung der gegnerischen Hälfte schlug. Mit einem Smash über das Netz erzielte er die imaginären Punkte. Kaum ein Ball landete im Aus. Alex schwitzte und schnaufte, doch das harte Training gefiel ihm.

»Noch schneller!« rief Achim und warf ihm die Volleybälle in immer kürzeren Abständen und immer schwierigeren Winkeln zu.

Alex musste achtgeben, alle von ihnen zu erwischen. Sein Vater jagte ihn, ähnlich dem Badmintonsport, von einer Seite des Spielfeldes zur anderen. Offenbar war Coach Jahnstein zufrieden, denn er ließ schließlich ab und lächelte sogar.

»Besser als letztes Mal?«, wollte Alex außer Atem wissen und tupfte sich Gesicht und Nacken mit einem Handtuch trocken.

»Bei Weitem, mein Junge«, lobte Achim, nur um gleich darauf erneut Druck auszuüben. Alex kannte seinen Vater nicht anders, doch er hatte sich daran gewöhnt, immer ein Ziel vor Augen zu sehen. »Zu den Olympischen Spielen ist es noch ein steiniger Weg, aber du bist ohnehin innerhalb der Mannschaft besser. Was könnte ein einzelner Volleyballspieler schon ausrichten?«

Alex lächelte erschöpft, aber glücklich. »Nicht besonders viel.«

»Ich habe das Mannschaftstraining auf morgen, dreizehn Uhr vorverschoben und rechne mit deiner Anwesenheit.«

»Oh, das tut mir leid. Ich bin verabredet«, erwiderte Alex.

»Dann wirst du diese Verabredung am besten verschieben. Du willst doch, genauso wie ich, das Ziel nicht aus den Augen verlieren. In den Kader der Nationalmannschaft kommen nur die besten Spieler des Landes. Wir haben so hart dafür gekämpft, Alex. Lass dich in der heißen Phase jetzt bloß nicht hängen! Und dann auch noch wegen eines Mädchens!«

Achims Stimme war mit jedem Wort eindringlicher geworden. Ein Schnauben beendete seinen Redeschwall.

»Ich habe nie gesagt, dass ich mich mit einer Frau treffe.«

Sein Vater trat näher und legte eine Hand in Alex' Nacken, um ihn nah an sein sonnengebräuntes Gesicht zu ziehen. Alex sah, dass das hellbraune kurze Haar des Mannes mittlerweile dünner wurde. Ob es bei ihm später auch so wäre? Immerhin sahen sich die beiden verblüffend ähnlich mit ihren haselnussbraunen Augen und den langen Wimpern, ihrem verschmitzten Lächeln und der schlanken, drahtigen Statur.

»Du weißt, was hier auf dem Spiel steht. Versau es nicht für irgendein Mädchen, das du sowieso im nächsten Jahr nicht mehr siehst. Wenn du erst bei den Spielen bist, hält dich nichts und niemand mehr auf.«

Alex nickte zur Antwort. Sein Kiefer spannte sich merklich an. Doch Achim hatte recht. Sie verfolgten einen gemeinsamen Traum, und es hatte lange nicht mehr so ein erfolgreiches Trainer-Spieler-Gespann wie sie beide gegeben.

»Ich sage ihr ab«, log er, um Achim zu beruhigen.

Natürlich würde Alex zu dieser Verabredung gehen. Dafür hatte er sich immerhin einen Wettkampf mit Christoph geliefert. Er musste lediglich dafür Sorge tragen, dass Karen sich nicht versetzt fühlte, wenn er ihr Treffen um ein paar Stunden nach hinten verschob. Doch Alex war ein Meister der Überredungskunst. Niemand konnte ihm lange böse sein, erst recht keine Frau.

***

Dr. Eva Körner nutzte die kurze freie Zeit, um Papierkram zu erledigen, der sich auf ihrem Schreibtisch angehäuft hatte. Als Leiterin der Notaufnahme in der renommierten Waldner-Klinik blieb kaum eine ruhige Minute, um sich anderen Dingen zu widmen als Rippenbrüchen, Schädeltraumen und inneren Blutungen. Ihr Alltag war geprägt von Freud und Leid ihrer Patienten. Ein Knochenjob, den sie dank ihres hart arbeitenden Teams bewältigen konnte. Eva war froh, Teil einer Gruppe von Menschen zu sein, die sich allesamt genauso sehr wie sie dem Wohlbefinden von anderen gewidmet hatte.

»Lust auf ein Abendessen mit Alexandra und mir?«, fragte ihr guter Freund Dr. Stefan Frank, als er den Kopf durch die Tür steckte. »Ich war gerade sowieso hier, um nach den Belegbetten zu schauen. Jetzt mache ich Feierabend in der Praxis. Meine beiden Arzthelferinnen durften auch schon nach Hause gehen.«

»Manchmal beneide ich dich um deinen geregelten Arbeitstag«, meinte die Unfallchirurgin milde lächelnd. »Aber wie du siehst, ist bei mir gerade das größte Chaos ausgebrochen.«

Sie deutete auf einen unordentlichen Stapel Papier vor sich.

Stefan trat näher und runzelte seine Stirn besorgt.

»Kann ich dir vielleicht behilflich sein? Du weißt, dass ich meine Unterlagen auch selbst erledige, wenn Martha mal keine Zeit hat.«

»Normalerweise schon, aber ich blicke selbst noch nicht durch. Rechnungen, Befunde, Akten ... alles völlig durcheinander.«

»Ist hier ein Meteorit eingeschlagen?«, lachte der Allgemeinmediziner auf. »Oder was hat es damit auf sich?«

Dr. Körner seufzte und ließ sich erschöpft an die Stuhllehne zurückfallen. Daraufhin rieb sie sich ihre müden Augen.

»Ach, die Klinik hat vor Kurzem bloß versucht, jemanden dafür zu begeistern. Leider hat sich dieser jemand wohl auf seinen Allerwertesten gesetzt und die Beine hochgelegt, statt zu arbeiten. Wir Ärzte können nun selbst das Tohuwabohu beseitigen, das er hinterlassen hat.«

»Ich nehme an, derjenige ist nicht mehr hier tätig?«

»Richtig geraten. Ulrich hat sich nicht zweimal lumpen lassen. Ich nutze die wenige Zeit, die mir bleibt, um das hier zu ordnen, zu bearbeiten und abzuheften.«

»Ich dachte, ihr arbeitet inzwischen ausschließlich mit den Tablets.«

»Normalerweise schon, aber nicht immer. Ulrich möchte allerdings, dass wir unsere Informationen in Zukunft komplett aus den elektronischen Daten beziehen. Bis dahin müssen die Akten, die du jetzt gerade vor dir siehst, alle noch erfasst werden.«

Stefan trat näher und legte eine Hand beruhigend auf Evas Schulter.

»Ich helfe dir gerne. Stell mir ein paar Ablagen bereit, und ich ordne alles einmal thematisch und nach Datum vor. Wäre dir das als Hilfe recht?«

Eva lächelte aufrichtig. Auf jemanden wie Stefan Frank war immer Verlass.

»Alexandra wird dich sicher zu Hause mit dem Essen erwarten. Und ich möchte dieser umwerfenden, herzlichen Frau ungern ihren Freund vorenthalten. Es würde genügen, wenn du mir morgen und übermorgen für ein paar Stunden aushilfst. Du wirst ja eh nicht lockerlassen, so wie ich dich kenne.«

»Sehr gerne, Eva. Ich hole dir einen starken Kaffee aus dem Automaten, bevor ich gehe. Du siehst heute ganz und gar nicht gut aus.«

Aus seinem Mund klang nichts davon vorwurfsvoll, vielmehr ehrlich besorgt. Eva war froh über einen Freund wie Stefan Frank, dem sie nichts vorspielen musste.

***

Karen Liemann hatte sich extra für Alex herausgeputzt. Der Mann hielt sich mit seinem Gewinnerlächeln lieber zurück. Wenn sie noch wütend auf ihn war, hätte sie sich nicht in Schale geschmissen, und dann auch noch in solch ein hautenges, kurzes Kleid gezwängt.

»Du siehst zauberhaft aus«, lobte er überschwänglich und küsste sie zur Begrüßung auf beide Wangen.

»Es wurde auch Zeit, dass du auftauchst«, entgegnete die hübsche Rothaarige schnippisch. »Ich warte bereits seit einer Viertelstunde.«

Sie trug edlen Schmuck auf ihrem ausufernden Dekolleté, das sofort Alex' Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Ihre Haare fielen ihr in großen, voluminösen Locken auf beide Schultern, und sie blitzte ihn aus giftigen grünen Augen an. Die rotgeschminkten Lippen fand Alex tatsächlich etwas übertrieben für ein romantisches Picknick im Park. Karen schien so ganz und gar nicht der sportliche, legere Typ zu sein, doch der erste Eindruck täuschte meistens. Bei ihrer ersten kurzen Begegnung hatte sie zumindest weniger aufgedonnert und etwas natürlicher gewirkt.

»Verzeih mir, aber du weißt, dass ich noch beim Training war. Mein Vater lässt keine Widerrede zu, was das betrifft.«

Alex spielte mit einer ihrer Locken. Er sah, dass ihr Widerstand im selben Augenblick dahinschmolz.

»Du hättest dich wenigstens für mich durchsetzen können. Immerhin ist es unser erstes Date. Der doofe Sport kann da mal warten.« Sie zog eine Schnute.

Alex nahm sie an der Hand und hielt den Korb in seiner anderen vielversprechend hoch.

»Ich weiß, was dich wieder aufmuntert. Außerdem ist das warme Wetter perfekt für ein schönes Picknick zu zweit. Kein Trainer, keine Kollegen, keine Ausflüchte. Versprochen.«

»Na schön. Ich hoffe, du hast an den Champagner gedacht«, erwiderte Karen und lächelte endlich wieder.

»Das war sogar das Erste, was im Korb gelandet ist. Lass dich überraschen.«

Sie genossen den restlichen Nachmittag bei prickelndem Alkohol und leckeren Erdbeeren mit Sahne. Alex' Geheimrezept bei seinen vielen Verabredungen war, eine offensichtliche Masche nicht als solche zu präsentieren. Die Frauen mochten die offene und lustige Art des attraktiven Mannes Ende zwanzig. Dabei vergaßen sie offenbar all ihre Vorsätze. Er strahlte aus seinen braunen, warmen Augen, lächelte viel und hörte ihnen zu. Alex war jemand, der am Leben der anderen teilnahm, ohne sein eigentliches Ziel aus den Augen zu verlieren.

Und auch Karen fand sich direkt am selben Abend in seinen Laken wieder. Sie war eine von vielen, obwohl Alex schon länger mit dem Gedanken spielte, endlich eine feste Freundin zu finden.

Sein Vater war da anderer Meinung. Frauen lenkten Sportler ab, machten sie gefügig und schwach. Vielleicht sprach er aus eigener Erfahrung. Durch seine Familiengründung und eine Pause von mehreren Jahren nach Alex' Geburt konnte Achim Jahnstein niemals mehr an die alten Erfolge anknüpfen. Er hatte den Einzug in die Nationalmannschaft der Volleyballer nur knapp verpasst und damit die Weltmeisterschaft, auf die er sich so lange und mühselig vorbereitet hatte. Zudem ging die Ehe mit Alex' Mutter Margit nach kurzer Zeit auseinander. Seitdem konzentrierte er sich auf das Training junger Talente und legte all sein Herzblut hinein.

»Machst du mir Frühstück?«, hauchte Karen leise gähnend und streckte sich lasziv unter der Decke, die sich perfekt an ihre attraktiven Kurven anschmiegte. Darunter trug sie nichts. »Ich habe Hunger.«

»Du kannst dir einen Latte macchiato machen, wenn du magst. Ein paar frische Croissants liegen im Brotkorb bereit.« Alex war bereits dabei, sich anzukleiden. Die Universitätsvorlesung wartete nicht auf ihn. Er musste sich beeilen. »Zieh die Tür bitte hinter dir zu, wenn du gehst. Ich melde mich bei dir.«