Dr. Stefan Frank 2659 - Stefan Frank - E-Book

Dr. Stefan Frank 2659 E-Book

Stefan Frank

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Beschreibung

Dr. Stefan Frank ist besorgt, als ihm eines Morgens im Park eine junge Frau leicht bekleidet entgegenrennt. Völlig außer Atem bricht sie kurz vor ihm bewusstlos zusammen. Der Allgemeinmediziner checkt die Vitalzeichen und informiert einen Rettungswagen.
Als die junge Frau in der Waldner-Klinik aufwacht, erinnert sie sich angeblich weder an ihren Namen noch an ihre Herkunft. Einen Gedächtnisverlust können Dr. Frank und seine Kollegen allerdings ausschließen und auch sonst deutet nichts darauf hin, dass es ihr körperlich schlecht geht. Im Gegenteil: Die junge Patientin erfreut sich bester Gesundheit und könnte die Waldner-Klinik jederzeit verlassen. Wäre da nur nicht ihr panischer Blick, der ständig zur Tür wandert. Dr. Frank nimmt sich ihrem Schicksal an und versucht, mehr über sie zu erfahren, doch seine Patientin verstrickt sich in immer größere Widersprüche. Erst als ihr besorgter Verlobter nach ihr fragt, reagiert sie ehrlich, aber mit purer Angst. Der Arzt ist alarmiert und kann ein Zusammentreffen der beiden im letzten Moment verhindern. Kurz darauf ist das Krankenhausbett leer und die Patientin spurlos verschwunden ...


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Seitenzahl: 123

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Inhalt

Cover

Auf der Flucht

Vorschau

Impressum

Auf der Flucht

Hannah bricht aus ihrer toxischen Beziehung aus

Dr. Stefan Frank ist besorgt, als ihm eines Morgens im Park eine junge Frau leicht bekleidet entgegenrennt. Völlig außer Atem bricht sie kurz vor ihm bewusstlos zusammen. Der Allgemeinmediziner checkt die Vitalzeichen und informiert einen Rettungswagen.

Als die junge Frau in der Waldner-Klinik aufwacht, erinnert sie sich angeblich weder an ihren Namen noch an ihre Herkunft. Einen Gedächtnisverlust können Dr. Frank und seine Kollegen allerdings ausschließen und auch sonst deutet nichts darauf hin, dass es ihr körperlich schlecht geht. Im Gegenteil: Die junge Patientin erfreut sich bester Gesundheit und könnte die Waldner-Klinik jederzeit verlassen. Wäre da nur nicht ihr panischer Blick, der ständig zur Tür wandert. Dr. Frank nimmt sich ihrem Schicksal an und versucht, mehr über sie zu erfahren, doch seine Patientin verstrickt sich in immer größere Widersprüche. Erst als ihr besorgter Verlobter nach ihr fragt, reagiert sie ehrlich, aber mit purer Angst. Der Arzt ist alarmiert und kann ein Zusammentreffen der beiden im letzten Moment verhindern. Kurz darauf ist das Krankenhausbett leer und die Patientin spurlos verschwunden ...

»Du hast doch gesagt, du bleibst heute zu Hause, um für uns zu kochen«, erinnerte Jochen Sattler seine Freundin Hannah Meyer mit hochgezogenen Augenbrauen.

Die Angesprochene entdeckte sofort wieder diese hässliche pulsierende Ader an seinem Hals, welche sofort rot anschwoll, sobald er sich aufregte.

»Marie hat mich um Hilfe gebeten. Ich kann meine Freundin doch nicht einfach so im Stich lassen«, konterte sie verhältnismäßig mutig, während sie sich den Mantel bereits überstreifte, um die Zweizimmerwohnung zu verlassen.

Hannah senkte den Blick, weil sie sich davor sträubte, Jochen in seine starren grauen Augen zu sehen.

Er durchbohrte sie damit jedes Mal wie eine Schlange ihr nächstes Opfer. Hannah schämte sich daraufhin meistens, egal ob grundlos oder nicht.

»Dann wird Marie heute mal jemand anderen fragen müssen und stattdessen dessen wertvolle Zeit stehlen. Jedes Mal stört uns diese Frau nur. Marie konnte mich sowieso noch nie leiden. Sie duldet unsere Beziehung wohl nicht.«

Hannah versuchte zu lächeln.

»Nicht doch. Marie hat nur selbst ein paar Probleme, die sie mit ihrer neuen guten Freundin bereden möchte. Das ist alles. Sie kennt dich doch gar nicht, Schatz. Warum sollte sie das tun?«

Jochens Blick verhärtete sich sofort, als habe Hannah etwas Falsches gesagt. Ihr Mund wurde trocken, und der Hals der Eingeschüchterten kratzte wie Schmirgelpapier.

»Du lügst. Natürlich sprecht ihr über mich.«

»Das ist nicht wahr.«

Jochen biss seine Zähen fest aufeinander und schnaufte ungestüm. Während er sprach, schloss und öffnete er seine Fäuste, als müsse er sich selbst beruhigen.

»Ich habe gelesen, was ihr über mich schreibt.«

»Du warst an meinem Handy? Aber ...«

Weiter kam Hannah nicht. Sie riss ihre runden braunen Augen verängstigt auf, als Jochen mit einem Satz bei ihr war und Hannah am Oberarm packte. Sein Griff war eisern und ließ keine Flucht zu.

»Ich habe dir doch gesagt, dass du mich nicht belügen sollst. Immer wieder erwische ich dich dabei, mich zu hintergehen. Hast du dabei jemals an meine Gefühle gedacht? Immer dreht sich die ganze Welt nur um dich und diese Marie, aber was dein Freund möchte, das scheint dir ganz gleich zu sein«, beschwerte er sich mit anschwellender Lautstärke.

Einerseits hoffte Hannah, dass die Nachbarn ihren Streit mit anhörten, andererseits schlug ihre Angst vor Jochen plötzlich in Scham um, und Hannah wünschte sich, dass niemand etwas von ihrem Fehler bemerkte. Natürlich hatte Jochen wieder einmal recht. So wie gemeinhin.

Hannah hatte ihn im Stich gelassen und tatsächlich mit Marie über ihren Freund geschrieben. In ihren Augen war es harmlos gewesen und nicht ganz der Wahrheit entsprechend, lediglich Andeutungen, wenn man so wollte. Aber wie war es ihm wohl ergangen, als er diese paar Diskussionen mitlesen musste? Hannah schämte sich zutiefst, weil sie Jochen eigentlich dankbar für das war, was er einst für sie getan hatte.

»Ich habe immerhin extra meinen Abend mit den Jungs sausen lassen, um mit dir zu essen. Ich tue wenigstens etwas für meine Beziehung.«

Jochen wusste immer, wie er Hannah ins Herz traf und ihr seinen Willen aufzwang.

»Entschuldige«, gab sie kleinlaut bei. »Es war falsch. Es kommt nicht wieder vor.«

Jochen ging auf sie zu. Dabei fielen ihm seine aschblonden Strähnen ins Auge. Er legte sich eine Hand muschelförmig an sein Ohr.

»Wie bitte? Ich höre dich so schlecht?«

»Es wird nicht wieder vorkommen«, wiederholte Hannah ein wenig kräftiger, doch ihre Stimme bebte noch immer.

Er nahm ihr Gesicht zärtlich in beide Hände und zwang sie dazu, ihm in die Augen zu sehen. Ihr Atem stockte, das Herz der Frau machte einen unangenehmen Satz.

»Meine süße, kleine, dumme Hannah. Ich werde noch mal ein Auge zudrücken. Aber diese seltsame Sache mit Marie muss jetzt ein Ende finden. Du siehst doch, wohin dich dieses Weibsstück bringt. Seitdem du ihr auf deiner Firmenfeier begegnet bist, drehst du völlig durch. Beinahe hätte diese Frau einen Keil zwischen uns getrieben.« Er küsste Hannah etwas zu hart, aber sie genoss seine Berührung dennoch. Immerhin war es keine Ohrfeige. »Du weißt doch, was ich dir damals gesagt habe, als wir uns zum ersten Mal begegnet sind.«

»Nichts und niemand kann uns trennen. Wir gegen den Rest der Welt«, wiederholte Hannah wie so oft. Niemals würde sie seine befreienden Worte vergessen können. »Danke, Jochen. Ich weiß nicht, was ich ohne dich tun würde.«

»Dafür bin ich ja da.« Er nahm seine Freundin beschützend in den Arm und streichelte über ihren Rücken. Jochen strich ihre braunen, leicht gewellten Haare beiseite und benetzte Hannahs schlanken Hals mit leidenschaftlichen Küssen. »Und ich weiß, wie du es wiedergutmachen kannst«, sprach er lüstern und zog die Frau Richtung Schlafzimmer.

Dass sie sich insgeheim sträubte und gerade nicht in der Stimmung für seine körperliche Nähe war, schien Jochen nicht aufzufallen oder zu interessieren. Hannah ließ es über sich ergehen und spielte ihm die vergnügte Partnerin vor, so gut es ihr schauspielerisches Können zuließ.

Unter der Dusche wusch sie sich seinen Geruch ab. Hannah liebte Jochen zwar noch immer, aber sie haderte mittlerweile mit sich. Seit ihrem Gespräch mit ihrer Kollegin Marie, die ihre Beziehung als toxisch betitelt hatte, musste Hannah immer darüber nachdenken. Zum ersten Mal schlichen sich Zweifel in ihr Unterbewusstsein. War es tatsächlich Liebe oder eine Form von ungesunder Abhängigkeit, die Hannah bei ihm bleiben ließ?

Die Frau genoss den heißen Strahl auf ihrer zarten hellen Haut. Ihre langen Haare legten sich dabei feucht auf Schultern und Rücken nieder. Hannah schloss ihre Augen für einen Moment, um nur für sich allein zu entspannen. Ohne Bewacher. Ohne Angst, einen Fehler zu begehen. Und ohne Jochen.

Hannah wurde aus ihren angenehmen Gedanken gerissen, als es mehrmals lautstark an der Tür klopfte.

»Brauchst du noch lange?«

Ihr Seufzen ging Gott sei Dank im Rauschen des Wasserstrahls unter. Eilig drehte sie es ab und griff sich ein Handtuch, das sie sich um den Körper schlang.

»Ich bin sofort fertig!«

»Du sollst doch nicht abschließen, Hannah«, maßregelte ihr Freund sie schon wieder. Seine Stimme klang dumpf. »Das ist gefährlich. Stell dir vor, dir passiert etwas.«

Solange du draußen bleibst, ist die Gefahr deutlich geringer, dachte sie und schlug sich die Hand entsetzt vor den Mund.

Ihr Spiegelbild blickte Hannah ungläubig entgegen. Hatte sie das gerade wirklich gedacht? Seit wann war sie schon nicht mehr gerne in Jochens Nähe?

Seit dem Vorfall vor drei Monaten, schloss Hannah und senkte den Blick. Seit seine Eifersucht begann. Ich habe Jochen kaum wiedererkannt. Ist das noch der Mann von früher?

»Bin schon da. Du weißt doch, wie sehr ich das warme Wasser liebe«, meinte sie beim Öffnen der Tür und setzte ein heiteres Lächeln auf, wie sie es keine Minute vorher vor dem Spiegel geübt hatte.

Jochen baute sich mit seinen Eins Zweiundneunzig vor seiner Freundin auf, als wolle er verhindern, dass sie flüchtete. Er war nicht besonders kräftig gebaut, kein Berg von einem Mann, aber nicht minder einschüchternd. Seine schlaksige Figur bereitete Hannah keine Angst, doch es war sein eiskalter Blick, der sie jedes Mal zur Salzsäule erstarren ließ. Hannah fühlte sich auch jetzt wieder wie paralysiert. Kaum beobachtete Jochen sie auf diese Art und Weise, schon glaubte sie ganz automatisch, schuld zu sein. Egal, um was es ging. Irgendeinen Fauxpas leistete sich Hannah schließlich immer. Und Jochen wurde nicht müde, ihr ihren Fehler unter die Nase zu reiben und auch nach einer Ewigkeit noch aufs Butterbrot zu schmieren.

»Ha... habe ich etwas falschgemacht?«, wollte sie unsicher wissen.

»Du hältst uns auf, Schatz. Ich möchte abends um neun immer gerne selbst ins Badezimmer. Das weißt du ganz genau.«

»Es tut mir leid. Ich muss wohl die Zeit vergessen haben.«

Er verdrehte die Augen und tätschelte ihr Haupt wie bei einem kleinen Mädchen.

»Du Dummerle. Immer vergisst du alles. Nicht, dass das wie beim Brunch mit meinen Eltern endet.«

»Aber da hattest doch du ...«

Jochen drängte sich an Hannah vorbei ins Bad, ehe sie zu Ende sprechen konnte. Die Frau beließ es dabei und lächelte stattdessen gequält. Ihre Haare steckten in einem Handtuchturban. Sie würde sie heute lieber lufttrocknen lassen, da Jochen von ihrem lauten Haartrockner sonst aufgeweckt wurde, auch wenn das bedeutete, dass Hannah dadurch umso später ins Bett kam.

Jochen schloss die Tür ab, so wie es Hannah vorher getan hatte. Bei ihm schienen die eigenen Regeln also nicht zu gelten. Am liebsten hätte sie gegen das Holz der Tür gehämmert und ihn genauso in seiner Ruhe gestört, aber Hannahs Fell war viel zu dünn, um sich gegen ihren einstigen Retter aufzubäumen. Schließlich brauchte sie ihn mehr als er sie.

Jochen hatte nach ihrem letzten heftigen Streit bereits mit einer Beziehungspause gedroht. Hannah hätte in diesem Fall nicht gewusst, wohin mit sich. Zurück zu ihrer Mutter, die wahrscheinlich bis heute mit ihrem brutalen Stiefvater zusammenlebte, kam nicht infrage. Hannah fühlte sich dadurch abhängig von Jochen und seiner Gnade. Immerhin hatte ihr Partner Hannah ein Dach über dem Kopf geschenkt, als es niemand anderes getan hatte. Sofort verflog der Ärger über ihn wieder. Sobald die Frau an ihre freundschaftliche und romantische Anfangszeit zurückdachte, während der sich Jochen aufopferungsvoll um Hannah gekümmert hatte, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, verschwanden Kummer und Sorgen wie flüchtiger Nebel.

Hannah konzentrierte sich am liebsten auf das Gefühl der Geborgenheit, das sie überdies in seiner Nähe verspürte. Bei Jochen konnte ihr nichts zustoßen. Er übertrieb seine Sorge um Hannah zwar, so dass sie sich immer häufiger eingeengt und unselbstständig fühlte, aber dafür bot er seiner Freundin etwas an, das viele nicht ihr Eigen nennen konnten: eine echte Partnerschaft seit ihrem sechzehnten Lebensjahr. Aus einer anfänglichen Freundschaft war etwas Großes gewachsen, ein enges Band zwischen zwei Menschen entstanden.

»Kommst du nicht mit ins Bett?«, wollte Jochen frisch geduscht und abgetrocknet wissen, als er sich ins Schlafzimmer aufmachte.

Hannah saß dort auf der Bettkante und blätterte in einer Zeitschrift.

»Ich muss noch warten, bis meine Haare trocken sind.«

»Hättest du das nicht direkt im Bad machen können? Du lässt mich also alleine schlafen gehen?«

Hannah wusste nicht, was er nun hören wollte.

»Du hättest dich über den Fön beschwert.«

»Ach, hätte ich das? Das ist ja gar nicht wahr. Nun los, beeil dich. Ich habe morgen einen langen Tag vor mir.«

Mit hängenden Schultern schlich sie an ihm vorbei und stellte den Haartrockner an. Sie hörte Jochens Schimpftirade von Weitem, überließ ihn aber dieses Mal seinem Ärger. Noch während Hannah mitten im Geschehen war, erstarb das laute Surren und Brausen an ihrem Ohr plötzlich.

»Was zum ...«

»Das reicht«, entschied Jochen kalt. »Du hättest deine Zeit vorhin eben besser einteilen müssen. Immerhin zahle ich hier den Strom.«

»Ich gebe auch etwas dazu«, erinnerte Hannah ihn und versuchte, die restliche Feuchtigkeit aus ihren dichten braunen Haaren zu rubbeln.

»Dein kleiner Sekretärinnenlohn im Großraumbüro wirft nicht gerade viel ab. Du kannst von Glück sagen, dass du ihn ohne Ausbildung und Studium überhaupt bekommen hast. Nicht mal einen Schulabschluss kannst du vorweisen.«

Hannah blieb wie vom Donner gerührt stehen. Nun sammelten sich Tränen in ihren Augen, die sie wegzublinzeln versuchte. Der Kloß in ihrem Hals wurde größer.

»Du weißt, wie es dazu kam, Jochen. Ich bin nicht schuld an meinem Schulabbruch.«

»Man darf nicht immer anderen die ganze Verantwortung überlassen, meine Liebe«, ermahnte er sie wie ein Lehrer seine Schülerin. »Natürlich bist du selbst schuld. Du hättest schließlich auch alles anders machen können, hast du aber nicht. Und jetzt füttere ich dich durch, aber das ist absolut in Ordnung. Ich bin schließlich der Mann im Haus und kann für meine Frau und meine zukünftige Familie sorgen.«

Hannahs Wut kochte hoch. Am liebsten hätte sie ihm das Handtuch ins Gesicht geworfen und auf dem Absatz kehrtgemacht, aber das war nicht möglich, denn alles, was er sagte, war wahr. Hannah blieb eine Gefangene, weil sie es im Leben nie zu etwas gebracht hatte. Sie konnte sich tatsächlich glücklich schätzen, dass Jochen sie bis heute aushielt. »Und nun komm ins Bett und lass uns schlafen.«

Hannah checkte ihr Handy nach neuen Nachrichten, bevor sie es wie immer am späten Abend beiseitelegte und ans Ladekabel steckte. Dabei fiel ihr Blick auf ihre Chatverläufe.

»Du warst an meinem Handy, während ich im Bad war«, hauchte sie fassungslos. »Wo ist der Chat mit Marie geblieben?«

»Ich habe ihn natürlich gelöscht und diese Frau direkt noch blockiert. Irgendjemand muss dich schließlich beschützen, wenn du es selbst nicht fertigbringst. Marie wird unsere Beziehung nicht weiter sabotieren. Halt dich von nun an fern von ihr, Hannah. Vor solchen Weibern sollte man sich immer in Acht nehmen.«

»Aber wieso gehst du dafür extra an mein Handy? Hätte es nicht gereicht, mit mir zu reden?«, flüsterte Hannah stimmlos. Erneut kitzelten Tränen in ihren Augenwinkeln.

»Falls du es vergessen hast: Auch dein Handy bezahle ich samt Gebühren. Da werde ich ja wohl das Recht haben, einen kurzen Blick hineinzuwerfen. Den restlichen Tag benutzt du es selbst und hast immerhin genug davon.«

»Ich mochte Marie sehr.«

Jochen stöhnte genervt und setzte sich wieder auf, als seine Partnerin keine Ruhe gab. Er sah Hannah direkt in die großen schokobraunen Augen, als er sagte: »Frauen wie du muss man vor der bösen, weiten Welt da draußen beschützen, weil ihr euch nicht selbst schützen könnt. Du bist noch nicht stark genug, dich auf eigene Faust durchzuschlagen, Liebling. Ich will doch nur dein Bestes. Und diese Marie hat dich um ihren Finger gewickelt. Noch eine Woche länger und sie hätte dich dazu getrieben, deine sichere Beziehung, deinen festen Anker hinzuwerfen. Und das willst du doch nicht wirklich, oder? Schließlich möchte jeder irgendwann im Leben ankommen. Ich bin dein Hafen, Liebes. Nicht Marie oder sonst wer. Nur ich.«

Sein Hundeblick ließ Hannah dahinschmelzen. Jochen wirkte ehrlich traurig, während er auf ihre Antwort wartete.