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Juwelierin Lucy und Physiotherapeut Adrian Frohsinn verbindet das, was man eine Sandkastenliebe nennt, sie sind das Traumpaar schlechthin. Sie kennen sich schon ewig, ihre Hochzeit war eine Selbstverständlichkeit, die niemanden überraschte. Wohin die beiden auch gehen, erregen sie alleine durch ihre Ausstrahlung Aufsehen. Jeder ist heimlich neidisch über diese augenscheinliche Harmonie. Doch keiner weiß, dass Lucy schon so lange vergeblich auf Nachwuchs wartet. Die schöne Fassade beginnt mehr und mehr zu bröckeln. Lucy wird immer unzufriedener, Adrian verbringt immer mehr Zeit außer Haus, und die Ehe leidet.
In dieser Zeit kommt ein Regisseur zur Behandlung in Adrians Physiotherapie-Praxis. Der Regisseur ist so angetan von seiner Persönlichkeit, dass er ihm eine kleine Rolle anbietet. Adrian willigt kurzerhand ein. So rutscht er ins Filmgeschäft und erhält immer bessere Angebot. Das Ehepaar hingegen entfremdet sich immer mehr. Zwar macht Adrian noch die Kinderwunschbehandlung mit, die Dr. Frank dem Ehepaar empfohlen hat, konzentriert sich aber mehr auf seine Karriere als Filmstar - sehr zum Entsetzen seiner Frau. Kurz nachdem Adrian eine erfolgsversprechende Rolle angenommen hat, passiert das Unglück: Seine geliebte Schwester und dessen Ehemann verunglücken tödlich. Zurück bleibt die fünfjährige Romy, die nun Waise ist. Lucy will das Mädchen adoptieren, doch Adrian zögert ...
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Seitenzahl: 124
Veröffentlichungsjahr: 2022
Cover
Die Rolle seines Lebens
Vorschau
Impressum
Die Rolle seines Lebens
Ist am Höhepunkt seiner Karriere plötzlich alles vorbei?
Juwelierin Lucy und Physiotherapeut Adrian Frohsinn verbindet das, was man eine Sandkastenliebe nennt, sie sind das Traumpaar schlechthin. Sie kennen sich schon ewig, ihre Hochzeit war eine Selbstverständlichkeit, die niemanden überraschte. Wohin die beiden auch gehen, erregen sie alleine durch ihre Ausstrahlung Aufsehen. Jeder ist heimlich neidisch über diese augenscheinliche Harmonie. Doch keiner weiß, dass Lucy schon so lange vergeblich auf Nachwuchs wartet. Die schöne Fassade beginnt mehr und mehr zu bröckeln. Lucy wird immer unzufriedener, Adrian verbringt immer mehr Zeit außer Haus, und die Ehe leidet.
In dieser Zeit kommt ein Regisseur zur Behandlung in Adrians Physiotherapie-Praxis. Der Regisseur ist so angetan von seiner Persönlichkeit, dass er ihm eine kleine Rolle anbietet. Adrian willigt kurzerhand ein. So rutscht er ins Filmgeschäft und erhält immer bessere Angebot. Das Ehepaar hingegen entfremdet sich immer mehr. Zwar macht Adrian noch die Kinderwunschbehandlung mit, die Dr. Frank dem Ehepaar empfohlen hat, konzentriert sich aber mehr auf seine Karriere als Filmstar – sehr zum Entsetzen seiner Frau. Kurz nachdem Adrian eine erfolgsversprechende Rolle angenommen hat, passiert das Unglück: Seine geliebte Schwester und dessen Ehemann verunglücken tödlich. Zurück bleibt die fünfjährige Romy, die nun Waise ist. Lucy will das Mädchen adoptieren, doch Adrian zögert ...
»Bedankt euch bei euch selbst für die Zeit, die ihr euch und eurem Körper geschenkt habt.« Im Schneidersitz saß die Yogalehrerin auf der Matte vor ihren Schülerinnen und Schülern. »Ich wünsche euch einen schönen Abend, kommt gut nach Hause. Namaste!« Sie faltete die Hände vor der Brust, schloss die Augen und neigte den Kopf.
»Namaste!«, erwiderten die Anwesenden im Chor.
Gleich darauf war es vorbei mit der meditativen Ruhe. Kleidung raschelte, nackte Füße tappten auf dem Boden, Yogamatten wurden eingerollt. Dazwischen erfüllten Stimmen die Luft, hier und da riss ein Lachen aus und tanzte hinauf an die Decke.
»Ich dachte immer, Yoga ist ruhig und beschaulich«, sagte Lucy zu ihrer Freundin Alexandra Schubert und wischte sich mit einem Handtuch über die heiße Stirn.
Seit sich die beiden Frauen vor ein paar Jahren im Fitnessstudio kennengelernt hatten, verband sie eine lockere Freundschaft. Sie motivierten sich gegenseitig und spornten sich an, überredeten einander, an den unterschiedlichsten Kursen teilzunehmen, die das Studio anbot. Lucy bevorzugte kraftvolle Einheiten mit Gewichten oder auf dem Stepper. Lange Zeit hatte sie sich geweigert, Alexandra in ihre geliebte Yogastunde zu begleiten. Doch schon nach dem ersten Mal hatte sie ihre Meinung geändert. »Ich spüre jeden einzelnen Muskel im Körper. Morgen habe ich bestimmt einen ausgewachsenen Muskelkater.«
»Und das war erst der Anfang«, lachte Alexa. Auf dem Weg in die Umkleide genehmigte sich die Freundin des Allgemeinmediziners Dr. Stefan Frank einen großen Schluck aus ihrer Wasserflasche. »Ich hoffe doch, dass du beim nächsten Mal auch wieder dabei bist.«
Antwort bekam sie keine. Überrascht drehte sie sich um. Lucy stand da und sah einer Sportlerin nach, die stolz ihren Babybauch unter dem engen Trikot vor sich hertrug. Alles Strahlen war aus Lucys Gesicht gewichen. Mit einem Mal wirkte sie regelrecht bekümmert.
Alexa trat zu ihrer Freundin.
»Geht es dir gut?«
Wie aus einem Traum erwacht, zuckte Lucy zusammen.
»Ja. Ja, alles bestens.«
Unschwer zu erkennen, dass das eine glatte Lüge war. Schweigend zogen sich die beiden Frauen um und verließen Seite an Seite das Studio.
So spät im Frühling war die Luft auch abends angenehm warm. Eine leichte Brise raschelte im jungen Laub der Bäume. Die Menschen nutzten die länger werdenden Tage für Spaziergänge oder einen Besuch in einer der zahlreichen Eisdielen der Stadt. An den Tischen vor den Restaurants tummelten sich die Besucher, die Stimmung war ausgelassen und heiter. Nur Lucy hatte ihr Lachen immer noch nicht wiedergefunden.
»Alles in Ordnung mit dir?« Endlich waren sie unter sich, sodass Alexa noch einmal nachhaken konnte.
Gut genug kannten sich die beiden Frauen inzwischen und auch die Männer waren sich sympathisch, wie sie bereits mehrfach bei gemeinsamen Unternehmungen festgestellt hatten. Das war auch kein Wunder! Adrian Frohsinn arbeitete als Physiotherapeut und teilte die Leidenschaft für die Medizin und die Funktionsweise des menschlichen Körpers mit Stefan Frank.
Lucy antwortete nicht sofort. Schließlich seufzte sie.
»Hast du dir eigentlich nie Kinder gewünscht?«
Die Frage kam überraschend.
»Nachwuchs gehörte tatsächlich einmal zu meinem Lebensplan«, gestand Alexa auf dem Weg zur Straßenbahn. »Aber wie heißt es so schön: Das Leben passiert, während wir andere Pläne machen. Als der Zeitpunkt augenscheinlich perfekt war und ich augenscheinlich den passenden Mann für dieses Abenteuer gefunden hatte, erkrankte meine Schwester an Krebs und brauchte meine Unterstützung. Der Traummann entpuppte sich als Egoist, meine Schwester war nicht zu retten. Kurz nach ihrem Tod ging auch die Beziehung in die Brüche.«
»Das tut mir leid.« Lucy war sichtlich erschrocken.
Zu ihrer Verwunderung lachte Alexa allerdings leise.
»Das muss es nicht. Wie schon so oft entpuppte sich das Unglück als großes Glück, zumindest was die Trennung angeht. Andernfalls hätte ich Stefan nicht kennengelernt.«
Unvorstellbar! Dieser Gedanke jagte Alexandra einen Schauer über den Rücken. Sicher, die Beziehung zu dem Allgemeinarzt war noch jung. Und doch wussten beide schon jetzt, dass sie ineinander das ganz große Glück gefunden hatten. Um jede Minute der knapp bemessenen Freizeit miteinander verbringen zu können, war Alexandra erst kürzlich zu ihrem Liebsten gezogen. Eine weise Entscheidung, das war jetzt schon klar.
Inzwischen waren Lucys Gedanken weitergewandert.
»Ehrlich gesagt kann ich keine positive Seite an unserer Kinderlosigkeit sehen«, gestand Lucy. »Zumindest im Augenblick noch nicht. Der Zeitpunkt wäre perfekt. Meine Schmuckgeschäfte laufen wie geschmiert. Ich habe Angestellte, auf die ich mich zu hundert Prozent verlassen kann, so dass auch eine Auszeit kein Problem wäre.«
»Abgesehen davon könntest du auch mit Kind als Gemmologin und Sachverständige für das Goldschmiedehandwerk tätig sein.«
»Das wäre auch nötig, weil Adrian als Physiotherapeut gerade mal so viel verdient, dass wir uns über Wasser halten könnten. Mit seinem Gehalt alleine wären keine großen Sprünge drin.«
»Wie lange versucht ihr denn schon, schwanger zu werden?«, hakte Alexandra nach.
Inzwischen hatten sie die Straßenbahnhaltestelle erreicht. Seit Lucy und Adrian in Grünwald ein schmuckes Häuschen gekauft hatten, waren die beiden Paare fast Nachbarn geworden.
»Eineinhalb Jahre«, seufzte Lucy. »Und ich werde nicht jünger. Inzwischen sind wir bei der Temperaturmethode und Ovulationsteststreifen angelangt. Heute ist es mal wieder so weit.« Lucy schnitt eine Grimasse.
»Habt ihr schon einen Arzt zu Rate gezogen?«, forschte Alexandra weiter.
»Nein. Adrian findet das alles noch nicht tragisch. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass er gar nicht so sehr darauf brennt, Vater zu werden. Aber er hat es ja auch leichter. Immerhin ist er fünf Jahre jünger als ich.«
Dieses Argument war nicht von der Hand zu weisen.
»Warum stattest du Stefan nicht mal einen Besuch ab?«, bot Alexa spontan an. »Sicher, er ist kein Gynäkologe, kennt sich als Geburtshelfer aber gut in solchen Dingen aus.«
Lucy wiegte den Kopf.
»Eine unverbindliche Beratung ist eine gute Idee«, stimmte sie ihrer Freundin zu. »Aber wer weiß, vielleicht brauche ich nach diesem Abend keinen Rat mehr.«
Endlich blitzten ihre Augen wieder und sogar ein Lächeln spielte um ihre Lippen.
***
»Sie haben so starke Hände wie ein junger Gott«, seufzte die Patientin, als sie sich von der Behandlungsliege erhob. Ihr Blick verriet, dass das nicht das Einzige war, was sie an ihrem Physiotherapeuten bewunderte. »Ihre Frau ist beneidenswert. Einen Privatmasseur hätte ich auch gerne zu Hause.«
»Vielen Dank für die Blumen.« Adrian Frohsinn rang sich ein Lächeln ab. Er wusste nicht, wie oft er diese oder ähnliche Bemerkungen schon gehört hatte. »Ich gebe Ihnen gerne die Nummer meiner Frau. Ihre schöne Vorstellung wird Lucy zum Lachen bringen.« Er begleitete die Patientin zur Tür und verabschiedete sich.
Endlich Feierabend!
Als er sich selbst bei diesem Gedanken erwischte, wurde Adrian stutzig. Was war nur los mit ihm? Er liebte seinen Beruf, lebte mit seiner wunderschönen und obendrein klugen Frau Lucy in einer Jugendstilvilla, von der er früher noch nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Lucy verstand sich blendend mit Adrians Lieblingsschwester Anja und ihrer kleinen Familie. Darüber hinaus hatten sie einen großen Freundes- und einen noch größeren Bekanntenkreis. Wo immer sie gemeinsam auftauchten, ging ein Raunen durch die Gesellschaft.
Adrian wusste: Sein Leben war rundherum perfekt. Und doch hatte er in letzter Zeit immer wieder das Gefühl, das irgendetwas nicht stimmte. Wie feiner Sand in einem Getriebe knirschte etwas im Rad seines Lebens. Aber wo? Und was?
Wie jeden Abend, wenn das Wetter es erlaubte, setzte er den Helm auf und schwang sich auf sein Fahrrad.
»Dir geht es einfach zu gut.« Der Fahrtwind trug die Worte aus seinem Mund. »Und jetzt ist Schluss mit der Grübelei. Dazu bist du nicht der Typ.«
Er konzentrierte sich auf den Weg, der vor ihm lag, sah einer langbeinigen Blondine nach, die ihm auf seiner Fahrradspur entgegenradelte und wich einem verliebten Pärchen aus, das selbstvergessen einen Teil des Fahrradweges belegte.
Beim Anblick einer Gruppe junger Väter, die mit ihren Sprösslingen um die Häuser zogen, kam ihm wieder Lucys Kinderwunsch in den Sinn. Wieder ein Thema, bei dem er sich über sich selbst wunderte. Früher war für ihn sonnenklar gewesen, dass er einmal Vater werden wollte. In Lucy hatte er die perfekte Partnerin für dieses Vorhaben gefunden. Seit über zehn Jahren waren sie das Traumpaar schlechthin, sie hatten gute Berufe, ein schönes Zuhause und ein finanzielles Polster. Das Nest war bereit. Trotzdem war Adrian richtiggehend erleichtert gewesen, als Lucy nicht sofort schwanger geworden war. Gesagt hatte er ihr das nie und das Glück war auch nicht von langer Dauer gewesen. Adrian entdeckte, dass Lucy Nahrungsergänzungsmittel nahm und Temperaturkurven führte. Sie trank kaum mehr Alkohol und maximal drei Tassen Kaffee am Tag. Als er sie auf seine Entdeckungen ansprach, brach ein Damm. Unter Tränen gestand Lucy, dass sie bitteren Himbeerblättertee in der ersten Zyklushälfte trank, um die Gebärmutterschleimhaut aufzubauen und ebenso widerwärtigen Frauenmanteltee in der zweiten Hälfte, um den Progesteronaufbau zu fördern. Trotz all dieser Maßnahmen verrieten die schmerzenden Brüste, die Pickel und der aufgeblähte Bauch am Ende des Zyklus jedes Mal wieder, dass ihre Bemühungen umsonst gewesen waren.
Und mit jedem Mal fiel es Adrian schwerer, sie zu trösten. Er fühlte sich wie ein Heuchler und begann sogar, seine Lieblingsschwester Anja, ihren Mann Fred und die kleine Tochter Romy zu meiden, nur um Lucy den Anblick einer glücklichen Familie zu ersparen. Oder wollte er selbst nicht an den quälenden Wunsch seiner Frau erinnert werden?
Über diesen Gedanken erreichte Adrian schließlich sein Zuhause. Zwischen alten Obstbäumen blitzte in der Dämmerung die hellgelbe Fassade und das Mansardwalmdach der Jugendstilvilla hervor. Zwei Jahre hatte die Renovierung des denkmalgeschützten Baus gedauert. Doch die Mühen hatten sich gelohnt. Haus und Garten waren genauso, wie Lucy und Adrian es sich in ihren kühnsten Träumen immer ausgemalt hatten. Und doch fehlte etwas ...
Als Adrian den Schlüssel ins Schloss steckte, schob er diesen Gedanken entschieden weg.
»Hallo, Süße, ich bin wieder da.« Seine Stimme hallte durch das Erdgeschoss.
»Adrian, endlich!« Die Treppe knarrte unter Lucys Füßen. »Wo warst du denn so lange? Am Donnerstag hast du doch normalerweise schon um fünf Uhr Schluss.«
»Es kam noch eine Schmerzpatientin herein, die ich nicht ablehnen konnte.« Adrian gab seiner Frau einen Kuss auf die Wange und wollte an ihr vorbei schlüpfen, als sie ihm den Weg vertrat.
Erst jetzt bemerkte er den süßen Hauch von Nichts, den sie trug.
»Hast du deine Nachrichten auf dem Handy nicht gelesen? Wir haben heute eine Verabredung.« In der rechten Hand hielt sie den Teststreifen hoch.
»Ich habe mein Handy seit Stunden nicht in der Hand gehabt.« Das war die Wahrheit, und Adrian ärgerte sich über sich selbst, nicht zumindest einen Blick darauf geworfen zu haben. Dann hätte er wenigstens geahnt, was ihn erwartete.
»Aber jetzt bist du ja da.«
Schwer vorstellbar, dass dieser Tonfall sein Blut früher immer zum Kochen gebracht hatte. Jetzt entlockte er ihm noch nicht einmal mehr ein Lächeln.
»Darf ich wenigstens hereinkommen und mich kurz frisch machen?«, knurrte er und wusste selbst nicht, über wen er sich mehr ärgerte. Über seine Frau, die kein anderes Thema mehr kannte als das Kind oder über sich selbst, dass er ihren sehnlichsten Wunsch nicht erfüllen konnte.
Erschrocken zuckte Lucy zurück.
»Tut mir leid.« Schamesröte überzog ihre Wangen. Mit beiden Armen versuchte sie, ihre Nacktheit zu verbergen und floh nach oben ins Schlafzimmer.
Adrian stand da wie ein begossener Pudel. Er seufzte tief, ehe er sich ebenfalls auf den Weg nach oben machte, um den Schaden zu begrenzen und im Anschluss seiner Pflicht als Ehemann nachzukommen.
***
Als Dr. Stefan Frank an einem der nächsten Abende von der Praxis hinauf in den ersten Stock der Villa kam, stieg ihm ein köstlicher Duft in die Nase.
Alexandra, die als Augenärztin ebenfalls in Grünwald arbeitete, hatte schon den Auflauf in den Ofen geschoben, den Stefans Haushälterin Frau Quandt vorbereitet hatte.
»Was für eine ausgesprochen gute Idee von mir, dass du in die Villa eingezogen bist«, stellte er wieder einmal fest und beugte sich über seine Freundin, die es sich auf dem Sofa gemütlich gemacht hatte.
»Dachte ich es mir doch!«, erwiderte Alexa nach einem zärtlichen Kuss. Ihre Augen blitzten vergnügt. »Du warst nur auf der Suche nach einer Empfangsdame, die dich gebührend begrüßt.«
»Das stimmt nicht«, widersprach Stefan und grinste. »In erster Linie ging es mir um eine Gesellschafterin. Dass du obendrein auch noch den Herd bedienen kannst, macht die Sache natürlich noch angenehmer.« Er wollte sie in die Arme schließen.
Nur ein paar Sekunden später fand er sich rücklings auf dem Sofa wieder und konnte sich nicht bewegen. Alexa kniete auf seinen Oberarmen und lachte ihn aus.
»Zum Glück kann ich obendrein auch noch übermütige Männer in Schach halten.«
»Wenn du Gnade vor Recht ergehen lässt, serviere ich dir das Abendessen.«
Diesen Vorschlag ließ sich Alexandra durch den Kopf gehen.
»Also gut. Eine Chance hast du noch«, beschloss sie schließlich und gab Stefan frei.
Postwendend machte der sich auf den Weg in die Küche, um sein Versprechen in die Tat umzusetzen. Nur ein paar Minuten später kehrte er mit einem Tablett zurück.
»Mylady, es ist angerichtet. Zur Feier des Tages gibt es ein Frühlingsgemüsegratin mit Spargel und Ziegenfrischkäse, dazu knuspriges Baguette. Danach habe ich noch frische Erdbeeren mit Kokoscreme im Angebot.«
»Oh, das klingt verlockend.« Alexa rieb sich die Hände. Während Stefan in der Küche mit Geschirr und Besteck geklappert hatte, waren ihr viele Gedanken durch den Kopf gegangen. Dabei war ihr wieder die Frage ihrer Freundin Lucy Frohsinn eingefallen. »Ich finde, ein so toller Mann wie du sollte sich unbedingt fortpflanzen.«
Vor Schreck verschluckte sich Stefan an einem Spargelstück und hustete, bis ihm die Tränen über die Wangen liefen.
»Du willst ein Kind von mir?«, krächzte er endlich. »Ich wusste nicht, dass du noch einen Kinderwunsch hast.«
Er wirkte so verstört, dass Alexa ein Einsehen hatte.
